Leto 1840


1840/1
Ljubljana, 2. januar 1840

Eure Excellenz!

Wollen meiner ergebenen Bitte geneigt willfahren, der Dollmetsch meines ergebenen Dankes bei Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfinn für die gütige Erinnerung mit den Geschlachtel an mich – seyn, und mir ferneres Wohlwollen schenken zu wollen!

S r Excellenz der Herr Gouverneur soll nach erhobenen genauen ärztlichen Befund und Consult an Rückenmark-Austrocknung heftig leiden, so –, daß man erzählt, einer der consultirenden Aerzte habe geäußert, S e Excellenz dürften in 2 Monaten den Uibel erliegen! –

Genehmigen Eure Excellenz die hohe Verehrung, mit welcher nebst vielen Handküssen an die gnädigste Frauen Gräfinn geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 2 Jänner

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/2
Ljubljana, 2. januar 1840 II

1.

Herr Gubernial Rath und Kreishptm. in Klagenfurth – Graf Welsersheimb – ist hier.

Herr Gubernial Rath und Kreishptm. Bar. Mac-Neven leidet an der Kripp.

Herr Baron Elsner ist gestern Morgens 3 Uhr gestorben.

Die mit Arsenick in Mansburg vergiftete Familie wird gerettet werden, soll jedoch in Gefahr gewesen seyn; der Thäter ist in Untersuchung.

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Comtesse Marie Aichelburg ist gestern am neuen Jahrestage Abend in der 11 ten Stunde gestorben.


1839/3
Ljubljana, 3. januar 1840

Eure Excellenz!

Erstatte ganz ergebenste Danksagung für die gütigst überschickten Apfel, und muß meinen ergebensten Dank Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn erneuern für die prächtigen Würste, solch gute ich schon lange nicht gegessen habe. Ich pflege zwar alles mit meinen Kindern zu theilen, allein von diesen guten Würsten habe ich sie ausgeschlossen. Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, und bitte um ferneres gütiges Wohlwollen.

Meine innigsten Wünsche für Eure Excellenz und gnädiger Gräfinn andauerndes Wohlseyn, sind unablässig; Gott erhalte Hochdieselben lange!

Mit Heilung meines kranken Fußes gehet es langsam, der Arzt wird noch schneiden müssen; indessen hoffe ich mit aller Zuversicht – glückliche Heilung, und danke Eure Excellenz für die gütige Theilnahme, ganz ergebenst.

So eben war Graf Welsersheimb bei mir; er reiset morgen nach Klagenfurth zurück. Er wundert sich über die vielen Kranken hier, versicherteFrau Gräfinn Welsperg vorgestern besser gefunden zu haben, Sie wäre ziemlich munter gewesen, und hätte schon wieder geschimpft, das ein gutes Zeichen ist. –

Nochmals recht sehr für Eure Excellenz große Herzensgüte


für mich wiederholend geharre mit aller Verehrung: im Bette liegend. –

Eure Excellenz

Laibach den 3 Jän.

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/4
Ljubljana, 4. januar 1840

2.

Gestern wurde Baron Elsner und Comtesse Marie Aichelburg beerdigt.

Herr Graf Welsersheimb ist heute nach Klagenfurth zurück und hat die Frau Schwester – Gräfin Aichelburg mit dahin genommen.

Von der hiesigen Cameral Verwaltung ist vor Ihrem Abgehen an das hiesige Kreisamt notificirt worden, und Aufklärung verlangt: da es verlaute, daß im hiesigen Casino eine Art Lotterie gespielt werde, wobei sehr nahmhafte Gewinste gemacht würden etz.; also man sucht ProCenten anzusprechen!

Es scheint aber, daß man der löbl. Gefälls Verwaltung die Aufklärung geben werde, daß die Tombolla im Casino als keine Lotterie, sondern blos als ein Conversations Spiel, wie jedes andere Karten-Gesellschafts Spiel zu betrachten seye, weil Niemand hieraus einen baar Geldgewinn bezieht, und von den Einlagen, die Gewinnst-Prämien erkauft werden, auch wenn allenfalles zu Ende des Tombollaspiels sich ein Uiberschuß oder Geldrest


zeiget, dieser den Laibacher Stadt Armen Fond erfolgt werde, folglich gar Niemanden hieraus an baaren Geld ein Gewinn wird, welches sich ganz anders verhalte, wo Jemand einen Gegenstand in der Lotterie ausspielt, weil er in dieser Art die Sache besser verkauft, als aus freyer Hand; folglich hier bey den Tombollaspiel wohl von einer Prozentenzahlung an das Lottogefäll keine Rede seyn kann.


1840/5
Ljubljana, 7. januar 1840

3.

Gubernial Concipisten Laschan und Mordax wurden zu Kreis Commissairs ernannt.

Theateraustheilung von 5 ten bis 12 ten Jänner

Sonntag den 5 ten … Tanzmeister Pauxel

Montag '' 6 ten … Treff König

Dienstag '' 7 ten … /

Mittwoch '' 8 ten … Lucrecia Borgia

Donnerstag '' 9 ten … Krieg mit Onkel (e Lucrecia)

Freytag '' 10 ten … /

Samstag '' 11 ten Norma (Madam Frisch)

Sonntag '' 12 ten … Faschingsnacht


1839/6
Ljubljana, 7. januar 1840

Eure Excellenz!

Wollen den beifolgenden böhmischen Christstritzel geneigt aufnehmen, und mir dadurch – daß Hochdieselben es nicht verschmähen, auch eine Freude bereiten.

Ich küsse die Hand, und bitte Eure Excellenz und S e Excellenz Herrn Baron um ferneres Wohlwollen, indem ich mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 7 ten Jän.

1840

dankschuldigster

Franz


1840/7
Ljubljana, 8. januar 1840

4.

Casino Tombolla am 6 ten Jänner war ziemlich stark besucht, und es wurde gewonnen:

Im 1 ten SpieleIm 2 ten Spiele
Ambo
Ein Paar silber plattirte Leuchter.
H. Professor Hummel
Ambo
Goldene Brustnadel mit Granaten.
Fräule Amalie Seunig.
Terno
Kopfbürsten in Silber gefaßt.
H. Lieut. Gr. Welsperg.
Terno
Goldene Broche in Form einer doppelten Masche mit Granaten besetzt.
H. Ensbruner
Quaterno
Silbernes Eßbesteck im Etui.
D r Oblack (der Sohn)
Quaterno
Flaçon von weißen und violeten Glase mit Gold verziert auf silbern vergoldeter Tasse.
H. Hofbauer (Beamter)
Quinterno
Silberner Schmuckträger mit Nadelpolster.
H. Gub. Registr. Direct. Bakes
Quinterno
Goldene Broche und goldene Ohrgehänge im Etui.
H. Heinrich Koss (Beamter)

Im 1 ten SpieleIm 2 ten Spiele
Tombolla
Pokal von geschliffenen Glase weiß und blau auf silberner Tasse und mit silbern Deckel.
H. Museal Custos Freyer
Tombolla
Goldenes Armband modernster Art.
H. Bleiweis aus Krainburg

Eingegangen sind 163 f 20 xr

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Frau Gräfinn Stubenberg ist nach Triest gereist.


1840/8
Ljubljana, 10. januar 1840

5.

Wiener Agenten Bericht

Der durch seine weiten Reisen bekannte Fürst Pükler Muskau seit mehreren Wochen in Pesth – wurde nun in Wien erwartet.

Der Ingenieur Felix Droint wird Versuche einer dreyfachen Asphalt Pflasterung machen, mit Granit gemengt, eine künstliche, von ihn selbst erzeugte und eine natürliche Masse dazu anwenden. Die Proben finden in der Klostergasse nächst den neuen Markt (Mehlmark) statt.

Der Verband zu den Eisenbahn Flügeln an die ungarische Gränze über Schloßhof – und von Prag nach Bayern wird thätigst betrieben.

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Aus Laibach

Die am Montag den 6 ten d. in der Casino Gesellschaft gezogenen 10 Actien á 100 f, welche in diesem Jahre aus den Casino Fonde den Eigenthumern heim gezahlt werden, gehören: N ro 31–32. Frauen Gräfin v. Erberg Exc.

N. 104. Reinisch

– 107. Recher

– 115. Marn

– 165. Apotheker Wagner

N. 344. Hermansthal

406. D r Eberle seel.

– 415. Gallé

– 442. Martinschitz


1840/9
Ljubljana, 13. januar 1840

Eure Excellenz

Erstatte sehr ergebenen Dank für den mir geschickten Kopaun. Stärkende und nährende Nahrungsmittel sind mir sehr ersprieslich, und ich bemühe mich, mir diese zu verschaffen. Auch bin ich so glücklich, von mehreren Gönnern mit derlei versorgt zu werden. Eure Excellence sind jedoch immer mein gewogendster, mein gütigster Wohlthäter, wofür niemals aufhören werde, dankbar zu seyn! Auch Ihre Exc. die gnädige Gräfin hat mich gestern mit zwei Flaschen Wein erfreut.

Namens des Casino Custos erstatte schuldigen Dank. Bitte um ferneres Wohlwollen, wünsche Eure Excel. die beste Gesundheit, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 13 Jän.

1840

unterth. dankbarster

Franz


1840/10
Ljubljana, 13. januar 1840 II

6.

Theater Austheilung vom 12 ten bis 19 ten Jänner

Sonntag den 12 ten … Faschingsnacht

Montag '' 13 ten … /

Dienstag '' 14 ten … Belisar … Oper

Mittwoch '' 15 ten … Verlobung in Genf

Donnerstag '' 16 ten … Liebe und Entsagung

Freytag '' 17 ten … /

Samstag '' 18 ten … Nachtwandlerinn … Oper

Sonntag '' 19 ten … Ballnacht


[Program od 12. do 19. januarja se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Exc. Frauen Gräfin


1840/11
Ljubljana, 14. januar 1840

7.

Wiener Agenten Bericht

Der H. General Major Cerini Obersthofmeister bei den durchlauchtigen Söhnen des E. H. Carl kais. Hoheit ist in Wien, und

der Herr General Major Woeber in Ebenzweier gestorben.

Der ausgezeichnete phisikalische Künstler Döbler, hat aus Anerkennung seines besondern Talents von S r Majestaet die Bewilligung erhalten, sich einen k. k. Kammerkunstler nennen zu dürfen.

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Aus Laibach

Nach den Handelsmann Dreo, dessen großes Haus der Handelsmann Nicolaus Recher besitzt, ist ein Sohn und eine Tochter hinterblieben. Die Tochter war immer schwächlich, und krank, als sie im vorigen Fasching mit ihrer Mutter auf eine Hausunterhaltung gieng, bei welcher sie sich so verdarb, daß sie gleich bettlegerig wurde, in Auszehrung verfiel, und nun gestorben, gestern 21 Jahr alt, begraben worden ist.

Gestern war das Casino schwach besucht, etwa 12 tanzende und überhaupt nicht 20 Damen, Herrn etwas mehr anwesend; doch dauerte die Unterhaltung bis nach Mitternacht.


1840/12
Ljubljana, 15. januar 1840

Eure Excellenz

Wollen meinen wärmsten, meinen herzlichsten Dank für die mir neuerdings gewordene Güte mit Uiberschickung des Geschlachtel genehmigen, und die Gnade haben Ihrer Exc. der gnädigsten Gräfin für diese gütige Erinnerung an mich, meine Dankbarkeit auszudrücken. Ich bin so sehr erfreut über diese große Güte für mich – daß ich darin großen Trost und Entschädigung für den Verlust finde, so lange Lustall nicht sehen, und hier einsam in meinen Bette zu liegen, das ich nur am Morgen auf eine Stunde verlasse, um es auskühlen u. aufbetten zu lassen, und so von heute halb 10 bis morgen früh 8 Uhr das Bett nicht verlasse.

Den Wein werde noch heute bestellen. Bisher habe nach Eure Excellenz Wunsch – immer nur 25 Flaschen bestellt, und nach Hochderoselben Befehl 20 nach Lustall geschickt. Auch für die mir von dieser Bestellung bestimmte Ration danke sehr ergebenst, und indem ich Ihrer Exc. der gnädigsten Gräfin die Hand küsse, um ferneres gütige Wohlwollen bitte, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 15 Jänner

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/13
Ljubljana, 18. januar 1840

S e Excellenz der Herr Gouverneur wird mit 10 Grad kalten Wasser auch den Rückgrad gewaschen. Man sagt, doch ist es nicht versichert, obgleich zu wünschen, Er vermöge schon auf den Füssen zu stehen.

Gub. Rath Polizei Director Siccard ist Donnerstag an einer heftigen Rippenfellentzündung erkrankt; es mußte selben Tag 3mal zur Ader gelassen werden, welches gestern Freytag wiederhollt, und derselbe Abend in der neunten Stunde, mit den Sterbsakramenten versehen wurde.

Heute Samstags früh gehet es noch immer schlimm. Frau Gemahlinn ist in größten Thränenstrom.

Heute hat die Kälte sehr nachgelassen. Keine gefrone Fenster!


1840/14
Ljubljana, 18. januar 1840

Eure Excellenz

Wollen nicht ungütig halten, daß ich die Theater Austheilung noch nicht schreiben kann, da selbe der Empresseur noch nicht abgegeben hat, welches bei demselben größtentheils Sonntags oder gar Montags erst geschiehet – und sich gar oft ereignet, daß schon am Dienstage dasselbe Stück nicht gegeben wird, welches die Montags abgegebene Theater Austheilung angegeben hat, wie es auch die in der abgelaufenen Woche übersendeten Theater Zettel zeigen, daß durch die ganze Woche jeden Tag etwas anderes gegeben wurde, als die Theater Austheilung anzeigte.

Diese Unsicherheit läßt die Gewiesheit schwer ermitteln, wann Frisch singen wird, welches bei deren hochschwangern Leibeszustand, auch einige Ungewiesheit veranlaßt. Ich werde mir jedoch Mühe nehmen, etwas gründliches in der Sache zu erheben, und hoffe bis Montag sicheres berichten zu können.

Ihrer Exc. der gnädigsten Gräfin die Hand küssend, bitte um ferneres Wohlwollen und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 18 Jän.

1840

unterth. dankbarster

Franz


1840/15
Ljubljana, 19. januar 1840

8.

Wiener Agenten Bericht vom 13 Jän.

Aus sicherer Quelle kann berichtet werden, daß der Wiener Fürst Erzbischof Milde in Folge eines am geheimen Consistorium in Rom gemachten Antrages zum Cardinal – wahrscheinlich mit Nachsicht der Taxen, erwählt werden soll.

Aus Presburg erfährt man, daß S e kais. Hoheit der E. H. Palatin von einem plötzlichen Unwohlseyn befallen wurde, und man befürchtet wegen seinem hohen Alter, und den oft eintrettenden Fällen, schlimme Folgen.

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Aus Laibach

Der H. Polizei Directer befindet sich noch immer schlecht.

Theateraustheilung vom 19 bis 26 Jän.

Sontag den 19 ten … Ballnacht

Montag '' 20 ten … /

Dienstag '' 21 ten … Nachtwandlerin. 3 te Gastvorst. der Mad. Frisch

Mittwoch '' 22 ten … Krieg den Onkel u. Pauline

Donnerstag '' 23 ten … Belisar. 4 te Gastvorstellung der Mad. Frisch

Freytag '' 24 ten … /

Samstag '' 25 ten … Drachenhöhle bei Röthelstein. Benef.der Mad. Baumgarten


Samstag 1 '' 26 ten … Das Fest der Handwerker oder der Regisseur in tausend Aengsten


1840/16
Ljubljana, 20. januar 1840

9.

Polizei Directer H. Siccard ist diesen Morgen um ¾ auf 9 Uhr gestorben.


1840/17
Ljubljana, 21. januar 1840

10.

Gestern Nachmittag ist die Billichgratzer Graf Blagaische Familie ins Winterquartier in die Stadt gekommen.

Der Casino Ball war gestern stärker besucht gewesen, und dauerte bis 2 Uhr.

Der Geistliche Gub. Rath Stelzich ist gestern Abend von St. Paul in Kärnthen hier zurück – angekommen, allwo derselbe der neuen Wahl des Abtes beiwohnte, da der gewesene – gestorben ist.

Sonntags hat ein jüngerer Bruder den ältern erstochen; sie sind Söhne des Bürgers und Realitaeten Besitzers Schidan in der Polana Vorstadt. Der Thäter war Kaufmannslehrling. Nach einigen soll die That aus Eifersucht wegen einer Weibsperson, nach andern, wegen – von den ältern Bruder den jüngern verweigerten Geld verübt worden seyn. Der getödtete wurde gestern beerdigt, der Thäter ist verhaftet.

Es ist unmöglich zu beschreiben, wie die Moralität tag – täglich sich verschlimmert.

Der letzte Triester Brankartwagen ist auch wieder zwischen Senosetsch und Präwald – ausgeraubt worden.

Die Frau Gemahlinn des verstorbenen Polizei Directers


Siccard erwartet ihre Aeltern hier –, um mit ihnen nach Wien zurück zu kehren. Der Verstorbene wird morgen Mittwoch beerdigt werden.


1840/18
Ljubljana, 25. januar 1840

12.

Wiener Agenten Bericht vom 20 Jänner

Sichern Vernehmen nach soll der verehrte Staatsmann Graf Kollowrath bei Gelegenheit der Krönung Ihrer Majestaet als Königinn von Ungarn in Berücksichtigung seiner ausgezeichneten Verdienste um den österr. Kaiserstaat, so wie um das Herscherhaus – in den Reichsfürstenstand erhoben werden.

S e Durchlaucht der regierende Fürst Trautmansdorf ist dieser Tage von einer sehr gefährlichen Krankheit im Fürst Schwarzenbergischen Schlosse Frauenberg genesen; Oberarzt D r Burian erhielt für 14tägige Visiten – 500 Stück Duckaten.

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Aus Laibach

Herr Graf Salis Blagai Administrator der Salinen in Wiliczka hat an den H. Bruder Richard Blagai geschrieben, daß er sich mit einer Gräfin dortiger Gegend vermähle, und wann der H. Bruder das Schreiben erhalten haben, die Verbindung auch schon vollzogen seye, das Weitere der Parthezettel sagen wird.

Der verstorbene Polizei Directer Sicard wurde geöffnet und es fanden sich in seiner Gallenblase 57 verschiedene Steinel.

Diese Zeit ist hier Gegend noch ein Mord begangen worden. Einige Pursche vom hiesigen Bezirk „Umgebung Laibach“ wurden wegen begangenen Excessen eingezogen, und hier mit Stockstreichen bestraft. Einer von ihnen, wer weiß durch welchem Zufall – erhielt einige Streiche weniger –, über diesen fielen dann die andern her, und schlugen ihn, bis er todt war! –

Der junge Schidan lamentirt und raset im Gefängniß über den begangenen Brudermord – der er in Trunkenheit verübt zu haben vorgibt.


1840/19
Ljubljana, 26. januar 1840

13.

Das Gerücht erneuert sich – daß das Gubernium von hier wegkommen, daß H. Graf Mittrovsky pens. und H. Fürst Lobkowitz Oberster Kanzler werden soll. – Vermuthlich wird dann die Abtheilung im Münz und Bergwesen, wieder mit der Abtheilung im Finanzwesen der Hofkammer vereinigt werden.

Die auf morgen Montag bestimmte Licitation bei Frau Sicard wird nicht statt finden, weil der Fiskus Beschlag auf den Nachlaß gelegt, da noch mehrere Rechnungen dem Aerar nicht gelegt sind.

Der Herr General Ney befindet sich an Kopfschmerz leidend sehr übel, es ist gestern Samstag ein Aerztliches Consilium bei ihn gehalten worden, man besorgt eine Gehirnlähmung.

Gräfinn Festetitz – Witttwe nach Raimund Gr. Auersperg hat hieher Commission gegeben, eine Privatwohnung für sie von 6 Zimmern auf 14 Tage aufzunehmen, nebst Stallung für 4 Pferde, und Wagenremisse für 3 Wägen. Sie reiset mit einer Freundinn, und 2 Comtessen Stieftöchtern nach Italien, hat Koch und Bedienung, so, das alle 10 Personen zählen. Hiernach gedenkt die Frau Gräfin hier 14 Tage zuzubringen.

Theateraustheilung vom 26 ten Jänner bis 2 ten Februar 1840

Sonntag den 26 ten … Das Fest der Handwerker

Montag '' 27 ten … /

Dienstag '' 28 ten … Nachtwandlerin. 4 te Gastvorstellung der Mad. Frisch

Mittwoch '' 29 ten … /

Donnerstag '' 30 ten … Belagerung von Corinth. BeneficeH. Spaettlers

Freytag '' 31 ten Jänner … /

Samstag '' 1 ten Februar… Freyschütz. 5 te Gastvorst. Mad. Frisch

Sonntag '' 2 ten /


1840/20
Ljubljana, 28. januar 1840

Eure Excellenz

Unübertrefflich Herz voll Güte und Wohlthun, macht mich unendlich dankbar. Könnte ich nur so glücklich seyn, Eure Exc. meine Dankbaren Gesinnungen so ganz darlegen, wie warm, wie einzig inniglich ich sie empfinde. Genehmigen Hochdieselben meinen unbegränzten Dank für die mir zutheil gewordene neue Erinnerung an mich! –

Auch bitte um die Gnade, mich in Görz der ganzen Verehrten Familie fernern Wohlwollen anempfehlen, meine Handküsse denen vortrefflichen Damen, und Respects denen Herrn melden zu wollen! Ich bin über die gütige Erinnerung an mich und über das gute allseitige Befinden alldort recht erfreut; nur wünsche von meinen ganzen Herzen, Eure Exc. Wohlseyn, das die Vorsehung Hochdenenselben fortwährend schenken möge, und daß Eure Exc. wirklich nichts anders, als Vorsicht im Zimmer hält! – Auch wünsche und hoffe das beste Befinden Ihrer Excellenz, der gnädigen Gräfin, welcher vielmalen die Hand küsse. –

Herr Graf Ignatz Blagai, der mich Sonntags besucht hatte, sagte, daß Er bei S r Exc. dem H. Gouverneur gewesen, selbst gesehen habe, daß S e Exc. auf den Füssen zu stehen vermöge, allein doch Unterstützung brauche. Nun habe ich aber nicht gefragt, ob der Herr Graf in Geschäften oder en Visitte dort war.

Die Licitation bei Sicard war gestern und heute, jedoch unter Aufsicht des


gerichtlich bestellten Curators. Beym Ableben war gar kein Geld bei Hause, und S e Exc. der H. Gouverneur mußte 150 f zu den Begräbniß Kosten anweisen.

Von der Vermählung H. Grafen Salis Blagai werden die Parthe Zettel nach Lustall gekommen seyn. Seine Braut ist eine Gräfin Gaschin, deren bereits verstorbene Mama eine geborne Gräfin Strachwitz war.

Sonst hier nichts Neues. Gestern Montag waren 2 Bälle, im Casino und in der Schüßstatt –, beyde stark besucht. Die Wägen fuhren die ganze Nacht – bis am Morgen. Im Casino dauerte die Tanzunterhaltung bis 3 Uhr früh. –

Bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 28 Jän.

1840

unterthänig dankbarster

Franz


1840/21
Ljubljana, 2. februar 1840

14.

Wiener Agenten Bericht enthält, daß am 23 ten Jänner der erste Hofball in der Redutt abgehalten worden, und zum erstenmal mit Milly Kerzen beleuchtet worden wäre, welche jedoch schmolzen und Unreinigkeiten machten. Man halte die Ursache an der großen Hitze, wodurch die Lichter erweicht worden wären.

Ihre kais. Hoheit E. H. Sophie wären in sehr großen und schönen Schmuck erschienen.

Wegen S r Excellenz des Herrn FeldmarschallLieuts und General Adjutanten S r Majestaet des Kaisers Grafen Clamm wird berichtet, daß die Krankheit sich auf die Lunge gelagert haben solle, vermuthlich Gicht, und die Aerzte alle Hoffnung der Rettung aufgegeben hätten.

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Aus Laibach

Morgen Montag reiset Frau Sicard nach Wien ab.


1840/22
Ljubljana, 3. februar 1840

15.

Frau Gräfin Festetits ist hier angekommen, und hat den Gasthof zum wilden Mann in der Stadt bezogen.

Herr General Ney ist gestern Sonntag Nachmittag 5 Uhr gestorben. Das Leichenbegängniß wird Mittwoch Nachmittags seyn.

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Theateraustheilung vom 2 ten bis 9 ten Febr

Sonntag den 2 ten … O du lieber Augustin. Posse

Montag '' 3 ten … /

Dienstag '' 4 ten … Belagerung von Corinth. 8 te Gastvorstellung Mad. Frisch

Mittwoch '' 5 ten … /

Donnerstag '' 6 ten … Krieg den Onkel

Freytag '' 7 ten … /

Samstag '' 8 ten … Puritaner. Beneficedes H. Mayer

Sonntag '' 9 ten … Die bürgerlichen Brüder


[Program od 2. do 9. februarja se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Exc. Frauen Gräfin


1840/23
Ljubljana, 4. februar 1840

16.

Wiener Agenten berichten, daß am 29 ten Jänner Abends 6 ¼ Uhr S e Exc. der Herr FML und General Adjut. S r Majest. Graf Clamm – zum allgemeinen Leidwesen verstorben seye.


1840/24
Ljubljana, 12. februar 1840*

17.

Wiener Agenten

Die Vermählungsfeyer des Herzogs von Nemours mit der Prinzessin Coburg Cohary, ist bis jetzt auf den kommenden May festgesetzt. Der Brautschatz derselben wird dem Vernehmen nach sammt den Realitäten über 3 Millionen Franks berechnet. – Der Prinz Joinvill wird ihr hier auf die linke Hand per Procura angetraut. Die Vermählung findet alsdann in Paris statt. Ihre Mutter wird die hohe Braut nach Paris begleiten, und mit ihr dort eine längere Zeit verweilen.

Dieser Tage verschied hier in Folge des Schlagflußes Graf Ferdinant Palffy, ehemaliger Besitzer des Theaters an der Wien.

Der 5jährigen Tochter des Erzherzogs Franz ist bereits das Leben abgesprochen worden. Die Erzherzogin Sophie soll darüber sehr untröstlich seyn. Es wurden alle noch abzuhaltenden Hofbälle abgesagt. –

Der Sohn des Herzogs Ferdinand von Sachsen Coburg,österreichischer Feldmarschall Lieutenant, wird in kur-


zen zur Vermählungsfeyer der Königin nach England abgehen.

So eben erfahre ich, daß die Erzherzogin Maria Anna Karolina gestern – um 9 ½ Uhr Abends selig in den Herrn entschlafen ist. –

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Aus Laibach

Kreishauptman H. Baron Joseph Flödnig in Adelsperg ist in der Nacht von 11 bis 12 ten Februar 12 Uhr von Schlage getroffen worden. –

Theater-austheilung von 9 ten bis 16 ten Februar 1840

Sontag den 9 ten … Bürgerlichen Brüder

Montag '' 10 ten … /


Dienstag '' 11 ten Puritaner. 10 te Gastvorstellung Madame Frisch

Mittwoch '' 12 ten … /

Donnerstag '' 13 ten … Zänkischen Brüder

Freytag '' 14 ten … /

Samstag '' 15 ten Don Juan. Benef. Madame Frisch

Sonntag '' 16 ten … Elegante Baummeister

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Der Handlungsball am vorigen Mittwoch war ausserordenlich stark besucht, und es ist gar nicht zu zweifeln, daß der heutige Ball, für die Kinderbewahranstalt ebenfalls in der Redut, wo vom Adel schöne Masken Aufzüge produciert werden sollen, wobey sich menge Neugierige und Tantzlustige einfinden werden.


1840/25
Ljubljana, 13. februar 1840*

Euer Excellenz!

Meinen ergebensten Dank für die mir zur Suppen stärkung geschickte Henne zu erstatten, kann ich nicht länger verschieben. Ich bitte ergebenst meine Verehrung, und meine unwandelbare große Dankbarkeit genehmigen, und mir Hochderoselben ferneres Wohlwollen zu schenken.

Ich habe dießmal malle ápropos meinen leidenden Zustand sehr beeinträchtiget; allein, da geschehene Sachen nicht zu ändern sind, so nehme ich auch diese als eine höhere Bestimmung, und vertraue festiglich auf dem, in dessen Macht Hiernieden und Oben alles liegt. Durch unglückliche Erkühlung zog ich mir eine äußerst gefahrvolle, – und unbeschreiblich schmerzliche Krampfader-Enzündung an dem Unterschänkel meines kranken Fußes zu, welcher, Gott sey Dank! –


nun glücklich gehoben ist, – jedoch durch die der Gefahr gewiettmete einzige Sorge, wurde an den kranken Knie eine Entzündung, weshalb das Knie sehr aufgeschwollen, wieder herbeigeführt, – welche mir schon durch mehrere Tage außerordentliche Schmerzen verursacht. –

Ich ertrage auch diesen Schmerz mit aller möglichen Geduld, und danke nur dem Herrn, das ich des, mir zugleich zugezogenen Kasterischen Fiebers vollkommen befreit bin, – da ich eine sehr starke Diäet beobachtet habe.

Euer Excellenz! So hochherzig und mit so großer Herzensgütte mir immer schenkenden Theilnahme, muß ich recht inniglichen Dank zollen, und versichern, das mir solche weit mehr, als jede andere zur Beruhigung und Tröste gereichet, und ich schon in der Erinnerung an Ihre verehrte Person, mich getröstet fühle. Wenn ich nur so glücklich bin, bald zu dem für mich wohlthätigen, leider aber kostspieligen Bade in Vellach zu gelangen; dieß ist aber für mich ein sehr drückender Gegenstand.


Geruhen Euer Excellenz! meine wiederholte Dankbarkeit zu genehmigen, wozu ich die leider betrübte Nachricht anreihe, daß Kreishauptmann H. Baron Flötnig heute Donnerstag Morgens um 5 Uhr zu Adelsperg gestorben ist.

Geharre mit aller Hochachtung

Euer Excellenz

Laibach dem 13 ten Februar

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/26
Ljubljana, 18. februar 1840*

19.

Theateraustheilung vom 16 ten bis 23 ten Februar 1840

Sontag … 16 ten … Elegante Bräumeisterin

Montag … 17 ten … /

Dienstag… 18 ten Don Joun. Benef. Madame Frisch

Mittwoch… 19 ten … /

Donnerstag … 20 ten … Kobold

Freitag… 21 ten … /

Samstag… 22 ten … Räuber. H. Schmidtals Gast

Sonntag… 23 ten … Docktor Kramperl

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Der Casino und Schischstatt Ball waren gestern recht stark besucht. Da Graf Saurau die Wagenpferde des H. Generalen Ney bereits gekauft, so werden die 4 Reitpferde desselben licitirt. – Sonst ist nichts neues.

Wiener Agenten Bericht

Erzherzog Fridrich begibt sich im Laufe dieses Monats


aus den Gewässern der Levante am Bort der Fregate Gueriera nach Alexandrien. Es ist der erste österr. Prinz das Land der Pyramiden besucht.

Die glänzenste aller Faschingsunterhaltungen dürfte der Montag den 17 ten abzuhaltende Ballbeim Fürsten von Schwarzenberg sein, zu welchen alle Vorbereitungen getroffen und dessen Kosten auf 40.00 Gulden C. M. berechnet worden. Vor an gehet ein Concert, ein Diner von 400 Gedecken und das ganze Fest ist in orientalischen Glanz und Style arangirt.

Baron Rothschild hat dem Abbrandlern von Branowitz in Mähren 5000 fl. C. M. als Unterstützung zukommen lassen.


1840/27
Ljubljana, 19. februar 1840*

Euer Excellenz!

Danke recht ergebenst für die güttige Führsorge mir kräftige Suppe zuverschaffen, und eben so sehr danke ich für die geneigte Theilnahme an meinen Leiden, die – Gott sei Dank! – mehr als drey viertheile gehoben sind, und der Schlaf obschon mehrmaln unterbrochen, dennoch ausgibig ist. Es fängt auch schon an die Eßlust sich allmählig einzufinden, und so bin ich und der Arzt in der besten Hoffnung, welcher meint, ich würde in 14 Tägen wieder ein bischen das Bett verlassen können, mir auch schon erlaubet hat, Wein zu trinken, wovon ich jedoch, noch schwachen Gebrauch machen, und heute an meinen 61 zigsten Geburtstage blos einen Schluck von den Pikolit machen werde, in dankbarer Erinnerung an den güttigen Geber. Ihre Excellenz der gnädigen Gräfin küsse ich die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Euer Excellenz

Laibach den 19 ten Februar

1840

unterthänigst dankbarster

Franz

Der verunglückte Lieut. von Beschell Posten wird nach Ordnung begraben, weil die Ärzte das Parere abgegeben: er habe im Gehirne ein große Anzahl Knoten gehabt, welche vollständig darthun, das er nie bey vollen Verstande sich befinden konnte.

Verte


1840/28
Ljubljana, 19. februar 1840 II*

20.

In der Nacht von Montag zum Dienstag hat sich der Lieut. Kramer von Beschell Posten Sello in seinen Bette erschoßen. Schulden und allerley andere Fatalitäten sollen die Veranlassung dazu sein.

Die Pferde und Wägen nach dem H. General. Ney sind sehr billig verkauft worden. Der H. Oberste Baron Rath kaufte eines, Major Sühnl ein zweytes und zwar das Beste, Hpt. Wehner das dritte, und der Adjutant des H. Gerl. Gortzovsky das vierte. Baron Anton Zois erkaufte einen Damen-Sattel und Graf Ignatz Blagey den zweysitzigen Bastard – beiläufig um 300 fl C. M.

Heute wird den Regt. Erziehungsknaben in der Schißstatt ein Ball gegeben werden, wozu Einladungen aus allen Ständen der Stadt geschehen, wornach die Gesellschaft eben so gemischt als groß an Zahl werden wird. –


1840/29
Ljubljana, 21. februar 1840*

21.

Laut Wiener Agenten haben S e Majestät den Herrn F. M. L. Grafen Wratislav zu Ihren General Adjutanten ernannt. – Oberst Moll ist schon früher zum zweyten General Adjutanten bestimmt worden.

Der Herr F. M. L. zweyter Hofkriegsraths vice Präsident wird Schef der Militair Section beim Staatsrath.

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Aus Laibach

Letzten Sonntag ist auf den Morast, in einem Hause ein Raubmort begangen worden. Morgens gegen 11 Uhr kam ein Kerl in dieses Haus und da er nur allein die Magd fand, band er ihr die Hände, und wollte ihr den Hals abschneiden, da aber das Messer nicht scharf genug war, gab er ihr mehrere tödtliche Stiche, ließ sie im Blute liegen, raubte was er bekam und ging davon.

Der aus der Kirche rückkehrende Knecht des Hauses fand die Magd in diesen gräßlichen Zustande, spannte so gleich ein und fuhre die Unglückliche ins hiesige Spital. Der ganze Raub beträgt 21 fl. Die Magd ist bereits gestorben. Dieses Haus gehört einen hiesigen Bürger, welcher zur bearbeitung der dortigen Grundstücke, bloß das nöthige Vieh daselbst, und dazu den Knecht und Magd bei Hause hat, da er zur bestellung der Wirthschaft täglich dahin fährt.

Der unglückliche Lieut. Kramer von Beschell Posten, welcher


sich erschoßen, soll an einige seiner Freunde kleine Souvenirs hinterlassen haben, darunter sich eine Schachtel an Herrn Grafen Zanud befinden soll.

Der reiche Birbräuer Klobus ist gestorben.

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Nach Wiener Agenten

Im Laufe d. J. unternimt E. H. Stephan in Begleitung des Fürsten Lichtenstein eine längere Reise über Genua nach Frankreich und England, deren Dauer bisher auf 4 Monate festgesetzt worden ist. Der hohe Reisende reiset auf Staatskosten, unter den Namen eines Grafen von Habsburg.

Für den kommenden Sommer ist eine abermalige Zusammenkunft der 3 nördlichen Allirten an der sächsischen Gränze in den Badeörtern Carlsbad und Töplitz – vorläufig festgesetzt. –

E. H. Franz mit Gemahlin jedoch, macht eine Lustreise über Venedig nach Florenz, welcher sich Ihre Majestät die Kaiserin Mutter anschließen soll. –


1840/30
Ljubljana, 21. februar 1840 II*

Eure Excellenz!

Bringe ich für das gestrige so güttige, und so wohlmeinende Schreiben meinen innigsten, meinen herzlichsten Dank. Eure Exc. überaus güttige Theilnahme an meiner Krankheit, durchdringt mein Gemüth so sehr, das ich Worte schuldigsten Dankes nicht zu finden vermag.

Geruhen Eure Excellenz! meine hohe Verehrung zu genehmigen und die Bitte zu gewähren, der Dollmetsch meiner ergebensten Wünsche bey Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin wegen des, Morgen Samstag eintreffenden Geburtsfestes zu sein, und mir ferneres Wohlwollen zu schenken. –

Ich wünsche ferner, das es nicht sein möge, das in Eure Excellenz Pferde-Stall der angebliche Krankheitsfall existiren möchte.

Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 21 ten Februar

1840

ergebenst dankbarster

Franz


1840/31
Ljubljana, 24. februar 1840*

23.

Theateraustheilung von 23 ten bis 29 ten Februar 1840

Sonntag … 23 ten … Docktor Kramperl

Montag… 24 ten … /

Dienstag… 25 ten … Ahnfrau

Mittwoch… 26 ten … /

Donnerstag … 27 ten … Potpourri

Freytag… 28 ten … /

Samstag… 29 ten … Barnabus

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Herr Baron Leopold Lichtenberg übergab beiliegende Einladungs-Karte für Eure Excellenz – und Ihre Excellenz die gnädige Gräfin zu einem Gesellschats-Balle, welcher Morgen Dienstag in der Schüßstatt, Abends 8 Uhr beginnen, und der Gräfin Festetits gegeben wird.

Graf Deym, Baron Sluga, Baron Mischel Zois, und Herr Coppini, sind die Unternehmer. Es ist auf den Ball subscribirt worden, und es soll ein Soupée servirt werden.

Am 29 ten d. reiset die Gräfin Festetits von hier nach Italien ab.

Heute ist Ball im Casino, und auch Bürgerball in der Schüßstatt.


Am Mittwoch will Glöggl einen maskirten Ball in der Redutte geben, der wohl schwer zu stand kommen wird.

Geistliche Gub. Stelzich litt an einen Kostrischen Fiber, ist aber schon in der convalescens.

Die von den Raubmörder beschädigte Magd soll noch an Leben – und Hoffung sein, das sie genesen wird.


1840/32
Ljubljana, 24. februar 1840 II*

Eure Excellenz!

Meine hohe Verehrung, und bin so frey zu berichten, das es mit meinen Befinden, Gott sei Dank!, zwar langsam, aber immer besser gehet. Die schmerzhafte Endzündung des Knies hat sich sehr vermindert, und so auch die Schmerzen. Mit den Appetit gehet – es zwar auch langsam – aber doch zunehmend, welches eben recht ist.

Ich küsse Ihre Excellenz der gnädigen Gräfin die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 24 ten Februar

1840

unterthänigst gehorsamster

Franz

[Erbergov pripis:]

J’envois une Lettre de Böhm arrivêe hier le Soir.


1840/33
Ljubljana, 26. februar 1840*

Eure Excellenz!

Wollen meinen ergebensten Dank für das Uiberschickte zur Suppen-Stärkung zugenehmigen. Wie ich schon vorgestern zuberichten die Ehre hatte, gehet es täglich, jedoch sehr langsam besser. – Ich habe Schlaf, das ich ganz zufrieden sein kann, und der Appetit nimmt zu, – daher die beste Hoffnung vorhanden, daß das ganze Uibel sich heben wird. –

Neues ist hier nichts. Ich bitte um ferneres Wohlwollen und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 26 ten Februar

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/34
Ljubljana, 28. februar 1840*

24.

Wiener Agenten Bericht

Baron Sina ist im Begriffe, eine große Actien Gesellschaft ins Leben zu ruffen, deren Einlage sich auf 12 Millionen fl C. M. belaufen, und welche mehrere großartige Wasserkanal-Bauten in Ungarn Behufs der Förderung des Verkehrs zum Zwecke haben soll. – Mehrere ungar. Großen haben ihm bey diesem Unternehmen ihren wärmsten Beystand zugesprochen.

Kapellmeister Lanner hat von der Großfürstinn Marie – für die ihr Dedicirten Marienwalzer einen kostbaren Brillantring im Werthe von 1000 fl C. M. erhalten. –

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Aus Laibach

Um den Triester Faschings Corso zu sehen, sind von hier dahin gereist:

Herr F. M. L. Gorzovsky mit Frau Gemahlin,

Herr Graf Sauraumit Frau Gräfin,

Die Frau Generalin Ney. – Man hört, daß der Ober-


Lieutenant Graf Rhode – sich mit der Comtesse Helene Welsperg vermählen, und dieser wegen nach Wien gereist sein soll. –


1840/35
Ljubljana, 29. februar 1840

Eure Excellenz!

Wollen meinen inniglichen Dank für die heutige güttige Schickung geneigt aufnehmen, und meine unbegränzte Dankbarkeit genehmigen, der ich um ferneres Wohlwollen bitte, und indem ich beifüge, das es täglich mir etwas besser gehet, mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 29 ten Februar

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/36
Ljubljana, 5. marec 1840*

27.

Herr Graf Welsperg zu Brimöhr in Tyrol, soll gestorben, und nun der hisige Graf Karl Welsperg Herr von Brimöhr sein. Gestern ist die Frau Gräfin Welsperggestorben. Sie soll am Ofen gestanden, zusamengesunken sein. Man brachte sie wohl gleich zu Bette, allein sie war todt. –

Man hört, daß der Oberlieutenant Graf Rhode, welcher nun die Gräfin Helene Welsperg ehligen will, bereits verheurathet ist, – jedoch von seiner Frau sich schon lange getrennt hat, und nun sich völlig scheiden lassen wird. Er gehört den evangelischen Kultus an.

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Es verlautet heute mit vieler Bestimmtheit, daß das Gubernium von hier weg kommen soll. – Man setzt hinzu, daß die allerhöchste Entschlüßung bereits untern 20sten vorigen Monats unterzeichnet sein solle.

verte


1840/37
Ljubljana, 5. marec 1840 II

Eure Excellenz!

Wünsche und hoffe ich bey guter Gesundheit, und bin so frey von mir Nachricht zu geben, daß es mir täglich besser gehet. – Die Wunden zeigen gute Heilung, die Geschwulst des Knies fällt nach und nach. –

Ich bitte um ferneres Wohlwollen, wofür ich unendlich dankbar bin und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 5 ten Merz

1840

unterthänig dankbarster

Franz Hptm.


1840/38
Ljubljana, 7. marec 1840*

28.

Onkel, und nicht Bruder des Herrn Gr. Welsperg, ist in Primör richtig gestorben, darüber die Nachricht bereits hier eingetroffen.

Gestern wurde die verstorbene Frau Gräfin Welsperg seccirt. – Man fand über ihren ganzen Leib drey Finger dick Fetten, und sie starb an Schlagfluß.

Man erzählte gestern hier von einen gewaltthätigen Tode des Dechanten in Moraitsch, welches jedoch wenig Glauben findet.

Auch hört man, S e Excellenz der Herr Gouverneur werde die Zeit nach Wien reisen, um dort nach ärztliches Consult einzuhohlen, und wenn dieses hoffnungslos ausfällt, in die Pension gehen. Mit den Füssen gehet es besser.

Die Franzosen haben schon wieder kein Ministerium. Die Kammer hat die von König verlangte Dotation für den Prinzen Nemours mit 226 gegen 220 Stimmen verworfen, und das Ministerium resignirte.


1840/39
Ljubljana, 9. marec 1840*

29.

Samstag wurde die Frau Gräfin Welsperg beerdiget. Man trug die Leiche gerade von Leopoldsruh durch die Felder nach St. Christoph.

Der Herr Graf selbst, mit beyden Comtessenund Herr Sohn, der Lieut. von Hohenlohe giengen hinter der Bahre.

Der ganze Adel, das ganze Offrs. Corps, alle Beamten und eine menge Volks begleiteten die Leiche.

Herr Graf Richard Blagei hat vom König von Sachsen einen Ring erhalten. Dieser hat in der Mitte einen bläulichen Stein, der rund herum mit schönen Brillanten besetzt ist.

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Theateraustheilung von 8 ten bis 15 ten Merz 1840

Sonntagden 8 ten … Hutmacher und Strumpfwirker

Montag … 9 ten … /

Dienstag… 10 ten … Schreckensnacht im Schloß Palazzi

Mittwoch … 11 ten … Zamperl der Tagdieb

Donnerstag… 12 ten … Maria Stuart


Freitag… 13 ten … /

Samstag … 14 ten … Robert der Teufel

Sonntagden 15 ten … Walpurgisnacht


1840/40
Ljubljana, 9. marec 1840 II*

Eure Excellenz!

Haben wieder neue Gütte mir erwiesen. Ich danke recht ergebenst für die erhaltene Henne. Mir gehet es, Gott sey Dank! täglich besser, nur bin ich nicht im stande, das Bett allein zuverlassen.

Ich küsse Ihrer Exc. der gnädigen Gräfin die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, wünsche die beste Gesundheit, und geharre mit aller Verehrung:

Euer Excellenz

Laibach den 9 ten März 1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/41
Ljubljana, 10. marec 1840*

30.

Wiener Agenten Bericht

Der Herzog von Sachsen Koburg Cohari wird binen 2 Wochen aus Brüssel wieder hier zurückerwartet. Sein Sohn Prinz August wird ihn wieder zurück begleiten. Die Prinzessin Victoria aber bei ihren Verwandten noch einige Zeit verweilen. Für den Prinzen August werden alle Vorbereitungen zu seiner bevorstehenden Vermählung mit der Prinzessin von Brasilien getroffen, welche kommenden Juny statt finden soll. Baron Vrindz wird den Prinzen nach Rio Janeiro begleiten. Prinzessin Januaria, welche die eventuelle Thron-Erbin von Brasilien ist, tritt nächstens in ihr 20 tes Jahr.

Herr Graf Anton Auersperg als Anastasius Grün berühmter Schriftsteller, verweilt hier, um sich um den Kammerherrnschlüßel zu bewerben, da seine Gemahlin, gebohrene Gräfin Attems zur Sternkreuz Ordens-Dame ernannt worden, und allein beim Hof nicht erscheinen kann.

Seit lange hat kein Ereigniß in der hiesigen Residenz


so lebhaften Eindruck gemacht, als die Nachricht von der Verwerfung des Appanagen Gesetzes für den Herzog von Nemours. Alle Stände nehmen Antheil daran, da es eine hier gebohrene liebenswürdige Prinzessin betrifft, und deren Schicksal sich die Wiener sehr interessiren. S e Majestaet der König von Sachsen langte gestern hier an, und stieg in der Burg ab.

Man versucht zwar das Gerücht einer bevorstehenden starken Rekrutirung zu Börse-Speculationen zu benützen, allein Wohlunterichtete wissen, daß dieselbe bloß die Ergänzung der Capitulanten durch die Italjenische Frage betrifft.


Casino Tombolla den 9 ten März 1840

1 tes Spiel Ambo
1 tens Brieftasche von feinen gepreßten Leder mit Schloß und Postkarte der öster. Monarchie.
Landrechts Beamter Hr. Piller
2 tens Silbernes Cigarren Rohr mit Ambra Mundstück.
Baronesse Tauffrer
2 tes Spiel Ambo
1 tens Eingerichtetes Damen-Näh-Etui mit Spiegel.
Hr. Wallensperg
2 tens Cigarren Etui von gepreßten Leder mit Feuerzeug.
Fräulein Lori Codelli.
Terno
Ein paar plattirte Tafelleuchter.
Frau Gräfin Barbo für Hr. Desimon
Terno
Kaffeeschale aus feinen Porzulain mit Gold und farbigen Blumen verziert.
Hr. Dreo
Quaterno
Mignon-Uhr
Hr. Baron Anton Zois.
Quaterno
Ein paar silberne Eyerbecher.
Kadet Mayer

1 tes Spiel
Quinterno
Toilette-Spiegel in silber plattirten Gestelle.
Frau Gräfin Anton Thurn für Hr. Oblt. Grafen Festetits
2 tes Spiel
Quinterno
Essig und Öhl Karafinen in plattirten Gestelle mit gepreßter Randeinfassung.
Hr. Tschick
Tombolla
Silbernes Schreibzeug.
Hr. Gub. Wagner
Tombolla
Goldene Broche mordernster Façon.
Hr. Freier, für Hauptman Franz

Eingegangen 68 fl 26 xr C. M.


1840/42
Ljubljana, 11. marec 1840*

31.

Vor einigen Tagen hat sich ein großes Unglück ereignet. Ein Krämer mit seiner Frau fuhren auf einen Landjahrmarkt. Bey Oberlaibach hollte des Krämers Wagen einen so genannten Pariser-Lastwagen ein, wollte denselben vorfahren, gerieth auf einen Steinhaufen, warf um, der Krämmer und seine Frau stürzten unter den Pariserwagen, welcher mit den Rade über des Krämmers Kopf und einen Arm seiner Frau gehet. – Der Kopf war augenblicklich zerdrückt, und der Mann todt, der Arm der Frau aber ganz zerschmettert und wird amputirt werden müßen.

Morgen Donnerstag wird eine Pirutschate von 17 Equipagen nach Bischoflack von den adelichen Familien auf eine Jausen statt finden.


1840/43
Ljubljana, 11. marec 1840 II*

Eure Excellenz!

Bin ich so frey zu berichten, daß sowohl der Arzt als ich mit der vorschreitenden Besserung sehr zufrieden sein. Nichtsdestoweniger habe sich rücksichtlich der andauernden langwirigen Krankheit, mich heute Morgens Versehen lassen.

Ich habe diese Nacht gut geschlafen, wie dieß der Fall, Gott sei Dank! bisher immer war, und bin der besten Hoffnung baldiger Convalescenz. Der Appettit nimmt täglich zu, und alle Verrichtungen sind in Ordnung.

Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin küsse die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach den 10 ten März3

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/44
Ljubljana, 12. marec 1840

32.

Die älteste Tochter der Familie Höffern von Potpetsch war in Cilly verheurathet, ist von ihren Mann gegangen und lebte einige Zeit hier, nicht sehr auferbaulich. Vor kurzen machte sie eine Reise nach Adelsperg, stahl dort im Wirthshause 42 große und kleine silberne Löffel. Es wurde die Anzeige an die hiesige Polizei gemacht, die Sachen bey ihr gefunden und sie eingespert. Da die Beschädigten keinen Schaden erlitten, wurde die Frau über vieles Vorbitten, zu 2 Monat Zuchthaus Arrest verurtheilt. Der jüngere Sohn, welcher an den Todtschlag Hauptteilnehmer war, nämlich der jüngere Höffern, kömmt auf 5 Jahre aufs Kastell. Der ältere Höffern, welcher den Wildschützen erschoß, da keine Zeugen da sind, und der Tode nicht reden kann, wird wohl ohne Strafe durch-kommen.

Die für heute beschloßene Pirutschate findet nicht statt. Wegen den schlechten Wetter von gestern, hat man sie aufgegeben.

Nach den letzten Zeitungen ist das franz. Ministerium noch nicht ernannt. Thiers ist mit der Zusammensetzung beauftragt.


1840/45
Ljubljana, 12. marec 1840 II*

Eure Excellenz!

Erstatte ergebensten Dank für das mir geschickte gütige Schreiben. Dasselbe richtet meine Hoffnung auf und stärket mein Vertrauen um so mehr, als ich von Eure Exc. wohlwollenden Gesinnungen durchdrungen und ganz überzeigt bin, wofür ich nicht genug dankbar sein kann.

Ich freue mich recht sehr Eure. Exc. bald hier verehren zu können.

Küsse Ihre Excellenz der gnädigen Gräfin die Hand. Bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach den 12 ten März

1840

unterthänigst dankbarster

Franz

Ich bin so frey den immerwährenden Kalender für die Biblotheck zu senden.


1840/46
Ljubljana, 14. marec 1840*

33.

Der kranke Sohn des Praesidenten Raicich ist gestern versehen worden. Die Elsnerische Henriette soll wieder an Fieber krank liegen.

Die letzt beschloßene, aber wegen übeln Wetter aufgeschobene Pirutschade nach Bischoflack, wird morgen Sonntag unabänderlich statt finden.

Baron Ignatz Lazarini Gub. Sekretair in Gratz, hat seinen Papa zum 74 ten Geburtstage besucht, ist heute nach Gratz zurück.


1840/47
Ljubljana, 14. marec 1840 II

Eure Excellenz

Gütiges Schreiben war wieder Balsam für mich Armen, und ich danke inniglich für Hochderoselben so gütiges, so gnädiges Wohlwollen. Mein Herz ist ganz von den so gütigen Gesinnungen Eure Excellenz durchdrungen, und mein Vertrauen zu Eure Excellenz steht felsenfest! – In diesem unwandelbaren Vertrauen wage ich – Hochdenenselben über meine precaire Lage, mein Herz zu öffnen, und von Eure Excellenz Gnade, nachsichtsvolle Aufnahme anzuhoffen.

Mein D r behandelt mich 5 volle Monat. Im Februar, als meiner Gefahr kam er täglich 2mal, daher dieses doppelt, und für 2 Monate, somit volle 6 Monate zu


für diese Zeit ist nun wohl ein Entgelt von 70 f CM nicht viel, weil da ein Besuch nur etwas über 24 x kommt. Nun aber muß ich im nächsten Monat auch 70 f Hauszins zahlen, das mir unerschwunglich wird, den 140 f CM kann ich nicht aufbringen, und wage daher Eure Excellenz Gnade, um eine gütige Beyhilfe zu bitten, mit der Versicherung meiner unbegränzten innigsten Dankbarkeit, und mit zuversichtlichster Anhoffung Eure Excellenz gnädigster Nachsicht meiner Zudringlichkeit, der ich bis zum Grabe bleibe und mit aller Verehrung verharre:

Eure Excellenz

Laibach den 14 März

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/48
Ljubljana, 16. marec 1840

Eure Excellenz!

Mein gütigster, mein gnädigster Wohlthäter genehmigen meinen ergebensten, meinen wärmsten Dank für die überschickte Beihilfe und Suppenstärkung. Wo soll ich die Worte finden, so inniglich zu danken, als es mein für Eure Excellenz große Güte gegen mich – erglühtes Herz empfindet. Gott segne Eure Excellenz große Wohlthätigkeit und erhalte Hochdieselben recht lange – zur Stütze der Bedrängten. Nochmals recht großen, großen Dank Eure Exc. für Alles – von mir.

Ich erfreue mich unendlich, Eure Exc. bald hier verehren zu können, küsse Ihrer Exc. der gnädigen Gräfin die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 16 März

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


Von Laibach

S r Excellenz

Des k. k. wirklichen Geheimen Raths und Kämmerers etz etz etz

Herrn Herrn Baron von Erberg etz etz

Zu

Lustall


1840/49
Ljubljana, 18. marec 1840*

36.

Gestern ist die Frau Gemahlin des verstorbenen Graln. Ney, mit den Schwager Major und Bruder des Verstorbenen, der Nichte und ihren 2 Kindern über Wien nach Teschen abgereist.

Theateraustheilung vom 15 ten bis 22 ten März 1840

Sonntag den 15 ten … Walpurgisnacht

Montag … 16 ten … /

Dienstag … 17 ten … Griseldis

Mittwoch … 18 ten … /

Donnerstag … 19 ten … Robert der Teufel

Freitag … 20 ten … Ganz ins Irrenhaus

Samstag … 21 ten … Kabale und Liebe

Sonntag den 22 ten … Müller, Kohlenbrenner und Sesselträger


[Program od 15. do 22. marca se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Exc. Frauen Gräfin


1840/50
Ljubljana, 19. marec 1840

Eure Excellenz!

Wage ich ganz ergebenst zu bitten, der Dollmetsch meiner reinsten Wünsche Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin seyn zu wollen, welche ich zu Hochderoselben Namensfest darzubringen, nicht unterlassen kann, und inniglich wünsche, daß Ihre Excellenz stets andauernder, besten Gesundheit genüssen, und die Vorsehung Hochdieselben beyderseits, noch recht lange erhalten, daß Hochdieselben diesen Festtag noch recht oft wiederkehren sehen mögen. Ich bitte diese meinen dankbaren Gesinnungen gütigst genehmigen zu wollen und bitte um ferneres Wohlwollen.

Eure Excellenz haben heute Besuch, mir ist sehr leid, dieß Schreiben verspätet zu haben, um es mit dieser Gelegenheit abzuschicken, aber Eure Excellenz Güte läßt mich geneigte Nachsicht hoffen, der ich mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 19 März

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/51
Ljubljana, 20. marec 1840

37.

Wiener Agenten Bericht

Kommenden Mai tritt der päbstliche Nuntius dahier Fürst v. Alticci eine Urlaubsreise nach Rom an, um, wie es heißt, den heiligen Vater nach Dalmatien zu begleiten, welcher daselbst mit Ihren M. M. dem Kaiser und der Kaiserinn, auf Ihrer dahin festgesetzten Reise zusammen treffen soll.

Vor Abreise Ihrer M. des Königs und der Königinn von Sachsen findet bei S r kais. Hoheit den EH Franz Carl ein Kammerkonzert, bei welchem dem großen Violin Virtuosen Ernst die Ehre zu theil wird, sich hören zu lassen, statt.

Der k. k. Feldstaabsarzt D r Bernard, dermalen Chef der Milit. Medicin Section in Constantinopel, hat sich daselbst sehr reich vermählt, und aus diesem Anlaß vom Sultan einen sehr kostbaren silbern Becher, und für seine Braut, einen ser theuern Schawl zum Geschenck erhalten.

Im Laufe dieses Jahrs dürfte eine große Anzahl Israeliten, wenn sie dazu Erlaubniß erhalten haben werden, nach Nordamericka auswandern, nachdem mehrere ihrer Glaubensgenossen, in jenem Staate große Vorthile errungen haben.

Dem Vernehmen nach dürfte der Schluß des ungarischen Landtages noch vor Abreise Ihrer Majestäten erfolgen, jedenfalls werden die Sitzungen, wenn die Gravamina bis July nicht erledigt sind, oder erledigt werden sollten, auf einige Zeit suspendirt werden.

Nach Eingang der neuesten direckten Nachrichten aus Rio Janeiro


hat sich S e Majestaet Don Pedro seinen Oheim S r Majestaet unserm Kaiser zum Firmpathen erkohren. Demzufolge ernannte S e Majest. den Vormund dieses jungen Regenten Grafen Aranja di Lima zu höchst ihrem Stellvertretter, und zum Großkreutz des ungarischen St. Stephans Ordens.

Auch wurde dem Verlangen des Kaisers Don Pedro,das Bildniß der Kaiserinn Theresia, seiner Großmutter eigends aus Neapel abgeschickt.

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Aus Laibach

S e Exc. der Herr Gouverneur soll einen Urlaub auf Ein Jahr bereits erhalten haben.

Man hört sprechen, daß H. Hofrath Graf Montecuculi aus Salzburg als gouvernial Verweser hieher kommen sollte, indessen will man der Sage keinen Glauben schenken, denn, was sollte mit H. Grafen Welsperg geschehen.


1840/52
Ljubljana, 22. marec 1840*

38.

Man hörte, daß der Bischof Mayer in Klagenfurth gestorben wäre, welches jedoch noch Bestättigung bedarf.

Die Frau des Spediteurs Engler, Schwester des verstorbenen Kaffeesieders Colloredo, ist in der Nacht von Freitag zum Samstag am Schlag gestorben. Diese Todesart kommt hier in der Stadt häufig vor, und selbst dieser Tage, haben sich mehrere Fälle ergeben.

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Theateraustheilung vom 22 ten bis 29 ten März 1840

Sonntag den 22 ten … Falsche Prima Dona

Montag … 23 ten … /

Dienstag … 24 ten BesteTon

Mittwoch … 25 ten … /

Donnerstag … 26 ten … Wilhelm Tell, oder Alpenkönig

Freitag … 27 ten … /

Samstag … 28 ten Montecchi und Capuletti

Sonntag den 29 ten … Robert der Teufel


[Program od 22. do 29. januarja se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Exc. Frauen Gräfin


1840/53
Ljubljana, 23. marec 1840

39.

Wiener Agenten

Turski GM wird pro Civil und Milit. Gouverneur in Dalmatien.

Paulucci FML erhält das Commandeurkreutz und

Bon SchiffsLieut. das Ritterkreutz des Sicilianischen Franzens Orden.

Welden FML wird 2 ter Inhaber vom Inf. Rgt. Leopold von Sicilien – in Triest.

Schneller Gen. der Cavallerie, ist gestorben.

S e Majestaet der Kaiser hat eine Deputation aus Ungarn empfangen, welche um die a. h. Ernennung einer Commission bath, die das Projectder bereits angelegten National Bank in Ungarn, vorlegen soll.

Im Laufe dieses Monats werde in Wien die erste Abtheilung der Lombardisch-venetianischen k. k. Leibgarde erwartet; selbe wird eine kostbare blaue Uniform mit rothen Aufschlägen und einem Helm, auf einer Seite mit den Löwen des heil. Markus, auf der andern mit dem Embleme der Schlange gezirt, tragen.

Kürzlich hat S e Majestaet an die Behörde ein Handbilliet erlassen, dem zu Folge bei Dienstbeförderungen, vor Allen auf Dienstkenntniß und Fähigkeit gesehen werden soll. Nur bei übrigens gleichen Umständen, hat der länger beamtete


den Vorzug; auf diese Art werden die Functionen der Aemter den Geist und Energiereichsten rüstigen Männern übertragen.

Das k. k. Bücher Revisions Amt hat den Auftrag erhalten, auch Nachmittags Amtsstunden zu halten, wofür den Beamten eine verhältnißmäßige Remuneration über ihren Gehalt beantragt ist, um das bisherige Aufhalten der bellestrischen auswärtigen Blätter, aus Censur Rücksichten überwachen zu können.

Nach Berichten aus Damaskus haben die dortigen Juden den ehrwürdigen Capuziner Prister und Vorsteher des christlichen Pilgerspitals Thomas in einem Keller des reichen Juden Daud Ari gelockt, und dort förmlich geschlachtet; sein Blut aber unter den fanatischen Juden heimlich vertheilt. Die ganze christliche und türkische Bevölkerung hat sich über diesen Gräuel entsetzt, und durch die Bemühungen des franz. Consuls ist bereits Daud Ari und seine Genossen in Verhat genommen.

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Aus Laibach

Herr Graf Welsperg hat die Wohnung im Baron Rastnerschen Hause auf den Jacobs Platz für Michaeli genommen, welche H. Graf Welsersheimb bewohnt hatte.

Der Herr Oberst […]

Frau Gräfin Stubenberg reiset morgen nach Muregg! –


Baron Rath hat seine Wohnung bei Gräfin Rechbach aufgekündigt, welch andere Er sich jedoch gewählt, ist nicht bekannt.

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Casino Tombolla am 23 ten März 1840

Im ersten Spiele
Ambo
1. Kaffeeschale aus Porzullain mit Goldverzierung.
Frau Gräfin Saurau.
2. Kassette in Form eines Buches.
Frl. Camilla Schweiger
Im 2 ten Spiele
Ambo
1. Brodkorb modernster Gattung.
Frau Russ
2. Kassette mit Spiegeldeckel.
Franz Kogel
Terno
Bild in Goldrahmen mit Schlüssel und Schmuckträger.
OberLieut. Uijesky
Terno
Silberner Theeseiger.
OberLieut. Stengel für Hptm. Franz
Quaterno
Zuckerbüchse von ziselirten Silber Plaque.
Frau von Rosenthal
Qua terno
Schmuckhälter von feinen Porzullain mit Gold und Blumen verziert auf Postament.
Husaren OberLt. Bar. Lazarini Jablonitzer

Im ersten Spiele
Quinterno
Flacon von grünen Glase mit Goldverzierung auf silberner Tasse.
Frl. Paul. Rothauer
Im 2 ten Spiele
Quinterno
Silberne Tischglocke.
D r Baertl
Tombolla
Tasse von ziselirten Silber Plaque mit silber Einfassung.
Husaren ObLt. Lazarini Jablonitzer
Tombolla
Häng Uhr in goldenen Rahmen.
Jos. Bar. Lazarini von Jablonitz.

Eingegangen 104 f 20 x CM.


1840/54
Ljubljana, 24. marec 1840*

Eure Excellenz!

Waren so güttig, mir einen Schnepfen und heute 2 Tauben zu schicken, wofür recht ergebenst danke, und Hochdieselben mit gnädigster Gräfin, der ich vielmahln die Hand küsse, auch um Beyderseitiges geneigte fernere Wohlwollen bitte, – in Lustall sich recht gesund zu befinden, wünsche.

In meinen Knie haben die Schmerzen sehr nachgelassen, allein es ist noch immer sehr geschwollen. Seit paar Tagen hat die Eßlust wieder nachgelassen, ohne das ich mir eine Ursach anzugeben wüßte. Der Schlaf ist immer gut, und ich habe über nichts zu klagen, als daß mein Knie geschwollen ist, welches mich ganz unbeweglich macht.

Mit aller Verehrung geharre.

Eure Excellenz

Laibach den 24 ten März 1840

unterthänigst dankbarster

FranzHptm.


1840/55
Ljubljana, 27. marec 1840*

40.

Das Ableben des Fürstbischofs Meyer in Klagenfurth ist ganz außer Zweifel. Er soll 73 Jahre alt sein.

Der Brand am Dienstag im Dorfe Tomatschu, eine Stunde von hier, wird in Lustall gesehen worden, und auch schon bekannt sein. Es sollen bei 22 Besitzungen durch die Flamme vernichtet, und nur 3 Häuser nebst der Kirche erhalten worden sein.

Die Production der Ballet Tänzer und Tänzerinen, weshalb Glöggl die Logen mit 40 xr, das Parteur mit 30 xr, die Gallerie mit 10 xr C. M. sich zahlen lies, waren sehr schlecht unter aller Erwartung.

Die Baron Schweigerische Familie von Rupertshof, auch die Baron Rechbachischen sind gestern nach Kreutberg aufs Land. –

Samstag gehet Graf Barbo ebenfals nach Croisenbach.

Frau Gräfin Hyacinte – leidet hier in Laibach immer an Kopfschmerzen und verringerten Schlafe, daher dieser Tage zur Ader gelassen wurde, worauf die Frau Gräfin sich etwas schwach befand. Nach heute Morgens gemachter Anfrage hat die Frau Gräfin sehr gut geschlafen, und befindet sich viel gebessert.

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Von mir kann ich heute sehr merkliche Besserung melden. –

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41.

Casino Tombola am 30 ten März 1840

Ambo
1 tens Spieltrügerl aus broncirt. Bleche sammt Marken.
Herr Gub. Secretair Raab
2 tens Silberner Strickstiefelchen.
Fräule Heinrich
Ambo
1 tens Silbernes Dessert-Besteck in Etui.Herr Jul. v. Fichtenau
2 tens Zündemaschine in Form eines Lokomotiven auf beweglichen Rädern.
Comtesse Fanny Auersperg
Terno
Pokal von gelben Kristallglas mit reicher Goldverzierung.
Frau Aplt. Rthin. Tschopp
Terno
Meerschaumpfeife mit Silber beschlagen.
Herr Gub. Rth. Stelzich
Quaterno
Suppen oder Thee Schale von fein Porzellain mit farbiger Goldverzeirung.
Herr Piller
Quaterno
Schmuckträger aus feinem Bronce mit Porzellain Blumen u. gläsern Ringschale.
Herr Svetiz
Quinterno
Hänguhr in Holzgestell auf Säulen.
Mad. Baronin Mac-Neven.
Quinterno
Goldene Brustnadel mit Stein.
H r Bar. Jos. Lazarini v. Jablonitz.
Tombolla
Elegantes Schreibzeug mit Aufsatz auf Perlmutter Gestell in vergold. Bronce montirt.
Herr Graf Anton Thurn
Tombolla
Kaffee Service von feinen weißen Porzellain mit breitem Goldrand auf 6 Personen.
Frau Gräfin Auersperg (Weikhardt)

Eingegangen 86 fl 50 xr C. M.


Theateraustheilung vom 1 ten bis 5 ten April 1840

Mittwoch den 1 ten Alpenkönig

Donnerstag … 2 ten … Waise und Mörder

Freitag … 3 ten … /

Samstag … 4 ten … Räuber auf Maria Culm

Sonntag den 5 ten … Robert der Teuxel


1840/56
Ljubljana, 1. april 1840

Eure Excellenz

Werden meinem innigsten Wunsche gemäß, gestern glücklich bei Hause angekommen seyn. Ich erkenne mit wärmster Dankbarkeit Hochderoselben große Güte für mich – und weiß, wie sehr die Anstrengung Eure Excellenz – durch die paar Stunden hier in der Stadt, Hochderoselben Kräfte erschöpfen muß, daher ich nur recht ergebenst für die mir geschickte Versicherung danke, daß ich noch so glücklich seyn werde, Eure Excellenz vor der Abreise nochmals zu sehen, und verehren zu können. Ich bitte recht ergebenst, mich nicht zu verlassen, und mir Hochderoselben gütiges Wohlwollen zu schenken.

Unablässig und stets für alles dankbar, ist mein einziger Wunsch für Eure Excellenz andauernde Gesundheit, und mit diesen dankbaren Gesinnungen, geharre ich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

1 ten April

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


Von Laibach

S r Excellenz

des k. k. wirklichen Geheimen

Raths und Kämmerers etz etz etz

Herrn Herrn Baron von Erberg etz etz

zu

Lustall


1840/57
Ljubljana, 3. april 1840

Eure Excellenz!

Erstatte recht ergebensten Dank für den überschickten Schnepfen, und wünsche herzlichst bestes Befinden. Ihrer Exc. der gnädigen Gräfin küsse ich die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 3 Apr.

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/58
Ljubljana, 6. april 1840*

42.

Die Frau Gräfin Anton Thurn mit Comtesse Pepi sind Samstag mit den Eilwagen nach Wien abgereist. Der Herr Graf Anton Thurn wird erst hier Licitation halten, und dann mit die 2 Comtessen über Gratz nach Wien nachreisen.

Wie es heißt, wird der Herr Graf Salis Blagey mit seiner jungen Frau vor der Hand nicht nach Krain kommen, seine Verwanten zu besuchen.

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Ich habe bloß meinen Fußleiden und Kreutzschmerzen zu beklagen, sonst gehet es gut.


43.

Casino Tombola am 6 ten April 1840

1 tes Spiel
Ambo
1 tens Silbernes Feuerzeug im Etui.
Gräfin Weikhardt Auersperg
2 tens Präsentier Teller von brillant. Glase.
Comtesse Fanny Auersperg
3 tens Ellenmaß im perlmutter Etui (Butterfäßchen).
Lieutenant Berghofer
2 tes Spiel
Ambo
1 tens Porzellain Kaffeeschale mit Gold verziert.
Herr Prof. Pertout
2 tens Pomade Büchse von blauen Glase.
Frau Kranz
3 tens Flacon von brill. blauen Glase mit Gold verziert.
Lieut. Tyssem
Terno
Silberner Arm-Ring sammt Strickzeug Haken.
Herr v. Wallensperg junior.
Terno
Whistmarkir Maschin in Form einer Uhr aus Perlmutter.
Gräfin Weikhardt Auersperg
Quaterno
Toilettspiegel in plattirten Gestelle.
Herr Karinger
Quaterno
Krug von Wedgwood mit Deckel.
Herr v. Znaimwerth
Quinterno
Lichtschirm von Pise (Steinadler) in silb. plattirten Gestelle.
Herr Oblt. Stengel
Quinterno
Pokal von geschliffenen brillantirten Glase mit Deckel von Silber.
Kadet Kranz
Tombola
Stockuhr mit Schlagwerk in hölzernen Saulengestell.
Frau Dr Zhuber
Tombola
Sechs silb. Kaffeelöffel u. ein Rahmlöffel mit Filigran Stielen in Etui.
Frau Hptm. Woditscka

Eingegangen 101 fl 10 xr C. M.


1840/59
Ljubljana, 10. maj 1840

51. 4

Wiener Agenten Bericht

Der brasilianische Gesandte Del Hoste wird gegenwärtig Wien verlassen, um in einer andern Gegend Europa’s die Werbung von 2–300 Mann zu versuchen.

Der regierende Herzog von Nassau hat seinem Cousin dem Herzog Albrecht einen kostbaren Säbel, eine historische Denkwürdigkeit, aus den Zeiten Rudolphs des Zweiten, vor seiner Abreise zum Geschenke gemacht.

Es heißt, der EH Albrecht werde einen Theil des Sommers im Nassauischen zu bringen, wo auch der Großfürst Thronfolger von Rußland erwartet wird.

Das im Bau stehende Schottenthor soll zu Ehren Ihrer Majestaet der Kaiserinn, den Namen Mariannenthor erhalten.

Am 1 ten Mai sollte in Presburg ein königl. Rescript verkündet werden, durch welches S e Majestaet der Kaiser allen politischen verurtheilten Verbrechern im Königreiche Ungarn, volle Amnestie gewährt.

Auf die drohende Sprache, welche von Seiten Englands statt fand, hätte Mahmed Alli eine lange Conferenz mit den franz. Consul gehabt, welcher zur Nachgiebigkeit rieth; Alli soll Letztern geäußert haben:


„Mein Entschluß ist gefaßt, ich spiele großes Spiel, und setze alles – an Alles.“

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Aus Laibach

Baron Spiegelfeld ist nach Steyermark und Wien mit Urlaub gereist.

Baron Leopold ist über Agram nach Ungarn gereist, um sich neue Pferde zu kaufen, da eines von seinen Schimmeln mit Koller starb, behaftet ist.

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Frau Gräfin Hiacynthe von Lichtenberg ist letzten Mittwoch nach Schwarzenbach zurück, in der Gesundheit nach Altersverhältnis, gut gestärkt.


1840/60
Ljubljana, 13. maj 1840

52.

Wiener Agenten Bericht

Einem jüngst ausgesprochenen Wunsche S r Majestät zu Folge, wird das bisherige Hofzeremoniel in vielen Punkten modificirt, und den jetzigen Zeitgeiste angepaßt werden, wodurch der Etiquette liberalere und ungezwungene Formen angewiesen werden.

Dem Vernehmen nach hat Ihre Majestät die Kaiserinn von Rußland sich entschlossen, dieses Jahr die Kaiserstadt Wien zu besuchen.

In den jüngst bei S r Durchlaucht dem Fürsten Metternich abgehaltenen glänzenden Soirée, welchem alle Mitglieder des diplomatischen Corps und die Elite des hohen Adels beiwohnte, zog der Graf Zichy – Bruder der Fürstin, mit seiner neu vermählten Gemahlin,gebornen Gräfin Reichenbach, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, welch Letztere dem Vernehmen nach, nächstens zur Pallast Dame Ihrer Majestät ernannt werden soll.

Wie es heißt, soll von Seite Don Carlos von Spanien angefragt worden seyn, ob im Falle des Mißlingens der Kriegsoperationen in Spanien Chef Cabrera in seiner Nähe in unsern Staaten ein Asyl hoffen dürfte, die Antwort hierauf ist noch nicht erfolgt.


Der k. k. erste Leibarzt von Raimann soll nächstens auch in den Staatsrath eintretten, und so dürfte er ganz in die Fußstapfen seines berühmten Schwiegevaters Baron Stift tretten.

Der dänische Gesandte dahier Baron Löwenstern hat sich nach Koppenhagen begeben, um, wie es heißt, einen Handelstracktat mit Oesterreich dem dortigen Gouvernement zuempfehlen und vorzulegen.

Der würdige Prälat Ruttenstock hat die Ausarbeitung des neuen Studienplans für die Gymnasial und philosophischen Anstalten bereits beendigt.

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Aus Laibach

Der Baron Leopold Lichtenberg ist von seiner Reise nach Croatien zurück, hat paar braune, lang Schweif – Pferde gekauft, sind 5 Jahre alt, 16 Faust hoch, kosten 750 f CM.


1840/61
Ljubljana, 16. maj 1840

53.

Wiener Agenten Bericht

Wie es heißt, dürfte im Laufe des kommenden Jahrs das sogenannte Belvedere, ehemaliges Lustschloß des Prinzen Eugen von Savoyen zum Winter-Palais S r kais. Hoheit des EH Palatin eingerichtet werden. Die Bildergallerie würde sodann in die k. k. Burg unterbracht.

Man spricht, der EH Palatin werde im künftigen Monat zur Badekur nach Ems abgehen.

Wie es heißt, ist kein Zweifel davon, daß Erzherzog Stephann, der im diesen Jahre seine staatswissenschaftliche Praxis dahier beendet, seinem ruhmgekrönten Herrn Vater als Primas – in Ungarn ersetzen werde.

Im Laufe des Juni wird hier ein Zusammentreffen der sämentlichen Gouverneure der Provinzen erwartet, um sich über die innländischen Angelegenheiten zu berathen.


1840/62
Ljubljana, 20. maj 1840

54.

Herr Baron Lazarini mit Fräulein Lori – seiner Tochter ist Samstags nach Weißenstein aufs Land.

Herr Graf Richard Blagai ist mit den Seinigen Montags nach Billichgratz –, eigentlich der H. Graf für seine Person mit den Museum Custos nach Adelsberg gefahren, um dort die Samlung Adelsberger Grottengegenstände, welche H. Kreis Commissair Laufenstein aus der Verlassenschaft H. Bar. Flödnigs gekauft, und den Museum geschenkt hat, zu übernehmen.

Man hört, OberLieut. Graf Rhode, von dessen Vermählung mit Comtesse Helene v. Welsperg gesprochen wurde, habe bei seiner Frau seine 2 Kinder so liebenswürdig gefunden, daß – da auch die Frau Gemahlin durchaus von keiner Scheidung hören will, die vom H. Grafen beabsichtigte neue Verbindung unausführbar wird.

Die Vermählung Comtessens Mathilde mit den Lieut. Ritter Gold, soll, wie man spricht, im künftigen Monat Juni erfolgen.

Auch wird gesprochen, S e Excellenz der Gouverneur,


welcher am 28 ten d. mit Familie nach Wien abreisen solle, werde nach Verlauf des dreymonatlichen Urlaubs auf seinen Posten rückkehren, und im Monat Nowember die Vermählung des Baron Victor mit Fräulein Louise von Schweiger statt finden. In wie fern diese Sage einen Grund hat, wird die Folge zeigen.

H. Bar. Anton Condolli5 ist bereits nach Triest abgereist, seine Frau Gemahlin aber noch hier.


1840/63
Ljubljana, 25. maj 1840

55.

Wiener Agenten Bericht

Der Banus von Croatien FML Vlasits ist gestorben.

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Nach Briefen aus Venedig hat der Bau der Brücke der mailändischen Eisenbahn über die Lagunen bereits begonnen; der Uiberschlag der Kosten wird circa auf 5.000.000 f angesetzt. Die Länge derselben soll eine halbe Stunde betragen, und somit wird selbe die längste, und berühmteste Brücke werden, die wir in allen Welttheilen aufzuweisen haben.

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Aus Laibach

S e Exc. Herr Graf von Haugwitz – deutschen Ordens Comthur und FML wird heute hier im deutschen Hause erwartet.

Den alten Herrn Baron Lazarini ist es schlecht. Herr Graf Blagai hat gestern in aller Eile den Docter Zhuber und einem Bader nach Weißenstein abgehollt.

In der vorigen Woche hat Frau Gräfin Stubenberg die Frau des Gub. Concepts Practicanten Gräfin Ernest Coronini geborne von Klosenau – den hiesigen Damen aufgeführt.

Verte


1840/64
Ljubljana, 25. maj 1840 II

Eure Excellenz

Genehmigen meine Verehrung. Ich wünsche und hoffe Eure Excellenz und der gnädigsten Gräfin bestes Befinden, küsse Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und erlaube mir, von meiner Lage zu berichten, daß ich mit aller Sehnsucht nur den Abgang der Geschwülst am Knie erwarte, um in Convalescenz zu kommen; es gehet mir sonst leidentlich, die Schmerzen haben fast ganz nachgelassen, Schlaf und Apetit sind gut, auch sonst gehet es brav, nur das Kreutz macht mir Umstände.

Mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 25 Mai

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/65
Ljubljana, 26. maj 1840

56.

S e Excellenz der Herr FeldmarschallLieut. und deutschen Ordens Comthur Graf Haugwitz ist gestern hier angekommen.

S e Excellenz der Herr Gouverneur würde Samstag abreisen.

Nun ist der Anfang gemacht worden, die Gewölber an den Hofe der Franziskaner zu bauen, um dahin die Hüten der Spitalsbrücke zu übertragen; vorläufig sollen diese Hütten in die Domallee verlegt werden, um die Brücke zu räumen, da die Gewölben vor Georgi 1841 nicht zu besetzen seyn werden, um sie gut austrocknen zu lassen.

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Der Graf Carl Auersperg ist mit den Sterbsakramenten versehen worden.

Die künftige Theater Entreprise ist H. Neufeld überlassen worden, welcher schon einmal diese allhier hatte, und von hier in Lemberg,später in Linz dieses Geschäft zur Zufriedenheit des Publicums besorgte.


1840/66
Ljubljana, 28. maj 1840

57.

Heute Morgens bald nach 6 Uhr ist Herr Fürst von Auersperg – Herr von Gottschee etz. hier angekommen, und im Fürstenhof abgestiegen.

Heute gibt die hiesige Schützen Gesellschaft den Herrn Grafen von Haugwitz ein Bestschüssen mit Pistolen.

Der Major Mertens General Commando Adjutant in Gratz ist zum OberstLieut.befördert worden.


1840/67
Ljubljana, 29. maj 1840

58.

Der Herr Graf Haugwitz und Fürst Auersperg haben gestern H. Fürst Bischof Visitte gemacht, welche heute Letzterer erwiedert hat.

Graf Carl Auersperg ist gestorben, und heute beerdigt worden.

Wegen Feyer des höchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers, ist morgen Samstags Hochamt in der Domkirche, und heute Abend Zapfenstreich mit türkischer Musick.

Herr v. Kalchberg ist mit Frau Gemahlin hier angekommen.

Den alten Herrn Baron Lazarini gehet es wieder besser.


1840/68
Ljubljana, 30. maj 1840

Der Herr Gouverneur mit Frauen Gemahlinn,


Frau Baron Ant. Codelli, Fräulein Mathilde und der kleinen Lazarini, heute nach Wien abgereist. Baron Vicktor, der H. Sohn ist noch hier.


1840/69
Ljubljana, 1. junij 1840

59.

Wiener Agenten Bericht

Herr FeldmarschallLieut. Hamerstein wurde 2 ter Inhaber von Uhlanen Regmt. Coburg N r 2.

Herr FeldmarschallLieut. Fiquelmont außerordentlicher Bothschafter am kaiserl. Russischen Hofe wird Staats und Conferenz Minister.

Herr Oberste Felix Fürst Schwarzenberg Gesandter am Dänischen Hofe, wird Bothschafter am kais. Russischen Hofe.

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Aus Laibach

Herr Graf Haugwitz, deutschen Ordens Comthur hat gestern Laibach wieder verlassen.

Baron Victor Schmidburg ist Samstags nach Unterkrain auf Besuch.

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General Graf Falkenheim wurde Obersthofmeister bei S r kais. Hoheit E. H. Franz Carl.


1840/70
Ljubljana, 3. junij 1840

60.

Der Herr Fürst Auersperg ist Samstag bereits auf seine Herrschaften nach Unterkrain abgereist. Die Frau Fürstin, seine Mama begleitet demselben, und soll, wie es heißt, einige Zeit das Töpplitzer Baad gebrauchen wollen.

Baron Vicktor Schmidburg ist Samstag Nachmittag auf Besuch nach Rupertshof.

Heute Mittwoch wird Ihre Majestaet die EH Marie Louise Herzoginn von Parma auf Ihrer Reise nach Wien hier erwartet, wird hier übernachten, und Morgen früh nach 6 Uhr weiter reisen .

Heute Mittwoch trift das nach Agram marschirende ungarische Regiment Gollner hier ein.

Herr General und Brigadier Ludolf ist gestern hier angekommen.

Der Regiments Staab mit dem ersten Bataillon von Hohenlohe soll diesen Herbst zur Exercier Zeit – auf 2 Monate nach Gratz marschieren.

Der alte Herr Baron Lazarini ist wohl aus den Bette, aber ganz irrsinnig, sieht lauter schwarze Lichter brennen, bei seinen nach seinen Angaben, – verstorbenen Schwiegersohn. etz. Er erkennet Wenige der Seinigen, und hat die aus Wien angekommenen zwei H. Söhne – Baron Joseph und Richard kaum erkannt. Gestern erwartete man den Baron Ignatz aus Gratz, auch erwartet man den 5 ten H. Sohn, den Jäger Hauptm. Baron Ludwig – aus Tyrol.

Frau Gräfin Seraphine von Thurn leidet an Fieber.

Comtesse Helene von Welsperg soll – bei der erwartenden


Rückkunft des OberLieutenant Grafen Rhode von Urlaub, wie man spricht, von hier verreisen, doch wohin? hört man nicht, da aus der – mit demselben beabsichtigten Vermählung nichts wird.

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg war bei Ihrer Rückkehr nach Schwarzenbach so schwach, daß Sie sich beym Ausgehen, fähren lassen mußte; ist aber nun von der Luft schon wieder so gestärkt, daß Sie allein herum gehen kann.

Sollte es übersehen worden seyn, so wird nachträglich berichtet, daß die dießjährige Theater Entreprisse allhier, den H. Neufeld – überlassen worden seye.

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Die Familie der Frau Wittwe Bar. Codelli ist gestern nach Thurn an der Laibach aufs Land.


1840/71
Ljubljana, 3. junij 1840 II

Eure Excellenz!

Meine gränzenlose Verehrung bringe ich hiemit dar, und mein Herz ist so voll Dankbarkeit, daß ich mich auszudrücken nicht vermag. Gott erhalte nur Eure Excellenz recht wohl und segne alles reichlich. Welch Freude für mich, wenn ich mich der Hoffnung überlassen könnte, Eure Excellenz Antlitz sehen, und Hochdieselben persönlich verehren zu können. Hochderoselben Gnade läßt mich mit Zuversicht erwarten, diese Freude bald genüssen zu können, ich habe vieles vorzutragen und um gütigen Rath zu bitten, daß ich alles dieses zu schreiben Eure Excellenz ermüden würde, aber Hochderoselben gütiges Wohlwollen ist groß, auf das ich allein baue und fest vertraue.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend, bitte ich um ferneres geneigte Wohlwollen, und zeige an, daß für Ihre Excellenz die gnädige Gräfin noch 46 Numern der allgemeinen Zeitung von N ro 101 bis 146 bereit liegen.

Mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 3 Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/72
Ljubljana, 5. junij 1840

61.

Ihre Majestaet die EH Marie Louise sind am Mittwoch Abend gegen 8 Uhr hier angekommen, haben ein Gefolge von 22 Personen, darunter 14 Domestiquen, und 8 große Wägen.

Ein Theil des Gefolgs ist gestern um 11 Uhr früh – Ihre Majestaet aber Nachmittags nach 1 Uhr von hier nach Cilly weiter gereiset, wo wieder Nachtquartier gehalten, und heute Freytag bis Gratz gereiset wird.

Der angekommene Herr General Brigadier ist beim wilden Mann abgestiegen, weil die Meubles noch fehlen; derselbe hat eine ziemlich zahlreiche Familie.

Der junge Kaufmann Muschitz an der Schusterbrücke ist an Brustwassersucht gestorben. Hinterläßt eine junge Wittwe und eine Tochter.


1840/73
Ljubljana, 5. junij 1840 II

Eure Excellenz

Bringe meinen unterthänigsten Dank für die mir geschenkte Tröstung des Glückes theilhaft werden, und Hochdieselben hier verehren und Ihr Antlitz sehen zu können.

Ich fühle mich so gut, daß, wäre der geschwollene Knieknochen nicht, welcher den Rücktritt der Kniescheibe in Ihre Lage – hindert, daher auch die Bügung des Knies unmöglich macht, ich reisen könnte, um nur meinem Bette endlich einmahl zu entrinnen.

Den Convalescenten stärkt und nährt, wenn es seinen Gusto befriedigen kann, welcher Fall bei mir nicht zu erreichen, da zarte Fleischspeißen und Broten, wie Geflügel äußerst theuer, und zartes der grün Speisen ebenfalls theuer und wie Spargel – faßt gar nicht zu bekommen ist. Ich genüsse lauter Kalbfleisch – und meistens Spinat, ohne Abwechslung faßt. Der Apetit nimmt zu, und ich suche öfters im Tage, aber immer mäßig zu genüssen.

Wäre die Geschwulst des Knieknochens gehoben, – könnte ich das Bett, das mir bei meiner großen Geduld schon sehr lästig wird, verlassen, und würde mich schnell erholen, wo dann keiner


zarten Speisen und Gerichte bedürfen würde, so aber gehet es nicht wohl im Bette, wo die Verdauung nicht so vor sich gehet, als wenn der Mensch sich etwas bewegen kann.

Ich bitte Eure Excellenz um Vergebung, daß ich so ungeschickt – das Schreiben angefangen habe, in Gedanken der Freude, mich mit Eure Excellenz mit diesen Zeilen unterhalten zu können, ist von mir übersehen worden, die rechte Seite des Papiers zu untersuchen, daher es so geschahe.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse vielmal die Hand, und erstatte ergebensten Dank für die große Güte für mich – wegen des Garnes. Ich sende hier 11 neue Numern, und bitte, wenn N r 93 gelesen, dieses zuschicken, weil damit wieder ein Posttag Complet ist.

Bitte um ferneres gütiges Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 5 Juni 1840

unterthänigst

dankbarster

Franz


1840/74
Ljubljana, 10. junij 1840

Eure Excellenz!

Es ist Uiberbringer dessen der Bediente vom Herrn Baron Tauferer Namens Leopold Böhm, ein Oesterreicher von Kolnitzgraben, Herrschaft Raps in Oesterreich gebürtig, welcher um Eure Excellenz Dienst als Jäger gebeten. Er wird jedoch zu Hochderoselben Dienst nicht taugen, da er ein schwächlicher Mensch, der Krainerschen Sprache nicht kündig, und kein gelernter Jäger, obgleich ein guter Mensch ist.

Ich bin so frey, demselben zur Ansicht zu schicken, und zu bemerken, daß der Dienst bei H. Bar. Tauferer der erste bei einer Herrschaft ist. Er war voriges Jahr bei Cameralrath Spaun, aber bloß zum Kinderwarten, und kleinen Arbeiten im Hause verwendet worden.

Ihrer Exc. der gnädigsten Gräfin die Hand küssend verharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 10 Juni 1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/75
Ljubljana, 11. junij 1840

Eure Excellenz!

Waren gestern wieder recht fatiquirt. Ich habe recht sehr bedauert, daß Hochdieselben sich wieder so plagen mußten, und erstatte ergebensten, großen Dank für die mir geschenkte Freude, Eure Excellenz gütigen Besuchs. Ich habe Eure Excellenz mir theueres Antlitz gesehen, und bin darüber hoch erfreuet. Auch ist mein innigster Wunsch, daß Hochdieselben glücklich in Lustall angekommen sind!

Eure Excellenz ist gestern bei mir auch ein 20 xr aus den Sack gefallen, welchem hier beischlüsse. Auch habe den Taufererschen Bedienten Hochdenenselben zugeschickt, der aber für Eure Excellenz Dienst nicht taugt, wie ich es gleich gedacht habe.

Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen für mich – ermuthiget zu einigen Bitten. Ich möchte mir etwas Wein und sonstig kleine Bedürfnisse mit ins Bad behmen, und zu diesem Behuf um eine der Pickolit Kisten ergebenst bitten, wenn einmal einer der Kutscher um Heu oder sonst mit Steyerwagerl in die Stadt fährt. – Ins Baad gedächte ich am letzten


dieses oder am ersten Juli abzureisen. Ich hoffe, in vier Wochen oder einem Monat, solle mir Hilfe seyn, denn der Bedarf ist im Baade gar zu groß. Ich habe nach der Tarif, wie solche mit der LaibacherZeitung kund gemacht worden, die tägliche Erforderniß zusammen geschrieben, welches eine große Summe gibt. Wollte ich nun Jausen und Nachtmal noch streichen, so bleibt mir noch immer viel nöthig, denn selbst täglich 3 f Bedarf übersteigt meine Kräfte. Ich erhalte zwar hier 120 bis 150 f CM und noch mehr geliehen, allein, diese Schuld von meiner Pension wieder zu berichtigen, wird mir nicht möglich, denn ich komme in große Verlegenheiten dadurch. Eure Excellenz Gnade wird mir vielleicht durch sucsessive gütige Unterstützungen zu Hilfe kommen, um welche ich unterthänigst bitten muß, und wofür meine unbegränzte Dankbarkeit niemals erlöschen wird. Ich bitte nur innständigst, daß Eure


Excellenz meiner Zudringlichkeit, meiner großen Plage, geneigte – wohlwollende Nachsicht schenken und über mich nicht zürnen möchten! Geruhen Eure Excellenz meiner sehr hilflosen Lage Hochderoselben allverehrtes gütiges Wohlwollen zu schenken, und mir zu verzeihen, der ich niemals aufhören werde, Eure Excellenz für den Retter aus meiner sehr un glücklichen Lage, zu preisen, denn ich war noch niemals undankbar, und werde es meinen größten, meinen besten und einzigen Wohlthäter, um so weniger seyn.

Unterthänigst danke für die Zuschickung des alten Turk, ich habe seine Hilfe mit Vertrauen benüzt, – wenn er nur in einigen Tagen wieder kommen könnte, – um sich vom Erfolg zu überzeigen, warum ich wieder um Eure Excellenz Gnade bitten muß. Verzeihung Verzeihung flehe ich von meinen Leidenlager zu Eure Excellenz, daß ich so viele Ungelegenheiten zu machen


wage! Ich bitte recht sehr darum, und hoffe und vertraue auf Eure Excellenz gütigste Nachsicht und Wohlwollen, um welches recht sehr bitte, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 11 Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/76
Ljubljana, 11. junij 1840 II

Eure Excellenz

Das beiliegende Casino-Gesellschafts-Mitglieder Verzeichniß zu überreichen, bin ich von den Casino Custos gebeten worden. Ich wünsche Eure Excellenz beste Gesundheit, küsse Ihrer Exc. der gnädigen Gräfin die Hand, bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 11 Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/77
Ljubljana, 13. junij 1840

Die beyden Barone Joseph und Richard Lazarini sind heute nach Wien zurück gereist. Der alte Herr Baron Lazarini ist noch immer in irrigen Zustand, besonders gegen Abend. Sonst ist derselbe aus den Bette, und ißt so ziemlich! –

Man sagt, daß Herr von Copini ständisch Verordneter für die Ritterband 8 erwählt worden ist.


1840/78
Ljubljana, 13. junij 1840 II

Eure Excellenz

Wollen meinen unterthänigsten Dank für das gütigst überschickte genehmigen. Ich fühle zu innig die Größe Ihrer außerordentlichen Güte und Wohlwollen für mich – und kann nicht genug dankbar seyn, da ich ganz durchdrungen bin von der Uiberzeugung, daß Eure Excellenz mich nicht verlassen werden, und bitte um ferneres gütige Wohlwollen.

Zugleich danke ich eben so inniglich für Eure Excellenz Gnade, daß Hochdieselben den alten Turk neuerdings zu kommen, erlaubt haben. Ich glaube, sein erstes Mittel hat einige Wirkung hervor gebracht, und habe heute sein zweytes Mittel angewendet, wenn ich nur einmal im stande bin, den Fuß zu senken, so ist schon viel gewonnen. Ich werde den Turk seine Salben und Günge vergüten, große Gnade für mich, daß er aus Eure Excellenz Arbeit zu mir kommen kann. Tausend – tausend mal danke ich Eure Excellenz für alles!


und wiederhole inniglich, daß Gott Eure Excellenz zum Wohle der Menschheit nur recht lange erhalten wolle.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse für Hochderoselben Güte, – ja große Güte mit den Garne, unzählig die Hand, und bitte um Hochihr ferneres geneigte Wohlwollen. Ich bitte auch Eure Excellenz wiederhollt, nicht ungütig zu nehmen, wenn ich so plage! Ich vertraue und baue ganz allein auf Eure Excellenz und werde nie aufhören, recht dankbar zu seyn. Verlassen mich Eure Exc. nicht, darum bitte außerordentlich, und geharre bis zum Grabe:

Eure Excellenz

Laibach den 13 Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


Bitte zu vergeben, daß ich hier noch ergebensten Dank für die erhaltenen Erdbeeren erstatte, und Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand vielmal küsse.

dankbarster

Franz


1840/79
Ljubljana, 15. junij 1840

Eure Excellenz

und Ihrer Excellenz Güte für mich ist so groß, daß ich die Worte nicht für genug halte, meinen schuldigsten tief fühlenden Dank so auszudrücken, wie es Hochderoselben Güte gegen mich – erheischt. Ich kann nur mit schwachen Worten danken, der Herr vergelte alles reichlich, darum bitte ich stets, denn die große gütige Unterstützung, die ich in meiner hilflosen Lage von Ihren Excellenzen erhalte, ist doppelt groß für mich Verlassenen! Gott erhalte Eure Excellenz und Ihre Excellenz die gnädigste Gräfin! recht lange und immer bei andauernder Gesundheit; diesen Wunsch wiederhole ich täglich –, da mein dankbares Herz immer in Lustall ist, und mein Sinnen immer ist – daß ich doch bald so glücklich seyn möchte, diesen für mich glücklichen Ort sehen zu können.

So eben schickt mir die gnädige Gräfin Hohenwart ein gutes Gefrorenes. Welch große Herzensgüte für mich von allen Angehörigen Eure Excellenz! – ich bin von so vieler Güte gegen mich, und der Theilnahme an meinen Leiden – sehr gerührt, da man mich auf alle Art zu erfreuen, und meine Schmerzen zu lindern sucht, wie Eure Excellenz wieder so gütig seyn wollen, den Turk zu


mir wieder schicken wollen, ist eine neue Gnad für mich, und unterlasse nicht, seine Salbe täglich anzuwenden. Der geschwollene linke Knieknochen schmerzt mich seit ich die gelbe Salbe brauche sehr, es reißt mich nämlich sehr darinn, und die Geschwulst fällt nicht. Turk meynt aber auch, daß die Geschulst nur das Bad heben kann.

Für die erhaltene Kiste bin ich Eure Excellenz neuerlichen Dank schuldig, welchen zu genehmigen bitte, so wie ich um ferneres gütige Wohlwollen ergebenst bitte, und der gnädigsten Gräfin Excellenz vielmal die Hand küssend, mit aller Verherung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 15 Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/80
Ljubljana, 17. junij 1840

66.

Wiener Agenten Bericht!

Vom 11 ten dieses – enthält, daß im Laufe des dießjährig kommenden Herbstes ein gewisser Muggi aus Florenz gedenkt, eine Reise pr Luftschiff aus Florenz nach Wien und den Alpen zu machen, welcher in der Aeronautick eine wesentliche Verbesserung erfunden, und in Toskana mehrere Producktionen als Luftschiffer gemacht hat.

Erzherzog Maximilian, welcher vor Kurzen auf seine Herrschaft Ebenzweiler in Oberösterreich sich begeben, und einige Zeit dort verweilen, wird dann einen weitern Ausflug nach Ischel und Tegernsee machen, wo Hochderselbe längere Zeit zu verbleiben gedenkt.

Ein gewisser Folitzo in Venedig, hat einen neuen pneumatischen Telegraphen erfunden, welcher alle übrigen übertrift; die Regierung ist gesonnen, ihn das nachgesuchte Privilegium abzukaufen, um telegraphischen Linien nach allen Hauptgegenden der Monarchie zu errichten.

Ein weiterer Bericht des Agenten vom 12 ten d. enthält, daß das Rgt. König von Preußen Husaren, seinen Namen auf ewige Zeiten behalten, und der izt regierende König dessen Proprietair werden soll.

Die ehemals von S r Majestaet Kaiser Franz bewohnten Appartements der kais. Hofburg, welche seit seinem Tode unbewohnt sind, sollen zum Bewohnen eingeräumt werden, weil S e Majestaet der regierende Kaiser selbe abwechselnd beziehen will.

Es ist schon früher berichtet worden, daß man die Stelle des Banus von Croatien von jener des Commandirenden Generaln der Warasdiner-Carlstaedter Gränze –, trennen will, und für diesen Fall berichtet der Agent, daß Feldzeugmeister Graf Nugent


für diesen Posten, FML Bar. Wernhard aus Siebenbürgen nach Mähren übersetzt, und für Letztern, FML Bar. Geramb als Commandirender General in Siebenbürgen, im Antrag seyn solle.

Der fernere Bericht des Agenten vom 14 ten d. M. bringt, daß Feldzeugmeister Gr. Nugent, Commandirender General in Mähren, als solcher nach Croatien übersetzt werde.

Merveld OberstLieut. und Adjutant bei S r kais. Hoheit EH Franz Carl wird Oberst in seiner Anstellung.

Bervaldo FML wird Innhaber des 5 ten Artill. Rgts.

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Aus Laibach

Heute gegen Abend ist ein Schuster Lehrling beym baden in der Laibach nächst der Schwimmschule ertrunken.


1840/81
Ljubljana, 17. junij 1840 II

Hier ist nichts Neues. Von S r Excellenz dem Herrn Gouverneur ist aus Wien die Nachricht eingegangen, daß die dortigen Aerzte die völlige Herstellung desselben durch das Marienbad und Karlsbad in Böhmen, ausgesprochen hätten; die Gicht wäre nicht in den Augen, sondern nur in den Augenliedern.

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Danke ganz ergebenst für Zuschickung des Turk!


1840/82
Ljubljana, 24. junij 1840

Eure Excellenz!

Kann ich nicht unterlassen, meine hohe Verehrung zu bezugen, und um ferneres gütige Wohlwollen zu bitten. Ich hoffe –, wie ich es inniglich wünsche, Eure Excellenz recht wohl und gesund. Neues ist hier von Bedeutung nichts. Frau Gräfin Aichelburg ist letzten Sonntag vom Besuch aus Klagenfurth zurück gekommen, und Herr Graf Hohenwarth mit ganzer Haushaltung heut glücklich nach Raunach abgereist.

Ich bin nun fest entschlossen, meine Reise nach Töpplitz in Unterkrain ins Baad künftigen Donnerstag den 2 ten July anzutretten, und habe die beste Hoffnung, daß mich die Vorsehung in ihren Schutz nehmen, und


mich von meinen Leiden heilen wird. Gott erhalte nur Eure Excellenz in meiner Abwesenheit bey bester Gesundheit, und lasse Hochderoselben Daseyn von recht langer Dauer seyn!

Mich wiederhollt zu fernern Gnaden empfehlend, würde ich für Ihre Excellenz die gnädigste Gräfin, Hochwelcher die Hand vielmal küsse, etwas neuere Zeitungen schicken, wenn der alten einige schon wieder gelesen wären. Es liegen wieder 56 Numern bereitet. Geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach den

24 Juni 1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/83
Ljubljana, 25. junij 1840

N ro 68

Wiener Agenten Bericht

Herr FeldmarschallLieut. Baron Bretfeld ist zu Gräfenberg gestorben. Derselbe litt an Krebsübel, welches sich im Nacken gebildet.

Oberst Richer von Sardinien Husaren, und

OberLieut. Graf Montenuovo von Lichtenstein

Chev. legers werden Ehrenritter des Johaniter Ordens.

Am 20 ten d. M. war die Fahnenweihe des Grenadier Bat. Haymann in Wien; die Bathin war Frau Baronin von Tettenborn, und der ganze allerhöchste Hof und der hohe Adel dabei anwesend.

Major Graf Pergen vom General Quart. Meister-Staab wird Dienstkämerer bei S r Majestaet.

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Aus Laibach

Major Baron Mac-Neven, Bruder des Gub. Raths ist an Nervenfieber so gefährlich, daß zu seinen Aufkommen, keine Hoffnung ist, wurde heute versehen.

Verte


1840/84
Ljubljana, 25. junij 1840 II

Eure Excellence!

Wollen gütigst meinen ergebensten Dank genehmigen, welchem für die überschickten zwei hübschen Hühnchen zu erstatten verpflichtet bin. Wünsche Eure Excellence beste Gesundheit und bitte um ferner gütiges Wohlwollen, mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence

Laibach den

25 Juni 1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/85
Ljubljana, 25. junij 1840 III

Eure Excellence

Gütiges Schreiben habe ich gestern erst erhalten, als mein Brief schon expedirt gewesen. Ich bin für die große Güte Eure Excellence sehr dankbar, und es wird für mich eine unendliche Freude seyn, wenn ich so glücklich werde, Hochdieselben vor meiner Wanderung nochmal verehren zu können. Wie groß Eure Excellence Güte für mich! – Gott vergelte alles! – Ich bitte nur, mir Hochderoselben Wohlwollen ferners zu schenken, dankbar werde ich stets und im Grabe noch seyn.

Der pens. Major Bar. Mac-Neven ist gestern Donnerstag Abend gestorben.

Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

25 Juni 1840

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1840/86
Ljubljana, 27. junij 1840

Eure Excellence

Uibersende mitfolgend die letzte Allgemeine Zeitung, weil solche wegen den auf die Königinn von England gemachten Schüssen, und andern tragischen und politischen Nachrichten interessant ist, mit der ergebensten Bitte, selbe künftigen Dienstag – geneigt mitbringen, oder mir gütigst überschicken zu wollen.

Ihrer Excellenz gnädigster Gräfin die Hand küssend, bitte um ferner geneigtes Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 27 Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/87
Ljubljana, 30. junij 1840

Eure Excellenz

Habe die Ehre zu berichten, daß der Picolit heute Mittags hier eingetroffen, und die Kiste in meiner Wohnung ist. Ich war zwar so frey, nach gütiger Erlaubniß 5 Flaschchen aus der Kiste zu nehmen, wofür ergebensten Dank erstatte, 20 Boutell. sind noch in der Kiste verwahrt. Die Rechnung schlüsse hier bey, und wenn Eure Excellenz mir nicht ungütig nehmen, wollte ich ergebenst bitten, bei schicklicher Gelegenheit, wenn das Kistchen einmal leer seyn wird, mich damit zu erfreuen, da dessen Große für einen Gegenstand für mich zu benützen, gerade hinreiche[nd] ist. Ich bitte jedoch ganz ergebenst, über mich nicht böse zu wer[den], küsse Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 30 ten Juni

1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/88
Ljubljana, 1. julij 1840

Eure Excellence

Geruhen meinen wiederhollten Dank für die Gnade zu genehmigen, daß Hochdieselben mir gestern so viel Güte erwiesen haben, und heute den Turk zu mir schicken. Ich bleibe stets – stets sehr dankbar für alle Güte, und wünsche inniglich, daß Eure Excellenz recht wohl bleiben möchten. Küsse Ihrer Excell. der gnädigsten Gräfin die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und hoffe so glücklich zu seyn, Eure Excell. heuer in Lustall verehren zu können.

Morgen 5 Uhr reise ich ab – und hoffe es wird glücklich alles gehen.

Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

1 ten July 1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/89
Ljubljana, 1. julij 1840 II

70.

Wiener Agenten Bericht

Von Seiten der höchsten Regierung ist der bereits begonnene, u. auf eine gewisse Strecke gediehene Bau der Mailänder-Monzaer-Eisenbahn eingestellt worden. Die Veranlassung dazu war, oder gab der Umstand, daß die Unternehmer Banquiers Holzhamer, Arnstein und Eskeles – die Acktien in der stillen Gesellschaft unter sich theilten, und den gesetzlichen Statuten für die Eisenbahn zu wider, keine Acktien öffentlich ausgeben wollten, wodurch einige Wenige, welche als Seltenheit unter das Publicum kamen, das Doppelte des Nominalwerthes überstiegen.

So eben ist die verwittwete Frau Churfürstin von Bayern, die Schwester des E. H. Maximilian auf einen Besuch bey unserer Kaiser Familie in Schönbrunn eingetroffen.

Die Familien Coburg – sowohl die Regierende als auch die des hiesigen FeldmarschallLieuts werden den größten Theil der Badesaison in diesem Jahre in Carlsbad zu bringen.

Wien am 28 Juni 1840


1840/90
Ljubljana, 4. julij 1840

Eure Excellenz

Wollen meine unbegränzte Verehrung genehmigen, und meine Zeilen geneigt aufnehmen, welche mit den Bericht über meine Reise fülle. Donnerstag bin ich um halb 6 Uhr früh glücklich im Wagen gebracht worden, und abgefahren. Die warme Luft dieses schönen Tages hat auf mich sehr wohlthätig gewirkt, und ich bin ohne mindesten Schmerzen glücklich um halb 10 Uhr in Weichselburg angelangt, bei meinen Freunde dort glücklich abgeladen, und ohne Schmerzen ins Bette gebracht worden, wo ich gut versorgt wurde, und mich recht ausruhete. Welch Wonne für mich, an diesem Tage heuer zum erstenmal mich der lieben Natur erfreuen zu können, war dieser Tag der Reise für mich; ich sah schon bei St. Marein vom Getraide abgeräumte und auch schon mit Heiden angebaute Felder, sah Erdäpfel blühen, und alle Feldfrüchte schön stehen! –

Am Freytag früh bin ich ebenso glücklich in Weichselberg aufgeladen worden, um halb 5 Uhr weiter gereist, um 9 Uhr in Treffen gewesen, und um 1 Uhr in Neustadtl angekommen, wo ich ein kleines Mittagessen mit großen Appetit einnahm, nach glücklicher Abladung auf ein Bett mich bringen ließ, und bis 4 Uhr ausruhte; um 4 Uhr nach Töpplitz abfuhr und um 7 Uhr eben so glücklich dort ankam, wo ich wieder gut abgeladen, in mein schon


Zimmer im ersten Stock zu Bette gebracht wurde, und wieder eine gute Nacht hatte. Gestern Freytag war meine Reise wieder ganz Schmerzenlos, und der angenehme Tag mir sehr wohlthuend. Ich hörte zum erstenmal in diesen für mich leidenvoll gewesenen Jahre die liebliche Lerche in den Lüften, so viele Vögel in den Wäldern singen, die Landleute in so vielerlei Beschäftigungen arbeiten, und alles mit den Seegen des Himmels beschäftiget, und alles dieses wirkte unendlich auf mein Gemüth! Ich habe nur über meine Kreuzschmerzen zu klagen, die mich geniren. Ins Bad gedenke erst Montag früh mich tragen zu lassen, und den Segen des Himmels für den guten Erfolg anzuhoffen, um welchen den Allmächtigen täglich bitte. Ohne Vertrauen, ohne Hoffnung und Starkmuth vermag man nichts, und Gewieß diese drey Dinge haben für meine erlangte Besserung das beste bewirkt. –

Eure Excellenz wolle der Herr nur immer recht wohl erhalten, und Hochdieselben mit Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, Hochwelcher ich die Hand küsse, andauernste Gesundheit schenken. Nach Görz bitte Eure Excellenz meine Handküsse denen verehrten Frauen Gräfinnen und Respects denen Herrn Grafen, gütigst melden zu wollen. Ich bin sehr um einen glücklichen Fortgang des Seegens bei Frauen Gräfin Antoinette besorgt, und wünsche nichts sehnlicher, als daß ich bei erlangter Gesundheit meine so lange unterbrochenen Berichte wieder fortsetzen könnte. Es wird auch für mich ein außerordentliches Glück seyn, wenn ich bei vollen Gebrauch meiner Füsse Eure Excellenz werde


in Lustall meine Verehrung bezeugen können, worauf mich unendlich freue! –

Gäste sind etwa 13 hier im Baade, allein der Baadpächter versichert mich, alle Zimmer im Baadehause wären bereits vergeben. Die Kost ist nach allgemeiner Versicherung der Baadegäste, und wie ich es nach meinen heutigen kleinen Mittagmahle bestättigen kann, izt sehr gut.

Auch ist das Baadhaus nach den letzten Brande bequemer eingerichtet. –

Eure Excellenz und gnädigster Frauen Gräfin ferneres Wohlwollen erbittend – geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Töpplitz am

4 ten July 1840

unterthänigst dankbarster

Franz

Vergeben gütigst Eure Excellenz, daß ich hier noch beifüge, daß H. Fürst Auersperg mit Mama der Fürstin, über Ungarn von Ainöd, allwo Sie gewohnt, abgereiset sind.


1840/91
Ljubljana, 22. avgust 1840

Eure Excellenz

Geruhen meine ergebensten, meine innigsten Wünsche zu Hochderoselben erfreulichen Namensfeste gütigst zu genehmigen, welche mit Worten nicht anders auszudrücken vermöge, als daß der Himmel Eure Excellenz fortan andauernde Gesundheit und langes Daseyn verleihen, und kein widriger Zufall Eure Excellenz wohlthätiges Herz betrüben, mir aber das Glück bleiben möge, Hochderoselben Wohlwollen mich erfreuen zu können. Gewieß – gewieß wird Eure Excellenz zu diesen Freudentag eine Uiberraschung von Görz zu kommen, welches Hochderoselben Gemüth in großes Vergnügen bringen, und diesen Festag recht angenehm machen wird; ich glaube dieß mit vieler Zuversicht, und bitte ganz ergebenst, meiner diesen Verehrten zu erinnern, und meines inniglichen Antheils für alles Gute für Sie – geneigt versichern zu wollen.

Viele – Viele Handküsse Ihrer Excellenz und denen Görzer Frauen Gräfinen, und Respectden Görzer Herrn.

Zugleich habe die Ehre, Eure Excellenz den Empfang des gütigen Schreibens vom 26 ten v. M. zu bestättigen, und leider meine unglückliche Lage zu berichten, daß ich das Baad ganz unverrichteter Sache, ohne Möglichkeit, meine Hoffnung erfüllt zu sehen, gleich verlassen müsse. Eine Ruhr hat mich so heftig überfallen, daß ich nach 14 Tagen gebrauchter Arzney – nichts gebessert, vielmehr sich immer mehr


sich immer verschlimmert. Diese Krankheit ist hier sehr häufig und epidemisch, daher die Luft verpestet, und nichts anders übrig, als mich von hier eilends zu entfernen, wo ich gar keine Pflege und Wartung habe. Wie betrübt ich darüber bin, kann ich nicht beschreiben. Es ist ein wahres Unglück für mich, daß mich so viel Malheurs hier verfolgen – es hilft mir gar nichts hier, zu viele unangenehme Umstände vereinigen sich – mir den Aufenhalt recht zu verleiden, und unerträglich zu machen. Ich werde mündlich alles berichten, und habe noch von den Graf Blagaischen recht viele Empfehlungen zu melden, die eine Tour von hier nach Rohitsch gemacht haben, und denen das Bad hier recht gut gethan hat. Auch hat Frau Gräfin Blagai von der Frau Gräfin Hohenwarth hier ein Schreiben erhalten, in welchem sich die Letztere meiner zu erinnern, die Güte hatte.

Meine dankbarsten Wünsche von ganzer Seele für Eure Excellenz wiederholend, geharre mit innigster Verehrung:

Eure Excellenz

Töpplitz den

22 ten August

1840

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1840/92
Ljubljana, 28. avgust 1840*

Eure Excellenz!

Bitte meinen ergebensten Dank zu genehmigen, für das gütige Wohlwollen, welches Hoch-Dero-selben wohlmeinenden Zeilen, von heutigen für mich ausdrücken. Ich bin gestern wohl sehr ermüdet, hier eingetroffen, habe gleich nach dem Arzt geschickt und die nöthigen Medikamenten eingenommen. Die Nacht war leidentlich, nur wegen der großen Mühdigkeit von der Reise, nicht vollkommen; sonst habe ich nicht wesentlich zu klagen, und es scheint, mein Uibel etwas gemäßigt zu sein.

Eure Excellenz persönlich zu verehren, werde mich glücklich schätzen, um mündlich mehreres vorzutragen. Nicht Schwäche, sondern Mühdigkeit von der Reise ist die Ursache, daß ich diese Zeilen durch meine Tochter schreiben lasse. Um ferneres Wohlwollen bittend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin die Hand, und geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach den 28 ten August 1840

unterthänigst dankbarster

Franz


1840/93
Nedatirano 1

Zug der projectirten Wiener-Triester Eisenbahn, wie solche durch die vorgenommenen Nivellirungen ermittelt worden ist.

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Bei Cilly längst der Sann, dann längst den rechten Save-Ufer nach

Salloch und Laibach.

OberLaibach

PodLippa

Prest an der Idrianer Strasse, dann retour auf der

Loitscher Strasse – gegen Loitsch

Kautsche

Katschereusse

Lase

Eibenschuss

Rakez

Maunitz.

Durch den Canzianer Wald gegen Adelsberg,

Prestanegg

Hinüber nach Praewald

Hinab in die Planiza.

Mit Pferdebahn an der Planiza gegen das Meer, und längst den Meere nach Triest.


1840/94
Nedatirano 2

Für zwei Personen:

Ein Zimmer täglich … 40 xr

Zwei Betten … 24 xr

Mittagskost ohne Wein … 1 fr 12 xr

Nachtmal ohne Wein … 40 xr

Frühstück und Jausen … 36 x

Das Bad täglich … 8 xr

Für Hilfeleistung in das Bad und aus demselben zu führen oder zu tragen, zum Bade aus- und wieder ankleiden, dann für sonstige Hilfleistung und Bedienung … 20 xr

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Zusammen täglicher Bedarf 4 f CM

Die Gelegenheit nach Neustadtl und von da zurück wird wenigstens … 20 f CM kosten.

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Mein monatliches Einkommen ist … 50 f CM

Davon für die Kost, und andere Bedürfnisse für die bey Hause bleibende Tochter und Magd … 20 f

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So bleibt mir zur Verwendung im Baade … 30 f CM


1840/95
Nedatirano 3

Eure Excellence

Wollen gnädigst geruhen, den Ausdrück der schmerzlichsten Theilnahme, wegen Hochderoselben Kopfleiden zu genehmigen, und die Versicherung meiner innigsten Wünsche hochgeneigt zu würdigen, damit Eure Excellence in Ihrer friedlichen, ja fromen Behausung von allen Uibeln befreyet, die freudenvolle, glückliche Lebensweise ungestört und in vollen Maaße genießen mögen, wie es Ihr über vortreffliches Herz verdient, und wie es ein jeder Redliche aus innersten Her-


zensgründ wünschen muß, der so glücklich ist Hochderoselben so herrlichen, fromen, und nur Menschenwohl beachtenden hohen Gesinnungen zu kennen. Es ist mir unmöglich, mich so auszudrücken, wie ich es fühle, die empfindliche und schmerzliche Theilnahme, welche Eure Excellence körperliche Leiden in mir erwecken, und welche die sch[…]digen, ungeheuchelten Gefühle, redlicher, rein[…]licher Dankbarkeit zum Grunde haben, mit wel[cher] ich in ehrfurchtsvoller Verehrung bis zum Grabe …


1840/96
Nedatirano 4

In den gerechten Schmerz der Unterthanen über den Verlust eines solchen Herrschers mischt sich jedoch ein festes und unerschütterliches Vertrauen auf die Zukunft.

Sie vertrauen zu nächst auf den Schutz des Allerhöchsten, der zu allen Zeiten sichtbar über dem Erzhause Oesterreich gewaltet hat, sodann auf die in eben diesem erhobenen Geschlechte erblichen Tugenden S r Majestät des jetzt regierenden Kaisers Ferdinand I., dessen Frömmigkeit, Festigkeit des Charackters und treue Liebe zu Allerhöchst Ihrem nunmehr in Gott ruhenden Herrn Vater nun die Hoffnung aller Ihrer treuen Unterthanen sind.

Auf diese hohen Eigenschaften begründet sich die Gewießheit, daß Allerhöchst dieselben


im Sinne und in den Grundsätzen des höchstseligen Monarchen die Regierung fortführen werden, und dieß um so sicherer, als die bisherige drey und vierzigjährige Regierungsperiode den Character der Verwaltung der äußern und innern Angelegenheiten Oesterreichs in einer Weise ausgebildet und befestiget hat, daß der Geist der Regierung des höchstseligen Monarchen auch nach dessen Hinscheiden fortleben kann.


Montag den 9 Maerz

Namenstage:

1. Fany v. Schmidburg

2. Frau Gfin v. Stubenberg

3. Frau Gubern. Räthin Sicard


1840/97
Nedatirano 5

Personnes qui composent la Suite de S. D. R. Mad. L’Infante d’Espagne Donna Maria Therese, Princesse de Beira, de S. alt. R. Mgr le Prince des Asturies, et de S.S. AA. RR le Infants d’Espagne D. Jean, D. Ferdinand, Don Francesco et D. Sebastian Gabriel, et Son Auguste Epouse.

S. E. Mme Marie del Pelar Arce

'' –––––– '' Marie Manuela Diarez Iglesias

'' –––––– '' Luisiana Segusa de Saramell

'' –––––– '' Maria de la Conception Cesara Abamoen (Dames d’honneurs et Dames de l’Ordre de S. Elisabeth)

Mme Joaquira Casaviello, Dame d’honneur

Mr l’Abbé Frias

'' –––––– '' Lacallo (Gouverneurs de S. S. AA. RR le Prince et les Infant.)

'' –––––– '' Serafico Serrano, Confesseur de SS. AA. RR l’Infant D. Sebastian et son auguste Epouse, et Archidiacre de Trasames dans l‘Eglise Cathédrale de Mondonnar.

S. E. Mr le Marquis d’Avando, Gentilhomme de la Chambre avec exercises, de S. M. C. destine au Service de S. S. A. A. RR le Prince et les Infant, Grand Croix de l’ordre Militaire de la Tour et de l’Epée et Commendant de Volontaires Royalistes d’Infanterie.

Mr Joseph Luis Bordera, Gentilhomme de la Chambre avec entrée de S. M. C. et Secretaire des S. A. R. Mgr l’Infant D. Sebastian.

Mr Manuel Corfelin, Chambellan de S. M. C. Destinée au Service de SS. AA. RR le Prince et les Infants, Commandeur de l’Ordre Milit. de la Tour, et l’Epée, décore de la Croix de la Fidélité.

Mr Thomas Garoimatin, Chambellan de S. M. C. Destinée au Service de SS. AA. RR le Princes et les Infants, Collonelle d’Infant., Comdt. de Bataillon de la Garde Royale, Commandeur de l’Ordre Milit. de la Tour et l’Epée et decoré de plaisieurs Croix Milit.


Mr Ambrosio de Plazada, Secretair de S. M. C., Commandeur de l’Ordre Milit. de la Tour etz, Conseiller honoraire de la Chambre Supreme des Comptes, membre du Corps de Chevaliers nobles de Ronda et de l’Académie de S. Ferdinand.

Mr le d. Roman Lloro, Primier-Medicin Chirurgien de S. M. C. Membre de plusieurs Académies et Chevalier de l’Ordre de la Tour etz.

Mr Domingo Fuento Nebro, Secretair de S. A. R. Mme la Princesse de Beira, Commandeur de l’Ordre du Christ, décoré de la Croix de la Fidelité de 1ere Clas, de la plaque de Destination et Conseiller honorair de S. M. C.

Mr Domingo Aronaga, Off. de la Secrétairerie de S. A. R., Chevalier de l’Ordre della Tour etz.

Mr Nemesio Redanto, Off. de la Secrétairerie de S. A. R. l’Infant D. Sebastian.

(vstavljeno: Mr Manuello Lloro, Gentilhomme de Bouche de S. M. C.)

Mr Manuel Redanto, Medicin de SS. AA. RR. l’Infant D. Sebastian et son auguste Épouse.

Mr André Lidon, Huissier de la Chambre de S. M. C, Sous Lieutenant de Cavallerie et Maitre de Musique de SS. AA. RR. Le Prince.

Mme Josephine Alvarez, Chargée de la Garde-Robe de S. A. R. Mde la Princesse.

Mlle Marie Carrasquiero, Femme de Chambre de S. A. R. Mme l’Infante Donna Marie Amelie.

Mr Ignatio Menendez, Charge de la Garde-Robe de S. M. C.

Mr François Gonsalez (absent), Charge de la Garde-Robe de SS. AA. RR.

Mr Joseph Maria Larra, Garde-Robe de S. A. R. D. Sebastian.

Mr Antonio Prates, Garde-robe de S. A. R. Mme l’Infante Donna Marie Amélie.


Jaques Fernandez

Jacintho Garcia Manin (Valets déstinés a faire les Commissions de SS. AA. RR.)

Mr Josepho Sgaris, Chef de la Cuisine de S. M. C.

Antonio Cenabon

Rosondo Romans (Aides de Cousine)

Jaques de la Riva, Maitre de Hotel

Jean Villanova, Chirurgien

Joseph Troitins, eleve de Cuisine

Benoit Sanchez de Miguel, valet de pied

Michel del Pozo, valet de pied

Jorge Binos, garçon de Curie

Antoine Madrona, garçon Carrossien

Josephine de Tipra

Carmen Idalgo

Alfonsa Clamas (Femmes de Chambre des Dames d’honneurs)

Guillaume Costa, Domestique de S. E. le Marq. d’Osando

Mattes Rojo, domestiq. de Mr l’abbe Serrano

Jean François Solera, Domestiq. de Mr Bondera

Crisanto Martinez, Domestiq. de Mr Redando.

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Vertatur


Die Suite der Herzogin von Beira speist bei Malitsch bei 3 Tafeln. Für die erste Tafel wird für die Person 6, für die 2 te Tafel für die Person 4, und für die Person bei der 3 ten Tafel 2 Frank täglich bezahlt.

Die Suite des Prinzen Sebastian speist beym wilden Mann. Man frühstückt gegen 10 Uhr früh und speist um 3 Uhr Nachmittags.

Hofstaat Ihrer k. Hoheit der Infantin von Spanien Prinzessin von Beira und S r k. Hoheit des k. Spanischen Infanten don Sebastian Prinzen von Asturien

Opombe

1. Pravilno: Sonntag

2. Pravilno: Samstag

3. Datum je sicer 10. marec, a gre zelo verjetno za 11. marec, ker je na isti poli papirja kot 11. Marec.

4. Ali se je Franz zmotil v številčenju ali pa manjka osem pisem.

5. Pravilno: Codelli

6. Na istem listu kot št. 66.

7. Na istem listu kot št. 66 in 67.

8. Pravilno: Ritterbank

9. Pravilno: Mittwoch