Leto 1839


1839/1
Ljubljana, 1. januar 1839

1.

Die Casino Tombolla erfreuete sich gestern eines sehr zahlreichen Besuchs. Das verbreitete Gerücht von Gold und Silber Treffern, welche zu gewinnen waren, verfehlte die Absicht nicht. Dieser Tombolla waren noch 11 von der Wohlthätigkeits Lotterie unabgehollt gebliebene Gewinne angreicht, um diese Letztern nur im Gewinne der Tombolla, ohne andern Nebentreffern, hinzugeben. Die sämtl. Gewinnste waren wieder besonders aufgestellt. Die Letztern mit jenen Numern bezeichnet, wie solche in den frühern Verzeichnis bemerkt waren, welches vor der statt gehabten Wohlthätigkeits Lotterie ausgegeben wurde. Die Blätter für die Casino Tombolla wurden á 10 xr – jene des andern Spiels á 5 xr das Stück ausgegeben.

Die Regiments Harmonie Musick spielte vor Beginne des Spiels ein Stück und zwischen den Spielen gleichfalls immer ein Stück. Da das Casino Spiel um 10 Uhr geendet war, wurde der Beginn der andern Tombolla auf 11 Uhr bestimmt; inzwischen wurde soupirt und die Musick spielte. Um 11 Uhr begang das weitere Spiel. Die erst ausgeruffene Tombolla wurde notirt, und so bis alle 11 Gewinnste der Art – die Eigenthümer hatten, wo dann die Gewinner nach der Reihenordnung sich selbst die Numern zogen, welche Gewinne Ihnen zuzufallen haben. Um 12 Uhr begrüßten drey musikalische Tusch das Neue Jahr! – Gegen 1 Uhr endete das Spiel, und man hielt sich bis 2 Uhr auf.

In der Casino Tombolla waren die Gewinnste


zugefallen:

Im ersten Spiele:

Ambo … Nach der geruffenen 2 ten Numer, 5 Theilnehmer. Nach der Loosung erhielt den ersten Treffer: Strickstiefelchen vom Silber

Frau Riebler.

2 ten Treffer … Silbern Zahnstecher mit Buchse

Lieutenant Runller.

Terno … Nach der 4 ten Numer Silberne Zuckerzange.

1 ten Treffer: Geometer Broschack.

2 ten Treffer: nach der 5 ten Numer. Silbern Uhrkettel.

Frau Nadamlensky.

QuaTernoNach 12 Numern 1 ten Treffer. Kleines silbern Eßbesteck in Futterall. Messer – Gabel – Löffel.

Hptm. Franz.

2 ten Treffer: Kopfbürste mit silbern Rücken und Stiel. Nach der 14 ten Numer.

Kameralrath Pavesch.

Cinquin … Meerschaumpfeiffe mit silber beschlagen. Nach 21 Nummern

Fräulein Abfalter.

Tombolla … Goldene Ohrgehänge und eine Broche im Etui.

Hauptmann Woditzka. Waren 58 Numern gezogen.

In diesem Spiele sind 106 f 40 xr CM eingegangen.

Im zweyten Spiele

Ambo … bei der 2 ten Numer bei 8 Theilnehmer. Nach der Loosung:

1 ten Treffer: Cigaren Mundstück von Bernstein, mit Meerschaum und Silber.

Fräulein Abfalter für Hauptmann Lawatscheck.


2 ten Treffer …. Bleystift in Silbern Schüber.

Comtesse Lori Thurn für H. Fzmster. Grafen Lilienberg durch ObLt. Gr. Rode.

Terno … bei der 4 ten Numer:

Ersten Treffer: Silbern Handleichter.

Comtesse Toni Welsersheim für Frhr. Lazarini.

2 ten Treffer bei der 5 ten Numer. Silbern Schmettenlöffel.

Frau Broscheck.

QuaTerno1 ten Treffer: Nach der 8 ten Numer: Silbern Theesieger in Muschelform auch zum Zuckerstreuen gut, mit silbern Stiel.

OberLieut. Stengel.

2 ten Treffer: Silbern Damen Arbeits Requisitten in einem Etui.Bei der 9 ten Numer.

Tochter D r Zhubers.

Cinquin … Silbern Schmuckträger. Nach 17 ten Numer.

Fräulein Raichich.

Tombolla … Goldenes Braslette mit Türkisen im Etui.Nach 61 Numern.

Frl. Emma Fradenegg.

Bei diesem Spiele sind 103 f 40 x, in allen bei beyden 210 f 20 xr CM eingegangen.

Von der Wohlthätigkeits Lotterie sind folgende 11 Stück zum Spiel gekommen, und nach der geschehenen Ziehung an Nachbenannte gelangt:

Nr 136. Ein Federbecher von Glas und Pappe zog sich für den ersten Tombolla Gewinn.

H. vice Buchhalter Riedl.

Nr 112. Schwerstein von Gußeisen, einen Auerochsen vorstellend. Zog für den 2 ten Tombolla Gewinn

Frl. Nina Raab.

Nr 65. Schmuckträger aus Holz mit Perlmutter Kreutz; erhilet für die


dritte Tombolla

Frau v. Pabitsch.

Nr 97. Damen Cassette gelb politirt von Holz zum verschlüssen.

Zog Handelsman Lininger für die 4 te Tombolla.

Nr 5. Spielmarken Kasteln mit gestickten Deckeln unterm Glas mit einer Tazen.

Der junge Pessiack für die 5 te Tombolla.

Nr 125. Plattmenage für Pfeffer und Salz mit rosa geschliffenen Glase mit Silbergestell.

OberLieut. Strengel für die 6 te Tombolla.

Nr 85. Zwei hohe plattirte Leichter.

Frl. Vocker für die 7 te Tombolla.

Nr 58. Arbeits Körbel von Cartonage.

Zog Cadet Dissen für die 8 te Tombolla.

Nr 102. Blaues Manns Kappel mit Samtumschlag, mit Gold und Silbern Börteln verziert.

Frlein. Abfalter für die 9 te Tombolla.

Nr 140. Rothes Mannskappel von Tibet mit Gold und Chinillieu verziert.

Frlein. Mathilde v. Schmidburg für die 10 te Tomb.

Nr 88. Vier illuminirte Kupferstiche – Geschichtliche Tableaux.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg zur 11 ten Tombolla.

Erst nach 2 Uhr verließen die letzten Gesellschaftsglieder das Haus. Die Wohlthätigkeits-Tombolla brachte 50 f 5 x CM ein.

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Ungeachtet dieser 11 Tombolla Spiele waren die 90 Numern nicht erschöpft gewesen.


1839/2
Ljubljana, 3. januar 1839

2.

Man erzählte gestern, es werde Comtesse Helene Welsperg in Brautumstände kommen, und zwar nennet man als Bräutigam wirklichen Hauptman Sunstenau von Schützenthal vom Regiment Raineur, welcher gegenwärtig Adjutant bey den Hofkriegsraths Präsidenten Grafen Ignatz v. Hardegg ist, auch sich Aussicht auf diesen Posten zeiget, daß derselbe bald zum Staabs Officier befördert werden dürfte. Es ist eine Bekanntschaft von Salzburg! –

Der Herr General Ney hat vom 1 ten d. M. die Kost bey H. OberstLieut. v. Seppenburg genommen.


1839/3
Ljubljana, 6. januar 1839

3.

Die Casino Bälle sind für diesen Fasching auf jeden Montag, den Faschings Montag ausgenommen, also deren im Ganzen 5 bestimmt.

Der Kreishauptman Flug soll seit seiner Ankunft in Gratz fortan wegen geschwollenen Füssen zu Bette sich befinden.

Laut Agenten Nachricht ist Hauptmann Sunstenau von Schützenthal zum Major befördert, und dürfte gestern nach Wien rückgekehrt seyn.

Das nach Gratz bestimmte, aus Italien kommende Grenadier Baton Canal hat heute den Marsch nach dieser Bestimmung fortgesetzt.

Theater Austheilung vom 6 ten bis 13 ten Jänner 1839

Sonntag den 6 ten … Guth Waldegg

Montag '' 7 ten … /

Dienstag '' 8 ten … Die Ballnacht … Oper

Mittwoch '' 9 ten … Liebes Intriguen. Geliebt seyn oder sterben

Donnerstag '' 10 ten … Freyschütz (zum letztenmahl). Oper

Freytag '' 11 ten … /

Samstag '' 12 ten … Nachtlager zu Granada (BeneficeH. Tills).Oper

Sonntag '' 13 ten … Fee aus Frankreich

In der Redutt Maskenball

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Die Menage des H. Generals Ney bei H. OberstLieut. Seppenburg hat sich schnell aufgelöst, ja es ist so zu sagen, gar nicht dazu gekommen. Am 1 ten Jänner ließ der Herr General um die Mittagsstunde dem H. OberstLt. Post geben, Er werde nicht zum Speisen kommen. OberstLt. Seppenburg suchte sich demnach mit Mühe einen Gast, welcher ihn die bereiteten guten Speiserl verzehren helfen möchte. – Um 3 Uhr Nachmittag sandte H. General wieder dahin, die Speisen Abends haben zu wollen; die Köchin, ohne ihrem Herrn etwas zu melden, ließ H. General sagen, es seye bei Ihnen kein Wirthshaus, und die für Mittag gekochten Speisen verzehrt, wornach keine fernere Post gekommen, und der neue Kostgeber ohne Kostgänger ist.

Nachdem es gestern und die ganze vergangene Nacht geregnet, fällt seit heute halb 7 Uhr sehr stark Schnee.


[Program od 6. do 13. januarja se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


1839/4
Ljubljana, 7. januar 1839

4.

Die Decrete für die beyden Kreishauptleute in Klagenfurth und Laibach sind von der Hofkanzlei eingelangt, und die Vorschläge für die erledigten 2 Gubernialrathsstellen – vorzulegen –, angeordnet worden! H. Bar. Mac Neven dürfte seinen hiesigen Dienstposten gleich antretten, Herr Graf Welsersheimb wohl erst etwas später nach Klagenfurth abgehen; seine Familie wird auf jeden Fall bis Ende April hier verbleiben.

Herr Graf Welsersheimb Kreishauptm. dürfte Ende dieses nach Klagenfurth –, Herr Bruder – der General Consul,am nächsten Freytag seine Reise nach Ancona antretten.


1839/5
Ljubljana, 8. januar 1839

5.

Wie immer so auch gestern, der erste Casino Ball schwach frequentirt gewesen. Damen wenig, Männer genug, allein Tänzer wenig. Die Damen faßt alle in Seide; die Bar. Schmidburgischen, Comtesse Helene Welsperg – und die Bar. Zois-ischen alle in Seide. Auch die Bürgerlichen viel in Seide gekleidet. Die Cadeten waren die Haupt-Tänzer. – Galoppe wurde gar keine getanzt. Zweimal begann die Musick dazu, allein da Niemand benützte, mußte man aufhören. Die Unterhaltung dauerte bis gegen 2 Uhr. Die letzten verließen das Haus um 3 Uhr morgens.

Man hört, der Herr Graf Welsperg werde seiner Frau Gemahlin, die rückzukehren gedenkt, entgegen fahren! –


1839/6
Ljubljana, 11. januar 1839

Eure Excellenz!

Befinden war wieder ungünstig und machte mich betrübt; ich hoffe mit großer Zuversicht, daß es nun wieder gut ergehet, indem der Docter nicht nöthig wurde, und wünsche innigst, daß Eure Excellenz Gesundheit sich recht erhalten wolle.

Neues ist hier nichts. Graf Welsersheimb der Gen. Consul in Ancona, ist heute abgereist.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin so wie der gnädigen Comtesse küsse die Hand, und bitte Eure Excellenz, H. Grafen Attems und H. Baron Joseph, meinen Respect allseit zu genehmigen, der ich mit aller Verehrung mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach am 11 ten Jänner

1839

unterthänigst dankbarster

Franz

Der Casino Custos kömmt so eben, und bittet: Eure Excellenz das Verzeichnis über die Casino Mitglieder zu unterbreiten!


1839/7
Ljubljana, 12. januar 1839

6.

Herr Graf Welsersheimb der Gen. Consul in Ancona, gestern abgereist.

Herr Graf Ant. Auersperg aus Unterkrain angekommen.

Theater Austheilung vom 13 ten bis 20 ten dieses

Sonntag den 13 ten … Fee aus Frankreich. ReduttMaskenball

Montag '' 14 ten … /

Dienstag '' 15 ten … Ballnacht … Oper

Mittwoch '' 16 ten … Liebes Intriguen. Geliebt seyn oder sterben

Donnerstag '' 17 ten … Nachtlager in Granada. Oper

Freytag '' 18 ten /

Samstag '' 19 ten Lucia die Lammermar (Benefice des H. Dworczazeck)

Sonntag '' 20 ten … Sorgen ohne Noth

Redutt Maskenball


[Program od 13. do 20. januarja se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


1839/8
Ljubljana, 15. januar 1839

7.

Man hört, daß Ihre Excellenz Frauen von Gourup das Guth Lichtenegg vom Skaria erkauft, und es demselben sehr gut bezahlt haben soll, und zwar aus Ursache, weil es ehemals Ihrem Papa – dem General Moidelle gehört hätte.

Der Casino Ball war gestern sehr zahlreich und viel Putz. Morgen Mittwochs ist das Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouverneur –, und auch ein Ball in der Schüßstatt. Der hiesige Handelsstand macht auch Einladungen zu einem Balle, welcher zur Stiftung eines Fondes für erkrankte Handels Subjecte gegeründet werden solle, um selbe im hiesigen Spital unentgeltlich zu versorgen.

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Wünsche Eure Excellenz recht gutes Befinden!


1839/9
Ljubljana, 16. januar 1839

8.

Gubernialrath Polizei Directer Sicard ist an Gicht wieder krank.

Die Familie Herrn Grafen Richard von Blagai soll morgen in die Stadt kommen. Gestern kam ein großer Forgon schon aus Billichgratz hier an.


1839/10
Ljubljana, 16. januar 1839 II

Geehrtester Herr Baron!

Hier die gewünschenen Zeitungsblätter zum beliebigen Gebrauch; ich habe mir schon gestern gedacht, daß nur durch Irrung selbe mir zugekommen.

Mit großen Bedauern erfuhr ich zu spät die Abfahrt von hier. Meine Dienstmagd vergaß fragen zu gehen, ich war beschäftigt und glaubte Nachmittags mich nach allseitigen Befinden zu erkundigen, und fiel durch.

Herr Baron haben mich mit der Nachricht, daß es den Hochverehrten Papa besser gehe, recht erfreut, wofür ich sehr dankbar bin, und inniglich wünsche, daß Hochderselbe sich nur recht bald ganz gesund fühlen möchte. Gott erhalte Ihn lange!

Darf ich – verehrtester Herr Baron bitten, Ihrer Excellenz der gnädigsten Mama und der gnädigen Comtesse Schwester


meinen Handkus, Herrn Grafen Attems meinen Respect melden, und der verehrten Mama berichten zu wollen, daß ich das Schreiben an Frauen Gräfin Blagai heute nach Billichgratz expedirt habe, obgleich die ganze Familie morgen in die Stadt kommen soll, und gestern schon ein Bagage Wagen von dort hier angekommen ist. –

Bitte auch mich allseits zu fernern Wohlwollen empfehlen, S r Excellenz den hochverehrten Papa meine unbegränzte Verehrung melden, und Ihrerseits die Versicherung der ausgezeichneten Hochachtung und Ergebenheit genehmigen zu wollen, mit welcher ich stets geharre:

Euer Hoch und Wohlgeborn

Laibach den 16 Jänner

1839

stets ergeben bereitwilligster

Franz Hptm.


1839/11
Ljubljana, 18. januar 1839

Hochzuverehrender Herr Baron!

Mit Schrecken erfuhr ich so eben, daß den Hochverehrten Papa ein Malheur begegnet, und Hochderselbe durch einen Fall sehr am Kopfe beschädigt worden ist. Wie sehr dieses unglückliche Ereignis betrübt, kann ich leider nicht so ausdrücken, wie ich es bei der gränzenlosen Verehrung und Anhänglichkeit an diesen unübertrefflichen Herrn – fühle, und deshalb mich an Ihre Güte – Hochgeehrtester Herr Baron verwende, nicht nur meine inngliche Theilnahme an diesen bösen Zufall, sondern auch meine heißesten Wünsche für die baldige Heilung, den Hochverehrten Papa wissen lassen zu wollen. Ich bedauere unendlich! und habe statt der erfreuten Hoffnung


den würdigen Herrn Papa heute hier verehren zu können, leider die mich sehr betrübende Nachricht, von den unglücklichen Ereignis erhalten. Mit großen Vertrauen auf die Hilfe von Oben –! hoffe ich, daß dieses Uibel bald abgewendet werden wird, und ich mich bald günstiger Nachricht erfreuen werde können! –

Ich habe gestern die Zeitung von Montag Eure Hoch und Wohlgeborn unter Addresse zugesendet, und bin so frey, hiemit zu bitten, mit Vermeldung meines Handkusses der gnädigsten Mama und der gnädigen Comtesse Schwester, ersterer zur Kenntniß geben zu wollen, daß ich vier Paar Fasanen zu Hochderoselben Disposition bereit hätte, die mir aus Böhmen zugekommen, wegen des weiten Transports zwar etwas theuer, allein sehr schöne Waare sind, wenn


es Hochderselben gefällig wäre, von ein und andern Gebrauch machen zu wollen. –

Uibrigens bitte ich Herrn Grafen v. Attems meinen Respect und von Seite Eure Hoch und Wohlgeborn meine unbegränzte Hochachtung genehmigen zu wollen, mit welcher ich mich zeichne:

Eure Hoch und Wohlgeborn

Laibach den 18 ten Jänner

1839

stets ergebener bereitwilliger D[iene]r

Franz


1839/12
Ljubljana, 19. januar 1839

9.

Der Schüßstatt Ball am Mittwoch war von etwa 10 Männern und einem Frauenzimmer besucht, hatte mit seinen Anfang auch bald das Ende erreicht.

Die Ankunft der Familie H. Grafen Richards Blagai in der Stadt, ist bekannt.

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Der ausgemittelte Zug der Eisenbahn von Wien nach Triest –, ist in der Beilage beschrieben.


1839/13
Ljubljana, 20. januar 1839

10.

Ich mache den angekommenen verehrten Gästen mein ergebenstes Compliment, und erfreue mich recht sehr der glücklichen Ankunft. Neues ist nichts! – Morgen ist Casino Ball.

Theater Austheilung vom 20 ten bis 27 Jänner 1839

Sonntag den 20 ten … Liebe kann alles. In der Redutt Maskenball

Montag '' 21 ten … /

Dienstag '' 22 ten Lucia di Lamermoor (Benefice des H. Dworczazcik)

Mittwoch '' 23 ten … Liebes Intriguen. Geliebt seyn oder sterben

Donnerstag '' 24 ten Lucia di Lamermoor

Freytag '' 25 ten … /

Samstag '' 26 ten … Die Ballnacht (zum Letztenmal; Benef.des H. Dobricz)

Sonntag ''27 ten … Nachtlager in Granada (zum letztenmal)

Redutt Maskenball

Die allgemeine Zeitung enthält die Nachricht aus Pisa vom 3 ten Jänner, daß Ihre k. Hoheit die Prinzessin Marie von Würtenberg (Tochter König Philip Ludwigs) am 2 ten Jänner daselbst verschieden seye.


Feldmarschall Radetzky soll zum Gouverneur von Mainz und Feldzeugmeister Nugent zum vice Gouverneur dortselbst, bestimmt seyn. –


1839/14
Ljubljana, 20. januar 1839 II

Hochzuverehrender Herr Baron!

Meine innigsten Wünsche sind, daß der hochverehrte Papa sich heute schon recht gut befindet, bitte mich seiner Gnad zu empfehlen; und da ich die Allgemeine vom Freytag hier beischlüsse, erlaube ich mir ferner die Bitte, an die gnädige Gräfin von Attems meinen Handkus, und an Hochdieselbe und H. Grafen meinen Respect melden zu wollen. Meinen Kriegs Kameraden Grafen Herrmann begrüsse ich herzlich, und muß heute schon recht zudringlich seyn – Herrn Baron noch ferners zu bitten, da ich so weit unterrichtet bin, daß Mittwoch ein Feyer Tag in Lustall, und der Besuch in Ebensfeld für Donnerstag bestimmt ist, ob ich nicht lästig wäre, wenn ich Mittwochs nach Lustall kommen würde, bei S r Excellenz den Hochverehrten Papa erfra-


gen, – die Güte haben, und meine auszeichnende Hochachtung genehmigen zu wollen, mit welcher ich die Ehre habe, mich zu zeichnen:

Eure Hoch und Wohlgeborn

Laibach den 20 ten Jänner

1839

stets ergebener D[iene]r

Franz Hptm.


1839/15
Ljubljana, 22. januar 1839

11.

Der Redutt- oder Pudelball vom Sonntag war von 370 Personen besucht.

Bei H. Grafen Anton Thurn war Sonntag eine Abendgesellschaft unter den Titel: „Valette für H. Grafen Welsersheim.“

Morgen Mittwoch ist Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouvern., weil den 30 ten d. der bekannte Handlungsball statt findet, zu welchem schon über 700 Gäste geladen sind.

Man hört von der in Antragstehenden Errichtung einer 2 ten Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt in der Vorstadt St. Peter. In jener bei St. Jacob werden morgen allerlei Kleidungsstücke an die ärmsten der Kinder vertheilt.

Der Casino Ball von gestern war sehr stark besucht, und obgleich kein auffalender Putz, dennoch alles sehr elegant. Die Unterhaltung war sehr lebhaft, und dauerte bis 2 Uhr. Galoppe wurde wenig getanzt. Der Cotillon hat bei 80 Paare unterhalten. Frau Gräfin v. Stubenberg mit H. Gemahl haben den Ball gestern auch besucht! – In der Raststunde wurden nach den Zwischen den Actionairs und der Casino Direction bestehenden Vertrage, für heuer die zurück zu zahlenden Zehn Actien gezogen, und diese betreffen jene


sub N ro 18 Ihrer Excellenz Frauen Gräfinn von Erberg, Zwei des Guthbesitzers Gallé, 2 des Apotheker Meyer, Eine Handelsmann Kanz, 1 Handelsman Engler, 1 des Gewerken Martintschitz, 1 Apotheker Gramadsky, und eine D r Juris Baumgarten.

Herr Graf v. Welsperg war gestern auf den Balle nicht zu sehen, soll unwohl seyn.

Der kleine Pohle Goritko ist schon vor einiger Zeit an Hirnentzündung erkrankt, wozu sich nun Nervenkrankheit beigesellt, und derselbe gestern sehr in Gefahr war. Abends hieß es, es gehe ihn besser.

Beym Tanze des gestrigen Balles sind wohl bei 8 Paar gefallen, jedoch alles sehr glücklich ohne Beschädigung; man tanzte bis nach 2 Uhr, war aber alles schon so abgetanzt, daß den letzten Walzer kaum 2–3 Paar in Touren tanzten. Spieltische waren 6 besetzt.

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Sängerinn Delle Eder hat den gestrigen Ball auch besucht und mehrmal getanzt.


Einladung

Mitwoch den 23. Jänner 1839 Vormittag um 10 Uhr findet im Locale der Kleinkinderbewahr-Anstalt die Betheilung der ärmsten Kinder mit jenen Kleidungsstücken Statt, welche in der Anstalt, aus Spenden mehrerer Wohlthäter an Wolle und Zwirn erzeugt wurden. Die P. T. Gönner und Gönnerinnen dieser Anstalt werden hiezu geziemend eingeladen.


1839/16
Ljubljana, 24. januar 1839

12.

Dienstags hat sich hier ein Unglück ereignet! Herr Mulin (Engländer) Maschinen Directer bei der hiesigen ZuckerFabrick und Innhaber der hiesigen Baumwoll-Spinnfabrick, hat eine Windbüchse, welche derselbe von einem hiesigen Büchsenmacher untersuchen ließ, weil der Besitzer selbe fehlerhaft glaubte. Der Büchsenmacher konnte daran keinen Fehler finden, und um sich dießfalls zu überzeigen, fieng er an, diese mit Luft zu füllen; nachdem schon 200 Stösse erfolgt waren, erumter H. Mulin Vorsicht, indem es schon ziemlich mit Luft erfüllt wäre. Der Büchsenmacher meinte, er müsse die Büchse stark füllen, um den Fehler sicherer zu entdecken, und gelangte bis 240 Stösse, wo nun H. Mulin äußerst abrathete, allein der Herr Meister, der zur Hilfe einen Gesellen beihatte – setzte die Füllung fort, die Flasche zersprung, zerschmetterte die rechte Hand des Meisters, die gleich abgenommen werden mußte, und an der andern Hand mehrere Finger, die wohl auch alle werden abgenommen werden müssen. Der Geselle kam mit der Zerschmetterung einiger Finger


davon, die jedoch auch werden abgenommen werden müssen. Ein Finger der zerstörten Hand des Meisters flog mit aller Gewalt an’s Fenster, und wurde nachträglich den Patienten ins Spital nachgeschickt. Zwei zufällig in den Zimmer beschäftigt gewesene Frauenzimmer sind über die Gewalt der Explosion zu Boden geworfen worden. Man zweifelt, daß der Meister mit den Leben davon kommen wird. –

Das Soire von gestern Mittwoch bei S r Excellenz dem H. Gouverneur war stark besucht, von großen Putz – sehr brillant! – Es wurde bis 11 Uhr getanzt, und dann geendet.

Am Mittwoch war auch Ball in der Schüßstatt, allwo Herrn und Damen nicht 20 Personen zählten, daher es auch ohne Unterhaltung blieb.

Wie Frauen Gräfinn Hyacinthe Lichtenberg H. Baron Leopold geschrieben, ist das ernstliche Vorhaben am künftigen Dienstag den 29 ten d. M. ins Winter Quartier anher zu kommen.


1839/17
Ljubljana, 24. januar 1839 II

Eure Excellenz

Muß ich vor allem recht ergebenst danken für mir geschenkte gütige Aufnahme, und mir gewordenen recht angenehmenen Tag. Um 7 Uhr war ich in Laibach angekommen.

Das Schreiben an Kleinmeyer, welches mit Dringend bezeichnet habe, ist demselben sogleich zugestellt worden.

Für die Einladung Karten habe ich den Betrag bezahlt, und anliegende Eintritts Karten dafür erhalten.

Betreffend der Parthe Zettel habe ich nach Durchgehung des erst diesen Abend von der Hessin erhaltenen Verzeichnisses – nur die 5 Familien:

Bar. Vinzenz Schweiger

'' Ant. Codelli

'' Rechbach

'' Mallowetz

Gräfin Lichtenberg als abgänggig ermittelt, und – da ich gestern nur 4 Parien erhalten, das Meinige der Hessin als das 5 te auch behändigt, um die


Vertheilung zu besorgen. In den Verzeichniß fand ich noch einige der Familien, denen die bestimmten Parte noch nicht zugestellt waren. Ich nahm daher Anlas, die Wohnungen dieser Familien der Hessin zu notiren, damit Sie morgen die Vertheilung vollenden lassen könne. Das summarisch notirte Dom Capitel habe ich derselben namentlich mit

Domprobst Burger

Domdechand Jerin

Canonicus Crisoni

'' Zorn

'' Praprotnick

'' Pauscheck

'' Andrioli verzeichnet. Nun habe ich Eure Excellenz noch einige Namen vorschlagen wollen, um nach Ermessen zu bestimmen:

Kreishauptm. Bar. Rechbach

'' Bar. Flödnig

Gubernial Secret. von Znaimwerth


Gubernial Secretair Brandstädter und

Probst Albrecht in Neustadtl.

Eure Excellenz wollen mir nicht ungütig halten, wenn ich um geneigte Bedachtnahme auf mich – bitte, da ich meine Parte, wie vorangezeigt, der Hessin gegeben habe, um die 5 Familien zu versehen. Ich habe der Hessinn auch erinnert, wo sie die Parthe für Bar. Ant. Codelli und Vinzenz Schweiger abzu[ge]ben, und daß sie dort die Bestimmung für wen – besonders zu bemerken habe.

So schmeichle ich mir Eure Excellenz Wünschen nachgekommen zu seyn, und wünsche inniglich Hochderoselben baldige – völlige Genesung. Von Eure Exc. Gnade wage ich mir zu erbitten, meine Handküsse den verehrten Damen, meinen Respect den verehrten Herrn gütigst zur Kenntniß geben zu wollen, und indem ich mich allen und Eure Excellenz ferner


geneigten Wohlwollen anempfehle: Geharre ich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

24 ten Jänner

1839

am Donnerstag

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/18
Ljubljana, 27. januar 1839

13.

Theater Austheilung vom 27 ten Jänner bis 3 ten Febr . 1839

Sonntag den 27 ten Jänner … Das Nachtlager in Granada (zum letztenmale), dann Maskenball

Montag '' 28 ten '' … /

Dienstag '' 29 ten '' … Lucia von Lammermoor (zum letztenmal)

Mittwoch '' 30 ten '' … /

Donnerstag '' 31 ten '' … Ein Opernackt. Dan Production des Feuerkönigs Schwarzenberg

Freytag '' 1 ten Febr. '' … /

Samstag '' 2 ten '' … Die Falschmünzer (Benef. des H. Mellinger)

Sonntag '' 3 ten '' … Falschmünzer, als die letzte Oper Vorstellung

Redutt Maskenball

Das Oper Personale geht dann nach Klagenfurth.

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Fräulein Jeanette Klosenau ist heute wegen vorhabender Vermählung mit H. Grafen Ernest Coronini – zum erstenmal kirchlich verkündigt worden.


1839/19
Ljubljana, 29. januar 1839

14.

Es sollen Nachrichten hier seyn, daß die Frau Baroninn Pirquet in Legnago sehr schwer krank darnieder liege. Man habe derselben schon 6mal zur Ader gelassen, und 4mal Bluteggel angewendet. Das Uibel soll Katralisch-Nervös – allein wegen der Blutablassung, muß es entzündlich seyn. Man sagt auch – daß es Flecke wären, und man Eis bei der Patientin anwende! –

Am Sonntag war der Pudelball über 700 Personen besucht, welches den Theater Unternehmer eine gute Einnahme gab. Die Person zahlt 30 xr Entre!

Der Casino Ball war gestern etwas minder zahlreich – als letzt besucht; der Saal war jedoch voll und alles recht nett. Comtesse Helene Welsperg war sehr schön gekleidet, sie ist izt ganz bei den Gouvernerischen. Obschon Sonntag in Egg bei Krainburg Ball gewesen, so war die ganze Familie Zois gestern im Casino. Die übrige Societte fehlte auch nicht, und H. Polizei Directer Sicard mit Frau Gemahlin, diese in Rosa Seide gekleidet, waren auch zugegen. Man tanzte emsig! Cotillon zählte 64 Paare. Nach 2 Uhr waren die bestimmten Tänze vollendet – den letzten tanzte auch nicht ein einziges Paar. Galoppe wurde nicht getanzt, nur etwas zu Ende der Cottillons. Spieltische waren 7 besetzt. Es schien gestern an Tänzern zu fehlen. Von den Graf Weichard Auerspergischen Comtessen tanzte nur eine, – nur einmal!


Gustav Graf Auersperg von Mokritz, Lieutenant bei Schneller Chev. in Schlesien dislocirt, ist hier mit Urlaub; ist ein groß gewachsener junger Mann.

Herr Graf Welsperg war gestern nicht im Casino; man hörte, derselbe wollte heute um die Frau Gräfin resien.

Herr Graf Welsersheim reiset morgen nach Klagenfurth ab; die Frauen Gräfin wird ihn dahin begleiten, aber bald wieder rückkehren, weil die Umsiedlung der Familie erst zu Georgii statt finden soll.

Von den durch die Windbüchse Verunglückten, soll einer bereits gestorben seyn.

Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg, welche heute hier ins Winterquartier ankommen wollte, kommt wegen dort gefallenen häutigen Schnee, wodurch die Reise im Wagen erschwert, auch die Gebirgsstrasse noch ohne Bahn ist – heute nicht, und mußte das Vorhaben verschieben.

Wie Herr Graf von Hohenwarth eine schriftliche Mittheilung macht, wäre Herr Baron Leopold von Lichtenberg Bräutigam mit Comtesse Clementine Welsersheimb! Dieses muß sich zwischen den gestrigen Ball bis diesen Morgen vergeäußert haben! –

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Wünsche das beste Vorschreiten in den Befinden S r Excellenz!

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Man hört, daß der Handelsball bei 1000 Gäste zählt, das wird ein Gedränge in der Redutt geben!


Von Laibach

S r Excellenz

Des k. k. wirklichen Geheimen Rathes

und Kammerers etz etz etz

Herrn Herrn Baron von Erberg etz etz

zu

Lustall



N o 172

Eintritts-Karte

zu dem

geschlossenen Gesellschaftsballe

zum Besten des hiesigen

Handlungscommis- & Apotheker-Gehilfen-

KRANKEN-INSTITUTES

am 30. Jänner 1839, im ständischen Redoutensaale.

Nur gültig für S e Excellenz H rn Baron v. Erberg.

Der Ausschuß


1839/20
Ljubljana, 31. januar 1839

Eure Excellenz!

Werden sich über den schnellen Entschluß Herrn Barons Leopold von Lichtenberg gewieß sehr verwundert haben! Der Herr Baron sprach einigemal während des Casino Balles am Montag mit der jungen Gräfin, indem er Sie, als Sie mit den Aichelburgischen im Saale promenirte – begleitete; – übernacht wurde der Entschlus reif –, und der Herr Baron machte am Dienstag früh – das förmliche Begehren, welches bis 12 Uhr gewieß schon die halbe, wo nicht – die ganze Stadt – wußte. – Ich bin selbst darüber erfreut! Gestern war der Namenstag der alten Frauen Gräfin Hyacinth, und gestern wird der Herr Sohn seinen – zu Ihrem Troste gewies gereichenden Entschluß, – Hochderselben bekannt gegeben haben. Die Vermählung soll im Juni statt finden. – Graf und Gräfinn von Welsersheim sind gestern nach Klagenfurth abgereist.

Ich muß paar Tage das Bette hüthen, weil mein kranker Fuß neue Wunden bekömmt, und deshalb warme Umschläge machen.

Eure Excellence um ferneres Wohlwollen


bittend, wünsche ich Hochderoselben recht baldige völlige Herstellung der Gesundheit, an welcher ich den wärmsten, den innigsten Antheil nehme, und meinen heißesten Wunsch darinn vereinige, daß Gott Eure Excellence noch recht lange erhalten möge! Mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence

Laibach den 31 Jänner

1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/21
Ljubljana, 1. februar 1839

15.

Herr Graf Welsperg ist gestern um seine Frauen Gräfin abzuholen, abgereist.

Der kleine Pohle Coritko ist gestern Abend gestorben. Auch der Mitunternehmer der Laibacher Wassersperr, Debeutz, welcher im vorigen Jahre bei den besagten Wasserbau durch Einsturz den Fuß brach – sich diesen nicht abnehmen lassen wollte, ist auch gestern gestorben.

Herr Graf mit Frau Gräfin Welsersheimb konnte gestern den Loibel nicht passiren, und mußten in Neumarkel abwarten, bis diese Passage eröffnet wird. H. Graf Ig. Blagai und Bar. Franz Lazarini, welche sie bis Neumarkel begleitet, und dort übernachtet hatten, sind gestern Abend hier zurück angekommen.

Das Theater war gestern stark besucht; der Feuerkönig Schwarzenberg hat sich mit Beifall producirt, seine Experimente sind alle gut ausgefallen.

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Wünsche baldige vollkommene Herstellung S r Excellenz, und bin so frey beizufügen, daß es mir heute um sehr vieles besser ergehet. Empfehle mich allseitiger Wohlgewogenheit.


1839/22
Ljubljana, 2. februar 1839

16.

Nächsten Mittwoch den 6 ten dieses ist das letzte Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouverneur.

Comtesse Helene Welsperg soll von Ihren künftigen Schwieger Eltern einen schönen Schmuck mit Brasletten erhalten haben, nämlich von den H. Generaln von Sunstenau.

Wie durch die Laibacher Zeitung verlautbart worden, gab gestern die Philharmonische Gesellschaft ein Concert – die vier Jahreszeiten – von Hayden; dieses großartige Tonkunststück kann jedoch bei so beschränkten Mitteln und unzulänglichen Chor und Orchester Personale – hier niemal in einiger Vollkommenheit gegeben werden, wie es auch gestern der Fall war. An Entre sind 79 f 40 xr eingegangen.

Heute wird der verstorbene Pohle Korytko Nachmittag begraben.

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Indem die besten Wünsche für die baldige völlige Genesung S r Exc. beifüge –, melde ich zugleich das gute Fortschriten und Besserung meines kranken Fusses. Der verlorene Appetit ist rückgekehrt.


1839/23
Ljubljana, 3. februar 1839

17.

Die Oper Gesellschaft reiset morgen Montag von hier nach Klagenfurth ab.

Die Kälte steiget mit jedem Tage, war gestern 14 Grad, und scheint heute noch höher zu seyn; wie zu hören – ist sie heute 17 Grad.

Morgen Montag ist der letzte Casino Ball; und Mittwoch das letzte Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouverneur.

Gestern Abend war der Salzburger Postwagen, welcher am Donnerstag zu kommen hatte, hier noch nicht eingetroffen, daher die Freytags ausgegeben werdende allgemeine Zeitung – auch noch nicht eingetroffen ist; kam gestern Mittags an.

Theater Austheilung vom 3 ten bis 10 ten Februar 1839

Sonntag den 3 ten … Der Schwur (letzte Oper Vorstellung) Redutt Maskenball

Montag '' 4 ten … /

Dienstag '' 5 ten … Heurath durch die Güterlotterie. Production H. Schwarzenbergs (Feuerkonigs)

Mittwoch '' 6 ten … /

Donnerstag '' 7 ten … Die Braut. Production H. Schwarzenbergs

Freytag '' 8 ten … /

Samstag '' 9 ten … Die Gönnerschaften

Sonntag '' 10 ten … Hotel Weilburg. Redutt Maskenball


[Program od 3. do 10. februarja se še enkrat ponovi na posebnem listku s pripisom pri 3. februarju:

Morgen Montag reiset die Oper Gesellschaft nach Klagenfurth.]


Frauen Gräfinn in Ebensfeld.


1839/24
Ljubljana, 5. februar 1839

18.

Der Pudelball am Sonntag war von etwa 600 Personen besucht; 595 Billiets waren bezahlt.

Es sollen Briefe von hier angekommen seyn, daß der pohlnische General Dwernizki,welcher in Prag seinen Aufenthalt hatte, durch den belgischen Gesandten für die belgischen Kriegsdienste gewonnen worden, und von Prag abgegangen seye. In das Schreiben soll angeben, als wenn der General sich in Geheim von Prag entfernt hätte.

Der Casino Ball von gestern Montag war gut besucht –, artig und anständig – wie immer, dauerte bis 2 Uhr wie sonst. Künftigen Montag ist Ball in der Schüßstatt zu Gunsten der Kleinkinder Bewahr Anstalt.

Faschings Dienstag wird auf besonderes Verlangen noch ein Casino Ball seyn, welcher aber schon um 7 Uhr anfangen, und bis 12 Uhr dauern wird.

Herr Baron Leopold Lichtenberg gibt heute ein Dinér von 12 Personen, lauter Männer.

Morgen Mittwoch ist das letzte Soiré bei S r Excellenz den H. Gouverneur.


1839/25
Ljubljana, 6. februar 1839

19.

Major Freyherr Lederer wird OberstLieut. und bei einem Cavalerie Regmt. eingetheilt; war Flügel Adjutant bei S r Majestaet.

Graf Stadion – Rittmeister von Coburg Uhlanen wird Major und Flügel Adjutant bei S r Majestaet dem Kaiser.

Der regirende Fürst zu Hessen Homburg ist gestorben; in Folge dessen der hier Landes Commandirende General – Feldzeugmeister Fürst Philip zu Hessen Homburg zur Regierung gelangt.

Baron Spiegelfeld Rittmeister von Kaiser Chev. legers wird Adjutantbeym Hofkriegsraths Präsidenten Grafen Ig. Hardegg.


1839/26
Ljubljana, 7. februar 1839

20.

Es ist seit paar Tagen ein junger Civiler Mensch hier, der stock Blind ist, jedoch auf einer Zitter Tonstücke vorträgt, dabei allerlei Thiere, und Vögel – im Gesang, Gebelle, Geheule etz. etz. sehr täuschend – nachahmend producirt, den man in Privat-Häuser kommen läßt.

Das Soirée bei S r Excellenz H. Gouverneur soll gestern gut besucht gewesen seyn. Die Jugend tanzte bei Forte Piano und Harmoniemusick bis 11 Uhr. Ihre Excellenz die Frauen Gouverneur. war nicht beym Soirée erschienen.

Gestern Abend war die Trauung H. Grafen Ernest Coronini mit Fräulein Jeanette v. Klosenau in der Domkirche.

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Jetti Elsner ist an einem rheuvmatischen Fieber krank; Ihre Mama aber von den aufgehabten Gliederreißen hergestellt, und ganz gesund. –


1839/27
Ljubljana, 8. februar 1839

Eure Excellenz!

Gütige Zeilen haben mich sehr erfreut – weil mir die Versicherung geworden, daß Hochdieselben in guten Convalens sich befinden, welches für mich – der Hochdieselben so hoch verehrt, von unendlicher Beruhigung ist; auch mir ergehet es viel besser, und wenn nichts widriges dazu kömmt, hoffe ich der heute erhaltenen Einladung für Sonntag zum Tafel bei Herrn Fürst Bischof – Folge leisten zu können. Seit 22 ten Jänner bringe ich größtentheils im Bette zu, bloß zum Mittagessen, verlasse ich das Bette. Eure Excellenz wollen die Versicherung genehmigen, daß in dieser Zeit mein Herz – meine Seele immer bei Hochdenenselben ist, wenn ich so ganz allein in Bette in meinen Zimmer bin, und meine Wünsche innig-


lich sind, daß Gott Eure Excellenz lange erhalten wolle!

Ganz sicher war ich der Meinung, daß der Herr Baron Jos. erst morgen abreisen werde, doch ist es schon gestern geschehen.Ich wünsche und hoffe, daß seine Reise gut und glücklich zurück gelegt wird, und bin sehnsüchtig nach seiner Nachricht. –

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend, bin ich der Hoffnung, daß das verehrte Ehepaar in Ebensfeld sich recht wohl befinde,deren ich mich oft mit Anhänglichkeit erinnere. –

Bitte um ferneres geneigte Wohlwollen, und gebe zur Nachricht, daß H. Bar. Leopold wegen Gesichts Geschwulst, das Zimmer hüthen muß. Heute in der Mittagsstunde hatten sich bis 14 Schlitten, ein und zweispännig zu


einer kleinen Fahrt vereingt. Drey Vorreiter eröffneten den Zug. Ihre Exc. Frau Gouverneure nahm auch daran theil.

Eure Excellenz meinen Respect, zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laib. den 8 Febr. 1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/28
Ljubljana, 10. februar 1839

21.

Es wird erzählt, daß der k. k. Hof-Dolmetsch Bar. Hammer Burgstall wegen Uiberwerfung mit den Fürsten Metternich, auf allerhöchstes Handbilliet S r Majestaet des Kaisers, des Dienstes entlassen worden seye.

Frau von Jellachich ist zu der Vermählungsfeyer Ihrer Schwester Jeanette Klosenau von Wien gekommen.

Theater Austheilung vom 10 ten bis 17 ten Febr. 1839

Sonntag den 10 ten … Hotel Weilburg.

Montag '' 11 ten … /

Dienstag '' 12 ten … /

Mittwoch '' 13 ten … /

Donnerstag '' 14 ten … Hamlet

Freytag '' 15 ten … /

Samstag '' 16 ten Benefice des H. Wahrhofsky.Das Stück noch nicht bestimmt.

Sonntag '' 17 ten … Des Strandes Tochter


1839/29
Ljubljana, 13. februar 1839

22.

Die Frau Wittwee des verstorbenen H. Feldmarschalls Bar. Latterman ist gestorben, daher die Familie H. Grafen Welsersheimb in kleiner Trauer ist. Frau Gräfinn Welsersheimb ist aus Klagenfurth zurück.

Die Frau des H. Baron Anton Codelli ist hier; man hört sprechen, Sie leide an Luftröhren Schwindsucht! –

Der Redutt Ball am Sonntag war von nahe 700 Personen besucht, und dauerte bis Montag 8 Uhr.

Gestern in der Mittagsstunde hat man wieder eine Schlittenfahrt veranstaltet; es waren bei 18 – ein und zweyspännige Schlitten, mit 2 Vorreitern. In der Rückfahrt hat der OberLieut. Graf Rhode seine Dame, die Frau Baron Anton Codelli in der Herrengasse umgeworfen.

Frau Gräfin Seraphine von Thurn ist krank; man hat Samstag eine Aderlas anwenden müssen, ein Anfall von Lungenentzündung.

Der Casino Ball war gestern gut besucht, und soll recht munter gewesen seyn. Frau Gräfinn Ernest Coronini mit Frau Schwester Jellachich waren auch anwesend.Baronesse Louise Schweiger wurde es während den Tanze sehr übel, vermuthlich in Folge zu starken Leibschnürens, und dieser Umstand veranlaßte eine kleine Störung. Der Cottillon wurde von einigen über 70 Paar getanzt.

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Wünsche,


daß S r Excellenz Gesundheit wohl seyn möchte, und füge bei, daß der kranke Fuß schon viel gebessert, mir es möglich geworden, am Sonntag beym H. Fürst Bischof zu speisen, da Frau Gräfinn Seifried Lichtenberg mich dahin fahren, und auch wieder abholen ließ.


1839/30
Ljubljana, 15. februar 1839

23.

Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg ist gestern gegen Abend hier eingetroffen; bald nach Ihrer Ankunft wurde Sie von der Gräfinn Welsersheimb besucht, welche sich bei diesen Besuch ziemlich verweilte.

Heute ist Abend ein Concert im Deutschen Ordenshause gegen 20 xr Entrée, welches ein Violinkünstler gibt, der sich J. F. Bezdek schreibt.


1839/31
Ljubljana, 16. februar 1839

24.

Gestern verbreitete sich die über Triest gekommene Nachricht, König Philip sey ermördert – (erschossen) worden.

Heute will man wissen, daß ein Curier mit dieser Unglückspost hier durchgeeilt seye.

Auch erzählt man, es wären gestern auch von Wien derlei Nachrichten gekommen.

Dieser Vorfall – wenn solcher sich bestättigen sollte, – würde große Folgen haben, und möchte große Verwicklungen herbei führen.


1839/32
Ljubljana, 16. februar 1839 II

Eure Excellenz!

Erstatte ergebensten Dank für die gütige Theilnahme meiner Unpäßlichkeit, die sich wohl viel gebessert, mir aber noch nicht völlige Beruhigung gewährt, da sich einige schmerzhafte Punkte zeigen, die sich noch öffnen dürften.

Zugleich danke auch für die geneigte Nachricht der so glücklich gelegten Reise Herrn Baron Joseph, und bitte recht ergebenst, meine innigst theilnehmende Empfehlungen, verbunden mit großen Dank für seine Erinnerung – an Selben zu berichten.

Eure Excellenz haben über Hochderoselben Befinden in den gütigen Schreiben nichts bemerkt, welches mich in Zweifel setzt, obgleich mein einziger Wünsch ist,


daß Eure Excellenz immer recht fester Gesundheit genüssen möchten, und ich in dieser Beziehung sehr glücklich seyn würde, wenn diese meine Wünsche stets erfüllt bleiben. Mein großer Wunsch und Sehnsucht ist, Eure Excellenz nur bald persönlich verehren zu können.

Uiber die Nachricht von den Unglücke des franz. Königs soll Frauen Gräfin Hohenwarth heute immer in Thränen, Herr Graf aber heute im Bette seyn! –

Die Soirees bei S r Excellenz dem H. Gouverneur sind geschlossen, wie ich schon letztlich angerichtet habe, denn in der Fasten waren diese niemals gehalten.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn und gnädiger Frauen


Gräfin von Attems die Hand küssend, erstatte meinen Respect den Herrn Grafen, bitte um allseitige Wohlgewogenheit, und indem ich beifüge, daß im Casino an den Montagen, Gesellschafts Tombolla, die Fasten hindurch seyn werde, bitte ich Eure Excellenz meine Verehrung und unbegränzte Hochachtung zu genehmigen, mit welcher ich mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

16 ten Febr 1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/33
Ljubljana, 17. februar 1839

25.

Theater Austheilung vom 17 ten bis 24 ten Februar 1839

Sonntag den 17 ten … Des Strandes Tochter

Montag '' 18 ten … /

Dienstag '' 19 ten … Der Zögling

Mittwoch '' 20 ten … Der Taubstumme

Donnerstag '' 21 ten … Die Tochter der Geizigen

Freytag '' 22 ten … /

Samstag '' 23 ten Griseldis (Benefice des H. Czermak)

Sonntag '' 24 ten … Schloß Greifenstein

Bis izt sind noch keine bestimmten Nachrichten über den Vorfall von Paris – bekannt geworden. Man nimmt die tröstliche Hoffnung an, daß diese – so wie viele andere, schon über Triest gekommenen Nachrichten, sich nicht bestättigen wird.


[Program od 17. do 24. februarja se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Frauen Gräfinn in Ebensfeld.


1839/34
Ljubljana, 19. februar 1839

26.

Uiber eingehollte Nachricht.

Die Casino Tombolla von gestern war nicht zahlreich –; außer den Herrn und Damen der höhern Societaet, war die Gesellschaft von den andern Mitgliedern schwach besucht. Die Gewinnste waren wie sonst besonders aufgestellt, die Blätter, das Stück, wie immer á 10 xr ausgegeben worden.

Der sich hier schon einige Zeit aufhaltende junge blinde Mann producirte sich auf seiner Zitter, dann mit Nachahmen verschiedener Thiere und Vögel Laute, der viel Beifall eratete.

Im ersten Tombollaspiel gewannen :

Ambo … 1 ten Treffer … Trinkbecher von Kristallglas mit blauer Email

Baronesse Gabrielle Zois

2 ten Treffer … Englisches Reise Schreibzeug

Comtesse Clementine Welsersheimb

Terno … 1 ten Treffer … Eine Kaffeeschale von Porsulaine

H. Lieut. Eduard Bar. Egkh

2 ten Treffer … Eine Milchkanne von Glas mit Goldverzierung

H. D r Eberl

QuaTerno … 1 ten Treffer … Oel und Essig TafelAufsatz plattirt

H. BezirksCommissair Possauner

2 ten Treffer … Schreibzeug von Guseisen

Strassen Commissair H. v. Thelen

Cinquin … Nachtlampe von Gußeisen mit pronce Lack

H. Kranz


Tombolla … Früchten Aufsatz von Kristall

Landrechts Beamte H. Redange

In diesem Spiele sind 50 f 45 x CM eingegangen.

Im zweyten Spiele :

Ambo … 1 ten Treffer … Trinkbecher von Glaskristall mit rother Email

Verpflegs Verwalter H. Knopp

2 ten Treffer … Meisner Tabackspfeifenkopf mit Rohr

Handelsmann H. Dolcher

Terno … 1 ten Treffer … Reise Schreib Etui

Herr Julius Fichtenau

2 ten Treffer … Zuckerkorb vom geschliffenen Glase

H. Wallensberg Vater

QuaTerno … 1 ten Treffer … Boul Schwerstein

Kreis Commissair H. Raab

2 ten Treffer … Damen Arbeits Tisch

Baronesse Camilla Schweiger

Cinquin … Eine Pendeluhr

Handelsmann H. Peschka

Tombolla … Ein Paar plattirte Armleuchter

Comtesse Clementine Welsersheimb

Dieses Spiel machte 43 f 55 x CM Einnahme, beyde zusammen 94 f 40 x CM.


1839/35
Ljubljana, 20. februar 1839

27.

Herr Graf von Welsperg ist mit Frauen Gräfinn, der Comtesse Mathilde etz. schon vor paar Tagen hier angekommen, und hat die Frau Schwester der Frau Gräfin mitgebracht. –

Frau Baron Anton Codelli gedenkt Uibermorgen, am Freytag nach Triest rückzukehren; die Baronesse Fanny v. Schmidburg gehet mit derselben dahin.

Der junge Baron Alphons Zois will Soldat werden, ist deshalb zur Familie hieher gekommen.

Frau Gräfinn Welsersheimb ist an Zeheweh leidend und verschwollen, zu Bette.


1839/36
Ljubljana, 21. februar 1839

28.

Herrn Grafen Hohenwarth wurde Dienstags am Rückgrad, und gestern Mittwoch am rechten Knie Iggel gesetzt. Nach eingehollter Erkundigung gehet es heute besser! – Der Herr Graf ist noch im Bette! –

Es dürfte bekannt seyn, daß D r Russ mit Frau, Handelsmann Terbinz mit Frau, Handelsmann Fabriotti und der Sohn des H. Gallée, eine Reise nach Rom unternommen haben –; sie wollen aber – wie man hört, diese Reise bis Neapel und nach Sicilien ausdehnen.


1839/37
Ljubljana, 22. februar 1839

29.

Letzthin soll Comtesse Mathilde Welsperg im Theater gewesen seyn. Das Neugeborne, hört man sagen, seye in Inspruck geblieben, und für dasselbe würde monathl. 20 f CM bezahlt.

Die Frau des Herrn von Zois in Gratz, geborne v. Flug, ist dort von einem Knaben glücklich entbunden worden.

Gestern gab der Herr Graf Hohenwarth ein Dinér, bei welchem der Herr Graf nicht erschienen, und keinem seiner Gäste sichtbar geworden ist, woraus man schlüssen wollte, als wenn die Leiden des Fusses sich vermehrt hätten.

Letzten Montag hat nicht der blinde Zitter Spieler, sondern der Violinkünstler Bezdeck, welcher letzthin im Deutschen Hause ein Concert gab, auf der Violin sich hören lassen, und großen Beyfall geerndtet; welches zur Berichtigung der Nachricht vom 19 ten d. N r 26 hier bemerkt wird.

Heute ist Frau Baron Anton Codelli mit Fräulein Schwester Fanny – nach Triest abgereist.


1839/38
Ljubljana, 22. februar 1839 II

Eure Excellenz!

Wollen hochgeneigt meine ergebensten Wünsche genehmigen, welche ich aus Anlaß Hochderoselben heutigen Geburtstages darzubringen, und Eure Excellenz meine hohe Verehrung zu bezeugen, so frey bin. Gott erhalte Eure Excellenz noch viele Jahre, und verleihe Hochdenenselben andauernde feste Gesundheit, so wie alles jene ersprießliche Gute, so Excellenz geeignet finden. Zugleich bin ich so frey, mich fernern geneigten Wohlwollen anzuempfehlen, küsse vielmalen die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

22 ten Febr 1839

stets ergebener D[iene]r

Franz Hptm.


1839/39
Ljubljana, 23. februar 1839

30.

Schon vor einigen Tagen sprach man hier, daß Gubern. Sekretair H. Graf von Aichelburg und H. Baron von Spiegelfeld zu Gubern. Räthen resolvirt worden wären; nachdem aber dießfälliger Vorschlag erst vor Kurzen nach Wien abgelaufen ist, so ist diese Angabe allerdings unbegründet, und dürfte nur eine Verwechslung mit den Vorschlag dieser Herrn geschehen seyn, in welchem selbe enthalten sind.

Frau Gräfin Seraphine Thurn befindet sich schon in der Reconvalescenz. – Frau Gräfin Wenzel Lichtenberg ist recitiv geworden, noch unwohl.

Herr Baron Ludwig Lazarini (Papa) liegt an rheuvmatischen Fieber zu Bette. Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg befindet sich wohl.


1839/40
Ljubljana, 24. februar 1839

31.

Theater Austheilung vom 24 ten Febr bis 3 Maerz 1839

Sonntag den 24 ten … Schloß Greifenstein

Montag '' 25 ten … /

Dienstag '' 26 ten … Sorgen ohne Noth

Mittwoch '' 27 ten Camoens Liebes Intriguen

Donnerstag '' 28 ten Febr … Das Schreibpult

Freytag '' 1 ten März … /

Samstag '' 2 ten … Die Fremde (Benef. des H. Gehrig)

Sonntag '' 3 ten … Strassenjunge von Paris

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Mittwoch den 27 ten d. M. wird Soirée bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur seyn.


1839/41
Ljubljana, 26. februar 1839

32.

Herr Graf Anton Auersperg war dieser Tage hier und ist wieder nach Unterkrain zurück, gedenkt jedoch nächstens nach Wien zu reisen.

Die Tombolla Gesellschaft im Casino – war gestern nicht zahlreich.

Gewinnste machten im ersten Spiele :

Ambo … 1 ten Treffer … Reisesack

Comtesse Ida Barbo für H. Bar. Franz Lazarini

2 ten Treffer … Schwerstein rococo renaissance

Comtesse Antoinette Welsersheimb für H. Lieutenant Alex. Lazarini

Terno … 1 ten Treffer … Cigaren Etui

Der Verpflegs Verwalter H. Knopp

2 ten Treffer … Toilette Büchse von Blech, laquirt – mit englischer Seife

Fräulein Louise Raichich

QuaTerno … 1 ten Treffer … Meerschaumpfeife mit Silber beschlagen

Handelsman H. Dolcher

2 ten Treffer … Plattirte Kammschachtel

Gub. Concepts Practicant H. Carl Pavich


Cinquin … Toilette Spiegel mit Holzgestell, pollitirt und vergoldet

Comtesse Klementine Welsersheimb

Tombolla … Transparente Nachtuhr

Buchhaltungs Beamter H. Schrapöck

In diesem Spiele sind 49 f 30 x CM eingegangen.

Im zweiten Spiele

Ambo … 1 ten Treffer … Karten Presse

Regiments Arzt H. D r Baertel

2 ten Treffer … Handspiegel von Gußeisen

Die Frau des H. Luschin

Terno … 1 ten Treffer … Damen Arbeits-Cassette

Fräulein Marietta Raichich

2 ten Treffer … Taback Magazin

Die Frau des H. Bouffleur

Qua Terno … 1 ten Treffer … Ein plattirtes Dejenér

Die Frau des H. v. Thelen

2 ten Treffer … Damen Rudecul mit Chinillieu Stickerey vom Leder

H. Wallensperg Vater


Cinquin … Opern Gucker

Gubern. Steuer Bureaux Beamter, H. Schütz

Tombolla … Port Feuille sammt Einrichtung

H. OberLieutenant Stengel

In diesem Spiele kamen 45 f 20 x, in beyden zusammen 94 f 50 x CM ein.


1839/42
Ljubljana, 26. februar 1839 II

Eure Excellenz

Soll ich anliegenden, durch H. Baron Franz Lazarini erhaltenen Parthe – überreichen; und erlaube mir bei dieser Gelegenheit mich nach den Befinden Eure Excellenz zu erkundigen, immer hoffend, daß es nun schon ganz erwünscht seyn werde, welches ich so inniglich wünsche! – Ich hatte für heute Dienstags den Vorsatz – Eure Excellenz meine Aufwartung zu machen, doch der eingetrettene Schnee, und sich vermehrter Schmerz meines kranken Fusses, machen es unmöglich; – doch vertraue ich bald so glücklich zu seyn, Eure Excellenz meine Verehrung zu bezeigen.

Herr Baron Joseph dürfte wohl schon etwas bestimmtes aus Wien geschrieben haben; ich erlaube mir die ergebene Bitte, meine besten Empfehlungen an Ihn. –

Eure


Excellenz gnädige Erlaubniß benützend, wage ich zu bitten, wenn es Vorrath gestattet, um etwas Erdmandel, und – bitte aber – ja nicht ungnädig zu halten:um ein Fläschchen Eau Cologne. Bitte zugleich um ferneres Wohlwollen, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, bitte – bitte: an das verehrte junge Ehepaar in Ebensfeld meinen Respect,und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach am 26 Febr 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/43
Ljubljana, 27. februar 1839

33.

Heute Morgens war ein ziemlicher Frost, doch die Sonne lindert die Witterung, da sie heute recht warm scheinet.

Hier in einer Vorstadt ist ein verunglücktes Mädchen von Drillingen (1 Knaben, 2 Mädchen) zwar glücklich entbunden worden, die Kinder sind jedoch bald gestorben.

Bei H. Grafen Hohenwarth gehet es viel besser, welches recht erwünscht ist.


1839/44
Ljubljana, 2. marec 1839

34.

Theater Austheilung vom 3 ten bis 10 ten Maerz

Sonntag den 3 ten … Strassenjunge von Paris

Montag '' 4 ten … /

Dienstag '' 5 ten … Folgen einer Mißheurath

Mittwoch '' 6 ten … Der Zauberdrache

Donnerstag '' 7 ten … Miller und sein Kind

Freytag '' 8 ten … /

Samstag '' 9 ten … Schule des Lebens (Benef. des H. Köppl)

Sonntag '' 10 ten … Die beyden Sergeanten.


1839/45
Ljubljana, 2. marec 1839 II

Eure Excellenz

Erstatte ergebensten Dank für die Erdmandel, und wünsche das beste Befinden, indem ich die Schachtel zurück sende. Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 2 März

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/46
Ljubljana, 5. marec 1839

35.

Die Tombolla des Casino war gestern nicht stark besucht. Die Spiellust scheint jedoch angeregt gewesen zu seyn, da im ersten Spiele 56 f, im zweyten Spiele 52 f 50 x, zusammen in beyden 108 f 50 x CM eingegangen, obgleich die gebothenen Gewinne nicht besonders gewesen sind. Als Gewinner des bestimmten Gegenstände sind bemerkt:

Im ersten Spiele :

Ambo … Visitt Karten Etui von Buol

H. Gub. Rath Wagner

Terno … 1 ten Treffer … Gefülltes Cigarren Etui

Fräule Dollinger

2 ten Treffer … Englischer Schuhsäuberer

Frau Baron Rechbach, für ObLt. Vandoni

Die beyden Damen haben die Gewinnste gewechselt.

QuaTerno … Schreib Mappe mit vier Ansichten

H. Hptman. Modler

Cinquin … Silbener Becher

Handelsmann H. Peschka

Tombolla … Theeservice von englischen Wedgewood

Cadet Tabonie/Taboure

Im zweyten


Im zweyten Spiele

Ambo … Moderne Tabacks Büchse

Die Frau des Buchhaltungs Beamten H. Paulin

Terno … 1 ten Treffer: Studier Lampe

Frau des H. Carl Pavich

2 ten Treffer: plattirten Toilette Spiegel

Frau Gräfin Weickard Auersperg

QuaTerno … Damen Arbeits Korb

Die Tochter H. Professors Heinrich

Cinquin … Silbern Handleichter

Comtesse Cöcile Auersperg

Tombolla … Eleganter Thermometter von Perlmutter

Die Frau H. Rgts. Arztes D r Baertel

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Ich bin so frei die allgemeine Zeitung zum Durchsehen zu übersenden.


1839/47
Ljubljana, 6. marec 1839

36.

Man war der Meinung, daß – weil ein Ball zum Vortheile der Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt gehalten worden ist, daß von der gewissen Einlieferung der Damen Arbeiten für eine Tombolla zu diesem Zwecke, heuer abgegangen werden wird. Indessen sind die Ersuchen nach allen Seiten um derlei Arbeiten, und dringender Art geschehen, wornach diese Opfergaben sich alljährlich erhalten würden; indessen ist nicht verlautbart, wann es zur Ausspielung dieser Gegenstände kommen solle! Ob vielleicht das Soiré zur Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet mit diesen wohlthätigen Werke gehalten, oder welch andere Feyer damit verbunden wird.

Herr Polizei Directer Gub. Rath Sicard ist an einen heftigen Kartar etz. Bettlegerig.


1839/48
Ljubljana, 8. marec 1839

37.

Man erzählt hier, daß Handelsmann Seeger für ein Wiener Handlungshaus hier bei Privaten Geld aufgenommen, welch Letzteres in Wien fallirte. H. Seeger soll sich vor einigen Tagen von hier entfernt haben, und heute sollen die Gläubiger über das Waarenlager des Seegers hergefallen seyn, sich Handpfand der Art verschaft, aufs Haus sich vormerken lassen und was nur zu ihrer Sicherheit dienlich, fürgekehrt haben.

Auch Handelsman Aicholzer soll bei diesen Wiener Haus Verlust zu besorgen haben.


1839/49
Ljubljana, 9. marec 1839

38.

S e kaiserl. Hoheit der EH Carl werden auf Ihrer Reise nach Neapel künftigen Dienstag den 12 ten d. – Laibach passiren, jedoch in Oberlaibach übernachten, und hier nur die Postpferde umspannen.

Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg wurden wegen Kopfschmerzen gestern Bluteggel gesetzt. Sie befindet sich heute besser, ist jedoch nicht im Bette. Die Frauen Gräfin läßt recht viel Schönes nach Lustall sagen.


1839/50
Ljubljana, 9. marec 1839 II

Eure Excellenz!

Ergebensten Dank für den überschickten Eau de Cologne erstattend, bin ich sehr traurig über den Verlust des Hirschens. Es muß große Fahrlässigkeit unterlaufen seyn! – Vielleicht kömmt solcher doch wieder, wie schon einmal geschehen, wieder zurück, welches recht sehr wünsche.Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand küsse, um ferneres geneigtes Wohlwollen bitte, und mit meinen innigsten Respect an Eure Excellenz und den besten Wünschen für Hochderoselben bestes Befinden, füge nur bei, daß es mir etwas besser geht, und ich mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 9 ten März

1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/51
Ljubljana, 10. marec 1839

39.

S e kais. Hoheit der EH Carl werden vom Montag zum Dienstag in Cilly übernachten, und Dienstags die Tour von Cilly über Laibach – bis Oberlaibach machen.

Theater Austheilung vom 10 ten bis 17 ten dieses

Sonntag den 10 ten … Die Fremde

Montag '' 11 ten … /

Dienstag '' 12 ten … Zurücksetzung (Benef. des H. Koch)

Mittwoch '' 13 ten … Brautschleyer. Königinn von 16 Jahren

Donnerstag '' 14 ten … Strassenjunge von Paris

Freytag '' 15 ten … /

Samstag '' 16 ten … Die Gunst des Augenblicks (Benef. der Delle Reinbeck)

Sonntag '' 17 ten … Die beyden Sergeanten.


1839/52
Ljubljana, 11. marec 1839

40.

Der Landes Bau Directer v. Frast ist Samstags von hier nach Gratz an seine neue Bestimmung abgereist. Dessen Frau Gemahlin mit drey Kindern, wird erst im künftigen oder im May Monat, nachreisen.

Der junge Graf Vinzenz Welsersheimb ist auch am Samstag nach Gratz zur juridischen Prüfung abgereist.

Der Herr General v. Ney wird nun sichtbar; es ist ein Bruder desselben, pens. Hauptmann bei selben hier angekommen. Der Herr General gehet schon paar Tage aus. Herr Graf Richard Blagai ist seit paar Tagen unwohl; er besorgt ein Wechselfieber.

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gehet es wieder gut; jedoch D r Kogel ist wegen eingeklemten Bruch in äußerster Gefahr. Alle 3 Stunden versameln sich 3 Aerzte bei demselben. Man gedenkt, wenn kein Rücktritt mittelst der ange-


wendet werdenden Umschlägen bewirkt wird, eine Operation zu wagen, weil bei dieser immer mehr Wahrscheinlichkeit für eine Rettung ist, wogegen, wenn die Operation nicht gewagt würde, der Todt bei den Eintretten des unvermeidichen Brandes, sicher ist! –

Es ist den guten Gub. Rath Dr Kogel wegen Kopfbeschwerden zur Ader gelassen worden, worauf eine gute Besserung erfolgte, und es möglich geworden ist, aus den Bette zu gehen, und so bei Tische sitzend, da das Band nicht angebracht war, ist unversehens der Austritt erfolgt! Schrecklicher Zufall! –

Heute ist H. Bar. Leopold nach Ebensfeld gefahren.


1839/53
Ljubljana, 12. marec 1839

41.

Die Gewinnste der gestrigen Casino Tombolla waren etwas anziehender.

Im ersten Spiele gewann :

Ambo … Einen Briefschwerstein von Guseisen.

H. OberLieut. Stengel.

Terno … Schottischen Wandkorb.

Frau des Gefällen Controllors H. v. Riebler.

QuaTerno … Trinkbecher mit Deckel von brillanterten Glase mit Tasse von Plaque.

H. Graf Ant. Thurn.

Cinquin … Schreibzeug mit Grouppe aus Porzulaine.

H. Peter v. Pagliaruzzi.

Tombolla … Etuis mit 6 Kaffeelöffeln und einem Schmettenschöpper von Silber.

H. Professor Pertout, nach Loosung mit Frau Gräfin Mimi Schweiger.

In der zweyten Tombolla

Ambo … Zuckertose von lackirten Holz zum verschlüssen.

H. Egger nach Loosung mit Frau Gräfin Hermin Auersperg.

Terno … Krug roccoco renaissaince.

H. OberLieut. Stengel.

QuaTerno … Goldene Broch mit Turquoisse.

Comtesse Lori Thurn für Ihren H. Bruder Alexander.

Cinquin … Damen Schreib Etuis mit Einrichtung von Silber.

H. v. Wallensperg Vater.

Tombolla … Liquer Aufsatz von brillantirten Glas mit Goldverzierungen, bestehend aus einem Vaßel, 12 Stengel-Gläsern und einer eben solch brillantirten gläsernen Tasse mit Goldverzeirung.

H. Graf Michel Coronini.


Im ersten Spiele sind 63 f 50 x, im zweyten 61 f 30 x, in beyden zusammen 125 f 20 xr CM eingegangen.

__________________________________________

Noch gestern hat man bei Gub. Rath D r Kogel die Operation vorgenommen, in Folge dessen, die Nacht nicht gut, heute morgens es etwas besser ergieng.


1839/54
Ljubljana, 13. marec 1839

42.

Nach Nachrichten, gehet es Frau Baroninn Pirquet noch immer schlecht! – Sie soll wieder recitiv geworden seyn, und sich ein neuer Ausschlag eingefunden haben. –

Heute ist Soirée bei S r Excellenz den H. Gouverneur; man erwartet keinen großen Zuspruch, weil im Theater ein neues – und ein zweytes – sehr gutes Stück gegeben, und deshalb das Theater mehr besucht wird.

Herrn Gubern. Rath D r Kogel soll es gestern schlecht gegangen, und den Aerzten ängstlich geworden seyn; heute aber soll es nach eingehollter Bestättigung besser ergehen, und die Doctores Hoffnung für sein Aufkommen nähren.

__________________________________________

S e kais. Hoheit der EH Carl sind um 1 Uhr Mittag hier passirt, und wie zu hören, Niemanden sehen wollen, weil Sie nicht aussteigen wollten, und nur umspannen ließen. Die Tour gieng bis Loitsch, allwo um 5 Uhr das Mittagessen bestellt war. Der Prinz Albrecht soll seinen Durchl. Herrn Vater begleiten.


1839/55
Ljubljana, 14. marec 1839

43.

Der gute alte Gub. Rath D r Kogel hat geendet! Gestern Nachmittags hat sich der Zustand verschlimert, und damit ist die Hoffnung auf Rettung verschwunden. 6 bis 8 Doctores hatten sich gestern paarmal zum Consilium versamlet, allein aller Rath und Berathung, hat nicht mehr zugereicht. Diesen Morgen halb 10 Uhr läutete man in allen Kirchen die Sterbeglocke: der Gub. Rath D r Kogel ist gestorben! –

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Herr Graf Richard Blagai liegt an einem Wechselfieber zu Bette.


1839/56
Ljubljana, 15. marec 1839

45.

Der verstorbene Gub. Rath D r Kogel wurde schon am Dienstag Abends mit den Sterbsakramenten versehen.

Morgen Samstag den 16 ten d. wird Nachmittags um 3 Uhr die Leiche desselben, zur Erde bestattet.

__________________________________________

Heute gibt die Philharmonische Gesellschaft zu Ehren des Namensfestes des H. Gouverneurs – eine Academie. Die Besuche werden am Sonntag Nachmittag gemacht.


1839/57
Ljubljana, 16. marec 1839

46.

Die Angelegenheit des hiesigen Handelsmann Seeger wird sich ausgleichen; er biethet seinen Gläubigern auf ihre Forderung von 18.000 f CM – alle 3 Monate –, 6000 f – jedoch ohne Interessen, zu bezahlen an, welches diese angenommen haben.

Nicht so wird es bei den Handelsman Kaus der Fall seyn, der gestern von seinen Waarenlager die Schlüssel den Landrechten übergeben, und eine Schuld von 32.000 f CM – an Vermögen nur 2000 f CM ausgewiesen hat. Sein Haus ist auf den Namen der Frau umschrieben. – Kaus biethet den Gläubigern 75–60 pCent – und diese in 3 Jahren ohne Interessen zu bezahlen, ohne daß er eine Garantie zu biethen hat, wozu sich die Gläubiger schwer verstehen dürften! –

Man will noch einige der hiesigen Handelsleute in solch mißlichen Umständen wissen, und bezeichnet vor allen die ex Marchand de Mode Peschka – welche Kaus folgen möchte.


[Nekaj prečrtanih Erbergovih osnutkov]


1839/58
Ljubljana, 17. marec 1839

47.

Schon gestern Nachmittag fiel Schnee und hatte Dächer und Gassen bepudert; heute Morgens aber waren Dächer und Gassen stark damit belegt, und seit Morgen fällt der Schnee – ziemlich stark fort – izt noch immer halb 2 Uhr Nachmittags.

Theater Austheilung vom 17 ten bis 23 ten März:

Sonntag den 17 ten … Die Schule des Lebens

Montag '' 18 ten … /

Dienstag '' 19 ten … Die Geschwister (Beleuchtung des äußern Schauplatzes)

Mittwoch '' 20 ten … Zurücksetzung

Donnerstag '' 21 ten … Marianne (Benef. Mad. Flett u. Delle Roscher)

Freytag '' 22 ten … Mann meiner Frau (für die Stadt Armen)

Samstag '' 23 ten … Der Pflegevater (Epilog)

Und damit das Theater geschlossen.


[Program od 17. do 23. marca se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Frauen Gräfin in Ebensfeld.


1839/59
Ljubljana, 19. marec 1839

48.

Casino Tombolla war gestern schwach besucht; Spielgeist ziemlich angeregt, da im ersten Spiele 56 f 50 x, im zweyten 57 f 40 x, zusammen in beyden 114 f 30 x CM eingegangen seyn. Die Gewinner waren folgende:

Im ersten Spiele:
Ambo
Briefschwerstein aus Bronce und emalirt
Comtesse Helene v. Welsperg
Im zweyten Spiele:
Ambo
Eine Jagdtasche
Ziehtochter der Frau Engler
Terno
Notenstellage aus Ahorn mit eingelegter Arbeit
Jos. Ritter v. Pagliarucci
Terno
Plattirter Brodkorb
Comtesse Clementine v. Welsersheimb
Quaterno
Flocon Kristalglas mit Goldverzierung
Frl. Stöckel für den H. Anton v. Kreuzberg
QuaTerno
Bettelknabe aus Porzulaine roccoco Renaissance
H. Lieut. Winter, unter 5 Theilnehmern

Im ersten Spiele:
Cinquin
Boul Schreibzeug
Frau v. Riebler
Im zweyten Spiele:
Cinquin
Stockuhr unter Sturzglas
Frau Gräfin v. Saurau
Soll ihren Gewinn mit den vorstehenden des Quaterno freywillig gewechselt haben.
Tombolla
Wanduhr im Goldrahmen
Frau Mühleisen
(Ist wieder reverdirt)
Tombolla
Theeschale von Silber
H. Bar. Leop. v. Lichtenberg

Man hört, der Herr Feldmarschall Baron Mengen soll als Milit. Commandant nach Troppau, und der Herr FML v. Gorczovsky hieher kommen.


1839/60
Ljubljana, 21. marec 1839

49.

Nach den dießjährigen Allmanach haben die Durchlauchtigen EH kaiserl. und königl. Hoheiten, der Herr Bruder S r Majestaet und allerhöchst desselben H. H. Onkels Prinzen und Prinzessinnen Kinder, wie folgt:

S e kaiserl. Hoheit EH Franz Carl … 3 Prinzen, 1 Prinzess.

'' '' E H und Großherzog von Toskana … 1 – '', 4 – ''

'' '''''''''' EH Carl ……......5 – '', 2 – ''

von Letztern Ihre Majestaet die Königin v. Neapel

'' '' '' '' '' EH Palatin ……..2 – '', 3 – ''

'' '' '' '' '' EH Raineur 6 – '', 2 – ''

'' königl.'''' – EH Herzog v. Modena … 2 – '', 2 – ''

__________________________________________

Zusammen 19 u. 14 – ''

Der älteste Prinz S r kais. Hoheit des EH Franz Carl wird heuer 9 Jahre alt. Ihre Majest. die Königinn von Neapel ist 29, Prinz Albrecht 22 Jahre alt. Prinz Stephan wird heuer gleichfalls 22 Jahr und Prinz Leopold 16 Jahr, endlich Prinz Franz von Modena 20 Jahr alt.


1839/61
Ljubljana, 22. marec 1839

50.

Der Großfürst Thronfolger von Rußland erhält das Husaren Regt. Geramb.

Neugebauer pens. OberstLieut. erhält den Oberstens Character.

Feldzeugmeister Waquant, Praesident des Mltr. Apellat. Gerichts, wird mit 6000 f pens., und erhält das GroßKreutz des Leopolds Ordens.

FeldmarschallLieut. Trapp wird Präsident des Milit. Apellat. Gerichts mit 2000 f Zulage; war bisher Milit. Comdt. in Troppau daher die Uibersetzung :

FeldmarschallLieuts B r Mengen als Mltr. Comdt. nach Troppau

des FeldmarschallLieuts Gorczovsky – '' '' '' '' Laibach erfolgt.


1839/62
Ljubljana, 23. marec 1839

Gestern ist das Geschenk für H. Grafen Richard Blagai aus Dresden hier angekommen. Es kam unter Addresse des Herrn Gouverneurs hier an. Man glaubt, daß es ein Porzulain Dejeunér seyn dürfte, da man es noch nicht gesehen, noch darüber etwas näheres erfahren hat.

Heute früh um 10 Uhr ist für den verstorbenen Gub. Rath D r Kogel in der Domkirche ein Seelenamt gehalten worden.


1839/63
Ljubljana, 24. marec 1839

51.

Dieser Tage sind 12 junge Türken hier bei Malitsch übernachtet, welche nach Wien zur Erziehung geschickt worden, und welche denen hiesigen Gästen des Gasthofes, durch Ihr sonderbares Benehmen, recht viel Unterhaltung gewährten.

Gestern Samstag – wo die letzte diesjährige Vorstellung im Theater statt fand, sprach der Impresseur Funk zum Schluß einen Epilog – womit derselbe seinen herzlichsten Dank den Laibacher Publicum ausdrückte, und die Hoffnung beifügte, wieder einmal nach Laibach zu kommen. – Er soll mit seinem dießjährigen Geschäft sehr zufrieden seyn, indem er nach Abschlag sich als eigene Gage berechneter 600 f CM, und nach Abschlag aller Unkosten, einen reinen Gewinn von 1600 f CM erhalten hat. –

Von Kreutberg ist Nachricht, daß Rittmeister Baron


Rechbach sich mit einer geladenen Pistole, glücklich genug – verwundete, indem er 3 Finger der linken Hand wohl etwas beschädigt, jedoch kein Glied sich verletzt hat.

Das an H. Grafen Richard v. Blagai aus Dresden eingelangte Präsent ist ein Porzulain-Dejeunée-Service: 2 Schalen, 2 Kannen und eine Zuckertose mit einer gleichen Tazen.

Die Kreutberger haben die Stadt bereits verlassen.


1839/64
Ljubljana, 26. marec 1839

52.

Herr Baron Eduard Schweiger ist in Unterkrain auf der Schneppenjagd, dessen Frau Gemahlinn reiste heute mit den Eilwagen nach Wien zum Besuch der Frauen Schwester.

Frau Gräfin Barbo ziehet heute nach Unterkrain aufs Land, welcher der H. Gemahl morgen folgen will.

Die Casino Tombolla war gestern gut besucht, denn es giengen für beyde Spiele 133 f CM ein. Im ersten Spiele gewann :

Ambo … Eine Siegelpresse von Guseisen. Nach gezogener 3 ten Nummer mit einem zweyten Theilnehmer, der bei der Loosung durchfiel: Fräule Karst.


Im ersten Spiele
Terno! Handleuchter von Porzulaine Roccoco renaissance
Bei der 6 ten Numer die ledige Schwester der Frau Supanschitz – Delle Kronecker
Im 2 ten Spiele
Ambo! Silbern Strickhaken sammt Strickstiefelchen in Form eines Ankers.
Nach 2 Numern – 3 Theilnehmer. Bei der Loosung erhielt es Frau Sicard.
Qua Terno! Silbern Eßbesteck von gepreßten Silber – im Etui
Nach 15 Numern: der Stadt Arzt H. Gregoritsch
Terno! Nähe Etui mit Einrichtung von gepreßten Silber.
Nach 6 Numern. H. Lieutenant Schusters.
Cinquin! Lichtschirm von Piese mit plattirten Gestell für 2 Lichter.
Nach 25 Numern: Buchhaltungs Beamter H. Schrabeck.
Qua Terno! Theater Perspektiv in Perlmutter gefaßt.
Nach 9 Numern: H. Graf Anton Thurn
Tombolla! Eine plattirte Tatze.
H. Jäger Lieut. Alex. Graf Thurn
nach 72 Numern.
Cinquin! Ledernes Damen-Reise Etui – mit Utensilien.
Nach 14 Numern, die Frau Herrn Landraths Kuntschitz
Tombolla! Zwei silberne Salzvaßel.
Nach 66 Numern H D r Schifferer.

Am Ostermontag wird das erste Tombollaspiel lauter silbern, und das 2te Spiel: goldene Gegenstände zum Gewinne haben!

Die Casino Gesellschaft wird


zur Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers am 15 ten April einen Ball geben; bei S r Excellenz dem H. Gouverneur wird am 19 ten April (Freytags) Soirée und die Tombolla für den Fond der hiesigen Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt seyn, wozu die Damen die Gegenstände freywillig liefern.


1839/65
Ljubljana, 2. april 1839

53.

Die Casino Tombolla war gestern sehr zahlreich besucht. Es waren bei 100 Damen aus allen Classen anwesend, die Zahl der Herrn war noch zahlreicher, daher eine ziemlich große Hitze im Saale. Eingegangen sind im ersten Spiele 124 f 56 xr und im 2 ten Spiele 104 f 50 xr, zusammen 229 fr 46 xr CM.

Die Gewinner waren die Nachbenannten:

Im ersten Spiele
Ambo . Haarbürste mit silbern Rücken und
Stiel. Nach der 2
ten Numer.
Bei 15 Theilnehmer. Nach der Loosung die Frau des Handelsmanns
Pachner.
Im zweiten Spiele
Ambo . Ein Paar goldene Ohrgehäng.
Nach der 2 ten Numer. 7 Theilnehmer. Nach der Loosung: Handelsmann Swetiz.
Terno. Silberne Zuckerstreubüchse.
Nach der 4 ten Numer. H. Laschan, Gub. Concepist.
Terno. Eine goldene Broche.
Nach der 5 ten Numer. 3 Theilnehmer. Nach der Loosung: Julius v. Fichtenau.
QuaTerno. Silbernen Trinkbecher.
Nach der 11 ten Numer. 2 Theilnehmer. Nach der Loosung: H. Treo.
Quaterno. Eine goldene Broche.
Nach der 11 ten Numer. 2 Theilnehmer. Nach der Loosung: H. OberLieut. Stengel.
Cinquin. Silbern Tortenmesser.
Nach 20 Numern. H. Karinger.
Cinquin. Goldene Broche
Nach der 13 ten Numer. H. Spietra, Buchhaltungs Beamter.
Tombolla . Sechs Kaffeelöffel und ein Milchschöpper von gepreßten Silber, größerer Gattung im Etui.
Nach 50 Numern. Frau Präsidentin Raichich.
Tombolla . Eine goldene Bracelette.
Nach 62 Numern. Frau v. Pavitsch von Radelstein.

Es ist zwar schon bekannt, daß Fräulein Albertine Buzzi einen Herrn v. Scheuchenstuhl eheligen wird.

Fräulein Seraphine v. Zois ist Ostersontag, Ostermontag – und wird künftigen Sonntag am 7 ten d. zum drittenmal kirchlich verkündigt werden, wegen vorhabender Vermählung mit den Gen. Consul von Ancona, H. Grafen v. Welsersheimb.

Am Mittwoch den 3 ten d. wird der Jäger OberLieut. Bar. Ludw. Lazarini mit seiner Frau Gemahlinn aus Tyrol, bei seinen Papa hier ankommen.

Donnerstags den 4 ten d. kommt der Gub. Rath und Kreishauptman H. Graf v. Welsersheimb hier an, dann wird Licitation gehalten werden, und am 15 ten d. soll die Familie dann nach Klagenfurth übersiedeln.

Der H. Bräutigam Frl. Seraphine v. Zois soll Samstags den 6 ten d. hier ankommen, und Montags den 8 ten d. soll die Vermählung statt finden.

Es ist nun bestimmt, daß H. Graf Anton von Auersperg sich mit der Comtesse von Attems (Landeshauptmanns von Steyermark) noch heuer vermählen wird.


1839/66
Ljubljana, 4. april 1839

Eure Excellenz

Wollte ich heute in Lustall aufwarten, allein gestern sequirte mich unversehens eingetrettener – zwar unbedeutender – Husten, das Regenwetter, heute Morgens wieder auf allen Dächern Schnee –, alles das hat mich ganz decuragirt! Eure Excellenz werden erlauben, daß ich einen der bessern nächsten Tage dazu wählen darf. Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfinn geht es immer besser. Die Visitten sind sehr gemäßigt, und können nun nicht schädlich werden. – Ich habe Eure Excellenz schon einigemal bei Hochderoselben hiesiger Anwesenheit bitten wollen, sich meiner Zündmaschine zu erbarmen, welche schon längere Zeit ganz unthätig ist; doch die anderweiten Geschäfte Eure Excellenz ließen mich diese Bitte nicht wagen. –

Neues ist nichts. Ich sende beiliegend 3 Blätter respt. drey Numern 85, 86, 87 zur beliebigen Durchsicht, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 4 April 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/67
Ljubljana, 10. april 1839

54.

Der Herr Graf Brandis wird zur Vermählung des Consuls H. Grafen Welsersheimb, aus Mahrburg hieher kommen. Es werden 8 Zeugen bei der Handlung seyn: S e Excellenz der Herr Gouvern., Gub. Rath KreisHptm. Leopold v. Welsersheimb, der geistl. Herr Graf Welsersheimb, H. Gr. Brandis,H. Gr. Welsperg, H. Graf Saurau, H. Gr. Aichelburg und H. Bar. Franz Lazarini. Die Aufwarth zur Trauung wird in 14 Wägen erfolgen, und zu den Büffette nebst der Geistlichkeit (H. Fürst Bischof u. Canonicis) die Familie H. Gouv. und H. Grafen Welspergs geladen, sonst sich nur auf die Familien Glieder der Graf Welsersheimb, Gr. Aichelburg und Bar. Zois beschränkt werden; auch der H. Oberst und Landrechts Präsident sind dazu geladen.

Heute ist Frau Gräfin Welsersheimb mit ihrer Braut in Scherenbüchel, wird Nachmittags nach Habach mit derselben sich begeben, H. Gr. Welsersheimb und H. Graf Aichelburg Nachmittags sich in Habach mit einfinden, und Abends alles nach Haus rückkehren.

Frau Gräfin Welsersheimb hat 36, Frau Gräfin Zois


50 Visitten mit Ihrer Braut gemacht.

Herr Graf Jos. Auersperg soll nächstens mit Frau Gräfinn nach Wien reisen, um die Production auf der Rennbahn der Laufer in Wien zu sehen (wichtiger Reisegrund).


1839/68
Ljubljana, 12. april 1839

55.

Der ex Cadet, welcher in Wien die Professors Wittwee Ampach ermordert zu haben – verdächtig und arretirt ist – heißt Groess.

Mit den päbstlichen St. Gregors Orden werden betheilt :

Großkreutz … Feldzeugmeister Gr. Lilienberg

FeldmarschallLieut. v. Fürstenwaerther

'' '' '' '' '' '' '' '' v. Paulucci.

Commandeur Kreutz dieses Ordens erhielten:

6 Obersten, 1 OberstLieut., 4 Majore, 1 Corvetten Capitaine, 1 Hauptmann, 1 OberKriegs Commiss.,1 Oberverpflegs Verwalter.

Das RitterKreutz desselben Ordens bekammen:

1 Major,7 Hauptleute und Rittmeisters, 4 Ober-, 2 UnterLieuts, 2 Feldkriegs Commissairs und 1 Verpflegs Adjunct.

Mit den päbstlichen Christus Orden wurden betheilt :

Gen. Major Graf Auersperg, GM Schönhals,

'' '' '' '' '' '' Martini, Hess, Vocher und Zanini, dann der Hofrath Mark.

Oberst Graf Gaisruck von Großherzog Toscana Dragoner erhielt den Toscanischen Josephs Orden.

Nach Agenten Bericht aus Wien, soll dort Nachricht eingegangen seyn, daß der Oberst B r Pfeil, welcher wegen Subordinat. Vergehen


in gerichtlicher Untersuchung gewesen, sich zu Verona mit 2 Pistolenschüssen entleibt haben soll, dessen Urtheil von S r Majestaet den Kaiser, sehr gnädig bereits bestättigt, an den Hofkriegsrath gelangt wäre.

__________________________________________

Gestern gab Frau Gräfin Welsperg der Familie H. Grafen Welsersheimb eine Jausen in Rosenbach – wo ein sehr starker Wind herrschte. Mittags gestern speißte diese Familie, dann H. FML Bar. Mengen mit den Adjutanten bei S r Excellenz dem H. Gouverneur. Abends war eine Gesellschaft bei den alten H. Bar. Lazarini der Familie H. Grafen Welsersheimb gegeben, die aber um halb 10 Uhr geendet war.

__________________________________________

Am 20 ten d. M. sollen S e kais. Hoheit der EH Carl auf Ihrer Rückreise aus Neapel – hier ankommen; am 21 ten hier verweilen, und die Truppen, dann den Marast in Augenschein nehmen.


1839/69
Ljubljana, 13. april 1839

56.

Der Ehrendomherr zu Ollmütz H. Graf Carl Welsersheimb ist am Donnerstag, der Consul Graf Welsersheimb (Bräutigam) ist gestern Freytag hier angekommen.

Am Montag den 15 ten d. wird im Casino der Ball zur Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet gehalten werden.

Am Dienstag Nachmittag in der 5 ten Stunde wird dir Trauung des H. Grafen Welsersheimb mit Baronesse Seraphine Zois statt finden, und dann ein Soupee gegeben werden.

Am Mittwoch früh reiset die Familie des H. Gub. Raths und Kreishauptmanns Grafen Welsersheimb nach Klagenfurth ab.

Donnerstag gibt der H. Fürst Bischof zur Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet ein Dinér; Abends ist Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouverneur mit Tombollaspiel.

Freytags ist der Gottesdienst in der Domkirche und Abends gibt die Philharmonische Gesellschaft zur Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet ein Concert.


1839/70
Ljubljana, 15. april 1839

58.

S e Excellenz der Landes Guverneur der Steyermark H. Graf von Wickenburg sind gestern auf Ihrer Reise nach Rom und Neapel hier durchgereiset, haben den H. Gouverneur Bar. v. Schmidburg eine Visitte gemacht, Frau Gräfin Seraphine v. Thurn besucht, bei H. Grafen Saurau gespeist, und sind um 5 Uhr Nachmittags weiter gereist. Es wäre hier gar kein Aufenthalt gemacht worden, wäre nicht an Reisewagen etwas gebrochen, welches hier reparirt werden mußte. Der H. Gr. Wickenburg ist vom H. Grafen Zichy begleitet, wird 3 Monate reisen, und über die Schweitz und Deutschland rückkehren.

Gestern Abend gab S e Excellenz der H. Gouv. Bar. Schmidburg der Graf Welserheimbischen Familie ein Soirée, wozu mehrere geladen waren. Die ganze Wohnung des 2 ten Stockes nach den Congress Platz zu – und in die Herrngasse war beleuchtet.

Herr Graf Brandis mit Familie aus Mahrburg ist gestern Abend hier angekommen. Mittags war Tafel bei


der Baron Zois-ischen Familie.

Obgleich bis diesen Augenblick, Mittags 1 Uhr, der Consul H. Gr. Welsersheimb hier noch nicht angekommen, ist die Vermählungs Feyer noch immer bestimmt auf Morgen Dienstag Nachmittag 5 Uhr festgesetzt; welches zu berichten die Ehre habe.


1839/71
Ljubljana, 16. april 1839

Hochzuverehrender Herr Baron!

In der schmeichelhaften Hoffnung Eure Hochgeborn nicht lästig zu fallen, widme ich diese Zeilen, meine Hochachtung, meine Theilnahme an Deroselben Wohlbefinden, zu bezeugen.

Der gute Hochverehrte Papa wird nun schon in Wien glücklich angekommen seyn, wie Hochdemselben meine innigsten Wünsche dahin begleitet haben; bei uns ist S e Excellenz der H. Gouv. der Steyermark Sonntags den 14 ten d. paar Stunden gewesen, hat den hiesigen H. Gouv. Bar. Schmidburg Exc. und die Frau Gräfin Seraphine v. Thurn besucht, bei H. Grafen Saurau gespeißt, um 5 Uhr seine Reise nach Italien fortgesetzt, wie der schadhafte Reisewagen reparirt war. Die Tour soll von Triest nach Ancona, Rom, Neapel – zurück nach Genua, Turin, Mailand, Genf durch Deutschland zurück gehen, 3 Monate dauern. H.Graf Zichy ist in Begleitung. Hier seit 14 Tagen in allen Häusern entweder Dinérs oder Soirées der Graf Welsersheimbischen Familie zum Abschied, welche uns Morgen den 17 ten – längstens Uibermorgen verlassen, nach Klagenfurth überziehen, und nur der Vermählung des H. Grafen Gottfried v. Welsersheimb Consuls in Ancona beiwohnen wird, welcher sich mit Baronesse Seraphine Zois vermählet, allein heut am Vermählungstage, Mittag 1 Uhr noch nicht hier angekommen ist, woran die Seestürme Schuld sind, und wenn die Ankunft nicht erfolgt – die


ganze Feyerlichkeit und das nach derselben stattfinden sollende Büffette, wozu viele Gäste geladen sind, bis zur Ankunft suspendirt bleiben muß. Da die nächsten Anverwandten Gr. Welsersheimbischer – so wie Bar. Zoisischerseits sehr zahlreich sind, wird man in 16 Equipagen zur Trauungs Ceremonie fahren, welche in der bischöflichen Haus Capelle vor sich gehen, vom H. Fürst Bischof selbst – vollzogen werden soll. Es ist nun schon 5 Uhr Nachmittags, und der Bräutigam ist noch nicht angekommen, daher alles fürs Fest abgesagt wird, und man sehr besorgt ist, ob nicht auf der Meerfarth ein Unglück geschehen. – Das Unangenehmste ist, daß gar kein Brief angekommen, welcher mitgetheilt hätte, wie die Reise gemacht werde, ob per Mare oder per Terra. Freylich souponirt man per Mare, da das Eintreffen, welches am 11 ten , 12 ten , spätestens den 13 ten d. hätte erfolgen sollen, bis izt noch so ungewieß ist. – Diese Umstände geben den hiesigen wieder Stof – zu allerlei Anmerkungen!

Am 20 ten oder 21 ten d. soll S e kaiserl. Hoheit der EH Carl auf der Rückreise aus Neapel –hier eintreffen, und einen Tag hier verweilen, und die Marast Austrocknung und die hier garnisonirende Truppe zu besehen. –

Daß mein HausHerr der H. Baron Leopold v. Lichtenberg Bräutigam und Comtesse Clementine Welserheimb seine Braut ist, davon haben H. Baron Nachricht. Der H. Baron Leopold wird zu Ende dieses oder Anfang künftigen Monats auch nach Wien kommen. H. Gr. Jos. Auersperg mit Frau Gemahlinn will den 1 ten May in Wien sehen, und etwa 4 Wochen dort verweilen. –

Unsern guten Gub. Rath D r Kogel werden H. Baron gleich uns bedauert haben,


der Gute hat die aufrichtigste Theilnahme der ganzen Stadt mitgenommen, schon lange war hier kein so großes Leichenbegängniß gesehen worden, als das Seine war. Er ruhe in Frieden! –

Zur Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers wird am 18 ten d. bey den H. Fürst Bischof Dinér, Abends bei S r Excellenz dem H. Gouvern. Soire und ein Tombolla Spiel zum besten der hiesigen Klein-Kinder-Bewahr Anstalt seyn. Am Freytag den 19 ten wird früh Gottesdienst und Milit. Parade, Abends von der philharmonischen Gesellschaft Concert gegeben werden. Gestern Montags gab die Casino Gesellschaft aus diesem Anlasse einen Ball parré –.

H. Graf und Frau Gräfin Hohenwarth sind izt wohl. – H. Grafen Richard Blagai, welcher an Fieber gelitten, geht es nun viel besser. –

Letzlich machte sich ein Spaßvogel hier die Unterhaltung, für einen Handelsmann, dessen Umstände sehr schwankend sind, bei St. Jacob, und Dom, so wie in der Franziskaner Kirche, Zügenglocke lauten zu lassen; und bei St. Jacob soll derselbe Handelsmann einer der ersten Nachfragenden gewesen seyn, für wem geläutet würde –?, welchem der Meßner ohne Rückhalt sagte, daß das Geläute für ihn selbst wäre! – Man hat den Thäter noch nicht entdeckt. –

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg wird zu Ende dieses Monats wieder nach Schwarzenbach sich begeben. Ihre Excellenz die gnädige Mama ist heute in die Stadt gekommen, und befindet sich wohl.

Ich bitte Eure Hochgeborn, S r Excellenz den hochverehrten Papa, von diesem Schreiben geneigte Mittheilung zu machen, meinen ergebensten Respect, so wie meinen Handkus der verehrten Frauen Tante


zu melden, Ihrerseits aber mein geehrtester Herr Baron die Versicherung meiner umbegränzter Verehrung zu genehmigen, mit welcher ich geharre:

Eure Hochgeborn

Laibach am 16 April

1839

stets ergeben bereitwilligster D[iene]r

Franz Hptm.


1839/72
Ljubljana, 23. april 1839

Eure Excellenz!

Geneigtes Wohlwollen läßt mich nicht befürchten, daß ich beschwerlich falle. Ich habe vor 2 Tagen den hiesigen Verpflegs Adjuncten H. Kubin gesehen, welcher mir mittheilte, daß der bewußte Wiesen Antheil per 1000Klafter am 16 ten Mai Licitando veräußert wird, wie es mittelst der Laibacher Zeitung vom letzten Samstag – bereits veröffentlicht worden ist. Um mich über die Sache genauer zu erkundigen, bin ich gestern in die Verpflegs Kanzlei gegangen, und H. Kubin ließ mir den ganzen Act einsehen. Es ist ein Verkaufs Contract vorhanden, dessen Innhalt erweist, daß dieses Wiesenstück im April 1807 für 1000 f (damal Banco Zettel) – Eure Excellenz abgetretten, gemäs des 7 ten § dieses Contracts sich jedoch vorbehalten haben, im künftigen Wiederverkauf diesen Wiesengrund um den Betrag des Bestbiethers, oder wenn kein Anboth geschehen wäre, um den Ausrufpreis – wieder zurück zu erkaufen. Obschon H. Kubin einen förmlichen Diensterlas an das Verwaltungsamt des Guthes Lustall verfaßte, und also nach Lustall absendet, so wollte ich doch Eure Excellenz von den erwähnten Punkten des benannten Contracts Kenntniß geben, um hiernach den Verwalter anweisen und bevollmächtigen zu wollen, bei dieser Licitation zu handeln. Es ist nämlich von jener Wiesen bei Salloch die Rede. –

S e kaiserl. Hoheit EH Carl sind am 20 ten d. früh hier angkommen, haben in der Fahrt von OberLaibach gleich die Marastentsumpfung in


Augenschein genommen, Mittags das Museum besucht, Nachmittags wieder die Entsumpfungs Arbeiten von der Stadt bis Salloch besichtigt, Sontag früh halb 7 Uhr die Messe bei den Ursulinerinnen, welche H. Fürst Bischof hielt, angehört, und sind dann gegen Gratz, an diesem Tag bis Windisch Feistritz in 6 Wagen gereist. –

Sonntag war ein regenrischer Tag. Nachmittags nach 6 Uhr fuhr man in 14 eleganten Equipagen zur Copulation, welche in der Haus Capelle der H. Fürst Bischof vollzog; von da wurde in die Wohnung der Frau Gräfin Zois gefahren, der Zug gieng hin und her durch die Herrngasse, den neuen Markt, über den Raan, dann versamelte sich die Gesellschaft, sehr zahlreich, und währte bis nach Mitternacht. Man war recht fröhlich – 50 Flaschen Champagner sind bei diesem Vermählungsfeste H. Grafen Gottfried von Welsersheimb – General Consuls in Ancona – verdampft worden.

Heute ist der H. FML Bar. Mengen und H. Oberst B r Rath nach Wien, die Familie H. Gub. Raths und KHptms. Grafen Welsersheimb nach Klagenfurth, die Familie H. Gr. Brandis nach Mahrburg abgereist. – Die Familie Zois mit den Neuvermählten, wird dieser Tage nach Jauerburg sich begeben.

Die 12 Zeugen waren: S e Exc.der H. Gouv. Bar. Schmidburg, H. Gr. Welsperg, H. Gr. Saurau, H. Gr. Leopold Welsersheimb, H. Gr. Aichelburg, H. Gr. Brandis, H. Bar. Leop. Lichtenberg, H. Bar. Franz Lazarini, H. Bar. Ant. Zois, H. v. Bonaza, H. Gr. Carl Welsersheimb (Ehrendomher in Ollmütz), H. Gub. Rath Geistlicher Referent Stelzich. Kranzeljungfern sollen auch 12 bis 14 gewesen seyn, die aber nicht enträthselt worden sind, und vermuthend nur in Zahlen von mir angegeben werden können: Von der Familie H. Grafen Welsersheimb


6, H. Grafen Aichelburg 3, H. Grafen Brandis 2, Frau Baron Zois 2, Fräulein v. Gold 1 – Sa 14. – Von Brautführern war keine Rede, indessen waren dazu aus den befreundeten Familien Zois 3, Welsersheim 1, welche den Trauungs Act beiwohnten. etz.

Ihre Excellenz die gnädige Gräfin waren als Geladen, in dieser Gesellschaft, sind jedoch gestern Montag nachmittag nach Lustall zurück, und waren am Sonntag Mittag in die Stadt gekommen. –

Frau Gräfin Hyacinthe Lichtenberg gedenkt Anfangs May nach Schwarzenbach rückzukehren; H. Gr. Jos. Auersperg ist gestern Vormittags mit Frauen Gemahlinn nach Wien abgereist. Frau Gräfin Ant. Thurn wird morgen Mittwoch Ihre Wiener Reise antretten.

Von der Frau Gräfin Hohenwarth und Hyacinthe Lichtenberg soll ich recht viele Empfehlungen melden.

Indem ich nun Eure Excellenz um ferneres geneigtes Wohlwollen bitte, – bitte ich auch um die Güte, H. Baron Joseph meine besten Empfehlungen wissen lassen, und meine Versicherung genehmigen zu wollen, daß ich mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach am 23 ten April

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/73
Ljubljana, 8. maj 1839

Eure Excellenz

Glückliche Rückkehr ist für mich die größte Freude, indem ich mit aller Zuversicht hoffe, daß Hochdieselben sich zugleich ganz erwünscht –, recht wohl befinden. – Eure Excellenz gütiges Schreiben habe erhalten und erstatte ergebensten Dank dafür; – ich schmeichle mir, Eure Excellenz meine Verehrung bald persönlich bezeigen zu können, und bin so frey, Sieben Numern der letzt angekommenen allgemeinen Zeitung nebst Beilagen hier beizuschlüssen, um selbe nach belieben durchzusehen. Ihre Excellenz die gnädige Gräfin, welche ich die Hand küsse, hat noch vier Numern nebst Beilagen, die aber auch noch Zeit haben, bis solche beliebig durchgesehen sind.

Bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen und geharre mit


aller Verehrung und den Beifügen, daß die Familie H. Grafen Richards Blagai heute aufs Land sich begeben hat.

Eure Excellenz

Laibach den 8 Mai

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/74
Ljubljana, 13. maj 1839

61.

Frau Bar. Anton Codelli ist am Mittwoch den 8 ten d. mit Stubenmädchen und Köchinn – aus Triest hier angekommen; der Herr Gemahl soll erst zu Ende des Monats hieher kommen. Am Freytag ist Fräulein Dollinger nach Triest und Venedig gereist, um in 8 Tagen rück zu kehren.

Am Samstag reiste Herr Baron Eduard Schweiger – allein – von hier nach Gratz.

Gestern Sonntags den 12 ten war der Ehrentag Fräulein Albertin Buzzi in Klagenfurth, welche sich mit den Kärntnerischen Landrechts-Raths-Protocollisten Scheuchenstuel vermählet.

Gestern begab sich Frau Baron Rastnern wieder aufs Land nach Scheerenbüchel.

Heute begibt sich der alte Herr Baron Lazarini mit Frl. Tochter nach Weissenstein aufs Land.

Gestern war von 5 bis 7 Uhr Nachmittags türkische Musick in Tivoli, wo sich viel, jedoch etwas weniger, als sonst – Volk eingefunden hatte.


1839/75
Ljubljana, 13. maj 1839 II

Eure Excellenz!

Unterbreite ergebensten Dank für die überschickten zwey Fläschchen mit l’au de Cologne und den Thee, und überschicke anliegend die Zeitung zum beliebigen Durchsehen. Zugleich bin ich so frey zu bitten, wenn ich nicht lästig falle, um der Lustthaller Luft zu genüssen, ob ich in dieser Woche mich dieses Vergnügens erfreuen könnte, indem ich – wie Excellenz überzeigt sind, an Hochderoselben Güte niemals zweifle, sondern immer das reinste vollkommenste Vertrauen habe, allein weit entfernt bin, Eure Excellenz in dringenden Geschäften zu hindern, oder beschwerlich zu fallen.

Genehmigen Eure Excellenz meine hohe Verehrung, Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn küsse die Hand, bitte um


ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Dankbarkeit.

Eure Excellenz

Laibach den 13 Mai

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/76
Ljubljana, 14. maj 1839

62.

Wiener Agenten Nachricht

Von Wien soll eine Anzahl Bäckengesellen nach Paris gereiset seyn, welche von einer Actien Gesellschaft dort aufgenommen wurden, um daselbst die in Wien üblichen Semmel, Kipfel und verschiedenen Luxus-Bäckereyen einzuführen.

Das Kapuziner Kloster am Mehlmarkte wird dieses Jahr bedeutend erweitert. Die daselbst befindliche Gruft der Kaiser von Oesterreich ist bereits so mit Sarkophagen angefüllt, daß keine mehr aufgenommen werden könnte. Dieselbe wird daher so erweitert, daß sie auf weitere 200 Jahre ausreichen wird.

Ihre Majestaet die Kaiserinn hat der berühmten Tänzerinn Taglioni, welche in mehreren Vorstellungen bei Hofe sich auszeichnete, einen sehr werthvollen Schmuck zum Geschenke gemacht. Der Enthusiasmus für diese Künstlerinn dahier – gleicht den Italiens!

Verläßlichen Nachrichten zu Folge, ist zu Jassy in der Moldau ein Complott entdeckt worden, wovon 60 Theilnehmer bereits verhaftet wurden, welche die Absicht hatten, die Stadt in Brand zu stecken.

Im verflossenen Jahre 1838 wurden in der sämentl. Militair-Gränze zusammen 224.633 Pfund Seiden Galleten erzeugt, und von den Produzenten dafür zusammen 125.174 f 49 x CM in baaren Gelde eingenommen.

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Aus


Aus Laibach

Herr Baron Leopold Lichtenberg ist heute nach Schwarzenbach und gedenkt morgen wieder von dort zurück zu kommen, um dann schon in dieser – oder ganz sicher in der nächsten Woche nach Wien respt. nach Baaden zu reisen und das Baad zu gebrauchen. Er ist durch den bekannten unglücklichen Zufall in sehr große Verlegenheiten gerathen, denn erstlich muß die vorhabende Vermählung aufgeschoben werden, dann ist seine Gegenwart zu Habach nöthig, wo gebaut wird, und hier in Laibach ist die künftige Wohnung der Mama, und seine eigene, auch allerlei Ausbesserungen bedürftig, wo seine Gegenwart gleichfalls nöthig wird. Recht unangenehme Schickung! –


1839/77
Ljubljana, 15. maj 1839

63.

Gestern verlautete hier, daß S e Majestaet der Kaiser unterm 9 ten d. die Resolution unterzeichnet habe, womit die Gubernial Secretaire H. Baron Spiegelfeld und H. Brandstaedter – zu Gub. Räthen hier ernannt worden sind. –

Herr Baron Flödnig ist von seiner nach Triest und Adelsberg unternommenen Tour, am Montag hier zurück gelangt.

Verwichene Nacht ist die Vorsteherinn des hiesigen Nonnenklosters – gestorben.


1839/78
Ljubljana, 18. maj 1839

64.

Wiener Nachrichten zu Folge ist Herr FeldmarschallLieut. Baron Mengen an die Stelle des verstorbenen FML Grafen Rothkirch – zum OberLieutenant bei der ersten Arcier Leib Garde ernannt worden; kömmt sonach nicht mehr als Milit. Comandant nach Troppau.

Ein Herr Pantaleone, welcher sich den ersten Tenoristen der italienischen Oper von London – nennt, gibt in der Durchreise heute im hiesigen Theater, ein Concert.

Die gestern beerdigte verstorbene Vorsteherinn des hiesigen Nonnenklosters, war 86 Jahre alt.

Heute schon wieder Regen!


1839/79
Ljubljana, 20. maj 1839

65.

Wiener Agenten Bericht vom 13 ten Mai

Die Abreise I. I. M. M. von Wien nach Presburg soll auf den 31 ten Mai festgesetzt seyn. S e Majestaet werden, wie es izt allgemein heißt, in einigen Tagen nach Eröffnung der Sitzungen mehrere Comitate bereisen und darauf nach Wien zurück kehren.

An der Bildung der italienischen Leibgarde wird mit allen Eifer gearbeitet; man vermuthet, daß selbe schon bald zu Functioniren habe. Ihre Galla-Uniform wird jener der Arcieren-Leib Garde sehr ähnlich seyn. Ein Offes. Hut mit schwarzen Federbusch, rothe Fracks mit goldenen Aufschlägen und Goldborten auf der Brust, dann weiße Pantalons mit goldenen Streifen.

Die Haus Uniform ist grün mit rothen Streifen und Aufschlägen, dann einen rothen Czaco mit schwarzen Federbusch.

Kommendes Schuljahr soll, wo möglich, schon der neue Studienplan in Wirksamkeit tretten. Nach demselben wird eine mehr praktische Tendenz fürs Leben begründet, im Ganzen jedoch der Grundplan von weiland Kaiser Joseph und Maria Theresia beibehalten. Die Philosophie wird wieder auf drey Jahre verlängert, und Aestthetick und Weltgeschichte, obligat werden. Bei den juridischen Studien tretten wohl einige


Modifikazionen ein, jedoch keine wesentliche Aenderung. Die Gymnasien erleiden aber in Bezug der Lehrbücher und Lehrform eine gänzliche Umgestaltung. Die Organisirung des Schulplans für Gymnasien, wurde den berühmten Prälaten von Ruttenstock anvertraut.

Agenten Bericht vom 16 ten Mai

S e Majestaet haben mit allerhöchster Entschlüssung vom 19 ten Apr. l. J. in gnädigster Anerkennung der Verdienste, welche der verstorbene FeldmarschallLieut. von Scholl sich um die Fortificatorischen Bauten in Verona erworben hat, allerhöchst sich bewogen gefunden, zu genehmigen, daß das dortige vor den Communal- und Militair Gottesacker gelegene Cassemattirte Werk, den Namen: „Scholl-Werkerhalte.

Der Prinz von Sachsen Coburg erwarb nach den Tode seiner Gemahlinn, einer gebornen Gräfinn Coharry das Palais auf der Carolinenthor-Bastei neben den Artillerie Gebäuden. S e Majestaet der Kaiser sollen demselben aus besonderer Huld, die an dieses sein Palais anstossenden Artillerie Gebäude zum Behufe einer Erweiterung desselben geschenkt haben, mit den Bedingen, die daselbst befindlichen Werkstätten auf eignene Kosten in das Guß Haus an der Wien im Stöckel transportiren und daselbst die Werkstätten einrichten zu lassen.


Der Feldzeugmeister Prinz Hessen Homburg wird hier (Wien) auf der Durchreise nach seinem Staate erwartet, um daselbst die Regierung zu Constituiren und eine Zeit dort zu verbleiben, von wo sich Derselbe wieder auf sienen Posten nach Gratz zurück begeben wird.

Am 14 ten Mai wurde am Josephstaedter Glasis die Feyer der Fahnweihe des Grenadier Batons Giraldi glänzend begangen. Der allerhöchste Hof und alle hier anwesenden Erzherzoge wohnten diesem Feste bey.

Aus Laibach

Herr Graf v. Hohenwarth ist heute Nachmittags 3 Uhr, nach Raunach und H. Bar. Leopold Lichtenberg um 4 Uhr diesen Nachmittag nach Wien und Baden abgereist.

Das Wachs Figuren Cabinet mit den Panorama ist noch hier.

Heute gibt H. Pataleone Tenorist der italienischen Oper in London, noch ein Concert im Theater. Derselbe soll beym ersten Concert etwas heiser gewesen seyn, – soll jedoch gut singen. Das heutige Concert war schwach besucht, und hat sehr wenig eingetragen. Bei den ersten Concert sollen 96 f CM netto Einnahme geblieben seyn.


1839/80
Ljubljana, 22. maj 1839

66.

Herr Baron Anton Codelli ist aus Triest –, Fräulein Dollinger (Gesellschafterin bei Frau Sicard) von der nach Venedig unternommenen Reise, auch hier wieder zurück –, angekommen.

Das Wachsfiguren Cabinette mit den Panaroma ist gestern von hier weiter gezogen.

Gestern sind Briefe von Wien und Klagenfurth angekommen, denen gemäß der Klagenfurther Kreisphisickus Sporer – zum Protomedicus allhier –, ernannt worden seyn solle.

Auch der Landes-Bau-Directer soll Wiener Briefen zu Folge bereits ernannt seyn. Der Bau Directions Adjunct in Tyrol, Bretschneider soll der ernannte seyn. Derselbe war von hier 2 do Loco vorgeschlagen; der Sohn des Hof-Commissions-Rathes Schemerl war von hier 1 mo Loco in Vorschlag. Es muß diesem der Posten hier nicht conveniren, oder eine ganz besondere Veranlassung seyn, daß derselbe nicht ernannt worden ist! –

Herr Baron Carl Flödnig wird hier Praesidial Sekretär.


1839/81
Ljubljana, 22. maj 1839 II

Eure Excellenz

Geruhen die Versicherung meiner unbegränzten Verehrung zu genehmigen. Ich bin ganz untröstlich, daß sich mir immer neue Hindernisse bringen, das Vergnügen noch entbehren zu müssen, bei Eure Excellenz einige frohe Stunden zu genüssen. Ich kann versichern, daß nur die Anwesenheit bei Eure Excellenz mich erfreut macht, und ich sonst immer in so vielen Gedanken versunken –, dahin lebe!

Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, bitte um – und empfehle mich zu fernern Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach am

22 ten Mai 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/82
Ljubljana, 23. maj 1839

67.

Herr Gr. Joseph von Auersperg soll schon von Wien in der Retourreise begriffen seyn; nimmt die Tour durch Ungarn, Croatien,nach Mokritz um von da seinen Sohn abzuholen, und mit nach Haus zu bringen.

Man erzählt, daß die Vermählung der beyden Comtessen Welsperg im September d. J. in Tyrol auf den Lande vollzogen werden soll.

Der Herr Oberst Bar. Rath soll dieser Tagen aus Wien zurück kommen. Derselbe soll 2 Pferde, davon eines angeblich 1400 f, das zweyte 600 f CM kosten soll –, mitbringen.

Gestern hatten wir hier von 1 bis 4 Uhr Donner mit Regen, welches die Luft wieder etwas abkühlte; von 6 bis 8 Uhr war türkische Musick in der Stern Allee, und zog viele Menschen dahin.

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Nach einer der letzten Wiener Agenten Nachrichten wird UnterLieut. Gr. Attems von Pertoletti pensionirt.

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Bau Director in Krain ernannt Patscheider.


1839/83
Ljubljana, 24. maj 1839

68.

Der Sohn des verstorbenen Kammer-Procurators Scheuchenstuel, hier Ascultant bei den Landrechten – vermählt sich mit der Tochter der Handelsfrau Wittwee Primitz –; die kirchliche Verkündigung ist bereits geschehen.

Auch der alte Gymnasial Präfekt Rebitsch Wittwer seit etwa 2 Jahren, will sich wieder in den Ehestand versetzen. Er hat einige schon erwachsene Kinder und hat sich ein sehr junges 17 bis 18 jähriges hübsches Mädchen zur Braut gewählt – hier die Schleiferische genannt. Die bereits als Wittwee verstorbene Mutter dieses Mädchens hat in den Aicholzerschen Hause den Laden mit allerlei Spilerey von Holzwerk für Kinder gehabt, welchen Handel nach der Mutter Tode, der etwa 20–24 jährige Sohn derselben, fortgesetzt, jedoch eben gestern derselbe bei den hiesigen Landrecht seine Zahlungs Unfähigkeit erklärt, und einen Schuldstand von 1800 f – gegen einen Vermögensstand von 600 f CM ausgewiesen hat.

Der Herr FeldmarschallLieut. v. Corczovsky wird dieser Tage hier erwartet; es ist nicht bekannt, ob derselbe allein oder mit Frau Gemahlinn kömmt. H. Oberst Bar. Rath soll Sonntags von Wien zurück kommen.

D r Russ mit Frau, Handelsmann Terpinz mit Frau, dann Herr


Fabriotti mit den jungen Gallé sind von der – nach Rom, Neapel, Genua, Turin, Mailand gemachten Reise wieder zurück – hier eingetroffen.


1839/84
Ljubljana, 24. maj 1839

Eure Excellenz!

Werden nach meinen innigsten Wünschen gestern glücklich bei Hause angekommen seyn. Es war ein fatales Regenwetter, das von Eure Excellenz Abfahrt bis heute Morgens anhielt, daher großes Wasser machen wird. Das Blitzen und Donnern Abends in der zehnten Stunde dauerte nicht lange.

Von Eurer Excellenz großen Güte erbitte mir etwas Erdmandel, die schon lange ausgegangen sind – und um etwas Siegellack – wie Excellenz schon letzthin meinen Bedarf zu eröffnen wagte.

Ich bitte um ferners Wohlwollen, und habe die heutigen ganz neuen Zeitungen Ihrer Excellenz der Frauen Gräfin übergeben. Die Zeitungen sind wichtig. Am 12 ten und 13 ten Mai Aufstand in Paris – in England hat Peel seine Vollmacht zur Creirung eines Ministeriums der Königinn rückgestellt; Melbourne ist


sonach zur Königinn beruffen worden, und hat die Zusammensetzung eines Whigministeriums wieder übernommen etz.

Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 24 Mai

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/85
Ljubljana, 25. maj 1839

69.

Während es bei uns in der Nacht vom Donnerstag zum Freytag regente, hat es in Billichgratz bis an Fuß der Berge geschneyt; man besorgte, daß in der Nacht zum Samstag, wenn der geherrschte Nordwind nicht umschlägt, alles erfriren werde.

Herr Baron Leopold Lichtenberg hat einen Gub. Paß nach Bayern auf 3 Monate angesucht. Die Heurathsgeschichte hat gänzliches Ende und ist nicht mehr die geringste Hoffnung zu einer andern Entschlüssung.

Die in der gestern eingetroffenen allgemeinen Zeitung von den neuen franz. Ministerium die Rede, dieses aber nicht genannt ist –, so suchte ich es heute in andern Zeitungen, und fand es in Journale de Debatte vom 13 ten d.

Soult –Präsident des Conseils und des Auswärtigen

Teste – Minister der Wasserbauten

Duchâtel – '' des Innern

Cunin Gridance – '' '' Handels

Dufaure – '' der öffentl. Bauten

Passy – '' der Finanzen

Admiral Duperré – Minister der Marin

Villemain – Minister des Unterrichts

General Schneider – Minister des Kriegs


1839/86
Ljubljana, 25. maj 1839 II

Eure Excellenz

Erstatte ergebensten Dank für die Erdmandl, und bitte mich in fernern Wohlwollen zu erhalten.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse ich die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 25 Mai

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/87
Ljubljana, 26. maj 1839

69. 5

In den Bericht N 68 ist ein Schreibfehler unterlaufen, und zwar bei Benennung der neuen franz. Minister, indem bei H. Teste irrig Minister der Wasserbauten geschrieben worden, da desselben Bestimmung (Garde de Sc[e]aux) Siegelbewahrer, also Justizminister ist.

Hier ist an allen Orten das Gespräch über die zerschollene Vermählungs Angelegenheit H. Bar. Leopold Lichtenbergs, wobei nach den verschiedenen Chancen – mehr und weniger auf ihn geschimpft wird.

Gestern Abend war türkische Zapfenstreich, welchem eine außerordentliche Menge Volks – nachzog. Dem Herrn General Ney brachte man einige Musickstücke, und damal war der neue Markt ganz voll von Menschen.

Weil dießmal das Namensfest S r Majestaet des Kaisers auf den Frohnleichnamstag fällt, so wird der zur Feyer dieses hohen Namens-Festes – gewöhnliche Gottesdienst, am Mittwoch früh 10 Uhr in der hiesigen Domkirche gehalten.


1839/88
Ljubljana, 27. maj 1839

Samstags producirte sich ein Schnellläufer in der


Lattermanns Allee. In der Vermuthung, daß dieses Specktakl sich gestern Sonntags wiederholen werde, samelte sich viel Volk in dieser Allee. H. Nickaus Recher fuhr mit seinen Postzug und Livre durch die Allee gegen Tivoli, und außerhalb des Rondeau – wo ein Brückel über den Graben ist, war ein achtjähriger Knabe, der nicht hören soll; der Kutscher rief – konnte die im Laufe gewesenen Pferde nicht aufhalten, und so giengs mit Roß und Wagen über den Knaben hinüber, der – ehe man ihn ins Spital brachte, schon todt war. An der linken Hand sollen die Finger ganz weggerissen gewesen seyn; die Räder giengen über einen Fuß und über die Brust.

Die bereits erfolgte Rückkehr des H. Baron Schloissnig aus Wien zu bemerken, ist übersehen worden.

Gestern Sonntags wollte H. Graf Ferd. Aichelburg mit den Postkurir nach Wien abreisen, der Platz war aber schon besetzt. Die Reise soll wegen Ausspielung des Guthes Gairau seyn, welches mit einer größeren Realität, die zur Lotterie Ausspielung kommen dürfte, vereinigt werden wolle.

Nachmittags gestern ist der H. Feldzeugmeister Graf Lilienberg,


dann der Herr FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky mit Familie – auch der H. Oberste Bar. Rath hier angekommen; die H. Generals sind bei Malitsch abgestiegen.

S e Excellenz der Herr Gouverneur Bar. Schmidburg ist heute Morgens für seine Person, auf einige Tage nach Fellach abgereist.

Herr Graf v. Hohenwarth soll Mittwoch von Raunach zurück kommen.

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Die heut ausgegebene allgemeine Zeitung N. 141, 142 und 143 ist sammt Beilagen – angeschlossen.

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Der Schnellläufer hat sich gestern doch richtig zu jener Zeit produzirt, als das Unglück mit dem Knaben geschehen! –


1839/89
Ljubljana, 28. maj 1839

70.

Der Herr Feldzeugmeister Graf Lilienberg ist gestern früh wieder weiter – nach Triest gereist, um von da mit den Dampfboot nach Zara zu überfahren.

Gestern war Abend von 6 bis 8 Uhr türkische Musick, vor den Gasthof „zur Stadt Wien“ dem Herrn FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky gewidmet.

Sonntag ist ein weiteres Unglück im Militär Sammelhaus geschehen, wo ein Italiener zwei Kameraden, so zu sagen, ohne aller Ursache so stark mit einem grossen Messer verwundete, daß beyde gestern bereits gestorben sind. Es ist nicht gewieß bekannt, ob – wie man allgemein glaubt, der Thäter betrunken gewesen.

Heute war die Copulation des hiesigen Landrechts Askultanten Scheuchenstuel in der bischöflichen Kapelle, und der Herr Fürst Bischof hat die Brautleute selbst eingesegnet, rücksichtlich alter Freundschaft mit der Familie Scheuchenstuel; auch hat der Herr Fürst Bischof die Einladung zum Dejeneur angenommen.


1839/90
Ljubljana, 29. maj 1839

71.

Herr Graf Ferdinand Aichelburg ist gestern nach Wien abgereist.

Gestern Dienstag veranstalteten die hiesigen H. Offes. ein Scheibenschüssen – auf den gewöhnlichen Militär Schlüßplatz –, (auch gewöhnlicher Richtplatz), welchem der H. FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky beiwohnte, auch selbst daran theil nahm, und wobei die Rgts. Harmonie Musick spielte.

Diesen Vormittag heute am Mittwoch war das Hochamt in der Domkirche – zur Feyer des höchsten Namensfestes S r Majsetaet des Kaisers.


1839/91
Ljubljana, 31. maj 1839

Eure Excellenz!

Wollen meine innigste Theilnahme an den unvermuthet eingetrettenen Unwohlseyn genehmigen, ich hoffe – da ich es inniglich wünsche, daß Hochdieselben schon ganz wohl sich befinden, obgleich die mir zugekommenen werthen Zeilen dieß nicht bestättigen! –

Gott erhalte Eure Excellenz viele Jahre! Ich bin glücklich – wenn ich Hochdieselben und alle verehrten Angehörigen wohl und gesund weiß. – Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse ich die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 31 Mai

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/92
Ljubljana, 1. junij 1839

74.

Es ist bei der hiesigen Polizei Anzeige eingangen, daß in Croatien falsche Banknoten von 25 f verfertigt, und durch einen Reisenden, einem Schneider von Profession, in Umlauf gesetzt worden sind. Dieser Schneider wurde verhaftet, – auch ist man der 2 Fabrickanten der Banknoten habhaft geworden, davon sich aber einer erschossen, der andere einen Panturen der Art überlistet hat, daß derselbe die Gelegenheit benützte, an einer Stelle seinen am Leibe gehabten Mantel den Panduren über den Kopf zu werfen, und in denselben einzuwickeln, wornach der Arrestant Gelegenheit zur Entweichung bekam.

Changier- und Ballansier-Künstler vereint ein Franz Neuhuber und Math. Pichler zeigen für


heute und morgen, ihre Productionen im hiesigen Theater an.


1839/93

Ljubljana, 3. junij 1839

Laibach den 3 ten Juni 1839 Montag

75.

Der Polizei Directer Sicard ist schon seit einiger Zeit wegen Gicht und Krämpfen bettlegerig.

Frau Baron Ant. Schweiger mit Fräulein Louise ist hier angekommen, um der Taufe des Neugebornen Enkels beizuwohnen. So wie Frau Baron Flora Tauferer am Frohnleichnahmstage in Weichselbach – ist am Nachmittage dieses Tage Frau Baron Carl Schweiger geborne Gräfin Auersperg (Sophie) zu Grubenbrunn von einem Knaben glücklich entbunden worden.

Die Marter Johanna Freyinn von Zierheim ist bei der letzten Wahl bei den hiesigen Ursulinnerinnen zur Vorsteherinn des Convents erwählt worden.

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S e Excellenz der Herr Gouverneur Bar. Schmidburg ist letzten Samstag – etwas unwohl von Vellach zurück gekommen.


1839/94
Ljubljana, 4. junij 1839

76.

Das 6 Monatliche Kind der Frau Baron Flora Tauferer soll sehr schwächlich – der Frau Wöchnerinn Zustand bezüglich der Herren ragenden Augen, auch nicht gehoben seyn. Der Knabe wurde bereits getauft, erhielt den Namen Eduard Moritz –; Taufbathen waren H. Bar. Eduard Schweiger und Frau Baron Mac-Neven, vertretten durch Fräulein Marie Elsner und BezirksCommiss. Jurkovich.

Letzten Samstag den 1 ten d. M. hat ein Schnurmachergesell – ein Protestant, bei den Franziskanern das römisch katholische Glaubensbekenntniß abgelegt.


1839/95
Ljubljana, 11. junij 1839

Eure Excellenz!

Unterbreite meinen ergebensten Dank für alle die wohlwollende Güte, welche mir Hochdieselben zu Theil werden ließen, als ich so glücklich war, durch mehrere Tage eines angenehmen, für mich aber aber noch besonders glücklichen Aufentahltes in Lustthal zu erfreuen. In Eure Excellenz mir so wohl thuenden Gesellschaft waren durch diese Tage meine Sorgen verschwunden, und ich in einer sehr beruhigten Lage, daher ich meine Dankbarkeit nicht mit Worten auszudrücken vermöge, und inniglich bitte, meine unbegränzt dankbaren Gesinnungen – genehmigen, und mir noch ferners geneigtes Wohlwollen schenken zu wollen.

Neues ist hier nichts. Frau


Gräfinn Weichard Auersperg wird dieser Tage nach Wien und ins Baad Vöslein bei Wien reisen, die beyden Comtessen Fanny und Willi mitnehmen. –

Wiederhollt recht herzlich dankend für Eure Excellenz Güte, zeichne mich mit aller Verherung:

Eure Excellenz

Laibach den 11 Juny

1839

ergebenster

Franz


1839/96
Ljubljana, 15. junij 1839

79.

Gestern ist der Adjutant des Herrn FeldmarschallLieuts v. Gorczovsky mit 2 Fourgons, 2 Chaisen, 10 Pferden, und etwa 10–12 Hunden hier angekommen. Die Familie soll erst im Herbste hier eintreffen wollen.

Frau Wittwee Baron Anton Schweiger ist mit 3 Fräulein Töchtern hier angelangt.

Berichterstatter begibt sich heute für einige Tage nach Weißenstein.


1839/97
Ljubljana, 26. junij 1839

Eure Excellenz!

Den Empfang der überschickten 12 f 52 xr CM für den eingeschickten Wein – zu bestättigen, kann ich nicht unterlassen, un mich Hochderoselben gütigen Wohlwollen anzuempfehlen.

Herr Graf Ant. Auersperg hat an D r Juris Thoman hier – selbst geschrieben; Er war bei den unglücklichen Ereigniß bei Hause. Das Feuer ist durch Unversichtigkeit der Tischler entstanden, hat zu erst die Rauchkammer, also den Speck etz. ergriffen, dadurch die Flamme um so heftiger verbreitet worden. Drey Flügeln des Gebäudes sind mit allen Getreide Vorräthen, allen Meubles, der Bibliothek ganz abgebrand, nur der vierte Flügel für die Forestiers bestimmt, ist geblieben, aber auch dort ein Zimmer eingestürzt. Er sagt, dieser Schaden seye ihn unersetzlich.

Herr Graf Ant. Thurn ist mit Comtesse Lori aus Gratz zurück gekommen; seine Frau Gemahlinn mit Sohn und


Comtesse Tochter wird nach Rückkunft S r Majestaet aus Ungarn, über Klagenfurth nach Laibach rückkehren.

Herr Graf Hohenwarth mit Frau Gräfinn und Hausgenossenschaft ist heute früh zeitlich nach Ruckenstein abgereist. Frau Gräfin ersuchte mich gestern Eure Excellenz und Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, welcher auch ich die Hand küsse, noch recht viel Schönes zu melden; Sie hoffe, Eure Excellenz werden Ihren Brief und die Schachtel erhalten haben! –

Gestern ist wieder ein Unglück geschehen; ein Bauer von Mariafeld, welcher von Morast Heu nach Hause fuhr, schlief auf den Heu ein, stürzte herab, das Rad des schweren Heuwagen gieng über die Stirn, welche ganz eingedrückt, und das Kinn ganz abgerissen wurde. Der Unglückliche blieb auf der Stelle todt.

So viele Unglücksfälle


kommen izt vor, und doch keines Gewicht den Menschen zur Warnung! –

Ich schlüsse mit der Bitte, meine unbegränzte Verehrung zu genehmigen, mit welcher ich geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 26 ten Juni

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/98
Ljubljana, 29. junij 1839

81.

Wiener Agenten Berichten zu Folge wird um die Mitte des Monats August S e kais. Hoheit der E. H. Franz nach Lemberg reisen, und von dort aus das russische Lager, welches heuer im September bei Warschau errichtet werden soll, besuchen.

S e k. Hoheit der EH Johann und der Kronprinz von Bayern werden Hochdemselben begleiten.

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Aus Laibach

Der pensionirte Taback Administrator Endlicher ist hier gestorben.

S e Excellenz der H. Gouverneur sind aus Vellach wieder zurück, werden bald mit der ganzen Familie dahin rückkehren, und später wieder ins Baad nach Gastein reisen.

Nach den Donnerwetter und Regen in der letzten Nacht, ist heute Morgens die Luft recht abgekühlt.

Herr Graf Welsperg ist in Triest. Herr Baron Spiegelfeld auf sein Guth in Steyermark gereist. Der Herr Graf v. Welsperg ist von Triest wieder zurück.

Herr Graf Stubenberg wird morgen mit Frau Gräfinn vorerst nach Gratz reisen, um den homaeopatischen Arzt dortselbst, wegen den bekannten Uibel zu consultiren.


1839/99
Ljubljana, 2. julij 1839

82.

Wiener Agenten Bericht vom 27 ten Juni bringt die Nachricht, daß kürzlich in der Vorstadt Matzleinsdorf bei Wien ein bedauerungswerthes Beyspeil eines scheintoden Mädchens von 20 Jahren erlebt worden seye, welche in diesem Zustande bereits nach den Friedhofe zur Beerdigung getragen wurde, durch die schwankende Bewegung jedoch zur Besinnung gekommen war, leider aber, habe sie ihre Auferstehung nicht länger, als eine halbe Stunde überlebt. –

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Von Laibach

Herr Graf mit Frau Gräfin Stubenberg sind heute früh nach Muregg abgereist – gedenken bis Freytag in Gratz zu seyn, dort den homaeopathischen Arzt zu consultiren, nach einigen Tagen nach Muregg rückzukehren, und in etwa 14 Tagen wieder nach Laibach zurück zu kommen, um dann, wenn es der Krankheits Zustand des Herrn Grafen so gestattet, nach Millern in Kärnthen sich


zu begeben.

Herr Gub. Rath Geistlicher Referent Stelzich ist heute über Salzburg, Linz, Budweis, Prag, ins Baad nach Carlsbaad abgereist.

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Es heißt, S e fürstlichen Gnaden der H. Bischof dürfte den 5 ten d. zu kirchlichen Functionen in die Dioecös verreisen.


1839/100
Ljubljana, 5. julij 1839

83.

Frau Gräfinn Saurau ist gestern nach Kärnthen gereist, Herr Graf wird später den Urlaub antretten.

Es heißt, daß morgen Samstag S e Excellenz der Herr Gouverneur mit Familie sich nach Vellach begeben, und von dort aus die Gouvernements Bereisungen unternehmen werden.

In den Kaufsgewölbe des Fallirten Handelsmannes Kaus allhier, wird die Waare aus freyer Hand verkauft, wie es heißt, alles unterm Fabrickspreis. Kambricks – die Elle zu 9-10-11 xr, Merinos die Elle zu 20-22 xr, Leinwanden zu 15-17-18 x die Elle, und so verhältnismäßig die Tücher und andere Gegenstände.


1839/101
Ljubljana, 6. julij 1839

84.

Dieser Tage ist Herr FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky seiner Frau Gemahlinn entgegen bis Marburg gereiset, um selbe hieher zu bringen; Sie ist auch in Marburg angekommen, allein von da wieder auf eine Herrschaft bei Radkersburg, welche einem Ihrer H. Brüder gehört, gefahren, und der H. FML ist allein hieher rückgekehrt.

Frau Gräfin Mimi Blagai ist mit Sohn aus den Bade gestern zurück gekommen. Der Herr Gemahl kam mit den Comtessen Töchtern bis hieher entgegen, und sind heute alle nach Weißenstein.

Der Herr Fürst Bischof trat gestern die kirchliche Bereisung an, und ist bis Moraitsch nach Oberkrain.

Herr Gub. Rath Polizei Director Sicard ist heute mit Frau Gemahlinn nach Wien und Baaden abgereist.

S e Excellenz der H. Gouverneur tritt heute die Gouvernem. Bereisung an, und die Familie begibt sich nach Rutzing. Das Baad von Vellach wird später besucht.


1839/102
Ljubljana, 8. julij 1839

85.

Die Familie S r Excellenz des Herrn Gouverneurs wird erst Dienstags nach Rutzing und S e Excellenz sich auf die Reise begeben.

Gestern Sonntags war Nachmittags bei sehr großen Volkszulauf Musick in Tivoli.


1839/103
Ljubljana, 10. julij 1839

Die Familie des H. Gouverneurs ist Montag Abend nach Rutzing. S e Excellenz sollen heute zur Stadt kommen, und werden eine Tour der vorhabenden Bereisung antretten.

Der H. Oberste Bar. Rath ist schon einige Tage an Halsentzündung krank; – gestern gieng es etwas besser, weil das Bettverlassen werden konnte.

H. KreisCommissair v. Rosenthal ist von der nach Wien unternommenen Reise wieder zurück gelangt.

Wie verlautet, wäre H. Graf und Frau Gräfin v. Stubenberg – von Gratz nach Wien gereist –, welches besorgen läßt, daß der Gratzer Homaeopath den H. Grafen zur Heilung zu übernehmen, sich nicht getraute.

H. Graf Max Lichtenberg mit Frau Gemahlinn, ist hier. Der pens. Major Mac-Neven, Bruder des Gub. Rathes und Kreishauptmanns, ist auch hier angekommen.

Gestern Abend war in der Stern Alle unter großen Zulauf wieder türkische Musick.

Gestern Abend ließ im botanischen Garten der Professor


Piatschofsky zur phi[si]calischen Probe einen kleinen Ballon aufsteigen.


1839/104
Ljubljana, 15. julij 1839

Eure Excellenz

Uiberreiche hier die neueste Zeitung, und habe gar nichts von hier zu berichten. Der H. Gouverneur ist im Baade Vellach. Wie zu hören, will die Familie am 22 ten d., als am Tage des Namensfestes Ihrer Excellenz der Frauen Bar. Schmidburg,auch dahin sich begeben.

Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, hoffe so glücklich zu seyn Eure Excellenz morgen meine Verehrung darzubringen, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 15 July 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/105
Ljubljana, 17. julij 1839

Eure Excellenz

Geruhen meine Verehrung zu genehmigen. Unser menschliche Wille ist zu schwach, auch unsere Wünsche immer zu befriedigen, daher mir nicht möglich geworden, Eure Excellenz meine Verehrung darbringen zu können, und muß es schon bis zur künftigen, wenn nicht auf letzten Tage dieser Woche verschieben. Ich küße der gnädigen Grafin Exc. die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, schlüsse die allerletzte allgemeine Zeitung bey, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

17 ten July 1839

unterthänig dankbarster

Franz


1839/106
Ljubljana, 19. julij 1839

87.

Wiener Agenten Bericht vom 7 July

Unsere politische Gesetzgebung wird durch ein verbessertes Verfahren in Recurs Angelegenheiten bei den so wichtig gewordenen Gewerbswesen, in nächster Zeit vervollkommt werden.

Die hiesige Landesregierung beschäftigt sich mit einem neuen zeitgemäßen Entwurfe einer Gemeindeordnung für die Juden und Türken in Wien.

Der gewesene Bank-Gouverneurs-Stellvertretter Baron Eskelles hat aus besonderer Gnade S r Majestaet die Bewilligung erhalten, ein Majorat zu errichten, jedoch darf dasselbe nicht 400.00 f CM übersteigen, damit die Notherben nicht allzusehr beeinträchtiget werden.

Wiener Agenten Bericht vom 11 ten July

In diesen Tagen fanden bei S r kais. Hoheit den EH Rainer längere Berathungen, hinsichtlich der Errichtung der italienisch-adellichen LeibGarde, statt. Bei dieser Gelegenheit ist endlich beschlossen worden, daß selbe größtentheils nach den Muster der ungarischen, mit denselben Branchen errichtet werden soll. Zugleich ist die baldigste Bildung derselben, in Anregung gebracht worden.


Nächstens wird der Fürst von Canino – (Lucian Bonaparte) aus München incognito hier erwartet;seine Reise soll rein Kunstforschungen zum Zwecke haben. Es ist bereits ein bedeutender Zeitraum verflossen, seit dem dieser Fürst unsere Mauern nicht sahe.

Nachrichten aus Constantinopel zu folge, ist Sultan Mahmud II. am 1 ten d. M. mit Tod abgegangen. In Erfolg dessen, hat der junge Thronprinz bei Regierung angetretten, und die Feindseligkeiten mit Aegypten vor der Hand eingestellt.

Damis Feldkriegs Commissair in Laibach kömmt

nach Hermanstadt

Miller Feldkriegs Commissair in Klagenfurth kömmt

nach Laibach.

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Aus Laibach

Herr Graf mit Frau Gräfin Stubenberg sind Mittwoch von Wien hier zurück eingetroffen.

Gestern war wieder unter großen Zulauf in der Stern-allee türkische Musick.


1839/107
Ljubljana, 27. julij 1839

Eure Excellenz!

Habe ich die Ehre zu berichten, daß der Zimmermahler Langus heute nach Radmannsdorf gehet, und von dort in 8 Tagen rückkehren, dann in der Woche vom 4 ten bis 10 ten August bezüglich des Zimmermahlens, zu Befehl seyn Wolle.

Küsse Eure Excellenz die Hand, wiederhole meinen ergebensten Dank für die mir geschenkte Güte, bitte S e Excellenz den hochverehrten Herrn Baron meinen ergebensten Respect und gleich großen Dank für die viele Güte gegen mich – hochgeneigt melden, mir auch ferneres Wohlwollen schenken zu wollen, Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 27 July

1839

unterthänigster D[iene]r

Franz


1839/108
Ljubljana, 31. julij 1839

90.

Herr Baron Tauferer ist gestern mit Frau Gemahlinn nach Wien gereist.

Herr Graf Richard Blagai mit Frau Gräfinn hat heute die große Reise angetretten. Wie zu hören, wird die Tour über Salzburg, München, Regensburg, Prag, Töpplitz nach Dresden genommen. Von da vielleicht ein Abstecher auf der Eisenbahn nach Leipzig gemacht, und dann weiters von Dresden über Breslau, Krackau die Reise nach Wiliczka gemacht. Von dort gedenkt man über Wien, Gratz und vielleicht auch über Klagenfurth nach Laibach rückzukehren.

Frau Baron Codelli Wittwe ist gestern hier nicht angekommen.

Gestern Abend war in der Sternallee Musick – große Volks-Zulauf und Genus von Gefrornen nicht minder stark.

Die Nichte der Frau Gräfin v. Gorzovsky dürfte 13–14 Jahre alt seyn.


1839/109
Ljubljana, 1. avgust 1839

Eure Excellenz

Stets erfreuliches Wohlbefinden – ist mein Glück, weil es meine einzigen, meine unabläßigen Wünsche sind, dieses zu wissen, und dessen versichert zu seyn. Nicht minder groß ist meine Freude, daß Eure Excellenz das Vergnügen erwartet, die Frau Gräfin Antoinette nebst Verwandten – bald zu sehen! – Allein für mich ist es etwas leidendes, weil ich gestern ein Schreiben nach Görz abgeschickt habe, welches nun fehl läuft, und statt etwas Neuemetwas Altes wird; ich vertraue jedoch, daß wenigst mein guter Wille Anerkennung finden werde.

Eure Excellenz wollen auch gütigst vergeben, daß ich bemerken muß, daß ich von Ihrer Excellenz der Frauen Gräfin heute die Zeitungen vom letzten Freytag, jedoch nur die 3 Numern 201-202-203 erhalten habe. Da aber die Freytags Zeitung immer vier Numern enthält – die gewöhnlichen drey Numern vom letzten Montag – mit 204-205-206 bezeichnet sind, so bitte


ich, die N r 200 der allgemeinen Zeitung nebst Beylage, geneigt ausfindig zu machen. – Unter den durch Ihre Excellenz die gnädige Gräfin hieher gebrachten, ist diese Numer nicht, wie ich mich im stillen – zu überzeigen, die Gelegenheit hatte.

Ich bin auf einige Tage nach Weißenstein eingeladen, wohin ich Sonntag Abends fahren werde. Montag ist Frau Gräfin Mimi Blagai Namensfest! –

Baronesse Lori Lazarini ist heute mit den Malewagen nach Klagenfurth – um die beyden Söhne Gerliczi in St. Paul abzuholen, und hat die Comtesse Hyacinthe Blagai zum Besuch bei der Graf Welsersheimb-ischen Familie mitgenommen. Da man aber mit diesem Besuch eine Uiberraschung beabsichtigte, und folglich nach Klagenfurth keine Nachricht gab, ist Frau Gräfin Welsersheimb mit Comtesse Tochter Emma – nach Wien abgereist. –

Herr Graf Richard Blagai hat seine große Reise mit Frau Gräfin


gestern Morgens angetretten. Die Tour geht über Salzburg, München, Regensburg, Prag, Töpplitz nach Dresden. Vielleicht auf der Eisenbahn nach Leipzig und nach Dresden zurück, dann von Dresden über Breslau, Krackau nach Wiliczka; zurück durch Gallizien, österr. Schlesien, Mähren, nach Wien und über Gratz,vielleicht auch noch über Klagenfurth zurück. –

Frau Baronin Codelli Wittwe, ist mit beyden Fräulein Töchtern Mittwoch aus Unterkrain zurück gekommen. –

Ich bitte um ferneres Wohlwollen, und zeichne mit Hochacht[un]g und Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 1 ten Aug.

1839

unterthänigster

Franz


1839/110
Ljubljana, 5. avgust 1839

91.

Samstag war in der Sternallee Musick, und großer Zulauf – auch ist ziemlich Eis consumirt worden.

Gestern hatte man mehrere Gesellschafts Wasserfahrten auf der Laibach unternommen, und beym Nachhausefahren kleines Feuerwerk abgebrannt, weshalb sich vieles Volk in die Brulle begab, obgleich kurz vorher ein Donnerwetter eine Menge der Spaziergänger aus der Lattermannsallee in die Stadt zurück getrieben hatte.

Die jüngste Tochter des pens. Gub. Rathes D r Schneditz – Frau des Landwirthschafts Professors Hlubeck, ist heute in ihrem zweyten Wochenbette, im Folge Schreckens – sie wurde vor Kurzem entbunden – gestorben.

Gegen den sogleichen Abgang des zum Hofsekretär ernannten H. v. Kreuzberg nach Wien – solle eine Vorstellung von hier gemacht worden sey. Dieses Begheren soll abgelehnt, und die sogleiche Antrettung seines neuen Dienstpostens – befohlen worden seyn, welches nun bald erfolgen, allein seine Familie erst im Frühjahr zu Georgii – nach Wien übersiedeln wird.

Der Sohn der Guthsbesitzerinn von Egg ob Podpetsch,


ein junger von Höffern, ist wegen vorsetzlichen Mord – in Gesellschaft mit zweyen anderen vollzogen, hier in Criminal-Arrest.

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Von H. Bar. Leopolds Lichtenbergs Ankunft in Habach ist nichts bekannt; am Samstag war selbe noch nicht erfolgt, obgleich solche Tags vorher hätte seyn sollen.


1839/111
Ljubljana, 6. avgust 1839

92.

Frau Gemahlinn des Fiumaner Gub. Assessor v. Gerlitzi gebor. Gräfin v. Auersperg – ist letzten Samstag den 3 ten d. M. hier angekommen.

Gestern Montag Abends kam H. Graf Richard v. Blagai mit Frau Gräfin hier zurück an. Sie waren bis Spital gekommen, – die Frau Gräfinn wurde von Krämpfen befallen, dieses Uibel veranlaßte die Rückkehr.

Bald nach Ankunft der vorbenannten, langte auch H. Baron Leopold Lichtenberg gestern Montag Abend hier an, da aber Berichterstatter in diesem Augenblick – Abends 9 Uhr aus Weißenstein zurück gekommen ist, konnte derselbe H. Baron nicht sehen, derselbe soll aber sehr gesund aussehen! –

Baronesse Lori Lazarini mit Comtesse Hyacinthe ist diesen Abend mit denen 2 Söhnen Gerliczis hier eingetroffen; Sie hat die Tour von St. Paul über Vellach und Flödnig hieher zurück gemacht.


1839/112
Ljubljana, 8. avgust 1839

Eure Excellenz!

Meine innigste Verehrung! Neues ist nichts. Meinen Handkuß den gnädigsten Gräfinnen. Ich bitte um ferners Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 8 Aug.

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/113
Ljubljana, 10. avgust 1839

93.

Herr Graf Anton Auersperg ist für seine Person allein, am Mittwoch Abend hier angekommen.


1839/114
Ljubljana, 11. avgust 1839

Gestern Abend war Zapfenstreich, welchem eine außerordentliche Menge Volk nachzog. Es wurden vor der Wohnung des Herrn FeldmarschallLieutenants v. Gorczovsky und vor jener des H. Graln. Ney, vor jeder einige Musickstücke besonders augeführt. –

Herr Graf Anton Auersperg ist heute Morgens wieder nach Thurn am Hart – zurück gereist. –

Es hat sich auch nach Laibach ein Verschließer von falschen Fünf Gulden Banknoten gewagt. Die Letztern wurden schnell erkannt, und der Ausgeber sich auch bald entfernt. Der Polizei OberCommissair Suchaneck setzte ihn eilends nach – ereilte ihn glücklich – und brachte ihn mit Pferd und Wagen hieher in Verhaft. Naheres ist noch nicht bekannt.


1839/115
Ljubljana, 12. avgust 1839

94.

Der verhaftete Mensch, welcher hier die 5 Gulden falschen Banknoten ausgegeben, ist von Arch – Herrschaft Mokritz gebürtig – ein Krainer, und als Flüchtling schon einige Jahre in Croatien, wo derselbe einen Besitzstand erlangt habe. Eine Schwester von ihn, dient hier in Laibach, und ist ebenfalls arretirt worden, weil sie auch einen dieser falschen Banknoten ausgegeben habe; – man wird jedoch derselben wohl nichts thun können, da sie ganz natürlich vorgeben wird, – den Zettel vom Bruder erhalten, und nicht gekannt zu haben.

Der Herr Feldzeugmeister Graf Nugent ist gestern Abend hier angekommen, bei H. Obersten Bar. Rath abgestiegen. Reiset der Frauen Gemahlin Princessa, bis Triest entgegen, die aus Neapel dort eintrift.

Heute wurde in der Früh das Regiment Hohenlohe in Augenschein genommen, und passirte die Revue, worauf die Abreise nach Triest erfolgt ist.

Die Frau Gemahlinn des Herrn Generaln v. Sivkovich


in Triest –, ist von einem Knaben entbunden worden.

Frau Gemahlinn des H. Grafen Anton Strasoldo – soll im Baade Töpplitz in Unterkrain sich befinden.

Herr Graf Richard Blagai mit Frau Gräfinn sind diesen Nachmittag nach Billichgratz – nach Haus gereist.

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Ein Papier ist hier beigeschlossen, welches, auf etwa vier Theile getheilt, und gut mit Wasser benezt, auf alte Teller oder Schüsseln von Kaffeeschalen gelegt, die Fliegen anlockt, welche darauf kommen, und nach den Genuß zu Boden fallen und todt sind. Dieses Papier ist bei Karinger zu haben, kostet 2 xr CM das Blatt.


1839/116
Ljubljana, 15. avgust 1839

95.

Dienstag war in der Sternallee Abends türkische Musick, wozu sich viel Volk einfand.

Der Ingenieur OberstLieut. Bauer v. Eysseneck genannt, Schwiegersohn des H. Grafen von Welsperg in seiner Anstellung (als Fortifications Districts-Director) von Lemberg nach Verona übersetzt, ist vor einigen Tagen mit Familie in Leopoldsruhe angekommen.

Frau Gräfin Seraphine Thurn wird in nächster Woche von hier nach Wien zur Frau Schwester der Gräfin Lodron und der D’Orsaischen Familie reisen.


1839/117
Ljubljana, 15. avgust 1839 II

Eure Excellenz!

Wollen meinen ergebensten Dank für die überschickte Melone geneh- und meine Bitte geneigt aufnehmen, seiner Zeit mich mit einer solchen beschenken zu wollen, womit ich mir die Freude machen kann, solche einsieden zu können. – Eure Excellenz große Güte wird mir dieses Anersuchen vergeben, und ich so glücklich seyn, mich Hochderoselben Güte und Gewogenheit ferner erfreuen zu dürfen. Ich küsse denen gnädigen Grafinen die Hand, bitte auch um die Güte, denen Herrn Gästen meine Empfehlung melden zu wollen, – und bitte um allseitiges Wohlwollen, indem ich mich mit aller Verehrung zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

15 August

1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/118
Ljubljana, 16. avgust 1839

96.

Gestern an Maria Himmelfahrtstage waren die Wahlfahrten nach Dobrowa und Nachmittag nach St. Rochus – zu Wagen, zu Pferd und zu Fuß so stark, daß schon vorgestern Mittwochs – gar kein Lohnwagen mehr zu bekommen gewesen, da alle schon bestellt waren.

Dienstag soll die Graf Welspergische Familie auf eine Jausen in Rosenbach gewesen seyn. Die Frau Gemahlinn des H. Ingen. OberstLts Fischard – Baur von Eysseneck genannt spielte allda in Gedanken mit den Stöckchen des Herrn Gemahls, und traf damit unversehens das Ohr desselben, worauf eine Ohnmacht, und später Erbrechen erfolgte. Nach ärztlichen Befund ist durch den Schlag aufs Gehör-Organ, eine Gehirn Erschütterung, daher Schwindel, Ohnmacht, Erbrechen, folgen mußte. Patient ist zu Bette, doch gieng es gestern schon besser.


1839/119
Ljubljana, 20. avgust 1839

Eure Excellenz!

Unterlege beigebogen die Quittungen über die letzt empfangenen Fünf Gulden, dann zwei Anoncen von den Mechanikus Tschuggmall aus Tyrol, welcher mit seinen Automaten Theater respt. Sailtänzer Figuren hier angekommen, im hiesigen Theater die Vorstellungen gibt. Zugleich bitte, einen ergebensten Dank für die überschickte schöne Melone zu genehmigen, und meiner mit einer Wassermelone seiner Zeit sich geneigt erinnern zu wollen. Ferner überreiche bei den gegenwärtigen Wasserkur-Zeiten ein Werk, welches Eure Excellenz als ein Product des gegenwärtigen Zeitgeistes in die betreffende Abtheilung Hochderoselben Bibliotheck einzureihen, geruhen werden.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend –


bitte ich um ferners Wohlwollen, und da nichts Neues zu berichten habe, und nur noch 3 Numern Zeitungen in Lustall sind, sende hier 4 neue Numern vom letzten Freytag –, mich mit aller Verherung zeichnend:

Eure Excellenz

Laibach den 20 Aug.

1839

unterthänigst dankbar[ster]

Franz


1839/120
Ljubljana, 22. avgust 1839

97.

Man erhält Nachrichten aus Italien, daß Herr FeldmarschallLieut. von Cometti an Magenkrebs – sehr gefährlich krank darnieder liege.

Auch H. FML v. Trapp in Wien soll sehr gefährlich krank seyn.

Der Bar. Moritz Tauferer ist schon vor einige Zeit aus Wien zurück. Man hat seine Frau Gemahlinn, welche dort bei Frau Schwiegermama geblieben, in die Kur genommen, jedoch die Uibel als schwer und lange Kur fodernd –, erklärt.

Gubern. Rath Stelzich ist schon letzten Sonntag von seiner nach Böhmen gemachten Reise, wieder zurück gelangt.

Der OberLieut. Watzel von Hohenlohe, noch sehr junger Mann, Sohn des in Gratz wohnenden pens. FMLts Watzel – ist in Neustadtl vom Nervenschlag getroffen worden.

Heute war türkische Musick in der Sternallee, wobei sich eine ziemlich bedeutende Versamlung fand.


1839/121
Ljubljana, 23. avgust 1839

Baron Richard Lazarini Concepts Practicant bei der N. O. Cameral Verwaltung in Wien, ist gestern hier angekommen.

Wie zu hören, soll die Vermählung der Baronesse Fanny


Schmidburg mit H. v. Kalchberg schon im nächsten Nowember Monat statt finden.

Da die hie und da aus Strafe verwiesenen kais. österr. Galizier von S r Majestaet amnestirt worden sind –, ist der große Pohle Horodynsky – welcher in Laibach angewiesen war, mit außerordentlicher Freude – nach seiner Heymath abgereist.

Heute soll die Frau Gräfinn Weichard Auersperg aus Wien – und morgen Samstags die Gouverneurische Familie aus Vellach hier ankommen. –

Vor einiger Zeit ist ein ungarischer Cavalier – man nennt ihn einen Grafen, mit Frau Gemahlinn und zwei kleinen Töchtern hier angekommen. Von diesem will man wissen, daß derselbe wegen Schulden sequestrirt, und weil Er an großen Aufwand gewöhnt, durch seinen Bruder und Sequester vom Hause und von seinen Besitzungen entfernt, – auf Reisen bestimmt worden seye. Dieser Cavalier oder Graf ist von Triest hieher gekommen, von wo ihn die Calora verjagte, und wird in Laibach wieder so lange bleiben, bis ihn von hier wieder etwas vertreiben wird. Diese Familie lebt sehr gut und der Herr ist dem Weine sehr gewogen, der in Mansflaschen


von bester Gattung, immer auf den Tisch stehen muß.

Herr Graf Andreas Hohenwarth ist mit Sohn aus Wien, bei seiner Familie in Gerlachstein angelangt.

Der Herr Fürst Bischof ist dermalen auf seinem Schlosse zu Görtschach. –

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Zimmermahler Langus arbeitet izt wieder im Hause Herrn Barons Leopold Lichtenberg, und ist bereit, sobald Desain und Farbe ihn angedeutet wird, das Zimmer Ihrer Excellenz der Frauen Gräfin zu mahlen.


1839/122
Ljubljana, 27. avgust 1839

Eure Excellenz

Waren so gütig – mir gestern so wohlwollend zu schreiben, daß ich Hochdenenselben meinen ergebnsten Dank erstatten, und bitten muß, bei Gelegenheit eines Schreibens nach Görz – meiner Handküsse an die verehrten Damen und Respecte an alle die Herrn, geneigt beifügen zu wollen. Auch erstatte ergebensten Dank für die erhaltenen schönen Muster der Paradeisäpfel, und hoffe, durch Eure Excellenz Güte für den kommenden Winter einen Vorrath zu erlangen. –

Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfinn küsse vielmalen die Hand, und bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen. Heute ist mein Herz voll der innigst, der besten, der dankbarsten Gesinnungen für Eure Excellenz – der ich mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 27 August

1839

ergebenst dankbarster

Franz Hptm.


1839/123
Ljubljana, 28. avgust 1839

99.

Die Familie des H. Gouv. ist Samstag in die Stadt gekommen.

Die Frau Gemahlinn des Gub. Rathes Vessel ist die Tage mit den Sterbsakramenten versehen worden. Er selbst, der Gub. Rath, will in Pension gehen.

Gestern war Musick in der Sternallee, die sehr besucht war.


1839/124
Ljubljana, 30. avgust 1839

100.

Lieutenant Baron Gustav Egkh ist Mittwoch nach Schwarzenbach auf Besuch –, allwo die Fräuleins Maria und Henriette Elsner sich befinden! –

Frau v. Gerliczi geborne Gräfinn Auersperg ist mit zwei Stiefsöhnen und mit ihrer kleinen Tochter heute nach Fiume zurück gereist.

Einer der Handelsleute „Gebrüder Kukh“ ist gestern beerdigt worden, ein lediger Mann über 30 Jahre alt. Diese haben die Handlung der Specerey Waaren vom Handelsmann Schmid neben den Theater übernommen.

Man hört der junge Graf Wolf Welsperg wird bei den hierländigen Regiment als Fähnrich eingetheilt werden, da derselbe heuer aus der Ingenieur Academie austritt.


1839/125
Ljubljana, 31. avgust 1839

101.

Zwischen Cilly und Gonowitz in Steyern soll wieder eine ziemlich starke Räuberbande ihr Anwesen treiben. – Man habe einen Streifzug mit Militair dort Gegend gemacht, jedoch nur zwei Verdächtige eingezogen.

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Man erzählt –, daß der älteste Sohn der Familie Höfern, der mit einer Dettela von Wartenberg vereheligt ist, einem Bauern, welcher im Wald mit der Flinte gewesen, diese ihn abgenommen, und als der Bauer um sein Gewehr zu reclamiren nach Egg gekommen, in Disput mit selben, denselben erschossen habe. Des Bauern Eheweib soll im Kindsbette mit Zwillingen liegen, der Bauer – ein wohlhabender Mann seyn! Welch Unglücke!! –


1839/126
Ljubljana, 1. september 1839

102.

Hier wieder ein Künstler angekommen! Escamoteur und Aerostatiker Anton Fabris producirt sich in der hiesigen Schießstatt heute um 7 Uhr, und der Mechanickus Tschuggmall producirt seine mechanischen Figuren im Redutten-Gebäude, beginnt heute halb 8 Uhr. Wen besuchen, um zu profidiren? – Ich zwar keinem, da ich noch im Bette bin! –

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Lieutenant Baron Gustav Egkh ist diesen Mittag von Schwarzenbach zurück gelangt.

Cadet Graf Wagensperg ist heute beym hiesigen Regmt. zum Fähnrich avancirt.

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Herr Baron Leopold Lichtenberg fährt Morgen Montags – nach Schwarzenbach.


1839/127
Ljubljana, 2. september 1839

Eure Excellenz

Genehmigen meinen ergebensten Dank für die überschickte Melone, und ich freue mich nicht nur auf die Wassermelone, als vorzüglich auf die große Melone, welche mir aber einsieden werde, deshalb aber mir die Bemerkung erlaube, daß jene Melonen, welche man in Zucker einsiedet –, nur halb reif seyn dürfte, weil die ganz reifen beim einsieden sich in Wasser auflösen, und nicht in Stücken bleiben.

Mit Bedauern, Eure Excellenz sonach diese Woche nicht hier verehren zu können, muß ich berichten, daß S e Excellenz der Herr Gouverneur auf Gouvernements Bereisung – schon seit Freytag den 30 ten August – von hier abwesend ist, und nächsten Samstag den 7 ten September hieher zurück zu kommen haben soll. –

Herrn Obersten ist Sonntags beym nach Hause fahren das Unglück begegnet, daß in der Gegend bei St. Christoph ein Bauer Fuhrwerk gegen seinen Wagen gefahren kam,


der Bauer in der sehr großen Dunkelheit, da H. Oberste die Wagenlaternen nicht angezünden hatte, zu spät zum Ausweichen lenkte, wornach es unglücklicher Weise geschah, daß die Wagendeichsel des Bauern an die Brust eines der Wagenpferde des H. Obersten anstieß –, daß das Pferd augenblicklich zu Boden stürzte, und auf der Stelle todt war. –

Herr Baron Leopold ist heute früh nach Schwarzenbach abgefahren.

Ich küsse Ihrer Excellenz der gnadigsten Gräfin die Hand und bitte um Hochderselben, und Eure Excellenz ferners gütiges Wohlwollen. – Mit meinen kranken Füsse gehet es etwas besser. Ich will micht recht pflegen, um Eure Excellenz hier persönlich aufwarten zu können.

Mit


aller Verehrung geharre

Eure Excellenz

Laibach den 2 ten September

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/128
Ljubljana, 3. september 1839

103.

Verzeichnis

des Laibacher Opern und Schauspiel-Personals für die Saiçon 1839/40

Unter Direction des Glöggl

DamenHerren
Belleville – erste Sängerinn
Stentzech – zweyte Sängerinn
Schmidt – Altistin, Anstands-Damen und Liebhaberin
Schwenk – Liebhaberinn
Baumgarten – Mutter
Spaettler – komische Mutter
Rosteck – Choristin
Mayer – erster Tenor; Held
Schunk – zweyter Tenor
Clement – Bariton
Reichmann – Bassist und zweiter Schauspieler
Forte – Bass buffo, Väter und Komicker
Grümbach – Bariton und jugendlicher Liebhaber
Berger – Komicker
Uhing – Väter und Intrigants
Römer – Held
Stahlberg – Komicker u. Inspecient
Schellenberg – Chorist
Chor und Orchester Personale das hiesige vom vorigen Jahr.Bruno – Sauffleur
Spaettler – Kappelmeister
Saphir – erster Violin Spieler

Die Theater Vorstellungen sollen am 15 ten d. M. September beginnen. –


1839/129
Ljubljana, 3. september 1839 II

Eure Excellenz!

Waren so gütig mich mit einer Melone zu erfreuen, wofür recht ergebenst danke, und die ich gut nützen werde.

Leider ist unser[e] menschliche Lage so vielen unvorgesehenen Anfällen unterworfen, daß Letztere sich ereignen, wo man solche am wenigsten vermuthet: so das Unglück des Herrn Obersten, welcher immer ein Versehen dadurch machte, daß Er in der geherrschten bedeutenden Finsternis, die Wagenlaternen nicht anzündete. Nichts destoweniger bleibt es immer ein bedauerungswürdiges Unglück, an dessen warmen Theilnahme von Seiten Eure Excellenz, der Herr Oberste und jeder, der Hochderoselben vortreffliches Herz voll der Güte kennt, nicht zweifeln kann. Aber wahrhaft großes Leid ergreift mich, daß Eure Excellenz


leidend wissen muß, und alle meine Wünsche vereinigen sich recht inniglich dahin, daß, wenn diese Zeilen Hochdenenselben Handen zukommen, ja kein Schmerz mehr vorhanden seye! – Daß Gott geben wolle.

Meinen kranken Fuß pflege ich möglichst, da ich seit 23 ten August nicht über meine Stiege gekommen bin. Demnach hoffe Eure Excellenz am Montag meine Verehrung darbringen zu können.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfinn küsse die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 3 ten 7ber

1839

unterthänig dankbarster

Franz


1839/130
Ljubljana, 4. september 1839

104.

Wegen den Pferde des Herrn Obersten muß berichtigend angeführt werden, daß der Bauer nicht den Wagen des H. Obersten entgegen, sondern – welcher Zufall! – auf jenem Wege gegen die Chaussée gefahren kam, welcher längst der Mauer des Kirchhofes aus der St. Peters Vorstadt an der damaligen Spinn-Fabrique nach der Chaussée führt, und derselbe so schnell fuhr, daß, wie der Wagen des H. Obersten längst der Chaussée – und jener des Bauern aus der Seitenstrasse auf die Chausée fuhr, Letzterer mit der Deichsel so heftig in den Leib des Sattelpferdes des H. Obersten drang, daß die Gedärme des Thieres gleich heraus fielen, und das Pferd todt zur Erde stürzte.

Es soll nun definitiv die Verordnung hier eingelangt seyn, daß die hiesige Cameral Verwaltung am 1 ten Nowember d. J. richtig von hier abgehet, und von dieser Zeit ihren Sitz in Triest haben wird.

Frau Wittwee des verstorbenen Generaln der Cavalerie von Gourup ist mit Ihrem Schwiegersohn, den Major Bar. Gustaedt vom Beschell Departement hier ange… um wegen eines Prozesses sich mit D r Eberle zu consultiren. Sie fand den guten D r lebensgefährlich krank; es hieß heute – er leide an Gicht!Nach ein Uhr wird die Sterbeglocke geläutet –, und man hört: „Dr Eberle seye in Folge einer Kolick – entstandener Gedärmentzündung – und hinzu ge-


kommenen Brand, gestorben!“


1839/131
Ljubljana, 5. september 1839

105.

Vermög Agenten Nachrichten ist S e Durchlaucht der izt regierende Fürst zu Hessen Homburg zum Gouverneur der Festung Mainz, der Herr FML Graf Leiningen zum vice Gouverneur daselbst ernannt worden.

FML Freyherr Langenau kommt als Commandirender General nach Gratz –, statt demselben FML Freyherr Wernhard als Commandirender von Gallizien – nach Lemberg – und statt letztern FML Rétsey als Commandirender von Siebenbürgen nach Herrmanstat. Feldzeugmeister Graf Mazzuchelly wird Gouverneur der Festung Mantua, statt diesem Feldzeugmeister Graf Nugent Commandirender in Mähren.

FML Freyherr Bertoletti wird Capitaine der italienischen adelichen Leib Garde. Statt demselben kommt FML Fürst Bentheim ad Latus des in N. O. Commandirenden Generaln nach Wien.


1839/132
Ljubljana, 7. september 1839

106.

Gestern wurde Doctor Eberle beerdigt.

Gestern kam das in Görz dislocirte Bataillon von den Regt. Prohaska auf seinem Marsche nach Klagenfurth zur Herbst-Exercier-Zeit – hier an, hält heute Rastag.

Man hört – Herr Baron Anton von Codelli und H. Schwiegervater bewerben sich um Stimmen für die heuer erledigt werdende Verordnete Stelle der Herrenbank. Herr Bar. Anton Codelli begründe sein dießfälliges Gesuch, daß Er für den Fall der Genehmigung, seine begleitende Stelle der Regierung resigniren werde, um sich ganz dem Wohle des Landes zu widmen! –

S e Excellenz der Herr Gouverneur werden heute Abend zuversichtlich erwartet.


1839/133
Ljubljana, 7. september 1839 II

Eure Excellenz!

Wollen geneigt meinen ergebensten Dank für die erhaltenen Melonen genehmigen, und mir Hochderoselben gütiges Wohlwollen ferners schenken.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend – geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz!

Laibach den 7 7ber 1839

unterthänig dankbarster

Franz


1839/134
Ljubljana, 8. september 1839

107.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sind Samstag Abend hier richtig angekommen.

Frau Majors Wittwe Michelly geborne Gräfin Lichtenberg ist von Ofen mit Ihrer jüngern Tochter Emma hier angekommen, und gedenkt hier ferners zu wohnen. Der Sohn ist in Löwenburgischen Convict in Wien, und ein braver Student. Die lahme Tochter ist im Augenblick bei der Gräfin Stainach in Wien, welch letztere an Scharlach erkranket, und dadurch die Fräule Michelly bei derselben in Contumacz geblieben ist, weil sie früher bei derselben gewohnt hat.

__________________________________________

Der dießjährige Landtag soll Montag den 16 ten d. M. hier abgehalten werden. Am Dienstag den 17 ten reisen dann S e Excellenz der Herr Gouverneur nach Klagenfurt, um auch dortselbst den Landtag abzuhalten.


1839/135
Ljubljana, 10. september 1839

108.

Gestern Montag den 9 ten d. ist der Lustthaler H. Pfarrer von seiten des Sitticher Patronats – installirt worden.

Sonntag den 15 ten d. M. soll S e kaiserl. Hoheit der EH Johann hier ankommen, um Montag den 16 ten d. gleich – nachdem das Postulat abgelesen wurde – einer Landwirthschafts Sitzung beizuwohnen, wo dann die ständischen Gegenstände, näml. die Wahlen etz., erst am Dienstag vorgenommen werden sollen.

Herr v. Kreuzberg wird Mittwoch den 18 ten d. Nachts von hier abreisen, weil – wie man hört – derselbe am 21 ten d. in Wien den Eid abzulegen –, angewiesen seyn soll.

Samstag den 14 ten d. wird das hiesige Theater eröffnet; – die Sänger und Schauspieler sollen heute und morgen hier ankommen.

Theater Austheilung:

Samstag den 14 ten … Der Maler und sein Weib

Sonntag '' 15 ten … Nagerl und Handschuh – Localposse

Montag '' 16 ten Oper: Norma


1839/136
Ljubljana, 12. september 1839

109.

Wann eigentlich S e kais. Hoheit hier ankommen, ist bis diesen Augenblick nirgends mit Bestimmtheit bekannt; – man vermuthet allgemein, daß die Ankunft Sonntag Abends erfolgen dürfte, worüber am Samstag bestimmt zu berichten, mir schmeichle.

Gestern sind die beyden Fräulein Elsner aus Schwarzenbach hier angekommen; heute soll H. Baron Leopold v. Lichtenberg von da eintreffen. –

Der große Pohle Horodynsky ist letzten Dienstag mit den Eilwagen in seine Heymath nach Gallizien abgereist.


1839/137
Ljubljana, 12. september 1839 II

Eure Excellenz!

Mich zu gütigen Wohlwollen anempfehlend, übersende die rückständigen Sieben Numern Zeitungen, und wage ergebenst um etwas Eau de Cologne zu bitten, und beizufügen, daß ich gestern eben die Zeitungen von Schwarzenbach erhalten, und in aller Eile diese in die Ordnung zu bringen beschäftigt war, um selbe Ihrer Ex. der gnädigen Gräfin zu überbringen, als der Wagen aus dem Hause, und mit Ihrer Excellenz, der ich die Hand küsse, davon fuhr, welches mir sehr leid gewesen, da ich die Zeitungen gern schon gestern in Lustall gewußt hätte. – Die Ankunft H. Grafen Hohenwarths hat Ihre Excellenz zur Kenntniß gebracht, und ich geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 12 ten 7bris

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/138
Ljubljana, 14. september 1839

Der Herr Baron Leopold Lichtenberg ist Donnerstag aus Schwarzenbach zurück gelangt.

S e kaiserl. Hoheit der EH Johann dürften morgen Sonntags Nachmittags bei Zeiten hier eintreffen , da Hochdieselben gestern von Gratz bis Mahrburg – heute von dort bis Cilly und morgen von da hieher reisen.

Es ist angetragen, morgen die Stadt zu beleuchten, da man S r kais. Hoheit damit eine besondere Verehrung bezeugen will. Von diesem Letztern habe die Köchinn Apolona verständigt, damit Sie sich allenfalls darauf bereiten könne.

Baron Richard Lazarini, Practicant der Wiener Kameral Verwaltung –, ist heute nach Wien zurück.

Der berühmte Sänger Wild aus Wien – will Dienstags in der Norma als Gast hier singen; verlangt jedoch für den Abend 100 f CM, weshalb eine Subscription dießfalls eröffnet worden ist.


1839/139
Ljubljana, 15. september 1839

Wiener Agenten Bericht vom 9 ten 7bris 1839

Ihre Majestaet die Kaiserinn Mutter sollen im Laufe dieser Woche von Ihren hohen Anverwandten aus Dresden hier ankommen.

Im Laufe der vorigen Woche hat sich eine Deputation des Wiener Magistrats zu S r Durchlaucht dem Fürsten Metternich begeben, um aus Anlaß Hochdesselben Genesung die Glückwünsche zu erstatten.

Am 5 ten d. M. wurde in der hiesigen St. Stephanskirche die Trauung des H. Grafen Mittrowsky – vice Apellations-Präsidenten in Prag, und der Gräfin Wrbna –, Tochter des Obersthofstallmeisters, durch den H. Fürst Bischof von Wien, in Beyseyn der hohen Aeltern und Anverwandten –, vollzogen.

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Laibach den 15 ten 7bris 1839 Sontag

S e kaiserl. Hoheit der EH Johann werden morgen Montag gewieß hier verweilen, und wohl erst Dienstags nach Triest reisen.

Uiber das gestrige Theater ist nichts bekannt geworden.


1839/140
Ljubljana, 16. september 1839

Eure Excellenz

Wollen vor allem meine innigste Theilnahme wegen den Unwohlseyn Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn genehmigen. Ich habe gestern durch H. Bar. Leopold Lichtenberg davon Kenntnis erhalten, welcher es durch die Elsnerschen erfahren hat. – Recht dankbar muß ich aber Eure Excellenz für diese geneigte Mittheilung seyn, und kann Hochdieselben inniglich versichern, daß ich eben so erfreut darüber bin, daß das Uibel nun schon gehoben ist, als ich über die Nachricht betroffen war. Vom ganzen Herzen wünsche ich, daß Ihre Excellenz das Bette bald ganz verlassen möge! –

Der Landtag ist heute wegen den anhaltenden Regen sehr beeinträchtigt gewesen. Es war der Kirchenbesuch der Herren sehr schwach, obwohl S e kais. Hoheit den gewöhnlichen Amte beiwohnten, und nachdem der Act des Postulat-Vorlesung worüber war, wurde die Industrial-Vereins-Sitzung begonnen, welche bis 2 Uhr dauerte.S e kaiserlichen Hoheit der E. H. haben bei Malitsch gespeist –, und sind im Augenblicke wegen Besichtigung der Morastentsumpfungs-Arbeiten, ausgefahren. Hochdieselben wurden gestern von Seiner Exc. dem H. Gouverneur, dem H. Fürst Bischof, dem H. Grafen Welsperg, militärischer Seits von den beyden H. Generals seit halb sechs im Abstiegquartier bei Malitsch erwartet, – sind jedoch erst um 9 Uhr Abends angekommen. – Bis zu diesem Augenblick ist Nie-


manden von Malitsch, noch von der Suite S r kais. Hoheit die Stunde der morgigen Abreise bekannt, doch glaubt man allgemein, daß die Abreise vor 8 Uhr nicht erfolgen werde. – Eben so ist es unbewußt, welchen retour Weg der Prinz nehmen wird. – Mir ist sehr leid, daß ich Eure Excellenz nicht genauer berichten kann, und bitte mir nicht ungütig zu nehmen.

Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin die Hand küssend, empfehle mich zu fernern Wohlwollen, wünsche, daß Ihre Excellenz bald das Bett verlasse, und Niemand Eurer Excellenz Angehörigen, es wegen Krankheit mehr brauchen möge! – Zeichne mich und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 16 ten 7ber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


Man will mit den Schauspiel vom Samstag nicht zufrieden seyn –, wenn die Oper heute keinen bessern Effect macht, so wäre das Theater für diese Saiçon – übel bestellt! –

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So eben 5 Uhr kömmt Herr Baron Lichtenberg von der ständischen Tafel und sowohl dieser als Herr Baron Flödnig geben über meine Anfrage Bescheid, daß S e kais. Hoheit erst morgen Nachmittag abreisen dürften, wie diese beyde Herrn von Hören sagen – wüßten.


1839/141
Ljubljana, 17. september 1839

111.

S e kaiserlichen Hoheit der EH Johann sind heute Morgens halb 7 Uhr von hier nach Triest abgefahren.

Die Oper Norma wurde gestern bei äußerer Beleuchtung des Theaters gegeben. Man will mit der Oper – eben so wenig, wie mit den Schauspiel zufrieden seyn. Die sogenannte Prima Donna läßt aus allem schlüssen, daß sie eine Anfängerinn, und auf der Bühne Neuling ist. Der erste Tenor soll – wie man sich ausdrückt, gar keine Stimme haben! – Wie die Oper Norma unter Mitwirkung des berühmten Wild ausfallen wird – steht zu erwarten. Er wird wohl gut singen – wie aber die Andern – das wird stark sich marquiren! –

Bei der heutigen ständischen Sitzung ist die Wahl für die Herrenbank auf Graf Wolfgang Lichtenberg, für die Ritterbank auf Peter Pagliarucci von Leopoldsruhe, und als ständischen Sekretär auf Bar. Tauferer gefallen.


1839/142
Ljubljana, 18. september 1839

Herr Wild hat wohl gestern gut gesungen, allein mit den andern Personal ist man gleich unzufrieden.

Herr Graf Hohenwarth ist heute nach Gerlachstein.

Herr Graf Anton Auersperg ist gestern mit Frau Gemahlinn hier angekommen.

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Verte


S e Excellenz der Herr Gouverneur werden Samstags von hier zum kärthnerschen Landtag nach Klagenfurth abreisen.

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Wünsche, daß Ihre Excellenz die gnädige Gräfin sich schon ganz wohl befinden möge!


1839/143
Ljubljana, 18. september 1839 II

Eure Excellenz

Sind so gütig, daß ich nicht genug dankbar seyn könne. Ich bitte meinen innigsten Dank zu genehmigen, für die so eben erhaltene Schachtel, welche ich – leider leer zurück sende, und mir nicht ungütig zu nehmen, daß ich eben – etwas früher, als die überschickten Paradeisäpfel ankamen, mit den Gartennovizen an H. Georg wegen Paradeisäpfeln – Erinnerung geschickt habe. Diese Frucht ist bei mir sehr im Werthe, da ich leidenschaftlich diese Souce genüsse.

Meine Freude ist sehr groß, daß Ihre Excellenz sich wohl befinden, und küsse Hochderselben die Hand; um ferneres Wohlwollen bittend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

18 7bris 1839

Abends 6 Uhr

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/144
Ljubljana, 18. september 1839 III

Eure Excellenz

Erstatte ergebensten Dank für die empfangene Melone, und erfreue mich recht sehr über die Genesung Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin, der ich zugleich die Hand küsse, mich zu fernern Wohlwollen empfehle, und darum bitte – so wie mich mit aller Verehrung zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

18 7bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/145
Ljubljana, 20. september 1839

112.

Die Familie Lagosch ist Dienstag nach Marburg von hier abgereist.

Herr Baron Spiegelfeld hat die Wohnung bei Baron Franz Lazarini – im ersten Stock gegen die Polizei Direction zu – bezogen.

Herr Graf Hohenwarth gedenkt noch in dieser Woche zu H. Bar. Leopold Lichtenberg zu überziehen.

Frau Gräfinn Weichard Auersperg hat gestern mit Frau Gräfinn Anton Auersperg hier Visitten gemacht. Heute ist H. Graf mit derselben nach Billichgratz.


1839/146
Ljubljana, 21. september 1839

Eure Excellenz!

Gestern bei Hochderoselben Abfahrt mit traurigen Herzen veralssend – da ich mich nur bei Eure Excellenz – so wohlthuend fühle –, fand ich bei meinen nach Hause kommen, den Mann bei mir, welcher einen Augenblick vor meiner Ankunft die 25 Boutill. Picolit überbracht hatte.

Ich bin so frey – anliegend die Rechnung beizuschlüssen, welche die im Ganzen 12 f 42 xr beträgt, zu überreichen, und dießfalls um weitere Weisung zu bitten.

Die Zeitung hat Ihre Excellenz die gnädige Gräfinn nicht eine halbe Stunde später, als Eure Excellenz abgefahren waren, auch schon gehabt. S e Excellenz der Herr Gouverneur und H. Baron Flödnig –als Gub. Präs. Sekretär – sind heute nach Klagenfurth abgereist.

Um ferners Wohlwollen bittend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 21 ten 7bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/147
Ljubljana, 22. september 1839

113.

Heute morgens ist H. Graf Anton Auersperg mit Frauen Ge. nach Thurn am Hart zurück.

Heute früh sollte das Regt. Hohenlohe in Unterthurn auf der Wiesen große Kirchenparade halten, allwo das Capellen Zelt aufgeschalgen war, und weshalb ein großer Theil der hiesigen Bewohner früher als sonst die Betten verlassen hatten, – allein eingefallener schwacher Regen veranlaßte, daß die Parade unterblieb, obgleich es später sehr schön mit Sonnenschein wurde – und ein angetrettener Wind alles Regengewölk vertrieb.

Der Herr Oberste Bar. Rath. gab heute im Casino die gewöhnliche Müstertafel von 30 Gedecken.


1839/148
Ljubljana, 23. september 1839

Eure Excellenz

Große, über große Güte für mich – verpflichtet mich zu unendlicher, zur innigen Dankbarkeit. Ich habe eine Parthie Paradeisäpfel auch erhalten, und mir wieder ein Glas zum Wintervorrath eingelegt. Eben so muß ich ergebenst für den Wein danken, der für mich von Zeit zu Zeit eine Stärkung ist. – Das Kistel ist gut verwahrt und ist zu Eure Excellenz Befehlen bereit.

Ich bin unendlich erfreut, Eure Excellenz hier zu sehen, und zu verehren, und danke ergebenst für die erfreuliche Nachricht, daß Ihre Excellenz sich wohl befinden, der ich die Hand küsse, und um ferneres Wohlwollen bitte. Die letzte Zeitung schlüsse ich hier bey und


geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

23 ten 7bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/149
Ljubljana, 25. september 1839

114.

Herr FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky ist mit H. Obersten Baron Rath nach Klagenfurth gereist.

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Die Wiener Theater Zeitung N. 206 vom 15 ten 8ber 1838 pag. 931 – mittheilt: „Herr Doctor Keil in München hat auf die Erfindung des magneto-elecktrischen Rotations-Apparat ein zehnjähriges Privilegium erhalten. Mit dieser Maschine ist man jetzt im Stande, alle die Erscheinungen, welche die Electricitaet hervorbringt, in physiologischer und chemischer Hinsicht, durch bloße Wirkung des Magnets zu gewinnen. Dieser Apperat hat bereits bei Gesichtsschmerzen, bei Gicht und rheumatischen Leiden, bei apoplectischen, vorzüglich unvollkommenen, ferner bei convulsivischen Zuckungen, bei Brust und Magenkrämpfen, Hüftwehen, Schwerhörigkeit, bei angehenden schwarzen Staare, selbst auch bei unheilbar geglaubten Krankheiten die günstigen Resultate erzielt.“


1839/150
Ljubljana, 27. september 1839

Eure Excellenz

Erstatte ganz ergebensten Dank für das Köllner Wasser, bitte recht sehr um ferneres Wohlwollen, wünsche und hoffe Hochderoselben bestes Befinden, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 27 7ber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/151
Ljubljana, 27. september 1839 II

115.

Herr FML v. Gorczovsky mit H. Baron Rath, auch H. Bar. Flödnig sind von Klagenfurth zurück.

S e Excellenz ist von Klagenfurth nach Vellach und wird am 2 ten 8bris von dort hier erwartet.

Herr Polizey Director Gub. Rath Sicard ist mit Frau Gemahlin gestern Abend aus Baaden und Wien zurück gelangt.

Wiener Agenten Bericht vom 16 7bris 1839

Der hiesige Agent des Don Carlos hat für demselben in der Gegend von Como eine Villa um den Betrag von 400.000 Lire Italine angekauft. Es heißt, dieselbe seye zum Aufenthalt für seine Familie bestimmt.

Der österr. Gesandte in Berlin Graf Trautmannsdorf soll nächstens auf einen kurzen Urlaub nach Wien kommen, welcher ihn in Folge sehr dringender Familien Angelegenheiten bewilligt worden.

Unsere Staatspapiere sind dieser Tage gewichen, und man befürchtet noch ein größeres Zurück gehen derselben.

Wiener Agenten Bericht vom 19 7bris 1839

Den Vernehmen nach erwartet man nächstens ein großes Generals Avancement,wobei 5 General Majors zu FeldmarschallLieuts und wenigstens 10 Obersten zu General Majors befördert werden sollen.


1839/152
Ljubljana, 28. september 1839

Eure Excellenz!

Genehmigen gütigst meinen ergebensten Dank für die gewogene Erinnerung an mich – mit der überschickten Melone, und schenken mir Ihre fernere Gewogenheit, um welche zugleich bitte und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 28 7bris

1839

unterthänig dankbarster

Franz


1839/153
Ljubljana, 28. september 1839 II

116.

Theater Austheilung vom 28 ten 7bris bis 6 ten 8bris 839

Samstag den 28 ten … Der Rehbock

Sonntag '' 29 ten … Böhm. Geist Lumpaci Vagabundus

Montag '' 30 ten 7bris … /

Dienstag '' 1 ten 8bris … Herrmann und Dorothea

Mittwoch '' 2 ten '' … Unbekannte

Donnerstag '' 3 ten '' … Beyden Britten

Freytag '' 4 ten '' … /

Samstag '' 5 ten '' … Dona Diana

Sonntag '' 6 ten '' … Julerl

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Bitte ergebenst die Beilage mit nächsten Schreiben an Ihre Excellenz – die gnädige Gräfin beizuschlüssen, und um die Gewogenheit –, den verehrten Damen meinen Handküsse und den Herrn meinen Respects Vermeldung – zu erwähnen.


[Program od 28. septembra do 6. oktobra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Für Ihre Excellenz Frauen Gräfin in Görz.


1839/154
Ljubljana, 1. oktober 1839

Eure Excellenz

Werden aus meinen diesen Morgen bereits an Hochdieselben bestellten Schreiben mein Malheur ersehen, daß ich wegen des kranken und sehr verschlimerten Fusses, wieder in mein Bett gebannt bin.

Ich bin äußerst betrübt über dieß so unvermuthend eingetrettene Hindernis, Eure Excellenz mir höchst schätzbare Gesellschaft nicht genüssen, und Hochdenenselben meine unbegränzte Verehrung in Lustall bezeigen zu können. Eben so ist mir leid – sehr leid –, ja unendlich leid ist mir, daß Excellenz wegen der in Verlust gerathenen Beilage so viel Mühe mit Schreiben und suchen gemacht haben. Diese Beylage kostet einige Kreutzer, und wird in höchstens 14 Tagen von Augsburg da seyn.

Ich muß Eure Excellenz meinen ergebensten Dank erstatten für die neuerdings erhaltene Melone, und danke eben so sehr für die geneigte Mittheilung der guten Nachrichten von Görz – woran ich den innigsten, den herzlichsten Antheil nehme, und recht angelegentlich um die Güte bitte, mich allen Verehrten in Görz gütigst empfehlen, und denen verehrten Damen meine Handküsse melden zu wollen.

Ich bin mit den Schreiben


im Bette sehr ungeschickt und bitte um geneigte Nachricht. Wie ich mit Zuversicht glaube, wird das Wetter in Görz sehr schön seyn.

Genehmigen Eure Excellenz meine Verehrung, mit welcher ich stets geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

1 ten 8bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/155
Ljubljana, 1. oktober 1839 II

Eure Excellenz

Habe ich die Ehre zu berichten, daß Frau Baron Elsner bitten läßt, am Donnerstag Hochdenenselben den bewußten Besuch machen zu können, daher Sie bittet, die Gelegenheit am Mittwoch Abend herein zu schicken.

Von meiner Seiten muß ich Eure Excellenz die für mich sehr traurige Nachricht geben, daß ich nicht die Ehre und das Vergnügen haben kann, izt nach Lustall zu kommen. Mein kranker Fuß hat sich so verschlimert, daß ich schon sehr schwer aufzutretten vermochte. Der Unterschenkel war bis zu den Fußzehen geschwollen, und glänzte wie Glas, so übel war der Zustand, daß ich mich wieder ins Bett retiriren, und um den Arzt schicken mußte, mit dem ich nun mich trösten muß, daß es in einiger Zeit wieder besser wird.

Wie leid mir ist, des Vergnügens beraubt zu seyn, bei Eure Excellenz verweilen, und mich Hochderoselben Güte erfreuen zu können, vermag ich nicht zu schildern. Ich schreibe im Bette, und bitte zu vergeben, daß das Schreiben etwas schlecht aussieht.

Herr Graf Hohenwarth ist gestern von Raunach zurück gekommen, hatte die Güte mich heute auf Mittag einzuladen, wofür ich mich bedanken mußte.

Eure Excellenz große


Güte läßt mich vertrauen, nicht lästig zu fallen, wenn ich – wenn dieses möglich – noch um einige Paradeisäpfel zu bitten wage!

Der letzt erhaltene Melon war sehr vortrefflich und muß deshalb nochmals ergebenst danken.

Mich Eurer Excellenz fernern Wohlwollen empfehlend und um fernere Güte bittend – geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach Dienstag

am 1 ten 8bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/156
Ljubljana, 2. oktober 1839

Eure Excellenz!

Wollen meinen unbegränzten Dank für Hochderoselben große Güte gegen mich, genehmigen, welchen für die Paradeis Aepfel und die guten Birnen zu erstatten verpflichtet bin.

Die Familie Elsner hat auf Ihre Parthie nach Lustall gleich heute verzichtet –, als Sie erfuhr, daß die Familie H. Grafen Anton's Thurn nach Lustall fahren will. Sie war nur in Verlegenheit, daß Eure Excellenz es nicht ungütig nehmen, daß Sie sich für morgen, für die Fahrt bedanken müssen, – so wird den Bar. Elsnerschen die Verfügung Eure Excellenz recht erfreulich seyn, daß Sie ein andermal profitiren können. –

Mit meinem kranken Fusse gehet


es schon etwas besser, – allein dießmal darf ich die Sache nicht mehr so gleichgiltig behandeln, und muß mich des Arztes Disposition fügen.

Ich bin Eure Excellenz für die gütige Theilnahme unendlich dankbar. Von Görz sind Hochdieselben durch gute Nachrichten recht erfreuet – welches mich gleichfalls unendlich erfreuet, und ich Eure Excellenz bitte, mich den Wohlwollen der ganzen verehrten Familie in Görz anzuempfehlen, die Güte haben zu wollen. Eure Excellenz ferners gütiges Wohlwollen mir erbittend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 2 ten 8ber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/157
Ljubljana, 3. oktober 1839

Wiener Agenten Bericht vom 23 ten 7bris 1839

Man erwartet in Wien den Spanischen Grand Martinez de la Rosa als außerordentlichen Gesandten der Königinn von Spanien, der sich von Wien nach Berlin und St. Petersburg begeben soll. Es heißt, seine Mission bestände darinn, die nordischen Höfe der Madrider Regierung unter den jetzigen Verhältnissen näher zu bringen, und die bereits begonnene Pacification zu beschleunigen.

Der Studien Director Gonbaux aus Paris ist in Wien angekommen, um sich über den Zustand unserer Einrichtungen deutscher Schulen zu informiren; die königl. franz. Regierung soll gesonnen seyn, in jeder größeren Stadt Frankreichs einen Lehrstuhl der deutschen Sprache zu errichten, und dabei geborne Deutsche aller Mundarten anzustellen.

Wiener Agenten Bericht vom 26 ten 7bris 1839

Don Carlos Infant von Spanien wird im Laufe Octobers in Mailand erwartet, und soll in der Gegend von Como diesen Winter zuzubringen, gesonnen seyn. Alles Nöthige zu seinem Empfang ist veranstaltet.

Dieser Tage ist die Fortsetzung des Baues des Brüner Eisenbahnflügels nach Prag, in Antrag gebracht


worden; man erwartet die allerhöchste Entschlüssung und dann soll der Bau unverzüglich fortgesetzt werden.

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Aus Laibach

Donnerstag den 3 ten 8ber 1839

Herr Bar. Franz Lazarini hat seine jüngste Schwester nach Wien zu den Cölesianerinnen geführt, wo die ältere Schwester auch schon in der Erziehung sich befindet.

Ein Bruder desselben ist im Theresianum, der zweyte als Cadet bei Schneller Chev. Legers, ein dritter ist in Studien hier in Laibach, der vierte ist Lieut. bei Hohenlohe.


1839/158
Ljubljana, 4. oktober 1839

Eure Excellenz

Waren so gütig sich meiner zu erinnern, wofür meinen ergebensten Dank erstatte. Mit meinen Leiden gehet es etwas besser; ich bin nur damit beruhigt, daß die Schmerzen nicht so anhaltend sind, daß mir der Schlaf nicht gestört ist, und ich in der Nacht ziemlich noch ruhe.

Heute hat mir jedoch der Arzt ein Bedürfniß angekündigt, wodurch etwas beunruhigt bin: nämlich die Beischaffung eines Schnürstrumpfes von Gumi Elasti – welchen in Wien wohl zu haben, mir jedoch der Commissair ermanglet, der dieses gut besorgen und erfragen möchte. Wohl meint der Arzt, daß am Eingange in die Herrngasse bei einem Handelsman Wutscher derlei zu haben wären, doch ist dieß nur Vermuthung von ihn. Nach seiner, des Arztes Meinung, würde dieß zur Heilung meines kranken Fusses viel beitragen.

Eure Excellenz wohl zu wissen, ist für mich ein Glück. Gott erhalte Eure Excellenz nur recht lange.

Ich bitte auch um die Güte, wenn Excellenz nach Görz


schreiben, meiner nicht zu vergessen. Ich denke in meinem Bette nur nach Lustall und Görz – bitte um fernerners Wohlwollen, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

4 ten 8bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/159
Ljubljana, 5. oktober 1839

Eure Excellenz!

Wohlbefinden ist mein bester Trost. – Ich bin ein wenig aus dem Bette, werde mich aber schnell wieder dahin begeben.

Frau Baron Elsner wünscht – Montag den 7 ten , wenn Sie Eure Excellenz nicht genirt und schön Wetter ist, nach Lustall zu kommen, und würde für diesen Fall bitten, morgen Sonntag die Equipage Abends zu schicken. Sie empfiehlt sich Hochdenenselben bestens, und schmeichle sich, nicht lästig zu fallen. Ich aber bitte um ferners Wohlwollen, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

5 ten 8bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/160
Ljubljana, 5. oktober 1839 II

118.

Ihre Majestaet Marie Louise Herzoginn von Parma ist auf der Reise nach Italien gestern Abend vor 8 Uhr hier mit 9 Wagen angekommen, und wird heute um 1 Uhr Mittags die Reise fortsetzen.

Herr Graf Ferdinand Aichelburg ist mit seinem Sohne nach Inspruck gereist, um denselben dort in die Erziehung zu geben.

Gubernial Vessel hat sein Ansuchen um Pensionirung bereits eingereicht.

H. Graf Stubenberg ist mit Frau Gräfinn gestern aus Kärnthen hier zurück angekommen. Den H. Grafen hoben zwey Männer aus den Wagen, soll sich schlecht befinden.

Fiumaner Gubernial Assesor v. Gerliczi führt heute seine 2 Zwillingssöhne nach St. Paul in Kärnthen zur Fortsetzung der Studien.


1839/161
Ljubljana, 6. oktober 1839

119.

Theater Austheilung vom 6 ten bis 13 ten 8bris 1839

Sonntag den 6 ten Julerl

Montag '' 7 ten … /

Dienstag '' 8 ten … Beyden Britten

Mittwoch '' 9 ten … /

Donnerstag '' 10 ten … Verhängnißvolle Faschingsnacht

Freytag '' 11 ten … /

Samstag '' 12 ten Fra Diavolo

Sonntag '' 13 ten … Schleichhändler

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Herr Graf Stubenberg ist auf der kranken Seite seines Gesichtes so verschwollen, daß er nicht aus den Augen sehen kann, dennoch wird derselbe mit Frau Gräfin nächsten Mittwoch nach Muregg in Steyermark reisen.


[Program od 6. do 13. oktobra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfin in Görz


1839/162
Ljubljana, 8. oktober 1839

120.

Sonntag ist ein Einwohner von Zischka im Walde dort Gegend – todt gefunden worden. Derselbe war am Kopfe und Rücken stark beschädigt. Bis izt verlautet nichts, ob derselbe durch Jemanden andern, oder auf welche Art ums Leben gekommen seye.

Sein Eheweib glaubte den Mann auf einen Spaziergang, und erschrack außerordentlich –, als sie demselben todt ins Spital nach Laibach tragen sah. Sie brach in großer Jammer aus.


1839/163
Ljubljana, 8. oktober 1839 II

Eure Excellenz

Muß ich recht sehr um die Gnade bitten, die mir ärztlich empfohlene Vorsicht, wegen Versicherung einer ergibigen Besserung bei meinen kranken Fusse, mir hilfreichend – durch Hochderoselben Vermittlung verschaffen zu wollen, da ich im Augenblick Niemanden in Wien habe –, durch welchem ich diese Kunstsache mir mit verlässiger Beruhigung bestellen könnte, wofür ich unendlich dankbar bleibe, mich Eure Excellenz gutigen Wohlwollen anempfehle und darum bitte, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

8 ten 8bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/164
Ljubljana, 10. oktober 1839

121.

Der am Sonntag im Walde bei Tivoli gefundene Tode war kein Insasse der Zischka, sondern ein Taglöhner von hier, welcher sich Sonntag früh in einer Brandweinkneipe an der Wiener Linie betrunken, und um den Rausch – ohne Vorwissen seines Weibes auszuschlafen, in den Wald begeben hatte, wo er über Baumwürzeln gestürzt, sich den Kopf beschädigt, und durch Wälzen auf den Boden in den letzten Lebensaugenblicken sich den Rücken auch beschädigt haben mag, den bey der gerichtlichen Secirung fand sich –, daß ihn der Herzbeutel gesprungen war, also der Todt erfolgen mußte.


1839/165
Ljubljana, 11. oktober 1839

Eure Excellenz

Erstatte ergebensten Dank für die gewogene Erinnerung mit den guten Saftbirnen an mich, und da nichts neues ist, muß ich nur die Bitte um fernere Gewogenheit beifügen, und auch bitten, mich in Görz mit meinen Handküssen und Respects Vermeldungen, in gütige Erinnerung zu bringen, die Gnade haben zu wollen. Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 11 8bris

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/166
Ljubljana, 13. oktober 1839

Eure Excellenz!

Erstatte ergebensten Dank für die große theilnehmende Güte für mich und für die eben so gütige Erinnerung an mich mit Obsterfrischungen, wofür ich nochmals meinen ergebensten Dank unterbreiten muß.

Mit meiner Besserung gehet es sehr – sehr langsam; man pflegt zu sagen: „Das Uibel kömmt mit Lentnerlast, und verliert sich in Quentschen.“ Indessen hoffe ich mit Gott, daß es doch in einer Zeit merkbar besser werden wird.

Ich bitte um ferneres geneigtest Wohlwollen, und wünsche inniglich, daß der Herr alles Weltalles, Eure Exc. Gesundheit erhalten wolle. Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 13 ten 8ber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


Theater Austheilung vom 13 ten bis 20 ten 8ber 1839

Sonntag den 13 ten … Verhängnißvolle Faschingsnacht

Montag '' 14 ten Concert des H. Jansa – und Die lebendig todten Eheleute

Dienstag '' 15 ten … Schleichhändler

Mittwoch '' 16 ten Norma

Donnerstag '' 17 ten … Noch nicht bestimmt

Freytag '' 18 ten … /

Samstag '' 19 ten Fra Diavolo

Sonntag '' 20 ten … Reserl – die Nachtwandlerinn


[Program od 13. do 20. oktobra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfinn in Görz


1839/167
Ljubljana, 13. oktober 1839 II

122.

Nachdem die dießjährige Exercier Zeit beym Milit. beendet ist, wurden die Beurlaubten Soldaten wieder nach Haus entlassen, und das 3 te Bataillon Hohenlohe ist mit 4 Compagnien zur Sicherheit Unterkrains gestern nach Neustadtl, die Landwehr mit einer Compagnie zu Sicherheit Oberkrains – nach Krainburg, mit zwey Compagnien für Innerkrain nach Adelsberg, und mit einer Compagnie zur Verstärkung für Unterkrain nach Gottschee und Reifnitz marschirt.

Heute Sonntag ist das erste Bat. des Rgts. Prohaska auf den Marsche von Klagenfurth nach Görz bestimmt, hier eingetroffen.


1839/168
Ljubljana, 14. oktober 1839

Eure Excellenz

Wollen mir nicht ungütig nehmen, wenn ich das anliegende Schreiben der Frau Gräfin v. Welsperg mit einem Expressen schicke, da die Frau Gräfin mir es so eben schickt, und mit paar Zeilen mir sagt, daß Sie schon seit 5 Wochen tägl. nach Lustall fahren will, jedoch immer durch so vielerlei davon gehindert worden ist. Daher glaube ich, daß Sie vielleicht bald kommen möchte, und glaube die Spedition des Briefes zu beeilen.

Mich Hochderoselben gütigen Wohlwollen empfehlend und darum bittend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 14 8ber 1839

NM 1 Uhr

im Bette

unterthänigst gehorsamster

Franz


1839/169
Ljubljana, 15. oktober 1839

Eure Excellenz!

Habe ich mit klopfenden Herzen abfahren gehört –; gern wäre ich an's Fenster gehinkt –, um recht glückliche Reise zu wünschen –, allein es war mir unmöglich. Gewieß werden Hochdieselben meinen innigsten Wünschen gemäs, die Reise glücklich zurück legen! – und in Görz alles wohl finden! – Indem ich ergebenst bitte, der verehrten Damen daselbst meine Handküsse, und denen Herrn meinen Respect zu melden, die Gewogenheit haben zu wollen, muß ich von hier beifügen, daß Baronesse Fanny Schmidburg von Ihren H. Bräutigam einen sehr schönen Schmuck erhalten; – daß Gub. Secretair H. Bar. Flödnig eine Unterhaltungsreise nach Agram unternommen; daß Frau v. Gerliczi geborne Gräfin Auersperg Ihrer Mama eine Uiberraschung gemacht hat –, indem Sie von Fiume zum Namensfest der Mama hieher gekommen, da auch Ihr H. Gemahl noch hier ist. Daß Herr Graf Jos. Auersperg mit seiner Gräfinn von Mokritz zur Weinlöse, und S e Excellenz der Herr Gouverneur ist nun auch


hier –; H. Baron Franz Lazarini sich izt wieder in Hörberg befindet; Fräulein Urschenbeck ist von Klagenfurth angekommen, und von Frau Baron Rechbach nach Kreutberg abgehollt worden, auch dort Frau Bar. Rechbach – Stiefmama des Rittmeisters Bar. Rechbach geborne Gräfinn Christallnik erwartet wird, welche aus Salzburg auf Besuch kommen will.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sollten heute nach Adelsberg verreisen, ist jedoch davon abgekommen.

Herr Graf Saurau ist von seinen Reisen hier zurück gelangt.

Bitte um allseitiges geneigtes Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

15 ten 8bris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/170
Ljubljana, 25. oktober 1839

Eure Excellenz

Wollen meinen großen Dank genehmigen für die mir geschenkte – mich unendlich erfreute gütige Erinnerung mit den schönen Obst und den Großvögeln. Groß – sehr groß – ist Eure Excellenz Güte und Wohlwollen für mich, aber ich fühle auch gränzenlose Dankbarkeit fur alles, welche nur recht thätig zu beweisen – mein unablässiges Bestreben ist. Mit großer Beruhigung erfuhr ich Eure Excellenz glückliche Ankunft in Lustall. Gott erhalte Eure Excellenz!

Auch Ihre Excellenz die gnädige Gräfin, welcher ich gestern zehn Numern der allgemeinen Zeitung geschickt, war so gütig – mich heute mit Görzer Weintrauben zu erfreuen!

Ich habe gestern übersehen, Eure Excellenz zur Kenntniß zu bringen, daß Kreis Commissair Rosenthal, welchen man hier 1mo Loco zum Gub. Secretair in Vorschlag gebracht – durchgefallen, allen izt als Hof Concipist nach Wien bestimmt worden ist. Kreis Commissair Raab und Hof Concipist Paucker (letzterer Schwiegersohn des pens. Proto Medicus D r Schneditz) sind für hier zu Gub. Secretairs ernannt worden. Auch der junge Bar. Schmidburg wurde zum überzähligen Kreis Commissair beym Triester Gubernium


ernannt. Man hoft oder wünscht, er werde beim Görzer Kreisamt placirt werden.

Meinen ergebensten Dank wiederholend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

25 ten 8ber 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/171
Ljubljana, 26. oktober 1839

Theater Austheilung vom 27 ten 8bris bis 3 ten 9bris 1839

Sonntag den 27 ten … Faschingsnacht

Montag '' 28 ten … /

Dienstag '' 29 ten … Zampa

Mittwoch '' 30 ten … /

Donnerstag '' 31 ten 8bris … Irrenhaus zu Dijon

Freytag '' 1 ten 9bris Norma

Samstag '' 2 ten '' … /

Sonntag '' 3 ten '' … Zamperl der Tagdieb


[Program od 27. oktobra do 3. novembra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfin


1839/172
Ljubljana, 28. oktober 1839

Eure Excellenz

Genehmigen meinen ergebensten Dank für Hochderoselben mir schenkende große Güte. Da der Arzt erst morgen früh kömmt, kann ich erst morgen sein Erkenntniß erfahren, und werde erst morgen berichten können, aber Eure Excellenz kann ich meinen gränzenlosen Dank nicht genug ausdrücken für Hochderoselben große, vielfältige Güte! Mein Herz wird niemals in innigst dankbaren Gefühl erkalten, wäre ich nur im Stande, meine Dankbarkeit recht zu bethätigen.

Ich habe mich mit den letzt erhaltenen Großvögeln recht gelabt, selbe waren vorzüglich schön, und jedes Wildbratt ist nebst den vortrefflichen Geschmack, eine vorzügliche Nahrung. Das Obst erquickt – und so erhalte ich in meinen Krankenbette durch Eure Excellenz große Sorgfalt so große Hilfe, wofür ich wiederhollt Dank erstatte.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse vielmals


die Hand – und bitte um ferneres Wohlwollen.

Die neue Zeitung vom Freytag schlüsse hier bei, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

28 ten 8ber 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/173
Ljubljana, 28. oktober 1839 II

123.

Gestern wurde Baronesse Fanny Schmidburg wegen der vorhabenden Vermählung mit Herrn Baron von Kalchberg – zum erstenmal kirchlich verkündigt.


1839/174
Ljubljana, 29. oktober 1839

Eure Excellenz

Meinen ergebensten Dank für den überschickten Hasen zu erstatten, benutze ich einen Augenblick, wo ich außer den Bette bin, weil aufgebettet wird, und bitte mir ferneres Wohlwollen zu erhalten.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend, wünsche, daß Hochdieselbe und Eure Excellenz bei bester Gesundheit bleiben möchten.

Meinerseits kann ich Excellenz versichern, daß mein kranker Fuß sehr gebessert, und die Schmerzen sehr gemindert sind; der Arzt hat über die Besserung sehr große Freude. Wiederhollt empfehle mich fernern Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 29 ten 8ber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/175
Ljubljana, 2. november 1839

124.

Herr Glöggl hat am letzten Dienstag in der Oper Norma dem Laibacher Publicum eine neue Sängerinn Delle Salvini vorgeführt, welche etwas besser, als die erstere Delle Belleville seyn soll. Sie soll mehr großer Figur und nicht unangenehmer Gesichtsbildung seyn. Im Piano wäre ihre Stimme angenehm.

Theater Austheilung vom 1 ten bis 9 ten 9ber

Freytag den 1 ten Lumpaci Vagabundus

Samstag '' 2 ten … Freien nach Vorschrift

Sonntag '' 3 ten … Frau Diavolo

Montag '' 4 ten … /

Dienstag '' 5 ten … Rubens in Madrid

Mittwoch '' 6 ten … /

Donnerstag '' 7 ten … Unentschlossen

Freytag '' 8 ten … /

Samstag '' 9 ten … Bellisar


1839/176
Ljubljana, 4. november 1839

Eure Excellenz

Waren so gütig, meiner zu denken, und mich mit Großvögeln und Erdmandeln sehr zu erfreuen, wofür meinen wärmsten – ergebensten Dank erstatte, und mich Hochderoselben gütigen Wohlwollen anzuempfehlen, so frey bin.

Mein Herz ist fortan bei Eure Excellenz in Lustall, als säße ich immer auf den bewußten Stuhl, und sehe die schöne Zeichnung an, die doch fortgeschritten seyn wird, obschon in der besten Zeit viele Störungen waren, und so erfreue ich mich hier in stillen immer Hochderoselben Güte – die nicht ermüdet, wohl zu thun! –

Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand und bitte um geneigtes Wohlwollen. Die Zeitung vom letzten Freytag – schlüsse bei, und berichte, daß Graf Stubenberg mit Gräfin wieder hier sind.

Nochmals ergebenst dankend, zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 4 ten 9ber 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/177
Ljubljana, 6. november 1839

Eure Excellenz

Wollen meinen ergebensten Dank genehmigen für die neuerliche Güte, womit mich Hochdieselben erfreueten, und wofür ich sehr dankbar bin.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend, und um ferneres Wohlwollen bittend, füge bei, daß nichts neues ist, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 6 9ber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/178
Ljubljana, 9. november 1839

126.

Agenten Nachrichten bringen, daß Herr FeldmarschallLieut. Graf Salis – Obersthofmeister S r kais. Hoheit des EH Franz Carl – welcher schon in Lemberg vom Schlage getroffen, mühsam nach Wien gebracht worden war, in Folge eines – auf das Gehirn sich geworfenen Krankheitsstoffes völlig rasend geworden, um sich schlage, schreye etz. und demnach sehr gefährlich darnieder liege.

Frau Gemahlinn des H. Grafen Coroni[ni] geborne von Klosenau ist von einem Mädchen entbunden worden, welche Olga getauft wurde.

Frau Baron Rechbach geborne Gräfinn Christalnig – wohnt sammt Fräulein Urschenbeck bereits in der Stadt, im ehemal Graf Joseph Thurnischen Hause.

Theater Austheilung vom 9 ten bis 17 ten 9ber 1839

Samstag den 9 ten … noch nicht erhalten

Sonntag '' 10 ten

Montag '' 11 ten

Dienstag '' 12 ten


Mittwoch '' 13 ten

Donnerstag '' 14 ten

Freytag '' 15 ten

Samstag '' 16 ten

Sonntag '' 17 ten

__________________________________________

Die Frau des Cameralrathes Crusits geborne von Kappus, ist gestern an der Auszehrung gestorben.


1839/179
Ljubljana, 13. november 1839

127.

Herr von Rosenthal ist bereits nach Wien an seine neue Bestimmung abgereist.

H. Grafen Stubenberg gehet es immer schlecht, da die Kräfte immer mehr abnehmen.

Die Familie Baron Schweiger aus Rupertshof wird zur Vermählung Baronesse Fanny Schmidburg erwartet, da die Fräulen als Kränzel-Fräuleins geladen sind.

Nun ist es außer Zweifel, daß die Kameral Gefällen Verwaltung vom 1 ten Jänner 1840 – die Functionen von Triest aus beginnt, und also hier aufhört zu seyn.Dagegen soll ein derlei Bezirks Amt in Neustadtl etablirt werden.

Theater Austheilung vom 12 ten bis 16 ten 9ber

Dienstag den 12 ten … Herz und Ehre. Schauspiel

Mittwoch '' 13 ten … /

Donnerstag '' 14 ten … Die Mißverständnisse. Localposse

Freytag '' 15 ten … /

Samstag '' 16 ten … Belisar. Oper.


1839/180
Ljubljana, 16. november 1839

Eure Excellenz

Erstatte ergebensten Dank für die mir neuerdings gewordene Güte, ich habe den Hasen mit Freuden erhalten, mit welchem mich delecktiren werde, und danke recht sehr dafür.

Eure Excellenz muß ich rücksichtlich der Zeitungen bemerken, daß N r 305 und 308 zu den Posttage vom 8 ten d. noch in Lustthal rückständig sind, und bitte ergebenst, um gefällige Eruirung derselben, womit es allerdings keine Eile hat.

Die Zeitungen N r 309, 310 und 311 vom letzten Montage haben ebenfalls Zeit, und wollen Eure Excellenz recht nach Belieben selbe benutzen.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse ich die Hand, und bitte um ferneres Wohlwollen. Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 16 9ber 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/181
Ljubljana, 16. november 1839 II

128.

Heute morgens zwischen 9 und 10 Uhr wird die Copulation der Baronesse Fanny Schmidburg mit H. Bar. Kalchberg in der bischöfl. Capelle erfolgen. Eine kleine Fatalitaet ist eingetretten, das Brautkleid aus Wien – ist nicht angekommen.

Die Baron Schweigersche Familie aus Rupertshof ist hier angekommen.

Montag den 18 ten d. wird die dießjährige Casino Saiçon mit einem Balle, der um 8 Uhr beginnt – eröffnet. Dann werden alle Montage Gesellschaften statt finden, und das Tombollaspiel gegeben werden, welches immer um halb 8 Uhr den Anfang nehmen wird, näml. am 25 ten 9ber, 2 ten , 9 ten , 16 ten , 23 ten und 30 ten xbris.


1839/182
Ljubljana, 17. november 1839

129.

OberLieutenant Graf Anton Thurn – von Prinz Leopold von Sicilien Inf. Reg. N. 22 in Triest – Sohn des H. Grafen Anton Thurn –, hat die Kämmererswürde erhalten.

Theater Austheilung vom 16 ten bis 24 ten 9ber

Samstag den 16 ten … Belisar. Oper.

Sonntag '' 17 ten … Belisar. Oper.

Montag '' 18 ten … /

Dienstag '' 19 ten … Vetter Heinrich

Mittwoch '' 20 ten … Treff König

Donnerstag '' 21 ten … Weise aus Genf

Freytag '' 22 ten … /

Samstag '' 23 ten … Nachtlager in Granada. Benefice Delle Stentzsch

Sonntag '' 24 ten … Faschingsnacht

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Das neue Brautpaar ist gestern gleich nach den Dejeuner nach Neudegg aufs Land abgereist.


1839/183
Ljubljana, 18. november 1839

In der Nacht vom Sonntag auf heute um 2 Uhr Morgens ist der H. Graf Stubenberg gestorben.


1839/184
Ljubljana, 21. november 1839

130.

Gestern wurde Herr Graf Stubenberg mit einer sehr zahlreichen Begleitung – begraben.

Der Herr FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky mit Frau Gemahlin sind in Begleitung des OberstLieut. Miller vom Regt. – nach Triest gereist.


1839/185
Ljubljana, 23. november 1839

Eure Excellenz

Erstatte ergebensten Dank für den Rettig. Da nichts neues ist, erstatte auch nur meinen Handkus Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 23 9ber 1839

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1839/186
Ljubljana, 25. november 1839

131.

Die Comtesse Toni Aichelburg ist wieder sehr schlecht, und ist mit den Sterbsakramenten versehen worden.

Theater Austheilung vom 23 ten 9ber bis 1 ten xber 1839

Samstag den 23 ten … Belisar. Benefice Delle Stentzsch

Sonntag '' 24 ten … Faschingsnacht

Montag '' 25 ten … /

Dienstag '' 26 ten … Unbekannte. Mad. Frisch als Gast

Mittwoch '' 27 ten … Alpenröslein. Debut Delle Ruthmiller

Donnerstag '' 28 ten Diamantenkreutz. Nachtwandlerinn. Introduction, Cavatina mit Chor und das letzte Finale. Mad. Frisch als Gast

Freytag '' 29 ten … /

Samstag '' 30 ten 9ber … Traum, ein Leben

Sonntag '' 1 ten xber … Herr Joseph und Frau Baberle

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Herr Baron Leopold Lichtenberg ist Freytags nach Schwarzenbach gereist, gedenkt 14 Tage dort zu bleiben.


[Program od 23. novembra do 1. decembra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfin


1839/187
Ljubljana, 27. november 1839

Eure Excellenz

Wollen meine Verehrung genehmigen. Ich war sehr besorgt, daß eine Krankheit in Eure Excellenz Schlosse seyn möchte, weil ich paar Tage ohne Nachricht blieb. Nun ist meine Sorge gehoben, da ich erfahren, daß alles wohl seye.

Hier ist nichts neues. Küsse Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfinn die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

27 ten 9ber 1839

unterthänigst dankbarer

Franz


1839/188
Ljubljana, 1. december 1839

Eure Excellenz

Wollen meinen ergebensten Dank für die überschickten Erdmandel genehmigen, und meine Versicherung geneigt aufnehmen, daß es mich unendlich erfreue, daß das Unwohlseyn Ihrer Excellenz nur vorübergehend war, doch habe ich es geahndet, und war besorgt geworden. Ich küsse Ihrer Exc. der gnädigen Gräfin die Hand, und bitte um ferneres Wohlwollen. –

Gub. Concepts Practicant v. Buzzi ist gestern im Dienste nach Klagenfurth abgereist, wo er beym Kreisamt zugetheilt wird; sonst nichts neues.

Mich betreffend erlaube mir zu berichten, daß ich nur die Geschwulst des Oberschenkels zu beschwichtigen, und dieses mit Umschlägen zu bewerkstelligen habe. Eine neue Wunde, gerade an der Kniescheibe hat mir die Tage viel Schmerz verursacht, ist nun aber schon minder schmerz-


lich, da die Entzündung worüber ist. Fünf Wunden sind nun offen, eine sechste und siebente wird gewieß noch dazu kommen, eine achte ist izt geheilt. Der brave Arzt gibt die beste Hoffnung, und ich habe begründete Ursache, ihn zu vertrauen, da er schon mehrere glückliche Kuren vollführt hat.

Wünsche Eure Excellenz und gnädigster Gräfin das beste Befinden, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 1 ten xbris

1839

unterthänig dankbarster

Franz


1839/189
Ljubljana, 3. december 1839

133.

Theater Austheilung vom 1 ten bis 8 ten xbris

Sonntag den 1 ten … Norma

Montag '' 2 ten … /

Dienstag '' 3 ten … Welcher ist der Bräutigam

Mittwoch '' 4 ten … Traum, ein Leben

Donnerstag '' 5 ten … Alpenröslein

Freytag '' 6 ten … /

Samstag '' 7 ten … Vater der Deputantin. Benefice des H. Ahink

Sonntag '' 8 ten … Herr Joseph und Frau Baberle

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Casino Tombolla am 2 ten xbris

War gestern schon mehr besucht, und waren zu gewinnen und haben gewonnen: in der

1ten Tombolla2ten Tombolla
Ambo
1. Arbeits Körbchen aus Horn.
H. OberLieut. Stengel
2. Taback-Etui im Brieftaschen-Form.
H. Rgts Arzt D r Baertel
Ambo
1. Camellien-Allmanach für 1840. Herausgegeben vom Ferd. Graf Schirnding.
H. Gub. Prot. Directer Pradatsch.
2. Ein Paar silberplattirte Leuchter.
H. OberLieut. Gr. Dandolo.

Terno
1. Wedgwood Krug mit silber plattirten Deckel.
Baronesse Therese Codelli
2. Gläserner Schreibzeug mit Guseiserner Tasse.
H. Oberpostverwalter Arlet
Terno
1. Bronce Handleuchter.
H. OberLieut. Stengel
2. Ein Schmuckträger aus Bronce mit Porcelaine Blumen.
H. Professor D r v. Pachner
Quaterno
Zauber Zündmaschine neuester Erfindung.
H. OberLieut. Gr. Dandolo
Quaterno
Silberne Zuckerzange.
H. Gub. Concipist Desimon
Quinterno
Dampf-Kaffeemaschine in Form eines Locomotiv.
H. OberstLieut. Miller
Quinterno
Samtener Damengeldbeutel mit silberner Schließe u. Kette dann Haken.
H. Graf Anton Thurn
Tombolla
Stockuhr mit Schlagwerk im silber plattirten Gestelle.
H. Landrechts Ascultant Piller.
Tombolla
Goldenes Bracelet.
Frau des Handelsmannes Gustav Heimann.

Eingegangen sind 125 f CM.


[Program od 1. do 8. decembra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfinn


1839/190
Ljubljana, 6. december 1839

Diese Nacht ist ein ziemlich hoher Schnee gefallen, und es stöbert am Morgen fort, daß der Wind den Schnee hin und her treibt.

Frau Gräfin Seifried Lichtenberg ist vom Lande in die Stadt gekommen, um Frau Gräfin Stubenberg Gesellschaft zu leisten.

Frau Gräfin Seraphine Thurn, dann H. Baron Moritz Tauferer mit Frau Gemahlinn und seiner Mama, welche nun in Krain bleiben wird, werden von Wien erwartet. Der guten jungen Frau Baronin gehet es rücksichtlich ihrer Augen gar nichts besser, wie es andere Wiener Briefe benachrichtigen, viel mehr soll sie izt noch an einem Ausschlag am Körper leiden.

H. Baron Anton Codelli mit Frau Gemahlinn ist nun in Wien. Es ist dermalen keine Rede von seiner Dienstquittirung, und der H. Baron werde wieder auf sienen Posten nach Triest gehen. Uiber die Einwendung, daß der H. Baron die Wohnung in Triest aufgegeben und alle Meubles verkauft haben, sollen Verwandte erwiedert haben: „Warum sollte er für ein halbes Jahr die Wohnung unbenüzt bezahlen, und die Meubles wären so gut bezahlt worden, daß man sich täglich dafür neue kaufen könne!“

Herr v. Kalchberg wird mit Frau Gemahlinn izt wieder nach Neudegg


zurück gehen, von dort dann Gratz, und später nach Wien reisen.

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Heute früh 9 Uhr ist Apothecker Wagner gestorben.

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Werde ergebenst bitten, das Daguersche Bild sehen zu können.


1839/191
Ljubljana, 8. december 1839

Eure Excellenz

Habe ich gar nichts neues zu berichten. Agenten von Wien berichteten, über Bitten des österr. Gesandten am Griechischen Hofe Obersten Prokesch Ritter v. Osten seye bei Hofe in Wien eine Samlung für eine katholische Kirche in Athen veranstaltet, von beyden Majestaeten dazu reichlich gespendet, von den EH kais. Hoheiten Franz, Carl, Ludwig und Johann 2000 f gegeben, allse schon auch seiner Bestimmung zugeführt worden.

Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigen Frauen Gräfin die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, erstatte ergebensten Dank für das Bild, welches eben so dankbar rückstellen werde, und bitte


meine unbegränzte Verehrung zu genehmigen, mit welcher stets geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 8 xber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/192
Ljubljana, 10. december 1839

135.

Samstag Nachmittag ist H. Baron Tauferer mit Frau Gemahlin und seiner Mama aus Wien hier eingetroffen.

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Wiener Agenten Bericht meldet, daß der Herzog von Blacas der Herzoginn Angouleme die Herrschaft Frohsdorf und dem Herzoge von Bordeaux die Kirchberg in Oesterreich vermacht, – zugleich alle Wohlthätigkeits Anstalten da […] Wien, reichlich bedacht hat. Sein Vermögen soll sich auf 15 Millionen Franken belaufen, welches es lediglich der Königs Familie verdankt.

Von Seiten des Sultans würden in Wien Comissonairs erwartet, um Sachkundige Künstler zur Anlegung von Fabricken in der Türkei zu gewinnen. Vor kurzen hatte sich eine Compag. von Glas Fabrickanten aus Böhmen nach Konstantinopel begeben, welche Briefen zu Folge, mit Ihrer Unternehmung sehr zufrieden seyn sollen.

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Laibacher Theater Austheilung vom 8 ten bis 15 ten xber

Sonntag den 8 ten … Herr Joseph und Frau Baberl

Montag '' 9 ten … /

Dienstag '' 10 ten … Die Fürstenbraut

Mittwoch '' 11 ten … Nachtlager in Granada

Donnerstag '' 12 ten … Zurückkunft aus Surinam


Freytag '' 13 ten … /

Samstag '' 14 ten … Lokalsängerinn und ihr Vater (Beneficedes H. Grambach)

Sonntag '' 15 ten … Traum, ein Leben

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Casino Tombolla am 9 ten xbris

1tes Spiel2tes Spiel
Ambo
1. Nachtlampe im silberplattirten Gestelle.
H. Franz Schanda
2. Tasse aus fein geschliffenen Glase.
H. Lieut. Sigmund Gr. Thurn
Ambo
1. Trinkbecher aus blauen Glase mit Goldverzierung.
H. D r v. Pachner
2. Tasse aus fein geschliffenen weißen und gelben Glase.
H. Ober Commissair Suchanek
Terno
1. Arbeits Cassette aus gelbpolitirten Holze mit eingelegten Verzierungen und zwei Griffen.
H. v. Wallensperg (Vater)
2. Zuckerdose aus fein geschliffenen Glase.
H. Hptman. Woditzka
Terno
1. Spanische Wand als Lichtschirm aus gemalten Glastafeln in laquirten hölzern Rahmen.
H. Hauptman Ritter
2. Kaffeeschale aus feinen Porcellain in modernster Form mit Goldverzeirung.
H. Desimon

Casino Tombolla am 9ten xbris

1 tes Spiel2 tes Spiel
Quaterno
Portier aus Porzellain als Taback-Magazin und Zigarrenträger.
H. Peter v. Pagliarucci
Quaterno
Toilett-Spiegel mit Silberplattirter Rahm und Gestelle.
H. D r Juris Legat
Cinquin
Reise-Schreib-Etui mit Einrichtung.
Frlein. Baronesse Louise Schweiger
Cinquin
Schmuckträger aus Bronce mit Porzellain Blumen.
H. Bar. Rastern
Tombolla
Reise Uhr mit Cylinder Werk sammt Etui.
H. D r Juris Bar. Aichelburg.
Tombolla
Silberne Zuckervase.
H. ObLt. Stengel

Eingegangen 104 f 9 x CM.


[Program od 8. do 15. decembra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


1839/193
Ljubljana, 12. december 1839

136.

Die Wiener und Gratzer Zeitung vom 7 ten d. M. und nach Letzterer auch die Carniolia prophezeyhen einen gelinden Winter, das Jahr 1840 als ein Jahr guten Wetters und besonderer Fruchtbarkeit, als das fruchtbarste Jahr des neunzehnten Jahrhunderts.

S e Excellenz der Herr Gouverneur soll noch in diesem Monat nach Wien reisen.

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Mit ergebensten Dank folgt das Sonnenbild zurück.


1839/194
Ljubljana, 14. december 1839

137.

Von der Wiener Reise des H. Gouverneurs soll es abgekommen seyn; – S e Excellenz solle an Augen sehr leiden. Man spricht vom Staare! –

Der Herr Gubern. Secretair Graf Aichelburg hat eine jährliche Personal Zulage von 400 f CM bewilligt erhalten. Er bezieht demnach izt jährlich 1800 f CM.

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Wiener Agenten Bericht enthält: „daß der dortige Kapellmeister Strauss einen Antrag nach England bekommen habe, welchen er nach Verlauf der Fasching Folge leisten will, welcher Antrag um so glänzender seyn dürfte, falls die Vermählung der Königinn – nicht schon vor seiner Abreise, wie es heißt, gefeyert wird.

Mit diesem Antrage steht zugleich der eines reichen Particuliers aus Newjork in Americka in Verbindung, der den Strauss einen Betrag von 100.000 f CM als Vorschuß und Bürgschaft anbiethet, wenn er sich entschlössen will, über den Ocean nach Americka zu gehen.

In Wien eingegangenen Nachrichten zu Folge, wäre der Haupttreffer bei der Lotterie der Herrschaft Großzdickau, in Brünn gemacht worden.

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Man erzählt seit einigen Tagen eine Geistergeschichte hier in der Stadt, die sich immer mehr verbreitet. In Sello bei Laibach soll ein kranker Knabe von 10–12 Jahren das Versehen mit den Sterb-


sakramenten verlangt, und sein Vater über dies Verlangen geantwortet haben: „der … wird dich nicht holen.“ Der Knabe starb ohne versehen worden zu seyn, und seit seinem Tode komme ein Geist, theils auch ohne Kopf, und beunruhige die Eltern, die – die inngehabte Wohnung mit allen Einwohnern verlassen hätten, allwo der Geist täglich dreymal erscheine. Man habe nun einen alten Franziskaner an die Sache geschickt. Es wird sich schon bestimmter erheben, was an der Sage ist.


1839/195
Ljubljana, 15. december 1839

Eure Excellenz

Muß ich meinen ergebensten Dank für den mir gestern geschickten schönen Märzelin erstatten, und meinen Handkus melden. Solcher Braten ist fur mich, der durch die Wunden und deren Abfluß, und selbst durch das Bettliegen allerdings geschwächt wird, eine ergiebige stärkende Nahrung, und mich erfreuet zugleich Eure Excellenz gütige Erinnernug um so mehr, als sie mir ein sprechender Beweis Hochderoselben wohlwollenden Gesinnungen ist, welche ich dankbarst erkenne, und um fernere Gewogenheit bitte, und mich anempfehle! –

Allein eine Bitte an Eure Excellenz habe ich am Herzen, mit welcher ich mich wage, bei dieser Gelegenheit um Eure Excellenz geneigte Gewogenheit zu bestreben. Eure Excellenz waren im letzten Sommer so gütig, als ich mich beklagte, daß das Gespunst auf den Lande beym auswaschen so zerschlagen werde, mir gütigst zu bemerken, daß Hochdieselben mir hätten dießfalls helfen können, weil Deroselben Leute damit gut umgehen könnten; wenn ich dieser Hilfe, ohne Eure Excellenz lästig zu werden, theilhaft werden könnte, würde mir große Gnade geschehen, – nur bitte ganz ergebenst, über meine Zudringlichkeit nicht ungeduldig zu werden, da es im unbegränzten Ver-


trauen zu Eure Excellenz Herzensgüte geschieht, deren ich schon so viele Beweise habe, für welche ich stets dankbar bleibe, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

15 ten xbris 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/196
Ljubljana, 15. december 1839 II

Eure Excellenz

Herzensgüte für mich ist groß! Ich erkenne sie mit innigst warmen, dankbaren Herzen stets, und wünsche eben so innig und heiß – daß Hochdieselben nur immer andauernder Gesundheit genüßen mögen! Sehr große Freude macht mir in den gestern mir geschenkten Zeilen, daß Eure Excellenz eines baldigen Wiedersehens erwähnen,da ich mich hiernach schon lange sehne, indem ich um Eure Excellenz geneigte Hilfe bei meiner Zündmaschine bitten wolle, und noch ein anderes Vergnügen von Eure Excellenz zu hoffen habe, daß nämlich die Frauen Schwester, die gute – gute gnädige Gräfin Hohenwarth, mich mit Eure Excellenz zu besuchen, versprechen habe, die mir ebenfalls viele Güte erweiset, und sich meiner sehr oft erinnert.Letzthin hat Ihre Güte mir einen Teller Gefrornes sogar geschickt!

Wegen S r Excellenz des H. Gouverneurs Augenlicht, soll es sehr schlecht


stehen; auf einem Auge soll die Erblindung schon eingetretten seyn, und wegen den andern, auch schon sehr schwachen Auge erkläre der Proto Medicus D r Sporer unverholen, es werde auch da der Staar eintretten, wenn nicht mit wirksammen Mitteln eingeschritten wird. Ich bedauere dieses Ereigniß sehr, da S e Excellenz ein so guter Familien Vater, als sonst ein, alle Rücksichten beachtender Herr und großer Menschenfreund ist. –

Ich erstatte Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn für den überschickten zarten Märzelin recht ergebenen Dank besonders, indem ich über dieß wage, diesen schuldigen Dank mit einer plagenden Bitte zu begleiten, weil ich vertrauend Ihrer Excellenz Herzensgüte, geneigte Gewährung anhoffe!

Ich bitte Eure Excellenz um ferneres Wohlwollen, und um die Genehmigung meiner unbegränzten Verehrung, mit


welcher ich stets geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

15 ten xber 1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/197
Ljubljana, 17. december 1839

138.

Neues ist nichts.

Theater Austheilung vom 15 ten bis 21 ten xbris

Sonntag den 15 ten … Localsängerinn und ihr Vater

Montag '' 16 ten … /

Dienstag '' 17 ten … Freund in der Noth; dann Kunstvorstellungen des Escamoteurs Fabris

Mittwoch '' 18 ten … Nachtlager in Granada

Donnerstag '' 19 ten … Heurath durch Vernunft

Freytag '' 20 ten … /

Samstag '' 21 ten … Der Kobold. Benefice Mad. Spaettler

Das Theater bleibt bis 26 ten xbris geschlossen.


Casino Tombolla am 16 ten xbris 1839

Ambo
1. Paar silber plattirte Leuchter.
Frau Hofbauer.
2. Moderne Brieftasche von englisch gepreßten Leder.
H. Gregoritsch
Ambo
1. Album in Ledereinband mit Gold Verzierung.
H. Hoinig
2. Casette von Papparbeit mit Spiegel und Malerey.
H. Pachner
Terno
Silbern Schmettenlöffel.
H. Kranz
Terno
Stockuhr ohne Schlagwerk im silber plattirten Gestelle.
H. Gerlovich
Quaterno
Tasse von Silber Plaque mit silbern Randleisten.
H. Lieut. Graf Wagensperg
Quaterno
Blumenvase aus Porzellain mit Gold und Malerei verziert.
Geistl. H. Gub. Rath Stelzich
Quinterno
Damen Necessair mit silbern Einrichtungsstücken, und gemalter Ansicht.
Frau des Handelsmanns Aichholzer
Quinterno
Nachtlampe von rothen Glase auf Bronce-Fuß.
H. Major Sühnl
Tombolla
Massives silbernes Eßbesteck im Etui.
H. Hauptmann Ritter.
Tombolla
Silberner Becher mit einem sicher gewinnenden Loose der Lotterie des Palais in Meidling.
H. Karinger

Eingegangen 109 f CM.


[Program od 15. do 21. decembra se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfinn


1839/198
Ljubljana, 19. december 1839

139.

Frau Gräfinn Seraphine Thurn ist verwichene Nacht aus Wien und Gratz hier angekommen.

Fräule von Frankenfeld – schon viele Jahre krank –, ist gestorben.

H. Major Baron Mac-Neven in Pension – Bruder des H. Kreishptms. Bar. Mac-Neven ist auch erkrankt. Es scheint eine Art Schlag ihn aufs Krankenlager gebracht zu haben.


1839/199
Ljubljana, 20. december 1839

Eure Excellenz!

Erstatte ergebensten Dank für die gütigst überschickten Aepfel und wünsche die beste Gesundheit! – Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn küsse die Hand, bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach am 20 xber

1839

unterthänigst dankbarster

Franz


1839/200
Ljubljana, 21. december 1839

140.

Wiener Agenten schreiben: „Den Vernehmen nach würden die EH Stephan und Albert nach London reisen, um der Vermählung der Koniginn Victoria beizuwohnen. In Wien seye ein außerordentlicher Geschäftsträger aus London eingetroffen, um den österr. Hof und den FeldmarschallLieut. Prinzen Coburg die Vermählung der Königinn Victoria anzuzeigen, und dazu einzuladen.“

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Aus Laibach

Der älteste Sohn des hier unlängst fallirten Handelsmanns Kaus – hat im Jahr 1838 das Jus absolvirt. Bald nach der Rückkehr in sein Vaterhaus wurde er wegen einen am Knie erhaltenen Geschwür bettlegerig, und letzteres artete in einen Beinfras aus. Nach langer, als einjährigen Leiden, und sehr stark abgenommenen Leibeskräften, so, daß man allgemein von Auszehrung sprach – an der, der junge talentvolle Kaus leide – wurde ihm gestern der Fuß im halben Schenkel abgenommen. Ob derselbe die Folgen dieser Operation zu überstehen vermöge, stehet zu erwarten.

Herr FeldmarschallLieut. v. Gorczovsky und H. Oberster


Baron Rath sind nach Gratz, um den dort angekommenen Commandirenden Generaln Freyherrn Langenau zu complimentiren, gedenken Mittwoch den 26 ten d. M. wieder zurück zu kommen.

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Wünsche glückselige Feyertage.


1839/201
Ljubljana, 23. december 1839

141.

Der kleine Geist von Sello ist gebannt, der Kobold sitzt auf den Rathhause. Ein Bube in der Größe des Verstorbenen, ganz wie dieser im Leben gekleidet, einen Weiberrock über den Kopf gezogen, war der Geist ohne Kopf, welcher die geängstigten Eltern des Verstorbenen spuckte, bei seinem Erscheinen an die Zimmerthür klopfte, das Licht verlöschte, und wie man erzählte, den Vater bei Haaren zog.

Es muß jedenfalls eine erwachsene Person dabei seyn, welche den Geist, der ohne Kopf nicht sehen konnte, ins Haus geführt haben muß, da auch während des Geistes Anwesenheit im Zimmer, im Hause außer den Zimmer, ein großes Gepolter gemacht, und damit die Sinne der beängstigten Eltern noch mehr erhitzt und mit Schrecken erfüllt worden sind.


1839/202
Ljubljana, 24. december 1839

142.

Frau Gräfinn Gemahlinn Herrn Grafen Jos. Auersperg wurde Sonntag den 22 ten d. von einem Comtess-schen entbunden, welche gestern Montag der H. Fürst Bischof im Hause des H. Grafen getauft. Der Name ist noch unbekannt.

Gestern war im Casino Tombolla-Spiel und es wurde


gewonnen:

Im ersten SpieleIm zweyten Spiele
Ambo
1. Kristallglocke mit fein vergoldeter Statuette Friedrich II.
H. Hauptm. Ritter
2. Ostindischer Zöcker als Damen Rüdecül.
H. Morelli
Ambo
1. Französ. Papeterie in rothen Umschlag.
Handelsman H. Mühleisen.
2. Präsentierteller von gelben gepreßten Glase mit Blumen.
H. Bar. Lichtenberg
Terno
1. Arbeitskörbchen von Schildkrötdecken.
H. Bar. Lichtenberg
2. Kammschachtel von Kristallglas mit silber plattirten Deckel.
H. ObLt. Gr. Dandolo
Terno
1. Meerschaumpfeiffe mit Silber Beschlag.
Frau Gräfin Barbo
2. Etui mit 6 Flacons französ. Odeurs von Houbiganett Taedin.
Gräfin Theres Auersperg
Quaterno
Schreibmappe zum Speren mit Schreibzeug.
Cadett Garzarolli
Quaterno
Franzos. Etui mit extra feinen Brief-Papier.
H. Desimon
Cinquin
Silberplattirtes Bouloir.
H. Bar. Lichtenberg
Cinquin
Gläsernes Schaffel mit silber plattirten Deckel für Butter, Obers oder gestossenen Zucker.
H. Jos. Pagliarucci (Sohn)
Tombolla
Silberplattirte Stutzuhr mit einer Darstellung des Mazeppa.
H. Hauptmann Ritter.
Tombolla
Sechs silberne Caffeelöffel im Etui.
H. Hauptmann Schildeneld

Eingegangen sind 96 f CM.


Ferner Dienstag den 24ten xbris 1839

S e Excellenz der Herr Gouverneur soll mit der Gicht sehr leidend und ein Fuß gelähmt seyn –, woraus man die Annäherung eines Schlagflusses wohl gar besorgen will, welches wohl nur von der Gewalt der Gicht, herrühren dürfte.

H. Graf Barbo ist bereits ins Winterquartier in die Stadt gekommen.

Der Schnee ist ganz verschwunden, allein auf den Gassen der Stadt und auf den Landstrassen viel Koth.

Theater Austheilung vom 26ten bis 29ten xbris

Donnerstag den 26 ten … Das Haus der Temperamente

Freytag '' 27 ten … /

Samstag '' 28 ten … Zur ebenen Erde und erster Stock

Samstag '' 29 ten … Treff König


1839/203
Ljubljana, 28. december 1839

143.

H. Bar. Elsner wurde gestern in die letzte Oelung gelegt, fängt an zu schwellen.

Comtesse Marie Aichelburg ist auch sehr schwach.

In Mansburg soll ein Hausknecht eines Lederers – demselben, seine ganze Familie, den Lehrjungen und den Pferdknecht vorsätzlich mit Arsenick vergiftet haben.

Gub. Secretair Paucker ist vor einiger Zeit schon hier aus Wien angekommen.

Gestern gab die philh. Gesellschaft das 2 te Concert in dieser Saiçon im Deutschen Hause.


1839/204
Ljubljana, 28. december 1839 II

Eure Excellenz

Wollen meine innigste Theilnahme an der Verleihung des Sternkreutz-Damen Ordens an die gnädige Gräfin Antoinette v. Attems genehmigen. Es war mir eine sehr angenehm erfreuliche Bothschaft, die ich aber erst gestern erfuhr. –

Ich bitte, da ich noch immer nicht viel schreiben kann, von mir alles Gute den Verherten in Görz gelegenheitlich erinnern und mich dortiger Gewogenheit anempfehlen zu wollen.

Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn die Hand, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 28 xber

1839

dankbarster

Franz


1839/205
Ljubljana, 31. december 1839

144.

Herrn Baron Elsner gehet es sehr übel; man sieht seiner Auflösung jeden Augenblick entgegen.

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Theater Austheilung vom 29ten xber 1839 bis 5ten Jänner 1840

Sonntag den 29 ten … Das Haus der Temperamente

Montag '' 30 ten … /

Dienstag '' 31 ten xbris … Zur ebenen Erde und ersten Stock

Mittwoch '' 1 ten Jänner … dasselbe

Donnerstag '' 2 ten … Das Haus der Temperamente

Freytag '' 3 ten … /

Samstag '' 4 ten … Majoratserbe

Sonntag '' 5 ten … Der Tanzmeister Pauxel


Casino Tombolla am 30ten xbris 1839

Im 1ten SpieleIm 2ten Spiele
Ambo
Nachtlampe und Rauchrost aus Gußeisen mit einer Wärmschale.
Frau Baronin Malowetz
Ambo
Brieftasche von feinsten gepreßten Leder, mit einem Schlüssel zum sperren.
H. OberLieut. Gr. Dandolo.
Terno
1. Lesepult neuester Art, aus politirten Holze auf enem Fusse.
Fräulein Resi Codelli.
2. Album feinster Gattung im Leder.
H. Lieut. Berg
Terno
1. Schottische Handbibliotheck oder Bücherstelle zum Anhangen.
Handelsmann H. Zanier
2. Gläserne Zuckerdose mit silber plattirten Deckel.
Frau des Staatsbuchhalters H. Kumar
Quaterno
Immerwährender Kalender in Porzellaine Fassung.
Frau Siccard
Quaterno
Schottische Briefkassette aus polittirten Holze mit Malerei.
Frau des Rechnungs Officialen H. Paulin.
Quinterno
Silber plattirter Toilette-Spiegel.
Fräulein Gusti Langer.
Quinterno
Silbernes Confect Besteck im Etui. Comtesse Resi Thurn.
Tombolla
Patent-Bronze-Uhr.
H. Kranz
Tombolla
Gesundheits-Kaffee-Maschine aus feinen Porzellaine mit Malerey.
Fräulein Dollenz aus Präwald

Eingegangen: 133 f CM.


[Program od 29. Decembra 1839 do 5. Jauarja 1840 se še enkrat ponovi na posebnem listku.]


Ihrer Excellenz Frauen Gräfin






























Opombe

1. Pravilno: 16ten

2. Na istem listu kot št. 61.

3. Na istem listu kot št. 63.

4. Pravilno: 14ten

5. Tu se je Franz zmotil v številčenju. Namesto številke 70 je še enkrat napisal 69 in nato naprej številčil od te številke dalje.

6. Na istem listu kot št. 87.

7. Na istem listu kot št. 113.

8. Na istem listu kot št. 120.

9. Pravilno: 1839

10. Na istem listu kot št. 141.

11. Na istem listu kot št. 182.

12. Na istem listu kot št. 201.