Leto 1836


1836/1
Ljubljana, 4. januar 1836


1.

Der Tod einer in der Erziehung zu Mailand befindlichen 10–12 jährigen Tochter des Herrn Präsidenten Raicich dürfte bekannt seyn.

Herr Oberst B r Rath ist heute nach Triest abgereist, gedenkt bei Donnerstag rückzukehren; Herr Lieut. Rudolph B r Schmidburg begleitet ihn.

Donnerstag den 7 ten d. soll bei S r Excellenz dem H. Gouverneur das erste Tanz Soirée seyn.

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Theater Austheilung vom 3 ten bis 10 ten Jän. 1836

Sontag den 3 ten … Kerker und Krone

Montag '' 4 ten … / /

Dienstag '' 5 ten ... Lindane! Parodie

Mittwoch '' 6 ten … Nachtwandlerin. Oper

Donnerstag'' 7 ten … Einfalt vom Lande

Freytag '' 8 ten … / /

Samstag '' 9 ten … Kunst und Natur

Sonntag '' 10 ten Lindane! Parodie


1836/2
Ljubljana, 5. januar 1836


2.

Der Besuch gestern im Casino war äußerst zahlreich. Sowohl von Damen als Herrn. Die Tombolla sprach sehr an, und das Blatt wurde wieder á 10 xr CM abgegeben, ohne die Zahl der Blätter zu beschränken. Noch lange bevor, als das Spiel begann, waren über 400 Blätter vergriffen; die Abnahme war demnach sehr groß. Die zu Treffern bestimmten Gegenstände, und die Gewinner derselben beym ersten Spiel waren folgende:

Ambo … Sechs Paar weis ledern Damen Handschuhe.

Dazu 7 Theilnehmer; H. Baron Leopold v. Lichtenberg zog zwar die höchste Nummer, cedirte aber den Gewinn der nächsten, worauf es auf Frlein. Mathilde v. Schmidburg kam.

Terno … Ein gläserner, geschliffener und gefärbter Pokal.

Erhielt Fähnrich B r Egkh der jüngere.

Quaterno … Eine mit wollene gestickte Reise Tasche.

Fräulein Maria v. Flug gab H. Baron Franz Lazzarini Commission für ein Blatt, welches derselbe Baronesse Fani v. Schweiger zur Aufsicht übergab; demnach Frlein. Marie v. Flug Gewinnerinn.

Cinquin … Eine Meerschaum Tabackspfeiffe mit Silber beschlagen, sammt Röhrl und Mundstück.

Die Frau H. Kreis Commissairs Brandstaedter.


Tombolla. Die Erste: Eine kleine Stockuhr mit plattirten Geheiß unter einem Sturzglas. Die Uhr schlägt nicht. Frau Gräfin Ant. v. Thurn.

Die Zweyte : Ein Paar goldene Ohrgehänge. Comtesse Mathilde von Welsperg –; Nodie mit B r Michel Zois , welcher der Comtesse cedi rte.

Die erste Tombolla hatte die Wahl und hat gewählt.

Beym zweyten Tombolla Spiel , mußte der Absatz á 10 xr der Blätter noch höher seyn, da man faßt überall 4 Blatt vorliegen sah. Die Gewinne und die Gewinner waren:

Ambo … Sechs Paar weiß ledern Damen Handschuhe.

Baronesse Fani von Schmidburg.

Terno … Ein Schwerstein. Ein sitzender Hirsch von Gußeisen.

ObLt. Vandoni v. Hohenlohe.

Quaterno … Ein Schmettenlöffel von Silber in Muschelform, vergoldet, mit silbern Stiel.

Frau H. Kreis Commissairs Brandstaedter.

Cinquin … Ein schwarzer Pelz Stützel oder Muff für Damen zum Hände verwahren.

Lieut. Gold von Hohenlohe.


Tombolla … Die Erste : Ein Zuckerkorb von durchbrochener Arbeit mit Henkel von Silber.

Herr Graf Wolfgang v. Lichtenberg hatte sein Blatt der Frau v. Casparini übergeben, jedoch sich bedungen, selbst, wenn das Blatt den Korb gewinnen sollte, diesen nicht anzunehmen, da sich der H. Graf von keiner Dame einen Korb geben lasse; daher blieb Frau v. Casparini Gewinnerinn.

Die zweyte Tombolla . Ein silbern Becher inwendig vergoldet.

H. Baron Leopold von Lichtenberg.

Die erste Tombolla hatte gewählt.

Gegen 10 Uhr war das Spiel geendet, und die Gesellschaft trennte sich. Künftigen Montag wird im Casino Tanz Unterhaltung seyn.

Frau Baron Zois war auch gestern beym Tombolla Spiel; hinsichtlich des Gehörs scheint Sie ganz gut wieder zu seyn.


1836/3
Ljubljana, 5. januar 1836 II


Geruhen gnädigst mein großes Bedauern zu genehmigen, daß ich lezt nicht mehr so glücklich seyn konnte, Hochdenenselben aufzuwarten. Sicher dachte ich, daß Eure Excellenz den Abend zu Hause zu bringen, und mir die Ehre sein werde, Gesellschaft zu leisten, doch es war anders im Buche des Schicksals! – Auch rechnete ich sicher, daß Eure Excellence und die hochverehrten Angehörigen über Sontag in Laibach zu verweilen geruhen werden, damit tröstete ich mich Samstags, an welchem Tage ich – in Folge eines starken Nachtschweißes, mich etwas unwohl befand, daher gar nicht ausgieng, jedoch nur in der sichern Vermuthung Hochdieselben am Sontage zu verehren, mich nicht gleich früh


Samstags erkundigen ließ, was wegen der Abreise beschlossen war, deshalb ich so unglücklich gewesen, weder Eure Excellence noch die gnädigste Frauen Gräfinn, noch die gnädige Comtesse mehr zu sehen. Ich bitte unterthänigst, mein großes Bedauern darüber zu genehmigen.

Der Casino Custos hatte sich auch vorgenommen, am lezten Sonntage das anliegende Verzeichniß, zum neuen Jahr Eure Excellence zu überreichen, und fragte Sonntags bei mir an, daher er dann bath, dasselbe Eure Excellence nebst den beiliegenden 6 Quittungen für das verflossene und das laufende viertel Jahr über die Casino Gebühr zu unterbreiten, welches ich mit der unterthänigsten


Bitte, mir nicht ungnädig zu halten, vollziehe, Eure Excellence um fernere Gnade bitte, der gnädigsten Excellenz Gräfin die Hand küsse, so wie der gnädigsten Comtesse ingleichen die Hand küsse, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

5 ten Jän. 1836

ganz unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/4
Ljubljana, 7. januar 1836


N ro 3

Es ist beschlossen, daß nächsten Montag den 11 ten dieses M. der 2 te dießjährige Casino Ball seyn, dann an den Montagen den 18 ten und 25 ten Jänner und an jenen den 1 ten und 15 ten Feb. nur gewöhnliche Tanzunterhaltungen, längstens bis 12 Uhr dauernd, abgehalten werden.

Der 3 te große Casino Ball ist auf den 8 ten Feb. festgesezt. Heute ist bei S r Excellenz dem H. Gouverneur Soire mit Tanz.

Ungeachtet die Casino Direction für die Tombolla Unterhaltung während des lezten Avends – schöne – mit unter sehr theuere Prämien gewidmet, ist dennoch wegen der zugenommenen Frequentence des Spiels ein Uiberschus der Einnahmen gegen die Ausgaben von 58 f 26 x CM geblieben, welcher der Kleinkinder Bewahranstalt – zugewendet wird.


1836/5
Ljubljana, 7. januar 1836 II


Gnädiges Schreiben mit den Betrag von 9 fr CM habe ich erhalten; ich bin betrübt darüber, daß Hochdieselben wieder mit Kartar geplagt werden, und wünsche inniglich die baldigste Besserung mit den herzlichsten und dankbaren Gesinnungen, daß Gott Eure Excellenz in seinen besondern Schutz – lange, recht lange erhalten möge! Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigen Comtesse küsse ich die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 7 Jän. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/6
Ljubljana, 8. januar 1836


4.

Die Gesellschaft bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur soll gestern sehr zahlreich und eben so sehr elegant gewesen seyn, endete jedoch nach 10 Uhr.

Die Frau des bereits verstorbenen Professors Binter ist vom Schlage getroffen worden.

Der nach Triest verreißt gewesene Herr Oberst B r Rath ist gestern hier wieder angekommen.


1836/7
Ljubljana, 9. januar 1836


5.

Die kalte Witterung scheint nachlassen zu wollen; diesen Morgen hat es schon geschneyet; neues gibt es gar nichts.


1836/8
Ljubljana, 11. januar 1836


6.

Neues ist nichts; die Witterung läßt stark nach. Man erwartet heute starken Zuspruch im Casino.

Die Theater Austheilung liegt hier bey.

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Theater Austheilung vom 10 ten bis 17 Jänner 1836

Sontag den 10 ten … Lindane

Montag '' 11 ten … /

Dienstag '' 12 ten ... Maurer und Schlosser. Oper

Mittwoch '' 13 ten … Kunst und Natur. Lustsp.

Donnerstag '' 14 ten … Ein Tag vor Weihnachten. Schauspiel

Freytag '' 15 ten … /

Samstag '' 16 ten … Maurer und Schlosser. Oper

Sonntag '' 17 ten … Vorleserinn. Lustspiel


1836/9
Ljubljana, 12. januar 1836


7.

Das Kasino war gestern sehr zahlreich besucht, ja überfüllt, doch waren mehr Herrn als Damen. Die Tanz Unterhaltung dauerte bis halb 3 Uhr früh.

Statt Maurer und Schlosser gibt man heute den Barbier von Sevilla. O weh! was ist Wirsing für ein Figaro!


1836/10
Ljubljana, 13. januar 1836


8.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg ist leztlich – wie es entschlossen war, von hier nach Fiume abgereist.

Eine Frau Schwester Ihrer Excellenz der Frau Gouverneurin , ist in Wien gestorben, daher von der Familie Montags Niemand im Casino war.


1836/11
Ljubljana, 14. januar 1836


9.

Heute dürfte kein Soire bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur seyn, theils, weil überhaupt die Unterhaltung nur alle 14 Tage dispon irt zu seyn scheint – theils aber, wegen des gestern erwähnten Trauerfalls der B r Born ischen Familie.

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Fähnrich Friedrich B r Elsner ist gestern mit Urlaub hier angekommen.


1836/12
Ljubljana, 14. januar 1836 II


Geruhen nicht ungnädig zu halten, daß ich bei sich dargebothener Gelegenheit – wo ein Bekannter böhmische Fasanen kommen ließ, davon ich noch 1 paar erhalten konnte, solche für Eure Excellence kaufte, in der Anhoffung, daß Hochdieselben einen solchen Braten wünschen dürften. Der Preis ist mir bis izt noch nicht bekannt gegeben worden. Ich küsse Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand, so wie ich der gnädigen Comtesse die Hand küsse, um ferner gnädiges Wohlwollen allseits bitte, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence

Laibach den

14 ten Jänner 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/13
Ljubljana, 16. januar 1836


10.

Lezten Mittwoch gab Frau Gräfin von Zois eine Abendunterhaltung mit Tanze.


1836/14
Ljubljana, 17. januar 1836


11.

Theater Austheilung vom 17 ten bis 24 Jän. 1836

Sontag 17 ten … Die Vorleserinn

Montag 18 ten … 0

Dienstag 19 ten ... Nachtwandlerinn

Mittwoch 20 ten … Großer Maskenball. Redutt

Donnerstag 21 ten … Königinn von 16 Jahren

Freytag 22 ten … 0

Samstag 23 ten … Freund und die Krone

Sonntag 24 ten … Weiberfeind


1836/15
Ljubljana, 19. januar 1836


12.

Gestern war das Casino so besucht, als es noch niemals der Fall gewesen, was man sagen kann, es war gesteckt voll. S e Excellenz der Herr Gouverneur und Hochdessen Familie war auch da. Die Unterhaltung dauerte bis halb 3 Uhr früh. Mit den Souper gieng es bunt über Eck. Es hatten sich einige Herrschaften Tische stecken lassen, allein gestern wandte man das Mühlrecht an: wer zu erst kommt, etz. und besezte die markirten Tische ohne aller weiterer Frage. Es war ein außerordentliches Gedränge um Plätze und Speisen, und man benüzte jeden Spieltisch um darauf zu speisen; sogar das Zimmer der Marguers im dritten Stock wurde zum Speiszimmer in Anspruch genommen.

Auch in der Schüßstatt war Ball, und starker Besuch, wo man sich bis am Morgen unterhielt, daher diese Nacht viel Fahren auf den Gassen war. Der sogenannte Pudelball am Sonntag, war von mehr


als 300 Personen besucht.


1836/16
Ljubljana, 19. januar 1836 II


Lege meinen unterthänigsten Dank zu Füssen für das mir gnädigst überschickte zarte Wild, und küsse zugleich dafür Ihrer Excellence der Frauen Gräfinn und gnädigster Comtesse die Hand. Das gebesserte Wetter, nämlich die nachgelassene Kälte hat auch in den Gesundheits Zustand viel Hilfe gemacht, selbst bei mir, der ich seit Drey König an einer Art Kripp viel litt, indem mich das Husten und Nissen oftmals ganze viertel Stunde plagte, und ich das Bersten der Brust oder des Rippenfells besorgte, daher sehr viel Brustschmerzen litt. Doch als ich mich mit einem Arzte berathen, und das mir von demselben angeordnete Kartarpulver genommen hatte, so hat das Uibel nachgelassen, und ich bin izt sehr wenig mehr vom Kartar angefochten!

Ich würde Eure Excellenz wohl unterthänigst bitten, dieses Kartarpulver nur als Versuch anzuwenden, indem ich aus eigener Erfahrung weiß, was eine schwache Brust für Erschütterung


leidet, allein das schmerzlichste, der sich mit den Kartar vereinigende Brustkrampf ist, der das Athmen schwächt, und das Leiden vermehrt! – Auch erstatte Eure Excellence zugleich ergebensten Dank für die überschickte Bezahlung der Fasanen; ich fühle mich glücklich, wenn Eure Excellence damit zu erfreuen, vermocht habe.

Mein einziger, und unausgesetzter Wünsch ist, daß Gott Hochdieselben recht viele Jahre erhalten, und Eure Excellence andauernde Gesundheit verleihen möchte, daher ich auch den Kartar von Eure Excellence ganz abgewendet zu wissen, mit größter Freude hören möchte.

Wenn Eure Excellenz erlauben, würde ich mit größter Freude die zu erwartenden einsamen Stunden, wenn die gnädigen Damen nach Laibach kommen, mit Hochdenenselben theilen. Ich fühle mich so wohl, so beruhigt in Eure Excellenz Nähe, daß ich diese angenehme Situation nicht beschreiben kann, und bitte unterthänigst, daß Eure Excellenz geruhen wollen, mir Hochderoselben fernere


Gnade zu verleihen, deren würdig zu erhalten, mein innigstes Bestreben bleiben wird, und ich bis zum Grabe meine Dankbarkeit an Tag zu legen, niemals unterlassen werde, der ich mit aller Verehrung mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

19 ten Jänner 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/17
Ljubljana, 20. januar 1836


Mittwoch

13.

Man spricht in der Stadt, daß die Frau des Herrn Generals v. S…… sich in guter Hoffnung befinden soll.

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Morgen Donnerstags wird bei S r Excellenz Herrn Gouverneur Soire mit Tanz seyn.


1836/18
Ljubljana, 21. januar 1836


Donnerstag

14.

Am 19 ten d. war nach den Griechischen Kalender Johan der Taufer und also der Namenstag des Herrn Generals v. S…… , aus welchem Anlaße große Tafel bei selben war. Bei dieser Gelegenheit, und im Angesicht der ganzen Tischgesellschaft declar irte die gnädige Frau vom Hause, daß Sie sich in gesegneten Leibesumständen befinde.


1836/19
Ljubljana, 21. januar 1836 II


Gnädiges Wohlwollen gegen mich ist so groß, daß ich die Worte nicht finde, um Hochdenenselben meine innigsten dankbarsten Gesinnungen so recht eindringlich aus dem Grunde des Herzens darlegen zu können, wie ich solche so heiß fühle! Genehmigen Hochdieselben meinen gränzenlosen Dank für die gnädigst anbefohlene besondere Nachfrage nach meinen Befinden, welches sich wirklich wieder ordnet, und indem ruhiger Schlaf und Eßlust wiederkehrt, meine Hoffnung vermehrt, daß meine Erhohlung bald erfolgen wird; nur zeiget sich seit gestern ein Hautausschlag, so frießelartig, und ich erwarte den Arzt sehnlichst, um mich mit ihn dießfalls zu besprechen.

Der


Himmel gebe, daß Eure Excellence Kartar auch schon beseitigt wird, dann wird meine Reconvalescenz um so freudenvoller seyn, denn so lang ich Eure Excellence unwohl weiß, bin ich immer sehr beängstiget, da mein einziger Wunsch ist, Hochdieselben nur immer bei gestärkter Gesundheit zu wissen. Gott erhalte Eure Excellenz ! Ich bitte um fernere Gnade, und zeichne mich mit aller Verehrung in Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den 21 ten Jänner

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/20
Ljubljana, 24. januar 1836


15.

Herr Graf Richard Blagai ist nun in die Stadt übersiedelt.

Der Sohn Julius des hiesigen H. Kreishauptmanns Flug von Leidenkron , Unter Lieut. von Graf Auersperg Cürassier , ist hier mit Urlaub angekommen.

Gestern gab Frau Baron Franz von Lazzarini eine Abendgesellschaft.


1836/21
Ljubljana, 26. januar 1836


16.

Gestern war Casino Unterhaltung und Ball auf der Schießstatt. Beyde Gesellschaften waren sehr besucht, überall viel gespeist, und im Casino sich bis nach 1 Uhr, auf der Schießstatt bis Früh sich unterhalten. Gestern hatten wieder ganz neue Familien das Casino besucht, die noch niemals das Casino Locale besucht hatten. Es zeigt sich demnach, daß die Casino Unterhaltungen immer mehr beliebter werden. Auch ist es endlich dazu gekommen, daß ein neues Casino gebaut werden wird, wozu der jüdische Handelsmann Heimann den elecktrischen Inpuls gab. Derselbe entwarf einen sehr annehmbaren Actien Plan dazu, den man allgemeinen Beifall gab, indessen scheint es, wollte die christliche Bevölkerung von Laibach von keinen Juden etwas erbaut, noch mit dessen Geld erzeugt wissen; man arbeitete den Plan um, und in paar Tagen waren von hiesigen christli-


chen Bewohnern 30.000 f CM auf Actien subscrib irt, wozu noch die Sparkasse 20.000 f CM geben wird, um ein neues Haus zum Casino zu bauen, wozu auch schon 500.000 Stück Ziegeln accort irt respt. contrah irt sind.

Am 2 ten Feb. geben die Cadeten einen Ball, weshalb die ganze Stadt allarm irt ist, denn es wird die Gesellschaft sehr zahlreich werden.

Morgen ist in der Redutt großer Maskenball und wird gewieß auch zahlreicher Besuch seyn.


1836/22
Ljubljana, 28. januar 1836


17.

Die gestrige Redutte war recht angenehm; man rechnet bei 300 Personen, die da waren, auch viele Masken, darunter einige recht hübsche. Die Unterhaltung hielt bis 4 Uhr früh an.

Ober Lieut . Graf Lichtenberg von Hohenlohe wird zu die Grenadier vom Regmt . übersezt, welche dermalen zu Venedig zur Aufwartung des vice Königs EH Raineur kais. Hoheit – sich befinden.

Morgen ist eine Abendunterhaltung bei Frau Gräfin von Zois und Uibermorgen den 30 ten d. – eine Abendgesellschaft bei H. Kreishauptm. v. Flug.


1836/23
Ljubljana, 1. februar 1836


Mit meinen Augen abreisen zu sehen, war mir nicht vergönnt. Ich habe die Abreise vor 5 Uhr nicht gedacht, und daher gewagt, in Begleitung der Familie H. Grafen von Aichelburgs , eine Visitte bei S r Excellenz dem hochverehrten H. Gouverneur abgestattet –, dort H. Gubern. Rath D r Kogel getroffen, und mit demselben die Rückkehr beschleuniget, um Eure Excellenz meine Ehrfurcht noch zu bezeugen, und glückliche Reise zu wünschen; allein, als wir ins Haus kammen, war Eure Excellenz Wagen nicht mehr zu sehen. Mit Trauer zwar kehrte ich von dannen, allein um so heißer glüheten meine Wünsche, daß Eure Excellenz ja recht glücklich in Hochderoselben herrlicher Wohnung angelangt seyn mochten; welches ich auch nicht bezweifle, da ich es innigst gewünschen habe. Eure Excellenz möge der Himmel nur wohl erhalten, welches mit mir gewieß eine große Anzahl dankbarer Seelen wünschen. Ich bitte um fernere Gnade, und geharre ehrfurchtsvoll:

Eure Excellenz

Laibach den 1 ten Feb. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/24
Ljubljana, 2. februar 1836


18.

Fürst Kinsky Regierungs Präsident in Linz ist in Folge auf der Jagd sich zugezogener Erkühlung an Gicht erkrankt, und an hiezu getrettenen Nervenfieber zu Linz gestorben. S e Durchlaucht sollen Vater von 4 Kindern, und Ihre Durchlaucht die Frauen Fürstin mit den 5 ten in Hoffnung seyn.

Fürst Schwarzenberg soll zu Prag in einen Eifersüchtigen Anfalle seine Frauen Gemahlin, eine geborne Gräfin von Wratislaw über den Tisch mit einer Pistolen erschossen, in Folge dessen sich gleich nach Wien begeben haben, um sich selbst S r Majestaet auf Gnad und Ungnad persönlich zu stellen.


1836/25
Ljubljana, 15. februar 1836


Werden nach meinen innigsten Wunsche glücklich bei Hause eingelangt seyn, und gute Ruh diese Nacht genossen haben! – Da ich gestern den Verwalter des Deutschen Hauses nicht zu Hause getroffen, habe selben diesen Morgen selbst besucht und getroffen; den Brief, welchen Kanzler Schön an den Verwalter geschrieben selbst gelesen, und aus dessen Innhalt die Uiberzeugung genommen, daß S e k. Hoheit sich auf jeden Fall einen Tag hier aufhalten müssen, weil den Schreiben gemäß, S e k. Hoheit die Gebäude besichtigen, von der Hauptsache aber Augenschein nehmen wollen, nämlich es ist Project irt, auf den sogenannten Deutschen Grund eine Vorstadt zu erbauen, nämlich den Terrain


in 76 Parcellen abzutheilen, wozu der Plan bereits fertig – auf deren jeder ein Haus mit einen Garten bestehen, und der Art eine neue Vorstadt – Maximilians Vorstadt von 76 Numern entstehen, durch welche eine große Strasse aus den sogenannt B r Zois ischen Graben, direckt auf die Triester Strasse führen solle.

Den fernern Innhalt des Schreibens gemäß soll der geistliche Beneficiat , den hochwürdigsten Großmeister im Ornate, im weißen Mantel, und der Verwalter, Hochdenselben nach allen Vorschriften empfangen. Eben als ich beym Verwalter war, kam auch ein Abgesandter von S r Exc. dem H. Gouverneur , mit Nachfrage, ob keine Nachricht von S r k. Hoheit gekommen, wohin der Verwalter erwiedern ließ, daß nichts neues eingegangen, derselbe aber nicht ermangeln werde , – die


einlaufenden Weisungen S r Exc. zur Kenntniß zu bringen, worauf ich mich zugleich praenumer irte. Ich werde daher nicht ermanglen, nach Eure Excellence hoher Weisung gleich zu berichten; bitte um fernere Gnade, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den 15 ten Feb.

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/26
Ljubljana, 16. februar 1836


Habe ich die Ehre zu berichten, daß S e k. Hoheit der EH Maximilian noch nicht angekommen, mir aber von den Verwalter des Deutschen Hauses versprochen worden ist, wenn eine dießfällige Nachricht an ihn kommt –, mir solche gleich mitzutheilen. – Mich zu fernern Gnaden empfehlend geharre mit aller Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den

16 ten Feb. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/27
Ljubljana, 17. februar 1836


In erwünschter Gesundheit hoffend, ermangle nicht, ergebenst zu berichten, daß von S r k. Hoheit den EH Maximilian noch immer keine fernern Nachrichten, noch Hochderselbe selbst, hier angekommen. Nach meinen unmaßgeblichen Vermuthen dürften S e k. Hoheit noch nicht von Wien abgereist gewesen seyn, als der Curier mit der Trauerpost vom Ableben Ihrer Majestaet der Königinn von Neapel zu Wien angekommen ist, und in Folge dessen mochte eine andere Disposition , auf jeden Fall eine Uibertragung der Abreise statt gefunden haben, denn, wenn die Reise gar nicht erfolgen sollte, würde gewieß eine Nachricht dem Verwalter


der Comthur Laibach zugekommen seyn. Ich werde von einem wie dem Andern von den Verwalter benachrichtigt werden, und Eure Excellenz gleich berichten.

Vor 2 Tagen soll ein Schüller im Augenblick einer bösartigen Gemüths-Aufwollung einen andern auf den Congress-Platz , als sie aus der Schule giengen, mit den Federmesser in Hals so tief verwundet haben, daß nur sehr wenig fehlte, um die Pulsader zu treffen. Es ist dieß eine neue Erscheinung unserer bösen Zeit! –

Um fernere Gnade bittend, geharre mit aller Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den 17 ten Feb.

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/28
Ljubljana, 20. februar 1836


Gesundheit wird sich gewieß immer mehr befestigen, und Hochdieselben gewieß schon recht erhollt seyn, welches für mich sehr freudenvoll wird. Hinsichtlich S r k. Hoheit des EH Maximilian ist noch immer nichts eingelangt, und anliegend folgen die Anoncen , über das, so die Tage in Laibach geschehen, und geschieht.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend geharre mit aller Ehrfurcht:

Eure Excellence

Laibach den

20 ten Feb. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/29
Ljubljana, 22. februar 1836


Werden nach meinen innigsten Wunsche recht glücklich bey Hause angekommen seyn, und kann nicht umhin, meine Theilnahme darüber auszudrücken. Heute ist Herr Oberst B r Rath von hier nach Gratz abgereist, um dort seine dienstlichen Aufwartungen zu machen. Er hat sich einen recht jungen Gesellschafter mitgenommen, den jungen Grafen Vinzenz Welsersheim ,


welcher als Jurist ersten Jahrgangs dort seine erste halbjährige Prüfung zu machen hat. Der Herr Oberst gedenkt aber in 6-8 Tagen wieder hier zurück zu seyn.

Mich zu fernern Gnaden anempfehlend, wünsche ich die Fortdauer Eure Excellenze bester Gesundheit, und geharre mit Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den

22 ten Februar

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/30
Ljubljana, 23. februar 1836


19.

Gestern waren Privatnachrichten hier, daß Frau Gräfin Althan, geborne Gräfin Hartig – Tochter des Mailänder Herrn Gouv. Grafen von Hartig Exc. – in ihrem 4 ten Kindsbette gestorben seyn solle.

Das Casino war gestern schwach besucht, indessen hat die anwesende Gesellschaft dem Tombolla Spiel allen Eifer gewidmet, und die Abnahme der Blätter sehr zahlreich.

In den ersten Spiele gewannen:

Ambo … Eine Schreibtafel vom gepreßten Leder mit einem Gewinnstlose zur Lotterie von Tivolli bei Wien, welche Ziehung im künftigen Maerz Monat statt findet.

Waren vier Theilnehmer; indessen nach der Losung der Comtesse von Welsersheim es dem von derselben besorgten Blatte des Lieutenants Rudolph Schmidburg blieb.

Terno … War ein Männer Portefeille zu Rasiermessern, Scheeren etz. , jedoch ohne denselben, von Leder, und dabei wieder ein Loos auf Tivolli.

Waren zwei Theilnehmer; nach der Losung kam es Oberst Lt. von Seppenburg zu.


Quaterno … Eine Lampe von Beinglas in einen Dreyfuß von Bronze, mit einem Loose zu Tivolli.

Zwei Theilnehmer; nach der Loosung kam es Fräulein Jacobin v. Flug zu, welche nicht anwesend war, allein ein Blatt in Commission gegeben hatte.

Cinquin … Eine Brieftasche mit schöner Verzierung von Violack zum verschlüssen.

Lieut. Gustav Egkh auf ein Blatt, welches Baronesse Fani v. Schmidburg besorgt hatte, und welchen Gewinn der H. Lieut. der Baronesse verehrte.

Tombolla … Eine Wanduhr, modisch, jedoch ohne Schlagwerk, allein recht artig.

Erhielt Michel B r Zois auf ein Blatt, welches derselbe mit den Ascultanten Scheuchenstuhl gewechselt hatte.

Beim zweyten Spiel wurde gewonnen :

Ambo … Ein geschniztes Uhrgestell, rückwärts mit einer Lähne, um eine Sackuhr davon zu hängen.

Zwei Theilnehmer; nach der Loosung erhielt es Comtesse Helene von Welsperg.


Terno … Eine Brieftasche von gepreßten Leder mit einem Loose zu Tivolli.

Erhielt der Verpflegs Assistent – Dirnbeck.

Quaterno … Ein geschliffenes und vergoldetes Glas mit einem Loose zu Tivolli.

Kam nach der Loosung mit B r Abfalter , der Frau des Beamten Schütz – gebornen Hohn zu.

Cinquin … Un Port Lettre von Holz mit saubern Verzierungen.

Bekam B r Michel Zois.

Tombolla … Ein Lichtschirm von schwarz pollirten mit Violack verzierten Holze mit grün matt geschliffenem Glase, dann einem Gratis Loos zu Tivolli.

Erhielt Hauptman von Riera von Hohenlohe , welcher den Schirm der Comtesse Pepi v. Thurn verehrte.

Das Loos oder Blatt wurde wieder mit 10 x bezahlt und


dieses Spiel endete gegen halb 10 Uhr, wornach sich die Gesellschaft bis 10 Uhr trennte; es war nur ein Spieltisch mit Karten-Spiel besezt.


1836/31
Ljubljana, 24. februar 1836


20.

So wie Verona in Italien, wird Brixen in Tyrol – fortific irt. Es ist das nöthige Militair als Arbeiter für diesen Bau, dazu bereits beordert worden.

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Theater Austheilung vom 21 ten bis 28 ten Feb. 1836

Sontag den 21 ten … Robert der Teufel. Schausp.

Montag '' 22 ten … 0 0

Dienstag '' 23 ten ... Sollte Norma seyn; das Theater blieb verschlossen.

Mittwoch '' 24 ten … Sollte Testament einer armen Frau gegeben werden; wurde Norma gegeben.

Donnerstag '' 25 ten … Soll Norma wiederhollt werden.

Freytag '' 26 ten … 0 0

Samstag '' 27 ten Norma

Sontag '' 28 ten … Mädchen aus der Feenwelt.


1836/32
Ljubljana, 25. februar 1836


Meine Verehrung gestern zu bezeugen, war ich nicht so glücklich. Am Dienstag Abend war ich nicht in meiner Wohnung, und als ich gestern von der Anwesenheit Eure Excellenz Kenntniß erhielt, und mich ankleidete, um Hochdenenselben aufzuwarten, waren Hochdieselben schon wieder abgereiset. Ich bitte unterthänigst, meine hohe Verehrung zu genehmigen, die nur mit meinen Ableben ersterben wird.

Ich hoffe auch, daß Eure Excellenz meine Schreiben von Montag, Dienstag und


von gestern erhalten haben werden, und wiederhole meine heißen Wünsche, daß Gott Eure Exc. noch lange bei andauernder Gesundheit erhalten möge.

Mich zu fernern Gnaden anempfehlend und um diese bittend, geharre ich mit aller Verehrung und Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den

25 ten Feb. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


Für den Bau des Casino sind schon 46.000 f CM subscrib irt.


1836/33
Ljubljana, 26. februar 1836


21.

Man hat hier davon gesprochen, daß der bisherige Präsident der Hofkammer in Finanz und Comerz -Sachen von Eichhof –, in Folge mit Fürsten Metternich gehabten Anständen, als Regierungs Präsident nach Linz bestimmt, übersezt worden seyn solle.

Der junge Baron Carl Schweiger bisher Cadet bey B r Spiegel Cürassier , ist bei König von Preußen Husaren – Unter Lieutenant geworden.

Gestern wurde die Norma bei überfüllten Hause mit allgemeinen Beifälle gegeben. – Hanal wurde einigemal geruffen, und am Schlusse gleichfalls, wo sie mit wenigen Worten ihre Danksagung aussprach. Auch der Fürst wurde Applaus zu theil und sie einmal geruffen.


1836/34
Ljubljana, 27. februar 1836


22.

Der unerwartete Todesfall nämlich das Ableben des H. Grafen Joseph v. Thurn in Kreutberg hat hier einen schmerzlichen Eindruck und viele Theilnahme gefunden.

Dagegen ist auch die allerhöchste Ernennung des Herrn Grafen Salis v. Blagai zum Gubernial rath und Administrator der Salinen zu Wiliczka – hier mit freudenvoller Theilnahme vernommen worden. Der H. Graf wird vor der Abreise nach Pohlen erst hieher kommen, um seine Verwandten zu besuchen.

B r Karl Codelli Ascultant beym Görzer Landrecht, ist beym Triester Landrecht Actuar mit 800 f Gehalt, geworden.


1836/35
Ljubljana, 28. februar 1836


23.

Frau Thelen – geborne v. Kappus wurde Freytag Abend von einem Knaben glücklich entbunden.

Gestern wurde die Oper: Norma – zum drittenmal bei vollen Hause gegeben. In der künftigen Woche soll Sie zum Vortheile des Sängers Stolte, nochmals gegeben werden. – Hanal soll zu ihrer Einnahme auf 120 f CM gekommen seyn.

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Lieut. B r Egkh Gustav, ist heute auf 6 wöchentlichen Urlaub nach Gratz abgereist. Victor B r Schmidburg ist wegen der in Gratz abzulegenden halbjährigen juridischen Prüfung mit demselben dahin.


1836/36
Ljubljana, 29. februar 1836


24.

Gestern war wieder Gesellschaft bei H. Grafen v. Welsperg , die junge Welt unterhielt sich mit Tombolla.

In Folge des Testaments des verstorbenen Grafen Joseph v. Thurn ist dessen ältere Schwester von Rechbach als Universal Erbin ernannt, welcher der kleine Cousin Armant Steinach empfohlen wird. Den Elsner schen Cousinen soll jeder ein Legat ausgesezt, allein in dem Betrage nicht bestimmt seyn. Den Freunden bestimmte der Verstorbene, näml. seinen Schulkameraden: den H. Baron Moritz Tauferer eine goldene Dose und 2 Pistolen; den H. Grafen Barbo eine goldene Repetier -Uhr; den H. Baron Ant. Codelli eine türkische Tabackspfeife; den ältern Laschan eine brillante Busennadel. B r Moritz ist zum Executor Testamenti bestimmt. Dem Fähnrich Bar. Fridrich Elsner wurde der goldene Siegelring vermacht. Nachdem der Concipist Laschan bestättigt hatte, daß ein Testament vorhanden seye, welches mit 5 Siegeln geschlossen, in einer Chatulle sich befinden sollte, wo es jedoch nicht gefunden wurde: so mußte um so


mühsamer gesucht werden; es fand sich endlich auf den Schreibtisch unter den Papieren, jedoch offen, woraus zu schlüssen, daß es hätte geändert oder mittelst beysetzung von Codicils , erläutert werden sollen. Der Verstorbenen soll, wie aus seinen Aeußerungen der lezten Tage zu entnehmen war, sich allerdings gefühlt haben, daß sein Leben nicht lange währen könne. Sein Bedienter Casper soll Lebenslänglich 50 f jährlich bekommen, und bei Schloß erhalten werden.

Die Frau Stiefmama – Gräfin Seraphine v. Thurn empfindet außerordentlichen Schmerz, daß Ihrer im Testamente nicht mit einem Worte gedacht, und rücksichtlich der Gräfin Marie – Schwester des Verstorbenen, eine unangenehme Bemerkung im Testament beygesezt ist. –

Heute ist Tombolla im Casino – und Donnerstag Soiré bei S r Excellence dem H. Gouverneur.

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Herr Oberst B r Rath ist gestern von Gratz zurück gekommen.

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Theater Austheilung vom 28 Feb. bis 6 ten März 1836

Sontag den 28 ten … Das Mädchen aus der Feenwelt

Montag '' 29 ten Feb. … Testament einer armen Frau

Dienstag '' 1 ten März... Gespenstige Schiffer

Mittwoch '' 2 ten … Stiefvater

Donnerstag '' 3 ten … Nachtwandlerin … Oper

Freytag '' 4 ten … / / Concert im Deutschen Hause

Samstag '' 5 ten Norma … Oper

Sonntag '' 6 ten … Tournier von Kronstein

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Wegen Erkrankung eines Acteurs ; Montag kein Theater


1836/37
Ljubljana, 1. marec 1836


25.

Gestern sollte im Theater Das Testament einer armen Frau gegeben werden; – Gegen Mittag ward eine Theater Anonce ausgegeben, daß eingetrettener Hinternisse wegen, gestern die Bühne verschlossen bleiben, jedoch morgen, – als heute Dienstags, zum Vortheile der Madame Eichwald „Der Gespenstige Schiffer“ – gegeben werden würde; allein gestern Nachmittags folgte ein neues und drittes Aviso , daß morgen, nämlich heute Dienstags: Fürst Blaubart, Schauspeil in 4 Aufzügen gegeben werden wird.

Man spricht, daß H. Graf Erasmus v. Lichtenberg wegen der Belehnung als OberstLandsvorschneider, heuer selbst nach Krain kommen werde.

Des EH Maximilians k. Hoheit waren ganz zur Abreise aus Wien vorbereitet, als unglücklicherweise sich ein Gichtschmerz in Füssen einstellte, und nothwendig machte, die vorgehabte Reise, bis zur Hebung dieses Uibels zu verschieben. Diese Ursache der Reise Verhinderung wurde von den H. Ordenskanzler Schön anher angezeigt, und wird ferneres Aviso folgen, wann die Reise statt finden wird.

Der Sohn Richard des H. Grafen von Welsperg bisher Lieut. im Ingenieur Corps – wurde OberLieut. im Corps.

In dieser Woche wird kein Soire bei S r Excellenz dem H. Gouverneur seyn, sondern erst am Mittwoch den 9 ten d. in der künftigen Woche.

Am Freytag den 4 ten d. M. wird Concert im Deutschen Ordens Haus gegeben werden.

Gestern war das Casino mehr als leztlich, jedoch nicht so zahlreich als zur Zeit der Tombolla im Advent besucht. Graf und Gräfin von Blagai – Billichgrätzer, – haben gestern das Casino zum erstenmal besucht. – Die Blätter wurden wie sonst zu 10 xr CM eines ausgegeben, ohne Beschränkung der Zahl.

Im ersten Spiele ist gewonnen worden : Ambo … Sechs paar weiß


lederne Frauen Handschuh … drey Theilnehmer; nämlich H. B r Leopold v. Lichtenberg auf 2 Blättern mit Ambo, dann Baronesse Lori v. Codelli . Nach der Loosung hat Leztere den Gewinn erhalten. Terno … Ein hölzernes dunkl polirtes Damenkastel zum Verschlüssen. Wieder drey Theilnehmer; nach der Loosung der Comtesse Cöcile von Auersperg zugefallen. Quaterno … Ein plattirter Handlichter mit Lichtscheer und Löschhörnl; erhielt Oberst Lieut. Seppenburg. Cinquin … Ein hölzernes, schwarz pollirtes Brodkörbel mit Violack verziert. Bekam Landrechts Ascultant Piller. Tombolla … Ein ovaler Toilette Spiegel in schwarz pollirten Holze mit einem Schüber, in 2 Säulen hängend, welche mit plattirten Verzierungen versehen waren, der ovale Spiegel war mit einem plattirten Reif umgeben. Gewann die Frau des Apothekers Meyer.

Beym zweiten Spiel gewannen :

Ambo … Eine Haarbürste mit plattirten Rücken und Stiel.

B r Michel v. Zois.

Terno … Handkörbel für Damen zur Arbeit. Rechnungsrath Luschin.

Quaterno … Eine Nachtlampe von Ordin Glas auf einem plattirten Gestell.

Lieut. v. Gold in Commission für Baronesse Fini v. Zois. Er hatte sein Quaterno übersehen, und auf Cinquin den Gewinn angemeldet.

Cinquin … Ein Portfeulle vom gepreßten Leder, zum verschlüssen.

Comtesse Marie v. Auersperg.

Tombolla … Ein Eßbesteck vom gepreßten Silber, in einem roth Safian Etui , enthält Messer, Gabel, Speis- und KaffeeLöffel.

Die Frau Schütz , geborne Hohn.

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Die im gestrigen Schreiben enthaltene Bemerkung wegen den Soire bei S r Excellenz dem H. Gouverneur ist unrichtig; ich habe mich durch Lieut. B r Rudolph Schmidburg besonders dießfalls erkundigen lassen, und von demselben die in diesen Schreiben enthaltene Auskunft erhalten.


1836/38
Ljubljana, 2. marec 1836


Nro 26.

Es verlautet izt, daß das Testament des seligen Grafen Joseph Thurn doch auch ein kleines Andenken für die Frau Stief Mama , Gräfin Seraphine von Thurn – enthält; übrigens ist aus den durchstrichenen vielen Stellen, darunter die Legate für jede der Elsner schen Cousinen , wornach izt jede derselben nur ein kleines Andenken, nach Ermessen des Executors Testamenti – Baron Moritz v. Tauferer , erhalten sollen. Offenbar ist daher, daß der Herr Graf daran gewesen, das Testament zu überschreiben, weil soviel ausgestrichene Stellen sich vorfinden, allein diese Aenderung wurde nicht mehr möglich! –

Heute wird in der hiesigen Domkirche für Weiland S e Majestaet Kaiser Franz den Ersten, Requiem gehalten, wozu um 10 Uhr die Autoritaeten geladen sind.

Ungeachtet des Entwurfs, was in dieser Woche das Theater geben soll, hat sich alles so geändert, daß Montags die Bühne verschlossen blieb,

Dienstags Fürst Blaubart gegeben wurde,

Mittwochs die Bühne geschlossen bleibt,

Donnerstags Der gespenstige Schiffer als Benefice Mad. Eichwalt gegeben wird,

Freytags im Deutschen Ordens Saale Concert seyn werde,

Samstags … Norma gegeben werden soll; weil Hanal sich stützig weigert mehr, denn wöchentlich nur einmal zu singen! – Mann soll Absicht haben, die Delle Hanal für das künftige Jahr der hiesigen Bühne zu erhalten, und da sie dermalen monatl. 80 fr CM gemäßt, derselben durch Subscription den Gehalt auf monatl. 100 f CM zu setzen.


1836/39
Ljubljana, 3. marec 1836


27.

Der Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gehet es viel besser; Sie wagt schon in die Kirche zu gehen.

Zum Bau des Casino will man schon in der nächst künftigen Woche Hand anlegen.

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Wünsche inniglich, daß die hohen Bewohner von Lustthal alle recht gesund und sich wohl befinden mögen.


1836/40
Ljubljana, 4. marec 1836


28.

Alexander Graf Thurn – Fähnrich von Hohenlohe ist zum Unter Lieutenant avanc irt.

Frau Baronin von Rechbach geborne Gräfin von Thurn wird stündlich in Laibach erwartet. Sie ist willens, vorerst nach Laibach zu kommen, und dann erst nach Kreutberg zu gehen. Frau Gräfin Seraphine von Thurn hat ein Zimmer zum Absteigquartier für die Frau Stieftochter und ihren H. Gemahl, den Rittmstr. B r v. Rechbach , in ihrer Wohnung bereitet.

Frau Baronin von Rechbach geborne Gräfin von Strasoldo in Neustadtl soll mit Zwillingen, einen Knaben, einen Mädchen, entbunden worden seyn, und sich sehr leidend befinden.


1836/41
Ljubljana, 5. marec 1836


29.

Gestern war der 55 te Geburtstag S r Excellenz des Herrn Gouverneurs B r v. Schmidburg.

Das Schlumer Lied aus der Oper : die Stumme von Portici , sang gestern im Concert des Deutschen Ordenshauses, der 10 jährige Sohn des Gubern. Raths Wagner , wozu seine Mama ihn auf den Piano Forte accompagn irte.

Die Frau Gub. Räthin Wagner selbst, trug dann ein kleines Stück auf den Forte Piano im Quintette vor.

Nach diesem Vortrage verließ Ihre Excellence die Frau Gouverneurinn die Gesellschaft.

Eine Dichtung von J. Baron v. Zettlitz zur Volks Hymne für S e Majestaet den izt regierenden Kaiser Ferdinand – liegt bey.


Volks Hymne

Segen! Oesterreichs hohem Sohne,

Unserm Kaiser Ferdinand!

Gott! vor Deinem Wolkenthrone

blick‘ erhörend auf dieß Land!

Laß Ihn auf des Lebens Höhen

Hingestellt von Deiner Hand,

Glücklich und beglückend stehen,

Schütze unsern Ferdinand!

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Alle Deine Gaben spende

Gnädig ihm und seinem Haus;

Alle Deine Engel sende,

Herr, auf seine Wege aus!

Gib, daß Recht und Licht und Wahrheit,

Wie sie Ihm im Herzen glüh’n,

Lang‘ im reiner, ew’ger Klarheit

Noch zu unserm Heile blüh’n.

Palmen laß Sein Haupt umkränzen,

Scheuche Krieg und Zwietracht fort;

Laß Ihn froh und herrlich glänzen,

Als des Friedens Schirm und Hort!

Laß‘ Ihn, wenn Gewitter grauen,

Wie ein Sternbild hingestellt,

Tröstend Licht hernieden thauen,

In die sturm bewegte Welt!

---------

Holde Ruh‘ und Eintracht wallte,

Wo er sanft das Scepter schwingt;

Seines Volkes Liebe halte

Freudig seinen Thron umringt;

Unauflöslich fest geschlungen

Bleibe ewig dieses Band!

Rufet Heil mit tausend Zungen,

Heil den milden Ferdinand!

J. B. B r v. Zedlitz


1836/42
Ljubljana, 7. marec 1836


31.

Heute sind die Exequien zu Aich nächst Kreutberg für den verstorbenen Grafen Joseph Thurn.

Graf Barbo ist gestern im Versuch mit einem Reitpferd über einen Graben zu setzen, gestürzt, und hat sich den linken Vorderarm verrenkt.

Uibermorgen Mittwoch den 9 ten Maerz ist Francisa Romana, und das Namensfest

Frau Gräfin v. Stubenberg

'' Gubernial räthin Sicard

Fräulein Baronesse v. Schmidburg.


1836/43
Ljubljana, 9. marec 1836


33.

Frau Gräfinn Weichard von Auersperg ist gestern aus Fiume hier angekommen.

Heute ist Gesellschaft bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur und Morgen Donnerstags soll die Oper: Norma zum Vortheile des Sängers Stolte gegeben werden.

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Der Umstand daß der Theater Unternehmer wegen nicht bezahlten Gagen mit den Schauspielern in Uneinigkeit lebt, welche demselben aus diesem Anlasse den Gehorsam versagen, kann eine Wochen-Theater-Austheilung nicht gegeben werden.


1836/44
Ljubljana, 10. marec 1836


34.

Gestern ist Graf Xavier von Auersperg mit seiner Gemahlin und Sohn von hier nach Großdorf abgereist.

Heute wird endlich die Oper Norma zur Aufführung kommen.

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Heute ist Gubernial Sitzung; S e Excellence der Herr Gouv. sind nach 9 Uhr in’s Landhaus – dießfalls gefahren.


1836/45
Ljubljana, 11. marec 1836


35.

Der Baron Karl Schweiger (Ruppertshofer Familie) dermalen Unter Lieutenant von König von Preußen Husaren, ist gestern hier angekommen. Seine Mama , die Frau Gräfin ist mit Fräulein Louise im Augenblick in Ruppertshof –, soll jedoch heute nach Laibach rückkehren.

Da das Namensfest S r Excellenz des H. Gouverneurs den künftigen Samstag fällt, wird heute 8 Tage, den 18 ten d. M. die Philharmonische Gesellschaft – Hochdemselben im Deutschen Ordenssaale ein Concert geben.


1836/46
Ljubljana, 11. marec 1836


Schnelle Abreise von hier hatte ich gestern nicht vermuthet; als ich vor 4 Uhr ins Haus gekommen, fand ich den Wagen Eure Excellenz nicht mehr. Mein Herz dachte eine recht glückliche Reise und eben so glückliche Ankunft in Lustall; die ganz sicher so glücklich zurück gelegt worden seyn wird.

Gott erhalte Eure Excellenz ! Ich bitte um fernere Gnade, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 11 Maerz

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/47
Ljubljana, 12. marec 1836


36.

In der sichern Anhoffung, daß Ihre Excellenz die gnädigste Frauen Gräfin über den Sonntag in Laibach verweilen werden, habe die Gelegenheit bei der gestern erfolgten Abreise von hier –versäumt, mich Ihrer Excellenz Gnade anzuempfehlen, und meine Aufwartung nicht machen können, weshalb um gnädige Nachsicht bitten muß.

In Bezug auf S e Erlaucht H. Feldmarschall Lieutenant Grafen von Leiningen , muß ich beifügen, daß Hochderselbe die Geheim Raths Würde nicht begleitet.

Gestern soll ein kleines Soirée bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur aus Anlas des kommenden Namensfestes des Fräuleins Mathilde – gewesen seyn.

Am 14 ten d., das ist Montags den 14 ten , ist das Namensfest der Leztern, und der Comtesse Mathilde von Welsperg.


1836/48
Ljubljana, 13. marec 1836


37.

Gemäs gestern im Deutschen Hause allhier, eingetroffener Nachricht, werden S e k. Hoheit der EH und Großmeister Maximilian am 17 ten , 18 ten oder 19 ten d. M. in Laibach ankommen, einen Tag sich hierorts aufhalten, und dann weiter reisen. S e k. Hoheit sind gestern von Wien abgereist, gedenken sich aber in Wiener Neustadt , und in Gratz – unbestimmt wie lange an jeden Orte –, aufzuhalten –, weshalb der Tag der Ankunft in Laibach nicht bestimmt festgesezt werden konnte, und auf einen oder den andern der oben benannten Tage, beiläufig ausgesetzt worden ist.

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Gestern ist die Oper Norma wieder bei vollen Hause gegeben worden.


1836/49
Ljubljana, 14. marec 1836


38.

Künftigen Montag den 21 ten dieses Monats wird die hierländige Landwirthschafts Gesellschaft die Frühjahrs-Versamlung halten, wozu S e kais. Hoheit der durchlauchtigste EH. Johann ganz sicher hieher zu kommen, zugesagt haben, und demnach hier ganz gewies erwarte werden. Es könnte leicht möglich seyn, daß die beyden durchlauchtigsten EH. Johann und Maximilian zugleich hieher kommen dürften. – Bekanntlich hat die Landwirthschafts Gesellschaft im Augenblick gar keinen Präsidenten, und die Versammlung wird unter Vorsitz des Alters Präsidenten, des Gubern. Raths und Kreishauptmanns Flug erfolgen.

Nächsten Donnerstag wird wegen des Samstags einfallenden Namensfestes S r Excellenz des H. Gouverneurs , bei Hochdemselben große Aufwartung seyn.

Gestern war der Besuch beym Heil. Grabe nicht zahlreich.

Morgen Dienstags wird im Theater Norma gegeben.


Herr Graf Salis von Blagai ist noch nicht hier angekommen.

Noch immer ist für S e Erlaucht Herrn FML Grafen von Leiningen keine Wohnung ermittelt.

Herr Graf von Barbo ist mit den beschädigten Arme in der Besserung.

Gestern war große Gesellschaft bei H. Grafen v. Welsperg ; heute ist der Namenstag der Comtesse Mathilde von Welsperg und Baronesse Mathilde v. Schmidburg.


1836/50
Ljubljana, 15. marec 1836


39.

S e kaiserl. Hoheit dem EH Johann erwartet man am Sonntag den 20 ten d. M. hier; wegen S r königl. Hoheit dem EH Max ist bis izt Seiner hiesigen Ankunft wegen, keine Abänderung noch gekommen.

Wie man hört, ist nun für S e Erlaucht dem Herrn FML Grafen von Leiningen bei Aichholzer die Wohnung, aber gegen einen Zins von jährlichen 1000 f CM ausgemittelt worden.

Gestern war das Casino ziemlich stark besucht; verhältnißmäßig jedoch waren mehr Herrn als Damen. Das To[m]bolla Spiel hatte anziehende Beste. Das Blatt wurde ohne Beschränkung zu 10 xr CM abgegeben. Im ersten Spiele gewannen:

Ambo … Eine Damen Schnalle oder Schlüssen von Bronze. Drey Theilnehmer. Nach der Loosung blieb selbe den Husaren Lieut. Carl B r Schweiger.

Terno … Ein gelb laquirter Brodkorb von Blech. Zwei Theilnehmer. Nach der Loosung H. B r Leopold v. Lichtenberg.

Quaterno … Ein Lichtschirm, von mattgeschliffenen Beinglas, worauf die Stephanskirche in Wien gemahlt, in einem schwarz pollirten Gestell; erhielt die Frau des Gubern. Kanzlisten Pietsch, geborne Lepuschitz.


Cinquin … Eine kleine Stockuhr von weißer Plattirung und derlei Gestell. Erhielt H. Graf Coronini Vater, nachdem derselbe schon mit Ambo, Terno und Quaterno Theilnehmern früher fruchtlos gelost hatte.

Tombolla … Ein Port Feulle mit hölzern schwarz pollirten, mit Metall eingelegten gelben Verzierungen versehenen Deckeln, in Format eines Bogen Papiers groß.

Der junge Recher, so bei der Polizei Direction praktizirt, erhalten.

Im zweyten Spiel :

Ambo … Ein Zigaren Etui mit einem innen gelegenen Zigaren Mundstück. Verpflegs Assistent Dirnbeck.

Terno … Ein hölzern braun pollirter Karten- oder Briefträger in Form eines Fächers mit einem Postamentl. Drey Theilnehmer. Nach der Loosung H. Graf Benedict von Auersperg auf ein, durch Frau Gräfin Weich: von Auersperg besorgtes Blatt.

Quaterno … Ein Arbeits Korb oder Kasten ohne Deckel, vom Poppendeckel, die Vorderseite mit – vom Wolle gestickten Dessein , an einem rothen Band. Dem bürgerlichen Handelsman Ceschko zugekommen.

Cinquin … Eine hohe Tischlampe mit Oehllicht zu brauchen. Der junge Recher; Praktikant bey der Polizei Direction.

Tombolla … Eine recht sauber gearbeitete Kaffeemaschin von


Plattirung auf etwa 4–5 Schalen mit einer Wärmlampe von selber Gattung. Zwei Theilnehmer, nach der Loosung der Herr Oberst B r Rath erhalten.

Gegen 10 Uhr war geendet, und man trennte sich.

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Folgende 42 Serien Numern sind am 1 ten Maerz von den Rothschildischen Lotterie Anlehen vom Jahre 1820 gezogen worden: 23, 52, 62, 77, 79, 97, 103, 106, 114, 135, 145, 169, 205, 220, 228, 236, 266, 306, 313, 317, 345, 392, 421, 489, 502, 507, 518, 527, 533, 534, 545, 553, 555, 581, 602, 684, 753, 762, 770, 785, 795, 798.

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Herr Graf Coronini hat die gewonnene Uhr der Frau Gräfin Anton v. Thurn verehrt, und diese machte mit den jungen Recher damit einen Tausch gegen das, durch diesen gewonnene Port Feulle.

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Herr Graf von Hohenwarth ist vor einigen Tagen nach Raunach gereiset, und nahm den Custos des Museums mit sich. In Folge der Ankunft S r kais. Hoheit des EH Johann war S e Excellenz der Herr Gouverneur


veranlaßt , den Custos mit Estaffette zurück zu rufen.


1836/51
Ljubljana, 16. marec 1836


40.

Lezten Montag den 14 ten dieses waren die Familien S r Excellenz des Herrn Gouverneurs und H. Grafen von Welspergs in Rosenbach – allwo auch mehrere der jungen Herrn, theils zu Wagen, theils zu Pferd, theils zu Fuß sich eingefunden, und so Gesellschaft geleistet hatten. Die Fremden Anwesenden, waren alle bei dieser Kaffee Excursion.

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Seit 2 Tagen spricht man in der Stadt, daß der Herr General Merz als Brigadier nach Laibach kommen, doch verlautet nichts –, was mit den gegenwärtigen H. Brigadier geschehen soll!


1836/52
Ljubljana, 17. marec 1836


41.

Gestern Vormittags wurde Frau v. Kaltschitz mit den Sterbsakramenten versehen.

Frau Gräfinn von Hohenwarth und die weitere Gesellschaft, so gestern in Lustall gewesen, war um ¾ auf 7 Uhr hier in Ihren Wohnungen, angekommen.

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Gestern Abend war Gesellschaft bei Frau Sicard.


1836/53
Ljubljana, 18. marec 1836


42.

Gubernial Sekretär von Kreuzberg ist als ständisch Verordneter des Ritterstandes, von S r Majestaet bestättigt worden, und bleibt auch in seiner Anstellung als Gubern: Sekretär.

Graf Deym – Gubernial Concepts Practicant , dermalen beym Kreisamt zu Klagenfurth zugetheilt, ist Honorar Ritter des Maltheser Ordens geworden, befindet sich mit seiner Mama heute in Laibach , welche auf einer Reise nach Rom begriffen ist.

Ein neugebornes Kind wurde in Marienfeld unterhalb Kaltenbrunn, s. v. in Mist verscharrt, todt gefunden, welches durch Hunde ausgescharrt wurde, und von einer verunglückten Magd – dahin verscharrt worden ist.

Lezten Sonntag ist eine Weibsperson in die Laibach


gestürzt oder gefallen, wurde jedoch noch nicht vorgefunden.


1836/54
[Ljubljana, 22. marec 1836]


Das Casino war gestern äußerst zahlreich besucht; ohne Zweifel deshalb, daß man glaubte, S e kais. Hoheit der EH Johann oder doch die Frau Bar. von Brandstadt , werde dahin kommen. Zur Tombolla war das Blatt á 10 xr ohne Beschränkung abgegeben worden. Im ersten Spiel gewann:

Ambo … Eine weiß Porzulaine kleine Taze mit Goldrand in Muschel Form.

Sieben Theilnehmer; nach der Loosung fiel es der Baronesse Fanny v. Schmidburg zu.

Terno … Eine Spielmarken Garnitur ; vier braun pollirte mit Marken versehene Kasteln mit einer derlei hölzern Tazen und Stahlhenkeln.

Frau Baron Franz Lazzarini auf ein für den Herrn Gemahl besorgtes Blatt.

QuaTerno … Eine sehr niedlich geschnitzte gelb pollirte Damen -Cassette mit Schloß.

Der Mauth Oberamts Controllor v. Riebler.

Cinquin … Eine Meerschaumpfeiffe mit Silber beschlagen, mit einem laquirten Rohr und Hornmundstück.

Erhielt Frau B r von Zois geborne Gräfin Aichelburg.

Tombolla … Eine silberne Kaffeeschale, nämlich Obersatz und Teller, kalt vergoldet, der Henkel von Bein, wurde für 20 f CM erkauft.

Herr Graf v. Saurau auf ein, durch Frau B r v. Codelli Mutter – besorgtes Blatt.

Im zweyten Spiele erhielt

Ambo … Ein Schwerstein von pollirten Marmor mit einem


Griff von Bronze.

Drey Theilnehmer, dabei Baronesse Fanni von Schmidburg ; nach der Loosung erhielt die Fräule Fani Pasquali den Gewinn.

Quaterno … Gläserne, brillant geschliffene zwei Leichter.

Comtesse Pepi von Thurn.

Terno … Eine hölzerne schwarz pollirte mit Violack verzierte Büchse zum Verwahren des Tabacks.

Oberst Lt v. Seppenburg.

Cinquin … Ein Paar goldene mit kleinen Vergießmeinnicht – verzierte Ohrgehänge; sehr leicht. –

Frau Fabriotti.

Tombolla … Eine kleine Stockuhr, welche Stunden schlägt, mit bronze Zifferblatt, doppelten Perpentickeln, unter einem Sturzglas und zu leztern gehörigen hölzernen Gestell.

Herr Fabriotti erhalten, nach Loosung mit einem Zweiten.

Es war halb 10 Uhr, die Gesellschaft trennte sich, da weder der Erzherzog noch die Frau Bar: v. Brandstadt gekommen waren. – Indessen, ehe die Wagen und Bedienten ankamen, gab Jemand! [označeno z zvezdico, na dnu pripisano Herr B…ch ] eine Tombolla der jungen schönen Welt – mit Gewinnsten von Zuckerwerk, und mit einen gebratenen Kapaun zur Tombolla, welches recht sehr unterhielt.


1836/55
Ljubljana, 23. marec 1836


44.

Frau Gräfin Ant. von Schweiger ist mit Ihrer Familie heute nach Ruppertshof abgefahren.

Frau von Rosenthal ist mit H. Gemahl heute Morgens nach Triest abgereist.

Heute Morgens war bei Frau Baron Codelli – Mutter, bei welcher Frau Baron Mac-Neven in Abwesenheit Ihres H. Gemahls wohnt, aus Anlaß des heutigen Namensfestes der Leztern, Harmonie -Musick.

Gestern war über die zum Gouté der Frau Gräfin v. Welsperg eingeladene Gesellschaft, ein großer Zulauf nach Rosenbach, weil auch die türkische Musick des Regts. dahin gekommen war, und mehrere Stücke spielte.


1836/56
Ljubljana, 24. marec 1836


45.

Die gestern erwähnte Morgen Musick war nicht im Fürstenhof der Frau Baronin Mac-Neven , sondern im Hause darneben, dem H. Grafen Barbo gewidmet, dessen Geburtstag gewesen seyn soll, und aus diesem Anlasse einige H. Officiers die Harmonie Musick des Regmts. dahin brachten, und während dieser, – die Pfeiffen dämpfen ließen.

Gestern war das Theater ziemlich voll. Die ganze Oper wurde ruhig angesehen; nur wenige Bravo’s wurden der Hanal zu Theil, sonst gar keine enthusiast ische Regung! – Nach beendigten Stücke gieng die Curtine in die Höhe, und die zwey Mädchen – Kinder Madame Ney’s kammen vor, um mit einigen stamelnden Worten zu ihren heutigen Benefice einzuladen, welche Anonce ganz gleichgültig aufgenommen wurde.

Der Herr Fürst Bischof Mayer ist gestern Nachmittags von hier nach Klagenfurth rückgekehrt.

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Wie zu hören, wird Samstags den 26 ten d. die Stumme von Portici wieder gegeben, und nach Ostern das Theater noch nicht gleich geschlossen werden.


1836/57
Ljubljana, 25. marec 1836


46.

Am Mittwoch – Nachts wurde der Baronesse Gabriele von Zois – eine Nachtmusick gebracht, welche von 11 bis halb 1 Uhr dauerte, und viel Volk herbeizog. Gestern war derselben Namensfest.

Auch gestern gab man wieder eine Jausen in Rosenbach.

Gestern wurden einige römische Alterthümer, jedoch ohne Werth auf den Capuziner Platz, bei den Grundgraben zum Kasinobau –, aufgefunden; ein Stein bei 2 Schuh hoch, 3 Schuh im Quadrat , mit einer innern Oeffnung von 2 Schuh im viereck, und 1 Schuh Tiefe, war mit einem bei 4 Schuh lang und breiten andern Stein, vermauert oder verkittet, welcher als Deckel darauf gewesen. Die Oeffnung im Steine enthielt einige Flaschen, davon 2 unverstopft, voll Flüßigkeit, wie Wasser, dann ein Art Vase mit einer andern, minder flüßigen Substanz , – ferner 2 Lampen, davon eine gebrochen, einige kleine Rippenknochen; woraus man schloß, daß ein neu gebornes Kind darin begraben worden seyn mochte. Früher – aber auch gestern, fand man einige römische Kupfer- und eine derlei Silbermünzen, ein Fläschchen,


vermutlich Thränenfläschchen mit Henkel, und zwei irdene kleine Lampen.

Vor einigen Tagen soll man zwei Goldmünzen, etwas größer als Dukaten, ebenfalls dort gefunden haben.

Diese Gegenstände bestimmt man fürs Museum, und wegen diesen sind immer die grabenden Arbeiter mit vielen Neugierigen umstellt.


1836/58
Ljubljana, 26. marec 1836


47.

Frau Gräfin von Zois gab die Jausen vorgestern in Rosenbach.

Uibermorgen Montags überzieht die Familie H. Grafens Barbo – wieder aufs Land nach Unterkrain.

Montags ist im Casino Tombolla, und Dienstags die Lotterie für die Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt, bei Ihrer Excellenz der Frau Gouverneurin.

Gestern hat es mehrmalen, besonders Abends zwischen 7 bis 9 Uhr ziemlich stark, so wie in der Nacht von gestern auf heute geregnet. Alles erwartet, daß in Folge dieses warmen Regens, alles recht bald grünen wird.


1836/59
Ljubljana, 26. marec 1836 II


Bitte unterthänigst, meine Freyheit zu vergeben, daß ich zwey kleine Fäßchen, mährische Gurken zu verehren, welche mir ein Freund regal irt hat, deren ich jedoch gleichfalls zwei noch für mich habe. Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen läßt mich eine gnädige Aufnahme dieses kleinen Beweises meiner groß dankbaren Gesinnungen hoffen, deren ich mich für Eure Excellenz und der hochverehrten Familie gnädigen Wohlwollens , schuldig fühle, und mit diesen dankbaren Gesinnungen, indem ich um fernere Gnade bitte, und Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin, so wie der gnädigen Comtesse Hand küsse – bis zum Grabe mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

26 März 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/60
Ljubljana, 27. marec 1836


48.

Gestern Mittag kurz vor 1 Uhr hatten wir ein Gewitter; es donnerte mehrmalen, und blitzte und regnete; später aber nach dem Gewitter, nach abgekühlter Temperatur – fiel ziemlicher Regen und Schneepflocken, welche aber durch den Regen aufgelößt worden waren, daher vom Schnee gar nichts sichtbar wurde.

Nachdem die auf den hiesigen Kastellberge im Gebrauch befindlichen mettallenen Kanonen schon sehr unbrauchbar sind, hat man zu Maria Zell neue eiserne güssen lassen, welche dieser Tage angekommen sind, und nächstens probirt werden sollen.

Freytags war bei Frau v. Sicard ein kleines Soirée ; die Familie Grafen Richards v. Blagai und Grafen von Barbo . Die Gesellschaft bei Grafen v. Welsperg war auch besucht.


1836/61
Ljubljana, 28. marec 1836


49.

Herr Graf Salis von Blagai ist Samstag Abends hier angekommen.

Herr Graf Barbo ist heute mit Familie nach Unterkrain von hier abgereist.

Auch die beyden Officiere B r Mladota mit den Unter Lieut. von Flug sind in der lezten Nacht von hier über Klagenfurth zu ihren Regimentern nach Böhmen abgereist.

In der Nacht von gestern auf heute – hat es, und zwar nach Mitternacht geschneyet, in diesen Augenblick 9 Uhr früh, sind die Dächer noch weiß, allein die vor einer Stunde noch beschneyet gewesenen Gassen schon schwarz; das Wasser rinnt von den Dächern.

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Gestern war kein Empfang bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur , weil Ihre Excellenz die Frau Gouverneu rin etwas unwohl waren, allein außer dem Bette blieben.


1836/62
Ljubljana, 31. marec 1836


52.

Aus der, am 1 ten Maerz d. J. in Wien statt gehabten Ziehung der rothschildischen Lotterie von den österr. Staats Anlehen des Jahres 1821 hat der hiesige Handelsman Bernbacher, auf ein Loos, welches derselbe von den verstorbenen Verwandten, Handelsmann Deschmann geerbt hatte –, den bedeutenden Betrag von 20.000 fr CM gewonnen. – Bernbacher ist ohnehin ein bekannt reicher Man allhier.


1836/63
Ljubljana, 1. april 1836


N ro 53.

Gestern hat man auf den Capuziner Platz einen steinernen Sargophag ausgegraben, welcher 5 ½ Schuh lang war. Man fand bei der Eröffnung desselben viel Erdreich darin, allein die Hauptknochen, so wie der rückwärtige Theil des Kopfschale lagen ganz in der Lage, wie der Körper eingelegt wurde; – doch fand sich außer diesen Knochen gar nichts vor. Zwar beim Durchwerfen der aus den Sarge geschaufelten Erde durch ein Sandgitter, waren 2–3 unbedeutende Glasscherben von Faschen entdeckt, welches jedoch ohne Bedeutung erscheint.


1836/64
Ljubljana, 2. april 1836


54.

Gestern morgens ist man beym Graben des Grundes für den Casino Bau, wieder auf eine Erhöhung gekommen, welche man als eine römische Grabstätte glaubte. Es wurde bestimmt, daß die Ausgrabung um 5 Uhr erfolgen solle. Um diese Stunde waren S e Excellenz der Herr Gouverneur und mehre Standes Personen erschienen, um die Alterthümer gleich besehen zu können. Es wurde die Erde abgegraben, eine behauene bei 4 Schuhe lange, 2 ½ Schuhe breite , Platte gefunden, welche bei 1 Schuh dick war; diese wurde in die Höhe gehoben, und – darunter! nichts – ! gefunden; man ließ noch an der Stelle nachgraben, allein es blieb – beym nichts. Mit der faßt allgemeinen Bemerkung des ersten Aprils ! – wurde der Schauplatz verlassen.


1836/65
Ljubljana, 3. april 1836


55.

Gestern Nachmittags konnten hier in allen Pfarreyen, so wie in der Domkirche – die Auferstehungs Processionen den Umgang außer der Kirche halten. Es war zwar etwas Wind, der das Gewölk schwarz und weiß und in mehreren Farben oberhalb umher trieb; es blieb aber doch eine solche gelinde Witterung, daß man im Frack gehen konnte, welches bis spät Abends anhielt. Nach Mitternacht scheint sich die Witterung geändert zu haben, denn beym Erwachen heute am Ostersontag fand man Dächer und Strassen, mit ziemlich viel Schnee bedeckt, und es schneyet im Augenblick 9 Uhr früh, noch immer. Während diesem Schneefall wurde man Morgens zwischen 5 und 6 Uhr durch Donner und Blitz aus dem Schlafe geweckt. Der Donner war etwas ungewöhnlich – deutlich brumend.


1836/66
Ljubljana, 4. april 1836


56.

Die Subscription für die Sängerinn Hanal ist doch zu stande gekommen; wenn auch nicht vollständig ihren Verlangen gemäß, wird sie dennoch für die Monate Mai – Juni – Juli und August 1836 –, jedoch erst bei ihrer Rückkehr im Herbste – entschädigt, und man kann nun annehmen, daß sie als erste Sängerinn für die nächste Theater Saiçon engag irt seye. Der Theater Unternehmer Funk behält für nächsten Winter auch noch das Klagenfurther Theater.

Gestern war Empfang bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur. Heute gibt S e fürstlichen Gnaden der Familie Blagai – Lazzarini (Männern) Dinér.

Heute ist Rittmstr. Baron Rechbach mit Frauen Gemahlinn nach Gratz , und der Fähnrich B r Elsner über Gratz zu seinem Regmt. nach Wien – abgereist.


1836/67
Ljubljana, 5. april 1836


57.

Ungeachtet das Wetter gestern nicht sehr günstig und es sehr windig war, auch das sogenannte Türkenloch bei St. Xtoph sehr voll Unflath gewesen, hat sich darinn eine große Menge Knaben eingefunden, welchen, wie alle Jahre am Ostermontage üblich, vom Volke, Apfel, Pomeranzen, und Lebzelten hinabgeworfen, und von den Knaben gierig aufgefangen worden seyn.

Delle Hanal hatte, wie anliegende Anonce zeiget, gestern eine musikalische Academie im Theater gegeben. Einige aus Opern gewählten Scenen wurden im Kostüm vorgetragen. Der Besuch war noch ziemlich stark, und die Vorträge sind gut ausgefallen.

Die Academie des Acteurs Wirsing wird gleichfalls im Theater seyn.


1836/68
Ljubljana, 6. april 1836


58.

Gestern gab Frau Gräfinn Cöcile von Lichtenberg den H. Grafen Salis von Blagai und dessen Angehörigen ein Dinér wozu noch einige Gäste vom Milit: geladen waren.

Gestern sollte auch in Rosenbach die Regts. Musick gespielt haben; es war aber ein unfreundlich, immer Regen drohendes Wetter.

Heute gibt der Sänger Wirsing im hiesigen Theater eine Academie.


1836/69
Ljubljana, 7. april 1836


59.

Die musickalische Academie des Sängers Wirsing hat zwar ziemlichen Zuspruch gehabt, ist jedoch elend exequ irt –, und daher unbefriedigt gefunden worden.

Frau Gräfin Wenzel oder Xaver v. Lichtenberg ist Willens, nächstens über Gratz nach Wien zu reisen.


1836/70
Ljubljana, 8. april 1836


60.

Jemand hat, als leztlich, nämlich am Ostersontage Schnee gefallen war, prophezeyt, daß noch 2mal Schnee fallen werde. Heute Morgens beym Erwachen sind wir abermal mit weißen Dächern und Schnee der Gassen, erfreuet worden, welches die Atmosphäre recht sehr abkühlte. Indessen ist im Augenblick – 10 Uhr früh der Schnee faßt ganz verschwunden.


1836/71
Ljubljana, 9. april 1836


61.

Der äußerst gefährliche Deserteur Koschier welcher vorgestern bei und zu Lustall zu stande gebracht worden ist, wurde schon gestern in das hiesige Regmts. Stockhaus abgegeben.


1836/72
Ljubljana, 10. april 1836


63.

Herr Hofrath Skrbensky dermalen beym Mährischen Gubernium , wurde Regierungs Präsident in Linz.

Herr Hofrath Chlumezki wird aus Zara zum Mährischen Gubernium übersezt.

Nach Zara respt. zum Dalmatiner Gubernium soll die Ernennung noch nicht erfolgt seyn.

Gestern war Abend-Gesellschaft bey Frauen Gräfinn von Zois.


1836/73
Ljubljana, 11. april 1836


64.

Die Abreise der Gräfinnen Anton Thurn und Xaver Lichtenberg – welche gestern erfolgte, und erstere direckte nach Wien und Preßburg, leztere vorläufig nach Gratz und später nach Wien reiset –, ist bekannt.

Herr Graf Salis von Blagai ist heute mit Eilwagen nach Wien zurück gereist.


1836/74
Ljubljana, 11. april 1836 II


Wollen den Trieb inniglichster Dankbarkeit gegen Hochderoselben, von mir hochverehrter Person, gnädigst genehmigen, und diese Zeilen eben so gnädig aufnehmen, womit ich mir die Freyheit nehme, Eure Excellenz für die bevorstehende Reise alles, so Hochdieselben nur immer erfreuen mag, nochmal anzuwünschen, nicht übergehen kann, nämlich, gutes Wetter, Entfernung aller Ungelegenheit während der Fahrt, und die glücklichste Ankunft in Wien. Der Himmel wolle auch geben, daß S e Majestaet unser allergnädigster Herr, das höchste Geburtsfest in bester Gesundheit vollbringen möchte, wie ich – der Kleinsten einer, von den vielen Millionen bester, treuester Herzen, innbrünstig wünschen, und von den himmlischen Allvater gewieß täglich erflehen, damit der himlische Seegen stets über den allergnädigsten Monarchen, wallte! – Der Herr


nehme auch Eure Excellenz in seinen allmächtigen Schutz, und geleite Hochdieselben wieder recht glücklich zu Hochderoselben verehrtesten Familie zurück, damit auch mir bald wieder das Glück zu theil werden möchte, Hochdenenselben persönlich die aufrichtigste Verehrung darbringen zu können, mit welcher ich bis zum Grabe geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

11 ten April 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/75
Ljubljana, 14. april 1836


65.

Baronesse Lori Codelli ist an rheuvmatischen Zustand erkrankt, – es mußten Bluteeggel appliciert worden.

Der jüngere Sohn des franz. General Lieuts D’Autichamp , der Blonde, ist an einer Lungenentzündung erkrankt –; es mußte ihn Ader gelassen worden. Nun heißt es sein Umstand ist ins Nervenfieber übergangen.

Die Frau des Gubern: Concipisten Adolph Kappus geborne Franz – ist verwichene Nacht von einen starken gesunden Knaben entbunden worden.

Herr Gubern. Rath D r Kogel gehet es besser.

Die Frau des Professors Petruzzi – ist gestorben.

Herr Graf mit Frau Gräfin von Saurau werden Samstags den 16 ten d. M. von hier nach Gratz reisen.

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gedenkt in künftiger Woche nach Schwarzenbach abzureisen.

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Baron Mac Neven ist noch nicht aus Wien rückgekommen.


1836/76
Ljubljana, 16. april 1836


66.

Der Herr Gubernial Secretair v. Jacomini ist aus Kärnthen hier angekommen; auch ist dessen Pension irung mit den halben Gehalt – beim hiesigen Gubernium eingelangt, und von der hohen Hofkanzlei intim irt worden, daß das weitere Gesuch, um den Gubern: Raths. Characteur und ganze Pension –, S r Majest. dem Kaiser unterbreitet worden seyn.

Herr Graf von Saurau mit Frauen Gemahlinn sind heute Morgens nach Gratz abgereist.

Das Ableben der Frau des Professors Petruzzi bestättiget sich nicht; – allein die Frau des bekannten Musick Meisters Mascheck ist an der Auszehrung dem Tode nahe. – Gubern: Rath D r Kogel geht zeitweis aus dem Bette.

Der Sohn des franz. Generals D’Autichamps – soll sich etwas besser befinden.

Auch Baronesse Lori von Codelli gehet es besser.


1836/77
Ljubljana, 17. april 1836


67.

Gestern hat man beym Grundgraben des Casino -Gebäudes auf den Congress Platz ein ächt römisches Stück gefunden, nämlich, eine männliche Figur bei 4 Schuh hoch von Bronze, und wie man spricht – soll solche vergoldet seyn. Diese Figur soll auch ganz in römischen Costüme dargestellt, dabei auch eine Säule nebst zu leztern gehörigen Capital aufgefunden worden, und wie übrigens der Terrain , wo der Fund geschehen, zeiget, soll die Stelle dort mit Marmorplatten belegt gewesen seyn, wo die Statue aufgestellt war. Letztere ist sogleich ins Landes Museum übergeben worden.

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Für Dienstag als den allerhöchsten Geburtstag S r Majestaet des Kaisers, wird um 5 Uhr früh Tag Re-


vaille mit türkischer Musick, welcher mit den ersten Canonen Schuß, deren 101 abgefeuert werden –, beginnt, dan um 10 Uhr Hochamt in der Domkirche, wobei eine Divis: die Salven gibt, die jedesmal 24 Kanonenschüsse begleiten, um 1 Uhr Dinér bei S r fürstlichen Gnaden dem H. Bischof, um 5 Uhr türkische Musick in der Congress Allee, endlich um 8 Uhr ein Ball bei S r Excellenz dem H. Gouverneur zum Beschluß des Tages bestimmt, und statt finden.


1836/78
Ljubljana, 25. april 1836


Glückliche Ankunft in Wien und eben so glücklich zurück gelegte Reise, war mir eine sehr erfreuliche Nachricht, welche ich von Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin erfuhr; der Himmel verleihe eine so glückliche Rückkehr. Ihre Excellenz die Frau Gräfin und die gnädige Comtesse waren am 18 ten d. hier angekomen, hatten den Balle am 19 ten bei S r Excellenz dem H. Gouverneur beigewohnt, und sind am 21 ten nach Lustall wieder zurück gekehrt, da Sie auch den Casino Ball am 20 ten mitgemacht hatten. Was sehr erfreulich war, daß Ihre Excellenz die gnädigste Frau Gräfin, so wie die gnädige Comtesse recht munter und vergnügt waren. Am 18 ten April als am Vorabend des höchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers war die Stadt Laibach beleuchtet, es war türkische Zapfenstreich, welchen faßt ganz Laibach unter vielen Vivat’s folgte, und bis Mitternacht viel Volk auf den Strassen sich herum trieb. Die bürgerlichen Schützen gaben an diesem Abend ein Nacht-Bestschüssen, und am Morgen des 19 ten , weckten die erfreueten Einwohner Laibachs die 101 Kanonenschüsse vom Kastellberge, während welchen die Regmts. Musick die Strassen der Stadt mit Musick durchzog. Um 10 Uhr pontific irten S e fürstl. Gnaden der Herr Bischof beym feyerlichen Hochamt, die Kirche war überfüllt von Menschen, eine Division von Hohenlohe gab die Salven während des Hochamts, welchen jeden 24 Kanonenschüsse vom Kastellberge folgten. Um 1 Uhr war Dinér beym H. Fürst Bischof von 50 Gedecken, die jedoch nur 45 Gäste besezten. Der Toast auf S e Majestaet und des durchlauchtigsten Kaisershauses Wohl, war von 24 Kanonenschüssen begleitet; Abends war um 8 Uhr Soire tansant und Souper bei S r Excellenz dem H. Gouvern. , wobei eine zahlreiche glänzende Gesellschaft erschien, und welche sich bis nach 3 Uhr Morgens


unterhielt. Es sollte um 5 Uhr Nachmittags auf den Congress Platze, türkische Musick seyn, der Regen, zwar nicht bedeutend –, hinterte dieses. Der Casino Ball am 20 ten war auch viel besucht, und dauerte bis 3 Uhr früh. Am 21 ten machte eine Gesellschaft, welche sich zur Zeit, als H. Graf Barbo den Arm gebrochen, bei demselben gewöhnlich versammelt hatte –, eine Perutschat nach Stein in 13 Equipagen ; am 22 ten reiste Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg nach Schwarzenbach , und Graf Barbo nach Unterkrain, nämlich Letzterer nach Grosienbach. – Der Herr Fürst Bischof begab sich am 23 ten wegen kirchlichen Functionen ebenfalls nach Unterkrain, und H. Graf v. Stubenberg mit Frauen Gemahlin trat seine Reise nach Gratz, Muregg und Wien – den 24 ten an. – Am 16 ten April ist beym Graben des Grundes zum Casino Gebäude ein ächt römisches Stück gefunden worden, welches eine 4 Schuch hohe mänliche Figur von Bronze, und vergoldet ist, mit getheilten Haare, einem Mantel angelegt, darstellet nach Vermuthungen unserer Historiker, den römischen Kaiser.

Ein Schaden ist dabei, es fehlt nämlich eine Hand, die entweder izt beym Ausgraben, oder schon ursprünglich beym Eingraben, gestohlen worden seyn mochte, und noch nicht eru irt werden konnte. – Ein Theil der Säule vom Sandstein worauf die Figur gestanden, war dabei, auch das Capitol der Säule gefunden, Lezteres mit der Figur ins Landes Museum gegeben worden. Die Figur soll ziemlich stark vergoldet seyn, und ist im Museum schon aufgestellt. – Gestern den 24 ten rückkehrte Rittmeister Bar. Rechbach mit seiner Frauen Gemahlinn gebornen Gräfin Thurn von Gratz hieher, werden aber nächstens sich nach Kreutberg übersiedeln. Der Concipist Eduard v. Grimschitz ist an Gedärmentzündung gefahrvoll erkrankt. 32 Bluteggel wurden ihn auf den Bauch gesezt, nun ist er seit 3 Tagen außer Gefahr. Auch der jüngere Sohn des franz. Generals D’Autichamp war an einer Lungenentzündung erkranket, und sehr in Gefahr, ist jedoch ebenfalls gerettet, und in Recon-


valescenz. Bald wird uns alles verlassen, und sich auf das Land begeben. Seit paar Tagen ist das Wetter sehr warm, ja man kann sagen heiß, und beständig; denn es pflegt in Laibach auf einen schönen Vormittag, immer ein windiger Nachmittag zu folgen, welches dermalen der Fall nicht ist, und selbst die Abende sehr angenehm, ohne Wind sind, daher viel promen irt, und das bekannte Rosenbach viel besucht wird. – Ich wünsche inniglich, daß auch Eure Excellenz recht angenehmes Wetter, und alles nach Hochderoselben Wünschen haben, und recht gesund, gestärkt, und wohlbehalten – zu uns rückkehren möchten. Der Himmel wird Eure Excellenz in seinen Schutz nehmen, und Hochdieselben uns wieder glücklich zurück führen. Gott erhalte Eure Excellenz viele Jahre; geharre mit aller Verehrung und Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den 25 ten April 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/79
Ljubljana, 26. april 1836


73.

Künftigen Sonntag den ersten Mai wird des Nachmittags Tivoli eröffnet werden. Es wird dort die türkische Musick des Regiments Hohenlohe spielen.


1836/80
Ljubljana, 27. april 1836


74.

Heute fuhren Herr Graf von Hohenwarth mit den Bolz ischen, dann Frauen Gräfin von Hohenwarth , mit Frauen Gräfin von Blagai und deren Fräulein’s Schwestern, dann H. Graf von Blagai mit H. Canonicus Crisoni nach Groß Gallenberg und Gerlachstein – in drey Equipagen um 8 Uhr von hier ab.


1836/81
Ljubljana, 28. april 1836


75.

Vermög Agenten Bericht wird Herr General Sivkovich nach Triest übersezt und Herr General Pirquet kommt als Brigadier nach Laibach.

Bei jeden Landwehr Bataillon werden 2 Compagnien aufgelöst und beurlaubt. Die ungarischen Reserve Divisionen werden ebenfalls aufgelöst und das Offes. Avancement eingestellt.

FML B r Wernhard erhielt das Chevaux legers Regt. Gr . Alberti , welcher Leztere unlängst gestorben ist.


1836/82
Ljubljana, 30. april 1836


76.

Gestern Freytags war Früh angenehmer Sonnenschein, allein Nachmittags regnete es mit Unterbrechungen, zu lezt um 6 Uhr war ein großer Gußregen; später schien der Mond recht rein.

Heute Morgens ist es sehr trüb. Es scheint, daß morgen kein schöner, erster Mai seyn wird.

Frau v. Mallowetz ist – wie es die Passanten Liste der Laibacher Zeitung gab, bereits nach Wien abgereist. Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern von Schwarzenbach zurück gekommen; Er sagt, daß es in Unterkrain gar nicht, während es bei uns seit Montag mehrmals geregnet hat.

Die Wittwe des Professors Sicherl – Schwester des guten Predigers Füster, welcher izt Son- und Feyertags Prediger zu Triest ist – ist gestorben, und hinterläßt 3 Waisen, 2 Mädchen, 1 Knaben, in noch zarten Alter, welche die Mutter und die lebenden Geschwister der Verstorbenen


nun werden versorgen müssen, da die Verstorbene gar nichts hinterläßt.

Der junge Zur – Cadet bei Hohenlohe , ist im Regt. Fähnrich geworden; ein großes Glück für den jungen Menschen, da die Verordnung, womit das Avancement gänzlich eingestellt werden soll, stündlich erwartet wird. –

Die B r Elsner sche Familie ist in die neu gemiethete Wohnung auf den alten Markt N ro 20, in jenem Hause, wo H. Bar. Flödnig gewohnt, jedoch im ersten Stock überzogen. Ihre bisherige Wohnung im Thurn ischen Hause, bezieht Frau von Coppini.

Der Herr Oberst B r Rath soll auch heute die Wohnung im Thurn ischen Hause beziehen, und Graf Wolfgang v. Lichtenberg wird die Wohnung desselben im Hoineggischen Hause nehmen.

Baronesse Lori v. Codelli ist schon ausgegangen.

B r Grimschitz gehet es besser.

Frau Gräfin v. Welsperg hat Donnerstags schon wieder


Besuche empfangen.

Herr Graf Saurau mit Frau Gräfin werden aus Gratz rück erwartet.


1836/83
Ljubljana, 30. april 1836 II


Wollte ich ergebenst fragen, ob es gefällig wäre – zwei Pfund von den bekannten Gratzer Zwieback, nämlich von der kleinern Gattung das ℔ á 30 xr CM – zu nehmen. Ich habe einige Pfunde wieder aus Gratz kommen lassen. Küsse ergebenst die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

30 ten April 1836

unterthänigster

Franz Hptm.


1836/84
Ljubljana, 2. maj 1836


78.

Der gestrige 1 te May war sehr kühl und faßt den ganzen Tag mit Regen – vergangen. Etwa 18 junge ledige Herrn und Beamte haben sich in Tivolli zu einem Dinér vereinigt, um dort den gestrigen ersten Mai zu celebri ren.

Der heutige Tag, der zweite Mai , ist wohl etwas Sonnenschein, allein dennoch kühl, windig und daher unangenehm. In Folge des gestrigen Regens die Strassen, und die Gassen der Stadt sehr kothig.

Frau Gräfin Palavicini ist auf Besuch bei Ihren H. Sohn, hier angekommen.


1836/85
Ljubljana, 13. maj 1836


83.

S e Fürstlichen Gnaden der Herr Bischof ist gestern Nachmittags zu kirchlichen Functionen nach Oberkrain von hier abgereist.

Den gestrigen Bericht wird nachgetragen, daß König Carl X nicht das Graf Coronini sche – sondern Graf von Attems -ische große Palais zu Görz beziehen solle.

Es heißt, das Grenadier Bataillon Boccolari welches nach Gratz bestimmt gewesen, und bei welchem die Grenadiere von Hohenlohe sind, werde nach Görz disloc irt werden, weil in Gratz zu der Unterbringung desselben, kein Locale vorhanden ist.

Von der Parthie nach Groß Gallenberg ist nichts zu hören.


1836/86
Ljubljana, 16. maj 1836


84.

Gestern ist der erste Laibacher Eilwagen früh 10 Uhr in Gemeinschaft mit den Triester – Wiener –Eilwagen, und mit erstern: der Herrschaftsbesitzer Terpins mit Frau; die Kaufman Aicholzer , der Uhrmacher Karinger nach Wien, die Handelsmansfrau Pisiack zu ihrer Tochter nach Gratz abgereist, und respt. abgefahren. Gemäs dieser neuen Einrichtung können nun von Laibach aus directe soviel Personen, als nur immer wollen, wöchentlich 2mal nach Wien oder Triest reisen, und es müssen soviel Kaleschen beigestellt werden, als für die fortzubringenden Personen nöthig sind. Es wird nach der gewöhnlichen Eilwagen-Fahrt-Taxe, bezahlt.

Es dürfte aber ein anderes Beförderungsmittel hier Landes in Gebrauch kommen. Man hört, daß mehrere hierländige Postmeister bei Behörde Einlagen gemacht haben, Eilfahrten nach verschiedenen Gegenden Illyriens (gleich jenen von Böhmen) einrichten zu dürfen, und dadurch entstünden allerdings


sehr viele und schnelle Communicationen.

Herr Graf v. Saurau mit Frauen Gräfin Gemahlinn und Frauen Gräfinn v. Dittrichstein sind gestern in Flödnig gewesen.

Gestern Nachmittags sahen Ihre Excellenz die Frauen Gouvern: Leute.


1836/87
Ljubljana, 19. maj 1836


85.

Gestern ist das, aus Italien nach Böhmen rückkehrende Landwehr Bataillon , ehehin Albert Gyulai – izt von Baumgarten Inf. Regmt. N ro 21 – hier eingerückt, hält heute hier Rastag.

Gegen Abend nämlich von 7 bis 8 Uhr produc irten die Trompeter dieses Bataillons , vor der Wohnung des H. Generaln v. Sivkovich einige Musickstücke, wozu sich viel Volk einfand.

Herr Graf von Thun mit Frau Gemahlinn, gebornen Freyinn v. Mladota – ist gestern früh nach Italien, weiter gereist.

Der Marionetten Besitzer Recardini gab gestern im hiesigen Theater die lezte Vorstellung; er wird ohne Zweifel nach Görz rückkehren, indem er zu Adelsberg einige Vorstellungen geben, und in Anhoffung eines Zuspruchs –, ohne Zweifel die Anwesenheit der Grottenfestes-Gäste, benützen will.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sind gestern Abends von Vellach hier zurück – angekommen.

S e fürstlichen Gnaden, der Herr Bischof sollen Morgen Freytags Mittags hier zurück ankommen.

Die Familie Lazzarini (Papa) ist nach Weißenstein am Dienstags, die Familie Lazzarini Alois (Sohn) gestern nach


Zobelsberg aufs Land gezogen.

Der Professor Doller ist vorgestern hier gestorben.

In der künftigen Wochen wird das Chevaux legers Regmt. Kaiser – auf seinem Marsche aus Italien nach Ratkersburg – Laibach pass iren.


1836/88
Ljubljana, 20. maj 1836


86.

Die königl. spanische Familie gedenke, wie man hört, nach Inspruck zu übersiedeln. Es sollen bereits Abgesandte dahin abgegangen seyn, und wenn eine Unterkunft dort zu erlangen, wolle man dahin. Einige wollen sprechen, dieses geschehe aus Furcht vor der sich nährenden Cholera , indessen ist ja bekannt, daß die Familie schon fortan suchet, woanders zu unterkommen, wo man mehr Gemächlichkeit haben kann.

Von der Haushaltung des Herrn Feldmarschall Lieuts Grafen von Leiningen Erlaucht –, sind schon 3 weibliche und 1 männlicher Dienstboth hier – nebst vielen Kisten mit Einrichtungsstücken angekommen. Gestern sollten auch die Pferde kommen. Der Herr FML ist nach Westerburg in Reich – abgereist.

Frau Bar. Mallowetz ist mit ihrer Mama und Frau Schwester aus Wien hier eingetroffen.

Frau Hubenfeld ist gestern gestorben.

Gestern war bei Frau Gräfin Weichard Auersperg Tafel, woran die Mokritzer Graf Auersperg ische Familie, die hiesigen beyden H. Grafen v. Auersperg , B r Mladota, Graf Wolfg. Lichtenberg , der H. Oberst B r Rath etz. – theil genommen.

Gestern Nachmittags war nach 6 Uhren in Unterthurn (Laibacher Tivolli) türkische Musick; allein es stand ein recht finsteres


Gewitter am Horizont, und der vergieng vielen die Lust zum Spaziergange, weshalb wenig von der Laibacher Populus – von der musickalischen Gelegenheit profit irte. Dieses drohende Unwetter war auch Ursache, daß durch die Trompeter von Baumgarten Landwehr, der Zapfenstreich nicht exequ irt werden konnte. Gleichwohl kam nichts zum Ausbruch. Man hörte fernen Donner, es blitzte, allein Loco Laybach blieb verschont.

In diesem und den künftigen Monat werden folgende, aus Italien rückkehrende Truppen, Laibach passiren:

Am 25 Mai … 1 Division

'' 26 Mai … 1 '' – ''

'' 27 Mai … 1 '' – '' von Kaiser Chevaux legeres Regiment.

'' 31 Mai … 1 Bataillon

'' 2 Juni … 1 '' – '' von Bertoletti Inf. Regt. N. 15.

'' 4 Juni 1 '' – ''

'' 6 Juni … 1 '' – ''

'' 7 Juni … 1 '' – '' von Rothkirch Inf. Regt. N. 12.

'' 10 Juni … 1 Bataillon von EH Franz Ferdinand Inf. Regt. N. 32.


Die übrigen aus Italien in ihre Heumathen bestimmten Truppen werden ohne Zweifel über Klagenfurth pass iren.


1836/89
Ljubljana, 21. maj 1836


87.

Der Herr Fürst Bischof sind heute Mittags hier angekommen.

Die Grenadiere von Hohenlohe , anfänglich nach Gratz , dann nach Görz bestimmt, kommen izt wieder, wie ehehin – nach Triest.

Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist nach Grubenbrun übersiedelt.

Unverbürgten Gerüchten zu Folge, soll der H. Oberst Lieut. Maurer – Oberst geworden seyn.


1836/90
Ljubljana, 23. maj 1836


88.

Gestern waren acht arabische Hengste hier, welche aus Aegypten für S e Majestät den Kaiser gesendet werden; es sind – 3-4 jährige Thiere, auch sind zwey Stück überdieß für S e fürstlichen Gnaden den H. Obersthofmeister von Colloredo dabei – zusammen 10 Stück. Zwei Hofstalldiener mit Aushielfsknechten und 1 Araber ist in Begleitung. Die Thiere sind von mehreren Farben, Apfel-grau-Schimmel und Braune.

Herr Graf Ant. von Auersperg ist hier angekommen; man hört, er wolle nächstens eine Reise nach Parisund London unternehmen.

Auch Frau Gräfin Therese von Auersperg ist hier angekommen, und befindet sich zu Grubenbrunn bey der Mama.

Heute Nachmittag soll um 6 Uhr in Tivolli Musick, später ein kleines Feuerwerk seyn. Eine Seiltänzer


Gesellschaft und ein Ig. Kosack, mit einer Camera Obscura ist hier angekommen.


1836/91
Ljubljana, 24. maj 1836


89.

Der Seiltänzer produc irte sich gestern von 4 bis 6 Uhr in Tivoli größtentheils vor Handwerkern und den niedern Publicum , das sich ziemlich zahlreich einfand.

Seine Camera Obscura hatte gestern wenig Zuspruch.

Um 6 Uhr, als die türkische Musick des Rgts. sich hören ließ strömte alles nach Tivoli; es war eine sehr große Menge Volks, das dort hin und her wagte, aus allen Standen, der hiesigen Bewohner.

Hinsichtlich des Feuerwerks war es ein Irrthum. Nicht gestern in Tivoli, sondern in der Schüßstatt wird ein Feuerwerk am 29 ten oder 30 ten d. M. gegeben werden.

Herr Graf Anton von Auersperg ist mit Frau Schwester Therese von Auersperg heute schon wieder nach Unterkrain abgereist. Die Frau Gräfin siehet zu aller Bekanten größter Verwunderung, sehr frisch, gesund und roth aus, auch hinsichtlich des Körpers hat sie sehr zugenommen. – Von der Mariage , so man hier halb laut


bespricht, nämlich des Fräuleins Jacobine v. Flug mit den Ober Lieut: Schwarzenberg (Schwagers B r Ant. Zois) – glaubt Referent auch eine Erwähnung machen zu müssen.

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Morgen kommt die erste Division des Kaiser Chevaux legers Regt. aus Italien hier an; am 26 ten u. 27 ten dieses folgen die 2 andern.


1836/92
Ljubljana, 25. maj 1836


90.

Herr Graf von Hohenwarth ist gestern hier angekommen.

Herr Baron v. Spiegelfeld ist nach Wien abgereist.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg leidet an einen Rothlauf am Fuß, weshalb Selber das Bett hüthen muß; es ist aber die Hoffnung, daß in einigen Tagen Ruhe, sich das Uibel heben wird.


1836/93
Ljubljana, 27. maj 1836


91.

Gestern hörte man, daß für Ober Lieut. Schwarzenberg , welcher das Fräulein Jacobine v. Flug zu eheligen gedenkt, die vorläufige Bewilligung des Herrn Regiments Innhabers bereits eingelangt seye, in diese eheliche Verbindung zu tretten. Es muß jedoch – ehe die Vermählung wirklich statt finden kann, die Heuraths Caution pr 6000 f CM sicher gestellt, und dießfälligen Urkunden den hohen Hofkriegsrath eingesendet werden.

Frau Gräfin Ant. v. Thurn wird morgen von Wien hier rückerwartet.

Herr Graf mit Frau Gräfin v. Stubenberg gedenken zwischen 4 u. 7 Juni aus Wien – hier einzutreffen.

Künftigen


Montag, als am allerhöchsten Namensfeste S r Majestät des Kaisers wird in der Domkirche ein Hochamt gehalten, Abends in der Schüßstatt ein Feuerwerk abgebrannt werden.


1836/94
Ljubljana, 28. maj 1836


92.

Gestern Abend war aus Anlaß der Anwesenheit des H. Grafen Szapari Excellenz – bei Herrn Grafen von Welsersheim Gesellschaft.

Der bekannte Uhrmacher Karinger von hier, welcher vor Kurzen nach Wien gereist, ist dort verunglückt. Er hatte viele französische (Cylinder) Sackuhren mitgenommen, um damit etwas zu gewinnen, diese jedoch nicht verzollt, und muß deshalb denunc irt worden seyn, denn gleich an der Linie in Wien wurde er genau visit irt, und da man bei ihn 30 Stück derlei Uhren gefunden haben soll, und er den Strafbetrag von 1800 f CM nicht bezahlen konnte, wurde er arret irt, und soll nun eingesperrt seyn.


1836/95
Ljubljana, 30. (?) maj 1836


93.

Samstags war Abendgesellscha [ft … ]

heim und gestern Sonntags w [ar …]

Samstags Abends ist Frau Gräfin […]

Comtesse Tochter Lori aus Wien ange […]

Auch Bar. Franz v. Lazzarini war Samstag [s mit] Frau Gemahlin zur Stadt gekommen.

Gestern war etwas Sonnenschein allein dennoch sehr kühl; heute war ein trüber Morgen und um 10 Uhr regnete es.


1836/96
Ljubljana, 1. junij 1836


94.

Heute ist ein heiterer Morgen gewesen, indessen hat es doch auch schon geregnet. Trübe Wolken ziehen am Firmament, und entziehen uns die Sonne, die von Zeit zu Zeit in Vorschein kommt.

Die Spanische Familie wird noch in diesen Monat nach Salzburg übersiedeln.

General D’Autrichamp ist Willens mit seinen ältern Sohne nach Wien zu reisen; man hört, auch derselbe beabsichtige eine Umsiedlung von hier weg.

Da Montags wegen Regen das Feuerwerk nicht abgebrannt werden konnte, so dürfte es morgen oder Sonntags geschehen.


1836/97
Ljubljana, 3. junij 1836


95.

Ungeachtet des sehr ungestümmen, regnerisch – kalten Wetter von Mittwoch – war gestern ein herrlicher und warmer, ja sehr heiser Vormittag, daher die Frohnleichnahms Prozession in bester Ordnung und Glanz statt finden, und vollzogen werden konnte. Die 4 Altare waren wie gewöhnlich; das erste bei den Franziskanern, das zweyte bey der deutschen Kirche, das dritte bei der Jacobs Kirche, – das vierte am Rathhause. – Gleich nach beendeter Prozession ist das 2 te Baton von Bertoletti hier eingerückt, welches eine große Volksmenge auf den Congress Platz lockte.

Der französische General D’Autichamp ist mit seinem ältern (der großen) Sohne über Wien nach Prag gereiset. Auch der Herr Graf v. Szapari


Excellenz ist von hier nach Gratz rückgekehrt.

S. Excellenz der Herr Gouverneur war gestern, und schon früher unpäßlich im Bette –; Ihre Excellenz die Frau Gouverneurin war früher an einer Strauchen unwohl, hat aber gestern Nachmittags Besuche empfangen.

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Gestern Nachmittag regnete es einigemal, jedoch immer nur wenig, daher der Abend ziemlich angenehm gewesen.


1836/98
Ljubljana, 3. junij 1836


Wollen gnädigst meine hohe Verehrung – verbunden mit den freudigsten Gefühlen über Hochderoselben glückliche Rückkehr –, zu genehmigen geruhen, und meiner ergebenen Versicherung vertrauen, daß ich mich des Augenblicks unendlich freue, Hochdenenselben meine persönliche Verehrung darzubringen, bis wohin ich mich zu Gnaden anzuempfehlen wage, Ihrer Excellenz der


gnädigsten Gräfinn und der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und mit aller Verehrung ersterbe:

Eure Excellenz

Laibach den 3 ten Juni

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/99
Ljubljana, 4. junij 1836


96.

Das Feuerwerk, welches lezten Montag den 30 April 5 hier hätte statt finden sollen, soll, wenn es die Witterung zuläßt, morgen Sonntags in der Schüßstatt abgebrannt werden.

Die Mokritzer Graf Auersperg ische Familie, ist noch immer hier.

Näher eingezogener Erkundigung zu Folge, ist die Vermählung Fräuleins Jacobine v. Flug noch nicht so nahe. Es wird zugewartet, bis der Erwählte – Hauptmann wird, welches noch der Tour nach – in einiger Ferne ist, und hinsichtlich gegenwärtig eingestellten Avancements – noch entfernter wurde.

Die Frau Generalin v. Sivkovich mit ihren Jäger und den weiblichen Dienstbothen, ist heute nach Triest abgereist.

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Heute kommt ein Bataillon von Rothkirch Inf. N ro 12 hier ein.


1836/100
Ljubljana, 5. junij 1836


98.

Der geistliche Gubern. Rath Stelzich ist heute nach Wien abgereist.

Wie man hört, soll der Herr Fürst Bischof künftigen Freytag wieder zu Kirchen Visitationen nach Oberkrain verreisen.

Es ist bekannt, daß H. Graf und Frau Gräfinn v. Stubenberg gestern von Wien hier eingelangt sind.

Der Frau Wöchnerin B r v. Lazzarini gehet es gut, heute Nachmittags 4 Uhr wird der H. Fürst Bischof die Taufe vollziehen. Die verehrten Eltern werden Bathenstelle verrichten, und der Neugeborne Camillo getauft werden.


1836/101
Ljubljana, 7. junij 1836


99.

S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof werden Freytags wieder zu kirchlichen Functionen nach Oberkrain verreisen.

Herr Graf und Frau Gräfin von Blagai sind gestern aus Billichgratz zur Stadt gekommen, und rückkehren heute.

Frau Gräfin Mimi v. Blagai ist mit ihrer Comtesse Tochter Cinthi , welche an Kartar leidet, noch hier.

Frau Gräfin Seraphine v. Thurn leidet an einer sehr starken Strauchen.

Frau Baron Franz v. Lazzarini sammt den Neugebornen, befindet sich den Umständen angemessen wohl.

Herr Baron Ant. v. Codelli mit Frau Gemahlin sind gestern aus Triest in Unterthurn an der Laibach angekommen, und dort abgestiegen.

Gräfin Christine v. Thurn , Stiftsdame in Gratz, ist sehr krank, und man befürchtet stündlich die Todes Nachricht ankommen zu sehen.


Die französischen Prinzen werden von Wien über Villach nach Italien und Frankreich reisen.


1836/102
Ljubljana, 8. junij 1836


N ro 100.

Das Feuerwerk ist gestern endlich abgebrannt worden; es gab einige leidentliche Figuren, in der Hauptsache bestand es doch nur aus Raketten. Die Schluß Parthie war das Beste, und bei dieser allein gab es eine – obgleich nur eine kleine Fronte , die Brillant Feuer zeigte. – Gegen alle Erwartung war die Einnahme über 180 f CM , woran aber, wie man hört, der Theater Fond 1/5tel in Abzug nehmen will; es dauerte dieß kleine Specktakel weit über 10 Uhr hinaus.

Frau Baron von Lazzarini und Ihr Neugeborner, befinden sich wohl.


1836/103
Ljubljana, 9. junij 1836


101.

Gestern, als an Medardus war den ganzen Tag schönes Wetter, welches zu Jedermanns Troste gelangte.

Gestern starb der hiesige Kaufmann Osischeg – Schwiegersohn der Frau Alton an der Auszehrung.

Heute ist die Mokritzer Graf Auersperg ische Familie nach Haus von hier abgereist. Man hört, die Frau Gräfinn werde mit der ältesten Comtesse Tochter , dann in diesem Sommer das Karlsbaad in Böhmen besuchen.


1836/104
Ljubljana, 10. junij 1836


102.

Der Neugeborne Sohn Herrn Barons Franz v. Lazzarini ist diesen Vormittag gestorben, worüber die beyden Eltern, als auch die verehrten Großeltern und Verwandten großes Leid empfinden.

Wie man hört, gedenken S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof – Ihren Namenstag (Montags den 13 ten d.) in Krainburg zuzubringen.

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Der kleine Camillo litt an Kinnbackenkrampf.


1836/105
Ljubljana, 11. junij 1836


103.

S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof sind gestern Nachmittags nach Krainburg abgereist, werden sich heute bis Neumarkel begeben, morgen Sonntags dort function iren, Montags aber Ihr Namensfest in Krainburg zubringen, und am Dienstag nach Laibach zurück kommen.

Frau Gräfinn Mimi v. Blagai wird heute Nachmittags mit ihrer Comtesse Tochter wieder nach Weißenstein rückkehren, da Leztere schon hergestellt ist.


1836/106
Ljubljana, 11. junij 1836 II


Gnädiges Wohlwollen laßt mich vertrauend hoffen, daß Hochdieselben meiner unterthänigen Bitte gnädige Nachsicht schenken, und geruhen werden, der gütige Dollmetsch meiner Verehrung zu seyn, welche ich der gnädigen Comtesse aus Anlaß Hochderselben Namensfestes darzubringen und zu bezeigen, mir die Freyheit nehme, und der gnädigen Comtesse alles nur immer erdenkliche Gute, wünsche, so Hochdieselbe nur immer sich wünschen möge, verbunden mit der besten Gesundheit! – indem ich zugleich um ferner gnädiges Wohlwollen bitte, Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin und gnädiger Comtesse , die Hand küsse – geharre ich mit unbegränzter Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 11 ten Juni

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/107
Ljubljana, 12. junij 1836


104.

Der verstorbene kleine Camillo v. Lazzarini ist heute früh nach Flödnig überführt, und dort beerdigt worden.

Morgen soll der Herr General v. Pirquet hier ankommen, und der Herr General v. Sivkovich wird unverzöglich nach Triest abreisen.

Die Spanische königl. Familie – heißt es, wird noch in dieser Woche von hier nach Salzburg übersiedeln; man sagt, Donnerstags oder Freytags die Reise antretten.


1836/108
Ljubljana, 13. junij 1836


105.

Baron Talaczko wird qua talis zur Cameral Gefällen Verwaltung in Niederösterreich –, nach Wien übersezt.

Der Herr General v. Pirquet ist gestern Abend angekommen, und vor der Hand bei Malitsch abgestiegen.

Baron Vicktor v. Schmidburg und Baron Richard von Lazzarini haben Samstags die Leiche des kleinen Camillo v. Lazzarini nach Flödnig begleitet, welcher gestern früh halb 6 Uhr dortselbst beerdigt wurde.

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Gestern war Empfang bei S r Excellenz dem H. Gouverneur –; S e Excellenz waren jedoch nicht sichtbar.


1836/109
Ljubljana, 14. junij 1836


106.

Der Herr Fürst Bischof ist schon gestern Abend von Krainburg hier zurück angekommen.

Gestern angekommenen Nachrichten gemäs, ist der König Anton von Sachsen gestorben.

Was man alles hier von der Cholera spricht, ist ohne Grund. Die Gestorbenen sind Personen, welche gewöhnlich an Krämpfen leiden, und mit Genuß des Obstes die Mäßigkeit überschritten haben. Man sprach vom Tod nach 2 stündiger Erkrankung, indessen sich die Krankheit über 13 bis 15 Stunden zog, und allerdings ärztliche Hilfe auch zu spät gesucht worden seyn mochte.

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Baron Grimschitz gehet es heute etwas schlechter; derselbe geschwüllt an mehreren Körpertheilen, besonders an Füssen, daher man für ihn allgemein fürchtet.


1836/110
Ljubljana, 15. junij 1836


107.

Gestern sollen die beyden franz. Prinzen von Orleans und Nemours zu Zwischenwässern in Kärnthen in den fürst bischöflichen Schlosse übernachtet haben. Diese hohen Herrschaften dürften auf Ihrer Route mit Ihrer Majestaet der Kaiserin Maria Louise Herzoginn von Parma , auch mit S r Majestaet den König von Neapel – zusammen treffen, welch höchsten Herrschaften auf derselben Route dermalen in der Reise nach Wien begriffen sind.

Der Herr General v. Sivkovich ist heute von hier nach Triest abgereist. Derr Herr General v. Pirquet wird die Wohnung im Graf Vinzenz Thurn ischen Hause nehmen; die Frau Gemahlin und 2 Söhne sind mit hieher gekommen, 2 Töchter sollen zu Parma in einem Kloster in der Erziehung seyn.


1836/111
Ljubljana, 16. junij 1836


Vollkommen überzeigt, daß Eure Excellenz einige Nachrichten von unserm allergnädigsten Monarchen und von dem allerhöchsten Hofe wohlgefällig aufnehmen werden, habe ich mir die Freyheit nehmen wollen, Eure Excellenz anruhende in Eile freylich, niedergeschriebenen Zeilen mit dem Wunsche zu übersenden, daß Hochdieselben damit erfreut werden, und zugleich die Versicherung der hohen Verehrung zu genehmigen geruhen möchten, mit welcher mich zu zeichnen, die Ehre habe:

Eure Excellenz!

Laibach den 16 ten Juni 1832 6

ganz ergebener D r

Franz Hptmann.


1836/112
Ljubljana, 17. junij 1836


108.

Heute wird noch eine Division von Kaiser Chevaux legers auf den Marsche aus Italien, in Laibach einrücken.

Wegen den vielen Erkrankungen hier, wird außerordentlich viel gelogen, und es ist immer mehr Lärmen, als an der Sache ist. Allgemein wird erkannt, daß Unmäßigkeit, dann Gemisch mit sauern und süßen, und verspätete ärztliche Hilfe schuld ist, daß die Erkrankten nicht gerettet werden können. So ist die Mutter des Glockengießers Samassa gestorben, da Sie eine ziemlich große Portion sauern Sallat, darauf Milch Kaffee genossen, und obgleich ihr schon in der Nacht unwohl geworden, erst am Morgen den Arzt geruffen hatte. Ein Doctor soll erklärt haben, daß eigentlich nur erst 2 Personen an Cholera ähnlichen Symtomen gestorben sind.

Die königl. Spanische Familie wird erst Montag von hier abreisen.

Da Herr General Pirquet bereits ins Graf Vinzenz Thurn ische Haus eingezogen ist, war gestern Abend durch eine Stunde türkische Musick auf den Platz vor dem Hause.

Nachträglich des frühern Berichts, daß der Uhrmacher Karinger in Wien 30 franz. Sackuhren verloren, und zu 1800 f CM Strafe verurtheilt worden seyn solle, muß berichtigend angezeigt


werden, daß diese Angabe ebenfalls eine Lüge, und ihn nur 5 derlei Uhren abgenommen worden sind, davon er wohl noch eine zurück erhalten, dann nur 500 f CM von demselben bezahlet wurden, davon er auch noch etwas erhalten, dennoch – zwar für ihn immer ein Verlust, dieser aber nur auf 4 Uhren und etwa 400 f CM sich belaufen wird. Ein neuer Beweis, wie man die Sachen vergrößert, welche Stadtgespräche werden.

Ein Professor Pochobraczky der Geschwind Mahlerey ist hier angekommen, und wohnt im Hause N r 20 auf den alten Markt; wie anliegende Anonce zeigt.


1836/113
Ljubljana, 18. junij 1836


109.

Privatnachrichten aus Verona ist Ihre Majestaet die Herzoginn von Parma Maria Louise in dieser Stadt angekommen, und erwarte dort die beyden franz. Prinzen.

Hier in Laibach ist man mit den bekannten Uibel allerorten beschäftiget; es gibt viele Kranken, allein nirgend ist das Uibel in der bösen Gestalt, wie man es andern Orts beschrieben hat. Es sollen sich zwar bei 30–40 Erkrankungen, in 8 Tagen, 15 Sterbfälle ergeben haben, allein diese leztern waren größtentheils schon früher mehr oder weniger krank.

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Ein einziger gäher Todesfall soll vom Gub. Rath D r Kogel für das gefürchtete Uibel erklärt worden seyn.


1836/114
Ljubljana, 20. junij 1836


110.

Besondere Vorfallenheiten sind hier keine andern, als die bedauerungswürdigen Erkrankungen. Zuverläßigen Ergebniß gemäß waren bis Samstags den 18 ten d., an welchen Tage der 8tägige Termin gewesen, seit dem die Erkrankungen anfingen –, nur 23 Menschen in der Stadt und in den Vorstädten gestorben, welches bei einer Population von 16.000 Seelen, welche der Magistrat hier als Einwohnend angibt, nichts zu schreckliches wäre; – überdieß muß versichert werden, und ist vollständig erhoben, daß bei allen Abgelebten ein Verstoß gegen die Sanitäts oder Diaet vorschriften eingetretten ist. Erkühlung schadet vor allen außerordentlich, und ein mäßiger Schweiß ist sehr wohlthuend; daher sich Niemand entkleiden soll, der im Schweiß gerathen ist, und einem solchen anzuempfehlen wäre, so lange in den Kleidern zu bleiben, bis man darinn trocken geworden, und dann erst einen anderen Anzug zu nehmen kein Nachtheil wird. Der in Jahren vorgerückte Stras-


sen Comissair Gosani ist Samstags gestorben.

Gestern starb der Galantriehändler Kapretz und die alte Frau Albergetti; Kapretz war immer kränklich. Frau des pens. Taback-Gefälls Adjuncten Strangfeld ist an Nervenfieber krank, gestern mit den Sterbsakramenten versehen worden. Vorgestern Samstags war den ganzen Tag hindurch kein Kranker in das allgemeine Civil Spital abgegeben worden.

Frau v. Jacomini ist auch Samstags erkranket.

S. Excellenz der Herr Gouverneur waren einige Tage in Vellach, sind gestern Abend hier zurück angekommen.

Frau B r Franz v. Lazarini hat gestern Damenbesuche erhalten.

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In der Nacht vom Samstag zum Sonntag war ein Donnerwetter; doch hörte man nur einen Donner, der sehr heftig gewesen und auf der Karlstädter Vorstadt im Wirtschafts Gebäude des H. Rudesch einschlug. Es war jedoch glücklicher Weise nur ein kalter Schlag. Diesen Schlag folgten noch einige Blitze und ein mäßiger Regen; denn gestern Sonntags Morgens war es auf den Gassen recht schön und trocken. – Auch gestern den ganzen Nachmit-


tag war Laibach mit Gewitter Gewölk umgeben, das jedoch erst Abends los brach. Gegen 9 Uhr fiel der Regen in Strömen vom Himmel, und hielt mit gleicher Heftigkeit bis gegen Mitternacht an. Es blitzte viel, donnerte aber wenig. Heute war ein sehr trüber Morgen, und im Augenblick (10 Uhr früh) regnet es ziemlich stark. Es scheint nur Fortsetzung des gestrigen Gewitter Regens zu seyn.


1836/115
Ljubljana, 21. junij 1836


111.

Gestern Montags war den ganzen Tag Gewitter Regen; die Atmosphäre hat sich dadurch sehr abgekühlt, ja es war des Abends recht kalt, den im Gebirge war Schnee gefallen.

Der Frau Strangfeld gehet es besser, sie leidet an Nervenfieber, auch Frau Dolliner ist erkrankt.

B r Grimschitz ist mit den jungen Buzzi gestern nach Grimschitz hof nach Oberkrain, Luftändern übersiedelt. Wenn es demselben gut anschlägt, seine so zu sagen allgemeine Geschwulst –, erweckt Bedenken.

Vom 20 ten zum 21 ten d. sind 10 neue Erkrankungen an der bösen Krankheit angemeldet worden, 4 sind gestorben, und 79 derlei Kranke verbleiben. Es sind zwar in allen Stadt Theilen und eine weit größere Anzahl Kranke in der Stadt und den Vorstädten, allein, es läßt sich nicht jeder anmelden, ander-


tens ist nicht jeder an der schlimmen Krankheit leidend, es sind alle Gattungen Krankheiten.

Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg leidet an kalten Fieber, ist jedoch in Grubenbrunn.

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Der pension irte Zollbeamte Jawornig Vater der Frau des Dr. Nabreth , wohnt im Aichholzer schen Hause, ist diese Nacht erst gestorben. Er hatte um sich zu retten Leroi eingenommen; er war über, doch sicher nicht fern von 70 Jahren, alt.


1836/116
Ljubljana, 22. junij 1836


112.

Die Umgebung der Stadt bithet noch mehr Erkrankungs- und Sterbfälle, als Laibach ; – es soll sehr bedeutend seyn; in manchen Hause 2–4, aber 2 Personen großentheils werden dahin gerapft.

Frau Brandstädter hat sich nach Veldes oder Vellach retir irt.

In der Rosengasse bei St. Jacob fängt sich die Krankheit zu vermehren an; in der Petersvorstadt und in der Tyrnau sind die meisten Kranken, obgleich in andern Stadttheilen es auch Kranke gibt.

Die Doctores fahren zur eigenen Schonung in Wagen zu Patienten in der Stadt.

Die Homäophathie soll sehr ersprießlich seyn, und den D r Meyerhofer erst nur 2 Kranke gestorben, welche die ärztl. Hilfe verspätet hätten.

Gestern Vormittags 11 Uhr begegnete Referent den


Herrn D r Kogel , und erhielt über Befragen zur Auskunft, daß derselbe den Morgen schon 14 Patienten besucht, und den Wunsch habe, vor Tisch noch 5 zu besuchen, der alte Herr gieng jedoch zu Fuß, und fuhr nicht in der Chaise , gleich den jüngern Aerzten.

Die Frau des Handelsmann Heimann ist auf den Lande in der Ober Zischka. Sie wurde von einem 8monatlichen Kinde, einem Mädchen vor paar Tagen sehr schnell entbunden, ehe noch die Hebamme herbei gehollt werden konnte. Die Wöchnerinn und das Kind sind zwar wohl, Lezteres aber sehr, sehr klein, und D r Kogel ist der Meynung, daß das Kind nicht am Leben bleiben wird.

Alle Lemonien sind in der Stadt aufgekauft, und kein Stück zu erhalten, weil man den Kamillenthee damit säuert, den man gleich einnehmen


und ins Bette sich legen muß, wie man ein Bauchkrümmen verspürt. Auch reines Tafelöhl wird in den Kamillen Thee gegeben; – allein man hat in Triest Oehl mit Lemonie-Säure genommen. Kamillen allein, und zur Beförderung des Schweißes beim Bettlegen, die Füsse mit Wärmflaschen erwärmt. Bei armen Leuten gibt man erwärmte Ziegel auf die Füsse und den Bauch.

Von gestern bis heute ist kein Todesfall von Erheblichkeit vorgefallen.

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Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern nach Habach gereiset.


1836/117
Ljubljana, 23. junij 1836


112. 7

Vom 22 ten zum 23 ten d., nämlich von gestern auf heute, sind angemeldete erkrankt 10; – gestorben sind 6, und verbleiben noch Kranke bei 147. –

Die alte Frau Dolliner – Ehegattin des bekannten Veteranen der hiesigen Professores , ist noch immer krank, allein nicht an der herrschen sollenden Krankheit. –

Herr Franz Klander, Practicant der hiesigen Bau Direction , ist lezte Nacht gestorben, ein junger Mann noch wurde gestern Nachmittags aus den Kaffeehaus nach Hause geführt; soll aber dieser Zeit krank gewesen, und noch nicht ganz genesen gewesen seyn.

Damit die Aerzte bei der sehr warmen Witterung sich nicht schaden, wenn sie die vielen Kranken besuchen, stellt der Stadt Magistrat die Fahrgelegenheiten zu derselben Verfügung.


1836/118
Ljubljana, 24. junij 1836


113.

Herr Hofrath v. Guggenthal ist mit Baron Talaczko schon Montags nach Wien, mit einen Separat Eilwagen von hier abgereist. Herr Hofrath wird die Suppli rung bei der N. O. Cameral Verwaltung in Wien – wie im vorigen Jahre besorgen.

Der Concepts Practicant Schönherr vom Prager zum hiesigen Gubern: übersezt –, ist hier angekommen.

Der Hauptman Rechnungsführer Schwarzenberg – 68 Jahre alt, Vater der Frau Gemahlin Herrn Bar. Anton Zois – ist gestorben; die Frau des Professors Dolliner , eine alte Frau, ist ebenfalls gestorben. Die Kindsfrau bei Frau Gräfin Welsersheim ist heute versehen worden, man scheint an ihrem Aufkommen zu zweifeln.

Frau Gräfin Anton Thurn ist auch unwohl, man hatte in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag nach D r Zhuber geschickt.

Gubern. Rath D r Kogel hat sich gestern an Kopf-


schmerz zu Bette gelegt, und liegt heute noch darnieder. Gubern: Rath B r Bussette ist zwar nicht im Bette, jedoch recht schwach.

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Seit gestern bis heute wären bei 28 neue erkrankt, und 6 gestorben, der gemeldete Krankenstand verbleibt 128; wornach sich 41 inzwischen genesende ausmitteln würden, wenn wir den verbliebenen Krankenstand mit 147 annehmen.

Vom Milit: sind 3 gestorben. Der Kameralrath Crusits wurde heute früh aus seinen Bureau , krank nach seiner Wohnung gefahren.

Nach Angaben H. Pfarrers Pochlin wären von gestern bis heute 14 gestorben; bei St. Jacob sind allein 6 Leichen; die Kranken konnte man dessen Vermuthung gemäs, in der Stadt und den Vorstädten bei 5-600 annehmen. In der Umgebung hauset der Tod auf


dem Lande, noch sehr.

Man erzählt, es läßt sich jedoch nicht verbürgen, obschon es aus den Munde des Bezirks Commissairs Possanner kommen soll, der Pfarrer Pototschnick und sein Caplan Valentschitz hätten schon bei 150 Erkrankungsfälle geheilt, darunter oder davon nur 1 Todesfall. Bekanntlich sind beyde zu St. Veit bei Laibach in der Seelsorge.


1836/119
Ljubljana, 26. junij 1836


114.

Obgleich einige behaupten wollen unser Krankheits Uibel seye im Abnehmen, so behaupten andere dagegen, es steigere sich fortan noch, indessen bestättiget sich immer mehr, daß ungeregelte Lebensart, und Keim zur Krankheit im Leibe, immer mehr die Ursachen sind, welche die Krankheit herbei führen. Der Gubernial Kanzelist Kersischnig – Sohn des Hausmeisters vom Graf Vinzenz Thurn ischen Hause – Familien Vater, ist vom 24 zum 25 ten d. erkrankt, und gestorben.

Die Kindsfrau der Frau Gräfinn von Welsersheim ist gestern früh gleichfalls gestorben.

Der Bierwirth Sauer in der Judengasse ist gestern in Zeit einer halben Stunde von muntern Befinden – erkrankt, und mit den Sterbesakramenten versehen worden. Es ist ein alter Man, schwächlich, und wie es scheint, wie alle Wirthe, ein Trinker.

Herr Baron v. Speigelfeld ist von Wien retour , hier angekommen.

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Kameralrath Crusits geht es besser.


1836/120
Ljubljana, 27. junij 1836


115.

Der Kreis Commissair Brandstätter wurde statt des zum Gubernial rath beförderten H. Baron Flödnig – zum Gubernial Sekretär beym hiesigen Gubern: ernannt.

Frau Gräfinn von Welsersheim war gestern Bettlegerig. Von ihren Dienstleuten ist noch ein weiblicher Dienstbothe krank.

Bis 25 ten Juni das ist bis Samstags Abends, waren hier angemeldete Erkrankte:

188 näml. vom 11 Juni gerech.

genesen 12

gestorben 66 = 78

Noch krank 110 verblieben.


1836/121
Ljubljana, 28. junij 1836


116.

Der franz: General D’Autichamp nebst Sohn ist von seiner nach Prag unternommenen Reise, – Frau Gräfinn Xavier von Lichtenberg von jener aus Wien, zurück gelangt.

Frau Baronin Sali von Lazarini in Zobelsberg wurde dort von einem Töchterchen glücklich entbunden, die Neugeborne wurde Therese getauft.

Durch die erfolgte Beförderung Herrn Brandstaedters zum Gubernial Secretair , wird nun B r Tauferer , wie es heißt, zum Kreis Commisair vorrücken.

Sontags war türkische Musick in Tivolli, wo sich wieder etwas Menschen fanden. Einige genosen dort Schinken, Butter, Rettige und bekamen Durchfall. –

Die Magd des Cameral-Cassa-Controllors Nowack ist gestern im Hause erkrankt, Nachts noch versehen worden, und diesen Morgen todt ins Civil Spital getragen worden.

Viele Menschen tragen auf den bloßen Leib ein kupfer-


nes Blättchen, als Präservativ für die Krankheit. Man gründet dieses Schutzmittel auf eine Angabe, welche öffentliche Blätter früherer Zeit gegeben hätten, daß, da man wahrgenommen, daß die bösartige Krankheit keinem Kupferschmid ergriffen, an einem Orte derlei kupferne Blättchen gebraucht worden, und als Schutzmittel bewährt gewesen wären.

Herr Baron v. Zois hat hier Homäopathische, Kupfer enthaltende direckte von Hanemann aus Paris verschriebene und erhaltene Kügelchen an mehreren Orten vertheilt, welche man als Präservativ gebrauchen, und etwa – wöchentlich eine verschlucken soll.

Herr Gubern. Rath Kogel gehet es besser, gedenkt heute auszugehen.

Seit Sonntag bis incl. gestern Montag sind 42 neu erkrankt, 8 genesen, 11 gestorben, und heute noch 163 gemeldete Kranke.

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Heute beginnt der Peter und Paul Jahrmarkt hier.


1836/122
Ljubljana, 29. junij 1836


117.

Die lezte Nacht und zwar heute Morgens zwischen halb 2 Uhr und ¾ auf 2 Uhr war hier eine bedeutende Erderschütterung. Thüren, Fenster und anderes Geschirr auf Kästen, klirrte. Die Erschütterung war von einem Donner ähnlichen Getöse begleitet, so, daß Jedermann glaubte, über einen Donner zu erwachen. Indessen war die Luft still, der Mond schien hell und sonst war es nicht kühl.

Die Köchinn der Frau v. Sicard erkrankte gestern Mittags, und war 10 Uhr Nachts gestorben. Mehrere Dienstbothen sind gestern erkrankt, und auch gestorben.


1836/123
Ljubljana, 1. julij 1836


118.

Im lezten Bericht ist ein Schreibfehler unterlaufen; die Erderschütterung war nicht zwischen Halb und drei viertl auf 2 – sondern auf 3 Uhr.

Das gestern Nachmittag endlich ausgebrochene Gewitter hat zwar die Atmosphäre etwas abgekühlt; heute ist es jedoch wieder sehr warm, ja man kann sagen, izt 9 Uhr früh, schon heiß.

Die Furcht vor der Krankheit zieht eine Menge Menschen ins Bett, und leider! ins Grab. Es ist unbeschreiblich, welche Angst besonders beim weiblichen Geschlechte herrscht.

Bis izt ist der gemeldete Krankenstand auf 460,

jener der Verstorbenen auf 150,

und der Genesenen nur bei 20 gekommen.

Gestern wurde die junge Frau des


jüngern Handelsman Heiman, geborne Hptms. Tochter Greif – beerdigt; auch ein Waarenbeschauer Gab im besten Alter, war gestorben.

Gestern starben: der Canonicus Plettermann ; war schon reconvalesc irt, und wurde recitiv.

Rechnungsrath Schivitz Familien Vater, und im besten Alter, starb auch gestern N. M. ½ 2 Uhr, war am Morgen noch in seinem Bureau , und hielt einen förmlichen Vortrag vorgestern in Casino , über die homäopathischen Heil- und Präservativ Mittel, gegen die böse Krankheit.

Der Landrechts Beamte Turk ist sehr krank. Frau B r Stöger ist ebenfalls sehr krank. Herr Bar. Franz Lazzarini ist seit Sontags früh morgens im Bette.

Die Frau des Handelsmann Fabriotti ist gestorben, und zwar heute morgens.

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Bar. Aichelburg früher bei der Bau Direction


nun zur Cameral Gefällen Verwaltung übertretten, ein kleiner, schwarzer Mann, der vor etwa 2 Jahren eine Wienerin geheurathet, ist auch gestern gestorben. Seine Frau ist eben in Wien abwesend. –

Wiener Briefe und mündliche Nachrichten von dort bestättigen, daß dort die Krankheit in einen viel höhern Grade, als ehehin – besonders in der Alser und Wiedner Vorstadt, ausgebrochen seye.


1836/124
Ljubljana, 2. julij 1836


119.

Gestern Nachmittags zog aber nur bei Laibach vorüber, ein Gewitter. Es regnete zwar, blieb aber dennoch den Abend schwül. Heute ist es wieder heiß, wie gestern.

Frau Gräfin Richard von Blagai gab Nachricht, daß der asiatische Vagabunt dort Orts und Gegend, sich auch eingefunden habe. Daß selbst im Schlosse schon 2 Fälle vorgekommen, aber glücklich geheilt würden. Alles kurrire sich dort homäopatisch, da man von sonstig ärztlicher Hilfe ganz entblößt ist.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist heute wieder nach Habach abgereist.


1836/125
Ljubljana, 2. julij 1836 II


Geruhen gnädigst zu vergeben, daß ich aus Anlaß der vom Herrn Baron Leopold von Lichtenberg erhaltenen Commission , welcher heute wieder nach Habach auf’s Land gereiset ist, nebst seinen allseitigen Empfehlungen, die Bitte wage, daß Eure Exc: der gnädigsten Frauen Gräfinn hochgeneigt zur Kenntniß bringen wollen, daß die B r Codelli schen noch bis 6 ten hier, nämlich in ihrem Schlosse Unterthurn an der Laibach bleiben, dann aber nach Triest rückkehren werden.

Frau Gräfin Richard von Blagai hat sich erkundiget, ob alles in Eure Excellence Hause sich wohl befinde, welches, da glücklicherweise noch keine widrige Nachricht gekommen, u. Herr Bar. Leopold alles wohl Befinden bestättigt hatte, auch


der Frau Gräfinn berichtete, und inniglich wünsche, daß Eure Excellenz verehrte Familie immer der besten Gesundheit genießen, und das böse Uibel auch nicht in die Gegend kommen möchte. Im Hause H. Bar. Leopolds ist, Gott seye Dank! noch alles recht gesund, und kein Krankheitsfall vorgekommen.

Bitte um ferneres Wohlwollen, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und gnädigen Comtesse die Hand und geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach den 2 July 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/126
Ljubljana, 3. julij 1836


120.

Graf und Gräfin v. Stubenberg sind heute früh mit Post nach Kärnthen abgereist.

Graf Benedict von Auersperg ist gestern erkrankt.

Baron Franz v. Lazzarini und Frau Baronin Stöger gehts besser; ersterer gedenkt heute schon etwas aufzustehen.

Im Hause der Frau Gräfin Weichard v. Auersperg – ist Comtesse Cöcile , der Pater Closon und der Kutscher erkrankt.

Der unlängst aus Wien hier angestellt wordene Professor der Arzney Kunde respt. der Anatomie, H. Kuntscheck, noch ein junger, schöner Man, ist gestern gestorben. Man erzählt, seine Braut seye auf den Weg aus Wien hieher, und daß heute seine erste kirchliche Verkündigung zur ehelichen Verbindung, hätte statt finden sollen!

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Die hiesigen Juristen B r Schmidburg , Graf Vinzenz


Welsersheim, Wurzbach etz. füllten den heute von hier nach Gratz und Wien abgegangenen Eilwagen, um in Gratz die ganzjährige Prüfung abzulegen. B r Victor Schmidburg endet bekanntlich heuer seine Studien.


1836/127
Ljubljana, 4. julij 1836


121.

Man sagt, die Frauen Gouverneurinn werde, wenn der Baron Ant. Codelli mit Frau Gemahlinn nach Triest abgereist seyn wird, sich nach Thurn begeben, und dort bei der Bar. Codelli schen Familie wohnen.

Herr Hofrath Graf v. Welsperg wird dieser Tage, etwa bis 8 ten d. M. hier erwartet.

Gubernial Rath Wagner ist auch krank, jedoch auf dem Wege der Besserung.

Der Hausbesitzer D r Russ ist sehr gefährlich krank.

Von gestern Sonntag Mittag bis heute Montags Mittags sind 27 Personen erkrankt – 10 genesen und 22 gestorben. Unter leztern ist die Haus und Realitaeten Besitzerinn Frau Kiker in der Tyrnau, Handelsmann Sons, der Bediente Herrn Präsidentens Raicich, und jener des H. Hofraths Guggenthal.

Der Kutscher der Frau Gräfin von Welsersheim ist auch erkrankt, nach einigen schon gestorben; es


soll ihn jedoch besser gehen. Izt muß der Bediente den Kutscherdienst vertretten.

Seit Beginn der Krankheit bis incl. 4 ten July Mittags besteht der Ganze Krankenstand … 633;

davon genesen … 80,

gestorben … 226 (306).

Daher sind heut Dato Kranke 327.


1836/128
Ljubljana, 5. julij 1836


122.

Um die Gemüther nicht so sehr nieder zu beugen, ist vom Fürst bischöflichen Consistorium verordnet worden, daß über Tag 2–3 mal wie gewöhnlich, das Versehen mit Begleitung der Meßner und dem Geläute statt finden könne, sonst aber, und besonders bei Nacht, das Versehen ohne allen Geläute, ganz in der Stille erfolgen, und die Sterbeglocke am Tage auch nur höchstens dreymal geläutet werden dürfe; bei Nachts aber gar niemals solches geschehen könne.

Der D r Russ ist gestern Abend 9 Uhr mit den Sterbesakramenten versehen worden.

Herrn Grafen Benedict gieng es gestern besser, auch der Frau B r Stöger , dagegen ist die Frau des Professors Nager, eine junge Person gestorben. Auch die junge Wittwe Khern ist gestorben, und hinterließ 4–5 Kinder. Im Augenblick ihres Ablebens, trug man


ihre älteste Tochter halb todt aus dem Zimmer, in die Wohnung der Großältern über.

Der franz: General D’Autichamp ist gestern Montags Abends 9 Uhr knall und fall mit Sack und Pack von hier – vorläufig nach Triest abgereist. Die Frau Gemahlinn soll so große Aversion gegen unser Uibel! gehabt haben.

Bei H. Grafen Ant. Thurn ist schon alles krank gewesen, bloß Herr Graf selbst noch nicht. Der Fähnrich ist vorgestern erkrankt, heute aber schon wieder ziemlich gut.


1836/129
Ljubljana, 6. julij 1836


123.

Gestern Nachmittags halb 3 Uhr starb der reiche Advokat D r Russ im eigenen Hause, in der Herrengasse.

Vom 4 ten Mittags bis 5 ten July Mittags waren: 58 Personen neu erkrankt; 15 genesen –; 19 gestorben, und 351 gemeldete Personen krank geblieben.

In Klagenfurth und Gratz ist die böse Krankheit noch nicht, allein auf dem Lande sowohl in Kärnthen als in Steyermark ziemlich verbreitet.

Die Familie S r Excellence des H. Gouverneurs wird heute ganz nach Thurn zur B r Codelli schen Familie überziehen.

B r Anton Codelli ist heute mit Frau Gemahlin nach Triest zurück gereist.


1836/130
Ljubljana, 7. julij 1836


124.

Das allgemeine Stadt Gespräch ist das Testament des verstorbenen reichen D r Russ. Es soll drey volle Bogen stark, der älteste und dritte Sohn zu Universal-Erben, der 2 te und 4 te Sohn aber nur mit jährlichen Geldbeträgen zu ihrem Unterhalt, bestimmt seyn. Im Ganzen ist eine ausführliche Substitution fortgesetzt, so, daß man ersieht, daß keiner der Söhne – mit den Erbe verfügen, das Ganze beysammen bleiben muß, und nur die Interessen der Nutznüssung verbleiben können. Der älteste Sohn Franz – soll laut Testament übrigens alle Präziosen, gemünztes und ungemünztes Gold und alles Silber und Baarschaft erhalten, so demselben auch der Verstorbene bereits übergeben zu haben, mit den Testament bestättigt.

Man schäzt das Vermögen des Verstorbenen auf Achtmal hundert tausend – indessen soll aus der Testamentarischen Verfügung – eine Summa von Vier mal hundert tausend sich ermitteln. Indessen werden die Menschen wie oft in ihren Glücksumständen von andern überschäzt, und der Neid siehet


wie oft da Gold und Silber, wo nur Messing und Zinn ist. –

Vom 5 ten bis 6 ten July sind eigentlich nur 13 neue Erkrankungen, es wurden jedoch von früher 27 nachgetragen, daher die Zahl der Erkrankten auf 40 angenommen, der Genesenen mit 17 –, der Gestorbenen mit 10 angegeben; demnach 364 noch in ärztlicher Behandlung verbleiben.

Im Ganzen stellet sich die Summe der Erkrankten bis 6 ten July auf 731 – der Genesenen 112, und Gestorbenen 255, und endlich der krank verbleibenden, auf 364 dar.


1836/131
Ljubljana, 8. julij 1836


125.

Gestern Abend nach 6 Uhr ist Herr Baron Zois der Vater – gestorben. Niemand von der Familie ist in Laibach ; man hat zwar, wie gesagt wird, einen Brief nach Egg mit der Post schicken wollen, da aber die Post schon um 11 Uhr früh abgieng, und das Schreiben schon zu spät, nämlich um 12 Uhr dahin geschickt wurde, so war es verspätet, und man glaubt, daß selbst bei dem Ableben noch kein extra Bothe abgeschickt war. Ein sehr großes Familien Unglück. Es scheint, daß H. Baron ebenfalls aus Furcht ein Opfer der Seuche – geworden ist.

Vom 6 ten Mittags bis zum 7 ten Mittags sind 21 Personen erkrankt, 31 genesen, 11 gestorben,


in Summa vom Beginn der Krankheit bis 7 ten July Mittags

… erkrankt … 752,

genesen … 143,

gestorben … 266 (409).

Verbleiben Kranke den 7 July … 343.

Zwei gedruckte Anonzen unterbreite in der Anlage. Zugleich muß ein früherer Bericht widerrufen werden, daß der Bediente H. Hofraths v. Guggenthal nicht gestorben, wohl aber noch krank ist.

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Heute ist Bar. Franz v. Lazarini mit Frau Gemahlin nach Flödnig übersiedelt.

Bar. von Zois ist Hptm. in der Armée , wird vom Milit. beerdigt.


1836/132
Ljubljana, 9. julij 1836


126.

Herr Baron Franz v. Lazarini ist erst heute mit Frau Gemahlinn nach Flödnig übersiedelt.

Wie man hört, wird Gub. Rath D r Kogel Montags nach Görtschach sich mit Familie aufs Land begeben, allwo der H. Fürst Bischof demselben im Schlosse Unterkunft angewiesen hat.

Herr Baron Zois wird heute Nachmittag halb 7 Uhr beerdigt. Da derselbe Hauptm. in der Armée war, wir ihn eine Compagnie begleiten.

Noch muß berichtet werden, daß Handelsman Recher seit Beginn der Krankheit in Laibach mit seiner Schönen Delle Fürst und derselben Mutter nach Salzburg verreiset ist.

Ober Lieut. B r Gall ist auch von der Krankheit befallen worden, jedoch schon in der Reconvalescenz. Die Frau des D r Nagy ist vorgestern mit den Sterbesakramenten versehen worden.

Vom 7 ten Mittags bis 8 ten July Mittags

erkrankt 90 –; genesen 27 –; gestorben 9.

In


Summa vom Beginne bis 8 ten July:

erkrankt 842, genesen 170, gestorben 275, noch krank 397.

In Krainburg ist die Krankheit sehr heftig ausgebrochen, man soll in einem Vormittag 28mal zu Kranken versehen gegangen seyn. In Neustadtl ist das Uibel auch schon eingekehrt.

Beim hiesigen Milit. gehet es noch immer ziemlich gut. Major Miller ist leicht, Ob Lt. Kellner schwerer, Fähnrich Alexander Gr. Thurn auch leicht erkrankt, sind in der Besserung, so wie Gr. Benedict und Comtesse Cöcile v. Auersperg – Frau Bar. Stöger, Gub. Rath Wagner und der Pater Closon . Unter den wenigen verstorbenen Militairs ist Cadet Bar. Marenzi.


1836/133
Ljubljana, 10. julij 1836


127.

Herr Graf v. Welsperg ist am 8 ten d. von der unternommenen Reise rückgelangt.

Gestern Abend wurde der verstorbene Bar. v. Zois mit milit. Ehren begraben.

Man hört, laut Testament ist die Frau Gemahlinn zur Universalerbin ernannt.

Zu Krainburg herrscht nicht die morländische Krankheit, sondern ein bösartiger Typhus – der bald in Petetschen übergehet, und schnell tödtet.

Der Gub. Rath und Kreishauptm. v. Flug hat gleich gestern einen Arzt dahin mitgenommen, und zur Hilfe des dortigen Bezirks Arztes Napreth beigegeben. Von denen gestern aus Wien und Gratz von der Regie-


rung zur Hilfe für Krain abgesandten und hier angekommenen Aerzten, meist Krainern, ist auch schon einer nach Krainburg abgeschickt worden.

In Neustadtl ist das Uibel der bösen Krankheit auch ausgebrochen.

Vom 8 ten bis 9 ten July von Mittag bis Mittag sind:

erkrankt 58; genesen 15; gestorben 2; verbl. 438.

Vom 9 ten bis 10 ten July von Mittag bis Mittag sind:

erkrankt 66, genesen 25, gestorben 5, verbl. 474.

Wie schon berichtet, sind die neuen Erkrankungen minder gefährlich, auch scheint es, daß man sich schneller um ärztl. Hilfe besorgt.

Die Summa vom Beginn bis incl. 10 July Mittags

erkrankt 966, genesen 210, gestorben 282, und verbleiben in der Behandlung … 474.


1836/134
Ljubljana, 11. julij 1836


128.

Gestern war türkische Musick in Tivoli; theils die gegenwärtig – traurige Zeit, theils ein am Horizont gestandenes Gewitter, mag Ursache gewesen seyn, daß man diesen Ort und die erheiternde Musick, nicht in gewöhnlichen Massen –, suchen wollte.

Mit den Gerüchte, daß Frau Gräfin von Zois zur Universal Erbin bestimmt seye, verbindet sich ein weiteres, daß in einer Cassa Strugen des verstorbenen Herrn Gemahls sich ein Betrag von baaren 30.000 f CM nebst Präziosen vorgefunden, wobei ein Billetchen gewesen seyn solle, des Innhalts „Dieses meiner lieben getreuen Gattinn Seraphine Zois, geborne Gräfin von Aichelburg “.

Heute ist Frau Gräfin Zois zur Stadt gekommen. –

Die Krankheit in Neustadtl


steigert sich zum dortigen allgemeinen Schrecken; man nennt schon mehrere Verstorbene – Civile Personen.

Vom 10 ten Mittags bis 11 July Mittags sind :

Neuerkrankt 17; nachgetragen erkrankte 25, zusammen 42; genesen 20, gestorben 5, macht 25, noch Dato krank 491.


1836/135
Ljubljana, 12. julij 1836


129.

Hinsichtlich des baaren Nachlasses des H. Baron v. Zois hat es seine Richtigkeit; es sollen über 31.000 f CM nebst Präziosen, darunter ein Kreutz von Brillianten um 2000 f CM gehalten, in der Cassa Trugen gewesen seyn. Ein Betrag vom 24.000 f CM wurde durch den Sperr Commissair in landrechtliche Verwahrung gegeben, so mußte der weitere Betrag in Obligationen gewesen und soll es auch seyn.

Jeden der unversorgten Kinder soll ein Capital von 20.000 f CM bestimmt seyn, welches jedoch keines baar von der Frau Universal Erbin je verlangen darf, sondern nur die 5 pC Interessen anfordern dürfe; für den Fall aber, als dereinst das Allodiale zum Verkauf kommen solle, habe jedes Kind nur den Pflicht-


theil zu fordern, und zu erhalten. Bar. Anton von Zois wird, als mit seinen Heuraths Contract ganz abgefertigt, erklärt, und hat außer seinem Fidei Commiss , nichts mehr anzusprechen.

Die Frau v. Gold erhält so lang Sie lebt, jährl. 300 f CM , ihre Tochter jährl. 100 f, die beyden Brüder Gold jeder jährlich 200 f, bis der eine in den Gehalt von 1000 f tritt, und der Offs. – zum Hptm. avanc irt.

Der Milit. Mannschaft, so zum Leichen Conduct ausgerückt, jeden Mann eine 3tägige Lohnung zugewiesen. In allen Kirchen zu Laibach und auf den Besitzungen, soll eine heil. Messe gelesen, dafür ein Gold Duckaten bezahlt werden . Im Armen Fond wurden 100 f CM bestimmt, obgleich der Verstorbene bei Ausbruch der bösen Krankheit hier , den Magistrat 300 f CM für die Armen zugestellt


hat. Das Original Testament soll in Jauerburg seyn, hier war bloß das Eigenhändig geschriebene und unterschriebene Concept. –

So wie man spricht, ist das Uibel in Krainburg nur ein entzündlicher Friesel-Ausschlag, keine Petetschen, und es scheint, daß man dort auch nur durch den Schrecken, das Uibel vergrößert hat. Eine, die ältere Tochter, des verstorbenen D r Bobers – soll dort Luft ändern gewesen, und gestorben seyn. In Neustadtl steigert sich das Uibel, doch muß es noch nicht in solchen Maaße seyn, da noch keine officielle Anzeige dem hohen Gub. zugekommen seyn soll. –

Hier athmet man freyer; es werden zwar vom 11 ten July Mittags bis 12 ten Mittags – 23 neu erkrankte angezeigt, gründlich aber sind 5 nachträglich angezeigte, früher erkrankte, und 18 eigentlich in den


lezten 24 Stunden neue erkrankte, genesene 21 und verstorbene 5 Personen in ärztl. Rapporten. In Summa vom Beginn bis 12 July Mittags:

Erkrankte 1031, genesen 251, gestorben 292, zusammen leztere 543, sonach verbleiben noch dato Kranke 488.


1836/136
Ljubljana, 13. julij 1836


Geruhen meine neuerliche Bitte wegen Anbau der Rüben Gattung, wozu anliegend der Saamen und die Belehrung zu überreichen so frey bin, hochgeneigt zu genehmigen. Der Anbau soll um halben July geschehen. Es ist eine sehr schmackhafte Gemüse Gattung, welche, wie die Gelben oder Goldrüben, zu Zuspeisen gedünstet, und besonders zu Schöpsenfleisch viel in Böhmen genossen wird. – Mich der angenehmen Hoffnung überlassend, daß Eure Excellenz und die hochverehrten Angehörigen sich recht wohl befinden, wünsche ich nichts so sehr, als die Fortdauer der besten Gesundheit, und muß nur mein Bedauern beifügen, wie sehr unlieb mir ist, wenn Eure Excellenz meine Tagsberichte nicht immer schnell genug erhalten; ich bin niemals unterrichtet, wenn ein Bothe hier ist, während dessen das Schreiben bereit liegt, und nur das Ankleiden meiner Tochter, oder ein zu verrichtendes Geschäfte der Magd abwartet, um


zur Marianna getragen zu werden, während welch kleinen Aufschub, oft der Bothe abgehet, und mein Schreiben dann 2–3 Tage hier liegen bleibt, wo es dann verältet, mindern angenehm wird! – Könnte es möglich werden, daß ich von der Anwesenheit der Bothen immer Kenntniß erhalten möchte, würde gewieß mir minder schmerzlich seyn, meinen besten Willen ungeachtet, dennoch meine Nachrichten verspätet in Lustall ankommen zu wissen! –

Eure Excellenz bitte ich inniglich, die Versicherung meiner Gränzenlosen Anhänglichkeit an Hochderoselben Person, und hohe Verehrung Hochderoselben Angehörigen genehmigen, und in Uiberzeugung zu nehmen, geruhen zu wollen. Ich wünsche eben so inniglich, daß Gott Eure Excellenz noch viele Jahre erhalten wolle, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin und der


gnädigen Comtesse die Hand und geharre bis zum Grabe mit aller Verehrung und Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den

13 July 1836

unterthänigst dankbarster

Franz


1836/137
Ljubljana, 14. julij 1836


131.

Frau Gräfin von Welsperg befand sich gestern recht wohl, und ist Nachmittags nach Rosenbach bis Gleinitz uns Waitsch spazieren gefahren; während dieser leztern Tour trat der Regen ein, und mag die Gnädige nicht angenehm erkühlt haben, denn als die Frau Gräfin nach Hause kam, legte Sie sich zu Bette, und schickte nach den homäopathischen Arzt ihre Equipage , die aber, da der D r nicht zu Hause gewesen, leer zurück fuhr; indessen war nach eingezogener verläßlicher Nachricht der Frauen Gräfin gar nichts, sondern es war nur Vorsicht, um durch eine Vernachläßigung bei der gegenwärtig kritischen Zeit – nichts zu versäumen. Frau Gräfin ist heute ganz wohl.

Frau Gräfin Cöcile ist jedoch gestern mit den Sterbesakramenten versehen worden; sie war schon recht wohl, und erkrankte vorgestern aus Schrecken über einen


ihrer männlichen Dienstbothen, der gerade in ihrer Nähe unversehens zusammen stürzte, und da schon einer an der bösen Krankheit im Hause darnieder lag, dieser Fall um so heftiger auf die Frauen Gräfin einwirkte, gestern stellte sich schon ein Ausschlag ein, die Frauen Gräfin war Abends sehr übel, und sprach nichts. Heute gehet es jedoch besser, und Frau Gräfin spricht wieder.

Fähnrich Zur von Hohenlohe , welcher aus der grasirenden Krankheit ins Nervenfieber verfiel, wozu sich ein sehr heftiger Ausschlag einstellte, ist heute Morgens gestorben; wird morgen begraben.

Herr Baron Bussette , welcher seinen Respect allseits vermelden läßt, fühlet sich sehr schwach; er ist bei der großen Hitze und rücksichtlich seiner Körperschwäche schon über 10 Tage nicht aus seiner Wohnung gekommen.

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Am 13 ten July waren Kranke verblieben … 461.

Vom 13 ten bis zum 14 ten July 1836 sind

neu erkrankt … 19

nachträglich gemeldet 9 = 28

489

genesen 52

gestorben 4 = 56

Verbleiben ferners krank 433.


1836/138
Ljubljana, 14. julij 1836 II


131/2.

In Eile muß ich meinem heutigen Bericht beyfügen, daß morgen den 15 ten dieses das Namensfest der Frauen Gräfinn von Welsperg ist, und heute Abend eine Nachtmusick in Leopoldsruhe seyn wird.


1836/139
Ljubljana, 15. julij 1836


132.

Herr Graf Benedict v. Auersperg ist gestern nach seiner Genesung zum erstenmal ausgefahren. Herr Graf Joseph v. Auersperg ist auf dem Lande in Auersperg.

Gestern waren Kranke verblieben … 433

vom 14 July Mittags bis 15 July Mittags

neu erkrankte … 15

von früher 17 = 32

465

genesen … 49

gestorben … 2 = 51

Verbleiben heute dato krank … 414.

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Heute wird Fähnrich Zur’s Leiche halb 7 Uhr Abends begraben.


1836/140
Ljubljana, 16. julij 1836


133.

Daß Frau Generalin von Pirquet sich in gesegneten Leibesumständen befindet, dürfte vielleicht schon bekannt seyn.

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Vom 15 July Mittag bis 16 ten Mittag sind:

Neu erkrankt … nur 11 Personen

genesen … 39

gestorben 4 = 43 Personen.

Verbleiben noch krank 382.


1836/141
Ljubljana, 17. julij 1836


134.

Heute früh mit Tagesanbruch war hier in Laibach ein Gewitter mit heftigen Donnern und Blitzen; bald nach ¼ auf 6 Uhr fielen zwey heftige Schläge, und alsobald stürmte der Kastellwächter mit der Feuerglocke , der bald zwey Schüsse vom Kastellberge folgten. Es hatte beym Wasenmeister oder Abdecker in der Tyrnau Vorstadt in ein Nebengebäude eingeschlagen; doch brannte nur der Dachstuhl ab, da man gleich Hilfe leistete. Die Glocken anderer Thürme schlugen auch an, doch, als auch Tambours Feuer Allarm schlugen, war der Lärm so schnell verstummt, daß nach 6 Uhr früh aller wieder ruhig war.

Den Abdecker soll eine Kuh erschlagen worden seyn, der


Blitz hat demnach in Stall eingeschlagen, das im Stalle gewesene Pferd ist unbeschädigt geblieben.

In Kärnthen soll ein so heftiger Hagel in einer Gegend gewuthet haben, daß ein 14 jähriger Knabe auf den Felde erschlagen, auch Feldvieh getödtet und beschädigt worden ist.

Vom 16 bis 17 July Mittags sind:

neu erkrankt: 16; genesen 52; gestorben 4; verbleiben krank 342.

Herr Bar. Busette ist sehr schwach; wie derselbe Referenten heute selbst versichert, droht es ihn bey Nachts zu ersticken, und so wird mit der Liegestatt vom Bett, aufs Ruhebett, und wieder ins Bett gewandert. Er ist, wie der Bediente erzählt, dann


voller Unruhe, auch soll er schon aufgelegen, am Rücken wund seyn. Was das heute wahrgenommene Aussehen, und den körperlichen Zustand betrift, glaubt Referent das nahe Ende des Herrn Barons besorgen zu müssen; nicht desto weniger immer mit Process Papieren beschäftigt, und ein Schreiber im Vorzimmer in Arbeit.


1836/142
Ljubljana, 18. julij 1836


135.

Die Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist der Abend in der 6 ten Stunde, vom Schlage getroffen, zu Grubenbrunn gestorben. Die beyden Comtessen konnten sich nicht anders helfen, als den Arzt Gregoritsch , welcher zur Aderlas gehollt, allein schon zu spät gekommen, da bey seiner Ankunft die Frau Gräfin schon todt war, mit ihren Pferden gerade nach Billichgratz zu schicken, um die Frau Tante und Herrn Onkel von diesen traurigen Ereigniß Nachricht zu geben und anher zu kommen, zu bitten. – Frau Gräfin Weichard von Auersberg war gleich auf die in der Stadt verbreitete Nachricht von diesem traurigen Ereigniß nach Grubenbrun gefahren, um die Comtessen in die Stadt zu holen.

Herr Graf Jos. von Auersperg ist wieder in der Stadt angekommen.

Das gestern gemeldete


Hagelwetter ist im Bezirk Ober trauburg gewesen, welches viele Hausthiere, die zur Weide auf den Felde waren, beschädigte.


1836/143
Ljubljana, 19. julij 1836


136.

Herr Graf Richard von Blagai war gestern ganz allein von Billichgratz gekommen, um die beyden Comtessen Mimi und Sophie von Auersperg abzuholen, und nach Billichgratz zu führen. Nach den Testament, welches die verstorbene Frau Gräfin eigenhändig geschrieben und unterschrieben, jedoch vor kurzen erst verfaßt worden ist, war der Wunsch der verstorbenen, bei St. Christoph beerdigt zu werden; das Leichenbegängniß wird heute Abend 7 Uhr statt finden. Vermög den Testaments Bestimmungen sind die beyden Comtessen Mimi und Sophie Universal Erbinnen. H. Graf Anton und Frau Gräfin Therese erhalten also nur den Pflichttheil. Man schäzt das Vermögen auf 60.000 f CM. Für die Dienstleute hat die Verstorbene mehrere Bestimmungen gemacht, auch H. Baron Leopold v. Lichtenberg eine Brustnadl bestimmt, sowie H. v. Copini ein Andenken zugedacht ist. – Herr Bar. Leopold ist über


diesen Fall wirklich sehr ergriffen, weil, wie es nicht zu bezweifeln, immer seyn Wunsch gewesen, sich versöhnen zu können. Er hat gestern Abend die Leiche in Grubenbrunn besucht, ist heute nach Habach , will aber seine Dienerschaft zur Begräbniß schicken.

Vom 17 ten Mittag bis 18 July Mittag sind:

erkrankt nur 7; genesen 50; gestorben 4; noch krank 295. Unter diesen 7 neu erkrankten sind 2 von frühern Datum nachgetragen; obgleich die Witterung warm und man möchte sagen, heiß ist: so fühlet man doch allgemein, daß die Luft rein und nicht schwer ist, als die Zeit, wo das Krankheits Uibel stark geherrscht hat.

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Herr Oberst B r Rath ist Sonntags nach Neustadtl verreist, weil dort an einem Tage 3 Militaristen gestorben, um indem gleich paar Aerzte dahin bestimmt wurden, den Einreißen der Sterblichkeit unter dem


dortigen Milit. zu steuern; – so weit es den Menschen möglich. Wie verlautet hat, während Herr Bar. Busette zur Sicherheit seiner Forderungen an H. Grafen Hohenwarth sich auf Raunach praenumer iren oder intabul iren ließ, der Herr Graf Hohenwarth auf die Pension H. Baron Bussetts – zur Hälfte Beschlag legen lassen, um seine Forderungen an H. Bar. Busette zu sichern. Das sind sehr empfindliche Vorkehrungen!


1836/144
Ljubljana, 20. julij 1836


137.

Gestern Abends 7 Uhr war das Leichenbegängniß der verstorbenen Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg. Es war ein ziemlich weiter Gang; von Grubenbrunn in der Obernzischka durch Unterzischka bis Laibach , und da erst am Civill spital angekommen, war der Zug nach St. Christoph geleitet. Die Geistlichen sind bis Grubenbrunn aus der Domkirche gefahren worden. Die Franziskaner kamen bis dahin zu Fuß. Von Grubenbrunn aus begleiteten die Leiche nur Bar. Mladota, Hptm. Franz , dann Ob Lt. Vandoni ; bald kam H. Graf v. Saurau und Welsersheim , und so schloß sich immer mehr dem Zuge an, so, daß ehe man nach Laibach kam, die Begleitung


sehr zahlreich ward, und sich immer vermehrte. D r Thoman war mit allen dießfälligen Commissionen beauftragt.

Bar: Busette hatte sogar seinen alten Diener Martin bis Grubenbrunn zum Begräbniß geschickt.

Am 27 ten d. M. werden die Exequien in der Domkirche gehalten werden.

Der Dompfarrer Zorn ist erkrankt, und mit den Sterbsakramenten versehen worden; es soll ihn heute etwas besser gehen.

Herr Graf Richard Blagai war Montags zeitlich früh nach Grubenbrunn gekommen, und ist noch Vormittags mit denen beyden Comtessen nach Billichgratz abgefahren. Die Frau Gräfin v. Blagai war über


die Todesnachricht von Ihrer Frau Schwester, ohnmächtig geworden, und natürlich unwohl, daher der Herr Graf nach Billichgratz retour , eilen mußte.

D r Thoman hat H. Grafen Ant. v. Auersperg mit Estaffette Nachricht von dem Tode der Frau Mama , nach Baaden bei Wien gegeben, wo man den H. Grafen noch glaubt.

Bar. Leopold ist gestern früh nach Habach gereist, respt. gefahren.

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Vom 18 ten Mittags bis 19 July Mittags:

erkrankt 13, genesen 64, gestorben 1; verbleiben Kranke 243.


1836/145
Ljubljana, 21. julij 1836


138.

Frau Gräfin Anton Thurn gab mir anliegende 3 gedruckte Exemplare des 90 ten Psalmen, um selbe nach Lustall zu übersenden.

Von den Testaments Bestimmungen der verstorbenen Frauen Gräfin Cöcile verlautet, daß die Comtessen Universalerbinnen der Frau Gräfin Therese – Ihrer Schwester, so lange diese lebet, jährl. 200 f r zu bezahlen schuldig sind. Den kleinen Sohn der Frau Gräfin Therese wurden 2000 f CM vermacht.

Vom 19 ten bis 20 ten July erkrankten 18, genesen sind 42; gestorben 2, verbleiben kr. 217.


1836/146
Ljubljana, 22. julij 1836


139.

Ihre Excellenz en der Herr Gouverneur mit Frauen Gemahlinn und Familie sind gestern Nachmittags nach Flödnig gefahren, wo Sie sich über Sonntag aufzuhalten gedenken.

Gubern. Rath D r Kogel war dieser Tage auf 24 Stunden von Görschach hier, scheint ziemlich erhollt, und wird Sonntags auch in Flödnig seyn.

Seit diesen Morgen halb 3 Uhr haben wir Gewitter, mit Regen, welches nur in kleinen Zeiträumen mit Regen, Blitzen und Donner aussetzt.

Vom 20 ten bis 21 ten July Mittags sind:

erkrankt …11; genesen 40; gestorben 1; noch krank 187 Personen.


1836/147
Ljubljana, 23. julij 1836


140.

So wie – dem Himmel sey Dank! – hier die böse Krankheit merkbar im Abnehmen ist; so ist dieses Uibel dagegen in Neustadtl und überhaupt in Unterkrain, im Aufsteigen. Auch unter dem Militair grassirt das Uibel ärger als bei der hiesigen Garnison , und im Verhältniß der Anzahl zu Neustadtl gegen hier –, erkranken und sterben, ungleich mehr.

Ein Hauptman Namens Knöpfler –, im Alter schon vorgeschritten, ist von den Neustadtl er Bataillon , auch an den bösen Uibel gestorben.

Hier vom 22 ten Mittags bis 23 July Mittags erkrankt 7, genesen 19; gestorben 1; verbleiben noch krank 161 Personen.


1836/148
Ljubljana, 24. julij 1836


141.

Die Frau Gemahlinn des Gubernial Sekretärs Brandstaedter ist aus Villach in Kärnthen, hier wieder angekommen.

Vom 23 ten July Mittags bis zum 24 July Mittags sind: neu erkrankt 11; genesen 10, gestorben 1.

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Vom 10 Juni bis Mittag des 24 July 1836 sind in Allem:

erkrankt 1221; genesen 740; gestorben 320, noch dato krank 161.


1836/149
Ljubljana, 25. julij 1836


142.

Heute wiederhollt sich das gestrige Stadtgespräch – daß der König von Frankreich, in Folge des am 11 ten d. M. gegen Höchstdessen Person begangenen neuerlichen Attentats –, man habe nämlich bei der Rückkehr S r Majestaet von Paris nach Neuilly gegen 9 Uhr Abends im Walde auf den König geschossen, und Höchstdemselben, nach einigen am Kinn, nach andern an der Achsel verwundet –, gestorben seye. –

Herr Graf mit Frau Gräfin v. Saurau sind nach Klagenfurth verreiset.

Frau Baronin Tauferer ist von einem Söhnchen glücklich entbunden worden, welcher Otto heißen soll.

Es sollen briefliche Nachrichten hier angekommen seyn, daß der erste Sänger in Gratz


während der Oper auf den Theater von der grassirenden Krankheit befallen worden seyn solle, – welches einen bedeutenden Eindruck aufs Publickum gemacht hätte.

In Neustadtl ist das Krankheits Uibel im Abnehmen, in Oberlaibach, Loitsch, Planina und Adelsberg grassirt es noch bedeutender; eben so ist es heftig in Reifnitz ausgebrochen. Herr Rudesch Herrschafts Innhaber von Reifnitz hat einige Aerzte, und eine Apotheken Abtheilung nach Reifnitz kommen lassen.

In Triest soll das Uibel neuerlich, nicht minder heftig, erschienen seyn.

Die Familie D‘Autichamp soll von Triest nach Florenz und Neapel weiter sich begeben haben.

In Mailand ist das Uibel


noch immer, besonders stark in Como , allwo vom Milit. allein täglich 15 bis 20 Man sterben.


1836/150
Ljubljana, 26. julij 1836


143.

Morgen ist das Seelenamt für die verstorbene Frau Gräfin Cöcile v. Lichtenberg um 10 Uhr in der Domkirche.

Herr Graf von Welsperg ist gestern nach Triest abgereist, gedenkt jedoch morgen Mittwoch Abends wieder zurück zu kommen.

Der gute Fähnrich Eduard B r Eghk ist auch an den herrschenden Uibel erkrankt. Er sollte mit einem Mannschafts Transport auf Commando nach Gratz , hat die Mannschaft bereits übernommen, und in seine Wohnung rückgelangt, um sich zur Reise zu überziehen, erkrankte er, und mußte ins Bett gebracht werden. Heute gehet es mit desselben Krankheitszustand ganz ordnungsmäßig, zur Hofnung der Genesung.


1836/151
Ljubljana, 27. julij 1836


144.

Es ist nun kein Zweifel, daß S e Majestaet der König Carl X nicht mehr nach Görz übersiedeln werde. Wie Frau Gräfin Seraphine v. Thurn von Ihrer Frau Schwester der Gräfin v. Lodron Brief aus Wien und damit die Nachricht erhalten hat, daß der König Carl die schöne Herrschaft Kirchberg in Oesterreich an der böhmisch-mährischen Gränze vom H. Grafen D’Orsey gekauft habe, und wie S. Majestaet das Karlsbaad verlassen werden, wo Sie sich dermalen befinden, wird die ganze königl. Familie Carls X , dort in Kirchberg, welches auch eine ansehnliche Herrschaft mit großer Jagd, bedeutender Fischerey etz. ist – die Wohnung nehmen. Die Familie des H. Grafen D’Orsey hat nur sehr weniges, der kleinern Gegenstände von Kirchberg mit genommen; es ist alles, wie es liegt und steht, verkauft, und wie man denken kann, auch gut bezahlt worden. –

Den Fähnr.


Bar. Eduard Egkh gehet es etwas besser, allein sein Zustand war in der Nacht vom Montag zum Dienstag so schlecht, daß derselbe mit den Sterbsakramenten versehen werden mußte; man wollte Ader lassen, allein es gieng kein Blut aus der Ader, da bekanntlich bei dieser Krankheit das Blut im Körper gerinnt, und eine Substanz wird, indessen wurde durch Anwendung von Eggeln auf den Bauch und Kopf, den Patienten Hilfe geschaft, welche Blut zogen.

Frau Gräfin Richard von Blagai gehet es zwar besser, Sie ist aber noch immer zu viel leidend um das Bett verlassen zu können. Ihre Krankheit rühret von weiblichen Umständen, welche durch den Schrecken der Todesnachricht, gehemmt worden seyn.

Graf Max Lichtenberg ist hier angekommen, er reisete wegen der Krankheit von Fiume weg, und in Feistritz starb Ihn ein Sohn.

Der General Graf Stürgh ist in Gratz gähe


gestorben; Er sprach mit mehreren Anwesenden, und verschied mit einemmale, ohne allen Schmerzen auf einem Sessel sitzend. Der Herr General war ein Homaeopath.

Graf Ant. v. Auersperg soll aus Baaden geschrieben haben, Er gedenke in 14 Tagen hieher zu kommen, bis seine Baadekur vollendet ist.

Herr Graf Hohenwarth soll seine, in der Umgegend von Raunach wider die böse Krankheit angewandte Heil-Methode mit Oehl und Lemoniesäuere, hier haben drucken lassen, wenn einige Exemplare zu bekommen, werde selbe einsenden.

Bei den heutigen Seelenamt in der Domkirche war H. Graf Richard Blagai u. Graf Joseph Auersperg – die beyden Comtessen


Sophie u. Mimi v. Auersperg , Frau Gräfin Weichard v. Auersperg mit Comtessen und mehrere Herrn und Damen.


1836/152
Ljubljana, 28. julij 1836


145.

Die Familie S r Excellence des H. Gouverneurs befindet sich noch in Thurn mit der B r Codelli schen Familie.

Die Comtessen Mimi und Sophie v. Auersperg sind gestern mit H. Grafen Richard v. Blacay nicht nach Billichgratz rückgekehrt.

Abermal wird in der Stadt von einer Vereinigung der Cameral Gefällen Verwaltungen von Laibach und Gratz – gesprochen, doch nicht gesagt, wo der Amtsort dieser Cameral Behörde werden soll.

Man hört, daß die hohen Behörden verfügt haben, daß vom 1 ten August angefangen, so lange das böse Uibel in Italien herrscht, keine Milit. Transporte in die andern Erblande gesendet werden dürfen.

Kranken Verzeichniß

vom 24 bis 25 ten July – erkrankt 6; genesen 12, gestorben 2;


vom 25 bis 26 ten July … erkrankt 9; genesen 16; gestorben 0;

'' 26 '' 27 ten '' … '' 10; '' 19; '' 2;

'' 27 '' 28 ten '' … '' 9; '' 11; '' 4.

In Summa vom 10 ten Juni bis 28 July Mittags :

Erkrankt … 1255; genesen … 798; gestorben … 328; noch in ärztlicher Behandlung … 129 Personen.

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Von Herrn Grafen Max. v. Lichtenberg ist nicht ein Sohn, sondern die Comtesse Tochter, gestorben, welches den gestrigen Bericht – nachgetragen wird.


1836/153
Ljubljana, 29. julij 1836


146.

Herr Graf v. Welsperg wird erst heute aus Triest rück erwartet.

Herr Bar: Lichtenberg ist Mittwoch Abends aus Habach wieder hieher zurück gekommen.

Fähnrich Bar: Egkh wird schon außer Gefahr erklärt, und befindet sich viel besser.

General Major Graf Wratislaw ist zum FML befördert und beym Hofkriegsrath angestellt worden, an Platz des verstorbenen FMLts Grafen von Alberti.


1836/154
Ljubljana, 30. julij 1836


147.

Herr Graf v. Welsperg ist gestern von Triest hier zurück angekommen.

Fräule Jeanette von Pagliarucci ist – 52 Jahr alt, in Krainburg, an mehrjährigen Leiden (Auszehrung) gestorben.

Der Herr Feldmarschall Lieut. Graf v. Leiningen Erlaucht –, wird am 3 August hier erwartet, oder soll an diesem Tage hier ankommen.

Vom 29 ten bis 30 ten July sind erkrankt 7, genesen 6, gestorben 2, noch krank 120 Personen.


1836/155
Ljubljana, 31. julij 1836


148.

Gubernial Rath Stelzich ist von seiner Badereise hier wieder gestern angekommen.

Auch Gubern: Rath D r Kogel ist von Görzach in die Stadt gezogen.

S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof – ist Willens, Montags nach Görzach aufs Land sich zu begeben.

Vom 30 ten bis 31 ten July Mittags

Neu erkrankt 4; genesen 6; gestorben 0. Noch kranke 118.


1836/156
Ljubljana, 1. avgust 1836


149.

Frau Gräfin Seraphine v. Thurn ist Samstag nach Kreutberg gefahren.

Fähnrich Bar. Egkh ist in guten Besserungs-Fortgang.

Vom 31 July bis 1 ten August Mittag:

Erkrankt: 1; genesen 21; gestorben 0; verbleiben noch krank 98.

In allem bis incl. 1 ten August Mittag :

Erkrankt: 1270; genesen 841; gestorben 331; noch krank wie oben 98 Personen.

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Gestern ist die Anna Wasser-Fahrt auf der Laibach wegen des gewesenen kalten Regens, nicht angenehm geworden. Das erwartete kleine Feuerwerk in der


Brula unterblieb wegen des kühlen Abends, und die Musick in Tivoli unterblieb wegen des kühlen Nachmittags.


1836/157
Ljubljana, 2. avgust 1836


150.

Das heutige Portiuncula Fest bei den hiesigen P. P. Franciscanern ist sehr schwach besucht; gegen andere Jahre verglichen, ist heute faßt kein Landvolk hier.

Friedrich Rudesch – Bruder des Herrschafts Besitzers von Reifnitz – , ist in Reifnitz gestorben. Wie man hört, hat derselbe seine Nerven durch Furcht und Angst vor der bösen Krankheit so sehr geschwächt, daß derselbe an Schwäche starb. Die Aerzte, welche zum Consilium beruffen waren, erklärten einstimmig, daß dem Patienten nur Furcht schwäche!

Die Sterblichkeit soll in Reifnitz und anstossenden paar Ortschaften sehr groß seyn.

Vom 1 ten bis 2 ten August Mittags:

Erkrankt 2; genesen 12; gestorben 1; noch kranke 87 Personen.


1836/158
Ljubljana, 3. avgust 1836


N ro 151.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sind mit der weiblichen Familie nach Villach zum Besuch Ihrer Frau Tochter v. Rosenthal heute früh abgereist. Die Frauen speisen zwar heute Mittags in Flödnig , und werden Abends im Nachtlager zu S r Excellenz kommen, welche gleich die Reise direckte von hier angetretten haben.

Gestern früh traf ich zufällig D r Juris Thoman auf der Strasse, und glaubte selben fragen zu müssen, warum keine Parthe Zettel zu S r Excellenz den H. H. Baron von Erberg nach Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg – gekommen wären? Er hörte dieses mit großes Erstaunen, nachdem er mich versicherte, Kerzen und Parthe Zettel geschickt zu haben; er wollte diese Unterlassung gleich untersuchen, und sandte mir heute die anliegenden 2 Parthe mit der Bitte, selbe nach Lustall zu befördern. –


1836/159
Ljubljana, 4. avgust 1836


152.

Da gestern ganz unvermuthet ein Wagen um Professor Nathan gekommen ist, so ist man allgemein der Besorgniß, daß es Frauen Gräfin Richard von Blagai schlechter ergehen müsse.

Die beyden Comtessen Mimi und Sophie v. Auersperg sind zwar gegenwärtig in Billichgratz, man sagt aber, sie würden dieser Tagen nach Grubenbrunn kommen, und dort fortan allein wohnen. Man sagt zwar, sie wollen sich eine Gardedame aufnehmen! um der Art für sich zu leben. –

Herr Graf Ant. von Auersperg wird nun von Wien nicht mehr zurück, hieher kommen, sondern von dort aus seine Reise nach Frankreich antretten.

Einer, vor einiger Zeit allgemein als verstorben bedauerten Person, hat Referent gestern zu Ihrem noch immer dießseitigen Daseyn, gratul iren können. Es ist die Fräule Pepi Bober , welche man in Krainburg verstorben angab, die sich sammt ihrer Schwester Lisi recht wohl befindet.

Der Herr Feldmarschall


Lieutenant Graf von Leiningen ist gestern noch nicht angekommen, es heißt, seine Ankunft seye zwischen 3 ten und 6 ten August angesagt worden.

Vor kurzen wurde hier die StaatsHerrschaft Pleterjach wieder Licitando ausgebothen; es war kein Käufer erschienen. Ein junger, hier angestellter Cavalier ließ durch einen Bevollmächtigten, einen Anboth machen, welcher Anboth zu Protocoll genommen worden ist. Referent zweifelt nicht, daß von diesem Gegenstande, die gestern in Lustall gewesene Gesellschaft, gewieß gesprochen haben wird.

Vom 2 ten bis 3 ten August sind erkr. 5; genesen 17; gest. 0

'' 3 ten '' 4 ten '' '' '' 4; '' 16; '' 3.

In Allem bis 4 August Mittags

Erkrankt 1281, genesen 886, gestorben 335, noch kr. 60.


1836/160
Ljubljana, 5. avgust 1836


153.

Der Frau Gräfin Richard von Blagai gehet es besser; Sie litt an Verstopfung; Professor Nathan gab die dienliche Arzney, und die wirkte.

Der Hauptmann Graf Coronini Kromberg von Hohenlohe , als Ajo bei den durchlauchtigen Prinzen S r kais. Hoheit des EH Franz Carl – ernannt, ist mit seiner Frau Gemahlinn (der Römerin) ehemals am Großherzog Modena -ischen Hofe –, auf der Reise nach Wien, gestern hier angekommen, und wird morgen die Reise fortsetzen.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg , ist nach hohen Wunsch Eure Excellenz , wegen des vorgehabten Besuchs richtig benachrichtigt worden, und läßt sich vielmals der ganzen hochverehrten Familie empfehlen.


1836/161
Ljubljana, 6. avgust 1836


154.

Herr Graf Saurau ist schon vor einigen Tagen aus Kärnthen rückgekommen; Frau Gräfin ist aber noch dort bey der Mama geblieben.

Herr Gub. Rath D r Kogel ist gestern nach Baaden abgereist.

Heute erwartet man bis 4 Uhr Nachmittags S. Erlaucht Herrn Feldmarschall Lieut. Grafen Leiningen , und ist um diese Stunde die Mittagstafel in der Wohnung S r Erlaucht bestellt.

Um 6 Uhr wird dann vor der Wohnung Hochdesselben, türkische Musick seyn.

Vom 4 bis 5 Aug. sind erkrankt 1; genesen 19; gestorben 1;

'' 5 – 6 '' '' 2; '' 11; '' 0.

Noch kranke in der Behandlung 32.


1836/162
Ljubljana, 6. avgust 1836 II


Unterbreite meinen unterthänigsten Dank für die gnädige Erinnerung an mich mit der überschickten Melone, die erste, die ich heuer sehe, und genüssen werde, und bitte ferner mich in Gnaden zu erhalten.

Die alte Frau Baronin von Codelli ist schon einige Tage hier in Ihrer Wohnung sammt Familie, und liegt an einen Gallfieber im Bette. Wie ich mich heute eigends erkundiget, soll es mit den Uibel der Frau Baronin besser gehen.

Eure Excellenz geruhen gnädigst meine Verehrung zu genehmigen. Der gnädigsten Excellenz Frau küsse ich die Hand, und zeichne mich Ehrfurchtsvoll.

Eure Excellenz

Laibach den 6 ten August

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/163
Ljubljana, 7. avgust 1836


155.

Herr FeldMarschall Lieutenant Graf Leiningen ist gestern um 5 Uhr N. M. hier angekommen.

Heute machte Hochdemselben das Offs. Corps die Aufwartung.

Nach eingehollter Erkundigung gehet es heute etwas schlechter als gestern, der alten Frau Baronin von Codelli.


1836/164
Ljubljana, 8. avgust 1836


156.

S e Excellenz sollen am Donnerstag sammt Familie, von der nach Villach unternommenen Reise hieher zurück kommen.

Man sagt, B r Mladota gedenke etwa am Donnerstag nach Böhmen abzureisen.

Frau des Kameral- Cassa-Controllors Nowack ist lezte Nacht an der bösen Krankheit sehr heftig erkrankt; sie war noch Abends vor dem Schlafen gehen ganz wohl; das Uibel stellte sich Nachts 11 Uhr mit Heftigkeit ein; Aerzte und die geistliche Hilfe wurde schnell herbei geruffen, und bis izt ist noch nichts besser geworden.

Die verehelichte Tochter des verstorbenen Professors Binder, eine junge Frau von muntern


Temperament, ist an den Uibel, in Folge Krämpfen, lezte Nacht auch gestorben; sie war gestern ganz wohl, der Krampf begann im linken Arm an Abend, und drang nach den Herzen, der Tod erfolgte noch in der Nacht!

Kranken Verzeichniß :

Vom 6 ten bis 7 August: erkr. 1, genesen 10, gestorben 0;

'' 7 ten – 8 – '' '' 3; '' 5; '' 2.

In allem vom 10 Juni bis 8 August Mittags

Erkrankt 1288, genesen 931; gestorben 338, noch krank 19 Personen.


1836/165
Ljubljana, 8. avgust 1836 II


Solle ich nebst Empfehlungen vom H. Grafen von Welsperg anzeigen, daß der Herr Graf mit Comtessen Töchtern, dann H. Polizei Directer von Sicard mit Frau Gemahlinn, morgen Dienstags nach 11 Ihr von hier nach Lustall fahren, und über Mittag sich bei Hochdenenselben einladen werden.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend, küsse ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und gnädigen Comtesse Hand, und geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellenz

Laibach den

8 ten August 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/166
Ljubljana, 9. avgust 1836


157.

Die Tochter der vorgestern erkrankten Cameral-Cassa-Controllors – Frau Nowack –, ist gestern Abend auch erkrankt; die Mutter ist bezüglich zweyer Uibel etwas besser, allein die Krämpfe sind noch anhaltend.

Die Artillerie der österr. Armée wird hinkünftig, statt der Rehfarben Uniform, dunklbraune, wie die Gränz Truppen, mit rothen Aufschlägen erhalten.


1836/167
Ljubljana, 10. avgust 1836


158.

Heute war in der Früh das Regt. Hohenlohe mit allen zwei Bataillonen bei Kaltenbrunn en Parade vor S r Erlaucht den Herrn FML Grafen von Leiningen ausgerückt, welches eine sehr große Menge Neugieriger zu Wagen, zu Pferd und zu Fuß – nach Kaltenbrunn lockte, wo die Parade statt fand.

Vom 8 ten bis 9 ten August sind: erkrankt 3; genesen 6; gestorben 0, und krank sind noch 16 Personen.

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Die Frau Nowack ist noch immer nicht außer Gefahr.


1836/168
Ljubljana, 11. avgust 1836


159.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sind diesen Nachmittag aus Kärnthen zurück gekommen, waren über Nacht schon in Flödnig , die Familie wird von leztern Orte bis Abend kommen, und alle wieder zu Thurn an der Laibach wohnen.

Von gestern bis heute Mittag sind drey Personen an der bösen Krankheit gestorben. Noch sind in ärztlicher Behandlung 14 Personen.


1836/169
Ljubljana, 12. avgust 1836


160.

Vom 9 ten bis 10 ten Aug: erkrankten 1; genesen 2; gestorben 1; und sind noch krank verblieben 14 Personen.

Vom 10 ten bis 11 ten … erkrankt 4; genesen 3; gestorben 3; krank verblieben 12 Personen.

Vom 11 ten bis 12 ten … erkr. 4; genesen 0; gestorben 2; noch krank … 14 Personen.

In allem vom 10 Juni bis 12 August Mittags:

erkr. 1300; genesen 942; gestorben 344; noch krank wie oben 14 Personen.


1836/170
Ljubljana, 13. avgust 1836


161.

Der Unter Lieut. B r Gustav Egkh wird Adjutant beym H. Generaln von Pirquet.

Vom 12 ten bis 13 ten August Mittags sind erkrankt 4; genesen 0; gestorben 3; noch krank … 15 Personen.

Nach einer Nachricht H. Grafen Richards von Blagai ist nun alle Hoffnung zur baldigen Genesung der Frauen Gräfin Gemahlin vorhanden, daß selbe sich bald ganz wohl befinden wird.


1836/171
Ljubljana, 14. avgust 1836


162.

Das Regmt. Deutschmeister ist nach Linz disloc irt, und das Inf. Regt. EH Carl , vor Kurzen von Wien nach Brünn in Garnison bestimmt, wieder in die Umgegend von Wien nach Ebersdorf nächst Wien neuerdings zu übersetzen, von hohen Orten angeordnet worden.

Man spricht auch von Aenderungen an der Uniform der Civil Beamten.

Vom 13 ten bis 14 August sind erkrankt 4, genesen 0, gestorben 2, verbleiben noch krank 17 Personen.


1836/172
Ljubljana, 15. avgust 1836


163.

Der Grenadier Ober Lieut. Graf von Lichtenberg aus Triest ist hier angekommen.

Herr Hofrath Graf von Aichelburg ist von Wien auch hier eingetroffen, und hat die beyden jungen Barone v. Zois auf Vakanzen hieher mitgebracht.

Gestern war türkische Musick in Tivoli und der Ort ziemlich stark besucht.

Auch war gestern Nachmittags Visitte bei S r Excellenz Herrn Gouverneur hier in der Burg. Frau Gräfin von Welsersheim hat die Frau Gräfin von Leiningen allda, und dieser Tage auch bei den hiesigen anwesenden Familien, aufgeführt.

Die Comtessen von Auersperg sind noch in Billichgratz.

Die Frau des D r Repeschitz ist auch an der bösen Krankheit – erkrankt; man besorgt, sie dürfte ihren schon alten Herrn versterben.


1836/173
Ljubljana, 16. avgust 1836


164.

Man hört, daß S e Excellenz der Herr Gouverneur Ende dieser Woche ins Bad nach Vellach zu reisen gedenken, und Ihre Excellenz die Frauen Gemahlinn mit Familie in der Zeit der Abwesenheit des H. Gemahls, in Flödnig verweilen wollen.

Man hört auch, daß die hohe Hofkanzlei den Vorschlag des hiesigen Guberniums beygetretten, und H. Gub: Secretair Gr. von Aichelburg zum Gubern: Rathe, auch höchstens Ortes anempfehlen haben soll.

Vom 14 ten bis 15 August : erkrankt 1; genesen 0; gestorben 1; noch krank 17 Personen.


1836/174
Ljubljana, 16. avgust 1836 II


Soll ich über ein Ersuchen des seit einigen Tagen Bettlegerigen Baron Bussette nebst dessen vielen Empfehlungen, und Vermeldung seines einzigen Vertrauens zu Hochderoselben Herzensgüte nachfolgenden Vortrag erstatten, da derselbe selbst zu schreiben, im Augenblick sich in großer Verlegenheit befindet. Zu allen seinen unglücklichen Ereignissen mußte sich noch dieses ereignen, daß Er mit seinen Advokaten dem D r Napreth sich entzweihet, dieser ihn nach vielen bittern Worten, und auf Verlangen des H. Baron’s, die sämtlichen Process Acten ausgehändigt, der Herr Baron zu seinem Vertretter den D r Obijeatsch nun genommen, doch, wie ich von H. Baron Bussette mit Freuden vernommen, derselbe an D r Eberle einen Brief geschrieben habe, daß er, der H. Baron erböthig seye, um den Process ein Ende zu machen, sich mit H. Grafen von Hohenwarth zu vergleichen. Dieser Schritt muß jeden Freunde, der die beyden, im Alter schon sehr vorgerückten, streitenden Herrn kennt, gewieß mit Freude erfüllen! mir ist es gewies sehr erfreulich, als ich Sie beide hochschätze, und daher recht sehr wünsche, damit von Seiten des H. Grafen, dießfällige Vergleichsbedüngnisse, auf Billigkeit be-


gründet werden möchten. Der gute H. Baron Bussette scheint sehr in Geldnoth zu seyn, und äußerte wiederhollt, wenn er einen Freund wüßte, der so viel Freundschaft für ihn hätte, um ihn 200 f CM , welchen Betrag Er halben November von der Eure Excellenz bekannten Triester Präbente zu erhalten habe, er für die noch ausständige Zeit gern Entschädigung leisten möchte. Er wiederhollte mir zwar einigemal, daß er diese Hilfe von Eure Excellenz suchen und erbitten möchte, weil, wie er glaube, Eure Excellenz mittelst D r Eberl ihn gewies helfen könnten, dabei äußerte H. Baron aber wieder, ob ich nicht im Stande wäre, bei einem Kaufmanne diesen Betrag zu erlangen, weil Er das Geld dringend benöthige.

Ich nahm mir vor, ehe ich mich in etwas einlasse, Eure Excellenz von allen dem Kenntniß zu geben, da Hochdieselben bezüglich dieser Praebente näher unterrichtet sind, ob solche für alle Zeiten ihn angehöre, folglich von den H. Baron testirt werden kann, oder ob diese nur Zeitlich, und mit seinem Tode aufhörend ist, für welch leztern Fall, dann ich in Verlegenheit gerathen würde, denn 3 Monate ist doch etwas zu lang für einen so alten, dem Tode so nahen Herrn; daher ich auch H. Baron sagte, wenn Er es wolle, wäre meine Meynung, Eure Excellenz gütigen Rath


einzuholen, welches ihn eben recht war, und Er mir sagte, Er wolle seinen Vergleichs Antrag an H. Grafen Hohenwarth , welchen H. Baron dem D r Eberl geschickt, mir in Abschrift schicken, um diesem, den gegenwärtigen Schreiben anzuschlüssen.

Indem ich nun dieses alles Eure Excellenz allgemein belobten Herzensgüte unterbreite, füge ich meine unterthänige Bitte um ferners geneigtes Wohlwollen bei, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand, so wie ich auch der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den

16 Aug. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


P.S. Da Herr Baron v. Bussette , nachdem ich mein Schreiben geschlossen, und auf seine Antwort bis Mittag gewartet, erst damalen sein Communicat mir übermacht hat, muß ich diese Nachschrift mir aus der Ursache erlauben, weil der H. Baron mir erstlich Kenntniß gibt, daß wegen den gewünschenen Gelde, ihn bereits geholfen ist, und seine – des H. Baron’s Bitte nur diese ist, daß Eure Excellenz sich zu verwenden, und auf D r Eberl eindringlich einzuwirken geruhen möchten, damit er wegen Schlüssung des Vergleichs sich thätigst bemühen möge. Vielleicht, daß ein gutes Wort von Eure Excellenz bey H. Grafen von Hohenwarth auch nützlich wirken möchte.

unterthäniger

Franz


1836/175
Ljubljana, 17. avgust 1836


165.

Wie es scheint, wird heute die Frau Generalin von Pirquet das Kindelbett erreichen. Die gewisse Frau ist seit den Morgen im Hause, und der kleine Knabe ist aus dem Haus geschickt worden.

Vom 14 ten bis 15 Aug. : erkrankt 1; genesen 0; gestorben 1.

'' 15 ten '' 16 ten '' – '' – 5; – '' 0; '' '' 2.

'' 16 ten '' 17 ten – '' – '' – 6; – '' 0; '' '' 3.

In Allem vom 10 ten Juni bis 17 ten Aug. Mittags :

Erkrankt … 1320

genesen 942

gestorben 355 = 1297. (1320)

Verbleiben noch krank 23.


1836/176
Ljubljana, 18. avgust 1836


166.

Wie schon bekannt, ist die Frau des H. Generalen von Pirquet gestern mit einem Töchterchen entbunden worden.

Die Frau Gemahlin des H. General v. Sivkovich soll ebenfalls von einem Töchterchen entbunden worden seyn.

Gestern gab die hiesige Schützen Gesellschaft S r Erlaucht dem Herrn Feldmarschall Lieut: Grafen von Leiningen zu Ehren, ein Bestschüssen mit Pistolen.

Die Majors Wittwe von Michelly ist mit Ihrer ältern Tochter hier angekommen, und hat auch die bewußte Braut mitgebracht, deren Namen morgen nachzutragen hoffe.


1836/177
Ljubljana, 18. avgust 1836 II


Bestättige mit meinen unterthänigsten Danke den Erhalt des kunstvollen und heilvollen Apparats , anbei Uibersende den gewünschenen Chinesen, welcher mir für 1 f 10 xr gebothen, und für einen Gulden überlassen worden ist. Küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand, und bitte um ferner gnädiges Wohlwollen; geharre mit aller Verehrung und Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den

18 Aug. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/178
Ljubljana, 19. avgust 1836


167.

Die vermeintliche Copulation des Landrathes in Udine Herrn Baron Dubsky ist nicht erfolget, obgleich sich derselbe hierorts in zwei Pfarreyen darum verwendet hat. Es war zwar keine Einsprache, wie der Fall mit den k. Prinzen von Capua , in England war, hierorts gegen Bar. Dubsky’s eheliche Verbindung mit seiner gewählten Braut – geschehen, allein sowohl Braut und Bräutigam hatten vergessen, von ihren betreffenden Seelsorgern sich die Ermächtigung geben zu lassen, daß ein anderer Priester sie trauen könne. Es blieb den Brautpaar daher nichts anders übrig, nachdem Sie in der Domkirche nicht angenommen, und bei der St. Jacobs pfarre ihre Wünsche gleichfalls nicht erfüllt erhalten, sich aber der gesetzlichen Bestimmung, durch einen 6wöchentlichen Aufenthalt allhier, diesen Anstand zu entfernen, sich auch nicht unterziehen wollten, als daß H. Bräutigam nach Udine schrieb, und sich von seinem dortigen Seelsorger das Cedo! – für die hiesige Trauung einhollt, welches man bis morgen Samstags hier erwartet, wo dann die Einsegnung statt finden würde. Bar. Dubsky hatte sich Bar. Franz Lazzarini vermutlich als Freund aus der Theres. Ritter Akademie –, hieher zum Beistand erbethen, und dieser leztere hat den Bar. Dubsky sammt Braut zu sich nach Flödnig geladen, wohin


Frau Majors Wittwe v. Michelly die Braut begleitet, und diese der Frau Bar. v. Lazzarini übergeben hat. Die Braut nennt sich Contessa Margaritha Becich – (zu lesen Bezich ) eine Dalmatinerinn , welcher die Familie Brigito 10.000 f und die Familie Nadasdy eben soviel als Heurathsguth gegeben, überdieß jede dieser beyden Familien 1000 f CM , dann die junge Gräfin v. Nadasdy 500 f zur Ausstattung geschenkt hat.

Frau Gräfin Bellegarde geborne Gräfin Barbo ist von Groisenbach gestern sammt H. Gemahl hier angekommen, und wird morgen wieder nach Unterkrain zurück reisen.

Gestern hat sich auf den alten Markt, gleich nächst der Wohnung des Ob Lt B r Gall , ein trauriger Fall ergeben. Ein Fuhrmann brachte Wein, andere sagen Oehl, zum Gewölbe des verstorbenen Ossischeg – der Fuhrmann wollte sich keine Gehilfen zum Abladen dieses Fasses nehmen, sondern machte sich allein an die Arbeit. Das Faß aber blieb nicht in der Ballanz , fiel auf den Man, und drückte ihn augenblicklich todt, den [!] Blut rann wie ein Strom aus Nasen, Mund, Ohren etz. von ihn. Geistlicher, Aerzte, und alles wurde schleunig zum Unglücklichen herbei gehollt, allein


keine Rettung mehr; er wurde als todt ins Civil Spital getragen. Das Faß soll bei 13 Centner Last gehabt haben.

Baron Mladota wird heute oder morgen über Wien nach Prag reisen.

Gestern Nachmittag war die Taufe bei H. Gen. v. Pirquet. Der Rgts. Caplan verrichtete die Taufhandlung. Frau Gräfin von Welsersheim hielt den Täufling auf den Arm. Der H. Oberste B r Rath , Frau und H. v. Sicard waren dazu geladen.

S e Excellenz der H. Gouv. reisen morgen mit Baronesse Fani ins Baad nach Vellach. Ihre Excellenz die Frauen Gouv. mit Baronesse Mathilde aber, werden nach Flödnig sich begeben. S e Excellenz wollen nur einige Tage ausbleiben.

Gestern ist ein Bruder der beyden Bar. Egkh aus Gratz hier auf Vaganzen angekommen, er ist Jurist, und der Größte von den drey Brüdern.

Der Custos vom Casino hat mir anliegende 6 Quittungen á 1 f 20 xr zur Einsendung gebracht, welche zusammen 8 f CM betragen.


1836/179
Ljubljana, 20. avgust 1836


168.

Die Fama läßt ein fatales Ereigniß von Mund zu Mund gehen. Die Gräfin Klementine Thurn soll in gesegneten Leibesumständen, und ein Südländer (ein Koch der hier gewesenen k. spanischen Familie) die Veranlassung dieses Specktackels seyn. Dieser Umstand erweckt um so mehr Erstaunen, als man die Person, wie immer auf den Gassen siehet, und viele Sachkündige den Umstand schon deutlich erkennen wollen! –

Man sagt, Delle Hanal , die Sängerin, soll den Sänger Stolte geheurathet und den Antrag an die hiesige Theater Oberdirekzion gemacht haben, denselben auch für Laibach zu engag iren; zugleich soll die Sängerinn erklärt haben, wenn die böse Krankheit – Laibach nicht verlassen haben wird, Sie nicht anher kommen werde.

Von 17 bis 18 August erkr. 0; genesen 1; gestorben 0, noch kr. 22.

'' 18 '' 19 – '' – '' – 5; – '' 2; – '' 1; – '' 24.


1836/180
Ljubljana, 21. avgust 1836


169.

S e Excellenz der Herr Gouverneur ist mit Baronesse Fanny gestern nach Vellach. Ihre Excellenz die Frauen Gemahlinn sind hier, da H. Bar. Franz v. Lazarini mit Frau Gemahlinn, dann der Baron Dubsky und dessen Contessina Braut, sich auch hier befinden.

Die Trauung der Leztern ist heute in der Mittags Zeit bei St. Jacob erfolget; H. Präsident Raicich , H. Bar. Franz Lazarini waren Beistände, der Bruder des Leztern, Bar. Vinzenz war Brautführer, Marie Baronesse von Lazarini die kleine Schwester, dann Fräulein Auguste Michelli waren Kränzel Fräuleins, endlich wohnte der Trauung Frau Bar. Franz v. Lazarini und Frau v. Michelli bey.

Herr Baron Dubsky ist mit seiner Gemahlinn Nachmittags halb 6 Uhr nach Udine abgereist, und gedachte bis Adelsberg zu fahren.

Herr Baron Mladota ist mit Kajetan Baron


Lazarini Sonntags, heute früh gegen 9 Uhr nach Wien abgereist, da Lezterer als Edelknabe zur Krönung nach Prag bestimmt, am 29 ten d. in Wien seyn müsse.

Vom 19 bis 20 ten sind erkrankt 0, genesen 0, gestorben 0, noch krank 24 Personen.

Vom 20 ten bis 21 ten Aug. sind erkrankt 0, genesen 2, gestorben 0, noch krank 22 Personen.

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Der Herr Fürst Bischof befindet sich zu Görtschach.


1836/181
Ljubljana, 22. avgust 1836


170.

Bar. Mladota ist gestern Sonntags früh gegen 9 Uhr von hier abgereist, und mit ihm Bar. Kajetan v. Lazarini.

Gestern war Musick in Tivoli und dann Gesellschaft wie gewöhnlich bei Frau Gräfin Welsperg.

Man erzählt, daß gestern Herr Graf Seifrid v. Lichtenberg Ober Lieut. v. Hohenlohe , die Bewerbung wegen Vermählung mit Comtesse Nina v. Auersperg – in Billichgratz gemacht haben solle. – Er wird fortdienen, sich von die Grenadiers anher nach Laibach übersetzen lassen, und Ober Lieut. Vandoni , wie man hinzu sezt, statt seiner zu die Grenadiers kommen.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist heute zum Besuch seiner Mama – nach Schwarzenbach gefahren; gedenkt Freytags zurück zu kommen.

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Daß Herr Graf von Saurau schon vor einigen Tagen nach


Kärnthen gereiset, um die Frau Gräfinn Gemahlinn abzuholen, dürfte bekannt seyn.

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Vom 21 ten bis 22 ten August sind erkrankt 0; genesen; gestorben 0; noch krank 22 Pers.


1836/182
Ljubljana, 23. avgust 1836


171.

In Madrid und in mehreren der Provinzial Hauptstädte Spaniens ist die Constitution vom Jahre 1812 proclam irt, und an einigen Orten wieder Greuels Scenen dabei verübt worden. Dieser unerwartete Vorfall wird neue Verlegenheiten bereiten.

Hier in Laibach nichts neues.


1836/183
Ljubljana, 23. avgust 1836 II


Unterbreite unterthänigsten Dank für die gnadige Erinnerung an mich mit den Melonen, und habe die Ehre zu berichten, daß die 8 f CM Casino Betrag erhalten und an die Bestimmung abgeführt habe.

Mit Eure Excellenz gnädigster Erlaubniß gedenke ich morgen meine Aufwartung persönlich zu machen, und meine Verehrung darzubringen.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, und küsse auch die Hand der gnädigen Comtesse , mich mit aller Verehrung und Ehrfurcht zeichnend:

Eure Excellenz

Laibach den

23 Aug. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/184
Ljubljana, 24. avgust 1836


172.

Gestern gab Frau v. Kreuzberg eine Jausen beym steinern Tisch.

Vom 22 bis 23 August sind: erkrankt 9; genesen 4; gestorben 2 – noch krank 25 Personen.

In Allem vom 10 Juny bis 23 August 1836:

Erkrankt 1334; genesen 951; gestorben 358; noch krank wie oben 25 Personen.


1836/185
Ljubljana, 25. avgust 1836


173.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sollen morgen Freytags Abends rückkehren.

Vom 23 ten bis 24 Aug. sind erkrankt 1; genesen 2; gestorben 0, noch krank 24 Personen.


1836/186
Ljubljana, 25. avgust 1836 II


Habe die Ehre mitfolgend die gewünschene Kanone, noch etwas kleiner, als das gestrige Muster gewesen, und wie ich glaube mehr angemessener – zu überschicken, welche mir der Gelbgießer heute morgens überbracht und dafür 1 f 10 x CM verlangt hat, welche ich demselben auch bezahlt habe.

Gestern bin ich sammt meinen Blumen Topfen recht gut nach Hause gekommen, es war ein herrlicher Abend; ich küsse Eure Excellenz und der gnädigen Comtesse die Hand für die mir gestern geschenkte Gewogenheit, so wie ich S r Excellenz meinen innigsten Dank zu Füssen lege, um allseitig gütiges ferneres Wohlwollen bitte, und mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellenz

Laibach den 25 Aug. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/187
Ljubljana, 27. avgust 1836


174.

In der Nacht vom 24 zum 25 ten d. ist der Reitknecht des H. FeldMarschall -Lieutenants Grafen v. Leiningen an Bluthusten gestorben. Schon der zweite der anher gekommen Dienstbothen.

Vom 24 bis 25 ten Aug. erkrankt 9, genesen 0, gestorben 0;

'' 25 '' 26 '' '' 0, '' 4, '' 0;

'' 26 '' 27 – '' '' 1, '' 0, '' 0;

noch sind 19 Personen krank.


1836/188
Ljubljana, 27. avgust 1836 II


Gnädiges Schreiben mit eingeschlossenen 1 fr 10 xr für die Kanone, habe bei meiner gestern Freytags erfolgten Rückkunft von Weißenstein, allwo ich Donnerstag und gestern war, erhalten, und auch zwei Melonen mit denselben bekommen, wofür, so wie für das mir am Mittwoch geschenkte gnädige Wohlwollen unterthänigst danke.

Ich schmeichle mir, daß Eure Excellenz meine mündlich am Mittwoch dargebrachten Wünsche für Hochderoselben hohes Namensfest zu genehmigen geruhet haben; ich habe mich jedoch dieses festlichen Tages heute auch mit innigst gerührten Herzen erinnert, und auch heute mich bestrebt, Eure Excellenz hohen Auftrag gemäs, die


zwei Wappenbücher zu erfragen. Beyde befinden sich dato in Handen des Graffeurs Charl allhier, Stadt N ro 10, rückwärts pr Terre im Hof. Derselbe ist jedoch im Augenblick zu Gratz abwesend. Ich finde, daß diese Bücher beyde Eure Excellenz angehören, da auf der ersten Seiten des ersten Bandes eine Art Vorerinnerung von Eure Excellenz eigener Hand geschrieben ist. Ich habe von den Tittelblättern beyder Bände, und auch von der Vorerinnerung Abschrift genommen, und lege solche hier bei.

Ihre Excellenz die gnädigste Gräfin hatte auch etwas gewünschen. Ich habe Ob Lt. Schwarzenberg über die Sache befragt, und vernommen, daß die Familie Zois mit der Eisengus


Fabrique zu Hof in Unterkrain wegen einem Grabmahl pact irt habe, dennoch versprach er, der Ob Lt. Schwarzenberg , bezüglich Steinmetzer Arbeit durch Bar. Anton Zois , bei der Mama nachfrage machen zu lassen.

Mich zu fernern gnädigen Wohlwollen empfehlend, und darum bittend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin Hand, so wie die Hand der gnädigen Comtesse küsse, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

27 Aug. 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/189
Ljubljana, 28. avgust 1836


175.

Herr Graf von Welsperg ist aus Triest zurück gelangt.

Vom 27 ten bis 28 August sind erkrankt 0, genesen 1, gestorben 0, noch krank 18 Personen.

In allem vom 10 Juni bis 28 August Mittags:

Erkrankt … 1335

genesen … 959

gestorben 358 = 1317

Noch krank wie oben … 18 = 1335.


1836/190
Ljubljana, 29. avgust 1836


176.

Gestern war türkische Musick in Tivoli, und eine sehr große Menschenmenge dort als Zuhörer.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg wird heute von Schwarzenbach hier rückerwartet.

Vom 28 ten bis 29 Aug: sind erkrankt 0, genesen 6, gestorben 0; noch krank 12 Personen.


1836/191
Ljubljana, 30. avgust 1836


177.

Herr Baron Leopold v. Lichtenberg ist gestern von Schwarzenbach – Abends hier angekommen, wird aber diese Woche kaum einen Tag in Habach seyn. In etwa 14 Tagen gedenkt die Frau Gräfin, die Mama H. Baron’s, nach Laibach auf Besuch zu kommen.

Gestern gab H. Gouverneur ein Dinér , und Abends war türkische Zapfenstreich, den eine sehr große Menschen Menge folgte.

Vom 29 zum 30 ten d. sind erkrankt 0, genesen 6, gestorben 0; noch sind krank 6 Personen.

In allen vom 10 Juni bis 30 August sind:

Erkrankt 1335, genesen 971 , gestorben 358; noch krank 6 Personen.


1836/192
Ljubljana, 31. avgust 1836


178.

Herr Graf v. Saurau mit Frauen Gräfin Gemahlinn, sind vorgestern aus Kärnthen hier angekommen.

Herr Graf Joseph und Benedict von Auersperg sind auch in der Stadt.

Professor Nathan, welcher vorgestern nach Billichgratz gehollt, und heute von da rückgekommen war, sagt, daß Frau Gräfin in Folge längern Sitzen auf einer kühlen Steinbank, nach vorhergegangenen Erhitzung, sich so bedeutend erkühlt, daß – da auch ein Abführen schon geherrscht, die Urinsperr wieder eingetretten, demnach ein völliger, heftiger Fieberanfall erfolgte, welcher über 4 Stunden mit Kälte anhielt, worauf Hitze gekommen, nun aber die Frau Gräfin schon wieder so weit


hergestellt ist, daß der Urin von selbst seinen Lauf nimmt, und nach diesen gebesserten Umständen Herr Professor anher rückgekehrt seye.

Vom 30 ten bis 31 August Mittags sind:

Neu erkrankt 3; genesen 2; gestorben 0; noch krank 7 Personen.


1836/193
Ljubljana, 2. september 1836


179.

Gestern Donnerstags waren mehrere Kaffe- respt. Jausen Gesellschaften in Rosenbach; die Gesellschaft vom Osterberg war bei guter Zeit hier zurück angekommen.

Vom 31 Aug. bis 1 September Mittags sind:

Erkrankt 2; genesen 2; gestorben 0; noch krank 7;

vom 1 ten bis 2 ten September Mittags:

Erkrankt 0; genesen 0; gestorben 0; noch krank 7.


1836/194
Ljubljana, 3. september 1836


180.

Baron Moritz Tauferer ist mit Frauen Gemahlinn heute früh nach Weichselbach.

Heute verbreitet sich die unangenehme Nachricht in der Stadt, daß Frau Gemahlinn des H. Generaln v. Sivkovich sammt den Neugebornen Kind – in Triest gestorben seyn solle; es scheint zwar eben so unwahrscheinlich – wie vor einigen Tagen ausgestreut wurde, daß Frau v. Jellachich in Agram an der bösen Krankheit gestorben wäre, wahrend Sie in Wien sich recht wohl befindet; indessen ist alles möglich! –

Heute war der Herr Fürst Bischof einige Stunden früh in der Stadt, ist aber Mittags wieder nach Görtschach abgefahren.

Vom 2 ten bis 3 7bris Mittags; erkrankt 2; genesen 1; gestorben 1; noch krank 7 Personen.


1836/195
Ljubljana, 4. september 1836


181.

Der gute Baron Grimschitz soll in Gratz schon sehr elend und faßt von allen Aerzten aufgegeben seyn.

Heute ist im Laibacher Tivolli wieder Musick.

Vom 3 ten bis 4 September sind erkrankt 1; genesen 1; gestorben 0, noch krank 7 Personen.


1836/196
Ljubljana, 5. september 1836


182.

Der Herr Feldzeugmeister und Landes Command irender General – S e Durchlaucht Prinz zu Hessen-Homburg – sollen Mittwoch den 7 ten d. M. Abends hier ankommen, werden Donnerstags den 8 ten als an kleinen Frauentage hier verbleiben, Freytags die Truppe exerc iren lassen, und entweder noch Abends an diesen Tage, oder Samstags früh von hier abreisen.

Die Gesellschaft bei Frau Gräfin v. Welsperg war gestern Abend sehr zahlreich. – Herr FML Gr . Leiningen sammt Frauen Gemahlinn, sind vor 7 Uhr von dort rückgekehrt, oder waren gar nicht dort, sondern wie man hört, nur spaziren gefahren.

Das Vorgeben, daß gestern in Tivolli Musick seyn werde, hatte eine sehr große Menge Volks dahin gelockt, welche in der Erwartung getäuscht, ohne sich an den philharmonischen Tönen erfreut zu haben, rückkehrte.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg wird diese Woche sich nicht auf dem Lande aufhalten, da der Casino -Bau seine Anwesenheit hier fodert.

Frau Gräfin v. Welsersheim


wird morgen nach Gratz abreisen.


1836/197
Ljubljana, 6. september 1836


183.

Herr Domprobst Burger hat wie bekannt, eine vor 36 Jahren – nach Wien gemachte Reise, vor Kurzen wiederhollt, und ist dieser Tagen wieder hier zurück angekommen, welche Tour demselben nach eigener Versicherung – recht gut angeschlagen hat.

Vom 4 ten bis 5 ten September sind erkrankt 0; genesen 2; gestorben 0, verbleiben noch 5 Kranke.


1836/198
Ljubljana, 7. september 1836


184.

Herr Graf von Hohenwarth mit Frauen Gräfin sind Montag Abends in die Stadt angekommen.

Man sagt, daß am 15 ten d. M. als am Landtag in Krain, allhier die erste theatralische Vorstellung statt finden soll.

Am 19 ten d. M. würde der Kärnthnersche Landtag zu Klagenfurth abgehalten werden.

Frau Gräfin v. Welsersheim sind gestern nach Gratz abgereist.


1836/199
Ljubljana, 8. september 1836


185.

Der Command irender General Prinz zu Hessen Homburg ist gestern Abend angekommen, im Gasthof zum wilden Mann abgestiegen, hat den Abend bei H. FML Grafen von Leiningen zugebracht, daher vor der Wohnung des Leztern türkische Musick war.

Wegen des in der Nacht eingetrettenen Gewitter-Regens, konnte keine Kirchenparade im Freyen gehalten werden; es war gewöhnlicher Gottesdienst bei St. Peter , nachher Besichtigung der Cassern; das Dinér bei H. FML Grafen von Leiningen.

Weil durch den heute faßt den ganzen Tag geherschten Regen sehr köthig geworden, ist es von den bestimmten Maneuvre abgekommen, und bestimmt worden, daß wenn es das Wetter zuläßt, die Truppe um 7 Uhr en Parade bei Kaltenbrunn auf-


gestellt seyn muß, wo dann im Feuer Exerc irt werden würde; sollte es jedoch morgen früh nicht geschehen können: so wird Nachmittags, wenn es auch regnet, ausgerückt, und im Feuer exerc irt werden, jedoch die Truppe in Manteln angelegt seyn.

Man sagt, es wird morgen Dinér bei S r Exc: Herrn Gouverneur seyn, doch ist es Referenten nicht gewieß bekannt. –

Wegen des schlechten Wetters war auch heute bei S r Excellenz H. Gouverneur schwacher Besuch.

Uibermorgen reiset der Command irender Prinz zu Hessen Homburg Durchlaucht – weiter. Major Mertens begleitet S. Durchlaucht.

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Laibacher Theater Personale: Herbst 1836.

1 te Sängerin Delle Hanal ; hat aufgegeben, daher erwartet wird: Delle Ruth oder Janig.

2 te '' '' '' Fischer

3 te '' '' '' Lanzedelli (Local Sängerinn )

1 ter Tenor H. Kreuzer

2ter '' '' Reitmann

1 ter Baß '' Leitner

2ter '' '' Fischer (zugleich Bariton)

1 ter Liebhaber '' Wallburg – Regisseur – (Heldenrollen)

1 ter jugendlicher Liebhaber H. Richter

Jugendlich marg irte Rollen, Naturburschen etz.

Herr Lieders.

Väterrollen '' Link

'' '' Funk (Intrigant)

'' '' noch einer wird erwartet.

Komicker: einstweilen H. Baumann!


Anstands Damen, gesetzte Liebhaberinn en Madame Link.

1 te Liebhaberinn Delle Flori

Noch eine jugendliche Liebhaberinn wird erwartet.

2 te Liebhaberin Delle Petzinger.

Mütter, komische Alte. Madame Ziegler.

Fürs Chor und Nebenrollen

Delle Jung – Denker – Steiner

Kapellmeister H. Telle

Soufleur '' Bruno

Orchester Direcktor '' Till.


Seznam se še enkrat ponovi.


Seznam se še enkrat ponovi.


Seznam se še enkrat ponovi.


1836/200
Ljubljana, 13. september 1836


186.

Seit mehreren Tagen von allen Vorfällen entblößt, konnte die Ehre nicht haben, von hier zu berichten.

Seit gestern verbreitet sich die Nachricht, daß der Erzbischof von Ollmütz Herr Graf von Choteck zu Prag verstorben sey, und daß aus der Umgebung des kaiserlichen Hofes, nach einigen 3 – nach andern 4 Personen gestorben, daher beschlossen gewesen wäre, daß S e Majestaet gleich nach erfolgter Krönung Ihrer Majestaet der Kaiserinn, mit den ganzen Hofe nach Wien, respt. Schönbrunn schon gestern von Prag sich zurück begeben werden, und zu begeben in Absicht haben sollen.

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Der Herr Fürst Bischof Wolf ist von Görtschach in die Stadt gekommen, und dürfte nun – auf jeden Fall aber über den Landtag – hier verbleiben.

Der Landtag wird Montags den 19 ten d. M. hier statt finden, jener von Kärnthen jedoch Montags den 26 ten d. M. statt haben.

Ob am 19 ten dieses, als am Tage des Landtages, oder am 20 ten d. M. das Theater hier – eröffnet werden wird, ist bis izt noch unbekannt. Man redet in der Stadt, daß man eine Oper zur Theater Eröffnung geben wolle, welches jedoch unmöglich, da noch gar keine Sänger vorhanden, noch Proben gehalten worden sind; denn gestern schrieb erst Delle Hanal , daß sie wegen der bösen Krankheit nach Laibach nicht kommen werde, welch unvorgesehen eingetrettenes Uibel, alle Contraite , nach ihrer


Angabe aufhebe. Indessen macht sie in ihrem Schreiben dennoch neue Anträge, wenn H. Funk derselben diesen Reise-Vorschus etz. , freyen Eilwagen etz. etz. zuzugestehen geneigt, und die böse Krankheit nicht in Laibach seyn würde, das Engagement anzunehmen etz. Herr Funk bewirbt sich nun um andere Sängerinn, und zum Glück hat er derlei Anträge erhalten. Tenorist soll ein braver engag irt seyn. Die NamensListe des Theater-Personals ist noch nicht bekannt, welche gleich dann überschickt werden wird, sobald man selbe hergestellt haben werde.

Am nächsten Sonntag heißt es –, werde H. v. Kreuzberg bei Malitsch ein Dinér von 24 Couverts – vermuthlich seinen Stimmgebern zum ständischen Ausschuß – geben.

Herr Graf Richard v. Blagai ist mit beyden Comtessen Auersperg heute von Billichgratz zur Stadt gekommen, weil heute die Inventur nach der seligen Frauen Gräfin Cöcile beginnt. Die Frau Gräfinn, Gemahlinn H. Grafen Richards, ist noch immer im Bette, und leidend.

Seit 4 ten d. M. bis Einschlüssig den 12 ten Sept. ist nur ein Erkrankungsfall der bösen Krankheit vorgekommen, und da am 4 ten d. noch 5 derlei Kranke verblieben waren, seit deme aber 4 derselben genesen sind, so waren gestern noch 2 Kranke in der ärztlichen Behandlung verblieben.

In allem vom 10 Juni bis 12 September erkrankt 1344; genesen 983; gestorben 359; noch krank 2 Personen.

Heute ist der Vormarkt zum sogenannten Zwetschkenmarkt.


Herr Graf und Frau Gräfin v. Stubenberg werden heute in Laibach ankommen.

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Gestern jagte Herr Graf v. Leiningen im Pacht Reviere H. Grafen von Welsperg.


Koncept oz. začetek pisma v francoščini Mon bon papa!


Osmrtnica za Edvardom baronom Grimschitzem.


1836/201
Ljubljana, 14. september 1836


190.

Herr Graf und Gräfin v. Stubenberg sind gestern hier angekommen, werden, wie es heißt, bis 28 ten d. wieder nach Steyermark, nach Muregg verreisen.

Frau Gräfin Seraphine v. Thurn gedenkt nächsten Samstag oder Sonntag nach Gratz abzureisen, allwo Sie einige Wochen verweilen, weil dahin – zur Frau Gräfinn v. Wickenburg – auch Ihre Frau Schwester Gräfin von Lodron kommen wird.

Nachdem gestern den 13 ten 7bris die noch in ärztl. Behandlung verbliebenen 2 Kranken auch genesen sind, so ist nun das böse Uibel ausgerottet. – Der Himmel gebe, daß es ja nicht mehr wiederkehre! – In allen sind vom 10 Juni bis incl. 13 ten September an den bösen Uibel:

Erkrankt 1344; genesen 985; gestorben 359 Personen.


1836/202
Ljubljana, 18. september 1836


192.

Heute wurde in der Domkirche zur Feyer des höchsten Geburtsfestes Ihrer Majestaet der Kaiserin Anna Maria – ein Solenes Hochamt abgehalten, wobei alle Stände und Honoratiores erschienen sind.

Noch ist das Ableben des H. Feldmarschall Lieutenants Nugent , nicht bestättigt.

Die vom Verordneten Herrn v. Kreuzberg bey Malitsch bestellte Tafel war nur 19 Gedecke, da einige nicht erschienen sind. Davon nahmen Theil

3. Graf Benedickt – und Jos. Auersperg – Graf Barbo

3. '' Wolfgang dann Eduard Lichtenberg – B r Leopold Lichtenberg

3. '' Ig. Blagai – B r Franz Lazarini – B r Abfalterer

3. B r Vinzenz Schweiger – B r Tauferer – Freyh . Wiederkehr

3. Domprobst Burger – Domdechant Jerin – Bürgermeister Hradeczky

3. Herr v. Gandin – Casparini – und Fichtenau

1. Endlich der Festgeber.

Es regnete vom frühen Morgen, den ganzen Tag.


1836/203
Ljubljana, 19. september 1836


193.

Diesen Morgen war es trüb, da es auch in der Nacht heftig geregnet hat. Jedoch wurde es nach 9 Uhr schön hell und Sonnenschein. In der Domkirche versammelten sich die Stände, und es wurde wieder ein Hochamt gehalten; um halb 10 Uhr marschirte eine Comp: vor dem Landhause als Ehrenwache auf, und nach den Hochamt versammelten sich die H. Stände in den Landhause; die ständische Deputation hollte den kais. H. Hof- Commissair in der Burg ab, und der Zug bewegte sich langsam ins Landhaus, nach der Publication des kais. Postulats rückkehrte der kais. H. Commissair in seine


Burg, kam aber dann bald zu den weitern ständischen Verhandlungen wieder zurück, welche bis 3 Uhr Nachmittags dauerten, nach welchen dann alles gleich zur Tafel zu S r Excellenz dem H. Gouverneur fuhr. Es waren bei 36 Gedecke.

Man sagt, es werde nächsten Donnerstag das Theater beginnen, jedoch kann es noch nicht verbürgt werden.


1836/204
Ljubljana, 20. september 1836


194.

Der Herr Milit. Commandant Graf v. Nugent war zwar an der bösen Krankheit in Triest sehr krank, ist jedoch nicht gestorben.

Gestern sind 2 Zimmerleute von den Dachgerüste des Casino Gebäudes herab – bis in die Keller gestürzt, davon einer bereits gestorben ist.

Der bisherige Gubernial Expedits Director H. Pradatsch ist zum Protocolls Director bey dieser Stelle ernannt worden, da leztere Stelle durch Pension irung des H. Juch erledigt wurde.

Den Pater Adrioli ist das B r Codelli sche Canonicat verliehen worden.

Donnerstags den 22 ten d. M. wird hier das Theater eröffnet, ein Prolog zum Beginn gesprochen, dan das 2 Actige Stück von Kotzebue, Dona Diana aufgeführt werden.

Zur Oper Robert der Teufel, werden die Chöre einstudirt.


1836/205
Ljubljana, 21. september 1836


195.

Herr Graf von Hohenwarth soll eine Beschwerdeschrift eingesendet haben, daß man Hochdemselben das Circulare wegen des abzuhaltenden Landtags erst izt nach Ruckenstein , und nicht schon nach Raunach zugeschickt habe, argument irt Herr Graf hieraus, daß man dieß gethan, um sein Erscheinen beym Landtage zu hindern, folglich seine Ausschlüssung hiervon, beabsichtigt habe! –

Frau Gräfin von Hohenwarth ist heute Morgens nach Billichgratz gefahren.

S e Excellenz der Herr Gouverneur haben mitfolgendes Paquet mir geschickt, um dasselbe Eure Excellenz mit Sicherheit zu überschicken.

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Heute ist ein Gesellschafts Concert im Deutschen Ordenssaale.


1836/206
Ljubljana, 21. september 1836 II


Lege unterthänigsten Dank zu Füssen für die gnädige Erinnerung meiner wegen den Paradiesapfeln. Wenn derlei nicht zu verwenden wären, und etwa zu Grunde gehen sollten, so wäre es wohl recht schade darum, daher wage ich die ergebene Bitte, für diesen leztern Fall sich meiner geneigt erinnern zu wollen.

Wegen den Stegrüben habe letztlich – als ich das Vergnügen hatte, Eure Excellenz persönlich zu verehren, nachzusehen ganz vergessen; ich glaube, daß solche bald gereift seyn


müßten, und bitte ergebenst zu vergeben, daß mir die Erinnerung erlaube, der ich um fernere Gnade bitte, Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und mit aller Verehrung mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den 21 7ber

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/207
Ljubljana, 22. september 1836


196.

Es soll ein Privat brief aus Wien eingetroffen seyn, daß Unter Lieut. Gr. Alexander v. Thurn über eigenes Verlangen, qua talis – zu Kaiser Jäger Regt. übersezt werden soll.

Man erzählt, Jeanette Lepuschitz seye in Triest an der bösen Krankheit gestorben. Man gedenke diese schlime Nachricht ihrer Mutter heute beizubringen.

Der Wechselgerichts Präsident Vogou war in Triest auch schon so gefährlich krank, daß selbe mit den Sterbsakramenten versehen werden mußte.


1836/208
Ljubljana, 23. september 1836


197.

Gestern ist im hiesigen Theater die Saiçon pro 8 36/37 eröffnet worden. Es wurden 2 kleine Piecen ziemlich gut gegeben.

Man erzählte gestern, daß S e Majestaet der Kaiser denen böhmischen StandesHerrn, aus Anlaß der allerhöchsten Krönung in Prag – Auszeichnungen verliehen haben, in Folge dessen unserm verehrten Herrn Landes Gouverneur der Orden der Eisernen Krone erster Klasse (Großkreutz) verliehen worden seyn soll. Da es noch ein bloßes Gerücht ist: so läßt sich’s noch nicht dazu Glück wünschen, allein der Berichterstatter würde die Bestättigung mit sehr freudenvoller Theilnahme vernehmen.


1836/209
Ljubljana, 24. september 1836


198.

Den gestrigen Bericht wird nachgetragen, daß S e Excellenz der Herr Gouverneur Bar. v. Schmidburg nicht das Großkreutz der eisernen Krone, sondern das Großkreutz des Leopolds Orden erhalten habe.

Die Wiener Zeitung enthält alle Ordens Verleihungen des goldenen Vlieses als auch des Leopold und andern Orden, dann Verleihungen des Sternkreutz Ordens und der Medaillen etz. in der Numer vom 20 ten 7bris.

Herr Gubern. Rath D r Kogel ist vorgestern wieder hier angekommen, und ist sehr erfreut über das Wohlbefinden der verehrten Schloßherrschaften von Lustall.

Herr Graf und Frau Gräfin von Stubenberg werden Montags nach Steyermarkt verreisen.

S e Excellenz der Herr Gouverneur verreisen


morgen Sonntags zum Landtag nach Klagenfurth.


1836/210
Ljubljana, 24. september 1836 II


Geruhen gnädigist meine Zudringlichkeit zu vergeben, und meinen unterthänigsten Dank zu genehmigen, welchen für die gütigst überschickten Paradiesäpfel und Rüben, erstatte, und um fernere Gnade bitte, in welche mich ergebenst empfehle, Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn und der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und mit aller Verehrung mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den 24 7bris 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/211
Ljubljana, 25. september 1836


199.

Heute war große Militair Kirchen parade in Kaltenbrun, wobei (prečrtano: mehrere Damen, namentl. Frau Gräfin v. Welsperg) Gräfin v. Leiningen , welche Frau v. Sicard mitnahm etz. und eine große Volksmenge zugegen waren. Unter den Rgts. Capellen Zelt war der Altar aufgerichtet und die heilige Messe gelesen worden, nachdem defill irte die Truppe und rückkehrte um halb 12 Uhr.

Herr von Kreuzberg ist heute mit seinem Sohne und den jungen Baron Schweiger nach Wien abgereist.

Die Familie B r Ant. Schweiger ist schon einige Tage hier, weil dort auch das Krankheitsübel, nämlich in Ruppertshof – über Hand nimmt.

Askultant Piller wurde heute mit der Fräule Laschan – wegen vorhabender ehelicher Verbindung – kirchlich verkündiget.


1836/212
Ljubljana, 26. september 1836


200.

Der Sohn des H. Grafen Welspergs ist diese Nacht mit den Wiener Eilwagen dahin retour gereiset.

Herr Graf und Hofrath von Aichelburg ist heute von Laibach nach Jauerburg abgefahren.

Herr Graf v. Stubenberg mit Frau Gräfinn sind heute ebenfalls nach Muregg in Steyermark abgereist, und Baronesse Fani von Schmidburg mit ihnen.

S e Excellenz der H. Gouverneur noch immer zum Reisen unvermögend, haben zu den heute abgehalten werdenden Landtag in Klagenfurth S e Excellenz H. Baron v. Sterneg als k. k. Commissair deleg irt. Sie waren zwar gestern außern Bette, haben jedoch das Zimmer nicht verlassen. –

Auch der kais. Rath und Bürgermeister Hradezki ist heute mit seinem Sohn, welcher die juridischen Studien in Gratz frequent iren wird, von hier abgereist.

Gestern hatte der Laibacher Eilwagen 35 Passagiere zu befördern gehabt. Auch war gestern zahlreicher Besuch bei S r Excellenz H. Gouverneur , welchen jedoch nur Ihre Excellenz die Frauen Baronin empfieng.

Mit voller Gewießheit kann Berichtserstatter versichern, daß


gestern eingelangten brieflichen Versicherung von der Mokritzer Graf Auersperg ischen Familie gemäß, dem H. Grafen Joseph von Auersperg die jüngere Comtesse Tochter, als Braut zugesagt worden ist.

Der Casino Ball wird ebenfalls bestimmt, heute über 8 Tage, den 3 ten 8bris abgehalten werden; damit die Casino -Eröffnung für die Winter Saiçon beginnen.

Vorgestern nämlich Samstags den 24 ten d. ist Ober Lieut. Gr. Seifried Lichtenberg von Triest hier angekommen.

Br. Victor Schmidburg wird zu Ende dieses Monat aus Prag rück erwartet.


1836/213
Ljubljana, 27. september 1836


200. 10

Leztlich ist ein Stubenmädchen, welche verführt war, eines Kindesmordes beschuldigt, in so heftige Krampfhafte Zufälle gerathen, daß man sie – wie rasend sich herum werfend – aus der Landschafts Apotheke, wo sie diente, ins Civil -Spital tragen mußte.

Baron Vicktor v. Schmidburg ist gestern hier bereits angekommen.

Herr Graf Joseph von Auersperg , welcher schon in voriger Woche mit H. Onkel Grafen Benedict v. Auersperg nach Mokritz gereiset ist, hat seiner Mama selbst die Nachricht brieflich geschickt, daß er der erklärte glückliche Bräutigam der schönen Comtesse Hermine von Auersperg seye.

Pater Andrioli hat nicht das Baron Codelli sche – sondern ein landständisches Canonicat erhalten.

Gestern exerc irte das Militair bei Kaltenbrunn in Feuer, heute führt es ein Feld Maneuvre gegen Rosenbach – ebenfalls im Feuer aus. Zu beyden ist eine große Menschen Menge gelockt worden.


1836/214
Ljubljana, 28. september 1836


201.

Gestern ist Herr Graf v. Hohenwarth in die Stadt gekommen.

Heute bezog das hiesige Regt. zur Uibung – auf der Haide bei Beschigrad unweit St. Xtoph früh 9 Uhr das Lager; stellte die vorgeschriebenen Lagerwachten aus, und nachdem auch die übrigen Vorkommnisse eines Tages im Lager exerc irt waren, sind die Wachten eingezogen, und aus dem Lager wieder in die Cassern eingerückt worden.

Morgen Donnerstags soll das Regt. en Parade sich bei Vischmarje im Feuer- Exerc iren – produc iren, wozu es um 10 Uhr früh, dort auf der Haide gestellt seyn muß.

S. kais. Hoheit der EH Friederich – 3 ter Sohn S r kais. Hoheit des EH Carl Ludwig – soll heute Abend hier ankommen. Bei Mallitsch ist die Wohnung – und für morgen früh 5 Uhr die Postpferde zur weiteren Reise bestellt, welches


auf der Post, und bei Malitsch erfragt worden ist. S. kais. Hoh: waren bei Ihrem Regt. in Treviso – und kommen über Venedig heute von Triest. Herr Oberst B r Lebzeltern soll in Begleitung seyn.

Frau Majors Wittwe Michelli ist mit ihrer Familie Gestern von hier über Wien nach Ofen abgereist.

Mit vielen Aerger muß Berichterstatter eingestehen, bei Einsicht der Wiener Zeitung ein großes Versehen gemacht zu haben, und S. Excellenz H. B r Schmidburg unter den Großkreutzen des Leopold Ordens gedacht zu haben; indessen H ochderselbe unter jenen Großkreutzen der eisernen Krone sich befindet. – S e Excellenz sind hinsichtlich der Gesundheit besser, und sind heute bei den schönen Morgen ausgegangen.


1836/215
Ljubljana, 29. september 1836


202.

Das Exerc iren bei Vischmarje ist contremant irt, und wird bei Kaltenbrunn statt finden.

S e Erlaucht der Herr FeldMarschall Lieut: Graf v. Leiningen sind an einer Colerina leidend, seit Dienstag im Bette.

S e kais. Hoheit der Prinz Friedrich sind heute Morgens von hier mit Post weiter gereist.

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Gestern war türkische Zapfenstreich – man spielte einige Stücke vor den Gasthofe des Malitsch – wo S. kais. Hoheit log irte.


1836/216
Ljubljana, 1. oktober 1836


204.

Die neugierige oder viel wissende Fama hat eine Anzahl Mariagen ausgewittert, welche in mehrere Cathegorien sich abtheilen; diese Cathegorien wären demnach:

I. Ganz gewisse – 10

a. Ober Lieut. Gr. Seifried Lichtenberg mit Comtesse Nina v. Auersperg.

b. Graf Joseph v. Auersperg mit Comtesse Hermine v. Auersperg.

c. Ober Lieut. Schwarzenberg mit Frl. Jacobine v. Flug.

d. '' Högelmiller '' einer Mailänderinn.

e. Hauptmann Urm vom Gradiscaner Gränz Regt. mit Fräulein Hillmeyer in Krainburg.

f. Askultant Piller mit Frl. Laschan.

g. Postverwalter Arlet mit Frl. Fanni Fister (Meyerhofer).

h. Professor der Landwirthschaft Hlubeck mit Frl. Caroline Schneditz.

i. Baron Lebzeltern mit Frl. Beate v. Zois.

j. Ob Lt. Fischer v. Wildensee mit Frl. v. Zur.

II. Wahrscheinliche – 6

a. Landrechtssekretär Szarkotich mit Frl. Ulepitsch.


b. Franz v. Andrioli Aushilfsbeamter bei der Zollgefällen Verwaltung mit Frl. Henriette Lambeck.

c. Baron Anton v. Codelli mit Frl. Julie v. Schweiger.

d. Bar. Vicktor v. Schmidburg mit Frl. Louise v. Schweiger.

e. Handlungs Compagnon Lininger mit Frl. Josephine Jenko.

f. Gubern. Concipist Laschan mit Frl. Fani Delavania.

III. Angebliche – 4

a. Baron v. Mladota mit Frl. Therese v. Codelli.

b. Gubern. Concipist DeSimon mit Frl. Zerline v. Schweiger.

c. Askultant Joseph Nadamlensky mit Frl. Bertha Jenko.

d. Bar. v . Rastnern mit Frl. Abfalter.

IV. Verünglückte. 2.

a. Bar. Grimschitz mit Frl. Albertine v. Buzzi.

b. Ob Lt v. Kempsky '' Frau Thanhauser.


Tri pobotnice z datumom 1. oktober 1836, ki potrjujejo, da je baron Jožef Erberg plačal članarino v višini 1 goldinar 20 krajcarjev za kazino za tri mesece – oktober, november in december 1836).


1836/217
Ljubljana, 2. oktober 1836


205.

Gestern ist H. Baron Franz v. Lazarini von Flödnig nach Scheerenbüchel, um die kleine Nina dahin zu überbringen, wo sie während der Abwesenheit des H. Barons auf seiner Herrschaft in Steyern – verbleiben sollte, gefahren, – und dort mit Bar. v. Rastern auf die Jagd gegangen, bei welcher Gelegenheit demselben das Unglück begegnete, durch Losgehen des Gewehrs sich von rückwärts – in eine Hüfte zu verletzen, weshalb D r Zhuber und Professor Nathan nach Scheerenbüchel von hier abgehollt worden sind.

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Casino Unterhaltung

Während der


Monate October und November 1836

Am 3 ten October Ball

'' 11 ten October Tombolla

'' 17 ten '' Tanzunterhaltung bis 12 Uhr

'' 24 ten '' Tombolla

'' 31 ten '' Tanzunterhaltung bis 12 Uhr

'' 7 ten 9ber Tanzunterhaltung wie oben

'' 14 ten '' Tanzunterhaltung wie oben

'' 21 ten '' Ball

'' 28 ten '' Tombolla

Die Tanzunterhaltungen beginnen jedesmal präcise halb 8 Uhr, die Tombolla Spiele jedesmal um 8 Uhr.

Man hört, es seye


die Comtesse Tochter des Herrn Civil und Militair Gouverneurs Feldmarschall Lieutenants Grafen von Lilienberg – in Dalmatien wahnsinnig geworden.

Sein Sohn der Jäger Hauptmann Graf Walefried von Lilienberg hat die böse Krankheit in Fiume – kaum überstanden.


1836/218
Ljubljana, 3. oktober 1836


206.

Gestern früh ist H. Gubern. Rath und Polizei Direktor Sicard mit Frau Gemahlin nach Wien abgereist.

Ober Lieut . Seifried Graf Lichtenberg ist Samstags bereits wieder nach Triest rückgekehrt.

H. Graf v. Hohenwarth ist Freytags nach Raunach abgefahren.

Uiber den Zustand des Barons Franz Lazarini welcher zu Scheerenbüchel untransportable liegt, hört man allerlei sprechen; im allgemeinen sagt man, daß Er durch die Verletzung auf jeden Fall krum werden, oder hinkend gehen wird, im andern soll der Arzt auch die Besorgniß hegen, daß, wenn das Bauchfell verlezt seyn sollte – keine Rettung seye, und aus den Umstande will man auch böses Anzeichen folgern, weil der Patient keine Schmerzen fühlt. Es sind ihn wohl mehrere Stücke des Schusses heraus genommen worden, allein wegen der über Hand genommenen Geschwulst, konnte der Arzt nichts weiteres unternehmen.

Die verwichene Nacht ist die über den Gruber schen Kanal


oben in der Laybach aufgestellte Schwimmschule von den großen Wasser seiner Fesseln entledigt worden, und längst den Strome herab geschwommen; glücklich passirte selbe die neue Brücke bei B r Zois ischen Hause, allein bei der Schusterbrücke langte diese Schwimmschule en fronte an, und rannte so heftig an die 2 mittlern Pfeilern, daß sie stürzte, und die Schiffe mit ihren Spitzen in die Höhe sehen, wo sie fest sitzen blieb, und bis diesen Augenblick durch die, seit diesen Morgen damit beschäftigten Zimmerleute nicht hat flott gemacht werden können. Der Stoß war so heftig, daß die benachbarten Häuser ein Erdbeben vermutheten.


Theater Austheilung vom 2 ten bis 9 ten 8 bris 1836

Sonntag den 2 ten 8bris … Die elegante Bräumeisterinn

Montag '' 3 ten '' … 0

Dienstag '' 4 ten '' … Der erste Schritt

Mittwoch '' 5 ten '' … 0

Donnerstag '' 6 ten '' … Gleiche Schuld

Freytag '' 7 ten '' … 0

Samstag '' 8 ten '' … Dichter und Schauspieler

Sonntag '' 9 ten '' … Eulenspiegel


1836/219
Ljubljana, 4. oktober 1836


207.

Der gestrige Casino Ball war zwar nicht zahlreich besucht, jedoch elegant und ziemlich munter; die jungen Damen waren bis auf 4 alle in weiß gekleidet, welches ein recht schönes Aussehen gab, und die Gesellschaft gleichfalls verschmolz.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg gedenke übermorgen nach Wien abzureisen.


1836/220
Ljubljana, 5. oktober 1836


208.

Gräfin Christine v. Thurn Stiftsdame, ist lezten Nachrichten zu Folge, schon sehr erschöpft, und man besorgt um Ihr Leben.

Vom Patienten aus Scheerenbüchel sind noch keine günstige Nachrichten eingelangt.


1836/221
Ljubljana, 6. oktober 1836


209.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg ist heute nach Wien abgereist, hat Comtesse Fanny mitgenommen.

Nach eingezogener Nachricht, hat sich im Zustande des Bar. Franz Lazarini , kein günstiger Zustand noch ergeben.


1836/222
Ljubljana, 7. oktober 1836


210.

Heute ist wieder jenseits der Savebrücke im Reviere des Herrn Grafen v. Welsperg Jagd, und sehr viele Schützen dazu geladen.

Herr Graf Anton von Auersperg ist von seiner Reise heute angekommen.

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Zu den lezt durch die Fama ausgemittelten Mariagen werden als Gewisse zur 1 ten Cathegorie nachgetragen:

Herr Kreis Commissair Schonta mit Frl. Wartholl von Zilli

Handelsmann Canz mit der Tochter Catton des Apothecker Meyer von hier; werden nächst vollzogen.


1836/223
Ljubljana, 8. oktober 1836


211.

Die gestrige Jagd ist ziemlich gut ausgefallen; nebst mehreren Hasen –, wurde auch ein Fuchs erlegt.

Heute ist H. Oberst Lieut. v. Schmiel mit Frau Gemahlin von hier über Klagenfurth nach Ollmütz abgereist, in welch leztern Orte derselbe in Hinkunft in Pension leben wird.

(prečrtano: Richard Bar. Lazarini ist von Wien rückgelangt.)

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H. Graf Anton Auersperg ist heute nach Billichgratz gefahren.


1836/224
Ljubljana, 9. oktober 1836


212.

Es wird erzählt, Frau Gräfin v. Stubenberg habe in Muregg – ein Paar Pferde zu kaufen, selbe probirt, ist mit selben ausgefahren, die Pferde wurden scheu, der Wagen stürzte; Baronesse Fani v. Schmidburg wurde aus den Wagen geschleudert, und fiel noch glücklich genug, nur mit einer Hand in Brennesel, die Frau Gräfin aber schlug sich das Schlüssel Bein aus, und der dortige Arzt, konnte keine Hilfe leisten, daher der Rgts. Arzt von Ratkersburg gehollt werden mußte, welcher, obgleich schon eine starke Geschwulst eingetretten, dennoch so glücklich war, das Schulter-Schlüssel-Bein, freilich unter großen Schmerzen wieder einzurichten.

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Wegen dem beabsichtigten Besuch des geistlichen Oberhauptes in Lustall – habe An-


stalt getroffen, es Tag früher zu erfahren, und werde gewieß darüber berichten.


1836/225
Ljubljana, 9. oktober 1836 II


Habe die Ehre zu berichten, daß ich eben izt Abends 6 Uhr die Nachricht erhalte, daß der H. Fürst Bischof morgen Montags den 10 ten d. die Tour nach Lustall zu machen, bestimmt haben, vorausgesetzt, daß gutes Wetter ist. S e fürstl. Gnaden gedenken um halb 10 Uhr von hier abzufahren.

Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Grafinn die Hand küssend, bedauere ich unendlich, bei letzter Anwesenheit versäumt zu haben, Hochderselben persönlich meine Wohnung bezeigen, und küsse ebenfalls der gnädigen Comtesse Hand, mit der ergebensten Bitte um ferneres Wohlwollen, geharre


mit aller Verehrung: Eure Excellenz

Laibach den

9 ten 8ber 1836

am Sonntags

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/226
Ljubljana, 10. oktober 1836


213.

Heute ist zu Egg bei Baron Zois Jagd; es sind theils gestern, theils heute die geladenen Gäste dahin gefahren.

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Heute ist im Casino Tombolla Spiel.


1836/227
Ljubljana, 11. oktober 1836


214.

Frau Baron v. Codelli Wittwe ist mit ihren zweyen Töchtern nach Triest verreist.

Bar. Franz v. Lazarini soll es in so weit besser gehen, daß derselbe Schlaf und sonst alle körperliche Lebensthätigkeit der innern Körpertheile hat.

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Gestern war im Casino Tombolla Spiel ; es war ein schwacher Besuch, so, daß man die anwesend – gewesenen nennen könnte.

Man gab die Blätter wieder á 10 xr CM das Stück aus, und im ersten Spiele gewannen:

Ambo … Ein Zigare Rohr mit Zigaren Futterall unter 2 Theilnehmern; der H. General v. Pirquet.

Terno … Einen Batwisch von Federn mit beinernen Griff

Frau Gräfin von Welsperg; regal irte damit Frau Baron Mac-Neven.

QuaTerno … Eine Haarbürste mit plattirten Rücken und Stiel. 2 Theilnehmer.

Comtesse Helene v. Welsperg für Lieut. Graf Alexander v. Thurn.


Cinquin … Eine Uhrschnur oder Kettel von Silberdrath.

Comtesse Cöcile v. Auersperg , unter 2 Theilnehmern.

Tombolla … Ein Schwerstein, nämlich ein plattirtes Pferd.

H. Postverwalter Arlet.

Im 2 ten Spiel :

Ambo … Ein Schreibzeug in einer Rolle. Von braunen Safian sogenanntes Reise Schreibzeug; 7 Theilnehmer.

Comtesse Lori v. Thurn für H. Grafen v. Welsersheim.

Terno … Ein schwarz pollirtes hölzernes Pfeiffengestell.

Fräulein Königsbrunn.

QuaTerno … Ein Paar gelb Safian türkische Pantoffel.

2 Theilnehmer; Frau Paulin , Beamtensfrau.

Cinquin … Eine blecherne laqu irte Lampe zum Gasbrennen.

2 Theilnehmer, Handelsmann Peschko.

Tombolla … Eine plattirte Kaffeemaschin auf 4 Schalen, sogenannte Prauße Maschine.

Comtesse Helene von Welsperg – für Oberlieut. Graf Fries.

Um halb 10 Uhr geendet.


1836/228
Ljubljana, 12. oktober 1836


215.

Der Herr Oberst Bar. Rath ist gestern nach Reifnitz abgereist; soll heute wieder retour kommen.

Frau Gräfin von Schallenberg , geborne Gräfin von Lichtenberg soll in Wien gestorben seyn.

Eben ist in Wien gestorben: Frau von Odelga – Schwiegermutter des Hauptmann Taubenberg (izt bei den Grenadiers in Triest ) von Hohenlohe.


1836/229
Ljubljana, 13. oktober 1836


216.

Der Herr Fürst Bischof war in Begleitung H. Gub. Rathes D r Kogel gestern in Billichgratz.

Frau Gräfin Christin v. Thurn – Stiftsdame, ist am 9 ten d. M. in Gratz gestorben.

Gestern gab S. Erlaucht der Herr Feldmarschall Lieut. Graf v. Leiningen ein Bestschüssen mit Pistolen der hiesigen Schützen Gesellschaft; es waren 4 Preise bestimmt, und die Milit. Harmonie Musick spielte in Intervallen, während den Schüssen.

Man spricht von 4 Todesfällen, welche als Folge der bösen Krankheit – seit Sonntags den 9 ten d. M. in der Stadt sich ergeben haben sollen.


1836/230
Ljubljana, 14. oktober 1836


217.

Heute wurde bei H. Grafen v. Welspergs Revier auf den Binberg gejagt. Es wurden 14 Hasen, 3 Füchse geschossen. Die Schützen kamen spät zurück.

Am Samstag den 15 ten d. wird im Theater gegeben: Das Testament des Onkels (Schauspiel).

Am Sonntag den 16 ten : Der Pächter und der Todt (Lustspiel).

Heute ist im Deutschen Ordens Hause Concert , welches ein Krainer, Namens Micheuz gibt.


1836/231
Ljubljana, 15. oktober 1836


218.

Der pens. Gubernial Secretair Herr v. Jacomini ist hier angekommen, um seine Meubles zu veräußern, deren Licitation gemäs anliegender Ankündigung am Dienstag den 18 ten d. M. statt finden soll.

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Theater Nachricht

Samstag den 15 ten 8bris wird gegeben:

Das Testament des Onkels

(Schauspiel)

Sonntag den 16 ten 8bris

Der Pächter und der Todt

(Lustspiel).


1836/232
Ljubljana, 16. oktober 1836


219.

Das gestrige Theater Stück: Das Testament des Onkels – ist sehr gut gegeben worden, und befriedigte allgemein.

Sonst nichts Neues.


1836/233
Ljubljana, 18. oktober 1836


220.

Herr Graf v. Welsperg mit Frau Gräfin und Comtessen Töchtern heute nach Triest abgereist.

Man sagt, Frau Bar. v. Codelli Wittwe, würde heute von dort anher rückkommen.

Morgen aber soll Ihre Excellenz die Frauen Gouv. mit Baronesse Mathilde nach Triest reisen.

Bar. Richard v. Lazarini war schon Freytags von Wien rückgelangt, und hatte sich nach Weißenstein begeben.

Gestern war die Casino Unterhaltung sehr schwach besucht. Es waren nur 12 Damen, einschlüssig Frau Gräfin v. Leiningen und Frau Baronin v. Pirquet , erschienen, davon nur 7 Tanzende. Die Männerzahl war bei 40. Die Gesellschaft endete noch vor 12 Uhr. Die


Graf Welspergische Familie war nicht gekommen.

Berichtserstatter war gestern mit H. Bar. Lazarini (Vater) in Scheerenbüchel. Der Patient befindet sich so gut, als es nur immer bei den obwaltenden Umständen gewünschen werden kann. Es ist nun schon Schlaf und Eßlust vorhanden, welch beydes für gute Lage des Patienten spricht.


1836/234
Ljubljana, 19. oktober 1836


221.

Herr Graf Benedickt und Joseph v. Auersperg sind noch in Unterkrain.

Ihre Excellence Frauen Gouverneurinn ist mit Baronesse Mathilde heute Morgens 5 Uhr von hier nach Triest abgereist.

Frauen Bar. v. Codelli mit 2 Fräulein Töchtern gestern Abend von Triest zurück gelangt.


1836/235
Ljubljana, 20. oktober 1836


222.

Die Frau Bar. Codelli ist noch nicht aus Triest angekommen, welches gestern irrsam berichtet wurde, Sie soll – den Vernehmen nach, erst Freytags rückkommen.


1836/236
Ljubljana, 21. oktober 1836


223.

Es heißt Herr General v. Pirquet werde nächsten Montag nach Wien reisen, und seinen Sohn nach Wiener Neustadt in die Academie führen.

Gestern wurde das Schauspiel: Reue und Ersatz – ziemlich gut gegeben.

Morgen Samstags wird das drey Actige Lustspiel: Der Americkaner gegeben, worinn 2 neu engag irte Individuen Herr und Madame Scheibler zum erstenmal auftretten werden.

Auch soll heute Madame Ensch , Sängerinn aus Gratz hier ankommen, so wie man die für das hiesige Theater bestimmte Prima Dona Jaen , dieser Tage erwartet. Man sprach auch – als wenn künftigen Dienstag


die Oper: Robert der Teufel – aufgeführt werden sollte, welches jedoch nicht zu verbürgen ist.


1836/237
Ljubljana, 22. oktober 1836


224.

Weil Montag den 31 ten dieses der Vorabend eines Normatages ist (Ersten 9ber Allerheiligen) daher nicht getanzt werden darf –, so wird an denselben Montag im Casino Tombollaspiel –, und nächsten Montag den 24 ten d. Tanzunterhaltung seyn.

Die neuen Individuen des hiesigen Personals sind Herr und Madame Seitler.


1836/238
Ljubljana, 23. oktober 1836


225.

Baron Rebach mit Frauen Gemahlinn sind gestern von Neustadtl hier angekommen, und heute in Begleitung Lieutenants Alexander Graf Thurn , nach Kreutberg gefahren.

Herr und Madame Seitler haben bei Ihrer gestrigen ersten Production keinen Beifall geerndtet.


1836/239
Ljubljana, 24. oktober 1836


226.

Herr General von Pirquet ist heute mit seinen Sohn etz. halb 6 Uhr früh nach Wien abgereist.

Theater Austheilung vom 23 ten bis 30 ten October 1836

Sonntag den 23 ten 8bris – Nina: oder die Wanderung nach einem Manne

Montag '' 24 ten '' – /

Dienstag '' 25 ten '' – Ein Mann hilft den Andern. Der Mentor.

Mittwoch '' 26 ten '' – /

Donnerstag '' 27 ten '' – Welcher ist der Bräutigam.

Freytag '' 28 ten '' – /

Samstag '' 29 ten '' – Der Ball zu Ellerbrunn.

Sonntag '' 30 ten '' – Der Erbvertrag.


Repertoar se še enkrat ponovi.


1836/240
Ljubljana, 25. oktober 1836


227.

Herr Graf v. Saurau hat die einige Zeit in Unterkrain gewesene Gräfin, seine Gemahlinn, gestern hieher zurück gebracht.

Herr Graf v. Welsperg wird mit seiner Familie heute von Triest respt. von Görz zurück erwartet. Herr Graf soll den Plan project irt haben, das hiesige Theater durch Heitzen zu erwärmen, und zu diesen Behuf eiserne Oefen aus eigenen herbeizuschaffen, respt: von seinen Eisen-Erzeugnissen, unentgeltlich zu liefern.

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Baronin von Elsner reiset morgen mit Frl. Jetti nach Gratz.


1836/241
Ljubljana, 26. oktober 1836


228.

Frau Baron Elsner ist heute mit Frl. Tochter Henriette nach Gratz abgereiset.

Die Familie Herrn Grafen Welspergs ist schon Montags von der nach Triest und Görz unternommenen Reise zurück gekommen.


1836/242
Ljubljana, 27. oktober 1836


229.

Mit Baron Richard von Lazarini’s Braut und respt. seiner künftigen Vermählung – wird sich an allen Orten beschäftiget; man hat demselben sogar mit Gratulationen bestürmt.

Frau v. Malowetz ist OberstHofmeisterinn der kleinen Fräule von Pirquet , und fährt mit dieser täglich aus.

Bei den Casino Bau sind außer paar Gewölben, deren eines das Andere beym Sturz durchschlug, keine andere Beschädigungen vorgefallen, und der Bau gehet seinen ordentlichen Gang fort. Von Senkung des Grundes ist Niemanden etwas bekannt.


1836/243
Ljubljana, 28. oktober 1836


Habe ich von der Graf Richard von Blagai -schen Familie, welche ich gestern Donnerstags besuchte, recht viele Empfehlungen an Hochderoselben verehrte ganze Familie zu melden, welches mir wiederhollt empfehlen wurde. Ich fand die Frauen Gräfin recht weit in der Reconvalescenz vorgeschritten; Sie ist zwar noch etwas sch[w]ach, Ihr Aussehen aber gut, und Sie begleitete mich in Ihrer ganzen Wirthschaft – um mir diese zu zeigen.

Hier nichts neues. Morgen heißt es – soll Ihre Excellenz die Frauen Gouverneurinn aus Triest kommen.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend, küsse Ihrer Excell: der gnädigen Gräfin und Comtesse – die Hand, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Hochgeboren

Laibach den 28 ten

8bris 1836

stes dankbar unterthänigster

Franz Hptm.


1836/244
Ljubljana, 29. oktober 1836


230.

Gestern hatten wir Regen, gegen Mittag Schneegestöber, welches sich Nachmittags mehrte, – Gegen Abend hörte der Regen auf, es blieb aber trüb.

Kaufmann Friedrich ist gestern gestorben.

Auch heute fällt schwacher Regen und Schneeflocken.


1836/245
Ljubljana, 30. oktober 1836


231.

Ihre Excellenz die Frau Gouverneurin sind gestern nicht gekommen, sondern sollen erst Mittwochs aus Triest hier rückkehren.

Das gestrige Stück: „Die Jäger“ wurde recht gut gegeben, besonders sind die lezten Scenen des Stückes – mit vieler Wahrheit dargestellt, daher nach Ende des Stückes – mit allgemeinen Zuruf – alle Darsteller geruffen worden!

Die Loge S r Erlaucht Herrn Grafen von Leiningen ist mit einer Lampe erleuchtet.


1836/246
Ljubljana, 31. oktober 1836


232.

Heute kommt Frau Gräfin Seraphine von Thurn aus Gratz zurück.

Frau Gräfin Welsersheim kommt in dieser Woche retour.

Theater Austheilung vom 30 ten 8 bris bis 6 ten 9 ber

Sontags 30 ten 8ber Der Erbvertrag oder das Majorat.

Montag 31 ten '' 0

Dienstag 1 ten 9 ber Müller und sein Kind.

Mittwoch 2 ten '' 0

Donnerstag 3 ten '' Von Sieben die Häßlichste (Walburgs Benefice)

Freytag 4 ten '' 0

Samstag 5 ten '' Robert der Teufel (Oper). Die Sängerin Enesch soll heute kommen.

Sonntag den 6 ten 9ber Aline oder Laibach in einem andern Welttheil – Debut des Komiker Scholz – neu engag irt.

Man sagt der Schauspieler Walburg wolle von den


Laibacher zu den Gratzer Theater übergehen.

Wiener Agenten Nachrichten geben die bestimtesten Versicherungen, daß die Gagen der H. Offes. vom Fähnrich bis incl. CapitaineLieut. und 2 ten Rittmeister – erhöht werden sollen.


1836/247
Ljubljana, 1. november 1836


233.

Der bisherige Gubernial-Expedits-Directions-Adjunct Wagner wurde Expedits Director , und der Gubernial Kanzelist Pietsch (Schwager H. v. Kreuzbergs ) wurde Expedits-Directions-Adjunct.

Der Handelsmann Canz – welcher lezten Sontag in Waitscher Kirche mit der Tochter Catti des Apothecker Meyers getraut wurde, hat seine Detail Handlung am Deutschen Platz, den Handelsmann Mühleisen um einige 30.000 f CM sammt Waarenlager verkauft.

Bei der gestrigen Tombolla war die Gesellschaft zahlreicher als bisher, jedoch lange nicht so zahlreich, als im vorigen Jahre. – Bei der Blätter Vertheilung blieb der Preis das Stück zu 10 xr CM . – Im ersten Spiele gewann :

Ambo … Eine Kartenpresse von schwarz lakirten Holz mit vergolteten Zierathen.

Herr Graf von Saurau.

Terno … Ein Zigarrenrohr aus Meerschaum mit einem Mundstück von Bernstein.

H. Baron Anton v. Zois.


QuaTerno … Ein hölzern gelbpollirter Arbeits Korb mit Deckel.

2 Theilnehmer. H. Kameralrath Spaun.

Cinquin … Eine lederne Jagdtasche.

Frl. Therese v. Codelli für H. Bar. Franz Lazarini , an welche H. Baron v. Rastern Karten übergeben hatte.

Tombolla … Eine Theekanne mit 6 Completen Schalen von englischen Steingut.

H. Erasmus Wurzbach.

In der 2 ten Tombolla

Ambo … Gelblederne Brieftasche mit Schloß.

Eduard Aichholzer (aus Triest).

Terno … Ein hoher Flacon von weißen geschliffenen Glase, umwunden von einer Schlage aus rothen Glase.

3 Theilnehmer. Die Frau des provinzial Buchhalters Kumar.

QuaTerno … Gedenke Mein! Taschenbuch pro 1837.

Die Frau des Rechnungs Officials Paulin.

Cinquin … Zwei englisch Rasiermesser.

H. Graf v. Saurau.


Tombolla … Eine 5 Zoll hohe Stockuhr im schwarz pollirten Holzgestelle.

Die Tochter des provinzial Buchhalters Kumar.

Letztere war sammt ihrer Mutter zum erstenmal im Casino.

Um halb 10 Uhr war geendet, und die Gesellschaft trennte sich.


1836/248
Ljubljana, 2. november 1836


234.

Ungeachtet Frau Gräfin Seraphine v. Thurn Ihre Rückkunft von Gratz für den Montag selbst anzeigte, war Sie gestern noch nicht hier angekommen, und ist diesen Augenblick noch nicht hier.

Auch die Sängerinn Enes war gestern Abend noch nicht hier, wie es Referenten der Unternehmer Funk selbst versicherte.

Heute gibt der vaterländische Tondichter (so nennt er sich gewöhnlich) Micheuz im Deutschen Ordens Hause ein Concert.

Die H. Grafen: Onkel Benedickt und Neffe Joseph – von Auersperg sind aus Unterkrain zur Stadt gekommen. – Herr v. Jacomini ist sammt Familie wieder nach Kärnthen zurück; seine Licitation ist nicht nach Wunsch ausgefallen und Er mußte die bessern Gegenstände mit nach Kärnthen nehmen.


1836/249
Ljubljana, 2. november 1836 II


Geruhen gnädigst meine Versicherung zu genehmigen, wie unendlich leid mir ist, daß ich letztlich nicht die Ehre haben konnte, Hochdenenselben meine persönliche Verehrung bezeigen zu können. Das Dinér bei meinen Kameraden nahm kein Ende, weil Mangel an Bedienung im Zimmer und Küche die Sache außerordentlich verzögerte, so, daß zwischen jeder Speise eine ziemliche Pause, auch von einer viertel Stunde – eintrat. Ich eilte gleich ins Haus zu Eure Excellenz , fand aber schon die Lauben leer, und erfuhr bei der Marianne, daß Excellenz viertel Stunde früher abgefah-


ren waren. Ich bedauerte ebenfalls, daß die gnädige Comtesse in Ihrer Erwartung bezüglich des Zimmers unbefriedigt blieb, und gieng wahrhaft betrübt nach Hause, indem ich weder Lust hatte, das Casino zu besuchen, daher mein Bericht bloß das Referat eines Zweyten ist.

Ich unterbreite meinen ergebensten Dank Eure Excellenz für die gütige Erinnerung mit den Hasen, und küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin so wie der gnädigen Comtesse die Hand, und da ich mir die Freyheit nehmen will, in künftiger Woche in Lustall aufzuwarten, empfehle


mich – und bitte um fernere Gnade, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

2 ten 9ber 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/250
Ljubljana, 3. november 1836


235.

Gestern Abend war Spiel bey H. Grafen von Leiningen.

Gestern ist Abends Ihre Excellenz die Frauen Gouvern. mit Frauen und Frl. Tochter und B r Ant. Codelli aus Triest angekommen.

Die Frauen Gräfin v. Welsersheim wird Samstags mit Frau Generalin v. Pirquet hier aus Gratz zurück kommen; Letztere war in Gratz erkrankt, und mußte demnach auf die Reise nach Wien verzichten.

Heute soll Frau Gräfin v. Stubenberg mit H. Gemahl und Baronesse Fany v. Schmidburg aus Steyermark zurück kommen.

Da die Sängerin Enes noch nicht angekommen, wird Samstag keine Oper seyn; diese ist vor der Hand auf künftigen Dienstag den 8 ten d. M. übersetzt, worüber noch bestimmter – berichtet werden wird.

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Morgen ist Carolus Borom. – Namenstag Herrn Grafen Welspergs , Frl. Elsner u. Königsbrunn.


1836/251
Ljubljana, 4. november 1836


236.

Der hier Landes Command irende General – Feldzeugmeister Prinz zu Hessen Homburg war gestern in der Reise nach Görz um des Königs Carl X Majestaet dort aufzuwarten, hier übernachtet, und ist heute weiter gereist.

Walburgs Benefice am Donnerstag war stark besucht, und das Stück soll gut gegeben worden seyn. Der Command irende war im Theater; Walburgs Gewinn sollen auf 80 f CM ausmachen. Der neue Komicker Scholz – den man für einen Bruder des bekannten Wiener Scholz ausgibt, soll brav seyn.

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Herr Graf von Welsperg ist unpäßlich.


1836/252
Ljubljana, 5. november 1836


237.

Da die Sängerinn Enes über genaue Erkundigung – diesen Morgen noch nicht hier in Laibach angekommen: so dürfte selbst Dienstags die Oper „Robert der Teufel“ nicht zur Ausführung kommen; man versichert zwar, daß sie heute kommen solle, allein diese Versicherung ist die vergangene Woche jeden Tag unerfüllt geblieben, daher werde mich besorgen, morgen der Theater Austheilung für die künftige Woche habhaft zu werden, um bestimmteres berichten zu können.

Frau Gräfin v. Welsersheim ist mit Frau von Pirquet gestern hier angekommen; Letztere ist noch krank.

Frau Gräfin v. Stubenberg aber, so wie Frau Gräfin Seraphine v. Thurn , sind bis diesen Augenblick noch nicht angekommen; man sagt, erstere solle morgen kommen.

Diesen Morgen haben wir hier einen schwachen Regen; in Kärnthen ist viel Schnee gefallen; auch zu Reifnitz und wie mir brieflich geschrieben wurde, zu Billichgratz ist der Schnee ziemlich hoch gefallen. Frau Gräfin Richard v. Blagai gehet es fortan besser.

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Comtesse Antoinette v. Aichelburg ist mit H. Groß Papa schon nach Wien abgereist.


1836/253
Ljubljana, 6. november 1836


238.

Frau Gräfin Seraphine v. Thurn ist Freytag Abends hier angekommen. Frau Gräfin v. Stubenberg mit H. Gemahl wird heute ankommen, und Ihre Equipage mitbringen. Der Arm und respt. die am Schlüsselbein erlittene Beschädigung soll leider noch sehr übel und die Frau Gräfin nicht im Stande seyn, den Arm zum Kopf zu erheben. Zur Vergrößerung der unglücklichen Lage, ist dieses Uibel am rechten Arm! *

Morgen Montags soll der Landes Commandi rende General Prinz zu Hessen Homburg wieder von Görz hier ankommen, hier übernachten, und Dienstags die Reise nach Gratz fortsetzen.

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Endlich ist die Sängerinn Enes angekommen, doch dürfte es schwer fallen nach Funk’s Antrag, die Oper am Dienstag zur Aufführung zu bringen.


1836/254
Ljubljana, 7. november 1836


239.

Aus den zweitägigen Regen ist heute Schnee geworden. Dächer und Gassen sind damit ziemlich belegt, da es die ganze Nacht geschneyet hat.

Gestern Abend ist Frau Gräfin v. Stubenberg mit H. Gemahl und Baronesse Fany v. Schmidburg mit Postpferden hier angekommen, und die kranken eigenen Pferde kommen nach.

Heute Abend soll der Command irende General aus Görz hier zurück ankommen.


1836/255
Ljubljana, 8. november 1836


240.

Die gestrige Casino Gesellschaft war ziemlich zahlreich und die Tanzunterhaltung gewährte Vergnügen; dauerte bis nach Mitternacht.

Der Command irende General Prinz zu Hessen ist verwichene Nacht halb 2 Uhr hier angekommen, und gedenkt heute 12 Uhr Mittags von hier abzureisen.

Frau Gräfin v. Stubenberg befindet sich mit ihren Arm sehr leidend.

Theater Austheilung vom 6 ten bis 13 9ber 1836

Sontag den 6 ten Aline oder Laibach in einem andern Welttheil.

Mittwoch '' 9 ten Robert der Teufel (Oper)

Donnerstag '' 10 ten d to d to

Samstag '' 12 ten Hinko (Benefice des H. Richter)

Sonntag '' 13 ten Die beyden Nachtwandler


1836/256
Ljubljana, 11. november 1836


Unterbreite meinen unterthänigsten innigsten Dank für die mir erwiesene Gnade, und bitte ganz ergebenst meine Versicherung zu genehmigen, daß ich gewieß die Zeit bei Eure Excellenz recht glücklich durchlebt habe, und bitte um fernere Gnade. Auch sende die Schachtel und das weiße Tuch zurück, welches Eure Excellenz große Güte mir gefüllt, mitgegeben hatte, und durch welche gütige Sorge Hochdenenselben entfallen, mir die Commission wegen den drei Gulden zu übergeben, und worauf ich auch nicht mehr gedacht habe! – Ich bin wohl bei Hause angekommen, und habe mein kleines Hauswesen in aller Ordnung gefunden. – Gestern soll das Theater ebenfalls voll gewesen, und die Execution des Stücks, so wie der Beifall gut und groß gewesen seyn. Sonst ist in Laibach nichts neues. – Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, und der gnädigen Comtesse küsse ich vielmalen die Hand, empfehle mich und bitte um allseitig ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den 11 ten 9ber

1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/257
Ljubljana, 12. november 1836


241.

Neues ist gar nichts. Anliegend das heutige Theater Zettel.


1836/258
Ljubljana, 13. november 1836


242.

Man hört, daß den hier befindlichen Palavicini die Gnade zu theil geworden, nicht nach Amerika transport irt zu werden, und demnach bewilligt worden, die Revenüen seines Vermögens in Prag verzehren, dort nämlich wohnen zu dürfen. In Folge dieser ihn gewordenen Gnade ist ihn letztlich auch erlaubt worden, das Theater besuchen zu können, und derselbe hat am letzten Donnerstag die Oper gesehen. – Die Comtessen Weichard von Auersperg sind zwar aus Weißenstein hier eingetroffen, allein ihre Mama noch nicht aus Wien rückgelangt.

Mit einemmale ist Laibach an künstlerischen Schaubelustigungen reich geworden, denn es gibt

1 tens Eine Wachs Gallerie ; Figuren von merkwürdigen Personen; dann einen Römischen Wagen und große Camera Obscura , der Anna Kath: Hahn aus Ofen

2 tens Die Kunstreiter und Herkules Gesellschaft der Katharina


Hahn und Emil Desorme aus Paris.

3 tens Der gelehrte Hund – Mohr genannt, des Michael Fersch aus Erlenbach in Bayern; – hier zu sehen.

Ersteres in einer nächst der Burg auf den Congress Platz errichteten Botique , das Andere im Hause des H. Martinschitz an der Wiener Linie, das 3 te im goldenen Stern nächst den Marienplatz zu finden. Endlich:

Zum 4 ten wird heute – vermuthlich statt morgen, die Oper: „Robert der Teufel“ gegeben!

Es gibt also Gelegenheit genug, um Geld anzubringen! –


1836/259
Ljubljana, 14. november 1836


243.

Die für Montag bestimmte Oper: „Robert –„ wurde gestern Sonntags gegeben, und soll morgen Dienstags wiederhollt werden.

Donnerstags hat die Schauspielerinn Ziegler ihre Benefice , man glaubt, sie werde Die beyden Nachtwandler geben, und Delle Ehnes soll in den Zwisch Acten sich mit einigen italienischen Gesängestücken produc iren.

Samstag soll, wenn möglich die Oper: „Montechi und Capuletti“ gegeben werden.

Mittwoch den 16 ten d. wird das erste Soire bei Herrn FML Grafen v. Leiningen seyn. Diese Mittwochs Soirées sollen in der Folge mit jenen S r Excel-


lenz Herrn Gouverneurs abwechseln. In der Folge wird aber in der Woche noch ein zweites Soire am Freytag bei H. FML Grafen von Leiningen statt finden.

Wenn nun Mittwoch und Freytag bei H. Grafen von Leiningen oder respt. Mittwochs bei S r Excellenz dem H. Gouverneur Gesellschaft seyn, Montags Casino und jeden Sontag bei Frau Gräfin v. Welsperg Gesellschaft seyn wird: So wird bloß der Dienstag, Donnerstag und Samstag zur Frequenz des Theaters bleiben.

Heute Montags kommt gewieß Frauen Gräfin Hyacinth v. Lichtenberg hier an.

Bar. Ant. Codelli mit Frauen Gemahlin wollten schon morgen nach Triest rückkehren; über besondere Einladung Frauen Gräfin v. Leiningen werden selbe das Soirée am Mittwoch bei der Frau Gräfin besuchen, und erst Donnerstags früh nach Triest abreisen.

Morgen ist St. Leopold , Namenstag H. Grafen Stubenberg, Welsersheim, Bar. Leop. Lichtenberg und des abwesenden Polizei Directors Sicard – welcher, wie man glaubt, nächsten Sonntag kommen soll, näml. aus Wien.

Palavicini wird noch in dieser Woche von hier nach Prag abreisen.

Künftigen Montag den 21 ten d. wird


der Katharinen Ball im Casino abgehalten werden.

Am nächsten Freytag wird der Vormarkt zum Elisabethen Markt seyn.


Casino in Laibach den 14 9 ber 1836

Damen: (Gekleidet in bunde Farben, nur 2 waren einfach weiß: Bar. Fany Schmidburg u. Frl. Curter , die übrigen roth-, blau und mehrfärbig. –)

Frau Gräfin v. Leiningen

'' '' v. Welsperg

'' Bar. v. Codelli Wittwe

'' von Klosenau

'' '' Jellachich

'' Präsidentin Raicich

'' von Curter

'' Apothe[ke]r Meyer

'' Pessiack

'' des D r Tuscheck

Tanzende:

Frau Bar. Ant. Codelli nur als Gewählt im Cottillon

'' Bouffleur

'' Pachler (Handelsmann)

Fräuleins

2 von Schmidburg

2 '' Welsperg

2 '' Codelli

1 '' Klosenau


1 Präsidentens Raicich

1 Kameralraths Curter

1 Apothecker Meyers

1 Handelsmanns Pessiack

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Herrn

Herr Gr. v. Leiningen

'' Oberst B r Rath

'' Präsident Raicich

'' Bar. Ant. Codelli

'' '' Karl Codelli

'' Oberst Lt Seppenburg

'' Bar. Spiegelfeld

als Tänzer:

Ob Lt Gr. Fries

Lieut. B r Egk

'' '' Sterneg

'' Gr. Alex. Thurn

2 Officiers, Fähnr. Hummel u. Schmid

Ob Lt. Vandoni

Heinrich Vessel

Schonta

Jos. Pagliarucci

Dürnbeck

Spitra

Heymann

etz. etz.

Concepts Practicant B r Sluga wurde nur abwechselnd zu Touren bei Cottillon gewählt, engag irte sich sonst nicht.

Ober Lieut. Schwarz spielte mit H . FML.

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Theater Austheilung

Dienstag den 15 9ber : Robert

Donnerstag '' 17 ten '': Schneider u. Sänger

Benefice Madame Ziegler

Samstag den 19 ten '': Montechi et Capuletti

Oper

Sonntag '' 20 ten '': Die beyden Nachtwandler


1836/260
Ljubljana, 15. november 1836


244.

Das Casino war gestern sehr schwach besucht. Es waren nur 13 Frauen und 11 Fräuleins in allen 24 Damen, davon 13 Tanzende. Männer waren im Verhältniß etwas mehr, jedoch auch nicht viel stärker in Zahl. Der Herr FeldMarschall Lieut. mit H. Präsidenten, den Herrn Obersten und Ober Lieuten: Schwarz machten eine L’Ombre Parthie. Man tanzte bis 10 Uhr, dann war Rast und wurde soup irt, nachher bis 12 Uhr getanzt, um ein Uhr war alles verlassen.

Herr v. Kreuzberg war vorige Woche über Kärnthen aus Wien zurück gekommen; seine Frau Gemahlin war ihn nach Kärnthen, entgegen gegangen.

Frau von Jellachich ist auch hier und war gestern im Casino . Es hieß, Delle Ehnes – werde auch ins Casino kommen, welches nicht geschah. Letztere soll, wie man erzählt, von Palavicini mit brillantenen Ohrgehängen beschenkt worden seyn, ohne Zweifel in Folge der Vorstellung vom lezten Donnerstag – welcher Palavicini beiwohnte. Am Donnerstag den 17 ten d. wird Palavicini von hier nach


Prag abreisen, wohin ihme seine Mama begleiten wird, die hier angekommen ist.

Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg ist gestern hier wohl – angekommen.

Gestern war bei Frau Gräfin Welsersheim ein kleines Familienfest (H. Grafen Namenstag wegen), welchen Frau Gräfin Saurau, Frau Bar. Pirquet, Frau Gräfin Ant. Thurn mit beyden Comtessen beiwohnten.

Donnerstag den 17 ten d. giebt Madame Ziegler zu ihren Benefice: Schneider und Sänger.

Samstag den 19 ten soll die Oper: Montechi et Capuletti gegeben, –

Sontag den 20 ten d. Die beyden Nachtwandler gegeben werden.

Man erzählt, die Leiche König Carl X werde von Görz nach Gratz überführt, dort beigesetzt, und über Laibach geführt werden.


1836/261
Ljubljana, 16. november 1836


244. 14

Ungeachtet die Oper: Robert im Abonement gegeben wurde, ist die Brutto Einnahme gestern doch 120 f CM gewesen; das Partere und Logen waren alle besezt, nur jene H. FML Grafen von Leiningen – war leer.


1836/262
Ljubljana, 17. november 1836


245.

Das Soire gestern bei H. FML Grafen v. Leiningen soll recht schön, ziemlich besucht gewesen seyn; etwas zu warme Zimmer, sonst wurde beym Forte Piano getanzt, Ob Lt. Schwarz war Vortänzer, übrigens wurde gespielt. Um 10 Uhr hörte man die Wagen hin und her fahren.

Ant. B r Codelli mit Frauen Gemahlinn und seinem Bruder Carl sind heute früh von hier nach Triest abgereist.

H. Palavicini ist in Begleitung des Polizei Beamtens heute früh nach Prag , seine Mama etwas früher von hier nach Mailand abgefahren.

Durch scheu gewordene Pferde, welche in ihrer Wildheit in eine verengte Passage rannten, wurde der Knecht von den mit Kisten beladenen


Wagen erdrückt oder besser gesagt, zerquetscht, daß er augenblicklich todt blieb. Dieser unglückliche ist bei einem Wirthe im Dienst gewesen.


1836/263
Ljubljana, 18. november 1836


246.

Für Wailand König Carl X ist die Hoftrauer angeordnet.

Der heutige Vormarkt ist von wenig Menschen besucht; es man in der Ursach liegen, weil wegen der bestehenden Vieheseuche – kein Viehmarkt gehalten wird.

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Der Theater Besuch war gestern ziemlich stark, Herr Nowack war gemäß erhaltener Bewilligung gestern mit seiner Familie in der Theater Loge.


1836/264
Ljubljana, 19. november 1836


247.

Morgen soll Frau Gräfin Weichard v. Auersperg von Wien hier zurück ankommen.


1836/265
Ljubljana, 20. november 1836


248.

Heute morgens um 11 Uhr ist der Herr Graf Joseph von Auersperg nach Wien abgereist –, da auch die Frau Gräfin von Auersperg (Mokritz) dieselbe Reise heute angetretten haben soll.

Die Frau Gräfin Weichard von Auersperg soll erst morgen kommen.


1836/266
Ljubljana, 21. november 1836


249.

Herr General von Pirquet war gestern von seiner Wiener Reise hier zurück angekommen.

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Morgen Dienstags wird Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg mit H. Baron Leopold nach Habach fahren und bis Freytag dort verbleiben, am künftigen Montag den 28 ten d. M. aber wieder nach Schwarzenbach zurück kehren.


Theater Austheilung

Vom 21 ten bis 27 9ber 1836

Sonntag den 20 ten Die beyden Nachtwandler

Montag '' 21 ten Robert der T….

Dienstag '' 22 ten Der Hirsch. Die Gunst der Kleinen

Mittwoch 0 0

Donnerstag 24 ten Montechi et Capuletti

Freytag … 0 o

Samstag den 26 ten Fra Diavolli (Oper)

Benefice H. Kreuzer

Sonntag den 27 ten Sylphide, das Seefräulein

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Für morgen Samstags den 19 ten 9ber ist die Oper Montechi et Capuletti bestimmt.


1836/267
Ljubljana, 22. november 1836


250.

Frau Gräfin von Auersperg (Weichard) ist gestern von der Reise aus Wien hier zurück, angekommen.

Herr Gub. Rath v. Sicard ist jedoch noch nicht eingetroffen, wird bis Freytag erwartet.


1836/268
Ljubljana, 22. november 1836 II


Hatten die Gnade sich meiner zu erinnern, und mir einen schönen Braten zu überschicken, wofür meinen ergebensten Dank zu Füssen lege, aber auf Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen und gränzenlose Güte vertrauend, zu bitten wage, da ich besorge, daß die empfohlenen Stegrüben nicht zu gout iren scheinen –, für diesen Fall, da andern Theils selbe bei mir mit Vorliebe gegessen werden, mir damit zu Vermehrung meines Wintervorrathes hochgeneigt einen Beitrag widmen zu wollen, jedoch, wie ich recht sehr bitte, meine Zudringlichkeit gnädigst vergeben zu wollen. Ich bin durchdrungen von Eure Excellenz Gnade für mich, allein ich bin sehr besorgt, diese durch keine Praetentionen – zu verlieren, welche ich in der Art wage, daher um gnädige Nachricht unterthänig bitte, und diese in größten Vertrauen anzuhoffen wage. Ge-


ruhen Eure Excellenz mir diese Nachricht zu verleihen und meine gränzenlose dankbare Verehrung zu genehmigen, mit welcher ich bis zum Grabe mit aller Ehrfurcht geharre:

Eure Excellenz!

Laibach den

22 ten 9ber 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/269
Ljubljana, 24. november 1836


251.

Gestern war die Abend Gesellschaft bei H. FML Grafen von Leiningen wohl besucht.

Heute übersiedelt sich Bar. Franz Lazarini von Scherenbüchel in die Stadt; Er vermag sich schon außer den Bette zu halten, und soll mit Hilfe eines Stockes gehen.


1836/270
Ljubljana, 24. november 1836 II


Geruhen gnädigst meine unterthänige Danksagung und die Versicherung zu genehmigen, welche ich für die große Gnade und Güte mich verpflichtet fühle, wozu die gütige Uiberschickung der Stegrüben mich veranlaßt.

Mein Bestreben mir stets dahin gehen, mich Hochderoselben Wohlwollen würdig zu bezeigen, und unausgesetzt die Beweise der hohen Verehrung an Tag zu legen, mit welchen ich Ehrfurchtsvoll bis zum Grabe geharren werde:

Eure Excellenz

Laibach den

24 ten 9ber 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/271
Ljubljana, 26. november 1836


252.

Gestern Freytags war Abends Spiel bei Herrn FMLt. Grafen von Leiningen.

Herr Gubern. Rath Polizei Directer Sicard ist die letzte Nacht sammt Frau Gemahlinn aus Wien rückgelangt.


1836/272
Ljubljana, 28. november 1836


253.

Man hat gestern erzählt, daß dieser Tage der Versuch gemacht worden wäre, die Markthütten anzuzünden, in Folge dessen bei 10 Kerln verhaftet worden seyn sollen.

Gestern Nachmittags ist Herr Graf und Frau Gräfin Richard von Blagai in die Stadt gekommen, jedoch nur für ein paar Tage.

Heute früh ist Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg wieder nach Schwarzenbach zurück gekehrt.

Am 6 ten oder 7 ten xbris soll das erste Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouverneur seyn.


1836/273
Ljubljana, 29. november 1836


254.

Gestern war die Casino Gesellschaft ziemlich besucht. Die Blätter wurden wieder á 10 xr das Stück ausgegeben, im ersten Spiel erhielt:

Ambo … Ein kleiner Backenbart- oder Sackkamm in einer Schale von Perlmutter.

Herr Julius v. Fichtenau

Terno … Eine weiße Porzullaine Kaffee Tasse mit Goldstreifen und einen Rosen Pouquet verziert.

Herr Graf Anton v. Thurn

QuaTerno … Eine aus Wolle mit Blumen gestickte Reise Tasche zum Verschlüssen.

Frau Gräfin Weichard v. Auersperg.

Cinquin … Ein Ovaler Toiletten Spiegel von gelben pollirten Holze in 2 hölzern Säulen hängend, unten mit einem Schüber.

Frau von Klosenau

Tombolla … Eine plattirte Theemaschine auf 6 Schaalen mit einer Lampe zum Spiritus.

Frau Brandstaedter.

Im zweyten Spiele gewann:


Ambo … Eine kleine Leyer von Perlmutter mit Whistmar quen von Perlmutter.

3 Theilnehmer. Die Frau des Beamten Schütz.

Terno … Ein brillant geschliffenes Theeglas (Flasche) mit gläsern Stopfsel.

H. Leuzendorf.

Qua Terno … Ein Schwerstein mit Stahlhenkel.

H. vice Buchhalter Riedl

Cinquin … Ein Schreibzeug mit Violack Verzierung.

Kaufman H. Pachner

Tombolla … Eine hölzerne doppelte Pfeiffen Stellage schwarz pollirt mit Violackverzierung unten mit einem Schüber.

H. Gr. v. Saurau.

H. Buchhalter Riedl und H. Leuzendorf wechselten freywillig ihre Gewinnste.

Um halb 10 Uhr war das Spiel geendet, und die Gesellschaft zerstreute sich.


Seznam se še enkrat ponovi, z nekaj manjšimi spremembami v pisavi.


Seznam se še enkrat ponovi, z nekaj manjšimi spremembami v pisavi.


1836/274
Ljubljana, 30. november 1836


255.

Herr Graf Ig. von Blagai ist mit Frau Gemahlin und Kindern gestern für paar Tage in die Stadt gekommen.

Morgen Donnerstag wird die Oper: Robert gegeben.

Samstag ist die Benefice Vorstellung H. Seitlers u. soll Don Quischotte gegeben werden.

Sonntags. Der Eheteufel auf Reisen.


1836/275
Ljubljana, 1. december 1836


N ro 256.

Das Soire gestern bei Herrn Feldmarschall Lieut. Grafen von Leiningen war stark besucht. Die Jugend unterhielt sich mit Errathen nach den Piano Forte -Spiel, Declamationen , Reimen und Dergl. Die ältern Damen und Herrn spielten Karten.

Baron Mladota wird nächstens hier erwartet. Er bringt ein Paar bei oder über 17 Faust hohe Pferde.


1836/276
Ljubljana, 2. december 1836


257.

Der Herr Oberste ist schon Mittwoch Abends von Triest zurück gelangt.

Herr Graf Richard v. Blagai ist sammt Frau Gräfin gestern früh nach Billichgratz abgefahren.

Delle Ehnes wird im heutigen Concert im Deutschen Hause sich produc iren.


1836/277
Ljubljana, 3. december 1836


Da ich nichts Neues zu berichten habe: so bitte ich ergebenst meine Verehrung zu genehmigen.

Morgen Sonntag den 4 ten d. mache ich eine Tour nach Kreutberg, von wo ich am Dienstag den 6 ten d. zu Mittag wieder zurück zu seyn hoffe; und indem ich um fernere Gnade bitte, mit aller Verehrung mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

3 ten xber 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/278
Ljubljana, 6. december 1836


Werden die verehrten Angehörigen, von Laibach für heute berichten. – Ich bin aus Kreutberg glücklich zurück gelangt, und wünsche inniglich, Eure Excellenz mögen der besten Gesundheit genüssen, und mich im gnädigen Wohlwollen erhalten.

Indem ich Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin, auch der gnädigen Comtesse die Hand küsse, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

6 ten xbris 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/279
Ljubljana, 7. december 1836


158. 16

Ein neues Gerücht verbreitet sich –, daß S e Excellenz der Herr Gouverneur als vice Kanzler nach Wien übersetzt, und Herr Graf v. Welsperg hierorts Gouverneur werden solle. Es heißt Herr Graf von Inzaghi soll eine andere Bestimmung erhalten, und in Folge dessen diese Veränderung statt finden.

Auch sollen Nachrichten gemäs, wieder 9 Regimenter nach Italien marschiren.

Der Feldkriegs Commissair Baron Senger ist mit seiner Familie letzten Samstag hier angekommen, und reiset nach Triest – wo derselbe seine Amtsbestimmung erhält.

Herr Baron Bussette fährt täglich in der Stadt herum. Gestern soll Er bei Grafen Welsperg gewesen seyn, und dort um Schutz wider die Verfolgung H. Grafens v. Hohenwarth gebethen haben. Unlängst sandte Er seinen Pensions Bogen zum Kameral-Zahlmeister Schrey und bath um Anti-


cip irung 25 fr CM a Conto der Pension ; der Zahlmeister Schrey fand aber, als er den Pensions Bogen öffnete 60 f Banknoten darinn, ohne Zweifel noch Pensionsrest vom frühern Monat, davon der H. Baron nun nicht mehr wußte!

Dann erzählte der Herr Baron letztlich H. Grafen Richard von Blagai , daß Er (der H. Baron) nun Geld genung habe, indem ihn bewilligt worden wäre, das Triester Lehen zu anonc iren, näml. mit 1/3 zu belasten, in Folge dessen H. Baron 3000 f CM erhält oder erhalten hätte. –

Heute in aller früh, es war etwa 9 Uhr, sah man die Equipage des H. Barons schon wieder über den neuen Markt hinab fahren.


1836/280
Ljubljana, 8. december 1836


259.

Theater Austheilung vom 4 ten bis 11 xber

Sonntag den 4 ten … Der Eheteufel auf Reisen.

Montag '' 5 ten Oper – Robert

Dienstag '' 6 ten Don Quixotte (Benefice H. Seitlers)

Mittwoch '' 7 ten … 0

Donnerstag '' 8 ten Garrick in Bristol (Gesängstück)

Freytag '' 9 ten … 0

Samstag '' 10 ten Oper: der erste Act von Montechi , der 2 te und 4 Act von Robert.

Sonntag '' 11 ten … Nina, die Wanderung nach einem Manne.

Montags den 5 ten dieses war der Besuch der Kasino Gesellschaft ziemlich –; es scheint, daß das Tombolla-Spiel mehr Interesse bringt. – Die Blätter wurden das Stück á 10 xr CM ohne Beschränkung abgegeben. Im ersten Spiele gewann :

Ambo … Visittenkartentasche aus Holz mit Metall auf der Obern, mit gefärbten Holz auf der


andern Seite eingelegt, und durch seidene Kreutzbänder verbunden.

Die Frau des Rechnungsrathes Luschin für H. Obersten Baron v. Rath.

Terno … Eine hölzerne schottische Tabackdose mit schwarz eingelegten Carraux.

Delle Caroline Tyssen für Fiscal Adjunct H. D r Hladnik.

QuaTerno … Eine stählerne Siegelpresse mit neuer Maschinerie auf hölzern pollirten Gestelle.

Landrechts Ascultant Jos. Vessel.

Cinquin … Hölzerner Briefbehälter schwarz lakirt mit Goldblumen verziert mit 6 Fächern.

Polizei Ober Commissair H. Suchanek.

Tombolla … Silber plattirter Leichter mit porzullainernen Lichtschirm, letzterer eine Landschaft vorstellend. –

Comtesse Helene v. Welsperg für den Gub. Concepts-Candidaten B r Sluga.

Im 2 ten Spiele :

Ambo … Ein Pantoffel aus Kartenpapier mit gedruckten Atlas überzogen, mit einer kleinen Lade oder


Schüber, worinnen Näherequisitten enthaltend.

Frau von Jellachich.

Terno … Ein Linial aus Stahl mit eingelegter Arbeit.

Oberpostamts Controllor H. Lippert.

Qua Terno … Zwei Bronce Leuchter von neuer Form.

Frau v. Jellachich.

Cinquin … Ein Schwerstein. Silber plattirtes Pferd auf schwarzen Marmor.

Baronesse Fanny von Schmidburg für Bar. Franz Lazarini.

Tombolla … Ein hölzerner, mit grünen Taffet gefütterter Damen Arbeits Korb auf einem Fußgestelle von gelb pollirten Holze.

H. Kameralrath Spaun.

Nach diesem Spiel e arrang irte sich die junge Welt noch ein Spiel, wo zum Gewinne Zuckerwerk ausgesetzt wurde; dennoch war vor 10 Uhr das Ganze geendet.


1836/281
Ljubljana, 9. december 1836


260.

Vermög aus Ollmütz eingegangener verläßlicher Nachricht, ist dort in der Nacht vom 3 ten zum 4 ten dieses M. der Oberst Lieut. v. Schmiel gestorben. Er ist bis heute noch nicht in Pension übernommen, sondern gehör t noch zum Stande des Regts. Hohenlohe.

Laut Agenten Nachrichten ist der FML Ritter v. Cometti zum zweyten Innhaber des Regts . Prinz Emil zu Hessen N ro 54 ernannt worden.


1836/282
Ljubljana, 10. december 1836


261.

Gestern war Spiel bei Herrn Feldmarschall Lieut: Gr: von Leiningen , welches ziemlich besucht war.

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Fähnrich Gustav Egkh ist letzten Donnerstag mit Eilwagen aus Gratz hier angekommen.

Frau Baron von Elsner gedenke Dienstag den 13 ten d. M. von Gratz hieher abzureisen.

Die Familie Br. Sengers ist gestern Freytags nach Triest von hier abgereist.


1836/283
Ljubljana, 11. december 1836


N ro 262.

Baron Richard von Lazarini macht seine Abschieds Visitten , und gedenkt in etwa 8 Tagen nach Wien zu reisen, da seine Uibersetzung zur Niederösterr. Cameral -Gefällen Verwaltung nach Wien bereits zugestanden, und seine Vermählung in der ersten Hälfte des Januars zu Wien festgesetzt ist. Er bleibt die wenigen Tage seiner Anwesenheit in Krain, im Zirkel seiner Familie zu Weißenstein.

Theater Austheilung vom 11 ten bis 18 ten xbris 1836

Sonntag den 11 ten … 1 ten Act Montechi dann 2 ten und 4 ten Act von Robert.

Montag '' 12 ten … 0 0

Dienstag '' 13 ten … Nachtwandlerinn

Mittwoch '' 14 ten … 0 0

Donnerstag '' 15 ten … Die Nachtwandlerinn (Benefice Delle Fischer)

Freytag '' 16 ten … 0 0

Samstag '' 17 ten Garick in Bristol

Sonntag '' 18 ten … Nina, die Wanderung nach einem Manne.


Herr Graf Barbo ist gestern Samstags hier angekommen, und morgen Montag soll seine Frau Gemahlinn mit Familie hier eintreffen.


Repertoar se še enkrat ponovi.


1836/284
Ljubljana, 12. december 1836


263.

Bar: Mladota ist neuerdings um einen drey monatlichen Urlaub eingeschritten. Er soll in Unterhandlung wegen Kauf des Guthes Amschelberg in Berauner Kreise stehen, zu welchem Guthe ein unterthäniger Marktflecken, 6 meist kleine Dörfer, 3 einzelne Wohnstätte und eine Kirche gehören.

Diesen Morgen halb 6 Uhr wurde ein heftiger Erdstoß, begleitet von einem starken Getöse verspürt; man will zwar auch schon einen Erdstoß um halb 3 Uhr diesen Morgen verspürt haben, indessen ist von sehr Vielen weder die eine noch die Andere Erschütterung bemerkt worden.

Gemäs eingelangten Agenten Nachrichten ist Herr Major Miller von Hohenlohe zum Oberst Lieut., und Hauptm. Riera zum Major ernannt worden. Hauptmann Graf Coronini von Hohenlohe wurde Dienstkämmerer bei S r kais: Hoheit dem EH Franz Carl.

Es verlautet, daß


Frau Bar. v. Mac-Neven in gesegneten Leibesumständen sich befindet.

Bar. Carl Carl ist in den Gehalt von 900 f CM bey den Triester Landrechte vorgerückt.

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Bar. Bussette soll gestern zum Handelsman Nicolaus Recher gegangen seyn, ohne Zweifel um Geld, und wollte durchaus nicht aus dem Hause, so daß man ihn dort zu Essen geben mußte; allein er wollte auch da schlafen, und da mußte doch Anstalt getroffen werden, ihn in seine Wohnung zu schaffen. Auch heute soll der H. Baron schon wieder ein Specktackel gemacht haben, weshalb man dessen Blödsinn oder Wahnsinn-Erklärung in Antrag hat.


1836/285
Ljubljana, 13. december 1836


264.

Frau Gräfin Barbo ist gestern mit Familie hier angekommen.

Gestern war vor dem Casino eine kleine Gesellschaft bei H. Generaln v. Pirquet , wozu die Graf Welsperg ische, Graf Welsersheim ische, Gr. Ant: Thurn ische Familie, dann H. Graf v. Saurau mit Frauen Gemahlin geladen waren.

Das Casino war gestern noch ziemlich besucht; es waren 45 Damen; Männer sind sonst immer noch in guter Anzahl, doch ist die Frequenz der Tombolla immer geringer, als die frühern Jahre. Die Blätter wurden wieder á 10 xr das Stück abgegeben. Im ersten Spiele machte

Ambo … Eine Zuckerbüchse von gelb pollirten Holze – zum Verschlüssen.

Der Kataster Inspecter Herr Rautner.

Terno … Eine Zwirnhaspel von gelb pollirten Holze.

H. Graf Ant. Thurn.

QuaTerno … Lesebult von schwarzen pollirten Holze mit Goldverzierung, oben 4 Figuren, dan mit einem Schüber unten; das ganze auch eine Chatulle vorstellend.

H. Oberst Lieut. v. Seppenburg! –


Cinquin … Eine plattirte Kaffeemaschin auf 2 Schalen – Prauße Maschin, mit Spiritus Lampe.

H. Oberst Lieut. v. Seppenburg.

Tombolla … Eine kleine Stunden Stockuhr in plattirten Gehäuß, derlei Zifferblatt, und Gestell, rückwärts eine Leyer.

Frau des Handelsman Bessiacks.

Im 2ten Spiele erhielt :

Ambo … Ein Papierstreicher, in Form eines vollkommenen Messers von Perlmutter.

Oberpostverwalter H. Arlet.

Terno … Ein Notatenbüchelchen in Goldschnitt – Agenda genannt, in steifen Deckeln, der obere mit Messing, der untere mit schön pollirten Holze verziert.

H. Gub. Prot. Director Bradatsch.

QuaTerno … Ein Termometre durchsichtig, auf schwarz pollirten Holze mit Goldverzierungen.

H. Bar. Leopold von Lichtenberg.

Cinquin … Ein plattirtes Schreibzeug samt derlei Tazen.

H. Graf v. Saurau.

Tombolla … Eine große Tischlampe, mit Oel zu be-


leuchten, mit einen bronzirten Gestell. Ein sehr schönes Meuble.

Die Frau des Zoll Oberamts Controllors v. Riebler.

Diese 2 Spiele waren vor halb 10 Uhr geendet. Die junge Welt arang irte sich noch eine Zuckerln Tombolla, deren Resultate unbekannt.

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Es heißt beim nächsten Soirée bei H. Grafen von Leiningen werde Baronesse Fany v. Schmidburg , Ob Lieut. Schwarz und Verpflegs Assistent Dirnbeck eine kleine Vorstellung – jedoch ohne Costume – betittelt: „Das Schluß- Protocoll “ von Saphir , geben.

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In der 2 ten Tombolla machte H. Julius v. Fichtenau eine kleine Confusion , indem er irrig glaubte Tombolla zu haben, und den Ruff „Tombolla“ sehr heftig machte, weshalb viele die Gläser abwarfen, und deshalb die gezogenen Numern nochmals geruffen werden mußten.


1836/286
Ljubljana, 15. december 1836


265.

Das Soirée bei Herrn Feldmarschall Lieut. Grafen von Leiningen war wieder sehr besucht. Die 2 kleinen Piecen , so bei dieser Gelegenheit gegeben wurden, waren: „Die Braut“ vom Körner, ausgeführt von Baronesse Fany v. Schmidburg, Ober Lieut. Schwarz , Verpflegs Assistenz Dirnbeck ; dann „Der Strauß“ von Castelli , ausgeführt von Comtesse Pepi v. Welsersheim , Ober Lieut. Schwarz , Unter Lieut. Gold. Uibrigens unterhielt sich die junge Welt mit kleinen Spie-


len. Heute gab Frau Gräfin von Stubenberg ein Dinér.


1836/287
Ljubljana, 16. december 1836


266.

Herr Bar. Leopold von Lichtenberg ist heute früh nach Schwarzenbach abgereist, und gedenkt bis Freytag den 23 ten d. wieder hieher zurück zu kommen.

Frau Baronin von Elsner soll morgen aus Gratz hier ankommen.


1836/288
Ljubljana, 17. december 1836


267.

Letzten Donnerstag war der Besuch des Theaters sehr zahlreich. Es sind 60 f CM über den Billieten Preis als Mehr bezahlt zu Gunsten der Beneficiantin – im Ganzen 136 f CM an Entre eingegangen.

Für die nächste Woche ist die Theater Austheilung folgend bestimmt:

Sonntag den 18 ten xber – Nina, die Wanderung nach einem Manne.

Montag '' 19 ten '' – Robert etz. Oper

Dienstag '' 20 ten '' – Die Nachtwandlerinn (Benefice Delle Ehnes)

Mittwoch '' 21 ten '' – Der verkehrte Roman.

Dann bleibt das Theater bis Montag den 26 ten xbris – verschlossen.

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Gestern


Freytags war Spiel bei H. Grafen von Leiningen und eine kleine geladene Gesellschaft bey S r Excellenz H. Gouverneur.


Repertoar se še enkrat ponovi.


1836/289
Ljubljana, 17. december 1836 II


Soll ich über Ansuchen des Casino Custo’s bitten, weil gemäs Statuten verstrichenen Jahre die Zeitungen vom ganzen Jahrgang eingebunden werden, – wenn Hochdieselben, die allgemeine Zeitung gelesen, welche Eure Excellenz vom ersten Monat d. J. erhalten haben, zum Behuf des Einbindens, rücksenden zu wollen; es wird dann der eingebundene ganze Jahrgang Hochdenenselben zum Lesen gegeben werden können, wenn es Eure Excellenz wünschen. Mich zu Gnaden empfehlend, küsse vielmalen die Hand und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

17 ten xbris 1836

unterthänigster

Franz Hptm.


1836/290
Ljubljana, 17. december 1836 III


Geruhen gnädigst die Versicherung meiner großen Besorgnis über Hochderoselben Unwohlseyn, und meine innige Theilnahme, so wie meine herzlichsten Wünsche für baldigste Abwendung – zu genehmigen. Ich bin die Tage sehr traurig, weil ich von Hochderoselben Unwohlseyn vernommen, allein darüber keine rechte Auskunft zu erhalten im Stande war. Ich wollte schon selbst nach Lustall, jedoch die Besorgnis, Anlas zu minderer Schonung zu geben, wagte ich es nicht. Meine größte Sehnsucht ist, Eure Excellenz , wie ich es immer wünsche, nur recht gesund zu wissen, und daß Eure Excellenz , so wie alle verehrten Angehörigen, stets der besten Gesundheit genüssen mögen, mir


aber das Glück zu theil werden möge, Hochderoselben Aller Gewogen mich erfreuen zu dürfen. Indem ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfinn und gnädiger Comtesse Hand küsse, bitte ich um ferneres hochgeneigtes Wohlwollen, wiederholle meine Wünsche für Eure Excellenz Abwendung jeden Unwohlseyns, und zeichne mich mit aller Verehrung:

Eure Excellenz!

Laibach den 17 ten xbris 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/291
Ljubljana, 18. december 1836


N ro 268.

Mit den heutigen Eilwagen ist der Bar. Richard Lazarini , der Hauptmann Glaeser von Hohenlohe , dann Frau von Jellachich nach Wien abgereist.


1836/292
Ljubljana, 20. december 1836


269.

Die Frau Baron Elsner mit Fräulein Tochter Henriette sind Samstags Nachmittags nach 2 Uhr aus Gratz hier angekommen.

Gestern war die Tombolla sehr schwach im Casino besucht. Es waren nur 26 Damen, die man alle mit Namen nennen könnte. Von höhern war blos Frau Gräfin Weichard von Auersperg und Gräfin Anton Thurn , mit welch Letztern die Comtessen von Welsperg gekommen waren, anwesend. Frau Gräfin von Welsperg war im Theater. Frau Gräfin v. Rechbach war auch mit Frau Gräfin Thurn ins Casino gekommen, ist aber gleich – als das Erste Spiel endete, mit H. Grafen von Welsperg aus den Casino ins Theater gegangen.

Die Blätter wurden wieder das Stück á 10 x CM ohne Beschränkung ausgegeben. Im ersten Spiele machte :

Ambo … Ein hölzern schwarz pollirter mit Violack verzierter Fidibus Becher.

H. Provinzial vice Buchhalter Riedl.


Terno … Zwei schön gearbeitete Leuchter von Gußeisen mit gelber Metall Verzierung.

2 Theilnehmer. H. Konstantin Wurzbach

QuaTerno … Ein kleiner Termometer auf Perlmutter woran Ringel zum Ringen aufhängen, rückwärts ein kleiner brillant geschliffener Flacon , mit einer bronze Schlange umwunden, endlich am Postament, ein kleiner Schüber ist.

H. D r Zhuber.

Cinquin … Ein Schreibzeug von Gußeisen.

Des Rechnungsrathes Luschin Frau, für Herrn Grafen Benedict von Auersperg.

Tombolla … Ein Thee Service : bestehend in einer Theekanne, einer Milchkanne, Zuckerschale mit Deckel, dann 12 Tassen vom englischen Steinguth, lilla gemahlt.

H. Kameralrath Spaun für Frau Gräfin Richard von Blagai.

Im zweiten Spiel :

Ambo … Ein Notaten Buch für alle Tage des Jahrs – Agenta betittelt, in Goldschnitt in Deckeln von gepreßten Leder.

H. Seemann , Geschäftsführer bei H. Nicol. Recher.


Terno … Ein gelb und roth gefärbtes Trinkglas mit Vergoldung.

H. Lieutenant v. Gold.

QuaTerno … Ein plattirter kleiner Leuchter mit derlei Löschhörnel und stählerner Lichtscheer.

Comtesse Pepi von Welsersheim für H. Gub: Prot: Director Bradatsch ... Die lezt genannten 2 Herrn haben ihre Gewinnste freywillig getauscht.

Cinquin … Eine Zündmaschine nach lezter Mode, marmorirt.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg.

Tombolla … Ein Perlfarbener Tischteppich von Damentuch mit gedruckten färbigen Blumenguirlanden, in der Mitte ein Pouquet.

Comtesse Helene v. Welsperg für H. Lieut. Alexander von Thurn.

Um 9 Uhr waren beyde Spiele geendet, man veranstaltete noch eine Zuckerl und Freß-Tombolla, wobei ein viertl Kapaun mit Sauerkraut, paar Würstel mit Erdäpfel und paar Würstel mit Sauerkraut zur Tombolla für 3 Gewinner kamen.

Die


nächste Casino Gesellschaft ist auf Mittwoch den 28 ten d. M. bestimmt, weil das Soirée , welches an diesem Tag bei S r Excellenz dem H. Gouverneur hätte statt finden sollen, auf das Neujahrs Soirée übertragen wird; der nächst künftige Montag aber wegen so lang unterbrochenen Theater Besuch – zum Theater Besuch überlassen bleibt.


1836/293
Ljubljana, 21. december 1836


270.

Herr Graf Ant. von Auersperg aus Thurn am Hart ist hier.

Von einer Braut werden die verehrten Angehörigen erzählen.

Die gestrige Theater Beneficiantin hat an Ihren Antheil 260 f CM erhalten. Delle Ehnes ist für Ihr Laibacher Spiel mit vorstehenden, und den außerordentlichen Beifall, der Ihr zu Theil wird, wohl in großen Maaße entschädigt.


1836/294
Ljubljana, 21. december 1836 II


Kann ich meine Freude nicht ausdrücken, welche mir die Nachricht Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin gewährte, daß Eure Excellenz schon gebessert und von den Kartar befreyet sind. Da ich Eure Excellenz nur immer recht gesund wünsche, eß mußte die Nachricht von Hochderoselben Unwohlseyn mich sehr betrüben. Ich bitte wegen Recitiven fürzusorgen und sich recht wohl zu erhalten; bitte um ferner gnädiges Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

21 ten xber 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1836/295
Ljubljana, 22. december 1836


271.

Gestern war das Siorée bei S r Excellenz Herrn Gouverneur , ziemlich stark besucht. Die junge Welt unterhielt sich mit einigen Spielen.


1836/296
Ljubljana, 23. december 1836


Gestern Donnerstags war Spiel bei H. Gubernial rath Sicard , es waren bei 30 Personen dazu geladen.

Man erzählt, daß mehrere Etuis mit Ringen, Ohrgehängen, Busennadeln, Brasletten und goldenen Ketten der Delle Ehnes aus Anlaß ihrer Benefice Vorstellung, regal irt worden seyn.


1836/297
Ljubljana, 24. december 1836


272.

Graf Ant. von Auersperg ist nach Thurn am Hart abgereist, und Herr Bar. Ant. v. Lichtenberg gestern von Schwarzenbach hier zurück angekommen.

Montag gibt das hiesige Theater Die Nachtwandlerinn, Dienstag aber die Oper: Robert etz.


1836/298
Ljubljana, 26. december 1836


273.

Gestern war die Gesellschaft bei H. Grafen v. Welsperg sehr zahlreich besucht, wohin auch Delle Ehnes eingeladen war. Sie sang ein Duetto mit Comtesse Mathilde v. Welsperg aus Norma , weiters sang Delle Ehnes eine Arie aus Norma , und später produc irte sich Baronesse Fany v. Schmidburg mit einer Arie aus der Nachtwandlerinn! – Diese Woche wird wohl keine Oper seyn können, da die beyden Sänger Kreuzer und Leitner heiser sind.

Nun ist es auch bereits officiel eingelangt, daß H. Major v. Miller Oberst Lieut. – Hptm. Riera Major im Regmte. Hohenlohe werden. Letzter kommt zum 3 ten Bat. nach Neustadtl , und H. Major Sühnl von dort hieher nach Laibach.

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Heute Montags wurde H. Bar. Richard v. Lazarini wegen seiner vorhabenden Vereheligung – zum erstenmal kirchlich verkündet.


1836/299
Ljubljana, 27. december 1836


274.

Heute beym Erwachen waren die Dächer mit Schnee bedeckt, es schneyet seit früh, nachdem es die 2 Feyertage großentheils geregnet hat; erst Mittags änderte sich das Wetter, jedoch nach 4 Uhr Nachmittags fiel wieder Schnee.

Baron Vinzenz v. Schweiger mit H. Bruder Eduard – welch letzterer Absicht haben soll, den Winter sammt Frau Gemahlinn in Laibach zuzubringen, sind hier angekommen, doch die Gemahlinn H. Baron’s Eduard noch nicht.

Eine Fräule Arbter war Willens sich in der Donau zu Wien zu ersäufen, wurde lebend aus den Wasser gebracht, starb aber einige Tage später, an erlittener Erkältung.


1836/300
Ljubljana, 28. december 1836


275.

Gr. Nugent Sohn des Herr FMLts und Milit. Comdten. in Triest – Ober Lieut. im Regmt. seines Papa – ist hier. Man spricht – er gedenke einen Tausch zum Regt. Hohenlohe zu suchen.

Die Oper : Der Schwur wird izt hier einstudirt.

Das Neujahr Soirée bei S r Exc. dem H. Gouverneur , soll Sonntags den 1 ten Jänner statt finden.

Heute ist gefroren. – Gestern war bei der Casino Gesellschaft General Versamlung; es waren neue Repraesentant en zu wählen, weil H. Baron Franz Lazarini , Bar. Mac-Neven , der Bürgermeister Hradezky , Apell.rath Tschopp zum Austretten bestimt waren, H. Bradatsch aber als Ausschuß Mitglied resignirt hatte. Die neue Wahl enthält die Beilage.

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Wünsche innigst, daß S e Excellenz schon ganz vom Kartar verlassen seyn mögen.


1836/301
Ljubljana, 29. december 1836


276.

Gestern war die Tombolla stark besucht; auch Delle Ehnes mit ihrer Mutter war eingeführt worden. Die Billiets oder Karten wurden wieder wie immer á 10 xr das Blatt abgegeben. Im ersten Spiele erhielt:

Ambo … Einen Kalenderfächer von Papier. Die Frau des jungen Recher.

Terno … 1) Einen Almanach pro 1837. Huldigung den Frauen von Castelli.

Handelsman Dolcher.

2) Eine Handglocke von Gußeisen; recht schön.

H. Ober Lieut. Adjutant Schwarz.

Quaterno … 1) Einen Schwerstein von Gußeisen, einen Genius vorstellend, welcher kniend mit ausgestreckten Armen die Opferschale hält unter welcher eine Spiritus Lampe.

Die Frau des Handelsmanns Aichholzer.

2) Ein Visittkarten Taschel in Deckeln, deren einer mit gelber Metall Verzierung, der andere von braun pollirten Holze.

Die Fräule Tochter des provinzial Buchhalters Kumar.

Cinquin … Zwei plattirte schöne Leuchter mit gepreßten Verzierungen.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg.

Tombolla … Eine Nachtuhr, welche viertel und Stunden zeigt, mit Zifferblatt von Beinglas, rückwärts Gestell zur Lampe aufstellen.

Die Frau des Rechnungsrathes Luschin für einen Herrn, welcher Ihrs verehrte.


Im zweyten Spiele :

Ambo … Ein kleines Mignon Notaten Büchel für Damen um die Tanz Engagements zu notiren, mit einem gelben Haken, um es in die Leibbinde zu stecken.

Die Frau des Handelsmanns Aichholzer.

Terno … 1) Ein Nähe Etui von gepreßten Silber, enthaltend ein Nadelbüchsel, eine Scheere, einen Fingerhut und einen Lochstiften.

Die Frau des H. Gub. Secret. Brandstaedter.

2) Ein Portfeuille in halben Bogen Format mit Deckeln von gepreßten Safian.

Delle Ehnes auf ein Blatt eines Herrn, welcher es derselben verehrte.

QuaTerno … Taschenbuch pro 1837 Gedenke mein. D r Juris Legat.

Cinquin … 1) Eine Meerschaumpfeiffe mit Rohr und Mundstück in einen ledern Futterall.

Comtesse Helene v. Welsperg für Lieut. Alex. Gr. Thurn.

2) Ein Arbeits Korb oder Chatulle auf einen Gestell von schwarz pollirten Holze mit Goldverzierungen.

Der provinzial vice Buchhalter H. Riedl.

Tombolla … Eine Tisch- oder Zimmerlampe auf einen Gestell von Gußeisen mit gelber Verzierung.

Fräule Josepha Steinbauer , Ziehtochter Frau v. Brandstaedter.

Nachher


erang irte sich die junge Welt noch eine Zuckerl oder Freß Tombolla, deren Resultat unbekannt.

Delle Ehnes mit ihrer Mutter verließ die Gesellschaft begleitet von H. Bradatsch. Gestern speisten die gleich genannten drei Personen bei H. Hofrath Grafen v. Welsperg.

Die nächste und letzte Tombolla vor den Tanzunterhaltungen wird künftigen Montag den 2 ten Jänner seyn.

Mit einemmalen ist das Haus kaufen und verkaufen sehr vieler Häuser auf den Platze eingetretten; es sind meistens jungen Handelsleute, die sich mit ihren Handels Laden gut plac iren wollen, welche kaufen, obgleich nur einer den Kaufschilling wird zahlen können, und alle andern auf Credit kaufen:

1. Das Haus der Frau Zach – wo die Familie v. Klosenau wohnt, kaufte der jüngere Heiman (Gustav) um 23.000 f CM.

2. Jenes vom Jos. Luckmann neben Aichholzers – die Brüder Schantel um 19.200 f CM.

3. Das der Wittwe Alton kaufte ein Lebzeltner und Wachszieher Homan für 24.000 f CM.

4. Der Schwager Dr Kogels – Kandutsch verkaufte das Seinige an einen Handelsman Souvan , der bis izt die Deschman ische Handlung in der Spitalsgasse führt, um 14.000 f CM.

5. Der Bäck Paderschin überließ seines um … 19.500 f CM an die Handelsleute Seger und Walland , und endlich verkaufte der


6. Herr Azula das Haus in der Spitalsgasse (Schweitzer Kaffeehaus) an den Handelsman Schreyer um 32.000 f CM.

Heute ist Neujahrs Aufwartung bei S r Excellenz dem H. Gouverneur.


1836/302
Ljubljana, 30. december 1836


277.

Gestern Donnerstags war die Neujahrs Visitte bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur ; es war sehr zahlreicher Besuch.

Die Familie Bar: Ant: Schweigers ist hier. Bar. Carl der Husar ist hier mit Urlaub.

Ober Lieut: Gr. Nugent wurde gestern im Gouvern: Hause aufgeführt; er ist groß – wie Ob Lt. Schwarz , und spricht nur französisch.


1836/303
Ljubljana, 31. december 1836


Geruhen gnädigst die hohe Verehrung zu genehmigen, welche ich aus Anlaß des Jahreswechsels Hochdenenselben darzubringen wage, und im reinsten Gefühle des dankbarsten Herzen die innigsten Wünsche zu Füssen lege, daß in den kommenden und noch viele Jahre, die Vorsehung Eure Excellenz der Menschheit, in bester andauernder Gesundheit und allen Wohlseyn erhalten, und Eure Excellenz sammt der verehrten Familie alles nur immer wünschende Güte verleihen wolle, wodurch ich mir auch des Glücks schmeicheln dürfe, Hochderoselben Wohlwollen mich erfreuen zu können, um dessen fernere Verleihung ich zugleich bitte, und


indem ich Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin so wie der gnädigen Comtesse die Hand küsse meinen fernern Wunsch beyfüge, daß Eure Excellenz – Gott recht viele Jahre wohl erhalten wolle, der ich mich mit aller Verehrung, ehrfurchtsvoll zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

31 ten xber 1836

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.

Opombe

1. Pravilno Samstag.

2. Pravilno Freytag.

3. PravilnoDienstag.

4. List je strgan.

5. Pravilno Mai.

6. Pismo nosi letnico 1832, vendar je (verjetno pravilno) uvrščeno v leto 1836.

7. Številka 112 se ponovi, nato se nadaljnje številčenje ravna po njej.

8. Pravilno Mittwoch.

9. Popravljeno iz Juni.

10. Številka 200 se ponovi, nato se nadaljnje številčenje ravna po njej.

11. Pravilno: 8 bris 1836 Sonntag.

* Frau Gräfin v. Stubenbergdürfte morgen, wohl gar übermorgen erst hier ankommen, da ein Pferd erkrankt, dadurch die Weiterreise verzögert ist.

12. Na istem listu kot št. 254.

13. Pravilno 9 bris .

14. Številka 244 se ponovi, nato se nadaljnje številčenje ravna po njej.

15. Pravilno Dienstag.

16. Pravilno 258.

17. Na istem listu kot št. 295.