Leto 1834


1834/1
Ljubljana, 1. januar 1834



Das Stadtgerede von der Ermordung Kaisers Nicolaus läßt keine Quelle auffinden, daher es nur für eine Stadtnachricht zu halten ist.

Die General Versamlung der Casino Gesellschaft ist nicht Freytags, sondern schon morgen Donnerstags den 2 ten Jenner. Die Eröffnung des Casino‘s ist nächsten Dienstag am 7 ten Jänner. Hinsichtlich der Faschings Unterhaltungen hört man, daß an Sonntagen abwechselnd bei H. Grafen v. Welsperg und H. Präsidenten v. Buzzi –; an Montagen Casino-Unterhaltung –; am Dienstag Ruhetag –; am Mittwoch Redute –; am Donnerstag Gesellschaft bei S r Excellenz H. Gouverneur –; Freytag und Samstags Ruhetage seyn sollen.


1834/2
Ljubljana, 2. januar 1834



Das für morgen Freytags den 3 ten d. M. angekündigte Concert oder die zum Besten des Gesellschafts Fonds für morgen bestimmte Academie der Philharmonischen Gesellschaft, – wird wegen eingetrettenen Hindernissen – nicht statt finden.

Die Eröffnung des Casino’s – ist für künftigen Dienstag 7 Jener– ganz sicher festgesezt.


1834/3
Ljubljana, 3. januar 1834



Es bleibt nun auch kein Zweifel mehr, daß die Angabe von dem Ableben des Königs von Sachsen Majestaet ebenfalls eine Erdichtung gewesen, da die Verlautbarung noch durch kein öffentliches Blatt zur Kenntniß gegeben worden ist.


1834/4
Ljubljana, 4. januar 1834



Man spricht hier in der Stadt davon, daß der hiesige Kastellberg fortificirt werden solle – welches jedoch gleichfalls ein unbegründetes Gerücht ist.

Auch sprach man, daß der Erzbischof Walland von Görz – in gleicher Eigenschaft nach Lemberg übersezt werden sollte; – welches gleichfalls unbegründet, und von besser unterrichteten die Bemerkung gemacht wird, daß es dem Trienter H. Bischof – Luschin betreffen dürfte, nach Lemberg übersezt zu werden.

Der Baron Eduard Grimschitz Concipist beym hiesigen Landes Gubernium – ist zur Kameral-Gefällen Verwaltung übertretten.


1834/5
Ljubljana, 6. januar 1834



Gestern ist das Casino Locale in Augenschein genommen worden, und wenn die Einrichtungsstücke recht elegant und die Eintheilung der Localitaeten recht sorgfältig für alle Theilnehmer – getroffen, genannt werden muß: so dringet sich jedem die Bemerkung auf, daß das ganze Locale für seine Widmung, bei der gegenwärtig ausgedehnten Theilnahme –, immer sehr beschränkt bleibt.

Der hiesige Theater-Orchester Till, hat gestern Abend einige Teutsche-Tanz-Stücke im Sextet, im Tanzsaale probirt, welche von den Anwesenden ohne Beifall blieben, und bey der nicht zahlreichen Besetzung des Sales, einen unbedeutenden Effect machten. An der


Beleuchtung hat man auch noch einige Abgänge gefunden, welches nachgeschaft werden wird.


1834/6
Ljubljana, 10. januar 1834



Theater Notiz aus Gratz – in Knittelversen:

Das Zauberstück Lumpazi-Vagabundus,

Ist für uns in Gratz ein wahrer Fundus;

Nur aufs Theater eine besoffene Metten,

So kann man auf Zuspruch und Beyfall wetten;

Da wird alles so treu und hibsch dargestellt,

So gräulich und wahr, wie in der wirklichen Welt.

______________________________________________

Die Helden des Stücks, drey besoffene Brüder,

Die legen, wie die Schweine auf die Streuh sich nieder;

Einer hat zum Hemd einen zerrissenen Fetzen,

Der andere a‘ geschmirte Hosen, das Aug zu ergötzen;

Da stampfens, wie’s liebe Vieh herum in Streuh

Das ist für wahr, ein prächtiges Tableau.

______________________________________________

Die Späß‘, die sie reden, sind so natürlich,

Was dunkel wäre, machens dazu noch figürlich.


Oft erinnern sie an die gewissen Glocken,

Aber gerad‘ das thut doch am meisten locken;

Und bey was, das begreift man doch wohl,

Wird das Schauspiel Haus gewieß recht voll.

______________________________________________

Späß‘ kommen vor, daß man sich biegt vor Lachen,

Die oben, die brüllen, daß das Haus möchte krachen.

Es ist aber eine Lust für Mädchen und Frauen,

Wie scharmant das ist zu hören und schauen;

Die Herrn, die Aesthätick studiren,

können sich perfeckt darinn recht appliziren.

______________________________________________

Es ist halt was Gut’s, sonst möcht’s nicht lohnen,

Darauf zu spentiren, so viel Decorationen;

Man kann wohl bei Schiller und Göthe knicken,


Bei erhabenen Werken knaufen und knicken;

Wird aber so ein Specktackel fordirt,

So wird das ganze Theater neu decorirt.

______________________________________________

Der Direcktor hat recht, und denket ganz vernünftig,

Was mir jezt hat gelungen, das thue ich auch künftig;

Das Publickum ist Gast, es kann ja begehren,

Ob’s Schmarn, oder Vasannen bei mir will verzehren.

Will’s stinkende Würst?, was geht es mich an!

Verdirbt es sich auch den Magen daran.

______________________________________________


Heute ist im Philharmonischen Gesellschaftssale im Deutschen Hause – bezahlte Academie – zum besten des Gesellschafts-Musick-Fonds.

______________________________________________

Der von gestern rückständige Theaterzettel ist hier angelegt.


1834/7
Ljubljana, 12. januar 1834



Die k. bayerschen Chevauxlegers, welche aus Griechenland rückgekehrt sind, – wurden von Triest aus, auf gedungenen Fuhrwerk über Tyrol nach Bayern abgeführt, daher sie hier nicht passiren werden. Das Fuhrwerk ist bis Augsburg gedungen worden.


1834/8
Ljubljana, 13. januar 1834



Theater Austheilung von 12 ten bis 18 ten Janner 1834

Sontag den 12 ten Laibach-Paris-London und Konstantinopel

Montag den 13 ten -/ /- -/ /-

Dienstag den 14 ten Willhelm Tell – Oper

Mittwoch den 15 ten -/ /- -/ /-

Donnerstag den 16 ten Die Scheidungs Klage – Lustspiel.

Freytag den 17 ten -/ /- -/ /-

Samstag den 18 ten Das Kätchen von Heilbronn –
Benefice Madame Rosenschön.

______________________________________________

Unterhaltungen in der Woche

Sontag – bei H. Präsidenten von Buzzi

Monatg – Casino und Schüßstattbal

Dienstag – Abendgesellschaft bei Polizei Directer Sicard

Mittwoch – Redute

Donnerstag – Soire bei S r Excellenz dem H. Gouverneur


1834/9
Ljubljana, 17. januar 1834



Nachdem der Herr General v. Sivkovich die Frau OberstLts Wittwe Kheck von Schwarzbach bereits als seine Braut declarirt: so wird dieses neue Ereigniß von Laibach mit dem Beyfügen ergebenst berichtet, daß das dießfällige Gesuch bei S r Majestaet dem Kaiser bereits eingereicht worden ist, und die allerhöchste Bewilligung bald gehoft wird.

Die rückständigen Anoncen und Theater Zettel werden zugleich angeschlossen.


1834/10
Ljubljana, 17. januar 1834 II


Eure Excellenz!

Wollen gnädigst mein Leid genehmigen, welches mir dadurch geworden, daß ich wegen schon in diesem Winter zum drittenmal überkommenen Kartar, Hochdenenselben bei lezten 2maliger Anwesenheit hier –, nicht persönlich meine Verehrung darzubringen vermochte, daher um ferneres gnädige


Wohlwollen hiemit bitten, mich zu fernern Gnaden anempfehlen muß, welcher würdig zu bleiben, mein stetes Bestreben seyn, und meine Dankbarkeit nie erlöschen wird, mit welcher ich Ehrfürchtsvoll ersterben werde:

Eure Excellenz
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/11
Ljubljana, 18. januar 1834



Xaver Graf Auersperg von Großdorf ist mit seiner Gemahlin, Gräfin Therese hier angekommen.

Das Befinden der leztlich mit den Sterbsakramenten versehenen Frau v. Kalschitz – Schwester B r Abfalters – ist besser.

______________________________________________

Für die nächste Woche sollen die Faschings Unterhaltungen bereits der Art beschlossen seyn, daß:

Sontag den 19 ten bei H. Hofrath Graf v. Welsperg –

Montag '' 20 ten im Casino –

Dienstag '' 21 ten über besondere Einladung bei S r Excellenz dem H. Gouverneur –

Mittwoch '' 22 ten in der Redute sich unterhalten, und

Donnerstag '' 23 ten allgemeines Soire bei S r Excellenz dem H. Gouverneur seyn wird.


1834/12
Ljubljana, 20. januar 1834



Heute Montags ist der zweite subscribirte Bal auf der Schüßstadt, wie es anliegende Anonce zeiget.

Theater Austheilung vom 19 ten bis 25 ten Jänner

Sontag den 19 ten Der lustige Fritz

Montag den 20 ten … -/ /- -/ /-

Dienstag den 21 ten Azill, oder Abentheuer, ein junger Eskimo

Mittwoch den 22 ten … -/ /- -/ /-

Donnerstag den 23 ten … Der Wirrwar

Freytag den 24 ten … Zampa

Samstags den 25 ten Arsenius oder der Weiberfeind. Benefice H. Gläsers.


1834/13
Ljubljana, 20. januar 1834 II


Eure Excellenz!

Gnädiges Wohlwollen gegen mich, ist so groß, daß ich mich zu Wortarm bekenne, um meine tieffühlende Dankbarkeit so warm, wie ich sie empfinde, auszudrücken. Geruhen Hochdieselben meinen innigsten Dank zu genehmigen, welchen ich dafür Eure Excellenz zu Füssen zu legen, mich verpflichtet halte, und mir Hochderoselben gnädiges Wohlwollen ferners zu verleihen, wofür ich bis


zum Grabe mit gränzenloser Verehrung geharren werde:

Eure Excellenz
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/14
Ljubljana, 21. januar 1834



Von den hiesigen städtischen Lohnkutschern haben sich bereits 13 bei der hiesigen Polizei Direction als Fiacker einschreiben lassen, um an den Tagen öffentlicher Belustigungen oder Festlichkeiten, das Publicum zu bedienen; – sie werden an solchen Tagen ihre Wägen mit Täfelchen versehen, woran die Numern von 1 bis 13 bezeichnet seyn. – Die Taxe für eine Fahrt bis zum Belustigungsort – ist wie ehehin, beibehalten worden, nämlich: aus jeder der Vorstädte 32 xr, und aus der Stadt 24 xr CM.


1834/15
Ljubljana, 22. januar 1834



Uiber die gestern im hiesigen Theater gezeigte weibliche Eskimo – habe die Ehre – hier eine Beschreibung beizulegen. – Bei der sich doch ziemlich stark äußernden Tanzlust im Allgemeinen, und bey den anziehenden, angenehmen Benennungen der Tanz-Musick-Stücke, wie es die weiters anliegende Ball-Anzeige ersehen läßt – muß es der Unternehmer für gerathen halten, mit der Redouten eine Musickalische Akademie zu verbinden, um sich Hoffnung – für einen zahlreichen Zuspruch machen zu können! –


1834/16
Ljubljana, 23. januar 1834



Mit angeschlossenen Verzeichniß der Casino Mitglieder meine ergebene Aufmerksamkeit zu bezeugen, kann ich nicht unterlassen, und den heutigen Theater Zettel anzufügen.


1834/17
Ljubljana, 24. januar 1834



Der Brangartwagen, von Triest nach Wien bestimmt, ist wieder an der Stelle, wie im vorigen Jahre, bei Sturia – beraubt worden.

Man erzählt heute in der Stadt, daß die leztlich auf den Theater Producirte weibliche Eskimo – eine geborne Böhmin, und der mit derselben reisende H. Paganini – dießfalls von der Polizey – bereits zu Rede gestellt worden seyn solle.

______________________________________________

Statt der für heute bestimmt gewesenen Oper Zampa – wird Garrick in Bristoll – angeblich: „auf Verlangen“, gegeben.


1834/18
Ljubljana, 25. januar 1834



Der bekannte Geistliche Professor Suppan, welcher seit einiger Zeit quiescirt, und seit einigen Wochen an Lungenentzündung krank ist, – und der im Verlaufe dieser seiner Krankheit, sowohl dem H. Fürst Bischof – als auch einige der H. Canonici – gegen welche er theils satyrische Gedichte geschrieben, theils sonst beleidigende Aeußerungen gemacht –, feyerliche Abbitte gethan, – ist gestern Morgens mit den Sterbsakramenten versehen worden.

Ein weltlicher Gymnasial-Professor Namens Sicherl – ist gestern gestorben; hinterläßt eine Wittwe mit drey Kindern. Er ist Schwager des beliebten Predigers und Dom Caplans Fister.

In nächster Woche werden 2 Vermählungen statt finden; die eine des ältesten Sohnes des Gutsbesitzers von Strobelhof Seunig mit der Tochter


des hiesigen Handelsmann und privilegirten Schwamm Fabrikanten Canz; die andere des Rechts Candidaten beym D r Eberl Namens Kautschitz mit der Tochter des hiesigen reichen Lederers – Paur.


1834/19
Ljubljana, 26. januar 1834



Herr Major Maurer vom General Quartiermeisterstaab, und bei der Mappirung in Kärnthen, – ist von Klagenfurth schon Freytags hier angekommen.

______________________________________________

Für die nächste Woche von heute bis Donnerstag den 30 ten d. M. sind die Abendunterhaltungen, wie zu hören, folgend:

Sontag den 26 ten – bei H. Präsidenten v. Buzzi

Montag '' 27 ten – im Casino und Schüßstatt Ball

Dienstag '' 28 ten -/ /- -/ /-

Mittwoch '' 29 ten Redoute

Donnerstag '' 30 ten Soirée bei S r Exc: H. Gouverneur.

Theater Austheilung

Vom 26ten Jenner bis 1ten Febr. 1834

Sontag den 26 ten – Lumpaci Vagabundus und Volksbal im Theater


Montags den 27 ten Jänner … Onckel Adam, Nichte Eva

Dienstag den 28 ten '' … Arsenius der Weiberfeind

Mittwoch den 29 ten '' -/ /- -/ /-

Donnerstag '' 30 ten '' … Zamperl

Freytag '' 31 ten '' … Zamperl

Samstag den 1 ten Febr. 1834. Der Wald bei Herrmannsstadt. Benefice Delle Elsner.


1834/20
Ljubljana, 27. januar 1834



Der zweite große Casino Bal für diesen Fasching, ist für Montag den 3 ten Februar festgesezt worden.

______________________________________________

Man war des Willens –, diesen Bal wegen des beschränkten Raumes des Casino Locals – in dem Redouten Gebäude zu geben; – allein man blieb endlich bey dem Casino Locale, wo also der erwähnte Bal gegeben wird.


1834/21
Ljubljana, 28. januar 1834



Privatbriefe aus Mailand enthalten, daß der Polizei Directer in Parma, als er des Abends ins Theater gegangen, ermordet worden, und der Dolch „Giovine Italie“ – bezeichnet war.

Die E. H. Marie Louise von Parma habe ihr Milit: gänzlich entlassen, und das in Italien befindliche Bataillon von Prinz Leopold v. Sicilien, wird in ihren Sold völlig übernommen.

In Mailand erfolgen fortan viele Verhaftungen, und eine nicht kleine Anzahl junger Leute von vermöglichen Familien, haben sich neulich wieder geflüchtet.

Der Herr General Major Graf Eltz ist zum Festungs-Commandanten zu Verona ernannt worden.

Der Platz OberstLieutenant Auerhammer in Mantua wurde pensionirt, und OberstLieut: Lazzarich zum Platz OberstLieut. in Mantua ernannt.


1834/22
Ljubljana, 30. januar 1834



Die beyden Obersten: Dittrich von Herrmansberg und Wissiack – ersterer vom 3 ten Artillerie Regmt., und Lezterer vom Inf. Regt. E. H. Albrecht N. 58 – wurden zu General Majors ernannt.


1834/23
Ljubljana, 2. februar 1834



Wegen Ableben S r Hoheit – des Herzogs v. Würtenberg k. k. Feldmarschals und lezt Gouverneurs von der Bundesfestung Mainz, ist die Hoftrauer nach der 4 ten Klasse auf 4 Wochen angeordnet worden.

Theater Vertheilung vom 2ten bis 8 ten Feber 1834

Sontag den 2 ten … Zamperl; dann Pudel- oder Volksbal im Theater

Montag den 3 ten … -/ /- -/ /-

Dienstag den 4 ten … Vetter Benjamin aus Pohlen

Mittwoch den 5 ten … -/ /- -/ /-

Donnerstag '' 6 ten … Bestürmung v. Smolensk. Benefice der Delle Bernardi

Freytag den 7 ten … -/ /- -/ /-

Samstag den 8 ten … Prolog – Hans Sachs; bei äußerer Beleuchtung des Schauplatzes


1834/24
Ljubljana, 3. februar 1834



Gestern war außer der Unterhaltung bei Herrn Grafen von Welsperg an noch 5 andern Orten in ansehnlichen Privathäusern –, Unterhaltung.

Für die laufende Woche werden noch folgende Unterhaltungen angegeben:

Montag den 3 ten ist Casino Bal; im Casino Locale – dann Bal auf der Schüßstadt.

Dienstag den 4 ten ist Unterhaltung bei H. Hofrath von Guggenthal.

Mittwoch den 5 ten wird die Kaiser Redoute abgehalten.

Donnerstag den 6 ten … wird denen Regts. Erziehungs Knaben auf der Schüßstadt Unterhaltung gegeben, welch um 4 Uhr Nachmittag anfangen und bis 10 Uhr dauern wird.

Freytags wird zur Feyer des Geburtsfestes S r


Majestaet des Kaisers von der Philharmonischen Gesellschaft im Deutschen Ordenshause ein Concert gegeben.

Samstag ist nichts Disponirtes bekannt.

Sontag bekannt – großes Soire bei S r Exc: H. Gouverneur.

______________________________________________

Daß Baron Aichelburg vom Anfang Merz d. J. – als Concepts Practicant zur Dienstleistung beym Klagenfurther Kreisamt bestimmt ist, dürfte bekannt seyn! –

______________________________________________

Heute Montags am Morgen waren die Winterfenster mit Eis belegt; es hat daher vergangene Nacht erheblich gefroren.


1834/25
Ljubljana, 4. februar 1834



Man spricht hier in der Stadt, daß S e kaiserl. Hoheit der E. H. Franz Carl als Gouverneur des Bundes-Festung Mainz in Antrag seyn solle.


1834/26
Ljubljana, 5. februar 1834



Ein Bataillon der königl. bayerschen Infant:, welches vorigen Jahrs über Laibach nach Griechenland marschirte, kommt aus Griechenland über Triest zurück, und rückkehrt in die kön: bayerschen Staaten. Es ist unter den Commando des Obersten Baligand – desselben, welcher sich in Krainburg in ein Fräulein Gold verliebte, und sich mit derselben ehelig zu verbinden, entschlossen war. Dieses Bataillon wird am 19 ten d. M. Februar in Laibach eintreffen, am 20 ten hier Rastag halten, und am 21 ten – den Marsch nach Bayern fortsetzen.

Herr FeldmarschallLieutenant – Schneider, berühmt als ehemaliger Generalder Arretiner im ersten französischen Kriege des Jahrs 1799, welcher damal noch in der k. k. österr. Armée


Fähnrich gewesen –, soll gestorben seyn.


1834/27
Ljubljana, 6. februar 1834



Künftigen Sontag den 9 ten dieses Monats wird das allerhöchste Geburtsfest S r Majestaet des Kaisers gefeyert werden.

Samstags am Vorabende, wird das ständische Theater erleuchtet, vor dem Stücke ein Prolog gesprochen, dan das Volkslied „Gott erhalte Franz den Kaiser“ abgesungen und das Stück: Hans Sachs! gegeben werden.

Sontag früh um 6 Uhr werden 101 Kanonenschuß abgefeuert (* Die Musick von Gr. Lilienberg Landwehr um diese Zeit durch die Hauptgassen der Stadt – Tag revail blasen;), um 10 Uhr in der Domkirche feyerliches Hochamt gehalten, und von einer Division Milit: vor der Kirche die gewöhnlichen Salven gegeben, deren jede mit 24 Kanonenschüßen begleitet werden; Mittag gibt der H. Fürst Bischof Tafel von 60 Couverts, und abends ist große Gesellschaft und


Bal bei S r Excellenz dem H. Gouverneur.

______________________________________________

Heute Donnerstags haben die Militair Erziehungsknaben auf der Schüßstadt eine Tanzunterhaltung, welche um 4 Uhr beginnt und mit einem von mehreren hiesigen Menschenfreunden für die Knaben veranstalteten Soupée endigen wird.


1834/28
Ljubljana, 8. februar 1834



Man erzählt abermal, daß die ausmarschirten Landwehr Bataillons wieder in ihre Werbbezirke rückkehren, und dagegen durch Linien-Truppen deren Posten respt. Garnisonen ersezt werden, die Landwehren aber dann beurlaubt werden sollen.


1834/29
Ljubljana, 9. februar 1834



Privatbriefe aus Wien brachten vor einigen Tagen die Nachricht, daß S e Erlaucht der Herr Graf v. Wurmbrand – Obersthofmeister Ihrer Majestaet der Kaiserinn, sich am verwichenen Sontag den 2 ten d. M. mit Frau Wittwe Gräfinn v. Sailern vermählt haben.

Auch der Oberstlandrichter Exc. in Niederösterr: soll sich mit Fräulein v. Buffa – Schwester des hier bei S r Excellenz dem H. Gouverneur befindlichen Fräulein Therese v. Buffa – vermählet haben.


1834/30
Ljubljana, 10. februar 1834



Theater Vertheilung vom 9ten bis 15 ten Febr 1834

Sontag den 9 ten … Die Räuber am Kulmerberge.

Montag den 10 ten … Staberls Reiseabentheuer

Dienstag den 11 ten … Pudel- oder Volksball im Theater

Mittwoch den 12 ten … -/ /- -/ /-

Donnerstag den 13 ten … Titus – Benefice!

Freytag den 14 ten … -/ /- -/ /-

Samstag den 15 ten Pagenstreiche

______________________________________________

Heute Montag ist Casino Unterhaltung, dann Ball auf der Schüßstatt und in der Redoute.

______________________________________________

Nächsten Freytag den 14 ten d. M. gibt die Philharmonische Gesellschaft Concert zur Feyer des hohen Geburtsfestes S r Majestaet.


1834/31
Ljubljana, 11. februar 1834



Das gestern Abend gegen 9 Uhr in der Zuckerfabrick unweit St. Christoph ausgebrochene Feuer hat die Stadt allarmirt. Der geherrschte heftige Wind ließ Besorgniß erregen, und eben so die Heftigkeit der so schnell um sich gegriffenen Flame. Es soll auch in einer außerordentlichen Schnelle in allen Stockwerken zugleich der Brand entstanden seyn; und man will glauben, daß das Feuer mit Absicht angelegt, da die Fabricks-Gesellschaft in der Auflösung begriffen, und die Inventur der Requisitten schon über 14 Tage in Beschäftigung ist.


1834/32
Ljubljana, 13. februar 1834



Der Eisengewerks Besitzer Ruart von Sagor – in Oberkrain, soll gestorben seyn.

Man zeigt hier einen Ashantées aus Africka – welcher mit einem holländischen Schiffe nach Europa – respt: nach Amsterdam die Reise freywillig (?) unternommen haben soll; also wäre derselbe vom Herrn T. A. Philadelphia, der ihn um’s Geld sehen läßt, auf seinen europäischen Reisen, nur begleitet!!

______________________________________________

Anfangs dieses Monats soll ein Gemisch von Pohlen, Italienern und Franzosen bei 800 Mann aus der Schweitz nach Savoyen übergangen, allein wieder zurück getrieben worden seyn, weil man einen solchen Besuch von so unwillkommenen Gästen nicht gut finden wollte.


1834/33
Ljubljana, 17. februar 1834



Graf Platz – Präsident des Apellations Gerichts zu Klagenfurth, ist gestorben.

______________________________________________

Die wegen Mangel an Nachrichten zurück gebliebenen 4 Tags Anoncen liegen hier bey.


1834/34
Ljubljana, 18. februar 1834



Reisende – welche von Triest gekommen, brachten die in Senosetsch vernommene Nachricht, daß der Bezirks-Commissair von Monfalcone dem Senosetscher Bezirks-Commissariat die ämtliche Mittheilung gemacht haben soll, daß jene Räuber, welche leztlich den Brangartwagen beraubet –, verhaftet worden seyn, und ein Theil des geraubten Geldes auch schon herbei geschaft wäre.

Morgen Mittwochs den 19 ten d. wird das aus Griechenland nach Rheinbayern rückkehrende k. bayersche Bataillon unter Commando des Obersten Baligand hier eintreffen, am 20 ten Rastag halten, und am 21 ten d. den Marsch über Gratz fortsetzen.

______________________________________________

Gestern ist im Casino der Aschantis praesentirt worden; er hat im Pfeilschüssen und Pfeilwerfen, und im Schwingen der Keule seine Geschicklichkeit bewiesen. Es gab Neugierige genug, welche seine wolligten Haare, und seine angeblich Sametweiche Haut am Körper anfühlten.


1834/35
Ljubljana, 20. februar 1834



Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg befinden sich unwohl, und heute ließ H. D r Kogel einen Aderlas ordiniren. Es scheint eine gastrische Affection, die gnädige Gräfinn ist im Bette, und noch wenig vermögend, außer dem Bette zu seyn.

Auch H. Baron Lazzarini senior ist an einer Kälte Alteration schon 2 Tage zu Bette.

Das gestern in der Rückkehr aus Griechenland hier eingerückte k. bayersche Inf. Baton des Rheinkreises, siehet ziemlich gut aus. Es hat nur bei 60 Mann durch den Tod verloren, allein sie ziehen mit großer Sehnsucht nach den lieben Vaterlande. Obschon Sie sich wenig verlauten lassen, so ist das, so sie über Griechenland sagen, immer eine Schilderung großen Elendes und rohheit in Menschen und Boden. Von Strassen, von Feilschaften, ist nirgend etwas zu sehen, und führt man nichts mit sich – so hat man auch nicht


zu hoffen, etwas zu finden. Izt sind sie mit der hierländigen Bequartirung und Beköstigung ungemein zufrieden, da sie anderwerts zu darben hatten.

Gestern war die Gesellschaft bei S r Excellenz mittelmäßig zahlreich, auch von einigen der bayerschen Officire besucht worden. Oberst Baligand theilte das Spiel mit den Fräuleins.


1834/36
Ljubljana, 21. februar 1834



Der k. würtembergische Hof-Schauspieler und Sänger H. Jaeger ist hier angekommen und wird morgen Samstags in der Oper „Barbier von Sevilla“ auftretten. Da man aber sprechen hört, er, der H. Jaeger seye ohne Stimme angekommen, und der gestrige Theater Zettel die Anzeige enthielt, daß Delle Perechon und H. Lehman unpäßlich sind –, so scheint es, daß der Barbier von Sevilla – wohl schwerlich befriedigen werde. –

Gestern war das Theater noch ziemlich besucht, und das Stück zur Zufriedenheit ausgefallen. Madame Rosenschön hat ihre Rolle besonders gut gegeben, auch die Declamation der kleinen Tini Mascheck – als Siegmund und Sohn der Catharina war sehr beyfällig aufgenommen worden. Madame Rosenschön wurde paarmal und am Ende geruffen.

Die königlich bayerschen Truppen werden nun nach und nach


Griechenland rückkehren, dagegen ist wieder eine Collone der in Bayern für die griechische Regierung angeworbenen Truppen auf den Marsche von München her. –

Frau Gräfin v. Steinach ist von Ihrer nach Babolna, Wien und Gratz unternommenen Reise – vor einigen Tagen hier angekommen.

Frau Gräfinn Hyacinthe v. Lichtenberg hatte eine etwas bessere Nacht, und etwas Schlaf –, welchen die Anfälle des Hustens stören. Die Aderlas gestern war wiederhollt worden, und das Blut nach Aeußerung H. D r Kogels entzündlich gewesen. Frau Gräfin befindet sich aber sehr schwach, welches der schon mehrere Nächte gestörte Schlaf verursachen mag, und fühlet über die Brust – ein Wehe.

H. Baron von Lazzarini war gestern wieder aus dem Bette.


1834/37
Ljubljana, 22. februar 1834



Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg hat vergangene Nacht wieder einen mehr anhaltenden Schlaf gehabt, und ist daher heute mehr gebessert.

Nach der gestern vorläufig geäußerten Vermuthung, läßt sich durch die heute erhaltene Bestättigung „da der Barbiere von Sevilla heute nicht zur Aufführung komt“ nicht mehr zweifeln, daß unsern Opern Personale die Singstimmen ermangeln, und sämentl. Stimmstöcke krank sind! –

Wie man hört, ist Herr Hofrath Graf v. Welsperg Willens, in kurzen nach Wien zu reisen, mit welchem sein älterer Sohn Eugen – der Uhlane – abreisen wird.

Daß der General FeldmarschallLieutenant von Herzogenberg – Curator des Theresianums und Local Director der Ingenieur Academie zu


Wien gestorben ist, muß hier nachträglich berichtet werden. Derselbe soll sich am 9 ten Febr – bei der Parade der Academie Zöglinge zur Feyer des allerhöchsten Namensfestes S r Majestaet erkühlet haben – erkranket – in ein Nervenfieber verfallen, und nach Eröffnung oder Aufbrechung einer auf der Brust gehabten Blessur – verstorben seyn.


1834/38
Ljubljana, 24. februar 1834



Für morgen Dienstags ist die Oper: Barbier von Seviglia – wo der k. würtenbergische Opernsänger H. Jaeger in der Rolle des Grafen Almaviva auftritt –, bestimmt.

Mittwoch den 26 ten d. – Doppel Papa.

Donnerstag den 27 ten d. – Wochenmarkt im Tempel der Musen –; Benefice des H. Baumann

Freytags den 28 ten d. -/ /- -/ /-

Samstags den 1 ten Marty – Fra Diavolo. H. Jaeger als Fra Diavolo.

______________________________________________

Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg – hat den größten Theil der vergangenen Nacht gut geruht, daher das Befinden heut wieder gebesserter ist.


1834/39
Ljubljana, 25. februar 1834



Baron Aichelburg bereits wegen der Abreise zum Kreisamt nach Klagenfurth sich überall beurlaubt, erkrankte in der Nacht vom Sontag zum Montage – an einem rheuvmatischen Zustande, weshalb die auf den Donnerstag den 27 ten d. bestimmte Abreise – verschoben werden mußte. Heute gehet es besser.

Gestern war das Casino mittelmäßig besucht. Die Tombolla-Parthie war verhältnißmäßig stark besezt, und wurden 2 Spiele gemacht. Im ersten Spiele gewannen:

1 tens Ein silbern Etui im rothen Futterall mit Schere, Nadelbüchse, Fingerhut etz.; der Postbeamte Bauer

2 tens Ein Theater Perspectiv, Fräulein Marie Bubanovich

3 tens Herr Graf Welsperg Papa – eine hölzerne Zuckerbüchse

4 tens Eine Zündmaschine – Herr Bar. Frz. Lazzarini

5 tens Ch[e]misette Knöpfe vom Gußeisen – Frlein. Therese Buffa mit Victoire Codelli; nach der Loosung aber der Erstern geblieben.


Bei der 2 ten Tombolla waren lauter gläserne Gewinnste, nämlich der Erste ein Bokal Frl. Lori v. Lazzarini

Zweite ein Glas mit Goldrand und mit einer gemahlten Landschaft Frl. Gozzani

Dritte ein Schreibzeug – Lotti Lepuschitz

Vierte ein Flacon – Frl. Resi v. Codelli

Fünfte ein Glas mit Goldrand, Fräulein Fini v. Zois.

Victor v. Schmidburg ist gestern nach Gratz zur Prüfung abgereiset. – Heute ist der Ingenieur Lieut: Richard Graf Welsperg – in Begleitung seines Bruders Eugen – und Bar. Deyms in der Rückreise nach Verona, nach Triest abgegangen; Letztere zwei gedenken bis nächsten Donnerstag wieder hier zurück zu seyn.

Pepi Graf Auersperg dürfte in Begleitung seines Oheims des Grafen Benedict – Freytag oder Samstags zur juridischen Prüfung nach Gratz abreisen.

Die Abreise des H. Hofraths Grafen v. Welsperg nach Wien, wohin auch gleich der H. Sohn Eugen – der Uhlan mit abgehen wird, soll für künftigen Montag, definitiv


bestimmt seyn.

Comtesse Emmi von Auersperg war gestern nicht in der Casino Gesellschaft, weil selbe sich krank befindet, daher auch von keinem Gliede der Familie – das Casino besucht war.

Uibrigens waren in beyden Conversations Zimmern des Casino alle Spieltische, selbst im Tanzsaale zwei derselben besezt, auch fehlte es später an den Speisetischen nicht an der Besetzung, und man schien um 11 Uhr in dieser angenehmen Situation noch fest zu sitzen.

______________________________________________

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg hatte vergangene Nacht – gegen Morgen etwas Unruhe, indessen ist die Besserung nicht verschlimert.


1834/40
Ljubljana, 26. februar 1834



Heute ist kein Theater. Gestern war das Theater stark besucht gewesen. Herr Jäger erfreute sich des Beyfalls; er hat einige Gesangstücke eingelegt, und mit eigener Quitarre Begleitung gesungen. Sämentliche Gesangstücke gingen gut, man sah allgemeinen Wetteifer; ein Duetto des Grafen Almaviva mit Figaro mußte wiederhollt werden; allein obschon der Laibacher Figaro gut singt, ist und bleibt er hinsichtlich der nöthigen Flüchtigkeit – und Beweglichkeit, die ihn ganz ermanglet, ein schlechter Figaro. H. Jäger wurde einigemal geruffen; nach dem ersten Hervorruffen war sein Dank in Folgenden Ausdrücken: „Ihr holder Blick ist mein höchstes Glück“! – Am Ende geruffen, erschien er mit Rosine und Partholo, und dankte mit mehr Worten, und empfahl sich der Gunst des Publicums.

Herr Bauman machte dann seine Einladung zu


seiner Benefice Vorstellung – für Donnerstag – mit einer in die Länge und Breite gezogener Rede, die mit den Spruche schloß, ihn geneigte Unterstützung zu schenken, damit an ihn das Sprichwort nicht wahr werden möge, daß er von Federn aufs Stroh – komme. – Man verließ das Theater im Allgemeinen, mit Zufriedenheit.

______________________________________________

Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg – hatte die vergangene Nacht gut geruhet, und ist daher nicht verschlimmert im Krankheitszustande.

______________________________________________

H. Polizei Director Sicard gibt heute Abend – Gesellschaft.


1834/41
Ljubljana, 27. februar 1834



Die Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg befindet sich leidentlich –, hatte auch vergangene Nacht viel geschlafen, doch war der Schlaf von allerlei Träumen begleitet.

Graf Szapari Excellenz und H. General Graf von Stürgh – Bruder der Frau Baron von Lazzarini, welche vorigen Jahrs in Flödnig gestorben, werden zu einem Besuch hier erwartet.


1834/42
Ljubljana, 28. februar 1834



Das Theater war gestern noch ziemlich besucht gewesen und der Beneficiant durfte noch zufrieden seyn, das Quotlibet ist übrigens ein Gemisch – niederer Späße. Die Ansicht von Laibach, nämlich das Theater mit den rechts und links daran stossenden 2 Häusern und dem rückwärts darüber ragenden Kastelberg, ist eine gut gelungene Decoration. Das Arrangement des Tableaux war ebenfalls gut; – doch die von H. Hölzels Composition – producirten Deutschen, ein Zusamentrag aus allerlei bekannten Melodien; übrigens noch schlecht exequirt worden, daher ganz unbeachtet geblieben; einmal applaudirte Jemand, denen ganz falsch tönig eingefallenen Waldhörnern, die auch der Mißtöne wegen, aufhören mußten. –

Der Baron Aichelburg hat in seiner rheuvmatischen Krankheit Verschlimerung; es mußten Iggel und Senfteig applicirt werden! –

Wegen Herbei schaffung der Fonds für die schon län-


gere Zeit besprochen werdende, in Laibach zu errichtende Kleinkinder Wartanstalt, ist endlich anliegende Aufforderung geschehen.

______________________________________________

Die Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg ist in Ihrem Befinden gebessert; die Nächte werden durch vermehrten Schlaf immer besser.

______________________________________________

Frau Gräfinn Mimi v. Blagai ist am 25 ten d. zur Stadt gekommen; da aber derselben hier unwohl geworden, ist sie bis heute noch hier, bei der Stadt im Hause ihres Papa –, des H. Bar. Lazzarini geblieben.

______________________________________________

Fräulein Caroline v. Elsner ist zum Besuch der Frau Baronin Lazzarini nach Zobelsberg gereiset.


1834/43
Ljubljana, 1. marec 1834



Vergangene Nacht hat es etwas geregnet, und der heutige Morgen ist etwas windig, sonst aber sehr angenehm. Der Parometer hat auch noch heute seinen hohen Stand.

Graf Deym und Gr. Eugen Welsperg sind schon Donnerstags Nachmittag bei Zeiten aus Triest zurück gekommen.

Gestern Freytag gieng es Bar. Aichelburg etwas besser. – Auch Frau Gräfinn Hyacinthe v. Lichtenberg gehet es besser. Der sich vermehrende Schlaf schaft Stärkung dem Körper, und macht möglich, daß die Frau Gräfinn den größten Theil des Tags, außer dem Bette sich erhalten kann.

Die Comtesse Emmi von Auersperg ist noch immer unwohl, daher die Familie von Mokriz, noch immer hier sich befindet.

Frau Gräfin Mimi von Blagai wird heute wieder nach Weisenstein aufs Land gehen.

Herr Graf Benedict – ist mit seinem Neffen Graf


Pepi von Auersperg heute nach Gratz abgereiset.

Graf Welsperg wird mit seinem Sohn Eugen, nächsten Dienstag – nicht Montag, abreisen.

H. Jaeger ist schon wieder mit der Stimme in Verlegenheit, daher die Oper Fra Diabolo nächsten Dienstag erst zu hoffen ist.

H. Bar. Elsner hat gestern, blos – wegen der gewöhnlichen österlichen Andacht gebeichtet, und hat heute communicirt.


1834/44
Ljubljana, 2. marec 1834



H. Graf Szapari Exc: mit H. Generaln Gr. v. Stürgh sind hier angekommen.

Baron Aichelburg leidet an Gehirn Entzündung –, daher seine Krankheit bedenklich geworden, indem derselbe größtentheils fantasirend darnieder liegt.

______________________________________________

Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg ist zwar sehr schwach, und klagt über Mattigkeit und wehe der Glieder, war gestern den ganzen Tag außer dem Bette, nahm auch etwas weniges von Speise zu sich. Der sich vermehrende Schlaf zeiget deutlich auf die eintrettende Convalescenz.


1834/45
Ljubljana, 3. marec 1834



Heute geben S e Excellenz der H. Gouverneur dem Herrn Grafen v. Szapari – Excellenz, dem H. Generaln Grafen Stürgh und der Familie Welsersheim näml. Herrn Grafen und Frau Gräfinn – Tafel.

Frau Gräfin v. Welsersheim litt in lezten Tagen, lezter Woche an Erbrechen etz.–, welches jedoch wieder gut, und die Frau Gräfin gestern Abends beym Soire zu Leopoldsruhe gewesen ist.

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gehet es in der Convalescenz immer besser.

Man sprach dieser Tage davon, daß die Universität zu Gratz und Padua aufgehoben, und eine Universität in Laibach errichtet werden sollte! –

Der Fähnrich Graf Enzenberg ist für paar Monate mit seiner Compagnie von Gr. Lilienberg Inf. – von Laibach nach Krainburg übersezt worden.

Das Regmt. Hohenlohe wird in der 2 ten Hälfte des Monats Merz beginnen, die päbstlichen Staaten zu verlassen, so daß am 21 ten April der Regmts. Staab mit dem lezten Theile des Rgts., Bologna verlassen wird. Das Regt. Gr. Kinsky N r 47 wird das Hohenlohische im Römischen ablösen, und das


Leztere indessen an Platz des des Rgts. Kinsky nach Modena – später aber nach Lodi und Crema abrüken, wie es wieder durch andere Truppe in Modena abgelößt werden wird.

______________________________________________

B r Aichelburg gehet es noch immer schlecht.

Graf und Gräfin Aichelburg die schon in retour von Wien einige Zeit in Mahrburg verweilen, weil die Frau Gräfin erkranket, werden täglich erwartet.


1834/46
Ljubljana, 4. marec 1834



Der Besuch des gestrigen Casino’s war zahlreich. Die Tombola Parthie hatte folgende Gewinnste:

1te Tombola

1. Ambo – Silberne Bleystifte mit Federmesser; gewonnen:

Fähnrich Berghofer v. Hohenlohe

2 – Terno – Porzellaines Schreibzug; gewonnen:

Frau Gräfin Richard Blagai

4 – Quinterno – Loos auf die nächste Güter Lotterie in einer schwarz ledernen Brieftasche;

Frau Terbinz

3 – Quaterno Silberne Zuckerzange –;

Frau Gräfin von Saurau

5 – Tombola – Silbernes Eßbesteck für eine Person im Etui –;

Ritter v. Lebzeltern.

2te Tombola

1. Ambo – Thekanne von brauner Erde; gewonnen

Herr v. Kreuzberg

2. Terno – Hölzerne Cassette mit gemahlter Landschaft

Herr Lieut. Miorini – von Lilienberg

3. Quaterno – Theeflasche:

Comtesse Pepi von Welsersheim


4. Quinterno: Feinste Porzellaine Tasse:

Graf Saurau

5. Tombolla: Silbernes Eßbesteck im Etui für eine Person:

Frlein. Pepi Steinbauer

______________________________________________

Lezteres war unter dem genannten Fräulein – dann Lotti Lepuschitz und Handelsmann Pachler zugleich gewonnen, und nach der zwischen diesen erfolgter Loosung, ist dieser Gewin dem genannten Fräulein zugefallen.

______________________________________________

Theater Repertoir

Dienstag den 4 Merz – Fra Diavolo – H. Jäger für die Tittelrolle.

Mittwoch den 5 ten'' Doppelpapa – Benefice der Kinder

Donnerstag '' 6ten – Fra Diavolo wiederhollt

Freytag den 7 ten – Der Amerikaner. Benefice für die Stadt Armen.


Samstag den 8 ten – Weiße Frau – H. Jäger als Georg.


1834/47
Ljubljana, 5. marec 1834



Herr Graf von Szapari und H. Gen. Graf v. Stürgh sollen schon morgen Donnerstag wieder nach Gratz zurück reisen.

Herr Graf von Welsperg mit seinem Sohne Uhlanen OberLieut. Eugen sind heute nach Wien abgereiset.

Herr Graf v. Aichelburg ist noch nicht hier angekommen.

Frau Apellations Räthin Bar. Aichelburg – Mutter des erkrankten Concepts Practicanten ist aus Klagenfurth hieher gekommen.


1834/48
Ljubljana, 6. marec 1834



Herr Graf v. Szapari Exc. ist heute morgens mit H. Generaln Grafen v. Stürgh wieder nach Gratz rückgekehrt.

Gestern wurde der junge B r Aichelburg mit den Sterbsakramenten versehen. Man hört heute, daß es besser gehe, welches wünschenswerth wäre, allein, noch scheint die Gefahr nicht abgewendet zu seyn.

Die Heuraths Licenz für H. Generaln von Sivkovich ist eingelangt, in nächst künftiger Woche dürfte die Vermählung statt finden.


1834/49
Ljubljana, 7. marec 1834



Es sind abermals in Bayern angeworbene griechischen Truppen auf den Marsche, um in Triest eingeschifft und an ihre Bestimmung per Mare abgeführt zu werden.

Die erste Collone derselben 460 Man mit 27 Weibern – 14 Kindern, wird am 3 ten April in Laibach ankommen; die 2 te Collone bei 764 Man mit 47 Weibern und 34 Kindern, wird am 6 ten Apr. hier einlangen.


1834/50
Ljubljana, 8. marec 1834



Die für heute bestimmte Oper zur Ausführung zu bringen, sind Hinternisse eingetretten; es ist wohl außer allen Zweifel, daß Herrn Jägers Stimme, tag – täglich schwächer und unzureichender wird.

Graf Aichelburg ist sammt Frau Gräfin schon lezten Dienstag von Wien hier angekommen.


1834/51
Ljubljana, 9. marec 1834



Comtesse Emmi v. Auersperg – soll es nun schon besser gehen, und Sie sich etwas außer Bette halten können.

Baron Aichelburg ist wohl etwas besser, allein die Aerzte wollen ihn nicht außer Gefahr erklären.

______________________________________________

Gestern Samstags wurde gemäß anliegender Theater Nachricht nicht Der Vetter Benjamin – sondern der Barbier von Seviglia gegeben. Das Haus war jedoch wenig besucht.


1834/52
Ljubljana, 10. marec 1834



Da gestern die Dispens wegen der Trauung in der Fasten für den Herrn General angekommen: so wird morgen Dienstags der Eid vor einer Commission abgelegt, und wenn die Dispens für die Frau Braut – wie gehoft, von den hiesigen Fürst bischöflichen Consistorium auch ertheilt werden wird, die Trauung am künftigen Donnerstag den 13 ten d. M. statt finden, und wie man sich schmeichelt – von S r fürstlichen Gnaden in der Haus Capelle vollzogen werden.

Gleich nach der Trauung will der Herr General nach Triest und Görz für 10 bis 12 Tage sammt der Frau Braut verreisen.

Gestern war das Heilige Grab außerordentlich stark besucht worden. Eine Menge Fußgänger und viele Wagen sind dahin geeilt.

Das Theater Repertoir

ist für die gegenwärtige Woche, wie folget, in


Antrag: Sontag den 9 ten Lumpaci Vagabundus.

Montag den 10 ten Zampa – Benefice H. Lehmans.

Es ist aber heute Mittags am Theater und an den Strassenecken angeschlagen worden, daß wegen Unpäßlichkeit der Delle Perechon – Zampa morgen Dienstags den 11 ten gegeben werden wird, und heute ist kein Theater.

Dienstags sollte das Epigram gegeben werden; ist also nach vorstehenden ausgesezt.

Mittwoch /

Donnerstag den 13 ten Merz die weiße Frau. H. Jäger als Georg.

Freytag /

Samstag – den 15 ten Merz. Schweitzer Familie. Benefice des H. Kunz.


1834/53
Ljubljana, 11. marec 1834



Gestern war das Casino nicht übermäßig, jedoch noch ziemlich besucht – gewesen.

Am Tombolla Tisch waren Menge Damen, um welche sich ringsum, sehr viele männliche Theilnehmer an der Tombolla, befunden. Die ersten Blätter waren á 10 xr ausgegeben, die übrig gebliebenen 2 u. 2 –, zu 24 – 25 – 30 bis 40 xr licitando veräußert worden. In der ersten Tombolla gewannen:

Ambo. Glas mit Farben gemahlt:

Herr Terbinz und Lieut: Miorinivon Lilienberg – welch Leztern nach der Loosung es geblieben.

Terno – Etui mit Ohringen und einer Stecknadl von Bronze.

Hptm. Franz.

Quaterno – Ein seidenes modernes Gillet Fleck.

Herr Franz B r Lazzarini.

Cinquin – Ein sehr nettes Spielmarken Kästchen

Handelsman H. Suppanschitz – in der Spitalgasse wohnhaft.

Tombolla – Baliateur in einem hölzernen Haus verwahrt – schwarz und mit seidenen Blu-


men, 15 fr CM werth.

Frlein. v. Schiwitzhofen – Schwester der Frau des Handelsman Schrey.

2te Tombolla das ordin. Blatt á 6 xr ; die übrigen Blätter 2 u. 2, eben gut Licitirt zu 23 – 25 – 30 bis 40 xr.

Ambo – Ein Glas mit Goldrand.

Hptm. Franz mit 4 andern. Nach der Losung blieb es dem genannten.

Terno – Ein kleiner sehr niedlicher Damen Toilette Spiegel in versilberten Metal gefaßt, und doppelt.

Herr Zeschko jun.

Quaterno – Ein Schreibzeug; ein Mann trägt auf den Rücken in einer Kraxen Tintenglas u. Streusandbüchse von Glas in vergoldeten Metal gefaßt, der Man von Bronze.

Baronesse Eleon: v. Lazzarini.

Quinterno – Eine Porzellain Chocolade Tasse:

Frau Oberwaldmeisterin Persina.

Tombolla – Eine schöne Tisch Lampe.

Herr Grizner.

______________________________________________

Heute legt Herr General und seine Braut wegen der erhaltenen Aufkündigungs Dispens – den vorgeschriebenen


Eid ab. –


1834/54
Ljubljana, 12. marec 1834



Morgen Donnerstag wird die Trauung des Herrn Generals mit der Frau OberstLts Wittwe v. Schwarzbach in der Deutschen Kirche geschehen. Um 9 Uhr wird eine heil. Messe gehört, und nach derselben der Trauungs Act durch H. Domprobst Burger vollzogen werden. Beystände des H. Bräutigams sind: S e Excellenz der H. Gouverneur, und H. Major von Schmiel. Jene der Braut: Herr Graf v. Welsersheim, statt den verreisten H. Grafen v. Welsperg und Herr Gr. Ferdinand v. Aichelburg.

Um 11 Uhr reisen die Neuvermählten von hier nach Triest etz. – ab.

______________________________________________

Heute kein Theater –; morgen wird Die weiße Frau gegeben.

______________________________________________

Herr Major Dresler von Lilienberg ist heute nach Wien abgereiset.


1834/55
Ljubljana, 13. marec 1834



Die Vermählung des Herrn Generaln ist – wie gestern gemeldet, – heute in Gegenwart der genannten Herrn Zeugen, und der vollgefüllten Deutschen Kirche – durch H. Domprobst Burger vollzogen worden. Um 1 Uhr ist die Abreise erfolgt.

Herr Graf Benedict Auersperg ist mit seinen Neffen Pepi von Auersperg von Gratz, und Herr Graf Anton von Auersperg von Thurn am Hart – hier angekommen.


1834/56
Ljubljana, 14. marec 1834



Die Oper: „weiße Frau“ ist gestern zwar nicht bei überfällten, allein doch bei ziemlich vollen Hause, gut gegeben worden, und nach übereinstimmenden Aueßerungen, gut zusammen gegangen. Nur 2 Logen waren unbesezt.

Gestern früh nach 10 Uhr entzündete sich der Ruß in einem Kaminn in einem Hause der Pollana Vorstadt in der Gegend der Schüßstadt; da die Flame nicht sichtbar wurde, konnte der Kastellwächter nicht schüssen, und so blieb der Fall ohne Allarm, und vielen Menschen der Stadt unbekannt, da man den entzündenen Ruß bald löschte.

Der vermählte Herr General ist mit seiner Frau gestern gegen 1 Uhr Mittags abgereiset, und gedachte in Adelsberg zu übernachten, heute bei Zeiten in Triest einzutreffen.

Der Buchhaltungs Official Montmoranzi ist heute gestorben.


1834/57
Ljubljana, 15. marec 1834



Heute morgens sahe man beym Erwachen die Dächer der Häuser und die Strassen mit einen schwach aufgetragenen Schnee bedeckt, welcher in diesem Augenblick halb 10 Uhr morgens, nach erscheinen der Sonne von allen Dächern und südlich gelegenen Theilen der Strassen, schon wieder ganz verschwunden ist. Jedoch ist die Temperatur kühl, weil das Gebirg rings um – mit Schnee bedeckt ist. –

Am nächsten Gesellschaftstage bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur, sollen zur Feyer des hohen Namensfestes zwei Tableaux gegeben werden, deren eines 2 – das andere 4 Veränderungen haben soll. Eines soll aus Elisabeth, Königin von Englands Leben, und das Andere aus jenen des Blaubarthes – genommen seyn.

Baron Aichelburg gehet es besser, die Wahrscheinlichkeit seiner Rettung tritt immer sicherer näher, da der Termin der Crisis auch immer näher rückt.


Graf Anton von Auersperg will schon morgen Sonntags nach Thurn am Hart rückkehren.

______________________________________________

Ohne Zweifel, weil morgen Sontag wieder die Weiße Frau gegeben werden soll, hat man zur Schonung der Sänger, statt der in Antrag gewesenen – Schweitzer Familie –, heute ein Schauspiel zum Benefice H. Kunz gemessener gefunden.

Die Comtesse Emmi von Auersperg ist zwar schon genesen, allein die kleine Comtesse erkrankt, daher die Abreise nach Mokritz noch unbestimmt ist.


1834/58
Ljubljana, 16. marec 1834



Es wird hie und da gesprochen, als ließe sich in Folge des Krankheits Uibels bei den jungen Bar: Aichelburg ein Blödsinn – merken, welches sehr beklagenswürdig wäre.

Frau von Grimschitz ist heute am 5 ten Tag im Bette, man sagt an einem Nervenfieber –; sie ist viel Geistes abwesend, und ihr guter Sohn über diese Erkrankung gränzenlos betrübt.

Die Familie des H. Grafen Auersperg von Mokritz ist heute morgens von hier nach Haus abgereist.

Graf Ant. v. Auersperg von Thurn am Hart ist ebenfalls von hier abgereiset.


1834/59
Ljubljana, 17. marec 1834



Gestern war der Besuch bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur sehr zahlreich.

Frau von Grimschitz ist gestern Sontag Nachmittag mit den Sterbsakramenten versehen worden. Sie soll an Lungen und Leberentzündung leiden.

Herr B r Aichelburg bei welchem ein Frisel Ausschlag sich eingefunden, wird nach ärztlicher Declaration noch immer nicht für gerettet gehalten. Es seye zwar der gehofte Schweiß eingetretten, allein nicht in den wünschenswerthen Grade, und der hiezu getrettene Frisel ist wieder ein neues, mit neuer Gefahr verknüpftes Uibel.

Der heute Morgens noch vor 7 Uhr gefallene Schnee – ist mit der um 7 Uhr erschienenen Sonne –, wieder zur Schwindung gekommen, so, daß um 8 Uhr an den, von der Sonne beleuchteten Seiten, nichts davon zu sehen war, und izt 9 Uhr noch sehr wenig an den nördlichen Seiten zu sehen ist. Die Luft ist jedoch sehr kühl, und starker Wind.

Das Repertoir für diese Woche ist – wie folget:


Montag den 17 ten / / /

Dienstag den 18 ten Die Italienerin in Allgier.

Mittwoch den 19 ten Fridolin

Donnerstag den 20 ten Die Italienerinn in Allgier.

Freytag den 21 ten / / /

Samstag den 22 ten Mondechi und Kapulete. Benefice der Delle Perechon.

______________________________________________

Ob nach den Ostern noch das Theater fortgesezt, oder die italienische Oper zu haben seyn wird, steht noch in Unterhandlung.


1834/60
Ljubljana, 18. marec 1834



Das Casino war gestern nicht zu zahlreich besucht, jedoch die Theilnehmer am Tombolla Tisch ziemlich eifrig. Das ordin: Blatt wurde im ersten Spiele mit 10 xr abgegeben : und es gewann

Ambo – einen Nähekissen.

Frau v. Kreuzberg nebst zwei andern Theilnehmern; behilt aber nach der besondern Loosung – den Gewinn.

Terno – Eine Kartenpresse;

H. OberstLieutenant v. Seppenburg.

Quaterno – Ein nettes Kartonell mit riechenden Seifen.

Ihre Exc. Frau Gouv.

Cinquin – Eine niedliche Kamera Obscura in einen eleganten Chatulchen;

Fräulein Flori Bubanovich.

Tombolla – eine schöne Stockuhr;

Herr Lieut. Miorini. Dieser gewinnt nun in der dritten Woche immer ein Preis von der Tombolla.


Das 2te Spiel der Tombolla wurde á 6 xr das Blatt abgegeben , und es wurde gewonnen:

Ambo – Ein Zigaren Becher gelb pollirt mit einem Untersatzel.

Frau v. Fichtenau.

Terno – Ein gläsernes brilliantirtes Schreibzeug;

Herr Postverwalter Arlet. – Gab diesen Gewinn zu der künftigen Lotterie für die Klein-Kinder Bewahr-Anstalt.

Quaterno – Ein niedliches Körbchen mit einem stählernen Henkel.

H. Gerichts Advokat Pasquali.

Cinquin – Ein Transparent Lichtschirm mit einer gemahlten Landschaft und Nachtlampe.

Die Frau des D r Juris Deu.

Tombolla – Eine Transparent Nach[t]uhr sehr elegant.

Die Frau des Kataster Schätzungs Commissairs Schlendrich.


Gestern waren im Casino Locale während der Geschäft diejenigen Gegenstände ausgestellt, welche von verschiedenen Wohlthätern zum Behufe der Lotterie, welche zu Gunsten des Fondes für die Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt – statt finden soll, bereits dargebracht worden sind. Es finden sich allerlei Sachen, schöne, werthvolle Stücke beysammen, die allgemeinen Beyfall erhielten.

______________________________________________

Todes Anzeige

Gestern Mittags starb die Frau Hptmans. Wittwe Schweitzer – Mutter der Frau Hauptmannin Hauck. – In der lezten Nacht – vom 17 ten zum 18 ten , und zwar bald nach Mitternacht verschied die Frau von Grimschitz.


1834/61
Ljubljana, 19. marec 1834



Die Möglichkheit einer Genesung bei den schwer kranken Baron Aichelburg wird nun schon stark bezweifelt; nebst den Friesel-Ausschlag hat sich ein neues Uibel eingestellt, welches ärztliche Kunst kaum unterdrückt hatte, und daher läßt sich besorgen, daß es mit der körperlichen Auflösung vorschreite.

Nächsten Freytag gibt die Philharmonische Gesellschaft zur Feyer des Namensfestes S r Excellenz des H. Gouverneurs – ein großes Concert, bey welchem Frau Gubern. Räthin Wagner ein Forte Piano Concert vortragen wird.


1834/62
Ljubljana, 20. marec 1834



Statt den –schon im lezten Herbste vorigen Jahrs in Pensionsstand übersezten, und sich nach Görz übersiedelten hiesigen Ober-Polizei-Commissair Kremnitzer, ist nun ein anderer ernannt, welcher aus Wien zu der hiesigen Polizei Direction kommt.


1834/63
Ljubljana, 21. marec 1834



Daß des Baron Spiegelfeld Mama in Gratz gestorben seye, dürfte vielleicht schon bekannt seyn.

Morgen Samstags wird nur der erste Actder Oper: Montechi und Capuletti aufführt; vor demselben das Lustspiel: Der erste Eindruck! nach dem französischen vom Both gegeben werden, zum Benefice Delle Perechon, welche gestern ihre Einladung machte.

Herr Jäger ist gestern in der weißen Frau zum leztenmale aufgetretten; er wurde nach dem Stücke geruffen; er stattete seinen herzlichen Dank für den ihn gewordenen Beifall, u. empfahl sich den kunstsinnigen Publicum Laibachs zur fernern Gewogenheit fürs künftige Jahr! –

Der alte pensionirte Landrath Kokeil ist heute gestorben, und gestern Frau von Grimschitz begraben worden.

Der neue ernannte Polizei OberCommissair für Laibach heißt Suchaneck.


1834/64
Ljubljana, 22. marec 1834



Nächsten Montag den 24 ten d. M. wird im Casino allhier – Gesellschaft und Dombolla seyn.

Die gewisse Lotterie zu Gunsten des Fondes für die Klein-Kinder-Bewahranstalt wird erst nach Ostern, man glaubt, am 7 ten April, und an diesem Tage auch der diesjährige dritte Casino Ball, statt finden.

Die gestern statt gehabte musikalische Academie war ziemlich zahlreich besucht; zur Eröffnung derselben wurde der anliegende, vom H. von Herrmansthal verfaßte Prolog, vom H. Ritter von Lebzeltern gesprochen, und darauf die musikalischen Stücke ausgeführt. Der Hintergrund des Orchesters war mit rothen Tuch behangen, und in der Mitte Transparent ein Genius angebracht, welcher das B r Schmidburgische Wappen trug, unter demselben das Krainersche und das Kärnthnersche Landeswappen gleichfalls transparent, – der Genius mit grünem Laubwerk, in welchem oberhalb


des krainerschen Wappens Weintrauben, und oberhalb des kärnthnerschen alle Gattungen Getreide Aehren – gezeichnet, und sichtbar waren, umgeben.

Die Musick und Gesangstücke wurden mit Eifer und guten Effeckt vorgetragen.

Nach einem Privatschreiben des H. Hofrathes Grafen von Welsperg, ist der Geistliche Referent für das hiesige Gubernium ernannt worden. Sein Name ist Stelzig –, er soll bei S r kaiserl. Hoheit dem E. H. Rudolph Ceremonier gewesen seyn, und habe nun bei einem Jahre bei der hohen Hofkanzlei im Geistlichen Departement gearbeitet; er dürfte Canonicus an der Kathedrale vom Kremsier seyn.


Prolog

Gesprochen vom H. Ritter von Lebzeltern am 21 ten Merz 18343 im Saale der Philharmonischen Gesellschaft vor Beginn der musickalischen Akademie, welche zur Feyer des Namensfestes S r Excellenz des Herrn Gouverneurs Freyherrn von Schmidburg gegeben wurde.

Verfaßt vom H. v. Hermannsthal

Ich preise den, der seines Geistes Streben

vermag im Kunstwerk dauernd zu gestalten;

Ich preise den, der sein genügsam Leben

Still kann im Schooße der Natur entfalten;

Als einen Seligen muß ich erheben,

dem Ruh‘ und edler Sinn im Busen walten;

Doch seh‘ ich auf das Glückes höchsten Stufen,

den zum Beglücker hat sein Los beruffen.

______________________________________________


Das Kunstwerk, – es entzückt nur den Beschauer,

Der Künstler selbst ist nicht damit zufrieden;

Was fromt’s der Welt, wenn Dir in ew’ger Dauer

Ein stilles Glück in fernem Thal beschieden?

Verschwindet von der Erde Schmerz und Trauer,

weil Du Dich findest mit Dir selbst in Frieden?

Nur der Beglücker sieht, – o schönste Sonne!

In jedem Aug‘ um sich die eig’ne Wonne.

______________________________________________

In weiter ihm den Kreis die Götter rücken,

In weicher haben sie den Mann gesegnet.

Den kleinen Kreis des Hauses zu beglücken,

wem es gelingt, welch Glück ist ihm begegnet!

Wem es gegönnt, ein Dorf mit Lust zu schmücken,


O, dem hat schon das Glück herab geregnet!

Wie göttlich erst, auf einem Platz zu stehen,

wo man ein Land durch sich beglückt mag sehen!

______________________________________________

D’rum Preis vor allen, dem, mit würdigen Sinne,

vergönnt ist, auf der Menschheit Höh’n zu wagen.

Was er verschenkt, ihm wird er zum Gewinnen,

Den tausend Herzen ihm entgegen tragen.

An spätem Segen wird die Zukunft inne

Die Stunden alle, die ihm ausgeschlagen,

Und Stimmen, die ihm einmal jubelnd singen,


Sie können nicht in Ewigkeit verklingen.


1834/65
Ljubljana, 23. marec 1834



Der arme junge Baron Aichelburg hat verwichene Nacht respt: heute halb 1 Uhr morgens – geendet; seine hier gewesene Mutter und Schwester sind heute früh nach Egg abgereiset, und werden von dort gleich nach Klagenfurth rückkehren. Das Begräbniß wird Montag N. M. seyn.

Gestern war das Theater ziemlich besucht, und das Lustspiel so wie der Act der Oper, wurde ziemlich gut gegeben. Zwischen dem Lustspiele und dem Gesangspiele gieng die Courtine mit einemmale in die Höhe. Madame Maschek erschien wie eine weiße Taube, und declamirte eine Danksagung in Versen für die ihr gewordene Unterstützung, womit auch die Bitte verbunden war, daß, so fern nicht allen Erwartungen hat entsprochen werden können, es nicht so – an guten Willen, als an der Unmöglichkeit alles zu leisten, und erschwingen zu können, lag. Der Vorhang fiel wieder und einiger Beifall durch Händeklatschen bezeugt. Nach dem


Singspiele wurde Julie (Delle Perechon) geruffen! Sie erschien an der Hand Madame Ney etz., welche sich alsobald entfernten, und Delle Perechon sprach mit wenig Worten ihren tief gefühlten Dank. –

Morgen Montags wird zwar Gesellschaft im Casino und auch Dombolla seyn, wozu sehr hübsche Gewinnste eingekauft sind.

Künftigen Montag – näml. Ostermontag, wird ebenfalls Casino, und auch nur Dombolla Spiel; dann am Montag, den 7 ten April erst Casinoball seyn. Die Lotterie für die Gewinnste und respt. für den Fond der Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt, wird erst damals statt finden, wenn eine verhältnißmäßige Anzahl der Loose abgesezt seyn wird, welche á 10 xr das Stück werden ausgegeben werden. Die Ziehung wird im Redouten Saale statt finden, damit das Publicum nach Belieben derselben beywohnen kann. Gegenwärtig sind schon 103 Stucke oder Numern an verschiedenen Gegenständen für die


Treffer zu dieser Lotterie eingegangen. Einige Tage vor der Ziehung werden diese Gewinnste in der Redoute öffentlich zur Schau ausgestellt, das Entre zu Gunsten des genannten Fondes mit 5 xr CM bestimmt; wer jedoch 10 xr Entre bezahlen wird, erhält gleich ein Loos zur Lotterie.


1834/66
Ljubljana, 24. marec 1834



Heute Montags erwartet man die Ankunft des Herrn Generals von Sivkovich von der nach Triest und Görz unternommenen Reise.

Herr von Kreuzberg ist von seiner nach Triest gemachten Reise gestern hier angekommen.

Gestern war – ungeachtet geherrschten starken Winde –, viel Besuch beym Heil: Grabe.


1834/67
Ljubljana, 25. marec 1834



Der Herr General v. Sivkovich ist gestern Abends halb 11 Uhr – Herr Graf v. Hohenwarth aber gestern Mittags hier angekommen.

Frau v. Jellachich ist mit ihrem Sohne, einen schön gewachsenen blonden jungen Manne, welchem sein Hofmeister begleitet, auch zu den Feyertagen zum Besuch bei ihren Eltern hier eingetroffen, und besuchte gestern das Casino – welches sich im allgemeinen keines zahlreichen Zuspruchs erfreuete, denn es fehlten der Gesellschaft, die Familien vom H. H.

Baron von Schmidburg

Graf – Welsperg

Präsident – Buzzi

Graf – Welsersheim

von Flug

Graf von Aichelburg

Baron Codelli und Tauferer

'' Zois und Elsner

Gräfin Seraph. v. Thurn und Gr. Steinach

Graf Richard v. Blagai

Graf v. Hohenwarth und viele andere! Es war


selbst von Herrn sehr mäßig besucht, und aus den genannten Familien war bloß Pepi Thurn und Ant. Codelli; dann war Graf Stubenberg auch ohne der Gräfin – allein anwesend.

Es waren wieder jene Gegenstände, welche zeither neu, für die bekannte Lotterie eingegangen, in den bewußten Zimmer ausgestellt. Sachen von allen möglichen Arbeiten und Stoffen.

Die Tombolla war sehr flau; H. Bradatsch hat sich auch nicht eingefunden, daher seinem Platz H. Eduard von Fischer versahe. Bei der ersten Parthie war das Loos á 10 xr erkauft . Die übrigen Blätter wurden gröstentheils, 2 und 2 bis 30 xr CM und darüber licitirt. Gewinne waren:

Ambo – ein Richfläschchen dunkelblau mit Blumen geziert, und vergoldet mit Glasstopfel von sogenannten Hiolit; dieses bekam die Frau Luschin des Buchhaltgs. Officials.

Terno: – Nächekastel sehr compentiös, mit einem kleinen Schüber, und geformt wie ein Toilette Spiegel, welcher sehr klein darauf sich befindet.

Herr Graf Benedict – von Auersperg.


Quaterno: Gemahlter Transparentschirm mit einer Nachtlampe:

Die Frau des Cameral Casse Controllors H. Broscheck.

Cinquin: Ein Paar plattirte gewöhnliche Tischleichter:

Gleichfalls die vorgenannte Frau Broscheck.

Tombolla: Ein Schmuck von Gußeisen, sehr fein gearbeitet, bestehend aus einer Halskette mit einem gleichen Kreutze; 1 pr Brasletten; 1 pr Ohrgehänge; ganz schwarz.

Die Frau Baron Stöger mit H. Terbinz.

Nach der Loosung zwischen beyden, blieb es der Erstern, die es auch gleich wieder für die Kinder-Bewahr-Anstalts-Lotterie widmete.

Die 2te Tombolla Parthie das ordin. Blatt á 6 xr CM und die Licitation 2 und 2 Blätter begann; Leztere aber sehr flau, wenige Blätter wurden zu 30 xr angebracht, und es wurden die meisten etwas über 20 – mehrere auch bloß um 20 xr angebracht.

Ambo war gar keines ausgesezt.

Terno – war ein kleines, niedliches Tabackspfeifchen von Meerschaum, mit weis plattirten Beschläg, und


einem, ein Finger langen Rauchröhrchen.

Dieses gewan H. (prečrtano Julius) Andrioli jun:

Quaterno: Ein kleines, sehr kleines Toilette Spiegelchen mit einem Schüber, vor dem Spiegel ein kleines weises Richfläschchen.

H. Postverwalter Arlet.

Cinquin: – Eine schöne Porzellaine Schale.

Herr Julius v. Fichtenau.

Tombolla: – Eine Zuckervase von den sogenannten Hiolit – sehr vergoldet.

Fräulein Jeanette von Klosenau und H. Fähnrich Berghofer machten Tombolla zugleich. Nach der Loosung blieb es dem Berghofer; welcher aber statt Gräfin Steinach spielte, und den Gewinn dahin abgab.

Nach der geschlossenen Tombolla – besah man noch die ausgestellten Gegenstände; die Männer der verschiedenen Farben sezten sich in die Soupéetische, und um 11 Uhr war das Casino geleert.

Nächsten Montag nämlich Ostermontag, wird wieder Gesellschaft und Tombolla seyn.

Gestern war das Leichenbegängniß des Bar: Ferdinand


von Aichelburg von einer sehr großen Anzahl Menschen aus allen Classen begleitet. –

Man spricht izt wieder, daß die hiesige Cameral-Gefällen Verwaltung mit der Gratzer vereinigt, und von hier nach Gratz übersezt werden soll.

Der neue hiesige Geistliche Referent Stelzig – ist zum Ehrendomherrn am Capitel zu Laibach ernannt worden.

Noch muß hier berichtet werden, daß in den 2–3 lezten Lebenstagen Ferdin: Aichelburgs, man Leztern der homeopathischen Heilmethode – wohl zu spät – unterzogen hat.

Nicht bewußt, ob die kleine Pepi Squarz – ein Zwergel, und Stieftochter der Frau D r Repeschitz – gekannt ist –, wird hier berichtet, daß diese kleine Pepi Squarz lezten Freytags in der Kirche bei St: Florian der Schlag getroffen hat, und selbe gestern Montags in der Früh gestorben ist.

Der


hiesige Stadt Arzt Mader, welcher in der außerordentlichen Beylage zur allgemeinen Zeitung vom 8 Merz angekündigt hat, nach langem Studium die Heilung veralteter chronischen Krankheiten, Wassersucht etz. etz. zu vermögen, selbst auf den Tod krank ist und an der Anszehrung leidend, sich die Frist zu seiner gänzlichen Auflösung –, bis April selbst bestimmt.

Heute am Tage Maria Verkündigung schneyet es seit 4 Uhr morgens bis izt 10 Uhr – noch immer. Vergangene Nacht war es nicht kalt, und bis Mitternacht reiner Mondschein.

Frau Gräfinn Welsersheim ist noch im Bette, ohne daß sich ihre Zustände auf diese oder jene Seiten – gewendet hätten.


1834/68
Ljubljana, 25. marec 1834 II


Eure Excellence!

Muß ich unterthänigst bitten, zu vergeben, daß ich bis izt nicht mich zu erkundigen wagte, ob meinen innigsten Wünschen gemäß, Eure Excellence von den leidenden Zustand befreyet, sich nun wieder recht wohl befinden, woran ich herzlichsten Antheil nehme, und – wie ich inniglich wünsche, mit Zuversicht hoffe, daß das leidliche Uibel sich verloren haben wird. Es ist zwar die Wechslung des Wetters außer-


ordentlich, und auf den menschlichen Körper ohne Beyspiel sehr nachtheilig einwirkend, wie Herr Graf v. Hohenwarth über seinem Fuß – auch sehr klagt, und von allen Seiten über vermehrte Krankheiten geklagt wird, womit die Aerzte sehr beschäftigt sind.

Genehmigen Eure Excellenz den reinen, herzlichen Ausdruck meiner Gefühle für Hochderoselben beste – langandauernde Gesundheit, und die hohe Verehr-


ung, mit welcher ich geharre:

Eure Excellence!
Laibach den
25 Merz 1834
dankbarster
Franz Hptm.

1834/69
Ljubljana, 26. marec 1834



Nächsten Samstag den 29 ten d. M. wird in Wien die Ziehung der großen bei Coiths Sohn und Comp: eröffneten Lotterie des Hauses N ro 1142 in Wien dann der Realitaeten bei Wien, statt finden. Die Hauptgewinne bestehen in 80.000 fr – 20.000 fr und 12.000 fr CM. als Ablösungsbeträge statt der Realitaeten.

Am Ostermontage werden im Casino bei der Tombolla, fünf Loose dieser Lotterie nebst andern kleinen Stücken –, ausgespielt –; das GratisLoos aber, welches man bei Abnahme der 5Loose erhält, nebst dem Betrage im Gelde, welcher über die Auslage der Tombolla Gewinne, bei diesem Spiele erübrigt wird, dem Laibacher Armen Fond gegeben werden.

______________________________________________

Comtesse Mathilde von Welsperg, und Fräulein Fanni von Schmidburg sollen krank seyn.


1834/70
Ljubljana, 28. marec 1834



Da noch keiner der hiesigen Acteurs Laibach verlassen hat, – so ist es möglich, daß nach den Osterfeyertagen, noch einige Theater-Vorstellungen statt finden werden.

Heute Freytag wird von den hiesigen Mitgliedern der Philharmonischen Gesellschaft, das große Oratorium von Haydn in der Kirche St: Jacob gegen 6 Uhr Abends: „Die sieben Worte des Erlösers“ aufgeführt werden.


1834/71
Ljubljana, 30. marec 1834



Der Schnee wird durch die Sonne von allen Dächern aufgelöst, schon ist derselbe bald ganz verschwunden. Die Auferstehungs Procession konnte doch gestern aus allen Kirchen, die sonst übliche Tour machen.

Heute ist ein Transport Husaren von Lichtenstein im Marsche nach Italien, hier eingerückt; – auch wird ein Transport Pohlen zur Einschiffung nach Triest, in einiger Zeit hier wieder passiren.

Herr Baron Anton v. Codelli ist heute in der Domkirche zum erstenmal verkündigt worden.

Der Gubernial Concipist Laschan, und der Handelsman Nicolaus Recher sind an Nervenfieber bedeutend krank.

In der Vermuthung, daß es noch unbekannt seyn dürfte, muß berichtet werden, daß ein unlängst aus Wien gekommener Cavalier erzählt hat, – das Kind – welches zu Blaye in Frankreich vorigen Jahrs


geboren, seye zu Leoben gestorben. Die Herzoginn von Berri – ist noch immer in Gratz.

Morgen Montags ist Casino Gesellschaft. Es werden nebst andern Gewinnsten, fünf Loose von der Lotterie des Hauses in Wien und der Realitaeten bey Wien, davon gestern die Ziehung in Wien gewesen, bey der Tombolla zu gewinnen seyn. Auch werden wieder die lezt eingegangenen, zur Lotterie für den Fond der Kleinkinder-Bewahr-Anstalt – bestimmten Geschenke, ausgestellt seyn.

Die Acteurs sind doch zum Theil von hier abgereiset; Gustav Treuman nahm sich eine Begleiterinn mit, eine Verwandte des Caplan Holzapfel bei St: Jacob. Die arme ist heute in Begleitung ihrer Schwester, die ihr nachgereiset seyn mag, hier zurück angekommen! –

Delle Perechon soll zu Agram engagirt seyn.


1834/72
Ljubljana, 31. marec 1834



Die Menagerie des Benedikt Advinent auf den Congress Platz hier –, ist von heute Montag Nachmittag 5 Uhr – nach den anliegenden Zettel – durch 5 Tage zu sehen.

Morgen Dienstags würde im hiesigen Theater „das Landhaus an der Heerstrasse“ gegeben, und vom H. Jäger, dann Madame Ney einige Gesan[gs]stücke vorgetragen werden.

Den nächsten Donnerstag am 3 ten April wird die schon vor einiger Zeit bekannt wordene Ankunft der in Bayern angeworbenen griechischen Truppen nämlich der ersten Collone – erfolgen.

Am Freytag den 4 April werden 20 der pohlnischen Flüchtlinge zur Einschiffung in Triest bestimmt, hier passiren. Die 2 te Collone der griechischen Truppen wird nächsten Sontag den 6 ten April hier ankommen.

Die in Wien bestellt wordene Ausstattung Fräuleins Antoinette von Schmidburg – ist lezten Freytag hier angekommen.


1834/73
Ljubljana, 1. april 1834



Die Gesellschaft des gestrigen Casinos war zahlreich – und die Steigerung der erübrigten Blätter sehr eifrig gegangen, so, daß einige Blätter um 2 fr und darüber, die meisten aber, über 1 fr CM licitirt worden sind. Auch wurden die ordinairen Blätter für beyde Tombolla Spiele das Stück á 10 xr abgegeben. Im Ersten Spiele waren folgende Gewinnste:

Ambo: Ein modernes Mundstück zu Zigaren;

gewann Graf Benedict Auersperg.

Terno: Ein kleiner HandLeichter von Gußeisen nebst Lichtscheere;

Frau Strassen Commisairinn von Gozani.

Quaterno: Einen RingHalter zu einem Toilette Tisch sehr niedlich;

Frl: Antoinette v. Schmdbg. [Schmidburg]

Cinquin: Zwei blattirte Leichter zum ausziehen;

Postverwalter Arlet; und gab diese zu der Lotterie für die Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt.


Tombolla: Eine Wanduhr in einem Goldrahmen, und von Frl. Lissette v. Schmdbg. gewonnen.

In der 2ten Tombolla war für jeden der fünf Gewinnste ein Loos für die Lotterie, deren Ziehung am 29 ten Merz in Wien statt fand bestimmt, und nebst diesen Loosen wurde gewonnen, beym

Ambo: Ein Gluthpfännchen blattirt zum Potpouri-Rauch;

gewann Frau v. Kreuzberg.

Terno: Ein kleiner blattirter HandLeichter;

H. ObLt. Hlaftour.

Quaterno: Ein sauberes gelb laquirtes Brodkörbel oder Tazen.

Baronesse Antoinette von Erberg.

Cinquin: Eine schöne Damen Arbeits Cassette;

Frau Rautner von Kataster Commissairat.

Tombolla: Eine Damen Tasche;

Frau des Advokaten Baumgartner.

Nach geendeter Tombolla zerstreuete sich die Gesell-


schaft nach und nach.

Nächsten Montag den 7 April wird im Casino Ball gehalten, welcher um 8 Uhr Abends beginnt, und um 3 Uhr morgens endigen wird. Damit sind die Casino Gesellschaften für diesen Winter geschlossen.

Durch die ziemlich hohe Steigerung der Blätter für die 2 te Tombolla, ist ein CasseUiberschuß von 68 fr 30 xr CM erwachsen, welcher nämlich mehr eingenommen worden, als für die vorbeschriebenen Gewinnste ausgegeben worden ist, welcher dem Armen Fond bestimmt, und auch vor der ganzen Gesellschaft, dem Bürgermeister Hradezky behändigt worden ist.

______________________________________________

Der erste April ist ganz winterlich eingetretten; in der lezten Nacht hat es zwar geregnet; doch seit 6 Uhr heute morgens schneyet es.

______________________________________________


Der Landrechts Registrant Licker an Uibersetzung der Gicht auf das Gehirn und an Nervenfieber ist heute gestorben.


1834/74
Ljubljana, 4. april 1834



Gestern war Aufwartung bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur in Folge der notificirten Verbindung des Fräuleins Antoinette mit dem H. Baron Anton von Codelli – zur Erstattung der Gratulationen.

Es sind fünf H. Generals pensionirt worden; näml.

Herr FeldmarschallLieut. von Gollner normalmäßig

Der General Major Neuman

'' '' ---------- Lang – jeder mit 2000 fr

'' '' ---------- Koch

'' '' ---------- Woeber – jeder mit 1500 fr.

In Folge dieser 5 Vacaturen, dann, da auch nach die Posten: des H. Feldzeugmstrs. Freyherrn v. Spleni – welcher Capitaine der ungarischen Garde geworden, – der verstorbenen GM Schwaeger v. Hohenbruck, und H. FeldMarschallLieutenants Freyherrn von Herzogenberg zu ersetzen sind, dürfte ein Avancement von 8 Obersten zu Gen: Majors statt finden, demnach der H. Oberst und Gen. Adjutant Sr Majestaet des Kaisers, Freyherr von Appl als der 9 te und außer der Linie placirte – auch den zum General Major befördert werden.

______________________________________________


Die in Bayern angeworbenen griechischen Truppen sind mit 2 Compagnien gestern hier angekommen.

______________________________________________

Morgen Samstags will die Gesellschaft der Junggesellen, Graf Benedickt von Auersperg an der Spitze, dem austrettenden Mitgliede H. Baron Anton von Codelli zu Salloch ein Dinér geben, und wie man hört, nach dem Dinér eine Excursion auf den Osterberg machen! – wenn es üble Witterung nicht hindert.


1834/75
Ljubljana, 5. april 1834



Man hört, daß Herr Hofrath Graf Welsperg bis nächsten Donnerstag von der nach Wien und Salzburg unternommenen Reise, hier erwartet wird.

Die Gesellschaft der Herrn Junggesellen haben die Parthie nach Salloch und den Osterberg, wegen des, immer Regen drohenden Wetters, aufgegeben, und haben das Dinér beym steinernen Tisch in der Zischka, disponirt.

Nächsten Montag wird der avisirte Casino Ball abgehalten werden.

Die H. Beystände des Montags durch S e fürstlichen Gnaden dem H. Bischof getrauet werdenden jungen Ehepaars sind bekannt. –


1834/76
Ljubljana, 6. april 1834



Die Gesellschaft der Herrn Jungesellen versamelte sich gestern bei dem austrettenden Mitgliede H. Baron Ant. Codelli, auf den neuen Markt, und fuhr nach 2 Uhr in 7 Wägen vom neuen Markt, durch die Herrengasse ab. Voran zwey Diener in sauberer Livre, als Vorreiter zu Pferde; dann folgte

1) der Wagen des H. Grafen Benedict von Auersperg;

2) nach diesem, jener des H. Grafen Wolfgang von Lichtenberg;

3) der dritte Wagen war des H. Grafen Joseph von Thurn –;

4) im vierten Wagen fuhr H. Bar. Ant. Codelli mit seinem Bruder Carl;

5) der 5 te Wagen war des Victor Bar. Schmidburg;

6 te ) der 6 te – des H. Grafen Joseph von Auersperg;

7 te , der 7 te – des H. Grafen Eduard von Lichtenberg.

Es waren in allen 20 Theilnehmer, welche sich Ihre Hüte mit weißen kleinen Kranzeln geschmuckt, und damit den Gesellschaftsverein bezeichnet hatten. Namentlich waren es folgende:

die Grafen Benedickt und Jos: von Auersperg; 2

'' '' Joseph Thurn; Wolfgang, Eduard, Emanuel von Lichtenberg; 4

'' '' Deym; 1

'' Barone Anton, Carl Codelli; Mac Neuven; 3

'' '' Rastern, Spiegelfeld, Frz. Lazzarini; 3

'' Baron Victor v. Schmidburg; 1

'' Ritter Tallazko; Lebzeltern; Buzzi; 3

'' Herrn von Copini, Gold; 2

der Fähnrich v. Thelen; 1

______________________________________________

20


So gieng der Zug in die Zischka zum steinernen Tisch –, allwo man dem austrettenden H. Bar. Ant. v. Codelli einen sehr großen Pantoffel von Lebzelten und reich vergoldet –, verehrte – sich gut unterhielt, und um 6 Uhr nach der Stadt rückkehrte.

Herr Graf Benedict von Auersperg ist jedoch unwohl geworden, und vielleicht deshalb ist man früher zurück gekehrt. Er hatte einen bedeutenden rheuvmatischen Anfall, welcher nach Erbrechen, und nach eingetrettenen Schweiße, einen ruhigen Schlaf brachte, und es heute am Morgen erfreulich besser geht.

Heute Sontags um 4 Uhr will sich der Schnellläufer Ernst Meusen aus Norwegen, auf den Congress Platz produciren; er wird auf Stelzen, und ohne Stelzen laufen.

Die 2 te griechische Collone zur Einschiffung in Triest, ist hier angekommen.

Verpflegsverwalter Bubanovich wird wieder nach Lemberg übersezt, woher derselbe hieher gekommen.

______________________________________________

Die Einsegnung des H. Baron Ant. Codelli mit seiner


Frle. Braut – wird morgen um 10 Uhr in der bischöflichen Capelle hier erfolgen.

Die Beystände der Braut sind Graf v. Stubenberg u. Graf von Welsersheim; jene des Bräutigams Graf Jos. Thurn und Graf Eduard Lichtenberg. Die Frau Gräfin von Welsperg –, v. Welsersheim sind, oder sollen auch eingeladen worden seyn.

Comtesse Mathilde soll gestern wieder am Fieber erkrankt seyn.


1834/77
Ljubljana, 8. april 1834



S e Majestaet haben die vacanten Regimenter an die nachbenannten H. Generals vergeben:

Bei E. H. Ludwig 8 ten Inf. Regmt. –

wurde FML Schneider zum 2 ten Innhaber ernannt.

Das Inf. Regt. N. 12 Alois Lichtenstein, erhielt:

FML Graf Leonhard v. Rothkirch – Chef des General Quartiermstr. Staabs.

Zum Innhaber des Inf. Regts. N. 32 Esterhacy wurde

EH Franz Ferdinand von Este, ältester Sohn des EH Franz Herzogs von Modena, und

zum 2 ten Innhaber dieses Regts.

der G. M. von Jarossy ernannt.

Das Inf. Regt. N. 35 Herzogenberg, erhielt FML Fleischer.

Das Inf. Regt. N. 40 Herzog Würtenberg – wurde FML Koudelka verliehen.

Als 2 ter Inhaber des Inf. Regts. N. 42 wurde FML Mesmacre ernannt.

______________________________________________

Das gestern getraute Ehepaar ist Mittags nach 1 Uhr


mit der Post von hier abgereiset, und wollte in Adelsberg übernachten; es soll in Triest 1 ½ Tag und zu Görz 1 ½ Tag zu verweilen, und nächsten Samstag hieher rückzukehren gedenken.

______________________________________________

Heute am 8 ten April wird um 10 Uhr früh – für Weiland Ihre Majestaet Kaiserinn Maria Ludovica in der Domkirche – Requiem gehalten werden.


1834/78
Ljubljana, 9. april 1834



Zum Ersatz des bei der Armee bestehenden Abgangs ist wieder eine Recroutenstellung ausgeschrieben, – welche noch in diesem Monate beginnen werde. Die Anzahl ist nicht zu bedeutend, und kommt selbst nur dadurch vermehrt, daß die Ergänzung für alle Truppengattungen bestimmt ist.


1834/79
Ljubljana, 11. april 1834


Eure Excellenz

Wage ich um hochgeneigte Unterstützung wegen meines bittlichen Ansuchens an S. Majestaet, um allergnädigste Verleihung des Adelsstandes, ganz ergebenst zu bitten, und Hochdenenselben mein Bedenken vorzutragen, daß, nachdem nur dreyßigjährige Dienstzeit im gewöhnlichen Einschreiten gestattet, ich es einzig von der allerhöchsten Gnade S r Majestaet auf den Grunde zu erbitten, zu hoffen wage, wenn ich so glücklich seyn könnte, mich der allerhöchsten Gnade erfreyen zu dürfen, daß ich im Verlauf meiner 24jährigen Dienstzeit größtentheils 2 auch 3 – verschiedene Dienste ver-


sahe, daher meine Dienstverwendung rücksichtlich der vorgeschriebenen Jahre, diese selbst übersteigen könne, und der dreyßigjährigen Dienstzeit angemessen seyn dürfte; da ich mein gränzenloses Vertrauen auf die allerhöchste Gnade S r Majestaet setze, und von der allerhöchsten Huld, gnädigster Nachricht theilhaft zu werden, hoffe, bitte ich Eure Excellenz, nach hoher Einsicht zu verfügen, und vielleicht in der vorliegenden Angelegenheit mich mit glücklichen Erfolg, eines Trostes theilhaft werden zu lassen, dessen ich in Hinsicht meiner bittenden Anstellung nicht mir schmeicheln könne.

Um Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen bittend geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz
unterthänigster
Franz Hptm.

1834/80
Ljubljana, 12. april 1834



Herr Graf v. Welsperg ist von seiner nach Wien und Salzburg unternommenen Reise zurück gekommen.

Gestern Freytags war Ihre Excellence Frau Gouverneurinn in der Wohnung der Frau Tochter B r Codelli, den ganzen Tag beschäftiget; gleiches war der Fall mit der Frau Baroninn von Codelli. Heute erwartet man das junge Ehepaar.

Man glaubte an vielen Orten hier in der Stadt, daß nächsten Montag den 14 ten d. M. wieder Union oder Gesellschaft im Casino seye; allein die dießjährige Saiçon dieser Gesellschaften ward mit den lezten Balle geschlossen.

Der Stadt Arzt Mader ist schon vor mehreren Tagen gestorben und begraben.


1834/81
Ljubljana, 13. april 1834



Gestern ist H. Bar. Anton Codelli mit Frau Gemahlinn gleich nach 8 Uhr Abends hier angekommen, und in seiner Wohnung abgestiegen. Da aber derselbe berichtet hatte, daß die Abfahrt um 6 Uhr früh von Görz erfolgen, zu Adelsberg das Mittagmahl eingenommen, und der Art möglich wird, Abends zwischen 8 u. 9 Uhr in Laibach eintreffen zu können, so war die bald nach 8 Uhr erfolgte Ankunft überraschend, und der – vielleicht von der B r Schmidburg und B r Codellischen Familie verabredete Empfang des jungen Ehepaars, vereitelt worden, da sich dann nach der unerwarteten Ankunft, die beyderseitigen Familienglieder nur einzeln einfinden konnten. Alsbald nach der Ankunft erschien die Blech Harmonie von Lilienberg, welche den Angekommenen eine Nachtmusick brachte, und bei 6 – schöne Stücke producirte.

Für heute ist die ganze Codellische Familie


zum Dinér bei S r Excellenz dem H. Gouverneur geladen, und also FamilienTafel.

Vermög eingelangter officiellen Anzeige, soll man abermal in der Gegend zwischen Senosetsch und Sessana versucht haben, den Brangard Wagen ausrauben zu wollen. Man soll nämlich im Dunkel der Nacht Menschen aus dem Gestrippe nach der Strasse kommen gesehen, und gewisses Pfeiffen, welches entfernter erwiedert wurde, vernommen haben. Der bei dem Wagen Commandirte Jäger habe die Menschen, die gegen den Wagen zu kamen, angeruffen, und da diese nicht stehen blieben, noch Antwort gaben, gedrohet, zu schüssen, wenn man nicht stehe bleibe oder sich entferne, und da weder das eine noch das andere erfolgte, schlug der Milit. Jäger an, und feuerte, wodurch einer der unbekannten getödtet wurde, und die andern davon liefen,


der Postillion wurde nun zur Eile angetrieben, und bei der Ankunft in Triest über den Vorfall berichtet, daher auch gleich eine Commission in die Gegend des Vorfalles abgesendet, wo man den Leichnam fand, und später erfuhr, daß es ein wohlhabender Bauer dortiger Gegend seye, daher zu vermuthen, daß sein Wohl der Art durch rauben sich gestaltet haben mag. Natürlich haben die Theilnehmer, um sich nicht selbst zu verrathen, den Leichnam an Ort und Stelle liegen lassen müssen.

Heute morgens gleich nach 11 Uhr war hier Feuerallarm; alle Glocken schlugen an, doch, weil an Ort des Brandes keine Flame sichtbar war, konnte der Feuer Wächter nicht schüssen. Der Brand war in der Tyrnau, und ist in einem Zimmer, noch unbekannt wie –, entstanden, jedoch ist ein Bett verbrannt, – und damit weiterer Schaden abgewandt worden.


1834/82
Ljubljana, 13. april 1834 II


Eure Excellenz

Geruhen gnädigst meine innigsten Wünsche für die glückliche – gefahrlose Zurücklegung Hochderoselben vorhabender Reise zugenehmigen, und meine wärmsten Gesinnungen hochgeneigt aufzunehmen, nach welchen die Vorsehung Hochdieselben beschützen, und glücklich wieder in den Zirkel Eure Excel.


hochverehrter Familie zurück führen möchte, mir aber das Glück werden möge, mich Eure Excellenz bester Gesundheit recht lange erfreuen, und um Hochderoselben gnädiges Wohlwollen bitten zu dürfen, dessen würdig zu seyn, mich stets bestreben, und niemals aufhören werde, mit aller Verehrung zu seyn, und mich zu zeichnen:

Eure Excellenz
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/83
Ljubljana, 14. april 1834



Das Feuer soll gestern durch Unvorsichtigkeit beym Zimmereinrauchen entstanden, wobei eine Kohle ins Bett gefallen, nicht wahrgenommen, und da ohne Zweifel die Bewohner in der Kirche oder sonst außer dem Zimmer beschäftigt waren, das Bettgewand entzünden, und so das Bett abgebrannt seyn, wozu man bei Zeiten noch gekommen, ehe das Zimmer ganz in Brand gerathen ist.

Gestern war allgemeines Stadtgespräch, daß Graf von Welsperg zu Triest Gouverneur – und Graf Brandis dortselbst Hofrath wurde. Bar. Skrbensky würde nach Wien kommen, und hier in Laibach, – der Gubernialrath Flug (?) Hofrath werden. – Graf Saurau soll, wie man hört, nächsten Freytag den 18 ten d. M. mit der Frau Gräfin nach Wien reisen.

Das Landwehr Bataillon Kaiser kommt von Neustadtl nach Görz – und Albert Gyulai Landwehr Bataillon – bisher in Görz, nach Neustadtl und


Adelsberg kommen; dieses wird also bald in Vollzug gesezt werden.

Oberst Abele von Herzogenberg, izt B r Fleischer 35 ten Inf. Regt., ist zum General Major befördert worden.

Der durch den Milit. Jäger, welcher den Brangard Wagen begleitete – erschossene Mensch – soll ein Unterthan der Herrschaft Raunach seyn.

______________________________________________

Heute hat eine Gräfin Engelshaus im hiesigen Ursulinerinnen Kloster Profess. Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist Brautmutter.


1834/84
Ljubljana, 15. april 1834



Das Sonntags circulirte Stadtgespräch, ist durch die gestern eingelangten sichern Wiener Nachrichten ganz widerlegt. Alles bleibt in Laibach – wie es ist; da B r Weingarten, gegenwärtig Hofrath und Administrator der vereinten Cameral Gefällen Verwaltung in Mailand, als Gouverneur nach Triest, und H. Graf Palfy – Gub. Rath in Venedig –, als Hofrath nach Triest, der gegenwärtig in Triest befindliche Hofrath Baron Skrbensky in gleicher Eigenschaft, nach Brünn – ernannt worden ist.

Das gestern Abend gesehene Feuer war in Mannsburg – allwo der größte Theil des Ortes, abgebrant seyn solle. – Hier in B r Franz


Lazzarinischen Hause ist in dem auf 12 Pferde etablirten Stalle – in welchem 2 des H. Präsidenten v. Buzzi, 2 des H. Baron von Abfalter, und 2 des B r Frz. Lazzarini eingenthümlichen Pferde gestanden sind, der Rotz ausgebrochen. Die Pferde des B r Abfalterer sind nur paar Tage leztlich hier gestanden, und wieder nach Kreuz zurück gekehrt, allwo auch 10 bis 11 Pferde in einem Stalle beysammen stehen sollen. Von Leztern ist bereits ein Stück kreppirt, und ein Anderes in starker Ansteckung, daher alle Pferde auch in Gefahr; von den hiesigen 2 paaren des H. Präs[id]enten ist eines bereits kreppirt, und eines vom Baron Lazzarini minder ergriffen, in der Kur bei dem Milit: Schmid zu Sello –, die 2 noch übri-


gen sind aus dem Lazzarinischen Stall ander Orts unterbracht, allein die beyden Eigenthümer wegen möglichen Ausbruch der Seuche bei den einem oder dem andern Stück, noch in Sorgen.

______________________________________________

Der lezt angezeigte Versuch der Beraubung des Brangard Wagens ist mit den angegebenen Umständen richtig, und nur dahin zu berichtigen, daß die Fahrt von Triest nach Laibach gegangen, und die Anzeige zu Senositsch geschehen, von da die Commission ausgeschickt worden, und von derselben der Leichnam gefunden worden ist.


1834/85
Ljubljana, 16. april 1834



Wiener Privatnachrichten sprechen von einer zu Brüssel neuerdings ausgebrochenen Revolution; doch wird nicht angegeben, ob solche zu Gunsten Hollands – oder gar republicanischen Sinnes ist. –

Der Pfarrer zu Tschadesch in Unterkrain hat sich in der Kirche erhenkt. Er hat den Luster ausgehoben, und an den Haken und Strick desselben, die That vollbracht.


1834/86
Ljubljana, 18. april 1834



Herr Graf von Saurau sammt Frau Gräfin, ist gestern Abends Halb 7 Uhr mit der Post abgereiset.

Die leztlich verbreitete Nachricht, daß sich der Geistliche Herr von Tschadesch in Unterkrain erhenkt, ist rein erdichtet. Es scheint, daß sich Jemand, mit Verbreitung dieser Sage einen Spaß gemacht hat, dem bekannt gewesen seyn muß, daß derselbe Geistliche Herr – hieher kommen will, der auch wirklich persönlich hier in Laibach ist.

______________________________________________

Die Visitte Erwiederungen bei der jungen Frau Baroninn von Codelli – sind sehr zahlreich – und in großen Putze.


1834/87
Ljubljana, 19. april 1834



Die Ernenungen von Triester Gubernium – sind – wie berichtet, bereits im österr. Beobachter bekannt gemacht worden.

Die Revolte in Brüssel soll nach Bericht des österr. Beobachters bloß gegen die Oranische Parthei gerichtet gewesen, deren Palais sämentl. ganz zerstört worden seyn sollen. Die Veranlassung dazu soll nach Bericht der Zeitung ein Verein gegeben haben, welcher mittelst einer Subscription eine Geld Summe zusammen zu bringen, um einige Pferde, welche dem Prinzen von Oranien angehört, und in einem königl. Schlosse in Belgien noch gestanden, zur öffentl. Licitation bestimmt waren, zu erkaufen, und diesem Prinzen damit ein Präsent zu machen. Dieser Umstand hat den Emeuten-Lustigen Gelegenheit gegeben, den Pöbel zu harranguiren, welcher unbarmherzig von einem Palais der sogenannten Orangisten zum andern zog, alles zerstörte und zertrümerte, und am Ende selbst das Casino der Orangisten nicht verschonte. Die Revolte fing Samstags den 5 ten April gegen Abend an, und dauerte laut Zeitungsbericht Sontags Nachmittags halb 5 Uhr – noch immer fort.


Die zu Brüssel anwesenden Familien der Beschädigten haben, um Ihr Leben zu sichern, bei dem englischen Gesandten Ihren Schutz gesucht und gefunden. Darunter die Familie des Fürsten Ligne. – etz.


1834/88
Ljubljana, 24. april 1834


Eure Excellenz

Haben meine innigsten Wünsche für die glückliche Gefahrlose Zurücklegung der Reise begleitet, und ich muß meine warme Theilnahme an den, durch die ungünstige Witterung erzeugten Beschwernissen ausdrücken, und meine Hoffnung beyfügen, daß Eure Excellenz davon keinen Nachtheil erleiden, und an den vorgesetzten Geschäften nicht verhindert seyn, sondern in der Wiener


Luft volle Erhohlung finden werden –, daß die Rückreise minder beschwerlich fallen möge. – Von Frau Baroninn Elsner soll ich Eure Excellenz ergebensten Respect melden, und berichten, daß das Paquet mit dem Bittgesuch um die Unterstützung aus dem Toison-Orden bereits an Herrn Baron Joseph Lazzarini eingeschickt, und durch Letztern in den geheimen Kabinet S r Majestaet abgegeben seyn wird; daher die Frau Baroninn Eure Excellenz gnädige Unterstützung sich auch erbittet, indem Sie vertrauet, daß Hochdieselben, dasjenige, so in der Sache von Eure Excellenz


nöthig erkannt wird, nur durch E. Excell. am besten bezweckt werden könne, da auch E. Exc. die unglückliche Lage Ihrer – der Frau Baronin Familie, im Detail bekannt, und hochgeneigt gewürdigt worden ist. –

Mich Eure Excellenz gnädigen Wohlwollen empfehlend, und eine recht glückliche Rückkunft wünschend, bitte ich zugleich, die Hohe Verehrung zu genehmigen, mit welcher ich ehrfurchtsvoll ersterbe:

Eure Excellenz
unterthänigst dankschuldigster
Franz Hptm.

1834/89
Ljubljana, 25. april 1834



Ein H. R. Knie – welcher sich den ersten Akrobaten von Deutschland nennt, wird allerlei Seiltänze auf den Congress Platz produciren, allwo ein sehr hoher Baum aufgerichtet steht.

Die Schwester des Musick Lehrers Mascheck wird heut ein Concert geben.

Am 4 ten Mai wird das andere königl. Bayersche Baton von den, unter Commando des Obersten Baligand aus Griechenland rückkehrenden Componirten Regmt., von Triest in Laibach eintreffen.

Am 8 ten Mai wird das aus Görz nach Neustadtl bestimmte Landwehr Bat. von Albert Gyulai in Laibach ankommen.

Heute gieng die St. Georgii Procession von allen Pfarren und der Dom zu St. Peter; das schönste Wetter, mit warmen Sonnenschein war zu dieser Zeit.


1834/90
Ljubljana, 27. april 1834



Die Frau Gemahlinn des Herrn Baron Ant. Zois ist mit einem Töchterchen entbunden worden.

Der Gubern. Concepts Canditat Laschan der Jüngere, ist glücklich gerettet, und schreitet in der Convalenz vorwärts.

Vorgestern – am Freytag ist ein Theolog, des hiesigen Franziskaner Klosters Novice begraben worden, welcher an der Auszehrung starb.

______________________________________________

Der Akrobat Knie gibt täglich Vorstellungen.


1834/91
Ljubljana, 29. april 1834



Nächsten Sontag den 4 Mai wird Nachmittags Scheibenschüssen auf der hiesigen Schüßstadt, und Abends dortselbst ein Ball zum Besten der Mansburger Abbrandler abgehalten werden.

Sontags den 11 ten Mai wird dann der Ball mit der bewußten Lotterie in den Redouten Gebäude abgehalten werden. Die Musick wird zwar an diesem Tage um 8 Uhr beginnen; jedoch um 9 Uhr die Lotterie Ziehung statt finden, und nach derselben eigentlich die Eröffnung des Balles erfolgen.

Gemäß beiliegender Nachricht sind im Jahre 1833 – 2611 Eheen in Krain geschlossen, 6919 männliche und 6539 weibliche Kinder geboren, 5450 männlichen und 5196 weiblichen Geschlechts, in Krain gestorben.

______________________________________________


S e Excellenz der Herr Gouverneur sind für 3–4 Tage nach Fellach verreiset.


1834/92
Ljubljana, 1. maj 1834



Der erste Mai ist sehr angenehm, doch hört man von keinen beschlossenen Parthien.

Morgen am 2 ten May wird die Versamlung der Krainer Ackerbau und Landwirthschafts-Gesellschaft gehalten.

Neuesten Milit. Veränderungen bringen, daß Fürst Carl v. Schwarzenberg bisher OberstLieut. von Wellington Inf. Regt. – zum Obersten und Rgts. Commandanten von Deutschmeister 4 ten Inf. Regt. ernannt worden seye.


1834/93
Ljubljana, 2. maj 1834



Dem gestrigen Bericht wird nachgetragen, daß die hiesigen Einwohner bei Anbruch des ersten May-Tages, Halb 5 Uhr mit Musick begrüßt wurden; die Blechharmonie von Lilienberg durchzog die Haupttheile der Stadt. Nachmittags war beabsichtigt, und die Frau Generalin hatte die Familie des Herrn Gouverneurs eingeladen, zu einer Jausen nach Rosenbach, wohin auch wieder die Blechharmonie kommen sollte; – allein die Frau Generalin wurde unpäßlich, ließ sich bei Ihrer Excellenz der Frau Gouverneurin entschuldigen, mithin unterblieb die Parthie.

Der Herr General v. Sivkovich ist heute in Dienstgeschäften verreiset, und zwar nach Nassenfuss, von wo derselbe nächsten Sontag Abends rück zu kommen gedenket.

______________________________________________


Das vorgestern wahrgenommene Feuer soll zu Woditz, halbe Stund von Mansburg gewesen seyn, allwo zwei Bauernwirthschaften abbrannten.


1834/94
Ljubljana, 4. maj 1834



Die hier auf den Marienplatze in N ro 49 in Hause zum Hirschen zur Schau befindliche 2 Schuh 8 Zoll hohe – 18 Pfund Schwere, und 22 Jahr alte Tyrolerinn, Elisabeth Egger, von der gestern die Anonce zu überreichen, die Ehre hatte, erlaube mir, in Erinnerung zu bringen.

Nach beiliegender Nachricht biethet Burghard Geber – Hühneraugen-Operateur, hier zum Stern in der Theatergasse ein logirt, seine Dienste an.

Der Seiltänzer Knie will heute seine lezte Vorstellung geben.

Auch die Kunstbilder, davon jenes der kaiserlichen Familie im Casino, und jenes der Dreyfältigkeit beym Grätzer Handelsmann Saeger im Hause N r 288 vis á vis der Militair Hauptwache zu schauen, erlaube mir zu erwähnen.


1834/95
Ljubljana, 6. maj 1834



Der neu ernannte Polizei Ober Commissair Suchaneck ist vor einigen Tagen hier angekommen; – und der anher bestimmte Geistliche Gubernialrath wird dieser Tagen hier erwartet.

Die Loose zu der bekannten Lotterie für die Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt, haben noch immer eine sehr große Nachfrage, und wie man erfährt, sind deren nicht mehr zu bekommen.

______________________________________________

Mein Zahnschmerz ist Ursache, daß ich Sontags und Montags nicht vermochte, Ihre Excellenz meine Aufwartung zu machen.


1834/96
Ljubljana, 6. maj 1834 II



Heute ist das Landwehr Bataillon von Alb: Gyulai aus Görz nach Neustadtl bestimmt – mit seiner Blechharmonie hier eingerückt. In Folge dessen scheint es, daß man sich vorgenommen, bei Anwesenheit zweyer Harmonie-Banden, sich einen angenehmen halben Tag zu machen; Frau Generalin von Sivkovich lud die Familie H. Gouv., Baron Ant. Codelli, Frau v. Sicard etz. zum Kaffee nach Rosenbach, wohin beyde Musick Banden, Mörser und Pulver bestellt worden sind, um bei den Kaffee Toasts –? die Salven zu geben?? – Wie


aber die Unterhaltung ausfallen wird, läßt sich daraus schlüssen, daß es seit 3 Uhren, mehr oder weniger, jedoch fort regnet, dabei es recht unangenehm windig ist! – –

Man hört, da für Morgen Mittwochs von Frau v. Sicard ein anderes Engagement nach Groß Gallenberg gemacht worden seyn solle; woran die B r Ant. Codellischen, ohne Zweifel Graf Welspergischen etz. theilnehmen sollen. Frau v. Sicard nimmt ihre Köchinn mit, und H. Hofrath v. Guggenthal soll auch von der Parthie seyn.

______________________________________________


Die königl. bayerschen Truppen, näml. das aus Griechenland retournirende 2 te Bat. des 11 ten Regts. – kommen von Triest am 10 ten May in Laibach an.

Das Landwehr Bat. Kaiser in seiner Bestimmung von Neustadtl nach Görz kommt am 17 ten May nach Laibach.


1834/97
Ljubljana, 6. maj 1834 III


Eure Excellenz!

Gnädigen Erlas vom 2 ten d. M. hatte ich die Ehre gestern zu empfangen, und mit innigst gefühlten, vom dankbarsten Herzen fließenden Wunsch für Eure Excellenz recht glücklich zu vollbringende Rückkehr, beeile ich mich, um so glücklich seyn zu können, meinen schuldigen Dank für die große Gnade darzubringen, welche


Eure Excellenz wegen meiner Angelegenheit für mich hatten, und diesen innigsten Dank gleich in den ersten Augenblick Hochderoselben Ankunft im Zirkel der verehrten Familie, E. Excellenz mit der ergebensten Bitte zu Füssen zu legen, meine ehrfurchtsvolle Versicherung gnädigst zu geneh-


migen, daß ich für das gnädige Wohlwollen Eure Excellenz bis zum Grabe geharren und ersterben werde:

Eure Excellenz
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/98
Ljubljana, 7. maj 1834



Nach den Regen, welcher gestern Abend noch um 10 Uhr fiel – ist heute ein herrlicher – erfreulich – heiterer Morgen, und die nach Groß Gallenberg beschlossene Parthie demnach – für die beabsichtigte Landunterhaltung ganz erwünscht.

Die Gesellschaft besteht aus 28 Personen, welche in 7 Wagen von Grafen Welsperg – wo die Versammlung statt findet, nach welcher dann, wie in den 7 Wagen zu 4 u. 4 zu fahren, geloset, und an den Ort der Unterhaltung abgefahren wird. Im Schlößchen des Guthes Rutzing jenseits der Save nächst dem Fausteneum wird man das Dinér einnehmen. Die Köchinnen der Gräfinn Welsersheim und jene der Frau v. Sicard, sind am Morgen um 5 Uhr mit den Kuchelwagen voraus gefahren; die Gäste haben verabredet, das Speißgeschirr, Gläser etz.


alles mit sich zu bringen, versteht sich die Familien, eben so nimmt man auch den Wein mit sich.

Soweit bekannt, sind es folgende Theilnehmer:

1. H. Grafen Welspergs Familie, ohne Herrn, 1 Frau – 3 Frleins

2. '' '' Welsersheim '' …. 1 Herr, 1 '' 2 '' mit der Comtesse Aichelburg

3. '' Baron Franz und Ludwig Lazzarini sen. 2 – '' – 1 '' Eleonore

4. '' Baron Anton Codelli 1 – 1 – 2 '' die Frl.Lissette und Daria v. Schmidburg

5. der Polizei Directer Sicard 1 1 dann

Herr v. Kreuzberg 1 1

6. Herr Hofrath Guggenthal

Talazko, Lebzeltern und Deym … 4

7. H. Bradatsch, Carl Codelli,

Eduard Fischer, B r Spiegelfeld – 4

ein Herr (unbekannt) 1

______________________________________________

Summa 15 – 5 – 8

28 Personen


Es waren zwar, aber nur einige Wagen nach Rosenbach gestern gefahren, und um halb 6 Uhr war man rückgekehrt, weil der Regen um 4 Uhr sich ernstlich einzustellen schien; der größte Besuch bestand aus den Off. Corps von Lilienberg und Gyulai – Landwehr. – Frau Generalin gab Kaffee Jausen. Abends war kleine Spiel-Gesellschaft beym H. Generaln, und die Bande von Gyulai bließ den Zapfenstreich. –

Frau Gräfin v. Welsersheim litt gestern an Migrenen; man war der Hoffnung, daß das Uibel bis zum heutigen Aufbruch nach Großgallenberg, gehoben seyn werde, welches außer Zweifel scheint, weil der Gr. Welsersheimische Wagen heute Morgens mit 3 Damen über den neuen Markt fuhr, wie solche voran verzeichnet sind.


1834/99
Ljubljana, 8. maj 1834



Heute morgens ist das Landwehr Bat: Gyulai um 5 Uhr mit Musick durch die Herrngasse nach Neustadtl marschirt. Gestern Abend war von der Bande dieses Bataillon Zapfenstreich gespielt. Bei der Burg und vor der Wohnung des H. Generals, wurden mehrere Musick Stücke producirt.

Die gestrige Gesellschaft des Großgallenbergs hatte sich des herrlichsten Wetters zu erfreuen; die Equipagen rückkehrten lange nach 8 Uhren, als es schon ziemlich dunkel gewesen. Man hatte die Musick von Lilienberg Landwehr mit.

Am 10 ten Mai wird das aus Griechenland rückkehrende 2 te Bat. des k. bayerschen 11 ten Regts., und am 17 ten Mai das aus Neustadtl nach Görz bestimmte Landwehr Bat. Kaiser – in Laibach eintreffen.

Am 11 Mai am nächsten Sontag ist der Casino Gesellschafts Ball in der Redoute, womit die bekannte Lotterie verbunden ist.


1834/100
Ljubljana, 9. maj 1834



Man sprach gestern, daß Frau Gräfin von Brandis – geborne Gräfinn D’Avernas – zu Wildenau bei Mahrburg – an den Folgen des Friesel-Ausschlags – gestorben seye.


1834/101
Ljubljana, 10. maj 1834



Donnerstags den 8 ten d. M. – war eben Herr Graf von Brandis von Adelsberg hier angelangt, und im Begriffe, über die erhaltene Nachricht, daß die Frau Gemahlin vom Friesel befallen seye –, nach Wildenau zu reisen, als bei Herrn Grafen Welsersheim mit Estaffette die betrübte Nachricht von den bereits erfolgten Ableben der Frau Gräfinn eintraf; – daher gleich wieder eingespannt, und weiter gefahren wurde.

Die Frau Gemahlin des H. Baron Anton Zois ist in ihrem Wochenbette, gleichfalls vom Friesel-Ausschlag befallen worden. Nach Aeußerung D r Kogels und der Frau Gräfinn Zois, gieng es der Frau Patientin gestern etwas besser, als vorgestern.

Heute gibt die Philharmonische Gesellschaft wegen Ankunft und Anwesenheit der k. bayerschen Truppen ein Concert, wozu das Offes. Corps geladen wird, so wie zu dem für Morgen bestimmten Casino Ball, welcher, wie bekannt in der Redoute gehalten werde. – Der bekannte, ehehin hier zu Laibach


bei der Landtafel als Registrant angestellt gewesene Wolfgang Kunz (kröpfig und etwas tölpelhaft) ist in Gratz gestorben.

Herr Graf von Welsperg war der lezt angezeigten Gesellschaft von Großgallenberg – Mittags mit H. v. Pagliarucci nachgefahren.

Heute Nachmittags gibt Ihre Excellenz die Frau Gouverneurin eine Kaffee Gesellschaft – ob in Rosenbach oder wo, ist noch unbekannt; auch war gestern eine solche Gesellschaft im Garten der hiesigen Burg, von Ihrer Exc: der Frau Gouvern: gegeben worden.

______________________________________________

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg – gedenket nächsten Dienstag den 13 Mai wieder aufs Land – nach Schwarzenbach zu ziehen. Auch H. Baron Luis Lazzarini sen. ist willens


in nächster Woche aufs Land, nach Weisenstein sich zu begeben.


1834/102
Ljubljana, 12. maj 1834



Der Ball hat heute Morgens 3 Uhr geendet.

Das k. bayersche Bataillon ist heute früh um 3 Uhr von hier nach Kraxen weiter marschirt.

Von denen glücklichen Gewinnern sind noch wenige bekannt :

H. Hofrath v. Welsperg erhilt den Treffer N ro 16.

Frau Hofräth. Gräfin v. Welsperg '' – '' 165.

H. Hofrath v. Guggenthal '' – '' 74, 120, 121 u. 163.

Der k. bayersche Oberstlieut. '' – '' 45 u. 80.

Frau Gräfin von Stubenberg '' – '' 17.

Frl. Fanny v. Schmidburg '' – '' 137.

H. Gubern. Rath Kogel soll den Treffer N ro 175 erhalten haben.

Frau von Sicard ……………… den Treffer N ro 174.

Der Bruder des H. v. Sicard in Wien die Treffer N ro 37 u. einen Zweyten.

H. von Tallazko den Treffer N. 39.

H. Bar. Tauferer jun. die Treffer N ro 147 u. 167.

Zur


allenfalls beliebigen Nachsuchung der noch unrevidirten Gewinnste liegt ein Arithmetisch geordnetes Verzeichniß der gewinnenden Numern, hier bey, nebst zwei gewöhnlichen gedruckten Verzeichnissen.

Die hier rückfolgenden Loose, dann die beschriebenen Loose, haben nichts gewonnen.


1834/103
Ljubljana, 14. maj 1834



Der Herr Erzbischof Walland von Görz ist letzten Sonntag den 11 Mai gestorben.

Herr Graf Welsersheim ist gestern von Mahrburg wieder zurück gekommen, wohin derselbe lezt mit Grafen Brandis abgereiset war, lezterer ist jedoch noch dort geblieben.

Ein bedeutendes Generals Avancement, wobei Ritter Lebzeltern von Wasa Inf. – und der Oberst Freyherr von Appel und Gral. Adjut: S r Majestaet sich befinden, soll erfolget seyn, und wird dießfällige Publications Verordnung täglich erwartet.

______________________________________________

Heute wird für Ihre Majestaet die Kaiserin, Mutter S r Majestaet des regierenden Kaisers, in der Domkirche Requiem gehalten.


1834/104
Ljubljana, 14. maj 1834 II


Eure Excellenz

Gnädigster Nachricht vertrauend, und von der Uiberzeugung durchdrungen, daß Hochdieselben meiner unterthänigsten Bitte, gnädigste Berücksichtigung zu schenken geruhen wollen, wage ich diese Bitte damit hier unterzubreiten, mit einigen Zeilen dem Herrn Hofrath v. Nadherni hinsichtlich meines bekannten Bittgesuchs, annoch zur geneigten Berücksichtigung anempfehlen, die Gnade haben zu wollen, damit die allergnädigste Bewillig-


ung gegen Entrichtung der halben Taxen – wegen der noch fehlenden Jahre, in Antrag zu bringen, mir die geneigte Begünstigung zugewendet werden wollte.

Eure Excellenz gnädigstes Wohlwollen gegen mich, verpflichtet mich zu so großen Dankbarkeit, welche mit Worten auszudrücken, mich zu schwach fühle; daher wage ich ganz ergebenst zu bitten, die hohe Verehrung zu genehmigen mit welcher ich bis zum Grabe verharre:

Eure Excellenz
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/105
Ljubljana, 16. maj 1834



Heute wird in der Domkirche für den verstorbenen Görzer H. Erzbischof Walland, welcher an den hiesigem Capitel in mehreren Dienst Cathegorien gestanden, um 10 Uhr ein Requiem gehalten.

Unter Vorsitz S r Excellenz des H. Gouverneurs wird auch eine Sitzung im Gubernial Sitzungs-Saale gehalten, worinn die Frage entschieden werden solle, welche Verfügungen zu gänzlichen Entsumpfung des Morastes noch nöthig wären.

Vor einigen Tagen ist ein Hofbaurath aus Wien hier angekommen, um durch Local Besichtigung u. Erhebung, die zwischen den hiesigen Behörden obwaltenden, auf die Entsumpfungs Arbeiten bezüglichen Differenzen, zu entscheiden.

Frau von Jellachich ist vorgestern, Mittwoch den


14 ten d. M. Abends von hier nach Agram abgereiset.

Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg ist Dienstags den 13 ten ; Herr Graf v. Blagai heute den 16 ten , aufs Land gezogen. H. Bar. Louis v. Lazzarini sen. wird morgen Samstags den 17 ten nach Weißenstein, sich aufs Land begeben. –

Die aus Griechenland nach Bayern rückkehrende Abtheilung der k. bayerschen Artillerie wird am 20 ten d. M. nach Laibach kommen.


1834/106
Ljubljana, 17. maj 1834



In der Nacht vom 15 ten auf 16 ten war ein Gewitter nächst Laibach gezogen, welches einen Regen, und daher gestern Freytags einen angenehmen Morgen brachte. Frau Gräfin v. Welsperg mit Comtessen Töchtern u. der Fräule Louise – frühstückten daher gestern in Rosenbach, wo sich auch Frau v. Kreuzberg, Hofrath v. Guggenthal, Baron Franz Lazzarini, H. Bradatsch, Eduard Fischer, Graf Deym, Ritter Lebzeltern, einfanden, und von dort gegen 11 Uhr rückkehrten.

Gestern Freytags Nachmittags kam ein Gewitter von Unterkrain, in Folge dessen es Nachmittags mehrmalen regnete; und gegen Abend sich der Horizont ganz umwölkte, daher heute morgens ein ergiebiger sanfter Regen sich einstellte.

Die Familie Graf Richard v. Blagai ist gestern nach Billichgrätz aufs Land.

Die gestern unter Vorsitz S r Excellenz des H. Gouverneurs


abgehaltene Sitzung pto der Morastentsumpfung, dauerte von 9 Uhr Morgens ununterbrochen bis gegen 5 Uhr Nachmittags.

Heute kommt das Landwehr Bat. Kaiser von Neustadtl nach Görz bestimmt, in Laibach an.


1834/107
Ljubljana, 19. maj 1834



Gestern war zahlreicher Besuch bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur, und Abends die Gesellschaft bei Frau Gräfinn von Welsperg ebenfalls zahlreich. – Gestern gab Frau Gräfin von Welsersheim B r Ant. Codelli sammt Frau, und der Frau von Sicard mit Herrn etz. – ein Dinêr.


1834/108
Ljubljana, 21. maj 1834



In Pension wurden übersezt:

FML: Baron Rosner mit 3000 fr

GM: Graf O’Donell mit 1500 fr normalmäßig.

'' : Legedits}

'': Fichtl } mit FML Characteur und jährlicher 2000 fr.

Letzterer wegen langer Dienstzeit noch eine Zulage von jährlichen 500 fr erhalten.

Oberst Weiskirch vom Ingenieur Corps wurde GM ad honores mit 1500 fr pens.

Befördert wurden

Zu FML die GM Rivaira und

'' Narboni; ersterer bei seiner Anstellung, Lezterer hat seine nähere Bestimmung abzuwarten.

Zu General Majors; die Obersten

Edelsbacher; von Palatinal Husaren mit Bestimmung zur Brigade nach Debrezin.

Lebzeltern; von Prinz Wasa Inf., als Brigadier nach Linz.

Rohr – von Waquant Inf., als Brigadier nach Tarnopol.


Gr. Attems von Prinz Fridrich von Sachsen Cürassier –; in seiner Anstellung.

Franz –; von demselben Regt., als Brigadier nach Szegedin.

Prinz Nassau von E. H. Ferdinand Inf. N. 51; als Brigadier nach Verona.

Graf Wrbna von Kaiser Nicolaus Husaren als Brigadier in Podgorze.

Flette von König der Niederlande Inf., als Brigadier in Ofen.

Hess vom General Quartiermeister Staab; einstweilen in dermaliger Anstellung.

Appel – bei seiner Anstellung.

Graf Lamberg – von Schwarzenberg Uhlanen als Brigadier in Erlau.

Uibersezt

GM Graf Khevenhiller erhält die Brigade O’Donell in Gratz, war bisher in Verona.

Zu Obersten wurden befördert

OberstLieut. Szerelem von Palatinal Husaren im Regt.


ferner OberstLieut. Graf Lichnofski von Prinz Wasa Inf. Regt N. 60 im Regmt.

Zu Oberstl Lients. – die Majore

Benkeö von Palatinal Husaren im Regt.

Vohlnhofer von Prinz Wasa Inf. im Regt.

Zu Majors – die Hauptleute und Rittmstr.

Rittmeister Stöck bei Palatinal Husaren im Regt.

Hauptman Scharf bei Prinz Wasa Inf. im Regt.

______________________________________________

Baron Ludwig Lazzarini sen. ist Dienstags, nämlich gestern von hier nach Weißenstein aufs Land – übersiedelt.

______________________________________________

Gestern ist eine Compagnie der aus Griechenland rückkehrenden k. bayerschen Artillerie hier von Triest eingetroffen, und wird morgen ihren Marsch gegen Gratz fortsetzen.


1834/109
Ljubljana, 23. maj 1834



Der geistliche Referent – Gubernialrath Stelzich – ist vor einigen Tagen hier angekommen, und hat gestern der Gubernial Sitzung zum erstenmal beigewohnt, dann aber gestern, nebst H. General v. Sivkovich,des Leztern Frau Gemahlinn, und des auch hier angekommenen, zum Klagenfurther Kreisamt bestimmten überzähligen Kreis-Commissairs Freyherrn von Schloissnigg, und dessen Frau Frau Gemahlinn – bei S r Excellence dem H. Gouverneur gespeißt.

Die Frau Gemahlinn des Baron von Schloissnigg, welchen man noch nicht 30 Jahre glaubt – soll etwa schon bei 40 Jahre alt, eine geborne Fürstinn Thurn und Taxis, verwittibt gewesene Gräfinn (Wallborn oder Walldorf) – seyn. Baron Schloissnig ist der Sohn des Wiener Großhändlers Baron Schloissnig. –

Gestern morgens ist die k. bayersche Artillerie – und die Familie Bubanovich über Gratz von hier abgereiset. Frau Gräfinn von Aichelburg ist heute morgens mit Familie aufs Land nach Gairau – und Frau Gräfinn von Welsersheim wird nächsten Montag nach Gratz reisen, um das Dobler Baad zu brauchen.

Ch. Heim – academischer Wachs-boßirer empfiehlt


sich mit seiner Kunst: Portraits in Wachs zu boßiren. Die producirten Piecen mehrerer Herrn und Damen sind schön und ku[n]stvoll gearbeitet. Er logirt hier zu Laibach beym König von Ungarn, Gasthof hinter den Franziskanern. Seine Empfehlungskarte liegt hier bei.

______________________________________________

Gestern Donnerstags Nachmittags war Rosenbach von Jausenden ziemlich besucht gewesen.

Die Pflasterung der Strasse von der Klosterfrauen Kirche im Zuge nach der Wiener Strasse bis zum Bürgerspital, ist in voller Arbeit.

Herr Malitsch –, Besitzer des Gasthofes zur Stadt Wien, bauet schnell das beabsichtigte 2 te Stockwerk seines Gasthofes. – Auch ist das um einen Stock erhöhte Haus des Spediteurs Engler nächst dem Theater, bereits unterm Dache, und schreitet der Bau auch rasch vorwärts.


1834/110
Ljubljana, 24. maj 1834



Die Frau Gemahlinn des nach Klagenfurth bestimmten überzähligen Kreis Commissairs H. Freyherrn v. Schloissnig – soll eine verwittibt gewesene Gräfinn von Wallenburg seyn.

Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg ist wohl zu Schwarzenbach angekommen, fühlt sich aber noch immer etwas schwach.

Der Frau Gemahlin des B r Anton Zois gehet es besser. – Die Frau Tochter des Gubern. Rathes Kogel fährt bei günstiger Witterung spazieren.


1834/111
Ljubljana, 28. maj 1834



Gestern Dienstags sollte die Prämien Vertheilung für die Bescheller Follen in Krainburg statt finden, und nach derselben, wollte man ein Dinêr in Flödnig bei Baron Franz Lazzarini einnehmen, wohin die Frau Generalin, die Familie des H. Kreishptmann. Flug und noch andere kommen sollten. Der Leztere ist in der Nacht vom Montag zum Dienstag heftig erkranket, man spricht vom Seitenstechen, in Folge dessen Bluteggel schon gestern applicirt worden waren, und von Aderlas gesprochen wurde, daher die Flödnigger Parthie aufgegeben, und die Prämien Vertheilung auf heute Mittwochs bestimmt wurde.

Frau Gräfinn von Welsersheim ist Montags nach Gratz, Freyherr v. Schloissnigg mit Frauen Gemahlin nach Mailand – ebenfalls Montags von hier abgereiset.

Graf Blagai war Montags von Billichgratz anher gekommen, und ist gestern wieder dahin zurück gekehrt. Ein


Graf Anton von Thurn und Valesassina – Görzer Familie, ist lezten Samstag hier angekommen, u. heute nach Wien von hier gereiset. Er soll früher immer in Wien gewohnt haben, und eine Wienerin zur Frau gehabt haben. Sein Sohn Ludwig Thurn v. Valesassina ist ObLieut. von Kaiser Chevauxlegers und um Rimonten nach Gratz hier durch gereiset, daher Papa und Sohn zugleich hier angekommen sind.

Graf Max v. Lichtenberg mit einem Neffen des Fiumaner H. Gouverneurs Gr. Urmeni, kamen Samstag gleichfalls hier an, und befinden sich noch hier.

______________________________________________

Man ist wegen des Aufkomens der Gemahlinn des Bar. Ant. Zois noch immer besorgt.


1834/112
Ljubljana, 30. maj 1834



Die gestrige Frohnleichnahms Prozession ist ohne Störung eines Regens vorüber gegangen; Die Vier Altäre waren: das erste vor der Kirche der P. P. Franziskanner; das 2 te vor der Deutschen Kirche; das dritte vor der St. Jacobs Kirche, und das 4 te vor dem Rathhause. – S e Excellenz der H. Gouverneur begleitete die Procession in Begleitung des Gubernial Cremiums. Mittags war Tafel bei H. Fürst Bischof wozu die H. Offs. der zum Feuern ausgerückten Division geladen waren. Der H. General v. Sivkovich war gestern unwohl. Der hier gewesene Cousin der Frau Generalin reiset heute mit dem Eilwagen seiner Truppe nach – welche nächsten Sonntag den 1 Juni in Gratz eintrift.

H. Graf Raimund v. Thurn k. k. Oberst ist


von Tuuino hier angekommen.

Frau Baronin Anton Codelli gab Mittwochs den 28 ten d. M. nicht Spiel – sondern eine Jausen zu Thurn an der Laibach, im Schlosse des H. Gemahls.

H. Kreishauptmann Flugg gehet es seit der gemachten Aderlas besser.

Die Mama H. Grafen Eduards v. Lichtenberg gedenkt Montags den 2 ten Juni nach Lichtenberg aufs Land zu gehen.

Am 3 ten Juni heißt es wird der H. Fürst Bischof die Reise zur Firmung, nach Unterkrain unternehmen.


1834/113
Ljubljana, 31. maj 1834



Gestern Vormittags mußte bei H. Kreishauptman Flug die Aderlas wiederhollt, und eben gestern Nachmittags wieder Bluteggel applicirt worden. Die Nacht von gestern auf heute war unruhig, und Patient ist erst morgens 6 Uhr eingeschlafen. –

Frau Kreis Comissairs Wittwe Lehman geborne Zois, hat die nachgesuchte Pension erhalten.

______________________________________________

Eben ist ein kleiner Gewitterregen vorüber; der Donner rollte nur einmal über Laibach und die Sonne scheint wieder, wie vor.


1834/114
Ljubljana, 2. junij 1834



Der Herr Fürst Bischof soll sich schon Donnerstags früh am Frohnleichnahmstage etwas unwohl befunden haben, hat jedoch die Prozession nicht ohne seiner Gegenwart lassen wollen, daher sich die Halsentzündung verstärkte, und an diesem Tage kein Dinêr gewesen, auch dazu kein Off. geladen war. Samstags wurden Bluteggel applicirt und gestern Sontags war das Befinden viel besser.

Kreishptman. Flug ist auch ungleich gebessert; – dagegen Baron Franz Lazzarini erkrankt, ebenfalls an Halswehe; dem Leztern gehet es heute Montags besser. Graf Joseph Thurn hat Donnerstags der Frohleichnams Prozession beigewohnt, und hat den bisher gesunden Fuß – wegen der Anstrengung des Gehen und Stehen bei der Prozession, wehe gethan, liegt deshalb in Bette.

S e Excellenz der Herr Gouverneur sind heute mit Fräulein Lisette auf einige Tage nach Vellach verreiset. Am 18 ten d. M. soll dann die ganze Familie dahin sich begeben. – Frau Baronin Antoin Schweiger soll morgen Dienstags nach Rupertshof


in Unterkrain sich begeben, und Frlein. Daria von Schmidburg mit dahin nehmen.

Frau Präsidentin von Buzzi ist heute Montags früh 6 Uhr mit Frlein. Albertine nach Kärnthen abgereiset.

Frau Gräfin Seyfried v. Lichtenberg gedachte heute aufs Land zu gehen, ist jedoch bis Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche, verschoben worden.

Gestern eröffnete der Gastwirth Schwetz – Pächter vom Gasthofe „zum König von Ungarn“, ehehin Gasthof vom Detela seinen Garten, mit der Musick von Lilienberg Landwehr. Der Besuch war ziemlich stark –, allein man klagte über schlechten Wein – und schlechte Bedienung.

Es war auch gestern den Prozessionen der Franziskaner und jener von St. Jacob – das Wetter sehr günstig. Die Rgts. Erziehungsknaben haben bei dem Zuge der Franziskaner gefeuert. Bei St. Jacob feuerte man mit Pöllern.

Man spricht von Wiener Briefen, denen zu Folge H. Hofrath v. Guggenthal statt den ehemaligen H.


Hofrath v. Weingarten nach Mailand, und hieher ein neu zu creirender H. Hofrath Kraemer kommen soll.

Wegen Erkrankung des H. Fürst Bischof ist die für morgen den 3 ten d. M. nach Unterkrain bestimmte kirchliche Reise – bis weiters contremandirt worden.

Die lezte allgemeine Zeitung vom Freytag, soll die Nachricht vom Tode des französischen Generals en Chef aller National Garden – Lafayette – auch eine Anzeige von Sinnenverirrung des Königs von England Wilhelms IV enthalten haben. – Das Ableben des Kronprinzen von Belgien, im Jahre 1833 geboren, hat die Laibacher Zeitung bereits angezeigt!


1834/115
Ljubljana, 3. junij 1834



Gestern wurden S r fürstlichen Gnaden dem Herrn Bischof Visicanzen aufgelegt; in Folge dessen bereits zwei Halsgeschwüre aufgegangen sind, und ein drittes sich wohl heute noch öffnen dürfte. Das Befinden S r Gnaden ist indessen noch leidend; man hört, daß die Nächte noch Schlaflos sind. – H. Baron Franz Lazzarini gehet es heute besser.

Graf Joseph Thurn leidet an Gicht sehr, und liegt zu Bette. Gräfin Steinach leidet an einen Rothlauf. Ihr Sohn der kleine Armand, ist in Folge Seiltänzer Künsten gefallen, hat sich den Fuß, der zwar schon eingerichtet ist – ausgelenkt, jedoch ist der Fuß noch geschwollen, allein der Knabe schon wieder munter.

Herr Graf v. Hohenwarth ist für einige Tage


aufs Land. Der Patientinn in Hochdessen Hause gehet es besser.

Heute ist Frau Baron Antoin Schweiger mit Familie und Fräulein Daria v. Schmidburg nach Unterkrain abgereiset.

______________________________________________

Der neue Platz Hauptm. B r Mallowetz von Laibach ist am 2 ten d. M. hier eingetroffen; seine Frau befindet sich noch in Gratz bei ihrer Frau Schwester der OberstLieutenantin von Ehrenstein, Gemahlinn des Gratzer Militär-Stadt-Commandanten.


1834/116
Ljubljana, 4. junij 1834



Nächsten Freytag erwartet man die Rückkunft H. Grafen von Saurau mit der Gräfin seiner Gemahlin.

Denen bekannten H. Patienten: S r fürstlichen Gnaden H. Bischof –; H. Kreishptm. Flug – Herrn Grafen Joseph v. Thurn und Frau Schwester Gräfin von Steinach – H. Baron Franz Lazzarini, gehet es besser.

H. General Graf Khevenhiller in seiner Reise von Verona nach Gratz, ist gestern hier angekommen, und wird morgen die Reise fortsetzen.

Am 11 ten d. M. soll S. Durchlaucht Prinz zu Hessen, General-Feldzeugmeister und Commandirender General in Innerösterreich, gegen Mittag zu Laibach eintreffen, und denselben Tag Abend wieder weiter nach Triest reisen.


1834/117
Ljubljana, 7. junij 1834



Man bemerkt seit gestern Freytags einen Brand vom hiesigen Kastellberge, und glaubt, daß dieser nach der Gegend, woher es sichtbar wird, zu Neumarkel oder Gegend seyn dürfte.

Es wird erzählt, daß der bekannte Akrobath Knie – welcher vor Kurzen Laibach verließ, in Triest durch die Pora vom Seile geworfen, den Hals gebrochen haben solle; es fehlt jedoch die Bestättigung.

Indessen ist die sichere Nachricht, daß der Triester Kaufman Buchler, der lange her ein Hypochonder gewesen, sich den Hals abgeschnitten, und so seinen Tod herbei geführt haben soll. Der Bruder dieses Kaufmanns soll, wie man erzählt, im vorigen Jahre in einer muntern Gesellschaft, von einer unausgebauten Altane eines Hauses gestürzt seyn, und sich erschlagen haben.

Frau Gräfin Mimi von Blagai war von Ihrer Unpäßlichkeit schon gestern hergestellt; allein die kleine Comtesse etwas unwohl, und deshalb die Familie ge-


stern noch hier in Laibach geblieben ist. Auch heute ist diese werthe Familie hier geblieben, obschon der Comtessees schon gut ist.

Grau und Gräfin von Saurau sind gestern Abend aus Wien hier zurück angekommen.

Herr General v. Sivkovich war Nachts vom Donnerstag zum Freytag wegen eines beabsichtigten Pferdekaufs – von hier nach Cilly gereiset, und ist in der Nacht vom Freytag zum Samstag, wieder hier zurück angekommen. Die Frau Generalin war mit H. Gemahl gereiset.

______________________________________________

Man erwartet hier im Deutschen Hause die Ankunft des Comthur – Herrn FeldmarschallLieuts Grafen von Haugwitz.


1834/118
Ljubljana, 7. junij 1834 II


Eure Excellence!

Wollen gnädigst geruhen zu vergeben, daß es mir nicht möglich geworden, Hochdenenselben schon gestern über den Erfolg Eure Excellenz mir eröffneten Wunsches zu berichten. Die Krankheit des Herrn Majors v. Schmiel hat ein interims Commando des Bataillons Hohenlohe nothwendig gemacht, und der Herr interims Bataillons Commandanthat eine Menge Schwirrigkeiten erhoben, welche die fernere Beurlaubung des Anton Blümmel nicht gestatten mochten; auch war der Blümmel nicht zum Exerciren, sondern zur Abschickung nach Italien zum Regmt. einberuffen worden, wozu derselbe wegen seiner sicht-


bar körperlichen Schwäche, wirklich gar nicht angemessen ist –, indessen auf jeden Fall hier in der Dienstleistung bei der Compagnie behalten werden wollte. Ich mußte zur weitern Entwirrung und Behebung der entstandenen mehrseitigen Skruppel den Lieutenant und Bataillons Adjutant Jos. Schneider in Anspruch nehmen, und so gelang es endlich, den Anton Blümel mit Urlaub zu entlassen, welcher nun Eure Excellence gegenwärtige Zeilen überbringt. Das Zeugniß werde ich in künftiger Woche Eure Excellence selbst zu überbringen, die Ehre haben; ich würde aber rathen, wenn es etwa doch in der Folge von einen Nutzen seyn sollte, daß es nicht vom Gärtner und Verwalter, sondern vom Ortsrichter und Gemeindältesten, und dem H.


Pfarrer, oder vom Letztern ganz allein ausgestellt, und mit dem Pfarrinsiegel versehen werden möchte.

Auch erlaube ich mir Eure Excellence aufmerksam zu machen, daß von der zugestandenen fernern Beurlaubung des Anton Blümel die Bezirks Obrigkeit Veldes mit Einsendung des Url. Zettels durch den Verwalter verständigt, und die Rücksendung des Urlaubszettels, zugleich abverlangt werden solle.

Eure Excellence geruhen diese Zeilen gnädigst aufzunehmen, und wollen nicht ermüden, auch mir geneigte Nachricht schenken, wenn ich mir die Freyheit nehme, die ergebene Nachfrage zu machen, ob es Eure Excellence gefällig war, in Folge meiner nachträglichen Bitte an H. Hofrath v. Nadherny zu schreiben, daß, wenn nicht unentgeltlich möglich – ge-


gen Entrichtung der halben Taxe, zur allerhöchsten Bewilligung einzurathen, wobei H. Hofrath v. Martin wohl sehr viel beitragen dürfte.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend und darum bittend, ersterbe mit aller Verehrung:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/119
Ljubljana, 13. junij 1834



Gestern Abend kurz vor 10 Uhr brachte ein Dilletanten Verein dem B r Codellischen Ehepaar, eine Nachtmusick. Es wurden 3 Stücke mit Streichinstrumenten, und 2 Gesangstücke, leztere ohne Begleitung, nach Eisenhofer – ausgeführt. Eine bedeutende Menschenmenge hörte dieser Nachtmusick zu. Heute morgens 6 Uhr sind die B r Codellischen nach Stein, werden aber zum Speisen wieder zurück kommen, und bei S r Excellence dem H. Gouverneur speisen.

Der Herr Feldzeugmeister Prinz Hessen ist Mittwochs früh gleich nach 10 Uhr hier angekommen, – hat die Aufwartung des Offes. Corps und dann gleich die Inspectionirung der Cassern und andern Militair Gebäuden dann der Truppen vorgenommen. Herr General v. Sivkovich gab Tafel,


welcher der Prinz beiwohnte, und wozu S. Excellence der H. Gouverneur und Ihre Excellence die Frau Gouverneurin gebethen waren; es waren in allem 12 Personen bei der Tafel.

Leztlich vor 6 Uhr Abends erstattete das Offes. Corps dem Prinzen die Abschieds Visitte, und nach 6 Uhr erfolgte die Abreise nach Adelsberg. In 10 Tagen werden S. Durchlaucht wieder über Laibach rückkehren.

Vor kurzen ist wieder ein Transport pohlnischer Flüchtlinge, welche zu Triest nach Americka eingeschift werden, über Laibach passirt. Dagegen werden vier derselben, welchen Amnestie bewilligt wurde, von Triest wieder rückkehren.

Der kranke Graf Joseph Thurn ist noch immer unfähig auszugehen, und muß das Zimmer hüten.

In der Lezten Ziehung für die ältere Staatsschuld


ist die Serie N. 410 gezogen worden.

Selbe enthält kärnthnerische 5 percent Aerarial Obbligationen von N. 2964 bis 11744, dann krainersche 3 percent von N ro 4 – bis 3407 – welche nun in den angezeigten Beträgen in Conventions Münze verzinset werden.

Der Herr Fürst Bischof befindet sich schon ziemlich wohl, empfangen jedoch noch Niemand.


1834/120
Ljubljana, 14. junij 1834



Die Gemahlinn des Anton Baron Zois befindet sich etwas besser, der Arm ist aufgebrochen, allein es ist im Ganzen noch immer schlecht.

Der Handelsmann Terpins, welcher mit seiner Frau eine Reise nach Italien unternommen, – ist vorgestern hier wieder rückgelangt.

Sein Schwager, der junge Zeschko hat jedoch noch die Reise nach Neapel unternommen. Bekanntlich soll er die Tochter des Rittmeister Hermann heurathen.

Man sagt, daß am 18 ten d. M. das ist am künftigen Mittwoch die Familie des H. Gouverneurs nach Vellach sich begeben werde.


1834/121
Ljubljana, 16. junij 1834



Die junge Frau Baronin von Tauferer ist in der Nacht vom Samstag zum Sonntag so unwohl geworden, daß derselben zweimal zur Ader gelassen werden mußte. Es war dann gestern Sontags Mittags zu vernehmen, daß es etwas besser gehe.

Gestern Mittags war bei S r fürstlichen Gnaden dem Herrn Bischof – zahlreicher Besuch, welcher sich nun ganz hergestellt befindet.

Nachmittags war bei S r Excellence dem H. Gouverneur eben so zahlreiche Aufwartung; die verehrte Familie wird Morgen Dienstags schon, von hier ins Baad nach Vellach abreisen.

Frau Baronin von Codelli Wittwe wird morgen Dienstags gleichfalls ins Baad nach Neuhaus abgehen.

Der H. Kreishauptm. v. Flug wird auch als hergestellt betrachtet, und gehet schon etwas aus.

Gestern Sontags sollte in Rosenbach Musick seyn. Gegen


6 Uhr Abends war eine sehr große Menge Volkes auf dem Wege dahin, allein es zeigte sich ein bedeutendes Gewitter von Oberkrain her, im Anzuge; ein heftiger Wind erhob sich, und trieb den Staub in die Luft; in Besorgniß eines starken Wetters kehrte alles um, die Musickanten warteten in Rosenbach bis 7 Uhr –, und fingen dann die Stücke an, davon jene Profitirten, welche zeitlicher nach Rosenbach giengen, oder die sich von den drohenden Wetter nicht abschrecken ließen, welches wirklich beim Drohen es beließ, indem es sich nach dem Save Thale fortzog, und weder in Laibach noch in Rosenbach gestern, noch lezte Nacht es regnete, und heute Morgens im Schatten 19 Grad Hitze ist, welche gestern im Schatten 25 Grade betrug.

Um sich einen – zur Abwehrung vielseitigen Wassermangels und für die Feldfrüchte so nöthigen Regen zu erbitten, ist das Hochwürdigste Gut in allen Kirchen


von gestern, auf 3 Tage ausgesezt.

Gestern wurde eine junge Frau, des Zoll Commissairs von Ribler – begraben, welche nach erfolgter Entbindung in so heftige Fraisen verfiel, welche sie tödteten.


1834/122
Ljubljana, 17. junij 1834



Heute morgens sind in aller Früh abgereiset:

S e Excellenz der Herr Gouverneur mit der ganzen Familie und Fräulein Therese Buffa; bloß Vicktor ist hier verblieben.

Frau Gräfin Mimi v. Blagai mit Comtesse Tochter, begleitet vom H. Gemahl dem Grafen Ignatz und

Frau Baronin v. Codelli Wittwe mit drey Fräulein Töchtern nach Neuhaus ins Baad.

Die Familie des H. Gouverneurs nach Vellach –, wurde von den jungen Codellischen Ehepaar und vom Baron Franz Lazzarini weit über Flödnigg hinaus, begleitet.

Der H. Gubernial Assessor von Gerliczi ist gestern mit Frau Gemahlinn und beyden Söhnen hier angekommen, und werden sich heute nach Weisenstein begeben.

Man hört, daß die Rebellischen Bosnier bewaffnet die öster. Gränze überschritten und versucht haben sollen, Szegedin – mit Sturm zu nehmen; da dieses jedoch nicht gelungen, und von Carlstadt aus eilends Militair mit Artillerie Geschütz – dahin abgerückt ist, hat sich das Gesindel eilend zurück gezogen, auf diesem Wege aber in den passirten Ortschaften durch Brandlegung und andern Unfug, viel Schaden angerichtet. In Folge dieses Frevels wird der Cordon gegen die türkische Provinz mit mehreren Truppen besezt.

Nach


Privatbriefen aus Wien soll FML Gr. Mensdorf als Commandirender nach Prag –; FML Trapp statt demselben als Commandirender nach Siebenbürgen –; FML Czollich als Commandirender nach Peterwardein; – FML Gr. Mazzuchelli als Commandirender nach Brünn, dagegen FML Gr. Auersperg von Prag – als Militair Commandant nach Linz –; FML von Radossevich zum Hofkriegsrath – und Gen. der Cavall. Graf Klebelsberg als Festungs Commandant nach Theresienstadt bestimmt seyn.

______________________________________________

Seit Morgens 9 Uhr zeigte es sich schon mehrmalen zum regnen; allein bis izt sind wenige Tropfen noch gefallen. Mehrmals stand heute schon ein Gewitter über Laibach, allein noch immer ist keines zum Ausbruch gekommen.

Seit 4 Uhr Nachmittags ist ein heftiger Wind –, ja Sturm entstanden, welcher große Staub Wolken erzeugt.

Lezten Sontags hat das Oberkrainer Gewitter im


Krainburger Thurm eingeschlagen, hat eine Weibperson an Leib und Kleidern etwas beschädigt, welche in der Kirche gewesen, sonst keinen wesentlichen Schaden verursacht.

______________________________________________

Gegen 7 Uhr stellte sich Abends ein mäßiger Regen ein, etwas Donner und Blitz zugleich – und izt 10 Uhr regnet es gleich fort, welches recht wohlthätig ist. –


1834/123
Ljubljana, 18. junij 1834



Der Regen dauerte bis nach 11 Uhr Nachts; heute ist der herrlichste Morgen. Der Thermometter zeigt izt 8 Uhr im Schatten 18 Grad Wärme.


1834/124
Ljubljana, 20. junij 1834



Im lezten Bericht vom 18 ten d. M. ist bei Angabe des festen Ortes, welchem die Bosnischen Rebellen überrumpeln und so leicht mit Sturm zu nehmen gedachten, ein Schreibfehler unterlaufen, indem der Ort Szettin nicht Szegedin heißt. Es sollen zu gleicher Zeit zwei andere Collonen, noch in den Szluiner Grenz-Bezirk eingerückt, und zur Wegnahme zweyer anderer Orte bestimmt gewesen seyn, welches aber erst dann ausgeführt werden sollte, wenn Szettin genommen gewesen wäre; nachdem aber Lezteres nicht möglich wurde, da die Besatzung von Szettin, die stürmenden Bosniaken, theils mit den Bajonetten, theils mit den Gewehrkolben niederstieß oder niederschlug. Man hört, daß ein Corps österr. Truppen nach Bosnien rücken dürfte, um den Frevel zu strafen. – Es ist gegenwärtig die Bosnische Gränze, so weit selbe an die österr. Besitzungen stößt, von Dalmatien und so fort, mit Truppen besezt. Das Truppen Lager bei Turas in Mähren


wird aus 30200 Mann und 8600 Pferden bestehen, und die Truppen schon am 20ten August das Lager beziehen.

______________________________________________

S e Majestaet der jüngere König von Ungarn bleibt die ganze Lagerzeit in Brünns Gegend, und wird in Soelowitz wohnen, welche Herrschaft S r kais. Hoheit dem E. H. Carl gehört.

An Truppen werden im Lager seyn:

Curassiers – 2 Regmtr: Auersperg u. Prinz Johan v. Sachsen

Dragoner – 2 – '' : Minutillo u. Fiquelmont

Husaren – 2 Regmtr: Kaiser Nicolaus u. König v. Württenberg

Grenadiers – 2 Bataillons.

Lin. Infanterie – 14 Batt. nämlich Kaiser Alexander 2 B

Dom Miguel – 2 –

E. H. Stephan – 2 –

Hohenegg – 2 –

Palombini – 2 –

Nugent – 2 –

EH Albrecht – 2 –

Leichte Infanterie – 4 Bataill.; als: Deutsch Banater 2 – und


Jäger Bataillons N. 2 und N. 12 –; 2 Bat.

Cavallerie Batterien … 4

6℔ige Inf. Batterien … 5; 9

______________________________________________

S e Durchlaucht der Prinz zu Hessen Homburg Commandirender General, wird heute von Triest über Laibach in Cognito nach Gratz retour reisen.


1834/125
Ljubljana, 21. junij 1834



Am 29 ten April d. J. hat Referent berichtet, daß die hiesige Schützengesellschaft, mit den am 4 Mai zum Besten der Mansburger Abbrandler abzuhaltenden Balle, auch ein kleines Fest zu verbinden beabsichtigte, indem sie, die Schützengesellschaft, den hiesigen H. Bürgermeister Hradezki zu ehren, dessen Bildniß in den Schützensaal zu andern derlei Bildnissen anreihete. – Das bei dieser Gelegenheit vertheilte Gedicht, wird nachträglich – eingesendet.

Frau Majors Wittwe v. Michelli geborne Gräfinn v. Lichtenberg – soll morgen Sontag mit ihrer Frau Schwester v. Schaller, hier von Wien ankommen.


1834/126
Ljubljana, 21. junij 1834 II


Eure Excellence!

Lege meinen unterthänigsten Dank – für die gnädige Erinnerung an mich – zu Füssen, und wage meine unterthänigste Bitte zu wiederholen, mich ferners in Gnaden erhalten, und Hochderoselben gnädiges Wohlwollen mir schenken zu wollen, zu geruhen; der ich mit unbegränzter Verehrung ersterbe:

Eure Excellenz
unterthänigst dankschuldigster
Franz Hptm.

1834/127
Ljubljana, 22. junij 1834



Herr Baron Mladota Gubernial Concepts Practicant, ist von den gehabten Urlaub, aus Böhmen gestern hier angekommen.

Man erwartet dieser Tage S e Excellence Herrn Guberneur hier aus Vellach – Hochderoselbe wird sich einige Tage hier aufhalten, und dann den Urlaub nach Gastain, ins Baad über Vellach – antretten.

Frau Majors Wittwe von Michelli kommt heute sicher mit Ihrer Frau Schwester Gräfin von Schallenberg – aus Wien.

______________________________________________

B r Leopold von Lichtenberg verlängert den Aufenthalt zu Schwarzenbach für einige Tage.


1834/128
Ljubljana, 23. junij 1834



Der H. Fürst Bischof sind wegen Ertheilung des heil: Sakraments der Firmung nach Oberkrain verreiset, werden in 14 Tagen wieder kommen, dann den Theologischen Prüfungen beiwohnen, die jungen Priester ausweihen, und nach Unterkrain die Firmungsreise machen, gegen Halben August rückkommen, und sich dann nach Görtschach begeben.

Die Frau Majors Wittwe v. Micheli ist mit der Frau Schwester Gräfin von Schallenberg gestern von Wien angekommen. Leztere soll Laibach seit 34 Jahren nicht gesehen haben.

Frau v. Sicard ist heute Morgens von Egg hier zurück angekommen.


1834/129
Ljubljana, 25. junij 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur sind gestern Abend von Vellach hier angekommen. Man hört, Hochdieselben werden künftigen Sontag wieder nach Vellach rückkehren. Von der Familie ist Niemand mit gekommen. –

Gestern Abend sind zwei Seilergesellen im Laibach-Flusse ertrunken; sie giengen an der Brulla in den Fluß baden, und mögen dort in Untiefen gekommen seyn; sind bis izt noch nicht aufgefunden.

In Neustadtl sind von dem Landwehr Bataillon Graf Gyulai – beym Baden, auch zwei Soldaten in der Gurk ertrunken.

Heute Mittwoch früh Halb 10 Uhr ist B r Leopold v. Lichtenberg aus Schwarzenbach hier angekommen.

Heute gibt Frau Gräfin v. Stubenberg der aus Wien angekommenen Gräfin v. Schallenberg beym steinernen Tisch in der Zischka – eine Jausen; wozu die Familie des H. Grafen v. Welsperg – ; die B r Codellischen jungen Eheleute – ; Frau Gräfin Seraphine von


Thurn, Frau Gräfin v. Steinach, und Frau Majors Wittwe von Michelli geladen sind.

______________________________________________

Herr Hofrath v. Guggenthal ist in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch – also verwichene Nacht von hier nach Wien mit Urlaub – abgreist.


1834/130
Ljubljana, 26. junij 1834



Gubernial Asessor v. Gerliczi ist gestern Mittwochs nach Fiume zurück gekehrt, die Frauen Gemahlin mit zwei Söhnen, ist hier bei der Mama geblieben, um der großen Hitze in Fiume zu entgehen. Dem erkrankten kleinen Knaben gehet es besser, er hat das Fieber.

Der Herr FML Rados von Radossevich bisher Commandirender in Slavonien, und nach lezten Nachrichten zum Hofkriegsrath nach Wien bestimmt, wurde zum 2 ten vice Präsidenten des Hofkriegsraths ernannt.

Vermög Nachrichten sollen als gestern die Oesterreicher nach Bosnien hinüber gerückt seyn. Der FML und Banus von Croatien, von Vlasics – Commandirt die Expedition selbst; unter demselben die H. Generäle FML B r Geramp –; GM Rukavina – Svitvay – Waldstaedten, und Corbay; es sind 25.000 Mann mit nöthiger Cavallerie und Artillerie, dabei die Brand Racketten-Batterie; auch soll man sich mit Sprengpulver versehen haben; wornach nun der Erfolg zu erwarten ist.

Gestern sprach man hier in der Stadt von Nachrichten, nach welchen S e Excellence der Herr Gouverneur nach Wien übersezt werden, und Graf v. Wickenburg Gubern: Präsident in Gratz – hieher nach Laibach kommen solle. Es müßte sich um die Pensionirung


des H. H. Grafen v. Mittrovsky handeln, glaubt man, wenn solche Uibersetzung erfolgen sollte! –

Auch erneuert sich das Gespräch, daß H. Graf v. Taaft Finanz Minister werden solle.

Die allgemeine Zeitung vom lezten Montag soll englische und französische Nachrichten enthalten haben, daß eine bedeutende englisch und französische – vereinigte Flotte gegen Constantinopl zu schicken, beschlossen worden, diese Flotte bereits ausgelaufen, und derselben zu Malta der Sammelplatz bestimmt worden seyn solle; diese Nachrichten sollen die Bemerkung enthalten, daß seit länger Zeit keine solch bedeutende Flotte ausgerüstet worden wäre! – Bekanntlich waren früher Nachrichten, daß russische Ingeniere die Befestungs-Arbeiten der Dardanellen leiten sollen, welche Fortificirung deutlich zu der Besorgniß führt, daß man den englischen und französischen Kriegsschiffen, die dortige Passage zu gestatten, keine Absicht habe, wenn es mit der Pforte und Ali Pascha von Aegypten oder wie immer, etwas geben sollte. Es dürfte sich nun bald entwickeln, was diese Expedition für Forderungen stellet! –

Frau Gräfin Wenzel Lichtenberg mit Comtesse Ida – ist aus dem Bade rückgekommen, leztere scheint in ihrer Gesundheit gebessert. – Frau Gräfin Cöcile von


Lichtenberg soll in 3 Wochen aus Görz rückkehren.

Heute soll auch der Sohn Max, des Neustadtler Herrn Kreishptms. B r Rehbach, welcher beim 3 ten Jäger Bat: als Cadet gedient hat, und zum Fähnrich befördert wurde, hier ankommen.

______________________________________________

In diesem Augenblick am Morgen halb 10 Uhr – zeigt der Thermometter ober meinen Schreibtisch im Zimmer und im Schatten, 20 Grad Wärme.


1834/131
Ljubljana, 27. junij 1834



Die verschiedenartigen Veränderungen, davon schon gestern berichtet wurde, werden mehrfältig erzählt; – so wird von andern Seiten gesagt, daß der Oberste Kanzler Gr. Mittrovsky wirklich pens. werden, Gr. Chotek Oberstburggraf in Böhmen, Oberster Kanzler; Fürst Lobkowitz Oberstburggraf in Böhmen, B r v. Schmidburg Hofkanzler, und wenn Graf Wickenburg nach Laibach käme, Fürst Kinski nach Gratz, respt. Gouverneur in Steyermark werden solle. – Graf Taaft aber soll wirklich schon zum ersten Hofkammer Präsidenten ernannt seyn, weshalb man auch, da Gr. Fechtig zum Staatsrath übersezt wurde, dem H. B r von Schmidburg zum ersten Präsidenten der Obersten Justizstelle – ernannt zu werden, glaubt.

Der bekannte Gubern. Rath Ziegler soll nun zur Beendigung seines Processes – zum Gubernial Secretair degradirt – und zur Unterbringung außerhalb der Provinz Illyrien, bestimmt seyn.

B r Feuchtersleben – Hofrath beym Gen. Rechnungs Directorium soll sich zu Wien in die Donau gestürzt, und der Art das Leben genommen haben.

Der Sohn des Gubern. Rathes und Neustadtler Kreishptms.


B r Rebach – ist Fähnrich bey dem 54 ten Inf. Regt.Prinz Emil zu Hessen, dermalen ein mährisches Regmt. – zu Ollmütz im Werbbezirk.

S e Excellence der H. Gouverneur B r Schmidburg würden schon morgen Samstags wieder nach Vellach von hier abreisen, und sollen den Bericht erstattet haben, mit Ende dieses Monats, den bewilligten Urlaub von 6 Wochen, anzutretten.

Herr Graf v. Welsersheim reiset heute nach Gratz ab, um die Frau Gemahlinn abzuholen.

Die lezt ertrunkenen 2 Seilergesellen sind nach an demselben Tag aufgefunden, allein ungeachtet aller angewandten Mittel, nicht mehr ins Leben gebracht worden.


1834/132
Ljubljana, 28. junij 1834



Der Herr FML und bis izt int. Commandirender in Siebenbürgen von Luxem, wurde Pensionirt. Auch der H. GM. Gr. Chiesa und Festungs Comdt. zu Theresienstadt wurde mit 2000 fr. und einer Personal Zulage von jährl. 500 fr. – pensionirt.

______________________________________________

Statt Leztern der Commandirende in Mähren u. Schlesien GdC. Gr. Klebelsperg – zum Festungs Commandanten in Theresienstadt ernannt.

______________________________________________

Der Herr FML Gr. Mensdorf wurde Commandirender in Böhmen, und H. FML Bar. Wernhard – Commandirender in Siebenbürgen.

FML Graf Mazzuchelli wurde Commandirender in Mähren und Schlesien.

FML Radossevich zum 2 ten vice Präsidenten beym Hofkriegsrath, und statt diesem –

FML Bar. Czollich zum Comandirenden in Slavonien ernannt.

FML Gr. Auersperg wurde Milit. Commandt.zu Linz in Oberösterreich, und FML von


Piccard – bisher einer der Hofkriegsräthe, erhielt die erledigte Milit. Division Wernhard in Gallizien.

______________________________________________

Die Herrn FMLts Graf Mazzuchelli

Bar. Czollich

Marq. Paulucci

Gr. Mensdorf

Bar. Wernhard erhielten die geheimen Raths Würde Taxfrey.

______________________________________________

Vorstehendes gründet sich auf dienstlich eingelangte Verordnung.

______________________________________________

In der lezten Nacht von gestern auf heute nämlich vom 27 ten auf den 28 Juni waren 6 Arrestanten aus dem Inquisitions – Hause im Begriffe – zu entweichen. Drey derselben sind wirklich entkommen, 3 derselben hat man aber noch ertappt.


1834/133
Ljubljana, 29. junij 1834



Die gestern angezeigten Flüchtlinge sind nicht aus dem Civil-Inquisitions Hause, sondern aus dem Stockhause des Milit. Samelhauses, lauter sehr schwere Verbrecher – entwichen. Nur einer derselben ist hier in der Stadt habhaft worden, die 5 andern sind entkommen. Man hat zwar alles mögliche angewendet, und fürgekehrt ihrer Habhaft zu werden; allein, da sie andern Gauner Banden angehören mögen, wird es noth haben, sie zu Stande zu bringen.

S e Excellence der Herr Gouverneur sind heute Morgens schon um 4 Uhr von hier nach Vellach abgereiset.

Auch sind hier Berichte eingelaufen, daß in Croatien wieder bei 30 Räuber sichtbar geworden sind, weshalb die im Neustaedtler Kreise aufgestellten Sicherheits Posten, zur strengen Wachtsamkeit angewiesen wurden.


1834/134
Ljubljana, 30. junij 1834



Gestern Abend ist die Frau Präsidentinn von Buzzi mit Fräulein Tochter aus Kärnthen hier wieder angekommen.

Herr Major Katzendorfer von Gyulai Landwehr ist gestern von Neustadtl hier angekommen, und erzählte, daß Reisende, welche von Carlstadt gekommen, ausgesagt hätten, daß man von Carlstadt aus, Canoniren gehört habe, woraus sich vermuthen läßt, daß die nach Bosnien gerückten Oesterreicher die Kriegs Operationen begonnen haben.

Frau Generalin v. Sivkovich ist im Folge eines eingetrettenen Faus-Couche einige Tage im Bette, war Freytags früh sehr schlecht, da sich eine Art Starrkramp einstellte, ist aber heute schon viel besser, obschon noch im Bette.


1834/135
Ljubljana, 1. julij 1834



S e Fürstlichen Gnaden der Herr Bischof wird bis nächsten Freytag – hier erwartet.

Das Befinden der Frau Generalin ist nun schon viel besser.

Der Buchhändler Korn ist gestern hier gestorben.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist in der Nacht vom Sontag auf den Montag von hier – wieder nach Schwarzenbach gereiset.

______________________________________________

Man erzählt, daß die Expedition nach Bosnien, in Folge eines von Wien abgeschickten Couriers – wieder zurück beruffen worden seye.


1834/136
Ljubljana, 3. julij 1834



Obgleich sich die Nachricht immer mehr verbreitet, daß die nach Bosnien über getrettenen kais. österr. Truppen, sämentl.wieder zurück beruffen, und in die betreffenden Garnisonen zurück marschirten: so ist hier keine authentische Nachricht darüber eingelaufen, und so muß man sich dießfalls noch gedulden!

Zur vermehrten Bedienung des in Istrien in die angelegten Fortificationen placirten Geschützes, wird heute eine bedeutende Anzahl Artillerie Mannschaften, in dieser Bestimmung nach Istrien –, hier in Laibach ankommen.

______________________________________________

Frau Generalin v. Sivkovich wird heute zum erstenmal das Bette verlassen.


1834/137
Ljubljana, 5. julij 1834



Der Herr Fürst Bischof ist von seiner kirchlichen Bereisung wieder hier angekommen.

Die Frau Gräfin Mimi von Blagai wird morgen Sontags aus dem Neuhauser Bade hier rück erwartet.

Der ständisch kärnthnerische Bereiter ist zur Abrichtung mehreren Herrn im Reiten, dann zur Dressirung von Reitpferden hier angekommen, und ertheilt den Unterricht auf der neu errichteten öffentlichen Reitschule, bei der neuen Welt, täglich.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg kommt heute wieder von Schwarzenbach in Laibach an.


1834/138
Ljubljana, 5. julij 1834 II



Heuer scheint ein böses Jahr den gebärenden Frauen zu seyn. Die Frau des Gubernial Concipisten Sachse hier – hat ein todes Kind geboren.

Zu Wien ist das Kind der Frau Gemahlin des B r Joseph Lazzarini durch 2 Accucheurs todt genommen worden; doch ist die Frau Kindesbetterinn in gebesserten Umständen, und hoffend außer Gefahr.

Die Frau Gemahlinn des Baron Ignatz v. Lazzarini geborne Gräfin von Wagensperg war dagegen sehr glücklich entbunden worden. Sie reiste von Gratz aufs Land zu ihrer Mama, um sich üblicher weise vor dem Wochenbette, bei derselben zu beurlauben; bekam unter Wegs Wehen – und gebar glücklich auf dem Lande.

______________________________________________

Die Frau Baronin Alois v. Lazzarini aus Zobelsberg geborne Rastnern wird zu ihrem Kindsbette dieses


Monat nach Laibach kommen, um aerztliche Hilfe an der Hand zu haben.


1834/139
Ljubljana, 11. julij 1834



Die Expedition nach Bosnien ist wirklich für den 25 ten Juni bestimmt gewesen; allein, die Bosniacken, als sie die ernstlichen Anstalten sahen, sandten eine Deputation, erbothen sich zur Rückerstattung des Viehes und der Entschädigung für den weitern Schaden, – wornach der H. FML Vlasics und Banus, alles einstellte, und das Abrücken der Truppen in ihre gewöhnlichen Quartiers Stazionen anordnete. Nachdem es jedoch schien, daß die Bosnier es nur beym Versprechen bewenden lassen wollen, so rückte H. Gen. Major Rukavina mit 3 Bataillonen und nöthigen Geschütze gegen die Bosniacken von Carlstadt aus, und fand jenseits der Gränze die Bosnier zur Vertheidigung bereit. Der Herr General ließ diesen bedeuten, daß der erste Schuß, welcher von jenseits fallen, das Signal zum Angriff für die Oesterreicher seyn würde. Es wurde der Pascha verlangt, und mit demselben unterhandelt in Mitte der beyderseits sich entgegen stehender Truppe. Der Pascha versprach die strengste Züchtigung der Schuldigen, womit, wie es sichere Nachrichten geben, der strengste Anfang geschehen, und eine große Zahl geköpft und gehenkt


worden seyn solle, wie es bei 30 der, über unsere Gränze sich Geflüchteten bestättigen; ein Theil des Viehes ist rückgestellt, und der übrige Theil nebst Ersatz von 47.000 fr CM versprochen, sonach die ganze Demonstration damit geendet worden. –

Wie es vielleicht bekannt, gab lezten Samstag die Frau Sicard in Kaltenbrunn eine Jausen, wohin man in 6 Wagen fuhr. Am Sontag machte die Frau v. Sicardeine Tour über Land, und reiste in Begleitung des H. Gemahls nach Lack, Idria und Adelsberg; rückkehrte von dieser Tour Mittwochs den 9 ten dieses.

Die lezt angezeigte, und als glücklich vermeinte Entbindung der Frauen Baronin Ig. v. Lazzarini, gebornen Gräfinn von Wagensperg in Gratz, hatte die übelsten Folgen. Die Frau Gräfinn verfiel in Kindsbettfrießel und Nervenfieber – und ein Nervenschlag soll in der Nacht vom Montag zum Dienstag, ihr Leben geendet haben; welche Nachricht Frau Gräfinn von Welserseheim aus Gratz geschrieben.

Morgen Samstags ist Heinrich, das Namensfest der Henrietten, und also das Namensfest der Frauen Gräfinn


von Welsperg! – Es ist zwar auch am 15 ten d. M. Heinrich, und jener Heinrich den 12 ten Juli, ist im protestant. Kalender, doch vernimmt man, daß heute den 11 ten bei der Frau Gräfin von Welsperg Besuche gemacht werden.

Die Hauptmanns Wittwe Parmeggiani, welche in Folge ehelichen Zwistes zwischen ihrem Schwiegersohne und ihrer Tochter, das Unglück hatte, Wahnsinnig zu werden, und vor Kurzen aus Triest in diesem unglücklichen Zustande hieher gebracht wurde, ist in verwichener Nacht im hiesigen Civil-Spital gestorben.


1834/140
Ljubljana, 12. julij 1834



In 4 Taschenkalendern ist das Fest des heil. Heinrichs – auf heute den 12 ten Juli eingetragen, allein im sogenannten Hauskalender für 1834, ist für den 12 ten Juli der protestantische Heinrich –, der katholische aber für den 15 Juli eingetragen.

Um lieber früher als später der Frauen Gräfinn von Welspergaus Anlaß des verehrten Namensfestes zu gratuliren, war Referent mit Herrn Baron Leopold von Lichtenberg aus diesem Anlasse nach Leopoldsruhe gefahren, und aus der Aeußerung der Frauen Gräfinn war zu entnehmen, daß Sie den Namenstag erst nächsten Dienstag haben.

Die Frauen Gräfinn von Welsperg fragte, ob die vorgehabte Tour nach Vellach unternom-


men worden seye, welches Referent, vermuthend – zu bestättigen wagte, vorzüglich auf den Grunde, weil durch einige Tage, von Lustall kein Bothe in Laibach gewesen. –

Die Frau Gräfinn Mimi von Blagai ist noch nicht, aus dem Bade rückgelangt; jedoch der Herr Gemahl Gr. Ignatz – mit H. Baron Franz Lazzarini und Bar. Nico Rastnern haben der Frau Gräfinn einen Besuch gemacht. Sie fuhren lezten Samstag Nachmittag von hier mit Post ab, kamen Sontag früh in Neuhaus an, blieben den Tag über, und fuhren in der Nacht vom Sontag zum Montag wieder zurück, – langten Montags früh nach 9 Uhr hier an. B r Mac-Neven – schloß sich diesen drey Herrn an, und erstattete bei dieser Gelegenheit auch einen angenehmen Besuch!

Die Frau Baronin v. Rastnern


ist aus dem Neuhauser Bade schon früher rückgekommen, und ist dermalen mit der Frau Tochter der Frau Baroninn von Alois Lazzarini v. Zobelsberg nun hier in Baron Franz Lazzarinischen Hause logirt, wo die Frau Tochter das Kindsbett zu halten, beabsichtigt.


1834/141
Ljubljana, 12. julij 1834


Eure Excellence

Muß ich abermal für die gnädigste Erinnerung an mich, meinen unterthänigsten Dank Hochdenenselben zu Füssen legen, und um fernere gnädige Wohlgewogenheit bitten; zugleich aber meine innigste Theilnahme an der glücklich zurück gelegten Excursion bezeigen, und mein Bedauern beyfügen, daß ich bei lezter Anwesenheit Ihrer Excellence, der gnädigsten Frauen Gräfin, wegen rheuvmatischen Zahnwehe unvermögend gewesen, meine schuldige Aufwartung zu erstatten, da ich sogar 2 Tage das Bett hüthen mußte. Eure Excellence









um fernere Gnade bittend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/142
Ljubljana, 14. julij 1834



Gestern Sontags ist ein Kaufmanns Lehrling vom Handelsmann Staré in der Ischza, unweit der Mühle nachst dem Deutschen Grund – ertrunken; er ist noch vor Nachts aufgefunden worden, allein hatte kein Leben mehr.

Gestern Abends ist die Frau Baroninn Codelli Wittwe mit Fräulein Töchtern, aus dem Bade hier angekommen; auch Frau Gräfin Mimi von Blagai kam gestern aus dem Baade hier an.

Morgen Dienstags wird zur Feyer des Namensfestes der Frau Gräfinn von Welsperg zu Rosenbüchel, in dem Schlössel nächst Rosenbach ein Dinêr veranstaltet. Man wird zur Erhöhnung des Vergnügens sich ohne Larven Masquiren, und es werden Schweitzerinnen und


Bäuerinnen und Schweitzer und Bauern vorgestellt werden.

Heute Montags werden bloß paar Eisenhofersche Quardetten ohne Instrumental Begleitung gesungen, und Violine mit Quitarre Duetten – zu Leopoldsruhe als kleine Serenade ausgeführt. In einigen Tagen soll Musickmeister Maschek neue große Serenade zur Ausführung in Leopoldsruhe bringen wollen.


1834/143
Ljubljana, 15. julij 1834



Am 17 ten d. M. werden wieder Siebzehn der pohlnischen, nach Americka auswandernden Flüchtlinge hier in Laibach ankomen, und den 18 ten nach Triest durch Fähnrich Enzenberg transportirt werden.

______________________________________________

Fürst Lichtenstein Carl – Oberst bei König v. Preußen Husaren, wurde General Major.

______________________________________________

GenMajor Lenk – Festungs Commandant von Carlsburg wurde mit FML Character ad honores pensionirt, und General Major Loen wurde Festungs Commandant zu Carlsburg.

______________________________________________

Die Gesellschaft, welche an den Fest, welches in Rosenbüchel heute der Frauen Gräfin von Welsperg gegeben wird, theil nimmt, zählt bei 30 Personen, lauter Lebenslustige Menschen!


1834/144
Ljubljana, 15. julij 1834 II


Eure Excellence

Gnädiges Wohlwollen macht es mir zur angenehmen Gelegenheit, über die verehrten Zeilen vom 13 ten d. – welche ich heute erhielt, erwiedern zu müssen, daß ich mich durch die unübertreffliche Güte Eure Excellence zu großer Dankbarkeit verpflichtet fühle, und wenn wohl weniger eine Sache, als vielmehr das gute Herz – die Wohlmeynung bei derselben, den Werth bestimmt, so ist es diese Ansicht, und meine feste Uiberzeugung, daß Eure Excellence sich aus wahrer Herzensgüte meiner zu erinnern die Gnade haben; daher ich nicht umhin kann, auch


jede Gelegenheit für erwünscht zu ergreifen, meine dankbaren Gesinnungen für Eure Excellence hochverehrte Person, an Tag zu legen, durchglühet von der Uiberzeugung, daß Eure Excellence so gnädig sind, diese meine ungeheuchelten Gesinnungen zu würdigen, und meine erneuerte Versicherung zu genehmigen, daß ich bis zum Grabe mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence
unterthänigster
Franz Hptm.

1834/145
Ljubljana, 18. julij 1834



Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist am 15 ten d. M. Abends um 10 Uhr, mit ihren 2 Comtessen Töchtern von Görz – hier zurück angekommen.

Herr Graf mit Frauen Gräfin von Welsersheim sollen nächsten Dienstag den 22 ten d. aus Gratz hier ankommen. Auch hört man, daß H. Graf mit Frauen Gräfinn von Hohenwarth in nächst künftiger Woche vom Lande hieher kommen sollen.

Frau Baroninn Alois v. Lazzarini von Zobelsberg, geborne B r Rastnern, ist in der vergangenen Nacht mit einem Söhnlein entbunden worden; Mama und der Neugeborne, befinden sich wohl.


1834/146
Ljubljana, 19. julij 1834



Der Kreis Commissair von Znaimwerth ist an die Stelle des pensionirten Herrn von Premerstein, bei dem hiesigen Gubernium zum Gubernial-Secretair ernannt worden.


1834/147
Ljubljana, 21. julij 1834



Der Kreis Commissair von Znaimwerth soll laut Wiener Nachrichten, statt den pens. H. von Premerstein zum Gubernial Secretair dahier – ernannt seyn.

Der Gubernial Secretair B r Codelli mit Frau Gemahlin sind heute morgens nach Vellach abgereist; sie nahmen Comtesse Mathilde mit sich. Comtesse Helene von Welsperg ist schon gestern mit Frau B r Zois und mit Frau von Kreuzbergnach Egg – um in dieser Gesellschaft heute nach Vellach zu reisen.

Die männliche junge Welt hat sich größtentheils nach Vellach auf den Weg gemacht, daher morgen den 22 ten – Vellach ungewöhnlich belebt seyn wird.

Nächsten Donnerstag wird die junge Frau B r Codelli – bis Treffen reisen, und ihre Fräule Schwester Daria abholen, welche bis dahin, von Ruppertshof gebracht werden wird. – Später wird Fräulein Daria von Schmidburg mit Frau Gräfinn v. Stubenberg nach Kärnthen reisen. – Ihre Excellence die Frauen


Gouverneurinn sollen bis Ende dieses, aus Vellach rückkehren, und Fräulein Lisette allein mit dem Herrn Pappa in Vellach verbleiben.

Die heut nach Vellach abgegangenen Gesellschaften gedenken Mittwochs wieder rückzukehren.

Frau Baronin Vinzenz v. Schweiger ist bei Ihrer Frau Tochter, B r v. Tauferer, hier angekommen, wornach Letztere hier, und nicht in Wörl das Kindsbett halten wird.


1834/148
Ljubljana, 21. julij 1834 II



Der Gubernialrath Wagner – welcher zum Besuch seiner Familie gestern Sontags nach Lack gegangen, – ist dortselbst erkranket, weshalb heute Gubern: Rath D r Schneditz dahin zum Patienten geruffen worden ist.

Die Diarhéen grassiren außerordentlich – die Tochter des Landrechts-Kanzelisten Türk, welche Familie dieses Jahr aus dem Graf Gallenbergischen Hause – zu Georgii ausgezogen, ist hieran auf den todt krank.


1834/149
Ljubljana, 23. julij 1834



Der Herr Graf v. Welsersheim mit der Frau Gräfinn seiner Gemahlinn, ist gestern aus Gratz hier angekommen.

Der Polizei Vorsteher zu Venedig –, Herr Hofrath Cattaino ist aus dem Rohitscher Bade sammt Sohn ebenfalls gestern hier angekommen, und bleibt heute hier.

Um den Unglücksfällen des Ertrinkens beym Baden hinkünftig zu begegnen und respt. vorzubauen, ist von Polizei wegen die Erbauung eines hölzernen Badekasten in der Laibach in Vorschlag gebracht, und bereits mit der Ausführung begonnen worden.

Man hört sprechen, als wenn Prinz Don Miguel – welcher in den österr. Staaten sich niederlassen will, wenigst für einige Zeit in Laibach verweilen dürfte; auf jeden Fall aber, wird derselbe Laibach passiren.

Die Parthien von Vellach kommen zum Theile heute – zum Theil morgen. B r Ant. Codelli mit Frau Gemahlin kommt morgen Donnerstags zurück.


1834/150
Ljubljana, 25. julij 1834



Die Frau Baronin Moritz von Tauferer ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag mit einem Söhnchen entbunden worden, und befindet sich wohl sammt den Neugebornen.

Herr Baron Anton von Codelli mit Frau Gemahlinn gestern Abends von Vellach zurück gekommen. Es sollen bei 28 Personen Fremde, aus Anlaß des Namensfestes Ihrer Excellence der Frau Gouverneurinn zu Vellach gewesen seyn. Ihre Excellence aber wegen Unpäßlichkeit nicht vermögend gewesen seyn, der Gesellschaft lange beizuwohnen; auch S e Excellence der Herr Gouverneur sollen sich nicht ganz wohl befinden.

Nächsten Mittwoch sollen Ihre Excellencen hieher rückkehren, jedoch S e Exc.der H. Gouverneur wieder nach Vellach sich zu begeben, Willens seyn.

Die Frau Gräfin von Thurn, Obersthofmeisterinn bei Ihrer kais: Hoheit der Frauen Frauen E. H. Palatinin – sind gestern hier angekommen, und


werden nach Tuino – Triest und Venedig reisen.

Die Familie des H. Präsidenten von Buzzi befindet sich seit 10–12 Tagen auf dem Lande, zu Schrottenthurn bei Krainburg.

Graf Pepi von Auersperg ist in Begleitung seines H. Onkels Grafen Benedict zur juridischen Prüfung nach Gratz abgereiset.

Vermög Privat Nachrichten solle sich Don Miguel von Mailand nach Rom begeben haben; demnach dürfte es nicht möglich werden, daß Hochderselbe Laibach passiren würde.

Das große Lager bei Turas in Mähren soll dieses Jahr nicht statt finden; es solle nur etwas Cavallerie dort Concentrirt werden.

Die durch Zeitungen kund gewordene Verwechslung des englischen Ministeriums – demgemäs Graf Grey und Lord Althorp resignirt haben sollen, erweckt große Sensation.


1834/151
Ljubljana, 26. julij 1834



Der gestrige Bericht wird damit rectificirt, daß S e Excellenz der Herr Gouverneur zu Vellach nicht unwohl gewesen sind, und daß Hochdieselben am Mittwoch mit der ganzen verehrten Familie am nächsten hieher rückkehren, dann aber nicht nach Vellach, sondern zum Gebrauch des Baades nach Gastein, sich begeben werden.

Frau Gräfinn von Welsperg begaben sich gestern nach Egg um ihre Comtessen Töchter, welche mit der Familie des H. Baron Zois von Vellach nach Egg gereiset waren, abzuholen; die Frau Gräfinn wollte Abends wieder rückkehren. Die Philharmonische Gesellschaft brachte gestern Abend, der Frau Gräfin von Saurau, aus Anlas Ihres heutigen Namenstags, eine Nachtmusick. Heute soll aus diesem Anlasse eine Jausen im Freyen veranstaltet werden.

Frau Baronin v. Mandl ist mit Frl. Tochter gestern aus Gratz hier angekommen, gedenken heute bei Frau Gräfin von Saurau zuzubringen, dann nach Triest und Venedig zu reisen.

Die Familie des H. Präsidenten von Buzzi ist heuer


wieder zu Schrottenthurn bei Krainburg, um der Landluft zu genüssen.

Der B r Anton Zois ist mit seiner Gemahlinn schon vor mehreren Tagen nach Neuhaus ins Bad gereiset.

Gubernial Rath Wagner ist von seiner Unpäßlichkeit hergestellt.

Man hört, daß Baronesse Eleonore v. Lazzarini in Weißenstein am Fieber erkranket seye.


1834/152
Ljubljana, 27. julij 1834



Gestern ist man von der Jausen Gesellschaft, welche der Frau Gräfinn von Saurau gegeben wurde, erst halb 10 Uhr rückgekehrt.

Es ist übersehen worden, schon vor einigen Tagen die glückliche Entbindung der Frau Kreis Commissairinn Schonta, – Tochter Herrn Gubernialraths Kogel – von einem Knaben –, zu berichten.

Die Baronesse Lori von Lazzarini in Weißenstein soll an einer Lungentzündung, verbunden mit Nervenfieber, sehr krank seyn; das Erbrechen soll mit Blut vermischt gewesen seyn.

Der bekannte – vor einiger Zeit nach Lemberg übersezte Buchhaltungs Official Regul – hat durch einen Tausch seine Rückkehr nach Laibach bewirkt, und ist vor 2 Tagen hier angekommen.

______________________________________________

Geschwister Pratte aus Schweden wollen sich heute im Theater mit Gesängen produciren.


1834/153
Ljubljana, 28. julij 1834



Der Herr Fürst Bischof wird in dieser Woche die kirchliche Bereisung von Unterkrain antretten.

Herr Graf Joseph von Auersperg ist mit Herrn Onkel Benedict aus Gratz rückgekommen.

Baronesse Lori von Lazzarini befindet sich schlecht.

Frau Gräfin von Stubenberg wird Donnerstags oder Freytags dieser Wochen, nach Kärnthen reisen.

Der Herr General Cometti ist zum FeldmarschallLieut. –, dann die Obersten B r Mylius und von Kussevich zu General Majors befördert worden.


1834/154
Ljubljana, 29. julij 1834



Frau Gräfin Nicklaus von Auersperg – in Mokritz soll von einem Mädchen entbunden worden, und dieses Olga getauft worden seyn.

Frau Baron Anton Codelli ist gestern Ihrer Fräule Schwester Daria bis Weichselberg entgegen gefahren, und hat sie hieher gebracht.

Die Schwedische Familie Pratte hat sich gestern wieder in dem hiesigen Schauspielhaus hören lassen.

Uiber die Erfolge der hiesigen Theater Unternehmerinn – Frau Mascheck – rücksichtlich des Engagements, kann man noch nichts mit Gewießheit erfahren; doch soll das Theater schon im Monat September beginnen.

______________________________________________

Der Ordinarius D r Zhuber vermag sich noch immer nicht auszusprechen, welchen Verlauf die Krankheit der Baronesse Lori Lazzarini nehmen könnte, und erklärt den gegenwärtigen Zustand als Gallenfieber und Lungenentzündung; Blut wurde noch immer ausgeworfen, und ein gewisser Termin des Krankheits-Verlaufs, lasse erst unterscheiden, ob ein Nervenfieber aus den gegenwärtigen Uibeln –, entstanden seye.

______________________________________________

Die






Tochter des Landrechts Canzelisten Türk ist gestorben.


1834/155
Ljubljana, 30. julij 1834



Das gestern berichtete Ableben der Tochter des Landrechts-Kanzelisten Türk, bestättiget sich nicht.

Fräulein Marie v. Flug ist heute nach Katzenstein in Ober-Krain Luftändern – verreiset.

Die Frau Gräfin Raimund v. Thurn Obersthofmeisterin bei Ihrer kais. Hoheit der E. H. Palatin –, reiset morgen von hier nach Tuino, Triest und Venedig.

Herr Graf und Frau Gräfinn von Hohenwarth sind heute morgen hier angekommen, und sehen recht gut aus. Der Herr Graf ist etwas magerer geworden, welches jedoch wünschenswerth seyn mag.

S e Excellence der Herr Gouverneur sammt Familie, ist diesen Mittag halb 1 Uhr aus dem Vellacher Bade hier angelangt.


1834/156
Ljubljana, 31. julij 1834



Der Herr Fürst Bischof ist gestern Nachmittags nach 4 Uhr, nach Unterkrain abgereiset.

Die Tochter des Landrechts Kanzelisten Türk ist gestern Mittwoch Abends gestorben, liegt heute auf der Bahre.

Wie man sagt, würden Ihre Excellenzen der Herr Gouverneur und Frau Gemahlin künftigen Mittwoch den 6 ten des Augusts nach Gastein reisen.

Frau Gräfin v. Stubenberg mit H. Gemahl und Fräulein Daria v. Schmidburg reisen morgen Freytags nach Kärnthen ab.

______________________________________________

Graf Barbo ist mit seinen Kindern zur jährlichen Prüfung gestern hier angekommen.

Frau Gräfin von Thurn (Obersthofmeisterinn) wird erst Samstags den 2 August von hier abreisen.


1834/157
Ljubljana, 1. avgust 1834



Die Abreise S r Excellence des H. Gouverneurs ist, wie gestern berichtet wurde, auf den 6 ten d. M. sicher festgesezt.

Frau Gräfinn v. Stubenberg ist gestern Donnerstag Abend mit H. Grafen und dem Fräulein Daria von Schmidburg nach Kärnthen abgereiset.

Herr Baron von Spiegelfeld ist heute mit Urlaub nach Gratz verreiset.

Da Ihre Excellenzen der Herr und Frau Gouvern. mit Fräulein Lisette nach Gastein reisen, wird Fräulein Fanni v. Schmidburg in Ruppertshof – Fräulein Buffa mit Frl. Mathilde v. Schmidburg aber zu Egg bei Frau Bar. v. Zois verweilen.

______________________________________________

Man spricht, daß es von der Truppen Concentrirung im Monat September d. J. bei Pettau – ebenfalls abkommen soll.


1834/158
Ljubljana, 2. avgust 1834



Die Frauen Gräfin von Thurn, gebor. Gräfin Banfy – ist heute früh mit Ihrem H. Gemahl nach Tuino etz. abgereist.

Comtesse Helene von Welsperg ist noch in Egg bei Frau Baron Zois.

Baron Ignatz Lazzarini (Kreis Commissair – in Gratz) ist am 30 ten Juli hier angekommen, und am 31 ten nach Weissenstein gereiset.

Baronesse Lori v. Lazzarini soll sich gebessert befinden, welches um so glaubwürdiger erscheint, da schon durch 2 Tage der Arzt nicht nach Weissentein gehollt wurde.

H. Baron Leopold v. Lichtenberg ist gestern morgens 9 Uhr von Schwarzenbach zurück, hier angekommen, ist die ganze Nacht gereiset.

Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg befindet sich recht wohl.

______________________________________________

Der D r Nagy ist zum 2 ten mal


zu seiner, im Baade zu Neuhaus sehr krank befindlichen Frau gereiset; – es scheint sehr gefahrvoll zu seyn, da derselbe die Patientin zur Uiberführung nach Laibach untransportable erklärt.


1834/159
Ljubljana, 5. avgust 1834



Schon vor längerer Zeit wurde gesprochen, daß die Cameral-Gefällen-Verwaltung von Illyrien und Steyermark vereinigt, und den Sitz in Gratz haben solle. Izt ist dieser Gegenstand difinitiv entschieden; die Vereinigung dieser beyden separaten Verwaltungen erfolget richtig, allein selbe wird nicht in Gratz, sondern hier in Laibach etablirt bleiben, in Gratz nur ein sogenantes Bezirks Amt seyn.

Der hiesige Landrath Tschopp war vor einiger Zeit mit seiner Frau in Wien, und ließ seine Kinder bey der Mutter seiner Frau zu St. Marein in Aufsicht. Dort – soll das mittlere Mädchen von einem Stuhl gefallen seyn, und durch einen Nagel an der Stirn sich beschädigt haben. Bei der Rückkehr fanden die Eltern das Kind krank, über den Kopf klagend, allein man nahm es als Folge einer durch Erschütterung entstandenes Uibel. Erst sehr spät, da die Hirnentzündung sich in voller Gestalt gezeigt hatte, erkundigte man sich genauer, und erfuhr viel zu spät, das ganze Sach-


verhältniß. Das Kind ist gestern gestorben! –

Die Frau Majors Wittwe von Michelli ist am lezten Samstag mit Frau Gräfinn Raimund v. Thurn zugleich abgereiset.

______________________________________________

B r Leopold v. Lichtenberg ist gestern Montags nach Habach – aufs Land gereist.


1834/160
Ljubljana, 5. avgust 1834 II


Eure Excellence!

Unterbreite für die gütige Erinnerung an mich, unterthänigsten Dank, und muß mein unendliches Bedauern zugleich ausdrücken, daß mir leztlich die Gnade nicht zu theil geworden ist, bei Eure Excellenz Anwesenheit, meine Verehrung Hochdenenselben persönlich bezeigen zu können, weil ich den ganzen halben Tag von meiner Wohnung abwesend war.

Geruhen Eure Excellence mir fernershin Hochdero gnädiges Wohlwollen aufzubehalten; mein Bestreben wird es immer seyn, mich dieser Gnad würdig zu bezeugen, und meiner dankbaren Gesinnungen an Tag zu legen.

Betreffend meiner, durch Eure Ex-


cellence Gnade so gut eingeleiteten Sache, muß ich zur hohen Kenntniß bringen, daß diesßfalls anliegende Verordnung eingelangt, und hiernach alles noch im gehörigen, nicht ungünstigen Gang ist. – Ich werde für die mir nützliche Erledigung sorgen, und es zugleich wagen, um die Gnade zu bitten, nur die halbe Taxe entrichten zu dürfen, indem die Taxe per 300 fr, – dann 100 fr für das Praedicat –, und 162 fr für Nebengebühren, wozu für Schreiben des Diploms, Zeitungseinschaltung, für die blechernen Futterole etz. etz. auch 30 bis 40 fr CM zu bezahlen, und der Art die Auslage auf 600 fr CM (die Pension


für ein ganzes Jahr von mir) aufzehren würde; weshalb Eure Excellence unterthänigst zu bitten wage, wegen hochgeneigter Berücksichtigung dieser meiner Bitte, nämlich für die Entrichtung der halben Taxe – sich nochmal gnädigst zu verwenden, geruhen zu wollen; Behufs dessen berichten werde, wenn der Gegenstand wieder von hier ablaufen wird.

Mich wiederhollt zu Gnaden empfehlend, und darum bittend – geharre:

Eure Excellence!

Laibach den
5 August 1834

unterthänigst dankbarer
Franz Hptm.


Abschrift Q Nro 2382

Der pens. CapitLt. Franz Franz ist um die Verleihung des Adels, mit Nachsicht der noch nicht vollständig zurückgelegten 30jährigen Dienstzeit – eingeschritten.

Um das Gutachten über dieses Gesuch höhern Orts erstatten zu können, hat das Milit. Commando eine genaue Dienstes Beschreibung dieses Offes. einzuholen, dann ob er wirklich vor den Feind gedient, wie viel Campagnen er mitgemacht, ob er Wunden erhalten habe, dann auf welche Art und in welcher Eigenschafft er durch die ganze Dienstzeit verwendet wurde, so auch, ob seine Aufführung während seiner ganzen Dienstleistung tadellos war –, von den Commandanten der Truppenkörper, bei welchen er gedient hat, die Aeußerung einzuholen, und hieher vorzulegen.

Da übrigens der CaptLt. Franz im Falle ihm der Adel zu Theil werden sollte, jedenfalls die Adelstaxe zu tragen, verhalten werden müßte, so hat das Milit. Commando auch zu erheben, ob seine Vermögens Umstände von der Art sind, daß er die Adelstaxe, nebst den gewöhnlichen Ausfertigungsgebühren, welche für den einfachen Adel mit Einschluß der besondern Taxe für das Ehrenwort Edler von, mit 400 fr CM bemessen ist, zu erlegen im Stande seye. Den Bericht hierüber hat das Milit. Comdo. sobald möglich zu erstatten.

Gratz den 25 July 1834
In Verhinderung des Commandirenden
Rougieri
FML mp

An das k. k. Milit. Commando zu Laibach





Praes. den 3 August 1834


1834/161
Ljubljana, 6. avgust 1834



Die Abreise S r Excellence des Herrn Gouverneurs wurde auf morgen verschoben, weil im Augenblick der Abreise Ihre Excellence die Frau Gouvern. von Migrenen befallen wurde, und seit deme im Bette liegt. Die bereits eingespannten Postpferde wurden nach Haus geschickt, und wegen der weitern Postbestellung eine Estafette expedirt, um für heute die Pferde ab- und für morgen zu bestellen. Es ist heute Niemand von der Familie abgereiset.

Das verstorbene Mädchen des Landrathes Tschopp wurde heute morgens 5 Uhr unter dem Geläute aller Glocken zur Begräbnißstätte nach St. Marein abgeführt, und die Leiche von den Verwandten in Wägen dahin begleitet.

Letzten Sontag entstand unter betrunkenen Bauernpurschen zu Brundorf bei Sonegg bedeutende Schlägerey, ein Pursche schien das Opfer aller zu werden, und lag schon ganz leblos unter den Schlägen der Andern da. Ein Fuhrwesenssoldat, ein Steyerer war eben im Wirthshaus


anwesend, und im Mitleid mit den Unglücklichen, nährte er sich der Rotte, mit einem Stocke zwar in der Hand, jedoch in Güte ersuchend, den Armen ferner zu schonen, als er von Rückwärts einen heftigen Schlag auf den Kopf erhielt, gleich zu Boden stürzte, und ins hiesige Spital überführt, wenige Stunden hernach, starb, während der Beschädigte Bauernpursch noch lebt! –

Die Resultate der hiesigen Gymnasial und Normal-Schüller, so wie von der hiesigen Mädchen Normalschule, sind hier anliegend einzusehen, in drey Verzeichnissen beschrieben.


1834/162
Ljubljana, 7. avgust 1834



Heute Morgens ist S e Excellence der Herr Gouverneur mit Ihrer Excellenz der Frauen Gemahlinn und Tochter, Baronesse Lisette nach 6 Uhr über Klagenfurth nach Gastein etz. abgereiset. Die Abreise erfolgte in Begleitung der jungen Eheleute B r Codelli, welche von St. Veit wieder rückgekehrt sind.

Die Frauen Gräfinn von Lodron – Schwester der Frauen Gräfinn Seraphine von Thurn ist heute Morgens von Wien über Kärnthen hier angekommen.


1834/163
Ljubljana, 8. avgust 1834



Frau Baron von Zois ist mit Comtesse Helene von Welsperg – lezten Mittwoch hieher – aus Podpetsch, Herr Graf Xaver von Auersperg mit Frau Gemahlinn ohne Zweifel aus dem Baade, – dann Herr Graf Anton von Auersperg von Thurn am Hart – hier angekommen.

Graf Barbo ist mit seinen Kindern nach Kroisenbach wieder abgereiset.

Pfarrer Pochlin von St. Jacob ist wieder mehrere Tage krank.


1834/164
Ljubljana, 8. avgust 1834 II



Diesen Augenblick Nachmittags halb 3 Uhr ist Herr Graf Robert Wenzel von Gallenberg, Erbe des verstorbenen Herrn Generalen Grafen Weichard von Gallenberg – hier angekommen, und im eigenen Hause N ro 199 auf den neuen Markt abgestiegen.


1834/165
Ljubljana, 9. avgust 1834



Das Truppen Lager bei Turas in Mähren wird wirklich statt finden, wie es schon vor längerer Zeit berichtet worden ist.

Gestern war die Graf Grisonische Familie aus Wien, auf der retour Reise aus dem Bade, hier.

Eine Kunstreiter Gesellschaft ist wieder angekommen, welche ihren Cyrcus auf den Congress Platz errichtet, deren Namen noch unbekannt ist.

Der D r Nagy ist aus dem Baade von Neuhaus wieder zurück gekommen, da es seiner Frau besser gehet, allein wegen Körperschwäche vermag sie noch nicht zu reisen, daher sie noch dort geblieben ist.

H. Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern von Habach in die Stadt gekommen.


1834/166
Ljubljana, 10. avgust 1834



Die Frau Baronin Vinzenz v. Schweiger ist – da das Befinden der Frau Tochter – B r Tauferer ganz gut ist – wieder nach Wörl abgereiset, da Sie die Baronessen Fräulein Töchter, hier abgehollt haben.

Frau Baronin Anton Schweiger ist mit den Frlein. Töchtern hier angekommen.

Herr Graf Anton von Auersperg, gedenkt nächsten Mittwoch mit Eilwagen nach Wien zu reisen.


1834/167
Ljubljana, 11. avgust 1834



Die hier anwesende Kunstreiter Gesellschaft stehet unter Direction Ludwigs Guillaume, und kündigt nach Beylage, für heute die erste Production an. Man hört, daß die Pferde schlecht seyn sollen.

Gestern wurde im Deutschen Ordenssaale die Versamlung der Casino Mitglieder nach 11 Uhr gehalten. Es waren im Allen 60 Mitglieder erschienen; der Vortrag war, ob man anerkenne, daß der Bau eines Casino’s, den Gesellschafts Zwecke entspräche und gewünschen werde. – 54 weiße Kugeln gegen 6 schwarzen, beantworteten den Antrag mit Ja! – Nun wird rücksichtlich der Aufbringung der Actien, die allgemeine Aufforderung nachfolgen, da man vorläufig zum Baue die Summa von 40.000 fr CM projectirt, und demnach 400 Actien á 100 fr CM in Subscriptions Wege, aufzubringen, versuchen will! –

Der Herr Graf Anton von Auersperg ist schon


gestern Mittags mit den Eilwagen, nach Wien abgereist.

Heute Montags früh schon um 5 Uhr ist Frau Baroninn Ant. v. Schweiger mit Baronesse Fanny von Schmidburg nach Rupertshof – abgefahren.

Herr Graf Robert von Gallenberg soll Willens seyn, von hier nach Neapel zu reisen.


1834/168
Ljubljana, 14. avgust 1834



Der k. niederländische Gesandte am kais. österr. Hofe, Herr Freyherr von Mollerus ist sammt Familie und Bedienung, gestern von Wien nach Triest – über Laibach passirt – hatte im Gasthof zum wilden Mann – übernachtet.

Der Herr Graf Robert v. Gallenberg ist von hier nach Neapel abgereiset, allwo derselbe längere Zeit zu verbleiben gedenkt.

Die Kunstreiter Gesellschaft des Ludwig Guillaume gab einige Vorstellungen, hatte aber schwachen Besuch.

Die angekommene musickalische Bauernfamilie Grassel aus Schönau im könig. bayerschen Landgericht Berchtesgaden, wird sich im hiesigen Theater hören lassen, wie es beyliegende Anonce enthält.

Man hört, daß die dießjährige Theater Saiçon


mit der Oper „Die Falschmünzer“ beginnen soll; indessen kennt man, außer einigen Individuen vom Personalstand des vergangenen Jahrs, nämlich: Ney – Bernardi – Klein und H. Baumann –, noch kein neues Engagement weder nach Person, noch nach Namen.

______________________________________________

Der Hptm. Szillack vom Sluiner Gränz Regmt., welcher die lezt von den Bosniern überfallene Veste Szettin vertheidigte und mit doppelten Kugeln verwundet wurde, ist zum supernumerairen Major ernannt worden.

Der Gränzer Thomas Poxega welcher auf den Postenstand, und der Artillerist Wenzel Schima, welche beyde die ersten stürmenden Bosnier tödteten und über die Mauer hinab warfen, wurden mit silbernen Tapferkeits Me-


daillen belohnt.

Für die verstorbene Herzoginn Louise von Würtenberg ist die Hoftrauer für 16 Tage angeordnet.

______________________________________________

Der Herr Pfarrer von St. Jacob ist schon wieder hergestellt, und gehet wieder aus.

______________________________________________

Der Herr Fürst Bischof ist gestern von der Bereisung in Unterkrain – hier angekommen; wird morgen in der Domkirche das Hochamt halten, dann den Morast in Augenschein nehmen, um als Präsident der Landwirthschafts Gesellschaft sich die nöthige Origentirung zu verschaffen, und dann ohne Zweifel in künftiger Woche den Landaufenthalt – zu Görtschach nehmen.


1834/169
Ljubljana, 15. avgust 1834



Die Graßlische Bauernfamilie hat gestern bei der Production viel Beyfall geerndtet; besonders sind die Stücke mit den Blechinstrumenten sehr gut exequirt worden.

Lezten Mittwoch ist Baron Richard Lazzarini, welcher die Studien im Theresiano dieses Jahr geendet hatte, aus Wien hier angekommen.

H. Hofrath von Guggenthal wird aus Wien rückerwartet.

______________________________________________

Fräule Caroline v. Elsner ist mit ihrem Onkel H. Grafen Anton von Thurn nach Gratz, und wird mit Ihrer Tante, der Stiftsdame Gräfinn von Thurn in einiger Zeit wieder hieher rückkehren.


1834/170
Ljubljana, 16. avgust 1834



H. Graf Xaver von Auersperg ist vor einigen Tagen nach Großdorf – zurück; die Gräfin seine Gemahlin ist noch hier geblieben, und wird in einiger Zeit vom Herrn Gemahl abgehollt werden, sie soll guter Hoffnung seyn.

Herr Baron von Sterneck Landrechtspräsident in Kärnthen – soll dortselbst Apellations-Präsident geworden seyn. Man hört, daß für diesen Fall der hiesige H. Landrechts Präsident Ritter von Buzzi – um die Uibersetzung nach Kärnthen, nachsuchen wolle.

Herr v. Gerlizzi Gubern. Assesor in Fiume, ist um seine Familie abzuholen, hier angekommen.


1834/171
Ljubljana, 17. avgust 1834



Herr v. Gerliczi Gubernial Asessor zu Fiume, ist mit Frau Gemahlin und Kindern, heute wieder nach Fiume zurück abgereist.

Baron Richard Lazzarini wird nicht beym Gubern., sondern bei der Kameral-Gefällen-Verwaltung in Praxe tretten.

Frau Baronin Alois Lazzarini geborne Rastern, wird nächsten Donnerstag, nach vollendeten Wochenbett – wieder nach Zobelsberg sich begeben.


1834/172
Ljubljana, 18. avgust 1834



Heute ist das Namensfest der Comtesse Helene von Welsperg!

Gestern machte B r Anton Codelli mit Frau Gemahlinn eine Excursion nach Schrottenthurn – und die Mama mit Fräulein Schwestern hat sich an die Gesellschaft angeschlossen.

Herr von Gerliczi ist nicht gestern, sondern erst heute mit Familie abgereist.

Gubern. Rath Wagner tritt morgen Dienstags seine Reise nach Freyburg, im Großherzogthum Baaden an, und nimmt die Tour über Salzburg u. München.


1834/173
Ljubljana, 19. avgust 1834



Herr Baron Anton Zois mit Frau Gemahlin aus dem Neuhauser Baade, und Herr Hofrath v. Guggenthal aus Wien angekommen.


1834/174
Ljubljana, 20. avgust 1834



S e fürstlichen Gnaden – der Herr Bischof werden morgen Donnerstags sich aufs Land, nach Görtschach begeben.

Man erwartet S e Excellence dem Herr Gouverneur von der nach Gastein etz. unternommenen Reise – in den lezten Tagen dieses Monats hier zurück.

Domprobst Burger ist lezten Montag für einige Zeit nach Radmannsdorf – dann Baron Ignatz v. Lazzarini, überzähliger Kreis Commiss. an diesem Tage nach Gratz – und Fräulein Therese Buffa mit Frl. Mathilde v. Schmidburg nach Egg zur Baron Zois – von hier abgereist.

Da gestern Gubern. Wagner den Urlaub nach Freyburg angetretten, und Gubern. Schneditz schon in voriger Woche nach Kärnthen mit Urlaub verreiset ist – : hat gestern Gubern. Secretair Flödnig – seinen 6wöchentlichen Urlaub – begonnen.

Der Herr General von Corbey ist auf seiner Reise von Agram nach Italien – heute in Laibach.


Der achtbare Bürger ehemals Kaufman – zulezt Pächter des Stadt Octrois – ist gestern hier gestorben.

Das hiesige Theater soll am 1 ten September mit dem Stücke: Donna Dianna eröffnet werden, als erste Oper aber würden die Falschmünzer gegeben.

______________________________________________

Die Familie H. Grafen v. Welsersheim ist heute in Flödnig –; es soll der Sterbetag der Frau Baronin v. Lazzarini gebornen Gräfin Stürgk – seyn, und daher das Jahresgedächtniß der Trauer-Andacht dort gehalten wird.


1834/175
Ljubljana, 22. avgust 1834



S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof haben sich gestern nach Ihren Landaufenthalt Görtschach begeben.

Wie man hört, ist bei den k. k. Appelations-Gericht zu Klagenfurth auch der vice Präsident, und der Herr Landrechts Präsident von Kärnthen, ebenfalls ernannt; wornach die Uibersetzung des hiesigen H. Landrechts Präsidenten Ritter v. Buzzi dahin –, nicht mehr statt finden kann.

Auf den gestrigen regnerischen Tag – ist es heute so schon und angenehm, daß man sich unter den Himmel Italiens dünken könnte!


1834/176
Ljubljana, 23. avgust 1834



Herr Graf Anton von Auersperg ist lezten Donnerstag aus Wien retour-gekommen, und gedenkt heute mit der Frau Schwester Xaver von Auersperg (Therese), dann mit Comtesse Nina der 2 ten Schwester, nach Unterkrain abzureisen.

Frau Gräfinn v. Lodron ist gestern mit Frau Schwester Gräfin Seraphine v. Thurn über Gratz direckt nach Wien abgereist.

Herr Baron Tauferersen befindet sich zu Weischelbach sehr krank.


1834/177
Ljubljana, 25. avgust 1834



Frauen Gräfinn Raimund von Thurn Excell. sind Samstags Abends von Duino etz. sammt Herrn Gemahl hier angekommen, und die Frau Majors Wittwe v. Michelly in Begleitung Hochderselben.

Herr Baron Moritz v. Tauferer ist sammt Familie für einige Zeit nach Weichselbach Samstags früh abgereist.


1834/178
Ljubljana, 26. avgust 1834



S e Durchlaucht der Erbprinz Carl v. Auersperg künftig regierende Fürst – izt noch minderjährig – benuzt die Ferien, seine Herrschaften in Böhmen, Oesterreich und Krain – in Begleitung seines Wirthschaftsrathes zu bereisen – und ist heute Mittags nach 12 Uhr von Klagenfurth hier angekommen, und im Fürstenhof abgestiegen. Ist von schöner hochgewachsenen Person, izt über 20 Jahre alt (geboren 1 ten Mai 1814).

______________________________________________

Der Krankheits Zustand H. Baron Tauferers – Papa – ist so gefahrvoll, daß die Aerzte höchstens noch 2 Tage zu seiner sehr schmerzhaften






Lebensfrist bestimmen.


1834/179
Ljubljana, 26. avgust 1834 II


Eure Excellence

Genehmigen gnädigst meinen unterthänigsten Dank für die gnädige Erinnerung an mich – welches mir um so größerer Freude gewährt, als ich annehmen kann, daß zu eben dieser Zeit Eure Excellence die schöne, köstliche Melone an mich abzuschicken geruht haben, wo ich an meinem Schreibtische meine dankbarsten Gesinnungen für Eure Excellence morgen eintrettendes hohes Namensfest zu Papier brachte, und den von reinen Dankgefühl durchglüthen Entschluß


wegen meiner morgigen Andacht – für die lange Erhaltung Eure Excellence faßte, um zu dieser Stunde mein heißes Gebeth mit jenem Eure Excellence und der hochverehrten Familie, zu vereinigen. Gott erhalte Eure Excellence viele Jahre bei fester Gesundheit, dieß ist mein heißer Wunsch, mit welchem ich an Morgen erwache, und mit dem ich mein Tagwerk jeden Tag beschlüsse, und einzig wünsche, so glücklich seyn zu können Eure Excellence


meine große Dankbarkeit nur zur Uiberzeugung zu bringen. Mich zu fernern hohen Gnade anempfehlend, ersterbe mit aller Verehrung:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/180
Ljubljana, 26. avgust 1834 III


Eure Excellence

Wollen gnädigst geruhen, zu den hohen Namensfeste, die hohe Verehrung zu genehmigen, welche ich aus wahrhaft kindlicher, innigst herzlichster Dankbarkeit, Hochdenenselben zu Füssen zu legen, mich verpflichtet fühle, und auch ich morgen, an diesen mir so werthvollen Tage, bey einer heiligen Messe – 9 Uhr – mein inbrünstig Gebeth – für die lange und von bester Gesundheit begleitet seyn mögende Erhaltung Eure Excellenz,


zu dem Allmächtigen schicken, so wie ich stets mein einziges Glück, in Eure Excellence bester Gesundheit finden werde, weil dieses die einzig glückliche Aussicht zu Hochderselben recht langen – Wohlthätigen Lebensdauer, begründen kann; und mein unermüdetes Bestreben stets dahin richte, mich des gnädiges Wohlwollens würdig zu betragen, meine gränzenlose Dankbarkeit immer werkthätig an Tag zu legen, und bis zum







Grabe mit aller Verehrung mich zu nennen:

Eure Excellence
Laibach den
26 ten Aug. 1834
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/181
Ljubljana, 28. avgust 1834



Der Fürst Carl von Auersperg ist mit seinem Wirtschaftsrrath heute von hier nach Triest und Venedig gereiset, und wird dann auf die fürstliche Herrschaft Bellay in Istrien sich begeben, von dort über Fiume auf die Herrschaften Pölland – Gottsche – Ainöd – Seissenberg und Weichselberg reisen, und im Monat October wieder hier in Laibach eintreffen.

Die Kunstreiter Gesellschaft Guillaume hat nach der am Sonntag den 24 ten d. M. gegebenen lezten Vorstellung, Laibach den 25 ten d. verlassen, und sich nach Gratz begeben.

Frau Mascheck, hiesige Theater-Unternehemerinn ist gestern aus Wien angekommen.

Der bisherige Brigadier in Mainz – General-


Major Baron Piret ist, nachdem das Gouvernement der Bundesfestung Mainz auf Preußen übergegangen, zum FestungsCommandanten in Mainz, und der Herr Gen. Major Wisiack, bisher Brigadier zu Bregenz – zum Brigadier in Mainz – ernannt worden.


1834/182
Ljubljana, 29. avgust 1834



Der Gubernial Sekretär von Kreuzberg mit Frau Gemahlin und Sohn, nach Stahl in Kärnthen auf die eigenthümliche Herrschaft am 26 ten d. M. von hier abgereiset.

Herr Polizei Directer v. Sicard reisete nach Unterkrain, um sich vom Lande Kenntniß zu verschaffen. Frau Gemahlin desselben ist in Egg bei Frau Baron von Zois.

Gestern gab Frau Gräfin von Welsperg der Frauen Gräfin von Thurn ein Dinêr.


1834/183
Ljubljana, 30. avgust 1834



Nachträglich wird angezeigt, daß Frauen Gräfin Weichard von Auersperg in Begleitung Comtesse Fanny am 26 ten d. von hier nach Wien und Presburg abreisete.

So eben bei der Frau Theaterunternehmerinn eingeholter Nachricht zu folge, ist bis diesen Augenblick –, da das Personal noch nicht ganz hier angekommen –, unmöglich zu bestimmen, ob wirklich am 1 ten 7bris die Eröffnung des Theaters statt finden, – noch – welch Stück gegeben wird, obgleich man disponirt hat, daß mit Donna Diana begonnen werden soll.

Gestern soll man aus Anlaß, daß bei Nowack –, dem sogenannten Schnellenwirth allhier – Griechen einlogirt waren, welche sich selbst kochten, daher bei ihrer Abreise einen messingenen Mörser vermißten, worauf Nowack –, ohne Zweifel, daß auf seinen Knecht ein Verdacht geworfen worden seye, paar Polizei Soldaten hohlen, und den Aufenthalt des Knechtes untersuchen ließ –, alsobald den vermißten Mörser in einem Winkel des Pferdstalles unterm Stroh gefunden, und daher nöthig erachtet haben, – die 2–3 Trugen des Knechtes weiter zu untersu-


chen, in welchen sich: ein silbern Eßbesteck, Frauenmieder, elegante Hosenträger, Leinwanden, Kambricks, Frauen Parasols, Gold und Silbergeld und allerlei Gegenstände, die nicht anders, als durch Diebstahl in des Knechts Hände gekommen seyn können, vorgefunden, daher, den Knecht arret irt haben .






/Erbergov osnutek s svinčnikom/




1834/184
Ljubljana, 30. avgust 1834 II


Eure Excellence!

Geruhen die für Eure Excellence bestimten zwei Parte Zettel über das Ableben des guten B r Tauferer anliegend, gnädigst zu empfangen, und meine hohe Verehrung zu genehmigen, mit welcher ich zu zeichnen die Ehre habe!

Eure Excellence!
unterthängist dankbarster
Franz Hptm.

1834/185
Ljubljana, 1. september 1834



Herr Polizei Director von Sicard war Freytags aus Unterkrain angelangt, und ist Samstags nach Egg zur Frau Baronin von Zois – gestern Sontag Abend von Egg sammt Frau Gemahlin wieder zurück gekommen. Gestern war in Egg eine große Gesellschaft. Heute Montags erwartet man die Rückkunft S r Excellence des H. Gouverneurs allhier.

Morgen den 2ten d. soll das hiesige Theater eröffnet werden . Es wird gegeben: „bis Mitternacht“ – Lustspiel in drey Aufzügen, von Madelle Ribics – vom hiesigen Theater Personale.

Vor der Eröffnung wird ein Prolog gesprochen.

______________________________________________

Herr Graf Raimund von Thurn ist heute Morgens nach Tuino abgereiset; die Frauen Gemahlin gedenkt heute Nachts nach Wien abzureisen.

______________________________________________


Laibacher Theater Mitglieder

Herren

Sänger und Schauspieler

Bauman

Bapt. Esslair noch nicht angekommen

Heller

Baida

Karlofsky noch nicht angekommen

Karschin

Slavick

Schreml

Schaidt (pripisano Schnitt)

Wagner noch nicht angekommen

Wallner

Warzi

Vetter

Saeufer noch nicht angekommen

Damen

Sängerin- und Schauspielerinnen

Madame Slavick

'' Ney

Delle Bernardi

'' Euchen Ludovika

'' Euchen Anna

'' Klaba – noch nicht angekommen

'' Klein

'' Ribics

'' Reger

'' Eigenwohl – noch nicht angekommen


Chor- Personale

Herrn

Schwarzmann

Eder

Knobloch

Meyer

Pfeil

Lahonscheck

Dellen

Hriber

Denker

Schüber

Lina Ney

Jeni Ney


Theater Austheilung

vom 2ten bis 7ten September 1834

Dienstag den 2 ten Bis MitternachtLustsp. in 3 Acten

Mittwoch '' 3 ten / /

Donnerstag '' 4 ten Die Helden. Was der Eine gut macht, verdirbt der Andere.

Freytag … 5 ten / /

Samstag … 6 ten Donna Diana

Sontag … 7 ten Herr Joseph und Frau Baberl.


1834/186
Ljubljana, 2. september 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur sind mit Ihrer Excell: der Frauen Gemahlin und Baron: Tochter Lisette gestern Abend hier angekommen.

Ihre Excellence die Frauen Obersthofmeisterinn Gräfinn von Thurn sind gestern Abend nach 10 Uhr von hier abgereist; reiset über Gratz nach Wien.

______________________________________________

In den gestern vorgelegten Personal-Stand des hiesigen Theaters –, bitte den zum 9 ten beschriebenen Schauspieler: Schaidt –, Schnitt zu lesen.


1834/187
Ljubljana, 3. september 1834



Heute morgens ist dem, aus den Bezirke Neudegg – Neustaedtler Kreises gebürtigen Soldaten Johann Karitsch von Hohenlohe Inf. der Sendenz publicirt worden, daß derselbe wegen begangener Desertion, Raub und Mord dann wegen Diebstahl mit dem Strange hingerichtet werden solle. Derselbe ist 27 Jahr alt, und die Hinrichtung wird Samstag den 6 ten d. M. statt finden. Er ist – wie es üblich – in einem eigenen Zimmer in der Cassern ausgesetzt.

______________________________________________

Obschon gestern diese unglückliche Nachricht in der ganzen Stadt verbreitet wurde, konnte von denen, welche unter dem Siegel eines Geheimnisses davon wußten, über diese Nachricht keine Bestättigung gegeben werden.


1834/188
Ljubljana, 3. september 1834 II


Eure Excellence!

Geruhen meiner Behellung gnädigst zu vergeben. Unter den lezt Eure Excellence zur hohen Einsicht überreichten Schriften, befindet sich eine Urkunde, ganz gleichlautend mit der hier angebogenen. Indem ich unterthänig bitte, diese früher überreichte mir gnädigst übermitteln zu wollen, bitte ich zugleich, die anliegende an Platz der Andern zu übernehmen, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence!
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/189
Ljubljana, 4. september 1834



Man hört, daß die in Italien befindlichen Gränz Truppen in die Militair Gränze zurück gezogen, und dagegen Landwehr Bataillons nach Italien marschiren sollen.

______________________________________________

Gestern war Ihre Excellence die Frau Gouverneurin mit Baronesse Lisette nach Egg gefahren, und Abends wieder rückgekehrt.


1834/190
Ljubljana, 5. september 1834



Man hört, daß S e kais. Hoheit der E. H. Carl – Generalisimus, mit der durchl. Prinzessin Therese k. Hoheit nach Gratz kommen, und die durchlauchtigsten Prinzen S r kais. Hoheitmit Ihren Erziehern, die Tour nach Gratz über Mariazell – zu Fuß zurück legen sollen; weshalb die Burg in Gratz zur Aufnahme dieser hohen Gäste geräumt würde.

______________________________________________

Der Feld Kriegs Commissair Baron Senger – welcher vor einiger Zeit hier zu Laibach gewesen, wird von Gratz nach Triest übersezt.

______________________________________________

Das gestrige Theater wurde wieder ziemlich kalt verlassen. Das Vorspiel in Versen, welche beyde Spielenden ziemlich gut declamirten, besonders die Scene des Duells – als Delle Reger einen recht schlanken gut gewachsenen Husaren, Delle Klein aber einen sehr kleinen


schwächlichen Major vorstellte, wurde mehrmal applaudirt, und am Ende wurden beyde geruffen.

Orchester Direktor Till trug die schon so oft gehörten Variationen auf der Violine brav vor.

Der Figaro in Costüm war steif – hat eine ungeläuterte – rauche Stimme ohne aller Schule.

Die 2 te Piece wurde ziemlich kalt aufgenommen. Der Liebhaber ohne Zartheit, ohne Manieren, war zwar hinsichtlich der Garderobe – gestern besser, allein, wie leztlich, immer im zornigen, brüllenden Affect. Die Liebhaberin – Madame Ribics bei ihrer unvortheilhaften Figur, und mangelhaften Anzug (sie trug gestern ein schwarz seiden Kleid) selbst auch wahrzunehmenden unvollständigen Ausbildung für die Bühne, entsprach eben so wenig.

______________________________________________

Der Besuch war gestern bei S r Exc. dem Herrn


Gouverneur – zahlreich.

______________________________________________

Der innsitzende Deliquent soll gestern noch in Verhör verlangt haben, um wegen seinem in den Inquisitions Hause hier innsitzenden Bruder Aussagen zu machen. Das Verhör fand gestern Nachmittag 4 Uhr statt, und heute soll die Confrondation geschehen. – Es dürfte sich sonach in der Sache eine Veränderung ergeben.


1834/191
Ljubljana, 5. september 1834 II


Eure Excellence!

Muß ich für die gnädigst übersendete Piece –, und mit derselben mir geschenkten gnädigen Zeilen, so wie für die gnädigst überschickte Gartenfrucht, meinen unterthänigsten Dank zu Füssen zu legen, und um Hochdero ferner gnädiges Wohlwollen bittend, die ergebene Versicherung beyfügen, daß ich mit unbegränzter Verehrung ersterbe:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/192
Ljubljana, 6. september 1834



Gräfin von Thurn Stiftsdame – ist mit Fräulein Caroline von Elsner aus Gratz angekommen.

Baron Leopold von Lichtenberg ist für 3 Wochen nach Schwarzenbach und Thurn am Hart in Unterkrain abgereist.

Die Frau Baron Alois von Lazzarini geborne von Rastern – wird nach sehr glücklich vollendeten Wochenbette, heute Nachmittag wieder aufs Land, nach Zobelsberg sich begeben.

Man hört von einen bei Sittich in Unterkrain erfolgten Raubanfall, bei welchen zwei Eheleute tödtlich mißhandelt worden seyn sollen, dann auch von einen Raubversuch bei Kreutberg – erzählen, doch fehlen den Referenten genauere Details.

Das Executions Commando ist heute mit den zum Tode verurtheilten Militairisten, um 7 Uhr aus Cassern abgerückt; war halb 9 Uhr erst


bei der Domkirche, um 2/4 auf 10 Uhr bei St. Jacob angekommen. Der Richtplatz ist erst um 1/4 auf 11 Uhr errichtet worden.

Die Thatbeschreibung des Verbrechens, ist angeschlossen.


1834/193
Ljubljana, 6. september 1834 II



Vom 4 ten auf den 5 ten d. M., nämlich vom Donnerstag zum Freytag brannte es zu Töpplitz bei Neustadtl in Krain. Das Badhaus, die Kirche, Pfarrhaus, und bei 40 Gebäude sollen ein Raub der Flamen geworden seyn.


1834/194
Ljubljana, 7. september 1834



Gestern war das Theater wieder schwach besucht worden; indessen das Spiel ziemlich gut gegeben. Die weiblichen Darstellerinnen, besonders Delle Reger, haben die Aufgabe gut gelößt, und lezterer wurde mehrmal Beifall. Don Cesar (Herr Karschin) erhielt auch einigen Beifall, und das Spiel H. Slawicks, hat ebenfalls entsprochen. Am Ende wurde alles geruffen!

Herr Varri – gestern Souverainer Graf von Barcelona (heute ein Kellner) stellte in der bekannten spanischen Tracht mit den rothen Domino vollkommen den ungeschickten Acteur Ritzeg vom vorigen Jahre vor, so, daß man versucht war zu glauben, er ist es wirklich, und habe nur den Namen verändert; indessen von Unterrichteten versi-


chert wurde, daß der gegenwärtige, nicht Ritzeg seye.

______________________________________________

Indessen scheint man mit den bisher engagirten Individuen für das Theater, im Allgemeinen sehr unzufrieden zu seyn, daher der sehr schwache Theaterbesuch zu vermuthen. Herr Mascheck soll, um Individuen für die Oper zu erhalten, nach Gratz und Wien verreiset seyn.

______________________________________________

Der gestern angezeigte Brand vom Badeorte Töpplitz in Krain ist leider vollkommen wahr.


1834/195
Ljubljana, 9. september 1834



Der Herr General der Cavallerie und Hofkriegsraths 1 ter vice Präsident Graf Ignatz von Hardegg wurde zum Hofkriegsraths Präsidenten ernannt.

______________________________________________

Herr Fürst von Dittrichstein ist Sontags hier mit Familie angekommen; machte gestern Montags eine Excursion zu S r fürstlichen Gnaden, dem H. Bischof nach Görtschach; Abends gab S e Excellence der Herr Gouverneur dem Fürsten eine Gesellschaft, wozu besondere Einladung geschahe.

______________________________________________

Die zwey lezten Feyertage benüzte eine Gesellschaft zu einer Parthie nach der Wohein, wohin die Tour von Egg aus – gemacht wurde.

______________________________________________

Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist heute Morgens mit Comtesse Sophie von Billichgraz zurück gekommen.

______________________________________________

Gestern war kein Theater.


1834/196
Ljubljana, 10. september 1834



Der Marsch des Landwehr Bataillons von Graf Lilienberg Inf. nach Italien scheint bald in Ausführung zu kommen; es war bestimmt, zum Exerciren nach Pettau zu marschiren, welches jedoch contremandirt, und beigesezt worden ist, daß das Bat. nächst eine anderweite Bestimmung erhalten werde. Bei Pettau werden heuer gar keine Truppen zur Waffenübung concentrirt werden.

Fürst Dittrichstein, dessen Frauen Gemahlin, die Fürstin, wegen Kränklichkeit in Begleitung Ihres Leib Docktors und Beichtva-


ters im vorigen Jahre nach Italien gereiset, befindet sich nicht bei der gegenwärtigen Tour nach Italien. Der Fürst hat in seiner Begleitung mehrere junge Menschen, und ist heute von hier abgereist.

Lezten Sontag soll zu Billichgratz, hier Gegend gegen Weichselberg, und selbst hier zu Laibach, um Mitternacht eine Art Feuerkugel in der Luft gesehen worden seyn, aus welcher man andere kleinere Feuerkugeln abfallen, und in der Luft sich verlieren sahe –, von mehreren Personen gesehen worden seyn.


1834/197
Ljubljana, 11. september 1834



Gestern war kein Theater, und die für heute angekündigten Stücke versprechen auch wenig. Von einer Oper verlautet nicht ein Wort; es ist daher offenbar, daß außer den kleinen, unansehnlichen Schremel und Mad. Ribics – dann den H. Heller, welcher sich leztlich, nicht zur Befriedigung des Publicums – als Figaro producirte, kein Sänger noch Sängerinnen vorhanden sind.


1834/198
Ljubljana, 11. september 1834 II


Eure Excellence!

Unterbreite meinen unterthänigen Dank für die gnädige Erinnerung an mich, und erlaube mir hier beizufügen, daß ich gestern Mittwochs mit der Gräfin Christine v. Thurn (Stiftsdame), der Gräfin v. Steinach und Fräulein Marie v. Elsner zu Kreutberg bei H. Grafen Joseph v. Thurn gewesen, und diese Besitzung zum erstenmale gesehen habe. Mich zu fernerer Gnade anempfehlend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence
Laibach den
11 ten 7ber 1834
unterthänigster
Franz Hptm.

1834/199
Ljubljana, 12. september 1834



Der gestern Laibach passirte Eilwagen brachte die Nachricht, daß zur Zeit, als derselbe Wienerisch Neustadt zu passiren hatte, in dieser Stadt ein so heftiger Brand gewüthet, daß der Postwagen durch die Stadt nicht passiren, sondern seinen Weg um die Stadt herum – außerhalb fahren mußte. Das unglückliche Resultat oder eine andere Nachricht, ist noch nicht bekannt worden.


1834/200
Ljubljana, 13. september 1834



Frau Gräfin von Saurau ist dieser Tagen aus Kärnthen rückgelangt.

Gestern ist ein Professor mit 19 Edelknaben aus einem königl. bayerschen Institut aus München hier angekommen, welche während den Ferien, eine Reise über Triest – Venedig und Weiter in Italien unternehmen, und heute weiter reisen.

H. Baron Franz v. Lazzarini ist heute nach Weißenstein und gedenkt dann über seine Herrschaft Hörberg und Gratz mit seinen Brüdern Cajetan und Vinzenz nach Wien zu reisen.

H. Baron Talaczko reiset Sontags, also morgen nach Wien; H. Baron Carl Codelli reiset ebenfalls Sonntags mit Erstern nach Wien ab, und soll Absicht haben, seine noch weiter auszudehnen.

Heute gibt man im Theater – Isidor und Olga. Ein neuer Schauspieler Ottinger wird in der Rolle des Isidor auftretten.

Man war mit den Theater


am Donnerstag sehr unzufrieden; viele Personen haben das Theater aus Verdruß, theils über den Unsinn der Stücke, theils wegen des schlechten Spiels, vor dem Ende verlassen.


1834/201
Ljubljana, 14. september 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur werden in der nächsten Wochen, wie man glaubt, am Dienstag oder Mittwoch für wenige Tage, wegen Instalirung des Kärnthnerischen Ständischen Präsidenten H. Baron von Sterneck, nach Klagenfurth reisen.

Auch der Hofrath H. Graf von Welsperg soll in nächst künftiger Woche seinen Urlaub antretten.

Heute reiset der Herr General v. Sivkovich zu den Truppen Musterungen nach Adelsberg, Zirknitz und Reifnitz, von wo derselbe, Mittwoch den 17 ten hieher rückkehrt, dann aber am 18 ten wieder nach Neustadtl, Gottsche und Tschernempl abreiset, am 23 ten und 24 ten d. M. endlich anher rückkommen wird. Die Frau Gemahlinn wird den H. General bis Neustadtl


begleiten.

Heute Nachmittag werden im Hofe des allgemeinen Krankenhauses Kunststücke mit Tauben producirt.

______________________________________________


Peristopaedische-Unterhaltung

im Civil-Spitals-Hofraum

Sontgas den 14 ten 7bris 1834

Nachmittags 5 ½ Uhr

Johann Guoli – aus Verona

______________________________________________

Wird mit Tauben folgende Kunststücke ausführen:

1 tens Zehn weiße Tauben werden ausfliegen, nach verschiedenen Kreisbewegungen in der Luft, sich zu den Füssen ihres Gebiethers niederlassen, und auf einen Befehl in den Korb, aus dem sie geflogen, zurück fliegen.

2 tens Eine Taube, die Unerschrockene genannt, wird sich nach ihrem Gebiether umsehen, und hat sie ihn gefunden, so steckt er ihr eine Pistole vor, worauf sie sich niederläßt, und unbeweglich verweilt.

3 tens Ein anderer Schwarm schwarzen Tauben fliegt aus, um das nämliche Kunststück wie die weißen Tauben –, ausführten –, zu zeigen.

4 tens Zwei Tauben, die abgerichtet sind, welche sich bloß auf einen


Arm, und zwar die Eine auf den Rechten, die Andere auf den Linken niederlassen, werden beym Knall einer – vor beyden losgedrückten Pistole, unbeweglich bleiben.

5 tens Tauben, sowohl von schwarzer als auch von andern Farben rücken insgesammt aus, und müssen auf Befehl ihres Gebiethers sich absondern, sich auf ihre Posten aufstellen, und dergestalt wird dieses mehrmals wiederholte Gemenge den Anblick eines Angriffs und eines Rückzugs gewähren.

6 tens Eine Taube, die Springerinn genannt, wird über einen Reif nach Willkühr ihres Gebiethers springen.

7 tens Beim Trompeten-Schall wird eine schon hoch in die Luft ausgeflogene Taube sich auf die Trompete niederlassen.

8 tens Sowohl die schwarzen als auch die weißen Tauben rücken neuerdings aus, liefern in der Luft ein Feuergefecht, und ziehen sich hierauf zu ihren Posten zurück.

9 ten Eine Taube feuert eine Kanone ab.

10 tens Man läßt drei Tauben ausfliegen, die auf den Knall einer, von einem Manne im Jagdkleide, abge-


feuerten Flinte, gleichsam als wären sie todt, in die Jagdtasche herabfallen.

11 tens Zum Beschluß wird ein Hahn eine Kanone abfeuern.

______________________________________________

Diese Productionen sollen in den vorzüglichsten Städten Italiens, besonders in Rom, großen Beifall erhalten haben.

______________________________________________

Preiße der Plätze:

Erster 15 xr CM – Zweiter 8 xr CM


Von dieser Production wurden keine Zettel ausgegeben, und nur Mauer Anschlagzettel gemacht.


1834/202
Ljubljana, 16. september 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur, dann der Gub. Präsidial-Sekretär Baron Ant. Codelli sind nach Klagenfurth zur Installirung des neu ernannten kärnthnerisch-ständischen-Präsidenten, und Frau Baronin Anton von Codelli nach Egg zur Frau Baronin v. Zois –, abgereist.

Die Kunststücke mit den Tauben werden heute wieder producirt.


1834/203
Ljubljana, 20. september 1834



Das reine Einkommen von der lezt für die Wiener-Neustaedter Abbrandler gegebenen Theatralischen Vorstellung, die sammt den Declamations und Gesäng- dann Concertstücken gut ausgefallen –, war bloß 67 fr CM.

S e Excellence der H. Gouverneur und in Hochdesselben Begleitung H. Baron Anton Codelli werden heute hier rückerwartet. Die Frau Gemahlinn des letztern ist gestern Abend von Egg hier angekommen.


1834/204
Ljubljana, 21. september 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur sind von Klagenfurth über den Badeort Vellach gereiset, und sollen erst Dienstags hier ankommen.

Herr Baron Anton von Codelli ist gestern Abend nach 9 Uhr von Klagenfurth angekommen.


1834/205
Ljubljana, 23. september 1834



Gestern war das Theater geschlossen geblieben. Heute wird eine alte Piece in die Scene neu gesezt.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern Abend aus Unterkrain hier angekommen.

Herr Baron Richard von Lazzarini ist gestern als unentgeltlicher Concepts Pracktikant bei der Gefällen Verwaltung eingetretten.


1834/206
Ljubljana, 25. september 1834



S e Excellence der Herr Gouv. sind Dienstag Abends von Klagenfurth über Vellach hier angekommen.

Herr Graf mit Frau Gräfin v. Welsersheim reisen heute Nachmittags über Gratz nach Wien ab.

Herr Graf von Hohenwarth ist gestern Abend mit drey Wagen vom Lande angekommen.

Herr General v. Sivkovich ist gestern Abend von Neustadtl auch hier eingetroffen.


1834/207
Ljubljana, 26. september 1834



Gestern war bei S r Excellence dem H. Gouverneur keine Aufwartung.

Herr von Kreuzberg ist sammt Familie vorgestern von Stahl in Kärnthen, hier wieder angekommen.

Graf und Gräfin von Welsersheim mit Comtesse Tochter Pepi, sind gestern Nachmittags abgereist.

Am 6 ten 8bris wird das hiesige Casino mit einem Bal eröffnet.

Auch die Philharmonische Gesellschaft gedenkt zu Ehren des hohen Namensfestes S r Majestaet des Kaisers eine Academie zu geben.

Herr Baron v. Flödnigg ist mit H. Grafen v. Hohenwarth auch wieder hier angekommen.

______________________________________________

Gestern gaben die Reit-Skolaren dem kärnthnerisch-ständischen Bereiter zu Baharza ein Soupée, wohin man theils reitend – theils fahrend – sich nachmittags gegen 5 Uhr begab.


1834/208
Ljubljana, 27. september 1834



Herr Graf von Hohenwarth ist gestern Abend aufs Land abgereist, nämlich nach Unterkrain.


1834/209
Ljubljana, 27. september 1834 II


Eure Excellence!

Geruhen gnädigst zu vergeben, wenn von den Unfall, welcher leztlich Ihrer Excellence der Frauen Gouvernerin, in den retour Weg von Lustall – begegnet, Hochdenenselben etwa die Nachricht zu spät zur Kenntniß gekommen, weil davon durch mich die Anzeige nicht geschehen ist. – Ganz der Meynung, daß die Leute von der Uiberfuhr Eure Excellence sicher gleich davon Bericht gegeben, wollte ich diesen für Eure Excellence


so unangenehmen Vorfall, nicht auch wiederholen, und deshalb unterließ ich die Anzeige. Mich zu fernern Gnaden anempfehlend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence
unterthänigster
Franz Hptm.

1834/210
Ljubljana, 28. september 1834



Herr Graf Joseph von Auersperg hat in Unterkrain in Begleitung seines Oheims – zu Thurn am Hart – etz. – auch zu Mokritz! Besuche gemacht. –

Herr Hofrath Graf von Welsperg ist lezten Mittwoch schon, nach Salzburg abgereist.

Man besorgt, die schätzbare Familie H. Landrechts-Präsidenten von Buzzi von hier zu verlieren, da H. Präsident um die Uibersetzung nach Kärnthen nachgesucht haben soll.


1834/211
Ljubljana, 29. september 1834



S e Erlaucht Herr Graf von Leiningen FeldmarschallLieut. und Divisionair sind zur Inspicirung der zu Ihrer Division gehörigen 2 Bataillons von Hohenlohe und Lilienberg – gestern hier angekommen. Die Frauen Gemahlinn begleitet S e Erlaucht, und Hochdieselben reisen von hier nach Triest und Venedig.

Der in Mähren und Schlesien Commandirender General – Herr Feldmarschall Lieutenant Graf Mazzuchelli wurde zum Feldzeugmeister ernannt.

______________________________________________

Der Herr General v. Sivkovich gibt S r Erlaucht mit Frauen Gemahlinn, heute ein Dinér – wozu S e Excellenz H. Gouverneur –, B r Ant. Codelli mit Frau Gemahlinn, und die beyden Staabs Officiere von Hohenlohe und Lilienberg in Sa Zwölf Personen – geladen sind.


1834/212
Ljubljana, 30. september 1834



Samstag den 4 ten des October Monats wird zur Feyer des allerhöchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers im hiesigen Theater die Oper: Mondechi und Capuletti aufgeführt werden.

Herr Mascheck ist vor einigen Tagen mit der sogenannten Prima Donna angekommen.


1834/213
Ljubljana, 1. oktober 1834



Morgen Donnerstag wird im hiesigen Theater ein neues Lustspiel gegeben: Die Bekenntnisse.

Morgen soll die Schwester der Frau Generalin v. Sivkovich – mit Herrn Gemahl, dem Grafen Strasoldo für einige Tage hier her zum Besuch kommen.

Samstags den 4 ten d. wird zur Feyer des höchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers im Theater die Volks-Hymne abgesungen, dann die Oper: Mondeschi – Capuletti aufgeführt werden.

Wegen den abzuhaltenden Hochamte in der Domkirche ist noch nichts avisirt worden, obschon es außer Zweifel, und sicher statt finden wird.

Eben so ist wegen der musickalischen Akademie, welche zur Feyer dieses hohen Festages gegeben werden soll, die definitive Anordnung nicht erfolgt.

Montag den 6 ten d. M. wird die Eröffnung des hiesigen Casinos mit einem Baale – sicher statt finden. Die Damen bemühen sich um Rosen-Pouquets, um sich damit zu schmücken.


1834/214
Ljubljana, 1. oktober 1834 II


Eure Excellence!

Für die gnädigste Erinnerung an mich – meinen innigsten Dank zu Füssen zu legen, muß ich mich um so mehr beeilen, als das gnädige Wohlwollen Eure Excellence, mich zur gränzenlosen Dankbarkeit verpflichtet, wozu ich mich zu Wort arm fühle. Wegen der unglücklichen Geschwulst bin ich seit Montag früh noch im Bette, die aber bis izt, bis auf einen kleinen Theil schon gehoben ist, und mich hoffen läßt, in paar Tagen ausgehen zu können. Da dieses Uibel heuer schon zum drittenmal sich eingefunden, so muß ich die Ursache in einem existirenden kranken Zahn vermuthen, weshalb ich – wie die Geschwulst sich gehoben haben wird, gleich einen Arzt genaue Untersuchung vor-


nehmen, und den kranken entfernen lassen werde.

Mein innigster – ja mein heißester Wunsch ist, daß Gott Eure Excellence noch viele Jahr beste Gesundheit verleihen, und zum Wohle der Menschheit erhalten, und mir dadurch das große Glück zu theil werden möge, mich zugleich Eure Excellenz gnädigsten Wohlwollens erfreuen, und Hochdenenselben meine reinsten dankbaren Gesinnungen noch recht oft darbringen zu können, mit welchen Gesinnungen, und mit aller Verehrung ich ersterbe:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/215
Ljubljana, 2. oktober 1834



Die Akademie, welche die Philharmonische Gesellschaft zur Feyer des höchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers zu geben, beabsichtigt, wird künftige Woche Freytags den 10 ten d. M. statt finden.

Samstags den 4 ten d. wird S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof aus Anlaß des höchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers – um 10 Uhr in der Domkirche das Hochamt celöbriren.


1834/216
Ljubljana, 3. oktober 1834


Eure Excellence

So große Gnade, und so gnädiges Wohlwollen für mich – ich muß es aus den Grunde meines Herzens sagen, durchglüht mich von den innigsten Gefühlen der Dankbarkeit, welche nur im Grabe mit mir aufhören wird, und aufhören kann. Das so eben empfangene gnädigste Schreiben ist der neueste, der theuerste Beweis davon. – Geruhen Eure Excellence meine ehrfurchtsvollen, tieffühlenden Dank für die große Gnade zu genehmigen, welchen ich für die gnädigste Erinnerung Eure Excellence am meinen Namenstag – Hochdenenselben zu Füssen zu legen, mich verpflichtet fühle; wirklich wird mir dieser – in unbegränzter Dankbarkeit für meinen allergnädigsten Monarchen so werthvoller Tag – in Beziehung Eure Excellence Gnade, um so erfreulicher seyn, und da ich wirklich schon so glücklich bin, außer dem Bette mich zu befin-


den, welches mir um so erfreulicher ist, als mir die Aussicht wird, durch persönlichen Besuch der Kirche, auch meine Gebethe für die Erhaltung unsers allergnädigsten Monarchen zu den allmächtigen Schöpfer zu senden, wird diese Gelegenheit auch zu der Beruhigung meiner Wünsche werden, in dieses mein Gebeth, auch Eure Excellenz einzuschlüssen, um vom Allvater! Eure Excellence wohlthätiges Leben, zum Nutzen der Menschheit noch recht viele Jahre – zu erflehen! –

Vergeben Eure Excellence! es wird mir unmöglich in der großen Aufregung meiner dankbaren Gesinnungen für Eure Excellence, mich so heiß auszudrücken, als ich wirklich empfinde; und wage, mich mit der ehrfurchtsvollen Versicherung zum fernern gnädigsten Wohlwollen zu empfehlen, daß







ich mit aller Verehrung bis zum Grabe geharre –

Eure Excellence:


unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/217
Ljubljana, 4. oktober 1834



Der Herr Graf von Strasoldo mit Frau Gemahlin ist mit einem Theil der Familie gestern aus Görz hier angekommen, und beym Herrn Generaln von Sivkovich – abgestiegen.

Herr Graf Joseph von Auersperg mit H. Oheim – sind von der nach Unterkrain gemachten Parthie, wieder zurück gekommen.

Wegen Unpäßlichkeit der Madame Neu wird heute die bestimmte Oper – nicht gegeben.


1834/218
Ljubljana, 5. oktober 1834



Der junge Fürst von Auersperg ist am 3 ten d. – wieder hier angekommen, und wird Morgen Montags von hier nach Böhmen zurück reisen.

Graf Anton Strasoldo von Görz mit Familie, wird Dienstags nach Neustadtl reisen und künftigen Samstag wieder hieher kommen.


1834/219
Ljubljana, 8. oktober 1834



Herr Graf von Hohenwarth war lezten Sonntag vom Land wieder zur Stadt gekommen.

Herr Graf Raimund von Thurn ist ebenfalls am Sonntag hier angekommen, und ist Willens gewesen heute abzureisen.

S e fürstlichen Gnaden der H. Bischof sind seit lezten Samstag – noch gestern in der Stadt gewesen, jedoch gestern Nachmittags wieder aufs Land abgangen, und gedenken in nächsten Woche, um die Mitte des Monats sich ganz in die Stadt zu ziehen.

Der Fürst Auersperg, welcher den lezten Bal im Casino besuchte, und sich hier gut – unterhalten hat, ist heute morgen wieder abgereist.

Mit einemmale beginnen die Güter Lotterien


wieder stark ein ander zu folgen; anliegend folgen 4 Pläne von derlei angekündigten Lotterien, davon Nr. 1 – noch im Monat October gezogen wird.

Man erzählt hier, daß man in Mailand wieder Verschwörungs-Complot entdeckt haben soll, welches während der Zeit, als die Truppen bey den großen Maneuvres abwesend seyn würden, hätte ausbrechen sollen. Es sollen bei einem der ersten Cavaliere von Mailand, im Hause bei 3000 Monturen gefunden worden seyn, welche bereits verfertigt waren. Nähere Umstände ermangeln den Referenten.


1834/220
Ljubljana, 9. oktober 1834



Die Frau Gräfin von Steinach will nächsten Sonntag den 12 ten d. M. von hier über Gratz die Reise nach Wien antretten.

Die Frau Gräfin Seraphin von Thurn soll bis 20 ten d. M. von Ihrer nach Wien unternommenen Reise, hier zurück ankommen.

Nach der Hälfte dieses Monats gedenkt auch Frau Gräfin v. Schallenberg mit ihrer Frau Schwester der Majors Wittwee von Michelli, die Reise nach Wien anzutretten.

Herr Graf von Aichelburg hat sich durch Sturz von einem Stuhle etwas bedeutend beschädigt und


soll Bettlegerig seyn. Der Herr Graf war auf einen Stuhl gestiegen, um die Uhr aufzuziehen, verlor das Gleichgewicht, und der Stuhl soll bei dem Sturze in die Rippen gefallen, und dort Gegend eine Geschwulst nun vorhanden seyn.


1834/221
Ljubljana, 9. oktober 1834 II


Eure Excellence!

Habe ich die Gnade zu berichten, daß erst izt, nachdem ich Montags den vermeintlichen kranken Zahn reißen ließ, die Geschwulst im Innern des Mundes sich verloren, und mein dadurch gewordenes unbehagliches Befinden, ganz gehoben ist. Ich wagte Samstags beym H. General zu speißen, und bekam nachher eine Verschlimmerung, so, daß ich seit deme wieder nicht ausgieng, und daher auch Ihrer Excellence – der gnädigsten Frauen Gräfinn, weder aufzuwarten vermochte. Meine stäten Wünsche wiederholend, daß die







Vorsehung Eure Excellence Daseyn in bester, erfreulichster Gesundheit viele Jahre fristen wolle, geharre ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/222
Ljubljana, 10. oktober 1834



Herr Graf von Welsperg ist hier wieder angekommen. Frau Gräfin von Steinach reiset schon Morgen Samstags früh von hier ab, weil sich eine Gelegenheit, die nicht wartet, dargebothen hat.


1834/223
Ljubljana, 11. oktober 1834



Herr Graf Anton v. Thurn wird heute von der nach Gratz und Wien unternommenen Reise hier rückkommen, und eine Comtesse Tochter mitbringen, die Frau Gräfin wird noch in Wien verweilen.

Frau Gräfin v. Steinach mit Ihrem Sohn Armand ist heute über Gratz nach Wien abgereist.

Die Familie des H. Grafen Anton v. Strasoldo von Görz – ist gestern von Neustadtl angekommen, und wird Dienstag den 14 ten d. M. nach Görz abreisen.

______________________________________________

Gestern ist die – zur Feyer des höchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers disponirt gewesene Academie, nicht gegeben worden.


1834/224
Ljubljana, 12. oktober 1834



Die Familie des H. Präsidenten v. Buzzi ist gestern vom Lande wieder in die Stadt übersiedelt.

Morgen Montags ist Casino Union, wird beym Forte Piano getanzt.


Theater Repertoir

Vom 13ten bis 18ten 8bris 1834

Montag den 13 ten / /

Dienstag den 14 ten Lumpaci Vagabundus

Mittwoch den 15 ten Die Bekenntnisse

Donnerstag den 16 ten Hans Sachs

Freytag den 17 ten / /

Samstag den 18 ten Die weiße Frau


1834/225
Ljubljana, 13. oktober 1834



Herr Graf Andreas von Hohenwarth ist heute Nacht von hier nach Wien abgereiset; er war gestern Abend erst von Gerlachstein in die Stadt gekommen.

Herr Graf Anton Thurn war gestern Sontags noch nicht hier angekommen; auch die Familie des H. Präsidenten von Buzzi hat die Rückkunft vom Lande in die Stadt – wieder bis nächsten Freytag den 17 ten d. M. verschoben.

Die Familie des H. Grafen von Welsperg ist in Egg – allwo zur Unterhaltung des H. Grafen, noch 2 Tage gejagt werden solle. Bey der lezten Jagd zu Egg – sollen in 2 Tagen – 50 Hasen erlegt worden seyn.

Der frühere Bericht, daß Comtesse Pepi von Welsersheim nach Gratz mit Ihrem H. Papa und Mama wird dahin berichtigt, daß die Comtesse sich zu Gairauch bei Frau Gräfin von Aichelburg befindet.

Herrn Grafen von Aichelburg soll es noch übel gehen; es soll doch von einiger Bedeutung die lezt angezeigte Beschädigung seyn, der Herr Graf im Bette und leidend, sich


zu Gairauh befinden.

Die musickalische Academie, welche zur Feyer des höchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers schon am 10 ten d. hätte gegeben werden sollen, ist eingetrettener Hindernisse wegen bis zum 17 ten d. verschoben, und selbst bei dieser Bestimmung kämpft man noch mit einigen Anständen.

Der Postulat-Landtag wird Mittwoch den 15 ten d. – als am Theresientage hier abgehalten werden.

Die allgemeine Zeitung vom Freytag soll das Ableben Don Pedro’s anzeigen. Die Königinn Maria da Gloria soll majoren erklärt, und Graf Palmella mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt worden seyn; wornach in Portugall wieder eine neue Zeitperiode beginnt.


1834/226
Ljubljana, 14. oktober 1834



Die Familie des Grafen v. Strasoldo ist heute morgens nach Görz – abgereist.

Graf Leiningen Erlaucht ist dieser Tagen wieder zurück nach Gratz – über hier passirt.

S e Durchlaucht Prinz Philip zu Hessen – Commandirender General in Innerösterr., Tyrol und Illyrien, wird am 17 ten d. M. im retour Wege aus Italien, Laibach passiren, jedoch sich nur bis 2 Stunden hier aufhalten, und gleich weiter nach Gratz – die Reise fortsetzen.

S e fürstlichen Gnaden, der Herr Bischof sollen heute von Görtschach wieder in die Stadt übersiedeln.

Heute soll auch Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg von Schwarzenbach, auf kurze Zeit nach Laibach kommen.


1834/227
Ljubljana, 15. oktober 1834



Der Herr Graf Antoin v. Thurn ist mit Comtesse Pepi (der jüngern Tochter)und Frau Gräfin Therese von Auersperg (Gemahlin H. Grafen Xaver von Auersperg) mit Comtesse Schwester Nina –, hier angekommen.

Auch Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist gestern aus Schwarzenbach hier eingetroffen, begibt sich jedoch heute nach den Speißen nach Habach, allwo Sie übern Sontag verbleiben, und erst am Dienstag den 21 ten wieder hieher kommen, endlich bald wieder nach Schwarzenbach rückkehren will.


1834/228
Ljubljana, 16. oktober 1834



Der Landtag ist gestern ganz so, wie andere Jahre abgehalten worden. Die Sitzung dauerte faßt bis 3 Uhr Nachmittags, nach welcher S e Excellence der H. Gouverneur – die Tafel gab.

Die noch rückständige Wahl des ständisch-Verordneten des Ritterstandes, ist noch suspendirt.

Frau Gräfin von Schallenberg geborne Gräfin Lichtenberg gedenket morgen mit der Frau Majors Wittwe Michelli nach Wien abzureisen.


1834/229
Ljubljana, 17. oktober 1834



Frau Gräfin v. Schallenberg ist mit Frau Majors Wittwe Michelli heute nach Wien abgereist.

S e Durchlaucht Prinz Philiph zu Hessen Homburg, Landes Commandirender General ist heute Morgens vor 6 Uhr hier angekommen, und um ¼ auf 8 Uhr wieder nach Gratz abgegangen.

Das Landwehr Bataillon Lilienberg marschirt am 3 ten 9bris von hier ab; ein Bataillon des Brooder-Gränz Regts. mit den Regtsstaab., rückt am 1 ten Nowember schon hier ein, dieses leztere wird jedoch im künftigen Frühjahr nach Neustadtl zur Landes Sicherheit verlegt. Was mit den, dermalen in Neustadtl befindlichen Landwehr Bataillon von Gyulai geschiehet, ist noch unbekannt, jedoch bestimmt ist, daß das Landwehr Bataillon Lilienberg von hier, das Landwehr-Bataillon Kaiser von Görz, und das Landwehr Bat. von Rothkirch von Cilly, nach Italien im künftigen


Monate abrücken.

Da der Termin wegen des höchsten Namensfestes S r Majest. des Kaisers schon zu lang verflossen, ist heute nur eine gewöhnliche Academie.


1834/230
Ljubljana, 18. oktober 1834



Gestern Abend gegen 8 Uhr fing es hier zu blitzen an, welches sich gegen 9 Uhr immer vermehrte, und sich nach und nach der Donner vernehmen ließ, der einigemal recht heftig gewesen, und einmal einen Schlag machte; bald nach diesem Schlage fing es recht heftig zu regnen an, welches um 10 Uhr Abends noch anhielt. – Der Barometter war auf Regen und Wind herab gesunken, ist aber heute Morgens noch unter Veränderlich stehend, obschon ein schöner heiter morgen ist.


1834/231
Ljubljana, 19. oktober 1834



Die Familie des Herrn Präsidenten von Buzzi ist lezten Freytag wieder in die Stadt gekommen, und wird nun verbleiben.

Der Parometter hebt sich wieder, und ist zwar noch nicht bis zum schönen Wetter gestiegen, allein gerade in Mitte zwischen demselben und Veränderlich.

Herr Graf von Hohenwarth ist noch nicht in der Stadt angekommen.

______________________________________________

Auch Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist gestern von Habach in die Stadt gekommen, wird aber nochmals dahin fahren.


1834/232
Ljubljana, 21. oktober 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur sind wegen des Landtages zu Klagenfurth – Sonntags von hier über Vellach dahin gereiset. Herr Baron Anton Codelli ist mit Frau Gemahlin heute früh nach Klagenfurth abgereist.

Herr Graf Joseph von Auersperg mit H. Oheim dem H. Grafen Benedict – sind gestern nach Unterkrain verreist.

Das gestrige Casino war mehr, als jenes vor 8 Tagen besucht.


1834/233
Ljubljana, 23. oktober 1834



S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof sind schon Montags gänzlich in die Stadt gezogen, und haben heute in der Stadt Visitten gemacht.

Gestern Nachmittags ist Herr Graf und Frau Gräfin von Welsersheim, dann H. Bar. Franz Lazzarini von Wien zurück, hier angekommen.

Herr Graf von Hohenwarth soll – wie zu hören, auch heute hieher rückkommen.

______________________________________________

Theater Zettel N ro 36–37 liegen bey.


1834/234
Ljubljana, 24. oktober 1834



Für S e Majestaet Don Pedro Herzog von Braganza – und zugleich für S e Hoheit den Herzog von Sachsen Altenburg ist die Hoftrauer nach der 3 ten Klasse – für 7 Wochen angeordnet.


1834/235
Ljubljana, 25. oktober 1834



Endlich kommt es wirklich zur Einführung der Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt, hier zu Laibach. Anliegend ist die Nachricht, daß die Eröffnung derselben, am 4 ten 9ber statt findet.


1834/236
Ljubljana, 26. oktober 1834



Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist Freytags von Habach zur Stadt gekommen, und gedenkt Dienstag nach Schwarzenbach zurück zu kehren.

Herr Baron Anton von Codelli mit Frau Gemahlinn soll heute von Klagenfurth hieher rückkommen.

Die Rückkunft S r Excellence des H. Gouverneurs ist noch nicht bekannt.

______________________________________________

Herr Major Maurer ist aus Klagenfurth anher gekommen.

______________________________________________

Frau Gräfin Seraphine von Thurn ist Freytag Abends von der nach Wien unternommenen Reise






hier angekommen, und hat ihre Wohnung im Baron Franz Lazzarinischen Hause bezogen.


1834/237
Ljubljana, 27. oktober 1834



Herr Graf von Hohenwarth ist gestern Morgens um 8 Uhr zur Stadt gekomen.

Mittags hatten S e fürstl. Gnaden der Herr Bischof zahlreichen Besuch. Nachmittags war bei Ihrer Excellence der Frauen Gouverneurin Empfang.

Herr Baron Anton von Codelli mit Frau Gemahlinn ist gestern Abend von Klagenfurth angekommen.

Herr Graf und Gräfin von Stubenberg sollen Morgen Dienstags hier ankommen.

______________________________________________

Heute ist wieder Casino Gesellschaft und Tanz beym Forte Piano. Am 24 ten 9bris wird wieder ein großer CasinoBal, nämlich der 2 te für die dießjährige Saiçon seyn.


1834/238
Ljubljana, 28. oktober 1834



Das Casino soll gestern schön gewesen seyn; es wurde bis gegen 12 Uhr beym Forte Piano und einer Violin (Till) getanzt.

Der Baron Carl Codelli vor 8 Tagen von der nach Wien und Prag unternommenen Reise zurück gelangt, war nach Unterkrain gegangen, und ist gestern Morgens von da anher rückgekommen.

Der Sohn des Neustadtler Kreishptmanns. Baron Rehbach, Max – Fähnrich von Prinz Emil von Hessen 54 ten Inf. Regmt –, bei seinen Eltern zu Neustadtl beurlaubt, ist dort gestorben.

S e Excellence der Herr Gouverneur war gestern Abend aus Klagenfurth hier zurück angekommen.

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist heute Morgens von hier nach Schwarzenbach abgereist.



1834/239
Ljubljana, 31. oktober 1834



Die Oper „Die Falschmünzer“ wurde wegen Erkrankung der Dem. Grünheim gestern nicht gegeben. Man gab den jungen Ehemann. Da diese Aenderung jedoch nicht, wie es sonst gewöhnlich, mit einer Separat Nachricht, nicht einmal durch Anschlag-Zettel, dem Publicum bekannt gegeben wurde, und dasselbe erste an dem Theater-Thore davon Kenntniß erhielt: so hatte dieses zur Folge, daß eine Menge Menschen, und Familien umkehrten, und das Theater nicht besuchten.

Im Nowember werden aus Anlaß der von der italienischen Armée rückkehrenden Croatischen Bataillonen, mehrere Truppen Märsche erfolgen.

Das vom Brooder Gränz Regmt. nach Laibach bestimmte, sammt Regts. Staab von Spital in Kärnthen


kommende Bataillon wird mit 4 Compagnien in Laibach, mit 2 Compagnien in Adelsberg und Concurrenz dislocirt, am 1 ten nämlich Morgen hier einrücken.

Am 3 ten 9ber wird das Landwehr Bataillon Lilienberg von hier nach Italien abmarschiren, und an demselben Tage das Landwehr Bataillon Rothkirch von Cilly kommend, und ebenfalls nach Italien bestimmt – hier ankommen, am 4 ten hier Rastag halten, am 5 ten 9ber weiter abrücken.

Die aus Italien rückkommenden Bataillone der Grenz Regimenter: Liccaner, Ottochaner, Szluiner und Oguliner nehmen ihre Route von Adelsberg nach Fiume etz.; nur die zwey Ba-


taillone, vom 2 ten Banal, welches am 17 ten 9ber in Laibach ankommen, am 18 ten da Rastag halten, und am 19 ten 9ber durch Unterkrain über Neustadtl, – dann das Bataillon vom 1 ten Banal Regmt., welches am 22 ten 9ber in Laibach ankommt, am 23 ten Rastag hält, und am 24 ten dieselbe Route nach Croatien nimmt –, werden über Laibach passiren.

Major Maurer ist wieder nach Klagenfurth zurück gereist.


1834/240
Ljubljana, 1. november 1834



Heute ist der Regtsstaab. vom Brooder Grenz Regiment mit 4 Compagnien um 12 Uhr Mittags hier eingerückt; 2 Compagnien sind in Oberkrain zu Krainburg – Veldes – Radmansdorf bequartirt worden.

Montags den 3 ten d. M. ist wegen des Aller Seelen-Tages keine Casino Gesellschaft.

Eine Zimmer Reise! Ansichten verschiedener Objecte fremder Länder, auch aus der Oesterr. Monarchie, – sind hier in der Redutte zu sehen.


1834/241
Ljubljana, 2. november 1834



Gestern Abend brachte die Blechharmonie von Lilienberg Landwehr vor der Burg eine Nachtmusick, und heute früh bald nach 6 Uhr im Vorhause beym Herrn Generaln, eine Morgensmusick.

Herr Baron Herbet in Klagenfurth – ein guter Freund S r Excellence des Herrn Gouverneurs –, ist gestorben.

Frau Gräfin Therese von Auersperg von Grossdorf, ist heute Nacht, respt. Morgens 2 Uhr von einem recht gesunden, starken Knäblein – glücklich entbunden worden. – Man hatte die Praeparationen schon Freytag begonnen.


Theater-Austheilung

Vom 2ten bis 9ten Nowember 1834

Sontag den 2 ten – Die Galeeren Sklaven

Montag den 3 ten – / /

Dienstag den 4 ten – Die Abentheuer

Mittwoch den 5 ten – Die Falschmünzer

Donnerstag den 6 ten – Die Mohrin

Freytag den 7 ten – / /

Samstag den 8 ten – Die Schweitzer Familie

Sonntag den 9 ten Quodlibet

______________________________________________

Wenn nicht wieder Erkrankungen, Veränderungen verursachen.


1834/242
Ljubljana, 3. november 1834



Morgen den 4 ten d. geben zur Feyer des höchsten Namens[fe]stes Ihrer Majestaet der Kaiserinn – S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof – ein Dinêr, wozu eine ausgedehnte Einladung geschehen ist, und weshalb H. Graf von Hohenwarth die Reise aufs Land verschieben mußte.

Morgen wird um 10 Uhr in der Pfarkirche bei St. Jacob eine stille heil. Messe gelesen, und darauf die Eröffnung der Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt erfolgen. Es sollen bei 103 Kinder aufgenommen worden seyn, und der Zudrang zu der Aufnahme so stark gewesen, daß man über 100 abweisen mußte, so, daß voraus zu sehen, wenn die Wohlthätigkeit zur Fonds-Vermehrung helfet, eine zweite solche Anstalt wird errichtet werden müssen.

Heute ist das Landwehr Bat. Graf Lilienberg – halb 7 Uhr von hier abmarschirt. Der Herr General, die beyden Staabs-Officiere und mehrere Officire des Brooder Regts. und der hiesigen Garnison, auch eine sehr zahlreiche Menge


der Stadtbewohner, begleiteten die Truppe weit vor die Stadt hinaus. –

Heute erwartet man auch gegen Mittag die Einrückung des nach Italien marschirenden Bataillons von Rothkirch Landwehr, von Cilly kommend, hier, welches morgen Rastag hält, und am 5 ten weiter marschirt.


Der provisorische Verein der Kleinkinder-Bewahranstalt macht seine geziemende Einladung zu der am 4. d. M. als dem glorreichen Namensfeste Ihrer k. k. Majestät der allergnädigsten Kaiserin statt findenden Eröffnung dieser in der Rosengasse Nro. 108 errichteten frommen Anstalt.

Um 10 Uhr vormittags wird in der Pfarrkirche zu St. Jacob der Gottesdienst abgehalten, und dann unmittelbar in dem Locale der Kleinkinder-Bewahranstalt die Eröffnung derselben statt finden.



Von dem provisorischen Verein der
Kleinkinder-Bewahranstalt zu
Laibach am 30. October 1834


1834/243
Ljubljana, 4. november 1834



Der Herr Oberste v. Seidl vom Brooder Grenz Regmt. hat die Frau Gemahlin bei sich; ein Hptm. Gramont ist auch verheurathet bei dem in Laibach stationirten Regmt., dessen Gemahlinn als eine schöne Frau gelobt wird.

Ein OberLieut. Herrmann v. Hermansthal, welcher dermal in Krainburg – garnisonirt und auch zum Brooder Grenz Regt. gehört, soll eine sehr reiche Frau haben, welche sich einen Postzug und einen Jäger etz. hält.

Der ehemals bei den Gradiscaner Grenz Regmt. als OberLieutenat gewesene Gral Sohn Nestor – ist bei der hiesigen Garnison der Brooder – als Hauptmann; die Frau des I. U. Docter Hof und Gerichts Advokatens Oblack – ist gestern Mittags am Nervenfieber gestorben.

Major Maurer ist schon in voriger Woche wieder nach Klagenfurth abgereist.

Grafen Joseph und Benedict von Auersperg sind lezten Samstag hier wieder, aus Unterkrain angekommen.


Man erzählte hier in Laibach, daß ein Amtsschreiber von Kreutberg in einen nahen Wäldchen bei dem Orte, erhenkt gefunden worden seye; Da man seinerseits keine Ursachen kennt, welche ihn zu dieser That veranlaßt haben könnten: so vermuthet man, daß er von den sich herum treibenden Gesindl, welchem derselbe mit den bekannten Bezirks Commissair Murgel, thätig nachgespüret, gewaltsam der Art ums Leben gebracht worden seye.


1834/244
Ljubljana, 5. november 1834



Die Eröffnung der Klein-Kinder Bewahr-Anstalt erfolgte gestern. Um 10 Uhr ward eine heil. Messe in der St. Jacobs-Pfarre gelesen. S e Excellence der Herr Landes-Gouverneur, S e fürstl. Gnaden der Bischof, dann das Guberniums Gremium fanden sich, nebst Ihrer Excell. der Frau Gouverneurinn und andern Damen dabei ein. Nach der Messe begab man sich in das Locale der Anstalt, allwo wegen Mangel des Raumens, um alle Anwesenden aufzunehmen, sich in den Hausgarten die Vorbereitungen fanden; es waren da die Sitze für die obgenannten Herrn und Damen bereitet, und der Fußboden mit grünen Teppichen belegt, in der Mitte ein Tischchen, worauf ein Buch und Schreibzeug zu sehen war.

Der k. k. Rath und Bürgermeister las eine auf diese Feyerlichkeit Bezug nehmende Rede vor, nach welcher denen versamelten, größtentheils von ihren Eltern


begleiteten Kindern, Semeln, Apfeln und Bilder vertheilt wurden, welche Vertheilung zum Theil auch Ihre Excellenz die Frau Frau Gouverneurin und die andern anwesenden Damen besorgten. Inzwischen hatten sich die hohen Gäste in das Gedenkbuch eingeschrieben, nach welchen dann die anwesenden Honoratiores und k. k. Beamte dazu aufgefodert wurden; man begab sich dann in die Localien, in welchen die Kinder unterbracht, und ihren Begriffen angemessene Anweisung und Unterricht erhalten sollen. Hier wurden einige Proben mit den Kleinen über dasjenige vorgenommen, so mit denselben die wenigen Tage früher, begonnen wurde, und man war allgemein davon überrascht, so, daß man sich die besten Folgen von dieser Anstalt versprechen kann. Es sind hier mehrere Zimmer; im Spielzimmer gibt es schon manches Spielzeug. Von da begab sich S e Excellence der H. H. Gouverneur


in Begleitung S r fürstl. Gnaden, und vielen Honoratiores in das Armen Institut, dessen gute Einrichtung und gute Wahl des Locales, so wie die Gebrechlichen Bewohner, ganz dem wohlthätigen Entzwecke entsprechend gefunden worden waren. Von da trennte sich dann alles nach seinen Belieben.

______________________________________________

Herr Gubernial Wagner ist schon Samstags von der ins Ausland (Freyburg im Großherzogthum Baaden) unternommenen Reise, über Wien kommend, zurück gelangt.

Herr Graf von Hohenwarth hat die Einladung beim Fürst Bischofen abgelehnt, und ist Montags schon aufs Land verreiset.

Das Dinêr gestern beym Fürst Bischof war 34 Couverts.


1834/245
Ljubljana, 6. november 1834



Die Oper: Die Falschmünzer hat rücksichtlich der bei der Ausführung verwendeten Personen, wenig Beifall gehabt. Die Hauptpersonen: Delle Grünheim hat zwar ziemlich gut gesungen, allein ihre schwache Stimme reicht nicht aus; doch hatte sie einmal einen schwachen Applaus. Herr Heller hat gar keinen Ton; der Mons. Schremel ist in der Stimme zu schwach, so, daß man sagen kann, am Ende, nämlich im lezten Acte, hatte er gar keine Stimme, und sie fehlte ganz. – Herr Kunz sang seinen Part gut. Das Chor im Beginn des Spiels war etwas mißtönig; jenes im 2 ten Act von den Falschmünzern ausgeführt, ziemlich gut; nur von den Exequenten, als wenig musickalischen Individuen,etwas befangen exequirt.

Das Orchester war sehr verstärkt, und ziemlich brav.


1834/246
Ljubljana, 7. november 1834



Gestern um die Mittagsstunde wurde das neugeborne Söhnchen des H. Grafen Xaver von Auersperg in der Domkirche, durch den Dom Caplan Fink getauft. Der Täufling erhielt die Namen: Maria-Richard-Alexander – und Franz Xaver. Taufbathen waren: die Groß Mama, Cöcile Gräfin von Lichtenberg und Großpapa, H. Graf Richard von Auersperg – Lezterer vertretten durch H. Grafen Richard von Blagai.


1834/247
Ljubljana, 8. november 1834



In Klagenfurth sind drey Häuser abgebrannt; es hätte auch ein großer Schaden entstehen können, allein man beschüzte die nächst den Brenenden – befindlichen, mit Ziegeln eingedeckten Häuser, und dadurch wurde den Brande Einhalt gethan.

______________________________________________

Es ist heute keine Oper; eine Bestättigung des lezten Berichtes, daß unsere Operisten in jeder Hinsicht – schwach sind.


1834/248
Ljubljana, 9. november 1834



Der Herr Präsident von Buzzi ist seit einigen Tagen an Halswehe – unwohl; daher derselbe von der Jagd-Parthie zu Flödnig nicht profitiren konnte.

Die Nachricht von den erhenkt worden seyn sollenden Amtsschreiber von Kreutberg – ist wieder als eine Kaffeehaus-Spende, erprobt.


Theater-Austheilung

Vom 9ten bis 16ten 9ber 1834

Sontag den 9 ten Praeciosa

Montag den 10 ten … / /

Dienstag den 11 ten … Die Falschmünzer – Oper

Mittwoch den 12 ten … Das lezte Mittel

Donnerstag den 13 ten … Der Miller und sein Kind

Freytag den 14 ten … / /

Samstag den 15 ten … Elise und Klaudio

Sonntag den 16 ten QuodLibet


1834/249
Ljubljana, 10. november 1834



Heute ist die Jagd in Flödnig, und zwar in der Gegend des großen Gallenberges. Die jungen Herrn Schützen haben sich jedoch entschlossen, heute Abends im Casino zum Tanz zu erscheinen.


1834/250
Ljubljana, 11. november 1834



Wiener Agenten Briefe sollen die Nachricht enthalten, daß es Projectirt seyn solle, die gegenwärtige Gränz Wacht nicht in der gegenwärtigen Administration zu belassen, sondern die Gränz Jäger ganz militärisch zu organisiren, und in Gränz Jäger Bataillons zu formiren, die ganz von Militair Officiren und Milit. Behörden Commandirt und abhängig gemacht werden sollen.


1834/251
Ljubljana, 11. november 1834 II


Eure Excellence

Meinen unterthänigsten Dank für die gnädige Erinnerung an mich – zu erstatten, wollte ich mir die Freyheit nehmen, während dem Theater aufzuwarten, um mit meiner Wenigkeit zugleich beizutragen, den Abend durch zu bringen. Ich war nicht so glücklich, meinen dankbaren Wunsch auszuführen, indem Eure Excellence nicht bei Hause gewesen, daher ich für heute eine recht erquickende und stärkende gute Nacht anzuwünschen, die Ehre habe, und






morgen wagen werde, Eure Excellence meine ehrfurchtsvolle Aufwartung zu erstatten, der ich mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence
unterthänigst dankschuldigster
Franz Hptm.

1834/252
Ljubljana, 13. november 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur befinden sich heute besser.


1834/253
Ljubljana, 14. november 1834



S e Excellence der Herr Gouverneur haben heute das Bett verlassen.


1834/254
Ljubljana, 15. november 1834



S r Excellence dem H. Gouverneur gehet es fortan besser, und sind heute außer dem Bette, nur bleiben Sie noch im Zimmer.


1834/255
Ljubljana, 16. november 1834



Der Bruder des hiesigen H. Gouverneurs – Namens Georg Freyherr von Schmidburg k. k. Kämmerer und ältester Rittmeister, nämlich der erste zur Beförderung zum Major – von Fiquelmont 6ten Dragoner Regmt. (ehemals Riesch Dragoner) – ist gestorben. Man hatte wegen Unpäßlichkeit S r Excellence – Hochdemselben gestern von diesen betrübten Fall noch keine Kenntniß gegeben.


1834/256
Ljubljana, 17. november 1834



Es sollen Briefe von Wien hier angekommen seyn, daß S e Durchlaucht Fürst Lobkowitz bisher Hofkanzler, wieder zur Hofkammer übersezt, und mit einem Theile dieser Geschäfte beauftragt –, H. Graf von Inzaghi bisher Gouverneur in Mähren und Schlesien, zum Hofkanzler ernannt –, worden seyn sollen.

Man glaube, daß H. Gr. v. Ugarte bisher Regierungs Präsident in Oberösterreich – Gouverneur in Mähren und Schlesien werden solle; wogegen H. Graf von Wickenburg von Gratz nach Linz übersezt werden dürfte.

______________________________________________

Gestern war bei H. Gouverneur Besuch, allein S e Excellence waren nicht sichtbar; befinden sich zwar besser, allein verlassen noch nicht das Zimmer.

Heute kommt ein Bataillon des Banal Grenz Regts. auf





den Marsche aus Italien nach der Heymath – hier an, hält morgen Rastag, und sezt am 19 ten d. seine Reise weiter fort.


1834/257
Ljubljana, 18. november 1834



Herr Graf von Hohenwarth ist heute früh von Rukenstein hier angekommen.

Das gestern eingerückte Bataillon vom Banal Grenz Regt. marschirt morgen weiter.


1834/258
Ljubljana, 19. november 1834



S e Excellence der H. Gouverneur sollen über das Ableben des H. Bruders, der um mehrere Jahre jünger seyn soll, noch sehr betrübt seyn. Nun lebe nur noch eine Schwester, welche in Böhmen an einen Major vereheligt ist.

Die Ernennung des H. Fürsten Rudolph zu Colloredo Mannsfeld Durchlaucht zum 1 ten k. k. Oberst-


Hofmeister dürfte bekannt seyn; die feyerliche Vorstellung fand am 15 ten d. M. bei allen 8 Hofdiensten und den sämtl. k. k. Leibgarden statt, und wurde durch S e Excellence dem H. Oberstkämmerer Grafen von Czernin vollzogen.

Zur Besetzung der in Erledigung gekommenen Oberst-Hofmarschalls-Stelle – soll der Sage gemäß, S e Excellence der H. Obersthofmeister S r kais. Hoheit des EH Franz Carl, Graf von Goes in Vorschlag seyn.

Ferner enthalten Agenten Nachrichten: daß der Plan wegen beabsichtigender Errichtung einer öffentlichen Leihbank auf Realitaeten oder sonstigen unbeweglichen und liegende Güter, S r Maj. dem Kaiser zur a. h. Sanctionirung unterlegt worden seyn solle. Dieser Plan soll solche Vorzüge für das Publicum darbiethen, daß einem Zweifel an der allerhöchsten Genehmigung kaum ein Raum gegeben werden dürfte. Auch sagten Wiener-


Agenten Nachrichten, daß der Wiener Mechanicker Voigtlaender, welcher bekanntlich den Dampfwagen aus England nach Wien gebracht, damit gute Rechnung finden dürfte, indem derselbe damit eine Reise von Wien nach Petersburg zu unternehmen, gedenke.


1834/259
Ljubljana, 20. november 1834



Den gestrigen Bericht wird nachgetragen, daß in der Nacht vom 18 ten zum 19 ten Schnee gefallen, also gestern Morgens für heuer – der erste Schnee sichtbar geworden, der zwar bei den viel betrettenen Strassen, wegen des Elisabethen Marktes, auf diesen sich verloren, allein auf den Dächern sich fest erhalten, da gestern wenig, ja faßt gar kein Sonnenschein gewesen, jedoch durch den ganzen Tag ein kalter Nordwind geherrscht hat.

Gestern lief hier die Nachricht ein, daß der D r Höffern, Innhaber der Herrschaft Egg ob Podpetsch dort zugleich Bezirks Commissair und Bezirksrichter, sich erschossen habe. Fast gleichzeitig erhielt das hiesige Kreisamt die ämtliche Anzeige, daß Dr. Pfefferer – Innhaber der Herrschaft Ponovitsch, dort zugleich Bezirks Commissair und Bezirksrichter, am Schreibtische todt getroffen, also vom Schlag getrof-


fen, gestorben seye. –

Heute hält die hierländige Ackerbau Gesellschaft Sitzung; die zum Vortrag kommenden Gegenstände, enthält anliegendes Programm.

Die OberLieut. Seifried Gr. Lichtenberg und ObLt. Brugnai von Hohenlohe sind, ersterer aus Mailand, lezterer aus Verona, hier mit Urlaub angekommen.


1834/260
Ljubljana, 21. november 1834



Es ist schon längere Zeit hier verlautbart, daß der ehehin hier zu Laibach gewesene Gubern: Rath Ritter v. Ziegler in Folge des bekannten Processes –, zum Gubern. Secretair zurück gesetzt worden seye. Derselbe hat in dieser neuen Eigenschaft seine Placirung bei der Linzer, respt. Ob der Enzischen Regierung, erhalten.

Der Sohn Julius des hiesigen Kreishauptmanns Flug Edlen von Leidenkron soll, gestern bei den Eltern hier eingelangter Nachricht zu Folge, bei den Curassier Regmt. Graf Auersperg – wo derselbe bisher als Cadet gedient – zum Lieutenant avancirt seyn.

Der Herr Landrechts Präsident von Buzzi befindet sich wegen rheuvmatischen Kreuzschmerzen, schon mehrere Tage zu Bette.

Seit gestern verlautet, jedoch sehr geheim , daß der


Oberste v. Martini vom Gradiskaner Grenz Regmt. in Klagenfurth eine eigene Estaffette von Wien erhalten habe, der gemäß das Avancement der – S r Majestaet zu Generals vorgeschlagenen 10 Obersten bestättigt, der genannte H. Oberste zum General ernannt, und als Militair Commandant nach Laibach,– Herr General v. Sivkovich als Brigadier nach Italien, und der hier befindliche H. Oberste v. Seidl gleichfalls zum Generaln avancirt, seine Bestimmung als Brigadier nach Ragusa – erhalten haben solle.

Heute dürfte die Wiener Post die volle Bestättigung darüber bringen.


1834/261
Ljubljana, 23. november 1834



Das Ableben des D r Pfefferer, Innhaber der Herrschaft Ponovitsch, bestättigte sich nicht.

Auch das erwartende Grals. Avancement ist durch authentische Nachrichten, noch nicht bestättigt, obschon es übrigens sicher erwartet wird.

Wiener Nachrichten brachten, daß der Herr FeldmarschallLieutenant Graf v. Salis – Obersthofmeister bei S r kais. Hoheit EH Franz Carl werden soll, nachdem H. Graf v. Goes Exc., Hofmarschall geworden ist.


1834/262
Ljubljana, 25. november 1834



Gestern angekommene Wiener Briefe bestättigten die schon leztlich angezeigten Beförderungen und Versetzungen, und zwar bezüglich der Leztern des Herrn Grafen von Ugarte von Linz nach Brünn –; des H. Grafen von Wickenburg von Gratz nach Linz – dann des H. Hofrathes Fürsten von Kinsky als als Regierungs-Präsidenten nach Gratz; endlich Herrn FeldmarschallLieutenant Graf v. Salis als Obersthofmeister S er kais. Hoheit des EH Franz Carl; der gestern eingelangte Brief hat noch die Uibersetzung des H. Grafen von Hartig von Mailand, als Gouverneurnach Gallizien.

______________________________________________

S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof sollen wieder am Halsschmerzen leiden.

Der pensionirte Fähnrich Thelen ist lezten Sontag den 23 ten d. M. in der hiesigen Domkirche mit Fräulein


Klementin Kappus von Pichelstein – ein für allemal verkündet worden, wornach nun die eheliche Verbindung erfolgen wird, jedoch soll die Trauung nicht hier, sondern zu Triest erfolgen.


1834/263
Ljubljana, 27. november 1834



Agenten Nachrichten enthalten , daß man in Wien einer Promotion des hohen Ordens des goldenen Vließes entgegen siehet, und unter den vermeintlichen neuen Rittern:

S e Excellence H. Grafen v. Mittrowsky – Obersten Kanzler

'' '' '' '' '' v. Appony – Bothschafter in Paris

'' '' '' '' '' v. Lützow – Bothschafter in Rom

'' '' '' '' '' Moritz v. Dittrichstein – Oberst Hofmeister Ihrer Majestaet der jüngern Königinn von Ungarn – nenne.

S e Majestaet hätten den in Ruhestand versetzten H. Grafen v. Klebelsberg Exc. – einen Ruhegehalt von 16.000 f. CM bewilliget.

Man glaube, daß der neu ernannte Staats und Conferenzrath v. Pilgram von der staatsräthlichen-Justiz Abtheilung, die Stelle eines Ordens-Kanzlers des goldenen Vließes, erhalten werde.

Bei der allerhöchst beschlossenen Trennung der Hofkammer in zwei unabhängige, von einander separirte Staats-Branchen, nämlich der Finanz- und Comerz-Hofstel-


le –, dann der Hofkammer in Münz und Bergwesen, welch lezterer S e Durchlaucht Fürst v. Lobkowitz vorstehen wird, soll erstere in besondere Geschäfts Sectionen abgetheilt, und jede dieser Sectionen mit einem unabhängigen Präsidenten versehen werden, für welch ausgezeichnete Stellen man unter den nunmehrigen vice Präsidenten der Hofkammer: die Herrn Grafen von Szescen – und Hauer, dann von Eichhof nenne.

Der Herr Fürst Bischof von Wien soll an einen Brustübel leiden.


1834/264
Ljubljana, 28. november 1834



Gestern war das Theater äußerst schwach besucht. Man gab vorerst: Die beyden Helden; und nachher: Alle sind verheurathet. Morgen wird nicht Tankred – sondern Julerl – gegeben. Es ist mit denen paar Singstimmen, welche dieses Jahr für das Laibacher Theater übrig geblieben sind, sehr übel; sie taugen weder dazu, einmal im Monat zu singen, geschweige 3mal in einer Woche! –


1834/265
Ljubljana, 29. november 1834



Nebst den jüngst angezeigten Diebstählen bei dem hiesigen Kappelmacher und den Meßner von St. Xtoph, soll auch der Kaffeesieder Gilly an Silber bei 40 f CM bestohlen worden seyn.

Herr Landrechts Präsident Buzzi ist nun völlig genesen.


1834/266
Ljubljana, 30. november 1834



Agenten Berichte von Wien enthalten, daß die Prinzessinn, älteste Tochter S r Durchlaucht des Fürsten Metternich – sich mit den berühmten Grafen Sandor vermählet, und der feyerliche Trauungs Act den 18 ten d. M. statt gefunden habe.

Als zu den hohen Orden des goldenen Vließes im Antrage, soll auch S e königl. Hoheit EH Franz Ferdinand d’Este und der böhmische Oberstburggraf Herr Graf von Choteck – seyn.

S e Durchlaucht H. Fürst von Esterhacy soll von Wien nach Berlin mit den Auftrage abgesendet worden seyn, S e Majestaet Kaiser Nicolaus von Rußland dortselbst zu complimentiren, und zum Besuch in Wien, einzuladen.

Major Wohlgemuth von Hohenlohe Inf. – wird OberstLieut.bei E. H. Stephan 58 ten Inf Regmt.


1834/267
Ljubljana, 30. november 1834 II


Eure Excellence!

Wollen gnädigst meine innigste Theilnahme an den – Eure Excellence und Hochderoselben verehrten Familie durch das Ableben des Herrn Baron Carl zugegangen Verlust – genehmigen, und mir die ergebene Versicherung nicht ungütig halten, daß ich über diesen Unglücksfall – überzeugt, wie sehr solcher Eure Excellence betrübet, ein großes Leidwesen empfinde, und diese Gelegenheit nicht vorüber gehen lassen kann, meine heißen Wünsche


für die lange Erhaltung Eure Excellence – von den Allvater zu erflehen, und zugleich um Hochdero Gnade zu bitten, indem ich mit aller Verehrung bis zum Grabe geharre:

Eure Excellence!
unterthänigster
Franz Hptm.

1834/268
Ljubljana, 1. december 1834



S e kais. Hoheit der E. H. vice König in Italien sollen allerhöchst Ihre Rückreise von Wien nach Mailand – über Laibach zu nehmen, beabsichtigt haben; – nach eingelangten verläßlichen Nachrichten ist diese Reise-Tour abgeändert, u. wird von Wien über Klagenfurth, ohne Zweifel directe nach Venedig –, erfolgen.


1834/269
Ljubljana, 2. december 1834



Wiener Agenten Berichte enthalten, daß dort die Veränderung im englischen Ministerium mit vieler erfreulichen Theilnahme vernommen worden, weil dieses zu der Hoffnung berechtiget, daß die in so vielen Gegenden untergrabene Ordnung, – minder möglich in die beabsichtigte Unordnung wird ausarten können, – und sonach der ruhige Besitz des Bestehenden, wird erhalten werden können.

Der Wiener Hochwürdige Domprobst Petz, soll zum Bischofe für St. Pölten in Vorschlag seyn.


1834/270
Ljubljana, 3. december 1834



Montags war das Casino noch ziemlich besucht; es wurden zwei Tombolla gespielt, und bei jeder, 2 Gewinnste für die verschiedenen Treffer bestimmt.

Im ersten Spiele erhielten die 2

Ambo’s – Frau v. Sickard – Ein Nadelpolster

·/· Frau Proscheck – Ein Nadelpolster

Terno’s – H. Gr. v. Saurau – Das Universum vom Bürger

·/· H. Rautner – Vesta ein Taschenbuch

Qua Terno’s – Frau Baron Ant. v. Codelli – kleinen Toilette Spiegel u. Eine Visitten Karten-Taschl

·/· Postverwalter Arlet – Einen Geldbeutel

Cinquin’s – H. Ritter Lebzeltern –Einen Samtnähkissen

·/· '' – Leitzendorf – Ein Matt geschliffenes Glas mit Goldrand

Tombolla’s – Frau Polizei Directer v. Sicard – eine große Damen Toilette

·/· Fral. Daria Jenko – Eine silber Zucker Zange.


Im 2 ten Spiele gewannen:

Ambo – Herr Kerstan – eine hölzerne Zuckerbüchse

·/· '' Pachner – eine Lichtscheer Taze und 2 Fläschchen Köllner-Wasser

Terno – H. v. Mladota; Vier Ansichten von Neapel

·/· Frau Proscheck – Vesta ein Taschenbuch

Quaterno – Daria Jenko – eine Brieftasche

·/· H. Zeschko jun. – ein englisch seidenes Sacktuch

Cinquin – H. v. Sicard – porzulain Vase in Muschel Form

·/· H. Bosicio – ein paar mit Wolle gestickten Pantoffeln

Tombolla – H. Bar. Frz. v Lazzarini – eine Männer Toillette

·/· H. Eduard v. Fischer – eine Taze mit einer Porzulain Kaffeetasse

Das Spiel


dauerte bis 10 Uhr und nach demselben trennte sich die Gesellschaft. Es sind etwas über 38 f CM für die Kleinkinder-Bewahr-Anstalt eingegangen; da die sämentl. vorbenannten Gewinnste diejenigen Stücke sind, welche nach der in diesem Frühjahr abgehaltenen dießfälligen Lotterie, nicht abgehollt worden seyn.

______________________________________________

Der Rechnungsrath der hiesigen Buchhaltung H. Riedel ist zum vice Buchhalter ernannt worden.

______________________________________________

Heute ist das erste Soiré bei S r Excellence dem H. Gouverneur.


1834/271
Ljubljana, 3. december 1834 II


Eure Excellence

Habe ich die Gnade zu berichten, daß in den zum Druck abgegebenen Original –, das Bewußte – richtig ausgelassen, und das Original in Handen des H. Grafen von Hohenwarth seye. Es wird mit den neuen Druck schnell gearbeitet; auch hat die Heß – gestern schon an mehreren Orten die ausgegebenen Zettel sich rückerbethen.

Mich Eure Excellence zu fernern Gnaden






anempfehlend, geharre mit aller Verehrung.

Eure Excellence!
unterthänigster
Franz Hptm.

1834/272
Ljubljana, 4. december 1834



Die Gesellschaft gestern Abend bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur war zahlreich besucht; der Herr Gouverneur aber genöthigt gewesen, schon vor der Gesellschaft sich ins Bette begeben zu müssen. Um 10 Uhr war man nach Haus gegangen; nur eine einzige der Damen hatte einen gefärbten Anzug, alle andern waren noch in Trauer. –

B r Victor v. Schmidburg mit Frl. Schwester Fanny waren wegen des Namenstages Frl. Fani v. Schweiger – nach Unterkrain gereiset.


1834/273
Ljubljana, 6. december 1834



Wiener Agenten Nachrichten, daß man dort von einen ganz neuen Staatsanleihen von 40 Millionen spreche;

daß H. Graf von Taft zum Obersten Justitz Präsidenten allerhöchsten Orts ernannt, und in dieses Amt feyerlich Installirt worden seye;

daß man H. General der Cavallerie und Hofkrths. Präsidenten Grafen Ignatz von Hardeg zu der Anwardschaft des Toison-Orden nenne.

______________________________________________

Donnerstags soll das hiesige Theater außerordentlich besucht gewesen seyn, demnach hatte Herr Stockum – eine gute Einnahme.


Theater Austheilung

Vom 7 ten bis 14ten xbris 1834

Sontag den 7 ten … Zum erstenmal: Finette Aschenbrödl oder Rose und Schuh.

Montag den 8 ten … Hinko der Freyknecht

Dienstag den 9 ten … Das Heilmittel

Mittwoch den 10 ten QuodLibet

Donnerstag den 11 ten … Zum erstenmal Clara Wendeck oder Die Schweitzer Räuberinn

Freytag den 12 ten … / / /

Samstag den 13 ten … Die Schweitzer Familie

Sonntag den 14 ten Julerl die Putzmacherinn


1834/274
Ljubljana, 6. december 1834 II


Eure Excellence!

Unterbreite unterthänigsten Dank für die gnädigste Nachfrage um mein Befinden, das der Art ist, daß ich mich aus Sorge für Erkühlung, aus meiner Wohnung nicht getraue; eigentlich ist mein Uibel bloße Verschleymung, die ich jedoch bald zu heben hoffe. Mit großen Bedauern konnte ich gestern von der schönen Gelegenheit nicht profitiren, Eure Excellence meine hohe Verehrung persönlich bezeugen zu können, und bitte unterthänig, mich des gnädigen Wohlwollens-






theilhaft, erhalten zu wollen, der ich mit stets dankbaren Herzen bis zum Grabe – geharre:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.

1834/275
Ljubljana, 7. december 1834



Heute hat der Herr Fürst Bischof zur Feyer des St. Nicolaus – als Patron der Domkirche, das Hochamt cölebrirt.


1834/276
Ljubljana, 8. december 1834



Man hört, daß auf den heutigen Casino Besuch sich aller Orten gefreuet wird. Das Tombolla-Spiel scheint anzuziehen, und die Direction benüzt die Gelegenheit, durch Festsetzung mehrerer Preiße, das Vergnügen zu vermehren; so werden heute wieder doppelte Treffer für jedes Spiel ausgesezt: z. B. zwei Ambo,zwei Terno etz. etz.


Treffer vom Tombolla Spiel im Casino

Am Montag den 8ten xbris 1834

1tes Spiel:

Ambo. Flacon in Gestalt eines Policinello in einem Futteral …

Frau Gustav Heimann unter dreyen – erhalten.

Terno. Etui mit Odeurs.

H. Lininger – Buchhalter einer Handlung.

Qua Terno. Blattirten Trinkbecher

H. Jos. Nademlensky Sohn.

Cinquin. Meerschaumpfeiffe mit einen Schönen Schnitzwerke am Kopf

H. Hofrath v. Guggenthal.

Tombolla. Einen blattirten Leichter mit einer Lichtscheere …

Frl. Fanni Pasquali.

______________________________________________

2tes Spiel

Ambo. Eine Nachtlampe von Mattgeschliffenen Glas …

H. Lininger. Frau von Flug hatte auch ein Ambo, allein die Nachlosung entschied für Erstern.

Terno. Ein hölzernes Arbeits Körbchen …

Herr Hofrath von Guggenthal; verehrte es gleich der Comtesse Helene v. Welsperg.

Qua Terno. Hölzerne schwarz pollirte Zucker-Büchse mit eingelegten chinesischen Figuren …

Herr Leuz – Beamter der Bau-Direction.

Cinquin. Argantische Tisch Lampe mit Glassturz …

Herr Sparowitz.


Tombolla. Eine Reise Schreib Etui …

Frau Baron Ant. Zois.

______________________________________________

Es wurden bei beyden Spielen jeden Theilnehmer ein Blatt gegen Entrichtung 10 xr erfolgt, dann aber die übrigen Blätter wie gewöhnlich licitirt; nachdem in diesen 2 Spielen ein Rest über den Einkunfts Betrag der ausgespielten Gegenstände sich ergeben, so wurde von diesem Rest ein Stück zu einer Tombolla unentgeltlich gewidmet; näml.

Ein Theater Perspektiv ganz moderner Art – bloß als Tombolla bestimmt …

gewann der abwesende B r Mladota für welchen H. Bar. Mac-Neven Loose gewonnen hatte.

Ein jeder Theilnehmer hatte ein Blatt unentgeltlich erhalten.


1834/277
Ljubljana, 9. december 1834



Wiener Agenten Nachrichten enthalten, daß die Vermählung des H. Grafen Shandor mit der Prinzessin Tochter S r Durchlaucht des Fürsten Staats-Kanzlers – erst im nächsten Carnevalle statt finden solle, also noch nicht – wie leztlich berichtet wurde, am 18 ten v. M. – statt gefunden habe; – daß Graf Shandor sich zu Wien etabliren gedenke, und bereits ein großes Hôtel angekauft habe.

______________________________________________

Gestern war der Casino Besuch von Damen stärker, als von Herrn; der Saal war indessen ziemlich von Tombolla Theilnehmern gefüllt.


1834/278
Ljubljana, 10. december 1834



Das dermalen zu Görz garnisonirende 11 te Jäger Bat. marschirt nach Dalmatien. – In Folge dieses Ausmarsches, wird das bisher zu Neustadtl und Adelsberg auf Landes-Sicherheit dislocirte Landwehr Baton von Albert Gyulai nach Görz in die Garnison übersezt; das hier zu Laibach und Krainburg befindliche Baton des Brooder Grenz Regmts. unter Major Baron Fronmiller zur Landes-Sicherheit nach Neustadtl und Adelsberg dislocirt, und statt leztern, ein Bat. Gradiscaner mit 2 Comp. nach Krainburg u. mit 4 Comp. nach Laibach bestimmt. Der Rgts. Staab von dem Brooder Grenz Regt. bleibt in Laibach, und jener von Gradiscanern – zu Klagenfurth.


1834/279
Ljubljana, 13. december 1834



Die gestern im Deutschen Ordenshause abgehaltene Versamlung hatte die Wahl für dieEnde xbris von der Direction der Casino Gesellschaft austrettenden Mitglieder zum Gegenstande. Bey der dießfalls früher statt gefundenen Losung waren zum Austritt bestimmt:

Vom Adel H. Graf Jos. Thurn und Bar. Ant. Codelli

Vom Bürgerstande Der H. Bürgermeister Hradezky und H. Gale

Vom Beamtenstande H. Landrath Tschopp und Gubern. Expedits Director Bradatsch.

Die neue Wahl fiel nach anliegenden Wahl Resultat auf dieselben, ausschlüßig H. Grafen Jos. Thurn, für welchen H. Baron Franz Lazzarini die meisten Stimmen hatte.

______________________________________________

Der bekannte Handelsman Canz, Innhaber der privilegirten Schwamm Fabrick ist gestern Nachmittag gestorben; einige Stunden vor seinem Tode, ist seine Tochter glücklich





entbunden worden, daher ein Enkel in die Welt, und der Großvater aus der Welt getretten.


1834/280
Ljubljana, 14. december 1834



Agenten Nachrichten gemäß, hätten S e Majestaet der Kaiser allerhöchst Ihr Portrait in Lebensgröße, dem k. Preußischen, den allerhöchsten Namen S r Majestaet des Kaisers Franz Iten führenden Regimente der Grenadiers verehrt, und das Portrait soll von Amerling gemahlt, trefflich gelungen, im preusischen Uniform des Grenadier Regmts., und dem schwarzen Ardler-Orden geziert seyn.

Das am Rennweg befindliche Palais S r Durchlaucht des Fürsten v. Metternich wurde izt schon abgetragen, damit an dessen Stelle im neuesten heroischen Style, ein anderes erbauet werde.

Das Beet des Wien-Flußes soll gepflastert werden, um den Ablauf des Schlammes und des Unrathes mehr zu befördern, und die bisherigen, bösartigen Ausdünstungen zu entfernen.

An bösartigen Blattern, sollen sich die Sterbfälle in Wien vermehren.

Der berühmte Compositeur Straus soll mit seiner musikalischen Gesellschaft eine Einladung nach Berlin erhalten haben, und dahin zu reisen, bereit seyn. S e kais. Hoheit


der EH Raineur vice König in Italien, sollen am 10 ten d. von Wien nach Italien abzureisen, beschlossen haben.

______________________________________________

Hanekart OberstLieut. vom General Quartiermeisterstaabe als Oberster pens. und zum Hofe des Herzog von Modena bestimmt.

G r Cavasini GM

B r Domakus pens. Major, Marien Theresien Ordens Ritter, und

Oberst Szerelem von Coburg Husaren; alle 3 gestorben.


Theater Austheilung vom 14ten bis 21 xbris 1834

Sontag den 14 tenJulerl die Putzmacherinn

Montag '' 15 ten … Staberls Reise Abentheuer

Dienstag '' 16 ten … Das Tournier zu Kronstein

Mittwoch '' 17 ten … / / /

Donnerstag '' 18 ten … Peter Szapar oder: der Held in Sklavenketten

Freytag den 19 ten … / / /

Samstag '' 20 ten … Zampa

Sonntag '' 21 ten … Johann von Montfacon


1834/281
Ljubljana, 15. december 1834



Der Herr Baron von Rechbach, Kreishauptmann zu Neustadtl, welcher vor einigen Tagen mit seinem Sohne Gustav anher gekomen war, um demselben bis hieher zu begleiten, von wo er bereits nach Gratz in die dortige Cadeten Compagnie bestimmt, abgegangen ist –, reisete heute wieder nach Neustadtl zurück.

______________________________________________

Gestern war, wie gewöhnlich Gesellschaft bei H. Grafen von Welsperg –, und heute ist Gesellschaft im Casino.


1834/282
Ljubljana, 16. december 1834



Wiener Agenten Bericht bringt:

Die normalmäßige Pensionirung des H. FMLts und Divisioneurs in Agram – Abele von Lilienberg;

Die Uibersetzung des H. FMLts und Festungs Comdten. in Ragusa Tazza Edlen von Feldbruck als Divisioneur nach Agram;

Die Beförderung des Obersten von Oguliner Grenz Regmt. Ritter von Turzki zum General Major-Brigadier und FestungsComdten. von Ragusa.

GM Gajoli

Hptm. Freyherr v. Treville – in Pension sind gestorben.

Major Leon von Hessen Homburg Inf. werde normalmäßig pensionirt.

Obgleich S e Majestaet der Kaiser die Ertheilung der wöchentlichen Audienzen an S e kais. Hoheit, dem EH Anton übertragen haben: so befänden sich S e Majestaet wohl, und zeigten sich durch Ausfahren, dem Volke öfters.

Der berühmte Menagerie Besitzer und wilde Thiere Bändiger Van Acken – welcher wegen Erkaufung neuer Thiere zur Vermehrung seiner Menagerie in London, von Wien abwesend seyn soll, wäre auf dieser Reise – abermal gestorben.

Hinsichtlich


der Erscheinung des schon längst besprochenen großen Generals-Avancements hegt der Agent Zweifel, daß dieses statt finden, überhaupt glaubt derselbe, daß dießfälliges Gerede – grundlos gewesen seyn dürfte.

______________________________________________

Das für Donnerstag den 18 ten d. M. im hiesigen Theater zur Ausführung bestimmte Stück: Peter Szápar oder der Held in Sklavenketten, soll zur Einnahme Demoisellen Reger bestimmt seyn.


1834/283
Ljubljana, 17. december 1834



Frau Gräfin Anton von Thurn ist vor einigen Tagen über Wien und Gratz hier bei Ihrer Familie angekommen.


1834/284
Ljubljana, 18. december 1834



Gestern war das Soire bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur nicht sehr zahlreich besucht.

Bei der am 16 ten d. M. abgehaltenen Wahl der Direction der Philharmonischen Gesellschaft, ist Herr Baron Franz von Lazzarini auch zum Repraesentanten der Zuhörenden Mitglieder, gewählt worden.


1834/285
Ljubljana, 19. december 1834



Lezten Montag war das Casino im Ganzen nur mittelmäßig besucht gewesen, allein die Tombolla-Unterhaltg. war wieder recht anziehend:

Mit Ausgabe der Blätter an jeden Theilnehmer á 10 xr Vergüttung p r Blatt, und mit Licitirung der übrigen Blätter um höhern Betrag – wurde wie sonst verfahren.

Im ersten Spiele erfreuten sich der Treffer:

Ambo … Spielmarken Trägerln … Herr Gr. v. Saurau

Terno … Ein stählerner Ringträger … Frau Gräfin von Zois

Quaterno … Ein Schreibzeug von Perlmutter … Fral. Jacobine von Flug durch den delegirten H. Bar. v. Mladota

Cinquin … Silbernes Nadelbüchsel in Form eines Schlüssels mit Ketten und Haken … Frl. Fanni Pasquali

Tombolla … Ein eingelegtes pollirtes, und mit schwarzen Figuren, auch mit Landschaften ausgelegtes, sehr niedlich gearbeitetes – Damen-Arbeits-Tischchen … Herr OberstLieut. von Seppenburg.

Im 2ten Spiele erhielten:

Ambo … Ein blechen laquirtes Brodkörbchen … H. Bar. Tallazko


Terno … Porzolaine Kaffee Tasse … H. Bar. Spiegelfeld

Qua Terno … Ein hölzern pollirtes Lesepult … H. Gr. von Saurau

Cinquin … Eine eiserne schön gearbeitete Lichtscheere mit einer derlei gravirten Tazzen … Frlein. Therese v. Buffa

Tombolla … Eine Stockuhr, niedlich gearbeitet, unter einem Sturzglas – für 15 fr erkauft … H. Bar. Franz Lazzarini.

______________________________________________

Noch wurde eine dritte gratis Tombolla zur Verlängerung des Vergnügens vorgeschlagen, und die Treffer in Papieren verpackt und versiegelt auf den Tisch rangirt.

Ambomacht Frl. Beathe von Zois!

In einer Quantitaet Papier verwickelt, findet sich ein gewöhnlich-ordinaires Phosphor-Zind-Flaschchen; – und in einem andern, noch größern Päckhen Papierln verwickelt kam – endlich zum Vorschein: drey Schmisette Knöpfchen von Bronze.

TernoHerr Terpinz!

Zwei ordinaire Papier Tosen wohl verpackt, dann in


einer Menge von kleinen Schächtelchen, deren wenigstens bis 10, immer eine in der andern gesteckt – fanden sich in der lezten – eiserne Schmisette Knöpfe vor.

Qua TernoFrau Gräfin von Zois!

Im ersten Volumen war eine bleiherne Kinder-Sackuhr vorgefunden; in weitern eröffnen der Papier Umwicklungen, kamen ein paar bronzene Ohrgehänge zum Vorschein.

Frau Gräfin gab leztere Frl. Tochter Gabriele.

CinquinDie Frau des jungen Kaufman Aichholzer.

Ein Marzibanbrod fand sich in der ersten Umwickelung; im weitern enthüllen der Papier, kam noch eine ordinaire Lichtscheere, und endlich in einem weitern, mit vielen Papieren umwickelten Paketchen, – ein Schachbrett sammt Figuren in Vorschein.

Tombolla … erhielt Herr Baron von Mladota.

Einen bleihernen Hirsch in der ersten Umwickelung, endlich in weitern vielfachen Papier-Umschlag: Eine Lornette mit Perlmutter und in silber gefaßt.

______________________________________________

Die junge


Welt wollte sich noch ferners unter sich selbst unterhalten, und es trat eine gewählte Gesellschaft noch besonders zusammen, um ein Tombolla-Spiel zu machen.

Zum Ambo … wurde der bleyerne Hirsch und die bleyerne Kindersack-Uhr –

Zum Terno … die 3 bronzene Schmisette Knöpfchen –

'' Quaterno … die bronzenen Ohringe –

'' Cinquin … Ein Skarnitz Zuckerwerk –

Zur Tombolla … der blech laquirte Brodkorb – bestimmt.

In diese Gewinnste theilten sich die Treffer

des Ambo … Comtesse Mathilde v. Welsperg

Terno … '' Helene v. Welsperg

Qua Terno … Frl. Charlotte Lepuschitz

Cinquin … Frl. Beathe v. Zois

Tombolla … Comtesse Mathilde v. Welsperg.

______________________________________________

Montag den 22 ten dieses wird keine Casino Gesellschaft seyn, und die nächste Kasino Gesellschaft wird Montag den 29 ten xbris 1834 statt finden.


1834/286
Ljubljana, 19. december 1834 II



Die bösartige Krankheit der häutigen Bräune herrscht hier stark unter den Kindern. In der Nacht vom 16 ten auf den 17 ten d. näml. vom Dienstag zum Mittwoch soll auch die kleinste Fräule Mathilde von H. B r Zois mit ähnlichen Anfalle sehr in Gefahr gewesen seyn.

Baronesse Daria von Schmidburg soll, wie man mit allseitiger Theilnahme vernimmt, sich bessern, und Hoffnung haben, bald das Bett verlassen zu dürfen.

Bei S r Excellence wird izt kein Soiré, bis den 31 ten d. M. erst wieder, das Neujahrs-Soiré seyn.

______________________________________________

Privat-Nachrichten zu Folge ist es davon abgekommen, daß H. Graf von Wickenburg von Gratz nach Linz – übersezt werden solle; doch verlautet noch nicht, wer die Bestimmung nach Linz – auf den vom H. Grafen v. Ugarte verlassenen Platz, erhalten würde.


1834/287
Ljubljana, 20. december 1834



Wiener Agenten Bericht:

Am 11 ten d. M. seye im Appartement S r kais. Hoheit des EH Franz Carl – und respt. Ihrer kais. Hoheit der Frauen Frauen EH Sophie ein Hof-Cercle gegeben worden.

Der Herr Fürst v. Kinsky dürfte die Bestimmung nach Linz erhalten.

Wenn es nicht dazu komme, daß die Hofkammer in Sectionen getheilt, sondern im Statu quo verbleiben sollte –, wäre man vielseitiger Meynung, daß Herr Graf Münch von Bellinghausen – u. Bundestags-Präsidial-Gesandte, zum Hofkammer Präsidenten, ernannt werden dürfte.

Die Verhandlungen hinsichtlich der neuen Organisirung der Gränzwache sollen im vollen Gange, allein unter mehreren Momenten nicht zu hoffen seyn, daß das Resultat zur Sanctionirung S r Majestaet vorgelegt werden würde.

Der Genuß des dießjährigen, überaus geistigen, lieblich zu genüssenden Weins, soll in der Umgegend Wiens – schon große Opfer gekostet haben; alle Aerzte wären der übereinstimmenden Meinung, daß dieser Wein, selbst mäßig genossen, besonders auf vollblütige Naturen –, sehr gefahrvoll einwirkt, und Schlagflüsse erzeugt.


Der beliebte Tanz-Musick-Componist Strauss – welcher über Prag nach Berlin mit seinem Orchester gereiset war, soll in Berlin sehr gute Aufnahme gefunden haben, und von Ihrer Majestaet der Kaiserinn von Rußland, dann von S r Majestaet dem Könige von Preußen, und Ihrer königl. Hoheit der Kronprinzessin von Preußen, mit zwey Tabatieren von Gold mit Brillanten, jede 100 Duckaten im Werthe, dann einem Brillantring beschenkt worden, von dem Prager Publicum aber für einen gewöhnlichen Tonsetzer und Concertmeister – erklärt worden seyn, und bereits nach Wien rückgekehrt, in der Reunion zu Hitzing, dann im Sperls-Saale, die Wiener Welt – unter persönlicher Leitung des Orchesters – erfreuet haben.

Der k. bayersche Gesandte am Wiener Hofe, treffe Anstalten, um vor der Abreise S r königl. Hoheit des Kronprinzen von Bayern aus Wien, noch ein glänzendes Dinér zu geben.

______________________________________________

Szilliack Major v. Ottochaner – wird zum Szluiner Grenz Regt. übersezt.

Den Curs vom 16ten d. M. bezeichnet der Agent:

Metaliques á 5 0/8 … 99 29/32 fr CM

Anlehen vom Jahre 1834 … 557 3/16 fr CM.


1834/288
Ljubljana, 21. december 1834



Gestern sind am frühen Morgen die 3 Comp. des Broder Grenz Regts. unter Herrn Major von Fronmiller von hier nach Neustadtlabmarschirt, nachdem schon vorgestern eine Comp. über Reifnitz nach Gottschee abgerückt ist, und vor mehreren Tagen 2 Compagnien von hier nach Adelsberg abgezogen sind, welch Leztere den Adelsberger Kreis besetzen, und sich in der Dislocation bis Wippach ausdehnen. Frau B r Gramont ist mit Ihrem H. Gemahl vor mehreren Tagen nach Triest gereist, und wird nun in Wippach wohnen, wohin der H. Gemahl mit seiner Comp. die Bestimmung erhielt.

Gegen Mittag ist auch gestern das Bat. des Gradiscaner Grenz Regts. unter Major Cruscai mit 4 Compagnien hier eingerückt, nachdem 2 Compagnien in Krainburg geblieben waren. Unter den hier eingerückten 4 Compagnien ist auch jene des Hptm.


v. Martini, welcher seine Wohnung im 2 ten Stock des Hauses, wo Frau Gräfin Stubenberg wohnt, – erhält.

______________________________________________

Das Theater bleibt von Montag den 22 ten bis einschlüßig nächsten Freytag den 26 ten d. M. geschlossen.


1834/289
Ljubljana, 23. december 1834



Wiener Agenten Bericht vom 19 ten d. M. enthält:

Man wäre in Wien nach einigen der Meinung der Deutschen Bundes-Präsidial-Gesandte H. Graf Münch Bellinghausen – nach andern, der ungarische Hofkammer Präsident Herr Graf Carl von Zichy solle das Präsidium im Komerz- und Kreditswesen erhalten –; allein der Anhang oder das Postskriptum dieses Berichts gibt die bedauerungswürdige Nachricht, daß H. Graf Carl v. Zichy am 14 ten d. M. in Ofen – mit Hinterlassung 14 – meist unversorgten Kindern, am Miserere gestorben seye –; wornach jedes fernere dieser oder jener – von selbst gehoben seyn dürfte.

Der berühmte vaterländische Dichter Raupach seye ebenfalls gestorben.

Der bey mehreren wichtigen diplomatischen Sendungen – zu London etz. verwendet wordene, sehr geschickte Diplomat Freyherr v. Neumann befinde sich dermalen in Wien, und weil derselbe sich daselbst ein Hôtel erkaufte, seye man der Meynung, er werde bei der geheimen Haus-Hof- und Staats-Kanzlei in Wien verwendet werden.

Uiber den ruchlosen Beschluß oder Antrag der revolutionairen


Propaganda seye man in Wien allgemein entrüstet –; welche eben so ruchlose Menschen aussendete, um die hohen Monarchen zu ermorden; – und man seye ganz der Hoffnung, daß weder dieser teufelische Anschlag, noch es anders gelingen wird, in unserm geliebten Vaterlande, unter der Seegensreichen, ins 43 Jahr schreitenden Regierung S r Majestaet unsers allerseits hochverehrten Monarchen, die beabsichtigte, auf Mord und Raub deutende Unordnung –, hervor zu bringen.

Der Curs am Tage des 19 ten xbris wird folgend notirt:

Anlechen vom Jahre 1821 … 137 3/4 f CM

'' '' '' '' 1834 … 555 f ''

Metaliques 99 5/6 f ''

Bank-Actien 1277 2/3 f''

______________________________________________

Herr Traeger, Concepts Praticant bei der Laibacher Polizei Direction, wurde Polizei Commissair in Wien.


1834/290
Ljubljana, 27. december 1834



Baronesse Daria v. Schmidburg gehet es etwas Weniges besser; allein Baronesse Fani v. Schmidburg mußte zur Ader gelassen werden.

Frau Gräfinn von Welsersheim ist seit mehreren Tagen auch unwohl, doch gehet es schon besser.

Graf Pepi von Auersperg ist auch erkrankt; – D r Kogel besorgte eine Hirnentzündung, beugte vor, und es gehet izt auch schon besser.

Graf Anton von Auersperg gedenket eine Reise nach Italien zu machen.

Montags den 29 ten d. ist Casino Gesellschaft und Tombolla Spiel; am künftigen Neujahrstag – nämlich Donnerstags den ersten Jenner, Soiré bei S r Excellence dem H. Gouverneur.


1834/291
Ljubljana, 28. december 1834



Nach Privat-Nachrichten soll der Herr Fürst Hohenlohe –, bekannt durch die wunderbaren Heilungen, derzeit Mitglied des Groswardeiner Domkapitels – Erzbischof zu Görz werden.

Vor etwa 10–12 Tagen ist aus Italien ein Artillerie Cadet während des Transports nach Oesterreich, ins hiesige Milit. Spital abgegeben worden; derselbe war so un glücklich, daß ihme durch den Fall einer Kanone, ein Fuß gebrochen, welcher, da es der eingetrettene Brand nothwendig machte, heute vor 8 Tagen hier im Milit. Spital, dem Cadeten abgenommen werden mußte; ein großes Unglück für einen jungen, Hoffnungsvollen Menschen. Es soll hier eine Samlung für denselben im Antrage seyn, um durch den Ertrag derselben, für den jungen Mann, einen hölzernen mechanischen Fuß beizuschaffen.

Lezten heil. Abend den 24 ten d. M. soll hier auf den Kastellberge ein Feuer entstanden; glücklicherweise aber schnell getilgt worden seyn, ohne daß ein Allarm ent-


standen ist.

Am 29 ten d. M. wird das Landwehr Bataillon von Albert Gyulai Inf. von Neustadtl hier in Laibach ankommen, am 30 ten Rastag halten, und am 31 ten seinen Marsch nach Görz weiter fortsetzen.

Auch werden königl. grichische in Bayern angeworbene Truppen nächstens über Laibach zur Einschiffung nach Triest, passiren.


1834/292
Ljubljana, 29. december 1834



Gestern war bei S r fürstlichen Gnaden H. Bischof zahlreicher Besuch –, und wäre Nachmittags bey S r Excellence dem Herrn Gouverneur noch zahlreicher gewesen, allein S e Excellence erkrankten, und so war kein Empfang.

Auch gehet es, wie man vernimmt, mit den beyden Baronessen von Schmidburg, noch immer nicht so gut in Ihrem Krankenbefinden, daß man sie gerettet hoffen darf!

______________________________________________

Heute ist Casino Gesellschaft und Tombolla Spiel. Nächsten Montag den 4 ten Jaenner wird ebenfalls noch Tombolla Spiel seyn.


1834/293
Ljubljana, 30. december 1834



Gestern war der Besuch des Casino’s ziemlich stark –; obschon von der Familie des H. Gouverneurs Niemand da gewesen, so war die Gesellschaft durch die Familie der Frau Gräfin Weichard von Auersperg – und jene der Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg vermehrt worden, auch Frau Gräfin Therese von Auersperg nahm an der Gesellschaft und am Tombolla Spiel – Theil. Wie gewöhnlich wurden Blätter zu 10 xr das Stück ausgegeben, und die erübrigten, licitirt.

Bei der ersten Tombolla wurden die Gewinnste folgenden zu Theil:

Ambo … Ein brillantirt geschliffener Flaçon.

Zwei Theilnehmer; nach der Losung fiel dieser der Schwägerinn Kaufmann Bachlers zu.

Terno … Eine Porzulaine Kaffee Tasse.

H. Gubernialrath Sicard.


Quaterno … Ein Kardanchen worauf allerlei Muscheln sind, und auf diesen ein Kanninchen von gepreßter Arbeit sitzt; im Kardanel aber 6paar feine kurze Damen Handschuhe.

Hptmann. Franz.

Cinquin … Ein blattirter netter Brodkorb.

Herr B r Ant. Codelli.

Tombolla ... Ein Schreibzeug von Bronze.

Comtesse Helene v. Welsperg; für Hptmann. v. Martini.

Bei der 2ten Tombolla gegen 10 xr das Blatt etz.

Ambo … Einen seidenen Beutel, welcher unterhalb mit 2 schönen weißen Muscheln gerundet ist.

Frau Baron von Zois.

Terno … Eine Haarbürste mit blattirten Rücken.

Frau Platzhptmannin. Bar. Mallowetz.


Qua Terno … Eine Zündmaschine von Bronze.

Der Sohn des † D r Pobers.

Cinquin … Ein nettes Spielmarken Kastel mit Muscheln ausgelegt.

H. D r Juris Pasquali.

Tombolla ... Ein Etui, worin 6 silberne Kaffee Löffel von gepreßter Arbeit.

Frau Gräfin Cöcile v. Lichtenberg, mit dem Blatte H. von Coponi!

Die dritte Tombolla war gratis:

Ambo … Ein geschliffenes Glas.

Die Frau des jungen Aichholzer.

Terno … Ein geschliffenes Glas besserer Gattung.

H. Graf v. Welsperg und Frau v. Sicard. Nach der Losung der Leztern geblieben.

QuaTerno … Eine Kaffee Schale rothen Anstreichs.

Der junge von Buzzi.


Cinquin … Eine Kaffeeschale bronzirt wie vergoldet;

Frau Gräfin Weichard v. Auersperg.

Tombolla … Eine Porzulaine Kaffee Tasse.

Frau Baron Ant. Codelli.

______________________________________________

Damit war die 10 te Stunde erreicht, und die Gesellschaft trennte sich. Am 5 ten Jänner d. i. künftigen Montag ist noch Tombolla Spiel .

Theater Austheilung für die laufende Woche:

Dienstag den 30 ten xbris. Sollten die beyden Foster gegeben werden; wegen Erkrankung H. Stockum – wird Zampa gegeben.

Mittwoch den 31 ten xbris / / /

Donnerstag den 1 ten Jänner 1835. Der Doppelgänger

Freytag den 2 ten '' '' '' / / /

Samstag den 3 ten '' '' '' Magerle und Handschuh.

Sonntag den 4 ten '' '' '' Das Pfeffer-Röslein.

______________________________________________

Donnerstag als am Neujahrstage ist Soire bei S r Excellence dem H. Gouverneur.


1834/294
Ljubljana, 30. december 1834 II


Eure Excellence!

Wollen gnädigst geruhen, die hohe Verehrung zu genehmigen, welche ich aus Anlaß des eintrettenden Jahreswechsels Hochdenenselben darzubringen, und meine innigsten Wünsche Eure Excellence zu Füssen zu legen wage, auf das die Vorsehung Eure Excellence fortdauernde Gesundheit verleihen, und das theuere Leben Eure Excellence zum Wohle der Menschheit noch viele Jahre erhalten möge, auch Eure Excellence hochverehrter Familie aller Seegen des Himmels zukommen, mir aber das Glück zu theil werden möchte, mich des hohen Wohl-


wollens noch lange erfreuen zu dürfen. Der Himmel verleihe diesen heißen Wünschen den vollkommensten Seegen, und mir die fernere Gnade Eure Excellence, um welche ich unterthänigst bitte, und mit unbegränzter Verehrung mich zeichne.

Eure Excellence
unterthänigst dankbarer
Franz Hptm.

1834/295
Ljubljana, 31. december 1834



Frau Gräfin von Saurau ist vor mehreren Tagen wegen der Entbindung Ihrer Frau Schwester v. Khünburg, nach Gratz abgereiset.

Frau Baron Antoine von Schweiger ist mit Familie vor einigen Tagen hier angekommen.

Man spricht seyt einigen Tagen, daß H. Gubernial Secretair v. Jacomini zum Gubernialrath befördert, jedoch von hier nach Inspruck übersezt werden solle.

Nächsten Freytag den 2 ten Jänner 1835 gibt die Philharmonische Gesellschaft zum Besten ihres Musick Fondes, eine bezahlte musickalische Ackademie.

Gestern ist hier ein Transport pohlnischer Flüchtlinge, welche in Triest nach Americka eingeschift werden, wieder hier angekomen, welche heute nach Triest, von hier abtransportirt worden sind.

Das Landwehr Bataillon von Albert Gyulai, welches gestern hier Rastag hielt, ist heute wieder nach seiner Bestimmung nach Görz – von hier weiter marschirt.

Die in Bayern angeworbenen königl. grichischen Truppen, kommen im nächsten Monat Jaenner in 2 Collonen; die erste


Collone kommt den 10 ten Jaenner, bleibt den 11 ten , 12 ten , 13 ten in Laibach, die zweyte Collone kommt den 12 ten , bleibt den 13 ten in Laibach, und den 14 ten Jaenner rücken beyde Collonen von hier nach Triest – ab.


1834/296
Ljubljana, 31. december 1834 II


Eure Excellence!

Bringe ich unterthänigsten Dank Namens des Unglücklichen, für welchem Hochdieselben die Gnade hatten, gestern einen Beytrag an mich zu senden. Ich werde nach Eure Excellence Weisung alles besorgen, und vom Erfolg berichten.

Auch fühle ich mich verpflichtet, Eure Excellence für die mir geschenkten gnädigsten Gesinnungen, meinen unterthänigsten Dank zu Füssen zu legen, und die innigsten Wünsche zu wiederholen, daß der Himmel über Eure Excellence, und jedes Glied der hochverehrten Familie allen Seegen senden, und lange Jahre alle


Gesundheit verleihen wolle. Zugleich wiederhole die unterthänigste Bitte, meinen gestern abgeschickten schuldigen Wunsch wegen des Jahreswechsels, gnädigst zu genehmigen, und mich in fernern Gnaden erhalten zu wollen.

Mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Opombe

1. Na istem listu kot št. 49.

2. V originalu je napaka v letnici – 1833 namesto 1834.

3. V originalu je napačna letnica 1824.

4. Na istem listu kot št. 123.

5. Pravilno: Juli

6. V originalu je napačen datum – 11. julij

7. Na istem listu kot št. 234.

8. Pravilno Mittwoch

9. Na istem listu kot št. 252.

10. Na istem listu kot št. 257.

11. Na istem listu kot št. 275.

12. Na istem listu kot št. 283.