1.
Bar. Richard von Lazarini wurde heute wegen seiner vorhabenden Vermählung – zum 2 ten mal kirchlich verkündiget.
Gestern meine Verehrung persönlich darzubringen hatte ich Hochderoselben Ankunft sehnlichst gehoft. Der Herr hat es anders gewollt, und fand mich einigermassen dadurch getröstet, daß Eure Excellenz nicht eigenes Unwohlseyn, sondern nur aus Vorsicht die Tour hieher aufgegeben haben, um in keine Recitive zu kommen, allein das Unwohl Befinden der gnädigen Comtesse bedauere ich recht sehr, und wünsche innigst baldige Genesung indem ich Hochderselben
vielmalen die Hand küsse. Ich habe auch gestern von den Soirée nichts profitirt. Mehrere Umstände bestimmten mich dazu. Wenn Eure Excellenz erlauben, werde Mittwoch die Freyheit mir nehmen, auf paar Stunden nach Lustall zu kommen, und über ein und anderes von Bar. Busette mündlich zu referiren. Der Casino Custos bath mich, Eure Excellenz seinen unterthänigen Glückwunsch zum neuen Jahr zu Füssen zu legen, und das anliegende Verzeichniß
zu überreichen.
Mich zu fernern Gnaden empfehlend geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 2 ten Janner
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
2.
Gestern war die Tombolla ziemlich zahlreich besucht. Die Blätter wurden das Stück á 10 xr ausgegeben, ohne Beschränkung der wünschenden Zahl. Im ersten Spiele erhielten :
Ambo … Sechs paar weiß lederne Handschuh für Damen.
3 Theilnehmer – Gub. Concipist v. Fischer.
Terno … Ein Damen Fächer von weißen Horn, durchbrochene Arbeit mit gefärbter Blumen Quirlande und einen Futteral dazu.
H. Graf Ant. Thurn.
Quaterno … Ein silbern Milch-Schöpper.
2 Theilnehmer. Baronesse Mathilde von Schmidburg.
Cinquin … Eine große Tisch- oder Zimmerlampe mit Gestell von Bronze, zur Oehlbeleuchtung.
Fräulein Kumar für H. Kregel.
Tombolla … Ein silbern, breites Tortenmesser, mit durchbrochener Arbeit.
Frau Gräfin von Leininigen.
Im zweiten Spiele :
Ambo … Sechs paar weiß lederne Damen Handschuhe.
2 Theilnehmer. H. Peschko.
Terno … Damen Tanz-Engagements-Notatenbüchel mit Deckeln von Perlmutter. Auf einer Seiten ein – einen Großen großer oder kleiner Spiegel von Metall, auf der andern Seiten ein gelber Haken, das Büchel in die Leibbinde zu stecken.
H. Jos. von Pagliarucci.
Quaterno … Eine silberne Zuckerzange von gepreßter Arbeit.
H. Feldkriegs Commissair Damis.
Cinquin … Eine kleine Wanduhr mit Zifferblatt von weißen Metall, mit Schnuren Gewicht, auf einen niedlich gearbeiteten, schwarz pollirten, mit Gold verzierten Holze.
Herr OberstLieut. v. Seppenburg –; dessen Ruff: Cinquin mit einem außerordentlich, schreyenden und anhaltenden Oh! – Oh! begleitet wurde.
Diese letzten zwei Herrn wechselten Ihre Gewinnste mit einander freywillig. –
Tombolla … Ein silbern Trinkbecher – leicht – und inwendig vergoldet.
H. Kreis Ingenieur Voiker.
Nach diesen wurde eine kleine Zuckerl Tombolla noch veran-
staltet, welche aber als klein –, bald geendet wurde.
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Gestern war die Kälte 16–17 Grad, heute Dienstag – früh 9 Uhr ist der Termometer auf 20 Grad.
4. 2
Der hiesige Milit. Verpflegs Verwalter Butterwek, dessen Bruder, der Feldkriegs-Commissair vorigen Jahrs von hier nach Lemberg übersetzt worden, – ist vorgestern Montags, und der pens. Gub. Secretair von Premerstein gestern Dienstags hier gestorben.
UnterLieut. Alexander Graf v. Thurn wird künftigen Dienstag den 10 ten d. M. von hier zu den Regt. Kaiser Jäger – nach Inspruck abgehen.
4.
Gestern Nachmittags 1 Uhr hatte 5 Schlitten von der Schlittenbahn profitirt. Drey Vorreiter waren den Equipagen vorgeritten, welch letztere jede eine Dame und einen Herrn führten. Man soll so viel es möglich gewesen, die Equipagen aufgeputzt haben. Die Equipagen waren vom H. Grafen Leiningen, Grafen Wolfg. Lichtenberg, Barbo, H. Gen. v. Pürquet und H. Obersten B r Rath. Die Damen: Frau Gräfin v. Leiningen, Frau Generalin, Frau Gräfin Barbo, Frau v. Sicard; die 5 te Dame ist nicht erfragt worden.
Die Gesellschaft bei H. Grafen v. Leiningen am Mittwoch war sehr zahlreich; die junge Welt sehr lebensfroh gewesen. Am nächsten Montag ist im Casino großer Ball. Am 16 ten Jän-
ner wird Tanzunterhaltung, am 23 ten Jänner eben dieselbe Unterhaltung, am 30 ten Jänner wieder großer Ball, und am 6 ten Febr. nur Tanzunterhaltung.
Hier zu Laibach sah man gestern Abend ebenfalls nur blitzen und hörte Donnern; das Wetter wird feucht.
Lege ich meinen unterthänigsten Dank für die mir geschenkte gnädige Aufnahme und zu theil wordenes Wohlwollen zu Füssen, und bitte meine ergebene Versicherung zu genehmigen, daß ich wieder so glücklich war, bei Eure Excellenz einige fröhliche Stunden zu durchleben. Ich wünsche, daß die gnädige Comtesse sich nur ganz erholen möchte, und küsse derselben und Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin vielmals die Hand.
Eure Excellenz wollen hochgeneigt meine Eile bey der Abreise zu entschuldigen geruhen, wodurch ich die mitgebrachte Einschreib-Matrickel vergessen bei Hochdenenselben gelassen habe. Gestern, als ich zur Wasser-Uiberfuhr gekommen, sahe ich einen heftigen Blitz und hörte ziemlich anhaltenden Donner bei Laibach. Der Horizont über Laibach war sehr finsterer Wolken voll, so, daß ich glaubte,
müsse in Laibach ein schreckliches Wetter seyn; indessen war hier nichts, als der Blitz gesehen, der Donner gehört worden.
Ich bin glücklich zu Haus angekommen, und erstatte auch Eure Excellenz für die Gnade unterthänigen Dank; so wie ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand küße – für die mir mitgegebene Decke, die mich sehr verwahrte. –
Um ferner gnädiges Wohlwollen bittend, zeichne mich mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
6 ten Jänner 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
5.
Viele Menschen hielten den Blitz – der auch außerordentlich war, am Donnerstag für ein Meteor, selbst der Donner war ganz eigener Art, und da der Laibacher Horizont mit sehr schwarzen Wolken umzogen war, besorgten viele den Ausbruch eines heftigen Sturmes, deren es in den letzten Monaten vergangenen Jahres, in vielen Weltgegenden gab. –
Bei der Schlittenfahrt am Donnerstag soll UnterLieut. Bar. Carl Schweiger, UnterLieut. v. Gold und Fähnrich Graf Strasoldo die Vorreiter gewesen, im ersten Schlitten H. Gr. Wolfgang Lichtenberg mit Frau Gräfin v. Leiningen; im 2 ten H. Gr. Barbo mit Frau Gräfin Saurau –, im 3 ten H. Oberst B r Rath mit Frau v. Sicard mit Baronesse Fany von Schmidburg –, im 4 ten Bar. Franz Lazarini mit Frau Gemahlin und Baronesse Mathilde v. Schmidburg –, dann
im 5 ten ObLt. Gr. Fries, ObLt. Gr. Nugent, ObLt. Vandony oder UntLt. Gr. Alex. Thurn dann UntLt. Bar. Egkh, welche keine Reitpferde bekamen, gefahren seyn. Die Unterhaltung war kurz, da die Bahn sehr schlecht war.
Am Mittwoch war die Gesellschaft bei H. Grafen Leiningen sehr zahlreich besucht. Die junge Welt ließ sich da vom Tanz nicht abhalten, und soll sich damit stürmisch unterhalten haben. Das Theater am Donnerstag war stark besucht, weil D elle Ehnes und der Passist Leitner sich angetragen hatten, bei den im Stücke vorkommenden Soiré des Schneiders Zwirn – zu singen. Indessen ist das Stück nicht ganz zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen.
H. Bar Bussette ist Donnerstag mit den Sterbsakramenten versehen worden. –
H. Gr. Jos. Auersperg ist Donnerstag von Wien hier zurück gelangt. H. Gr. v. Welsperg ist an Rothlauf im Gesicht – zu Bette. Gestern wurde Baron Richard v. Lazarini zum 3 ten , Landrechts Secretair Szar-
kotich mit Frl. Ulepitsch zum 2 ten mal – und Oberpostamts Verwalter Arlet mit Frl. Fany Fister, Schwester der Frau des D r Meyerhofers – zum erstenmal, wegen vorhabender Vereheligung kirchlich verkündiget worden.
6.
Heute sind der Landrechts Secretair Szarkotich zum 3 ten , Oberpostamts Verwalter Arlet zum 2 ten , und der Spediteur Lininger mit Frl. Pepi Jenko zum erstenmal, wegen vorhabender Vereheligung, kirchlich verkündiget worden.
Daß UnterLieut. Sigmund Gr. Thurn vom Regt. Deutschmeister zu Hohenlohe durch Tausch übersetzt werden wird, glaube schon berichtet zu haben.
Künftigen Mittwoch den 11 ten d. M. ist die Trauung H. Barons Richards v. Lazariniin Wien.
Für die künftige Woche ist die Theater Austheilung wie folgt:
Sonntag den 8 ten Jänner Lumpaci Vagabundus
Montag '' 9 ten '' / /
Dienstag '' 10 ten '' Der Verräther und Gesangstücke
Mittwoch '' 11 ten '' / /
Donnerstag den 12 ten Jänner Die Falschmünzer.
Benefice des Bassisten Leitner
Freytag den 13 ten Jänner / /
Samstag '' 14 ten '' Die Falschmünzer
Wage ich beiliegendes Loos N ro 52523 –welches auch den Gewinnst des Gratis Looses N ro 121393 mit den Fünften Theile anzusprechen hat, zu der am 31 ten d. M. statt findenden großen Ziehung der Realitäten Lotterie von D. Coiths Sohn – ergebenst anzubiethen:
Zu Gewinnen ist das große Haus N r 171 in Wien und die Kunst-Essig Fabrick N ro 301 in Znaim – oder die Ablösung dafür mit 18.000 Stück Goldduckaten.
Dann das Haus N ro 178 in Wien oder die Ablös-
ung dafür mit 4000 Stück Goldduckaten.
Bitte nicht ungnädig zu nehmen, und mich in fernern Gnaden zu erhalten. Küsse Ihrer Exc. der gnädigsten Gräfin die Hand, und auch die Hand der gnädigen Comtesse, welcher sehr sehr wünsche, der Strauchen bald – bald los zu werden. Geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 8 Jan. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
7.
Laut der allgemeinen Zeitung ist am 27 xber, als König Philipp Ludwig zur Eröffnung der Deputirten Kammer fuhr – auf Höchstdemselben durchs Wagenfenster geschossen und von den Glassplittern die im Wagen mitgesessenen Prinzen beschädigt worden; der König soll sich so kaltblütig dabei gezeigt haben, daß Höchstderselbe den Thäter selbst bezeichnete, welcher ergriffen und verhaftet worden, dessen Namen aber durch die Zeitung nicht genannt wird.
Gestern war – laut Bericht – die Gesellschaft bei Graf Welsperg sehr besucht; es wurde getanzt, und dauerte bis 11 Uhr. In der Redutte waren 136 Personen –; immer viel für die erste Tour.
8.
Der OberLieut. Rudolph v. Schmidburg Neffe S r Exc. des H. Gouverneurs ist gestern aus Wien hier angekommen, um von den Laibacher Fasching zu profitiren; er wird dan wieder nach Wien rückkehren, da er in der Zeichnungskanzlei des General Quartiermeister Staabs angestellt wird.
Gütiges Schreiben habe ich gestern Abend noch erhalten; ich wäre unendlich erfreut, wenn ich den Treffer Hochdenenselben zu übersenden, so glücklich gewesen wäre, welches sich bald entscheiden wird, da am letzten dieses Monats schon die Ziehung vor sich gehet. Ich habe gestern dreimal in der Laube Eure Excellenz Wohnung mich zu überzeigen gesucht, ob die gnädigen Damen angekommen wären, und verzichtete ganz auf deren Ankunft, da es schon ziemlich finster gewesen, als ich zum drittenmal da war, daher wurde ich später mit Eure Excellenz Schreiben überrascht. Den Casino Ball habe ich nicht gesehen, da mir der Uibel von gestern Abend sehr empfindlich war. Ich freue mich unendlich Eure Excellenz hier in Laibach zu ver-
ehren, und indem ich recht glückliche Ankunft wünsche, zeichne mich mit aller Ehrfurcht:
Eure Excellenz
Laibach den 10 Jänner
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Bringe ich meine Verehrung, da ich nichts zu berichten habe, einestheils – weil ich mit meinen Fuß wieder genirt bin, und nirgends hingehen kann, anderntheils, weil ich der Zuversicht lebe, daß Hochderoselben verehrten Damen gewieß berichten werden, wie es am letzten Sonntag bei H. Grafen von Welsperg munter zugegangen, wie man sich am Montag bei den überfüllten Casino sehr beengt befunden, wie man gestern Mittwochs sich bei H. Grafen von Leiningen charmant unterhalten hat! – Die Kreutberger sind wegen diesen Soiré gestern eigends zur Stadt gekommen, und heute wieder nach
Kreutberg rückgekehrt. Izt bereitet sich alles wieder für Sonntag zu H. Grafen v. Welsperg und für Dienstag zu den Cadeten Ball, welchen diese in der Redutt geben werden. Man ist nur für die Unterhaltungen Mund und Ohr, und H. Graf v. Aichelburg (Papa) ist aus Jauerburg sogar zum Fasching hieher gekommen! –
Herr von Schloissnigg – Gemahl der bewußten Gräfin Thurn und Taxis – hat durch seine Anwesenheit aus Klagenfurth einige Gesellschaften verherrlicht. Graf Deym Concepts Practicant, ist ebenfalls aus Klagenfurth hieher gekommen.
Mich zu fernern
Gnaden empfehlend geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
19 ten Jänner
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Habe ich die Ehre zu berichten, daß bis gestern Abend gar nichts Officielles wegen Ankunft S r kais. Hoheit des EH Carl hier gewesen. Bloß die Polizei Direction muß von jener in Triest benachrichtigt worden seyn, daß S e kais. Hoheit heute hier übernachten gedenken; ein Polizei Commissair hat bei Malitsch blos im allgemeinen angedeutet, einige Zimmer in Bereitschaft zu halten, ohne die Zahl der Erforderniß andeuten zu können. Malitsch hat 7 Zimmer in Bereitschaft, und von einem Triester Correspondenten Nachricht, daß gemäs des Aufbruchs von Triest, S e kais. Hoheit etwa um 6 Uhr Abends in Laibach eintreffen könnten; es würde aber einige Stunden vor Ankunft S r kais. Hoheit einer seiner Leibdiener als Curier voraus kommen, durch welchen definitiv alles Erforderliche angegeben werden wird. – Weder das Ober-Post-Amt, noch der Poststall hat über die Erforderniß an Postpferden, noch über die Zeit, wann solche in Bereitschaft gehalten werden sollen, bis gestern Abends ein Aviso erhalten gehabt. Wenn der EH hier übernachtet, so dürfte die Abreise morgen Sonntags wohl erst nach angehörter heil. Messe erfolgen. Das Milit. hat gar nichts Officielles – sondern ebenfalls in Folge
der Nachricht der Polizei Direction die Weisung gegeben, daß das Offes. Corps und alles in Bereitschaft bleiben solle, um bei Ankunft S r kais. Hoheit, wenn es erlaubt, oder wenn vor der Ankunft noch – etwas befohlen wird, die gebührenden Honeurs und Aufwartungen S r kais. Hoheit zu machen.
So viel habe ich gestern Abend erhoben; und indem ich mich zu fernern Gnaden anempfehle, mich mit aller Verehrung zeichne:
Eure Excellenz
Laibach den
21 ten Jänner 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
11.
S e kais. Hoheit sind gestern kurz vor 7 Uhr mit 6 Wagen hier angekommen; haben das Offes Corps an deren Spitze die beyden Herrn Generals waren, empfangen, und sind, wie man sagt, recht freundlich und munter gewesen.
S e Exc. der Herr Gouverneur –, der Herr Fürst Bischof, dann der Herr Hofrath Graf v. Welsperg wurden ebenfalls empfangen, dann wurde zur Tafel gegangen, wozu von den hiesigen H. Niemand geladen war. Im Gefolge S r kais. Hoheit war H. GdC Graf Grüne, die ehemalige Obersthofmeisterinn der Prinzessin, Gräfin von Elz etz. Heute morgens las der Herr Fürst Bischof bei den Ursulinern die Messe, und nach derselben, gegen halb 8 Uhr erfolgte die Abreise, nachdem alle die Herrn, welche gestern aufgewartet, so auch das Offes Corps nochmals heute vorgelassen worden waren.
Bezüglich der Gesundheit ist das Ansehen S r kais. Hoheit sehr gut. – Heute wird man sich bei H. Grafen von Welsperg –; morgen im Casino –; Dienstag auf den Ca-
deten Ball in der Redutt, Mittwoch beym Soirée bei S r Exc. dem H. Gouverneur mit Tanz unterhalten.
---------------
Heute Sonntags halten S e kais. Hoheit das Nachtlager zu Feistritz.
Geruhen meine innigsten Wünsche zu genehmigen, daß Hochdieselben recht gut nach Haus gekommen, recht wohl geruhet, und eine gute Nacht gehabt haben; meine besten Wünsche haben Eure Excellenz begleitet, und ich fühle mich wohl, wenn ich Hochdieselben Schmerzenlos – ohne körperlichen Leiden weiß. Gott erhalte Eure Excellenz! ich bitte um ferneres gnädige Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 28 Jänner
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Geruhen hochgeneigt meine innigste Theilnahme zu genehmigen, daß Hochdieselben sich seit Hochderoselben Rückkehr gut befinden, – ich wünsche im Grunde des besten Herzen, daß Eure Excellenz in recht wohlen Zustande anher kommen, und in diesem sich auch fortan erhalten möchten. – Ich profitire von all den Tanz nichts, denn, da niemals etwas neues, sondern immer dieselben Menschen, und Dinge es sind, die man sieht: so kann dieses kein Interesse einen Menschen gewähren, der wie man zu sagen pflegt, seine Jahre erreicht hat. Glücklich ist die Jugend, die immer zu Vergnügen bereit ist.
Die Ernennung des Gub. Rathes und Kreishauptmanns in Kloster Neuburg in Oesterreich H. Bar. Ant. v. Erben zum Hofrathe beym steyermärkischen Gubernium soll für H. Hofrath v. Welsperg Anlas eines Verdrusses seyn, weil derselbe – wie man sagt, selbst
zu den jungen Gouverneur qua talis nach Gratz sich hätte übersetzen lassen, als hier in Laibach zu bleiben. –
Heute – heißt es, würde die Vermählung der Comtesse Auersperg mit OberLieut. Graf Seifrid v. Lichtenberg statt finden.
Indem ich mich freue, Eure Excellenz recht wohl, bald persönlich hier zu verehren, bitte ich um ferner gnädiges Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
31 ten Jän. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Unterbreite Namens der bewußten Dame und Namens meiner ergebensten Dank für die gewogene Uiberschickung des Eau de Cologne, und habe die Ehre zu berichten, daß ich gestern Samstag Abends von 5 bis 9 Uhr bei Eure Excellence verehrte Familie zugebracht habe. Ihre Excellence die gnädige Gräfin war die ganze Zeit über auf den Kanape gelegen, doch angekleidet, welches seit Mittag – wo Hochdieselbe das Bett verließ, der Ruheplatz gewesen. Mittags wie Ihre Excellenz versicherten, war noch kein Appetit, u. Hochdieselbe hätten nur etwas Souce von eingemachter Schildkroten genossen. – Zur Jausen nahmen die gnädige Gräfin Chocolade, welche nach Versicherung – mit Appetit genossen wurde. Gegen 7 Uhr kam Gub. Rath D r Kogel, er fand Ihre Excellenz viel
besser, jedoch immer noch etwas in fieberhaften Zustand, und die Medicin von vorhergehenden Tage wurde zu wiederholen bestimmt, gleich gehollt, und Ihre Excellenz erklärten noch vor den einschlafen davon zu nehmen, nachdem Sie noch etwas Suppe zum Soupé nehmen wollten. – Um 9 Uhr giengen Ihre Excellenz zu Bette, ich wünschte mit wärmster Theilnahme eine recht gute Nacht und heutig gutes Befinden, weil Ihre Excellenz heute zur Messe zu fahren beabsichtigten, H. Gub. D r Kogel aber versprach, heute – ehe dieß geschieht, noch zu kommen, und sich von den Befinden der gnädigen Gräfin zu überzeigen.
Uiber die heute gemachte Anfrage: wie Ihre Excellenz geruhet haben, und wie das Befinden heute seye, erhielt ich die Antwort, daß es gut
ergehe, und Ihre Excellenz in die Kirche fahren werden. Es ist – wie gestern Eure Excellenz in Uibereinstimmung meiner innigsten Gesinnungen, aussprachen die unsichtbare, alles vermögende Hilfe von Oben – gekommen, und ich hoffe mit Zuversicht daß Eure Excellenz die gnädigste Gräfin morgen recht gut finden werden.
Gott erhalte nur Eure Excellence viele Jahre! Ich bitte um ferneres gnädigens Wohlwollen, und indem ich noch beyzufügen wage, daß die gnädige Comtesse sich recht gut befindet, geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 5 ten Febr. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Geruhen hochgeneigt zu genehmigen, daß meine innigsten Wünsche erfüllt sind, wenn Hochdieselben glücklich bei Hause angekommen sind, und eine recht gute Nacht gehabt haben. Ich habe gestern Ihre Excellenz die gnädige Gräfin zur Kirche begleitet, die gnädige Comtesse kam bald zurück, und fuhr gleich bis zur Kirche, von wo alle zu Fuß zur Frau Bar. v. Codelli gegangen sind, und sich alle wohl befinden. Der Himmel gib, daß auch Eure Excellenz recht wohl seyn mögen, ich Wünsche es im innersten meines Herzens, und habe keinen andern Sinn, als daß Gott Hochdieselben recht lange wohl erhalten wolle. Empfehle mich zu fernern Gnaden und
geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
9 ten Febr. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Geruhen vor allen meine hohe Verehrung zu genehmigen; ich hoffe morgen Samstags die Ehre zu haben, Hochdieselben in Lustall zu verehren, und wenn ich nicht lästig werde, Sonntags Hochdieselben hieher zu begleiten. Ich hätte gern gewagt, schon heute Freytags Nachmittags zu fahren; da ich aber glaube, heute Abend eine Nachricht von Frauen Gräfin Hycinthe wegen Ihrer in künftiger Woche bestimmte hieher Ankunft zu erhalten, so
muß ich auf das Vergnügen verzichten, schon heute Eure Excellenz von meinem dankbaren Gesinnungen für Hochderoselben große Güte für mich überzeugen, und die Versicherung ausdrücken zu können, daß ich mit steten innigsten Wunsche für Hochderoselben lange hier Erhaltung, bis zum Grabe mit aller Verehrung geharre:
Eure Excellenz
Laibach den
10 ten Febr. 1837
unterthänigst dankbarer
Franz Hptm.
Werden nach meinen innigsten Wünschen gewieß glücklich in Hochderoselben ruhigen Wohnung eingelangt seyn, und eine recht gute – stärkende Nacht gehabt haben, sich demnach heute wohler fühlen. Die Gripp ist hier ziemlich stark in Aufnehmen, und aus allen Gegenden Europas wird über das Uibel geklagt. In Paris will man wohl gar 300.000 Menschen daran erkrankt wissen, wie es öffentliche Blätter sagen. Mit unterthänigsten Dank überreiche ich zurück die mir zur Abschriftsnahme erbethene schöne Geisteserhebung – und ist mir
dieser Besitz ein werthvolles Andenken von Eure Excellenz. Wenn ich so glücklich bin Eure Excellenz Genesung bald zu erfahren: so wird dieß eine sehr erfreuliche Nachricht für mich seyn, und um zu diesem Ziele zu gelangen, werde ich mein Gemüth zu den Allmächtigen immer wenden, daß Hochdieselben durch den höchsten Schutz zum Wohle der Vielen uns erhalten werden.
Ich bitte diese meine Gesinnungen zu genehmigen, mir Hochderoselben Gnad zu erhalten, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 14 Febr.
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Gütige Zeilen haben mir bezüglich Hochderoselben Gesundheit einige Beruhigung gewährt, und ich hoffe mit Zuversicht, daß es bald vollkommen gut werden wird, da mein Vertrauen auf den Schutz des Herrn groß ist; – der Eure Excellenz gewieß noch lange erhalten wird. Nur einige Zeit Schonung, und Eure Excellenz die in wechselnder Weise existirende feuchte Luft meiden, und sich auf Ihr liebes Zimmer beschränken wollen, dieses wird dazu viel beytragen. Eure Excell. werden dieß gewieß thun. –
Hier ist zu hören, daß Herr Graf Joseph von Auersperg Kammerherr geworden, und man fragte gestern, ob er den Eid bey H. Gouv. abgelegt hat, der aber auch an einer Strauche unwohl seyn soll. Eure Excellenz verehrte Familie hat gestern das Soiré
bei H. Grafen Leiningen besucht; wie die Unterhaltung ausgefallen ist mir noch nicht bewußt. –
Indem ich um ferneres Wohlwollen Eure Excellenz bitte, ist mein Wunsch, daß der Himmel Hochdieselben recht lange erhalten möge, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
16 ten Febr. 1837
ganz unterthänigster
dankbarster
Franz Hptm.
Meine hohe Verehrung mit diesen Zeilen darbringen zu können, ist mir unendlich erfreulich – und wären Hochdieselben schon von den schmerzhaften Kartar befreyet, so könnte ich meine innigsten Wünsche erfüllt zu sehen – mich beglückt finden, da mir Eure Excellenz fortdauernde Gesundheit sehr am Herzen liegt, da selbe zum Wohle so Vieler nöthig ist! –
Neues ist hier nichts. Von Wien schreiben Agenten Berichte, daß S e k. Hoheit EH Maximilian vom Schlage getroffen, – doch aber schon in gebesserten Umständen seye. –
Mich zu fernern Wohl-
wollen empfehlend – geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 17 Febr.
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Werden meinen innigsten Wünschen gemäs, in der ruhigen Wohnung sich wohl immer mehr im bessere Gesundheit bringen, und was ich vor allem wünsche, von den lästigen Husten befreyt seyn; der alte H. Baron von Lazarini mußte sich heute zur Ader lassen, er ist zwar nicht förmlich krank, allein D r Zhuber, der seine Natur so genau kennt, fand diese Operation nöthig.
Eure Excellenz verehrte Familie ist wohl glücklich gestern nach Hause gelangt; mir ist leid, daß nicht mein guter Wille, auch Zufriedenheit bringen konnte, ein neuer Beweis unserer menschlichen Unvollkommenheit! –
H. Baron Leopold v. Lichtenberg erwarte ich wohl heute, da Er mir seine Ankunft schon am Mittwoch avisirt hatte: so glaube ich, heute
auf seine Rückkehr gewieß rechnen zu dürfen.
Hier sonst nichts neues. Der Excellenz Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand küssend, bitte ich um allseitige Wohlgewogenheit, und indem ich der ganzen Verehrten Familie die beste Gesundheit wünsche, geharre ich mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 18 ten Febr.
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
N r 12.
Es heißt S e kais. Hoheit der EH Johann gedenken demnächst über Laibach zu reisen, und sich hier etwas aufzuhalten, und bei einer weitern Excursion Hochdesselben, wolle Frauen Baronin von Brandhof hier in Laibach bis zur Rückkehr S r kais. Hoheit verweilen.
Ein Fähnrich Fuchs ist von Luxem Inf. zu Hohenlohe übersetzt worden, und diese Zeit hier angekommen; derselbe ist vereheligt, und hat eine Gewerkens Tochter (Schradl) von Vordernberg zur Frau, welche der Frauen Baronin v. Brandhof Freundschaft sich erfreuen soll.
Die Blättern sind hier eingewandert; es liegen viele erwachsene Personen daran krank.
Immer vorschreitender Besserung der Gesundheit – sind meine Wünsche geweiht; Wünsche aus reiner Herzensquelle und der hohen Verehrung entsprungen, welche ich Hochdenenselben stets an Tag zu legen, bestrebt bleiben werde, um Willen der schuldigen Dankbarkeit, deren ich für Hochderoselben gnädiges Wohlwollen bis zum Grabe zu bewahren, nicht unterlassen werde, daß der Herr – nur Eure Excellenz recht lange hier für alle gute Menschen erhalten möge! –
Mein Hausherr, noch immer nicht in Laibach angekommen, erfreute mich gestern wieder mit einem Schreiben aus Görz vom 17 ten d. M. und ersucht an Eure Excellenz verehrte Familie, viele Empfehlungen zu melden, weil derselbe die Damen gewieß noch hier in der Stadt vermuthet. Der Herr Baron schreibt, daß die Güte und aufmerksame Behandlung der lieben Verwandten, die alle so gut seyn, Ihn noch immer in Görz zurück halte, und der Herr Baron versprechen mußte, am Sonntag – als gestern, noch einem Dinér beizuwohnen, demnach
der Herr Baron Montags (als heute) oder Dienstags in Laibach anzukommen gedenke. Das Wetter seye dort durch Regen unangenehm geworden, welches auch so zu Laybach und nicht besser, vermuthet wird. Auch glaubt Herr Baron, daß dessen Mama schon zu Laybach seye, indessen ist Hoffnung vorhanden, daß die Frau Gräfin doch in dieser Woche kommen wird. Der Herr Bar. klagt einzig, etwas heftige Gripp, die Er von Triest gebracht, verbunden mit Husten und starken Schnupfen, habe seinen Gaumen für jeden Genuß unempfindlich gemacht. –
Indem ich davon Kenntniß zu geben, die Ehre habe, küsse ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin Hand, und auch der gnädigen Comtesse Hand küssend, bitte um allseitig ferneres Wohlwollen, – geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laybach den
20 ten Febr. 1837
unterthänigster – stets dankbarer
Franz Hptm.
13.
Gestern ist Gr. Ant. von Auersperg von Thurn am Hart hier angekommen.
Der Besuch der Tombolla im Casino war kaum merkbar etwas stärker als am lezten Montag; das Blatt wurde á 10 xr ausgegeben.
Im ersten Spiele gewannen :
Ambo … Arbeitskorb vom Poppdeckel, wie im Feuer-Wasser-Stroh-Korb geformt, und mit N ro 251 bezeichnet.
Zwei Theilnehmer. Frau v. Klosenau.
Terno … Eine Tischglocke von Guseisen mit gravirter Arbeit, ein artiges Stück.
Frau Gräfin v. Saurau.
QuaTerno … Spielmarkenkasteln mit Marken auf einer hölzern Taze alles roth pollirt mit allerlei Verzierung.
Kaufman Hofbauer, CompagnonKaufmanns Skribe.
Cinquin … Eine Zuckervase von brillant geschliffenen Glase, der obere Theil roth.
Frau Paulin.
Tombolla … Ein Lichtschirm von Guseisen, worinnen auf einer Porzulaine Platten der Mailänder Dom dargestellt ist.
H. Gubernial Concipist v. Fischer.
Im zweyten
Spiele erhielten :
Ambo … Nachtlampe vom Beinglas mit Bronze Einfassung oben, unten ein Gestell schwarz pollirt vom Holze.
2 Theilnehmer. H. Gregoritsch.
Terno … Portfeuille in Deckeln von gepreßten braunen Leder, innen rothes Papier.
Frau Paulin.
Qua Terno … Braun laquirter mit gelb gezierter blecherner Korb für Brod oder Arbeit, mit 2 Henkeln.
Frau Kaufmannin Suppanschitz.
Cinquin … Schreibzeug von Guseisen mit gravirten Arbeiten, oben als Deckel ein Schwerstein, worauf eine Figur ebenfalls von Eisen – liegt.
Zwei Theilnehmer. H. Bar. Ant. Zois.
Tombolla … Arbeitstisch – nämlich ein Gestell, woran ein hölzern Kastel mit einer Holzschraube befestigt; dieses Kästchen schwarz pollirt, mit Violack verziert, unterhalb ein gelb pollirter Schuber.
Baronesse Therese v. Codelli für H. Baron Mac-Neven.
Um Halb 10 Uhr geendet. Gestern kein Ah –! noch Oh –!
noch Ha –! Der Glücksritter ist gestern ohne Gewinn geblieben!
Nach einer Aeußerung H. Gub. Rathes Dr Kogel soll sich H. Baron Bussette sehr schwach befinden.
Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern Nachts, spät von Görz hier angekommen.
Wollen meine ergebensten Glückwünsche zu Hochderoselben morgen eintrettenden hohen Geburtsfeste gütigst genehmigen, welche dahin gehen, daß Eure Excellenz diesen freudigen Tag noch recht oft – in ungestörtester, also in bester Gesundheit wiederkehren sehen, und mir Hochderoselben geneigtes Wohlwollen schenken möchten. – Wenn ich so frey bin, bei dieser Gelegenheit Eure Excellenz wegen den esterhaczyschen Loose Numern zu erinnern, so bitte ich um geneigte Nachsicht; und indem ich meine innigsten Wünsche für alles Gute, so Eure Excellenz zu theil werden möge, hier beyfüge, küsse
ich vielmalen die Hand, und geharre mit aller Verehrung.
Eure Excellenz
Laibach den
21 ten Febr. 1837
ganz unterthänigster
Franz Hptm.
Güte und gnädiges Wohlwollen macht mich hoffen, daß Hochdieselben meine Zeilen nicht ungütig aufnehmen werden, indem ich meine innigsten, meine herzlichsten Wünsche zu wiederholen wage, Eure Excellenz recht wohl zu wissen, das Gott bald geben wolle, wohin ich auch mein bestes Gemüth erhebe! –
Wie Eure Excellenz aus den heutigen Tagsbericht ersehen, ist Herr Bar. Leopold von Lichtenberg die lezte Nacht halb 1 Uhr aus Görz hier zurück gelangt. Als ich heute in aller früh demselben besuchte, war meine erste Frage nach einem Brief von Görz für die gnädige Comtesse; allein – Herr Baron hat keinen Brief gebracht. Comtesse v. Attems hat versprochen, später zu schreiben, weil izt nicht Zeit dazu gewesen, und auch die Herzogin von Angouleme k. Hoheit – izt Königin genannt, alle Damen von Görz in Anspruch genommen, Behufs eines Beitrags fürs dortige Armen Institut, Arbeiten zu ver-
fertigen, welche dann mittelst einer Lotterie ausgespielt werden sollen, und dazu wie hier auch Loose mittelst H. Bar. Leopold erhalten werden. Ihre k. Hoheit die Herzogin Angouleme sticke eigends einen Teppich –, die Prinzessin (Tochter der Herzogin von Berry) ein paar Pantoffeln etz. etz. zu dieser Absicht und Behuf –, und so will keine dortige Dame zurück bleiben! – Herr Bar. Leopold ist allerdings wohl. Die Mama, Gräfin Hyacinthe will morgen Mittwochs kommen! –
Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand küssend –, bitte ich um allseitiges ferneres Wohlwollen, und meine besten Wünsche für die Gesundheit Eure Excellenz wiederholend – geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 21 ten Febr.
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
14.
Vergangene Nacht ist der OberLieut. Adjutant beym Herrn FeldmarschallLieutenant Grafen von Leiningen, Herr Schwarz, in Gesellschaft des Hptms. Maffi und leztern Frau – von hier über Pettau nach Pest abgereist; sein aus Italien erwarteter Bruder ist nicht hier angekommen.
Erstatte ergebensten Dank für die mir gestern überschickte Rosette; mein armer Fenster Garten ist noch ärmer geworden, als er war, und ich sehe mit traurigen Augen nach demselben. – In der Beilage bin ich so frey, Melonenkörner früherer Jahre, Eure Excellenz zu überschicken. Es sind alles gute Gattungen, theils von Habach, theils von Kreutberg, etwas von Triest. – Auch bitte ich Eure Excellenz, meinen schuldigen Dank für die erhaltenen Stegrüben hochgeneigt zu genehmigen. – Meine Hoffnung ist, daß Eure Excellenz sich immer besser fühlen, und dieses Hoffen und Vertrauen macht, daß sich meine dießfällige Sorge vermindert, welches der Herr aller Herrn nur so geben wolle! –Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigen Comtesse küsse ich die Hand, bitte um fernere allseitige Gewogenheit, und zeichne mich mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
22 ten Febr. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
15.
Gestern Nachmittags ist die Frau Gräfin Hyacinthe aus Schwarzenbach hier angekommen; befindet sich bei guter Gesundheit.
Das Soirée bei Herrn Gouverneur war gestern schwach besucht. Mehrere jungen Herrn sind ausgeblieben, auch waren die Graf Leiningenschen und Bar. Pirquetschen, die Bar. Anton Schweigerschen nicht. Die Jugend spielte Tombolla.
Die im Hause bei den Baron Elsnerschen wohnenden 2 Pohlen, waren auch in der Gesellschaft, und werden Sonntags jene bey Graf Welsperg besuchen.
16.
Herr Bar. Eduard Schweiger ist mit Frauen Gemahlin hier angekommen, und einstweilen bey Malitsch abgestiegen.
Wollen hochgeneigt meinen ergebensten Dank für die mir gesendeten Blumen genehmigen, womit ich meine innigsten Wünsche vereinige, daß Eure Excellenz Gesundheit sich fortan bessern möge! –
Die Auskunft wegen den überschickten Nummern Verzeichniß werde sammt diesem nachträglich einsenden.
Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, und der gnädigen Comtesse Hand, und füge als Tagsbericht bei, daß H. Gr. Benedict erkrankt ist.
Der Jäger S r Excellenz des H. Gouverneurs ist bei den Soiré vom Mittwoch, als er die Lichter eines Lusters putzen wollte, mit einem Stuhle umgestürzt und hat sich bedeutend beschädigt.
Um ferneres geneigtes
Wohlwollen bittend geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
24 ten Febr. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Wollen geneigtest genehmigen, wenn ich meine besten Gesinnungen für Hochderoselben Gesundheit vor allen auszudrücken, mir erlaube, weil ich dieses einzig – und stets wünsche! – Auf den Regen von Freytag früh kam an diesem Tage Mittags Schnee – gestern tropfte der Schnee den ganzen Tag von den Dächern –, Abends trat ein dichter, übel riechender Nebel ein, und heute Sonntags früh sind die Fenster gefroren. Wie variable das Wetter! – aber auch viele –, und allerlei Kranke. Ausschläge, Blattern, Entzündungen aller Art, und Nervenfieber sind die häufigen Krankheiten hier unter den Menschen. –
Von den hier angeschlossenen Numer Verzeichniß ist kein Loos gezogen worden. Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin Hand, und auch der gnädigen Comtesse, und bitte um fernere Wohlgewogenheit, geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 26 ten Febr. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Theater Austheilung vom 26 ten Febr. bis 5 Merz 1837.
Sontag den 26 ten Februar … Affe und Bräutigam
Montag '' 27 ten '' … Affe und Frosch
Dienstag '' 28 ten '' … d o d o
Mittwoch '' 1 ten März … Die Einfahrt vom Lande?
vielleicht – Einfalt vom Lande!
Donnerstag '' 2 ten '' … / / /
Freytag '' 3 ten '' … / / /
Samstag '' 4 ten '' … Zur ebenen Erde und erster Stock
Sonntag '' 5 ten '' … Zur ebenen Erde und erster Stock
17.
Wie zu hören, ist man mit der Oper in Klagenfurth sehr zufrieden. Delle Ehnes erhält von allen Seiten Einladungen, soll aber bis izt nur von jenen, bei H. Baron Sterneg Gebrauch gemacht haben. Ein Kranz von ziemlich großer Dimension soll derselben auch schon zu theil geworden seyn, und Delle Ehnes soll in einem Schreiben an einem ihrer hiesigen Vereherer geäußert haben, daß die Klagenfurther weit mehr – als die Laibacher – die Kunst zu schätzen wissen. Es sollen auch einige Herrn der gefeyerten Sängerinn entgegen gegangen seyn, als sie von hier nach Klagenfurth gereist ist.
Die beyden anher verwiesenen Pohlen sind gestern nicht bei der Gesellschaft H. Grafen Welspergs gewesen.
Herr Graf Benedict von Auersperg befindet sich wohl und war nicht krank.
Gestern war die Gesellschaft bei H. Grafen v. Welsperg äußerst zahlreich. Es mußten allerlei kleine Spiele gemacht werden, weil weder die Tombolla Blätter, noch die Karten zu reichten, um damit die junge Welt zu unterhalten.
Wie man hört, gedenkt H. Graf Ferdinand v. Aichelburg Mittwochs mit seinem Papa nach Wien abzureisen.
18.
Gestern Montags Abend um 7 Uhr ist Baron Bussette gestorben.
Hofrath v. Guggenthal bleibt als Cameral Gefällen Administrator in Niederösterreich – zu Wien. Statt demselben kommt als Hofrath und Cameral-Gefällen Administrator in Illyrien – nach Laibach, ein Herr Kraus – bisher Kameral-Gefällen Rath in Lemberg, Bruder des Hofrathes Kraus von der Hofkammer.
Comtesse Lori v. Thurn ist noch in Wörl.
Die Tombolla im Casino war gestern ziemlich stark besucht; es waren auch diesmal bessere Gewinnste gewählt worden. Die Blätter wurden wieder das Stück á 10 x CM ausgegeben. Im ersten Spiele erhielten :
Ambo … Flacon von Hialith dunkel blauer Farbe, mit schöner Glaskugler Arbeit.
Frau Pavesch geborne Gräfin v. Auersperg.
Terno … Schwerstein. Eine braune Figur sitzend, die Füsse nach rückwärts hinauf, die Arme vorne nach hinab gehal-
ten, alles von Guseisen. Die Figur braun auf einen schwarzen Postament auch von Guseisen.
Herr Leutzendorf.
Cinquin … Zwei plattirte Leichter jeder auf 2 Lichter (Armleichter) auch jeder nur für ein Licht zu benutzen.
Fräule Pepi Steinbauer für H. Grafen Benedict von Auersperg, welcher selbe regalirte.
Quaterno … Doppelte Pfeiffen Stellage gelb pollirt, mit einem Schuber.
Polizei Ober Commissair H. Suchaneck.
Tombolla … Eine Zündmaschine großer Gattung mit marmorirten Blech auf einen Bronze Gestell.
Baronesse Therese v. Codelli.
Im zweyten Spiele :
Ambo … Seuftglas mit Deckel auf einer Glas Tazen, alles brillant geschliffen –, sehr schön.
Comtesse Clementine Welsersheim für H. Grafen v. Saurau.
Terno … Chatulle zum Barbierzeug mit Spiegel, Seifenbüchse, jedoch ohne Messern – aber mit Schloß und Schlüssel.
Beamtens Frau Paulin.
Quaterno … Plattirter gepreßter Handleichter mit Löschhörnel,
dann mit einer stählernen Lichtscheere.
Baronesse Lori v. Codelli für H. Bar. Franz Lazarini.
Cinquin … Karfineln von Glas mit einem plattirten säubern Gestell, für Salz u. Pfeffer vergoldet.
Handelsman Peschko.
Tombolla … Eine kleine Uhr in Form einer Reise Uhr mit Zifferblatt von Bronze, dann mit Verzierung von Bronze und plattirt. Zeigt und schlägt nur Stunden.
Fräulein Jeanette v. Klosenau.
Der an demselben Tisch bei Fräulein v. Klosenau gesessene sonst glückliche Gewinner, ist auch diesmal ohne Gewinn geblieben.
Das Ende war um ¾ auf 10 Uhr.
Wage ich zu der großen Lotterie der Herrschaft Ehrenhausen in Kärnthen, welche im Monat Mai zur Ziehung kommt, hier ein Loos zu überreichen, welches drey Gulden CM kostet, doch bei dieser Lotterie keine Gratis Loose sind, weil Eure Excellenz erlaubt haben, daß ich in dieser Zeit dieses Loos einsenden darf.
Indem ich der gnädigsten Excellenz Gräfin – so wie der gnädigen Comtesse die Hand küsse, wünsche ich – daß das Loos sicher den Haupttreffer machen möge; – bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 28 Febr. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
19.
S e kais. Hoheit der EH Johann sollen laut einen, an einem hiesigen Cavalier gelangten Schreiben etwa in 8 Tagen hieher kommen, sich auch einige Tage hier aufzuhalten gesonnen, wollen aber im strengsten Incognito seyn.
Herr Bar. Eduard Schweiger wohnt sammt Frau Gemahlin nicht bei Malitsch –, sondern beim wilden Mann in der Stadt.
S e kais. Hoheit der EH wollen jedoch bei Malitsch wohnen.
Der verstorbene Baron Bussette wird heute Nachmittag um 4 Uhr begraben.
20.
Herr Graf Ferdinand von Aichelburg ist gestern früh mit seinen H. Papa nach Wien abgereist.
Die Gesellschaft bei H. Grafen von Leiningen war gestern sehr zahlreich besucht. Baronessen Fany und Mathilde von Schmidburg, Comtessen Mathilde v. Welsperg und Pepi von Welsersheim, und zum Schluß: Baronesse Lori von Codelli sangen; H. Fischer v. Wildensee accompagnirte am Forte Piano. H. v. Glaunach trug ein Stück auf Violocello mit Forte Piano Begleitung vor. Damit füllte die junge Welt den Abend – bis 10 Uhr aus. Am mehreren Tischen wurde gespielt.
Man erzählt – aber äußerst geheim, daß eine Dame sehr bemüht ist, einen H. Grafen mit einer Baronesse Verbindung, ins Werk zu setzen. Man will auch gestern den Herrn Grafen in Fürstenhof – gehen gesehen haben. –
Herr Graf Ant. von Auersperg ist heute nach Thurn am Hart rückgekehrt.
Gütiges Schreiben mit dem Gelde für das Loos zur großen Lotterie der Herrschaft Ehrenhausen habe erhalten, und lege meinen herzlichsten Dank für die gnädigen Gesinnungen für mich – zu Füssen. –
Eure Excellenz muß ich ergebenst berichten, daß Hochdieselben laut einem, vor etwa 2 Jahren von Bar. Bussette verfaßten Testamente, zum Erben seines Nachlasses bestimmt sind. Dieses Testament ist in H. Baron Leopold v. Lichtenberg Händen, welcher es dem Herrn Landrechts-Präsidenten bereits gezeigt hat, dieser aber ihn bedeutet, solches auch zu behalten, bis die Sperre statt finden werde. Eure Excellenz werden dann von den Landrechten die officielle Mittheilung erhalten, und dann Ihre Aeußerung abgeben können. Im Testament sollen den Dienern des Verstorbenen, lebenslängliche Pensionen bestimmt seyn. – Ich wage nicht, über diese Bestimmung des Dahingeschiedenen, Eure Excellenz zu gratuli-
ren, sondern berichte nur, um Hochdieselben in gewisse Kenntniß zu setzen.
Heute ist um 10 Uhr morgens in der Domkirche das Seelenamt für Weiland S e Majestaet Kaiser Franz.
Der gnädigsten Gräfin Excellenz – und der gnädigen Comtesse die Hand küssend, bitte um ferneres allseitiges Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 2 ten Maerz
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Kann ich zwar keine Vorfallenheit berichten, erlaube mir aber meine innigen Wünsche für Hochderoselben Gesundheit auszudrücken, und hoffe, daß Eure Excellenz Kartar sich schon verloren haben wird, welcher eine schmerzhafte Sache für Brust und Kopf ist. – Mein Kartar ist auch sehr gemindert, und deshalb gehet es mir gut, da Eßlust und Schlaf bei mir gut ist, welches zu bemerken so frey bin. Nur würde ich sehr bedauern, wenn die gnädige Comtesse wieder leidend wäre, welches hier wo vernommen habe, daher ich sehnlichst wünsche, daß es nicht so seyn möge; – denn nach meinen heißen Wünschen, sollen Eure Excellenz und Ihre verehrten Angehörigen – stets der besten Gesundheit genüssen.
Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse Hand –, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 4 März 1837
unterthänigst gehorsamster
Franz Hptm.
21.
Letzten Donnerstag hat Frauen Gräfin von Leiningen zwey Frauen bei Ihrer Excellenz der Frauen Gouverneurinn aufgeführt. Die eine ist die Frau des Commissariats-Adjuncten v. Stromfeld –; die zweyte die Frau des Fähnrich Fuchs, welcher vom Regt. Luxem zu Hohenlohe übersetzt worden ist. Die Frau Gemahlinn desselben soll sehr klein – und wie man allgemein sagt – nicht schön seyn; sie sey aber eine Jugend Freundinn der Frauen Baron von Brandhof, und von Letzterer der Frauen Gräfinn von Leiningen sehr empfohlen. – Frau Fuchs soll die Tochter eines Verwesers (ob Gewerks oder Amtsverwesers, ist nicht bekannt) und ein Vermögen von 30- bis 40.000 f CM haben. Fähnrich Fuchs soll der Sohn eines Forstmeisters, beyde von Vordernberg seyn. Die Vermählung dieses Paares soll auf Unkosten S r kais. Hoheit des EH Johann – erfolgt seyn.
22.
Gestern hat Frau Baron Ant. Schweiger die Frau Schwägerin, Gemahlin des H. Bar. Eduard Schweiger bei Frauen Gouverneurin aufgeführt. Frauen Gräfin von Leiningen soll Frau von Stromfeld bei Frau Gräfin von Welsperg aufgeführt haben.
Mittwoch den 8 ten d. kommen S e kais. Hoheit der EH Johann hier an, werden bei Malitsch absteigen. Man sagt, Hochderselbe werde eine Reise nach Fiume unternehmen, und unter dessen die Frauen Baronin Brandhof bei Frau Gräfin von Leiningen hier verbleiben. Auch sagt man wolle S e kais. Hoheit hier einer Sitzung des Landwirtschafts Ausschusses beiwohnen, und einige Tage hier verweilen.
Haben schon gestern und gewieß auch bereits heute von der gnädigen Comtesse vernommen, daß der Zustand Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin sehr weit in der Besserung vorgeschritten, und die beste Hofnung der baldigen Genesung vorhanden ist, ein Umstand, der für mich um so erfreulicher ist, als ich weis, wie sehr Eure Excellenz bei den Leiden Ihrer verehrten Angehörigen zugleich leiden, weshalb auch mir wahrhaft großer Trost wird, Hochdenenselben die ungleich verbesserte Lage Ihrer Excellenz seit Donnerstag – wo Hochdieselben von hier abreisten, versichern zu können. Gott erhalte auch Eure Excellenz immer recht wohl, und mir möchte immer das Glück zu theil werden, mich Hochderoselben Gewogenheit zu erfreuen, worum ich recht sehr bitte und mit aller Verehrung mich zeichne:
Eure Excellenz
Laibach den 11 März
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
23.
Herr Hofrath Graf Welsperg ist gestern nach Triest verreist –, und soll am Donnerstag wieder anher rückkehren, an welchen Tag die Familie S r Excellenz des H. Gouvern. sämentl. nach Triest zu reisen gedenket, um dort das Namensfest S r Excellenz zu feyern.
Comtesse Mathilde von Welsperg leidet an der Gripp.
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Das Befinden S r Excellenz des Herrn Gouvern. ist gebessert.
24.
Gestern war die Tombolla nicht so zahlreich – als lezten Montag besucht. Die Blätter wieder wie sonst á 10 xr das Stück abgegeben.
Im ersten Spiele :
Ambo … Brieftasche –; sogenannte Agenta zu Notaten für jeden Tag des ganzen Jahrs, in roth Safian Leder mit Goldschnitt.
3 Theilnehmer. Frau Pitsch.
Terno … Zwei Tischleuchter von Bronze sauber gearbeitet, ziemlich hoch.
2 Theilnehmer. Frau Schütz, geborne Hohn.
Qua Terno … Arbeitskorb von schwarz pollirten Holze mit Violack verziert, ziemlich groß, an die Wand zu hängen.
Handelsmann Peschko.
Cinquin … Kleiner Termometer von Perlmutter auf einen derlei Gestell, unten ein kleiner Schüber; rückwärts ein kleiner Flaçon von einer Bronze Schlage gehalten.
H. D r Erasmus Wurzbach (Sohn).
Tombolla … Schreib Portfeuille von großen Format zum verschlüssen, in braun gepreßten Leder, innen rothes Papier. Dazu ein gläsernes Tintenbehältniß in einen besondern Etui – mit schwarzen Leder überzogen, dabei eine Stahlfeder.
H. Rechnungsrath Luschin.
Im zweyten Spiele
Ambo … Zwei runde Tazen von Blech mit vier runden Kasteln mit Spielmarken gefüllt, alles mit GoldLack lackirt.
2 Theilnehmer. H. Paulin. Official der Buchhaltung.
Terno … Brillant geschliffene Tasse vom Glas, mit Henkel, und mit derlei Untersatzel. Zum Mund ausspühlen.
H. Gr. v. Saurau auf ein Blatt Frau Baronin von Pirquet.
QuaTerno … Plattirter Brod- oder Arbeitskorb, rippenartig durchbrochen, inwendig kalt vergoldet.
Frau Luschin auf ein Blatt H. Grafen Benedicts v. Auersperg, welcher den Gewin derselben regalirte.
Cinquin … Theater Perspectiv mit Perlmutter ausgelegt, schönes Stück, nur einfach.
H. D r Legat.
Tombolla … Stockuhr mit durchsichtigen Werk auf einen plattirten 2 säuligen Gestell mit Perpentickel, schlägt nicht, zeigt nur ¼ und ganze Stunden, unter einem Sturzglas.
H. D r Burger.
Um halb 10 Uhr war das Spiel geendet.
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Von Damen waren Anwesend: Frauen Gouv. mit 2 Frl. Töchtern.
Frauen Gräfin Welsersheim mit 2 Frl. Töchtern.
Frauen Gräfin v. Leiningen mit H. FML, den H. Gemahl.
'' '' v. Barbo mit H. Gemahl.
'' Baron Mac Neven mit Frl. Schwester Lori.
'' '' Franz Lazarini mit Frl. Ida v. Lichtenberg.
'' Gräfin Ant. v. Thurn mit 2 Comtessen Welsperg und Comtesse Pepi – dann Frl. Raicich.
'' '' Weichard Auersperg mit 3 Comtessen.
'' Bar. Ant. Zois.
'' v. Sicard – Frau v. Klosenau mit Frl. Tochter.
'' Brandstaedter mit Frl. Ziehtochter etz.
H. OberstLieut. v. Seppenburg
erhielt gestern keinen Gewinn.
Frau Gouv. – Gräfin Welsersheim, Leiningen, Barbo, Ant. Thurn und Fr. v. Sicard spielten Karten.
Frau Gräfin v. Welsperg soll unwohl seyn, war nicht in der Gesellschaft. – Sontags waren 15 Personen in der Gesellschaft zu Leopoldsruhe.
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Frau Baron von Pirquet war gestern nicht im Casino, wohl aber der Herr Gemahl.
Geruhen gewogendst meine Wünsche zu genehmigen, daß Ihre Excellenz die gnädigste Frauen Gräfin gestern recht gut bei Hause angekommen, eine gute Nacht gehabt, und sich heute gebessert befinden möge, da ich dieß unendlich inniglich wünsche, und über das Gegentheil sehr besorgt bin, da hiedurch auch Eure Excellenz in Leiden mit versezt werden, ich aber in Eure Excellenz verehrter Familie und in Ihrer Umgebung – nur immer ungestörtes Wohlbefinden, wissen möchte. Wohl sind die Leiden von uns nicht ganz abzuwenden, doch möge uns der Himmel nur immer möglichst bald davon befreyen, worum ich auch stets bitte. – Gott erhalte Eure Excellenz! ich bitte auch um ferneres Wohlwollen, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigen Comtesse Hand, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 14 März 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Gnädiges Wohlwollen verleiht mir geneigte Nachricht –, wenn ich meine innigsten Wünsche für die baldig, völlige Genesung Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin zu wiederholen, so frey bin, und von der Frauen Gräfin Hyacinth zugleich beyfüge, daß Ihre Gripp noch nicht im Abnehmen, noch immer mit verminderten Schlaf-, Eßunlust und fieberhaften Zustand – Ihr Befinden ist. Recht viele Empfehlungen läßt Frauen Gräfin sagen, und wünschet ebenfalls der gnädigsten Gräfin Genesung. Heute soll H. Gr. Richard v. Blagai mit Frauen Gräfin von Billichgratz zurück kommen. Sonst ist hier nichts neues. Diesen Morgen hat es stark geregnet, izt des Nachmittags zeigt sich Sonnenschein; also scheint die Witterung sich für die Reise der Familie S r Exc. H. Gouverneurs auszuheitern, welches wünschenswerth wäre. – Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand küssend, thue ein Gleiches der gnädigen Comtesse, bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen, und zeichne mich mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 15 März 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
25.
Herr Hofrath Graf von Welsperg ist aus Triest rückgelangt, und heute Morgens S e Exc. der Herr Gouverneur mit Frauen Gemahlinn und beyden Baronessen Töchtern nach Triest abgereist.
Sonst nichts neues.
Vielen Dank von der gnädigen Gräfin Hyacinthe für die gütige Theilnahme zu erstatten, muß ich wagen, Hochdieselben mit diesen Zeilen zu belästigen, und zugleich meinen ergebensten Dank für das mir gestern zugekomene Schreiben – beifügen. Der Frauen Gräfin Hyacinthe gehet es besser, muß aber immer noch, das Zimmer hüthen.
Graf Richard v. Blagai ist gestern mit Frauen Gemahlin von Billichgratz hier zurück gekommen; sonst nichts neues.
Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand küssend, bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 17 März 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
26.
S e kais. Hoheit der EH Johann sind Mittwoch Mittags hier wieder retour passirt. S e Excellenz der Herr Gouverneur und der Herr Fürst Bischof haben S e kais. Hoheit aufgewartet, Höchstwelcher nach eingenommenen Dinér wieder weiter gereiset sind.
Frau Gräfin von Leiningen ist mit Frau Sicard gestern früh nach Triest gereist, um die Oper, und respt. die in der Oper auftrettende Sängerinn Delle Grisi – zu hören. Die böse Welt macht darüber Bemerkungen! –
Nach letzten Nachrichten soll die Frau B r Ant. Codelli an Kopfreissen unwohl seyn, und wie ein Brief des H. Baron Ant. Codelli, welcher schon nach der Abreise Ihrer Excellenzen H. Gouverneurs und Frauen Gemahlin hier von selben – angekommen, zu entnehmen lassen soll, haben die Codellischen in Triest wegen der verlautbarten Erkrankung S r Excellenz – auf Hochdessen Besuch nicht gerechnet, daher die dennoch erfolgte Abreise dahin –, die B r Codellischen angenehm überraschen wird. – Bar. Victor v. Schmidburg gedenkt mit den heutigen Eilwagen nach Triest zu reisen, und durch seine dortige Ankauf seinen H. Papa zu überraschen, als auch den Familien Zirkel zu ergänzen.
Der geistliche Missionär Baraga soll bereits hier zu Laibach
angekommen seyn. –
Uiber ärztliche Ordination läßt sich die Frauen Gräfin Hyacinthe heute zur Ader, es sollen 6 Unzen Blut abgenommen werden. Es gehet der Frau Gräfin besser, allein gestern stellte sich ein Nasen Bluten ein, in Folge dessen Gub. Rath D r Kogel die Aderlas ordinirte.
Frau Gräfin von Welsperg ist zwar nicht mehr in Bette, jedoch befindet sich selbe nicht ganz wohl. Comtesse Mathilde ist schon außer den Bette – und in Reconvalescenz.
Der Herr Oberste B r Rath war Willens nächsten Montag seine Reise anzutretten; allein der Arzt findet seinen kränklichen Zustand zur Reise noch zu gefährlich. –
Morgen ist kein Theater, und die Bühne bleibt bis nach den Feyertagen geschlossen.
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Wie zu hören, ist H. Grafen Barbo seine bisherige Wohnung aufgekündiget worden, und derselbe miethet nun die Wohnung im Fürstenhof neben der Frau Bar. v. Codelli, welche, wie man erzählt, von Ihrer dermaligen Wohnung, den H. Grafen noch 2 Zimmer zu seiner neuen Wohnung abtretten soll.
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Wie zu hören, gedenken morgen Samstags die B r Pirquetischen nach Lustallzu fahren.
Herr Bar. Leopold gedenkt ebenfalls dahin zu fahren, und war so gütig, mich zur Mitfahrt einzuladen.
27.
Die zwei am letzten Freytag nach Triest gereisten Damen sind Sonntags Nachts halb 1 Uhr hier zurück angekommen.
Die in Verlautbarung gebrachte Ankunft des geistlichen Missionärs Baraga – scheint sich nicht zu bestättigen.
Gestern Montags war im Casino die Tombolla schwach besucht; zwar sind verhältnißmäßig viele Blätter abgenommen worden, doch dürfte gestern die Cassa zu Schaden gekommen seyn.
Im ersten Spiele :
Ambo … Runder kleiner Spiegel in plattirten Rahmen und derlei Gestelle. 2 Theilnehmer.
Comtesse Clementine v. Welsersheim für Frau v. Sicard.
Terno … Lese Lampe von Blech mit Goldlack lakirt.
H. Lieutenant De Linz.
Quaterno … Kammkästchen von Glas mit einem plattirten Deckel, auf einen Toilette Tisch gehörig.
Oh! Oh! Oh! Ah! Ah! Ah! Ha! Ha! Ha! Ho! Ho! Ho! H. OberstLieut. v. Seppenburg.
Cinquin … Schmuckhalter von Perlmutter mit einem kleinen Gemälde, dabei ein silbernes Nadelbüchsel in Form eines Pfeiles mit Kettel.
H. Verpflegs Assistent Dirnbeck.
Tombolla … Lichtschirm von Guseisen für ein Licht.
H. Gr. Jos. v. Auersperg.
Im zweiten Spiele
Ambo … Plattirter Handleichter mit Löschhörnel dann mit einer stählernen Lichtscheere.
H. v. Glaunach regalirte damit Fräulein v. Kurter.
Terno … Zündmaschine neuer Art, bloß vom Glas.
2 Theilnehmer. Die Frau des OberZollamts Einnehmers H. Nadamlensky.
Quaterno … Necesair. In einem Fütterall von gepreßten Silber: Scheere, Nadelbüchsel, Fingerhut und Lochborer.
H. D r Legat.
Cinquin … Schmuckhalter von Silber.
H. Kranz.
Tombolla … Stockuhr, in plattirten Gehäus und derlei Gestelle mit Perpentickel, ¼ und ganze Stunden zeigend, schlägt nicht.
Frau Luschin für ihren Gemahl, den H. Rechnungsrath Luschin.
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Nach halb 10 Uhr geendet.
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H. Oberst B r Rath ist heute von hier nach Gratz abgereist, um seinen Urlaub anzutretten.
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Das Verzeichniß der bei der Ziehung am 1 ten März in Wien gezogenen Loosen des Staatsanlehens vom Jahr 1820, als rothschildische Lotterie, hat der hiesige Handelsmann Heyman erhalten, wo die Gewinnste eingesehen werden können.
28.
Die Familie S r Excellenz ist Mittwochs Abends halb 8 Ur glücklich von Triest hier rück angelangt. Der Bar. Victor (Sohn) war schon früher mit den Eilwagen angekommen.
Erstatte ergebensten Dank für die mir gütigst überschickten Vögel und wünsche recht glückselige Feyertage, das heißt, daß Hochdieselben selbe recht wohl und recht glücklich zurück legen, – und die Gnade haben möchten, mir noch ferners Hochderoselben Wohlgewogenheit zu verleihen.
Neues ist nichts, das Wetter aber äußerst schlecht. Der Schnee sehr hoch.
S e Excellenz der Herr Gouverneur hatten gestern um 11 Uhr die Gubernial Sitzung angesagt, haben derselben jedoch nicht beigewohnt, sondern der Herr Hofrath praesidirt; vermuthlich hat das schlechte Wetter und vielleicht eine Erkühlung von der Reise gehindert. – Schon denke ich mit Wehmuth auf Eure Excellenz Abreise nach Wien, wo ich längere Zeit werde nicht die Ehre haben können, Hochdieselben zu sehen, jedoch hoffe ich mit Zuversicht – noch vor der Abreise Eure
Excellenz persönlich meine Verehrung zu bezeugen, und geharre mit aller Ehrfurcht:
Eure Excellenz
Laibach den 25 März 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Die Tombolla bei Ihrer Excellenz der Frau Gouverneurin soll – wie man allgemein hört, am Osterdienstag statt finden, weil Mittwoch wieder Soiré tansante bei Herrn Grafen von Leiningen ist! –
29.
Gemäs mit Bestimmtheit bei der Familie S r Excellenz des Herrn Gouverneurs eingehollter Erkundigung, ist die Gesellschaft respt. die bewußte Tombolla bei S r Excellenz am Mittwoch den 29 ten d. M. – welches zu berichten, nicht ermangeln lassen konnte! –
Heute am Montag den 27 ten März ist die lezte Tombolla im Casino, und besteht aus lauter schönen, auch werthvollen Gewinnsten. Zu einem Spiele bestimmt :
Als Ambo … Ein silbern Schlüssel Haken.
'' Terno … Zigarren Halter von Silber mit einem Mundstück von Buchsbaum; dann ein silbernes Feuerzeug Taschel dazu.
'' QuaTerno … Ein silberner Obersschöpper, innen vergoldet.
'' Cinquin … Silberner Becher innen vergoldet.
'' Tombolla … Nacht- oder Reise-Uhr, welche nicht selbst schlägt, wohl aber die viertel und ganze Stunden durch einen Zug – repetirt. Mit einen Zifferblatt
von weißen Metall und einer bronz Einfassung, in einem hölzern Rahmen, schwarz pollirt mit bronze verziert; an die Wand zu hängen.
Für das andere Spiel bestimmt :
Als Ambo … Scheere für Damen mit einen silbernen Griff.
'' Terno … Glasbecher mit roth und Gold verziert.
'' QuaTerno … Haarbürste mit silbern Rücken und Stiel.
'' Cinquin … Meerschaumpfeiffe mit silber beschlagen, sammt Rohr und einen ledern Sackl dazu.
'' Tombolla … Eine Stockuhr mit einen durchsichtigen Werke, auf 2 Alabaster Säulen, zeigt ¼ und ganze Stunden, und schlägt und repetirt von selbst; unter einem Sturzglas, mit einem Schnürl zum beliebigen repetiren.
Diese Gewinnste sind allerdings einladend! – Der Anfang ist um 8 Uhr. – Nachdem am Mittwoch – wie vorgesagt, die Gesellschaft bei S r Excellenz dem H. Gouv. ist – so wird erst über 8 Tage, Mittwoch den 5 ten April, das Soiré tansante bei H. Grafen von Leiningen seyn.
Heute ist es gefroren – und ein heiterer Morgen mit Sonnenschein.
Theater Austheilung
Oster Montag den 27 ten März … Die Günstlinge … Neu
Dienstag '' 28 ten '' … '' Bekenntnisse
Mittwoch '' 29 ten '' … Isidor und Olga
Donnerstag '' 30 ten '' … Lüge und Wahrheit von der Prinzessin Amalie
Samstag '' 1ten April … Frauenjahre zählt man nicht … Neu
Sonntag '' 2ten '' … Coronna von Saluzza … Neu
Dienstag '' 4ten '' … Liebe und Liebeley … Neu
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[Erbergov pripis]:
Tout est arrivé hier en bon ordre; je vous en remercie bien de coeur; j‘ai achetée le Parapluie, il ne coute pas beaucoup; je tacherais de revenir le plutot possible, cependant le chemin ne sera pas bon. Le reste de bouche, en attendant aimez moi.
30.
Die gestrige Casino Gesellschaft war noch ziemlich zahlreich –; und damit sind die Unterhaltungen für die Winter Saiçon 8.36/37 geschlossen; bloß wird am Montag den 17 ten April zu Ehren des Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers im Casino Locale – noch ein Ball abgehalten werden. Zur Tombolla sind die Blätter wieder das Stück á 10 xr erfolgt worden.
Im ersten Spiele :
Ambo … Damen Arbeitsscheere mit Griff von gepreßten Silber.
3 Theilnehmer. Handelsmann Baumgarten.
Terno … Glas Pokal roth mit Goldverzierung.
2 Theilnehmer. Frau Gräfin Ant. Schweiger.
QuaTerno … Haarbürste mit silbern Rücken und Stiel.
H. Bar. Franz Lazarini.
Cinquin … Meerschaumpfeiffe mit Silber beschlagen, mit einem Rohr und ledern Sackel.
H. Zhuber – Sohn.
Tombolla … Stockuhr auf 2 Allabaster Säulen mit einem durchsichtigen Werke, zeigt und schlägt auf Stahl-Federn ¼ und ganze Stunden, und repetirt selbst mit einem Schnürl, um nach belieben repetiren zu lassen, unter Sturzglas.
2 Theilnehmer. H. Lieut. Delinz.
In der zweiten Tombolla :
Ambo … Silberner Schlüssel Haken mit Ring.
2 Theilnehmer. Delle Isabella Heller.
Terno … Zigarren Halter von Silber mit Röhrl von Buchsbaum, dann mit silbern Taschel zum Feuerzeug.
3 Theilnehmer. Beamter H. Paulin.
QuaTerno … Obersschöpper von Silber und vergoldet.
Handelsmann Peschko.
Cinquin … Silbern Becher, innen vergoldet.
Frau Bar. Codelli – Mama!
Tombolla … Reise oder Nachtuhr, welche nur ¼ und ganze Stunden zeigt, sonst nicht schlägt, allein auf einen angebrachten Zug – die Stunden repetirt; in einem hölzern schwarz pollirten Rahmen mit bronze Verzierungen. Zifferblatt von weißen Metall mit bronze- Einfassung.
H. Rechnungsrath Luschin.
Um ¾ auf 10 Uhr geendet.
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Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg wurde es gestern in der Kirche unwohl, und mußte selbe verlassen; es hatte die Frauen Gräfin Uiblichkeit befallen, bei Hause angekommen, ist es kalt geworden, so daß Sie ins Bett gehen mußte. Die Nacht war schlecht, die Frau Gräfin hatte bis 5 Uhr nicht schlafen können, und das Befinden ist demnach nicht gut.
Gnädige Zeilen waren für mich sehr erfreulich – dadurch zu erfahren, daß ich die Ehre haben werde, Hochdieselben morgen hier zu verehren. Für die mir zugekommenen Steckrüben, erstatte ich Eure Excellenz ergebensten Dank – küsse der Excellenz Gräfinn und gnädiger Comtesse die Hand, und füge hier ein Stadtgespräch bei, dem gemäß Emma Comtesse von Auersperg (Mokritz) dermalen mit Mama in Wien, einen Fürsten Montleart eheligen solle, welches jedoch von mehreren widersprochen wird, daß zwar dergleichen gedacht und gehoft wurde, allein daß davon wieder abgekommenen seye. Montleart soll Milit. und Attache bei einer Gesandschaft seyn.
Um ferner gnädiges Wohlwollen
bittend, zeichne mich mit aller Verehrung.
Eure Excellenz
Laibach den 28 März
1837
unterthänigst dankbarer
Franz Hptm.
31.
Die Frauen Gräfin Hyacinthe befindet sich schwach – gestern ließ Gub. Rath D r Kogel in Besorgniß einer Brustentzündung – Iggel setzen, allein die Klage ist noch immer über Brustschmerz.
32.
Zu der Tombolla, welche am Mittwoch den 29 ten d. M. bei S r Excellenz dem H. Gouverneur zum besten der hiesigen klein Kinder-Bewahr-Anstalt – statt gefunden, haben mehrere hier nachbenannte Damen und Fräuleins feine Arbeiten gemacht, und diese letzteren diesen schönen Behufe bestimmt; welche diese Preiße in den veranstalteten Tombolla Spiel gewonnen, werden nachfolgend, nebst Besitzung der Gegenstände –, nahmhaft gemacht.
Namen der Geberinn | Gegenstand | Namen des Gewinners |
Baronesse Fani v. Schmidburg | Albun | Herr Fürst Bischof |
Frau von Kreuzberg | Sofa Polster 3∗ | H. ObLt Gr. Fries |
Fräulein Raicich | Vasen Taze | Frau Gräfin v. Zois – Mama |
Frau Sicard | Handschuhpolster | Frau Gräfin v. Leiningen |
Comtesse Cöcile v. Auersperg | Brieftasche | H. Gr. v. Welsersheim |
Baronesse Lori Codelli | Zigarrenbüchse | H. Gr. v. Stubenberg |
Comtesse Clementine v. Welsersheim | Uhrkette | H. FML Gr. v. Leiningen |
Frau Wagner Gub. Räthin | Lesebult | H. Gen. Br. v. Pirquet |
Fräulein Caroline Elsner | Feuertaschel | H. Gr. v. Barbo |
Frau v. Stromfeld | Visittenkartentaschel | H. v. Fischer |
Fräulein Caroline Elsner | Pferdstirnband | H. Gr. Bened. v. Auersperg |
Comtesse Marie v. Auersperg | Schwerstein | do |
Namen der Geberinn | Gegenstand | Namen des Gewinners |
Frau Baron Mallovetz | Schwerstein | H. Bar. Spiegelfeld abwesend |
Frau Baron v. Pirquet | Zecker | H. Gr. Ig. v. Blagai |
Comtesse Pepi v. Thurn | do | H. Gr. Benedict v. Auersperg |
Fräuleins Marie u. Jetti Elsner | do | H. Gr. Richard v. Blagai |
Baronesse Mathilde v. Schmidburg | Käppchen | Bar. Victor v. Schmidburg |
Frau Bar. Elise v. Lazarini | do | Frau Bar. Ant. Zois |
Baronesse Louise v. Schweiger | do | Frau Bar. Tauferer 4∗ |
Comtesse Math. v. Welsperg | do | Frau Gräfin v. Welsperg |
'' '' Helene. v. Welsperg | do | Herr Gr. Ig. Blagai |
Baronesse Ferri v. Schweiger | Tabacksbeutel | H. Bar. Spiegelfeld |
Comtesse Antoinette v. Erberg | do | H. Bar. Abfaltern |
Baronesse Therese v. Codelli | do | H. Fähnr. Eduard Egkh |
'' '' Lori v. Lazarini | do | H. ObLt. Vandoni |
Comtesse Pepi v. Welsersheim | do | Frau Gräfin v. Saurau |
Frau Gräfin v. Leiningen | do | Frau Fähnrich Fuchs |
Comtesse Ida v. Lichtenberg | Geldbeutel | Frau Gräfin Ant. Schweiger |
Fräule v. Gold | do | H. Bar. Ant. v. Zois |
Comtesse Fani v. Auersperg | do | H. OberstLt. v. Seppenburg |
Fräulein v. Königsbrun | do | H. Bar. Leop. v. Lichtenberg |
Namen der Geberinn | Gegenstand | Namen des Gewinners |
Frau Gräfin v. Welsersheim | do | H. Bar. v. Lichtenberg |
Frau v. Stromfeld | do | H. OberstLt. v. Seppenburg |
Frau Fähnr. Fuchs | do | Frau Gräfin v. Erberg |
Obgleich die Blätter á 10 xr das Stück abgegeben worden, so ist doch ein Betrag von 198 f 30 xr CM eingegangen; überdieß hat eine ungenannt bleiben wollende Dame den H. Gub. Rath und Polizei Director die Summe von 100 f CM für diesen Behuf zugestellt, welchen Betrag derselbe in die hiesige Sparkasse abgeführt, und das Sparkasse Büchel in der Gesellschaft S r Excellenz dem H. Gouv. überreicht hat. – Man räth, wer dieses seyn dürfte, und die meisten Meinungen gehen auf Frau Gräfin v. Saurau. –
Der Herr Graf Ant. v. Auersperg ist von Thurn am Hart wieder nach Laibach gekommen. Baronesse Therese Codelli ist an der Gripp krank. – Die alte Frau Präsidentinn Blasits ist gestorben! –
Auch Bar. Spiegelfeld leidet an der Gripp.
Frau Gräfin Hyacinthe scheint etwas besser sich zu befinden.
33.
Mit voller Gewießheit kann berichtet werden, daß am nächst künftigen Mittwoch den 5 ten April Soiré tansante bei Herrn FML Grafen v. Leiningen seyn werde. –
Frauen Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg hatten letzte Nacht – sehr schlimm zugebracht –; Andolscheck sagte, die Frauen Gräfin seye ihr einmal schon faßt kalt in Arm gelegen. H. Gub. Rath D r Kogel erinnerte schon gestern, bezüglich des hohen Alters der Frauen Patientin, und der hiernach bei der Krankheit obherrschenden großen Schwäche – das Versehen mit den Sterbsakramenten zu besorgen, welches heute früh auch geschehen ist. Frau Gräfin Richard v. Blagai und Baronesse Lori v. Lazarini waren zugegen.
Indessen befand sich die Frauen Gräfin recht gut bei Sinnen, und war bei den heil. Act nicht schmerz klagend. – D r Kogel besorgt nur die außerordentliche Schwäche, und hält diese für unausreichend, die
Krankheit zu überstehen. Es ist auch gestern ein geschickter Arzt – D r Schiffner zum Consult beigezogen worden.
34.
Der Herr Gr. Nicolaus von Lichtenberg ist vorgestern hier angekommen, und da dessen H. Bruder Gr Wolfgang – paar Stunden vor seinen Ankommen, nach Klagenfurth verreiset war, nahm Ersterer hier also gleich die Post, und fuhr demselben nach.
Der Herr Gr Nicolaus – ist dermalen Oberst bei EH Carl Ulahnen.
Der Frau Gräfin Hyacinthe gehet es schlecht; – Sie ist äußerst schwach und D r Kogel ist eben wegen der Schwäche, die fort im Zunehmen ist, sehr besorgt.
Ein sehr heftiger Kartar hält mich seit gestern in meinen Zimmer, und sich auch alle Eßlust entfernte, so ist auch dieses für mich erschwerend.
35.
Die Frauen Gräfin Hyacinthe hat lezte Nacht einen ruhigen Schlaf gehabt, und fühlt sich heute etwas gestärkt.
Mein Kartar hat sich auch sehr glücklich gewendet, heute scheint schon Eßlust vorhanden. Sontag und Montag waren 6 Schalen klarer Suppe die einzige Nahrung.
Der Sohn des Landraths Emberger ist gestern beerdigt worden, auch war gestern das Leichenbegängniß des verstorbenen Caplans aus der Tyrnau, welcher an Nervenfieber starb. Ganz Tyrnau und Krackau hat die Leiche begleitet.
36.
Heute ist die Gesellschaft mit Tanz bei H. FML Grafen v. Leiningen.
Frau Gräfin Hyacinthe hat wieder eine sehr gute ruhige Nacht gehabt; es scheint nun, daß die Crisis überstanden, und die gute Gräfin gerettet wird: welches mir sehr viel Freude gewährt; obgleich gegentheils ich diese Nacht sehr viel gehustet, und wenig geschlafen, daher heute vermehrten Kopfschmerz, und die wahrgenommene Eßlust verloren habe.
Geruhen gewogenst meinen ergebensten Dank für die gütigen Zeilen von gestern – zu genehmigen, und auch die verehrte Frau Gräfin Hyacinthe läßt für die gütige Theilnahme recht sehr danken, und sich der ganzen verehrten Familie bestens empfehlen. Die gnädige Gräfin hat die lezte Nacht wieder recht ruhig im stärkenden Schlaf zugebracht, hoft, daß der Rheuvmatism Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin sich bald entfernen wird, wozu ich so frey bin, die besten Wünsche beizufügen, indem ich zugleich Ihrer Excel. so wie der gnädigen Comtesse vielmalen die Hand küsse, mich zu fernern gütigen Wohlwollen empfehle, und darum bitte, so wie ich meinen steten Wunsch wiederhole, daß Gott Eure Exc. recht lange, und wohl erhalten möge! – Mir gehet es heut etwas besser, die Nacht war der Husten schwächer, der Schlaf besser, daher heute mehr gestärkt bin, und mich mit aller Verehrung zeichne:
Eure Excellenz
Laibach den 6 April
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
37.
Andreas ist gestern, ohne mein Antwortschreiben abgehollt, oder abgewartet zu haben, abgefahren, und so folgt das gestrige, mit den heutigen. Der guten Frauen Gräfin Hyacinthe gehet es – wie dieses rücksichtlich Ihres Alters (Sie wird im May 76 Jahr) möglich – gut. Die Kräften kommen nur zu sparsam, welches bei allen Krankheiten, und selbst bei jüngern Leuten, nicht besser gehet! – Izt erst fühlt die Frau Gräfinn Schmerz in faßt allen Gliedern, Folge der großen Abmattung durch die Krankheit. – Ich fand Sie gestern nach 3 Tagen, ungleich besser, als Sie am Samstage, da Sie versehen wurde, gewesen, und so dürfte es sich alles recht gut machen. Gub. Rath D r Kogel hat den mehrseits belobten, geschickten jungen D r und Professor Schiffner zur Consulte genommen, welche gestern wiederhollt wurde, vermuthlich – wie die Kräften zu erhohlen seyn möchten.
Das Gerücht erneuert oder vielmehr erhält sich fortan in der Stadt, daß Gub. Rath und Kreis Hptm. v. Löhr von Klagenfurth zum hiesigen Gubernium einberuffen –, und statt demselben Gub. Rath. Hr. Gr. v. Welsersheim – Kreishauptmann in Klagenfurth werden solle! –
38.
Hauptmann Gr. Coronini v. Hohenlohe, Ajo bei den ältesten Prinzen S r kais. Hoheit EH Franz Carls – wurde Major in seiner Anstellung!
Frauen Gräfin Hyacinthe hatte wieder eine gute Nacht, und allmählig – wohl sehr klein – und langsam – kommt der Appetit! –
Die Abreise H. Grafen Ant. von Auersperg nach Wien, ist bekannt. –
39.
Gestern ist für Ihre Majestät die höchst Selige Kaiserinn Maria Ludovica das Seelenamt gehalten worden. Am 13 ten d. M. wird gleiche Andacht in der hiesigen Domkirche für Ihre Majestaet die Kaiserinn Maria Theresia seyn! –
---------------
Der Krainersche Missionär Baraga ist nun hier angekommen.
40.
Der krainersche geistliche Missionair Baraga hat gestern Sonntags früh in der hiesigen Domkirche, und Nachmittags bei den Franziskanern gepredigt; am ersten Orte Deutsch – am andern in krainerscher Sprache. Es war in beyden Kirchen außerordentlicher Zulauf, und die Leute stiegen auf die Bethstühle und sogar auf die Altäre, welches sogar in der Kirche das Einschreiten der Polizei nöthig machte. – Man erzählt, daß bei den außerordentlichen Gedränge bei den Franziskannern, einen Knaben der Fuß gebrochen worden seye. –
Der hiesige Commissionair des H. Grafen Ant. Auersperg, Richard Blagai auch H. Bar. Leopolds v. Lichtenberg – Detella ist vor einigen Tagen vom Schlage getroffen auf der Strasse zusammen gefallen; die lezt verflossene Nacht gestorben.
41.
Wiener Agenten Nachrichten geben, daß fortwährend sehr erfreuliche Berichte über das häusliche Glück Ihrer Majestaet der Königinn Therese eintreffen. Im kommenden Monat gehe S e kais. Hoheit der EH Fridrich über Venedig zum Besuche Ihrer Majestaet der Königinn – nach Neapel.
Ihre kais. Hoheiten die EH Albrecht und Ferdinand exerciren bei guter Witterung eine Compagnie oder Division Grenadiere in den sogenannten Jesuitten Hofe mit vieler Präcision und unnachsichtlicher Strenge in Campagne Fracks und Kappe. Bei mehreren Gelegenheiten mußte der EH Ferdinand in die Fronte eintretten, während der ältere Erlauchte H. Bruder die Maneuvres commandirte.
Fürst Lichtenstein würde im Laufe dieses Sommers als Souverainer Fürst seine Besitzung am Bodensee besuchen, um sich in Wadra huldigen zu lassen, wozu bereits in Wien mehrere Bestellungen gemacht werden.
Man sage in Wien, binnen kurzen stehen Veränderungen in den obersten Hofämtern wegen Austritt einzelner Würdenträger – bevor.
Der Feldmarschall Lieut. Prinz Coburg gedenke im Laufe dieses Sommers eine Reise nach London vorzunehmen; man will wissen, selbe solle im Interesse Portugalls geschehen.
Es würden bereits Huldigungs Münzen für Siebenbürgen in Wien geprägt. Von Seiten der Siebenbürgischen Hofkanzlei machen sich mehrere bereit, nach Hermanstadt abzugehen. Die Wahl eines Gouverneurs dürfte eines der Resultate des Landtages seyn, und man glaubt, daß der Siebenbürgische Hofkanzler Freyherr von Möskve, zu dieser Würde gelangen, zugleich
heißt es, daß S e Exc. Gr. Majlath von Szekelhy zum Siebenbürgischen Hofkanzlei beruffen werde.
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Herr Gr. Welsperg ist nach Kärnthen und Inspruck abgereist.
Zeit der Abreise ist schon so nahe gerückt, daß ich die Hoffnung – Hochdieselben noch verehren zu können, aufgeben, und auf diese Zeilen beschränken muß, Eure Excellenz meine innigsten Wünsche hiemit auszudrücken, daß Hochdieselben diese Reise und den Aufenthalt recht glücklich zurück legen, und Eure Exc. vortreffliches Herz ja auf keine Weise betrübt werden möge! – Die fatale Gripp hat mich gestern um das Vergnügen gebracht, Eure Excellenz meine Ehrfurcht darzubringen. – Ich habe letzte Nacht zum erstenmal, erst wieder einen guten Schlaf genossen, und hoffe nun in Paar Tagen wieder ganz hergestellt zu werden; es fängt sich alles wieder in die alte Ordnung anzufügen, das sicherste Zeichen, daß die Krankheit im Abzuge ist! – Gott sey Dank dafür! – und der Herr erhalte nur Eure Excellenz wohl, und recht lange für uns!
Wiederholt wünsche ich eine recht – recht glückliche Reise, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, so wie der gnädigen Comtesse Hand, bitte um ferner gütiges Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 11 ten April
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
43.
Triester Briefe sollen die Nachricht gebracht haben, daß es gestern schon 3 Tage dort – in der Gegend der alten Zucker-Fabrique brenne.
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Frauen Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg schreitet in der Reconvalescenz recht gut fort, – es gehet täglich besser.
44.
Gemäs gestern angekommener Zeitung hatten S e k. Hoheit der E. H. Palatin die Sterbsakramente erhalten, und hatten Ihren Kindern den Seegen ertheilt. Innhalt der heutigen Wiener Zeitung ist in den Befinden S r kais. Hoheit Besserung eingetretten.
S r Exc. H. Gouv. gehet es seit gestern besser, da die Gicht sich wieder nach abwärts gezogen hat. –
Die Frau des Glashändlers – jungen Zeschko, Tochter des Rittmeisters Herrman in Sello – ist gestern von einem Knaben glücklich entbunden worden.
45.
Die heute angekommene Wiener Zeitung meldet über die Krankheits Umstände S r kais. Hoheit des EH Palatins, daß sich diese gebessert zeigen.
Der alte Herr Baron Ludwig von Lazarini mußte sich abermal vor 2 Tagen zur Ader lassen, und befindet sich im Bette.
S e Excellenz der Herr Gouverneur haben das Zimmer noch nicht verlassen.
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Frauen Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gehet es zwar nicht schlimmer, doch ist noch eine sehr große Schwäche vorhanden, und Eßlust will sich nicht einstellen.
46.
Des EH Palatins kaiserliche Hoheit haben in Folge eines eingetrettenen heftigen Schweißes – einen Friesel Ausschlag erhalten.
Heute wird H. Gr. Ferdinand v. Aichelburg von Wien hier zurück erwartet. Es soll mit besten Hoffnungen rücksichtlich seiner Beförderung erfüllet seyn.
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Am 19 ten d. als am Tage des höchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers, wird um 5 Uhr früh schon vom Kastellberge geschossen; türkische Musick um diese Zeit in der Stadt herum ziehen, und Nachmittags türkische Musick in der Stern Allee seyn.
47.
Wiener Agenten Bericht enthält, daß S e Majestaet der Kaiser im Untern Belvedere das ethnographisches Cabinet aus denen, durch die Naturforscher v. Hügel und Natterer gemachten Samlungen eingerichtet werden solle, und Herr Natterer dabei als Custos angestellt werde.
Man erwarte S e kais. Hoheit EH Raineur in Wien, wohin Hochderselbe insbesondere aus der Ursache beruffen worden seyn solle, und die Meynung abzugeben, ob S r Majestaet Krönung nicht noch in diesem Jahre, statt finden könnte.
Die konigl. franz. Familie würde mit den Frühjahr nach Kirchberg in Oesterreich von Görz überziehen, einige Zeit in Wien verweilen, dann Carlsbad besuchen, und für den Winter wieder nach Görz rückkehren.
Endlich seye an der projectirten Ferdinands Nordbahn nach Gallizien Hand gelegt, die Arbeiten aber von Deutsch Wagram nach Wien zu begonnen werden. Viertausend Menschen sollen täglich dabei beschäftigt, im übrigen aber die Haupt-Dispositionen getroffen, und die Eisenbahn binnen 6 Wochen, näml. von Deutschwagram bis Wien – fertig werden.
Herr Graf Zichy Major und Flügel Adjutant bei H. Feldmarschall Grafen Radetzky und Bruder der Frauen Fürstin von
Metternich, habe zu Mailand eine reiche Engländerinn geheurathet.
48.
Wiener Agenten Briefe enthalten, daß S e kais. Hoheit der EH Johann zum Besuch S r kais. Hoheit des EH Palatins in Ofen angekommen, und der hohe Patient sich gebessert befinde, u. wenn die gar zu große Schwäche der vollen Genesung nicht hindernd entgegen tritt, Hoffnung seye.
Der kais. russische Gesandte Tatitschef seye mit Herrn Grafen v. Palfy aus Petersburg in Wien zurück angekommen, Letzterer soll S r Maj. Kaiser Nicolaus besonderer Gunst genüssen.
Im Monat May werde der in Paris befindliche kais. österr. Botschafter Gr. Apponi in Wien mit Urlaub erwartet.
Der türkische Botschafter fahre fort bei allen Ständen Visitten zu machen, und scheine sich in dieser Art Conversation sehr zu gefällen. Bei dieser Gelegenheit trage derselbe seinen rothen Foes auf den Kopfe, gewöhnlichen Civil Frack mit derlei Pantalons, dan einen licht aschgrauen Milit. Mantel mit kostbaren Pelzwerk verbrämt. –
Der regierende
Fürst Lichtenstein habe das Razumovsky Palais auf der Landstrasse für den nächsten Sommer für 9000 f gemiethet, weil es der Wunsch der Frauen Fürstinn wäre, dort das Wochenbett zu halten, welcher Fall in Monat July eintretten soll.
Das Fürst Lichtensteinische Palais, welches in der Schenkenstrasse steht, und von der russischen Gesandschaft bewohnt wird, soll diesen Sommer reparirt werden, und die russische Gesandschaft werde das Fürst Lichtensteinische Palais in der Herrngasse beziehen.
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Zeitungs Bericht enthält über das Befinden S r kais. Hoheit des EH Palatin vom 15 ten d. M., daß Hochderselbe durch 6 Stunden Nachts gut geschlafen, und das Fieber, so wie die Schwäche nachgelassen habe.
50.
Herr Graf Ferdinand von Aichelburg ist Sonntag Abends von der Reise aus Wien hier zurück angekommen.
Sonntags war die Gesellschaft in Leopoldsruhe zahlreich; die junge Welt tanzte.
Das Befinden S r kais. Hoheit des EH Palatinus ist bis auf die Schwäche – zur Zufriedenheit. S e kais. Hoheit der EH Carl befindet sich mit den eigenen Leibarzte in Ofen, und werden daselbst bis zur völligen Genesung des hohen Patienten verweilen.
51.
Wiener Agenten Berichte bringen, daß S e kais. Hoheit der EH Carl mit Ihrem Leibarzte in Ofen bei S r k. Hoheit dem EH Palatin sich befinden, und vor gänzlicher Genesung des Durchlauchtigen H. Bruders, diese Stadt nicht verlassen werden, weil Hochdieselben zugleich die Geschäfte des Palatinus mittelbar leiten.
Man wolle wissen, daß zwischen den Fürsten Trautmansdorf (Ferdinand) und der Fürstin Hermine v. Metternich eine Heurath projectirt wäre, welche jedoch allen Umständen nach zu schlüssen, erst im künftigen Jahr geschlossen werden dürfte.
Der österr. kais. Gesandte in Berlin H. Gr. v. Trautmansdorf würde im künftigen Monat auf einen Besuch in Wien erwartet, und gedenke später Carlsbaad zu besuchen.
Ihre königl. Hoheit die Großherzoginn Stephani von Baaden, Schwester der Prinzessin v. Wasa wird auch im künftigen Mai Monat auf Besuch in Wien erwartet, und dann sich später nach Italien
begeben.
Künftigen Herbst erwarte man auch zuverlässig den Fürsten Milosch von Serbien in Wien auf Besuch. Ihn begleiten die Fürstinn und 2 Schwiegersöhne mit ihren Gemahlinnen.
Seit eingetrettenen Frühjahr ist in den Bauten eine ungemeine Thätigkeit eingetretten, und man sieht in kürzester Zeit, große Gebäude wie Pilzlinge aus der Erde emporsteigen. – Selbst in der durch hohes Alter denkwürdigen innern Stadt werden in allen Theilen derselben neue Hausbauten vorgenommen, und die von frühester Zeit eng begründeten Gassen, werden nach Möglichkeit der Localitaeten erweitert.
In den Vorstädten, wo die Baulichkeiten ungemein bedeutender sind, wird die Anlage der Gassen nach graden Linien bewirkt, und gleichzeitig nicht mehr als 3 Stockwerke aufgeführt.
Der Architeckt Koratheuer erwirbe sich ein besonders Verdienst noch dadurch, daß derselben bei allen neuen Bauten, die er leitet, in jeder Etage des Hauses einen Pumpbrunnen anbringt, der den Dienst[…]
das lästige Auf- und Abgehen der Stiegen erspart; indem mittelst einer 2 Röhrenleitung nach allen Theilen des Hauses, schnell das benöthigte Wasser geschaft wird. Den Vernehmen nach soll die Renovirung des Hofburgtheaters, welche auf 40.000 f CM veranschlagt war, suspendirt worden seyn, indem man beabsichtigt, im kommenden Jahre einen ganz neuen Bau vorzunehmen.
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Theater Austheilung
Donnerstag den 27 ten April: Der Zauberdrache
Samstag '' 29 ten '' : Nehmt ein Exempel daran. Ewig.
Sonntag '' 30 ten '' : Wahn und Wahnsinn (Epilog).
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Sonntags war die Copulation der Tochter des verstorbenen Handelsmanns Sons mit den hiesigen Handelsman, vor einigen Jahren getauften Juden Meyer.
Vorgestern
Montags war die Vermählung der Tochter des Christoph Wirths, welche einen Seiler von Cylli genommen, der dort Giltbesitzer seyn soll.
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Herr Graf von Hohenwarth ist Montags vollkommen in das Ant. Gr. Auerspergische Haus überzogen, und hat auch schon vom Montag zum Dienstag dort geschlafen.
Am 26 ten April 1837.
Zu N. 51
Die gestern in Laibach eingelangte Wiener Zeitung vom 22 ten d. M. enthält in Bezug auf den erkrankten EH Palatin kais. Hoheit folgendes:
„Uiber das Befinden S r kais. Hoheit des Durchlauchtigsten Herrn EH Palatins ist aus Ofen folgender ärztlicher Bericht vom 19 ten d. M. eingelangt:
S e kais. Hoheit haben eine gute Nacht gehabt, und fühlen sich mit täglicher Zunahme der Kräfte, heiter und behaglicher. Das Fieber ist gänzlich erloschen, somit die Krankheit und mit ihr die Gefahr für den Bestand des Lebens S r kais. Hoheit beseitigt. Da Hochdieselben heute in den Stand der Reconvalescenz tretten, werden hiemit die ärztl. Bulletins geschlossen.
In Folge dieser höchst erfreulichen Nachricht wird auf allerhöchste Anordnung S r k. k. Majestaet am Sonntag den 23 ten d. M. in der Hofburg Pfarrkirche öffentl. Kirchendienst und feyerlich Tedeum wegen glücklicher Genesung S r kais. Hoheit unter Beiwohnung Ihrer Majestaeten, der höchsten Herrschaften und des k. k. Hofstaates abgehalten werden.“
52.
Man erzählt, daß die deutsche Oper von Klagenfurth nach Görz engagirt, und demnach Hoffnung seye, in der Reise Tour von Klagenfurth nach Görz – zu Laibach einige Opern zu geben.
Baron Ant. Codelli soll nächsten Samstag mit Frau Gemahlinn aus Triest, – H. Major Bar. Eduard v. Schweiger mit Frauen Gemahlinn, an diesem Tage aus Unterkrain nach Laibach kommen. Lezterer wird die vom H. Grafen Hohenwarth verlassene Wohnung beziehen, welche dieser Tage mit vieler Thätigkeit gereinigt worden ist.
Die bekannte Realitaeten Besitzerinn Frau Zach, Schwiegermutter Kameralraths Spaun, ist lezte Nacht an Nervenschlag – schnell gestorben.
53.
Der neue Cameral Gefällen Administrator, Herr Hofrath Kraus ist hier angekommen, und hat gestern Visitten gemacht.
Auch OberLieut. Adjutant Schwarz ist Mittwoch vom Urlaub aus Pest hier wieder zurück gelangt.
Gestern hatte man Herrn Hofrath Grafen v. Welsperg von Triest zurück erwartet.
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Agenten Bericht aus Wien zufolge war am Tage des a. h. Geburtsfestes S r Majestaet bei Hofe große Aufwartung des diplomatischen Corps. Mittags gab S e Durchlaucht Fürst Metternich großes Dinér und Abends fand bei dem Herrn Obersthofmeister Fürsten von Colloredo ein äußerst glänzendes Soire statt.
Sowohl die hohen diplomatischen Glieder, als auch der Wiener hohe Adel, schienen sich an diesem Tage an Luxus und Eleganz überbiethen zu wollen. Die Ehre der Pracht an Equipagen, und äußerst reich gekleideter Dienerschaft und Laufer, gebührte den türkischen Bothschafter, dem Fürsten Schwarzenberg und Grafen Czernin. Im
Hofburg Theater wurde Bauernfelds neueste Schöpfung „Der Vater“ zur Aufführung gebracht, und äußerst beifällig aufgenommen.
Die anhaltende schöne Witterung, dürfte unsern a. h. Hof veranlassen, früher als bis izt bestimmt war, die Sommer-Residenz Schönbrunn zu beziehen. Ihre Majestaeten und sämtl. Mitglieder der kais. Familie – erfreuen sich des erwünschendsten Wohlseyn.
S e Majestaet der Kaiser sollen geäußert haben, den kommenden Monat öfter, als bisher geschehen, in Laxenburg und Umgegend, verweilen zu wollen.
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Die Reconvalescenz der Frauen Gräfin Hyacinth gehet langsam, aber sicher vorwärts.
Wie zu hören, hat der unbesoldete Gub. Sekretär Schloissnig die Wohnung bei Frau Lepuschitz genommen.
54.
Der Herr Hofrath Kraus hat eine sehr junge Pohlinn, eine KreisHptms Tochter zur Frau. Hat die Wohnung bei Bar. Zois genommen, welche H. Hofrath v. Guggenthal hatte, wozu aber einige Zimmer mehr genommen werden.
Es geht das Gerede, daß die hiesige Cameral Gefällen Verwaltung wieder von hier nach Triest übersezt, und mit jener von Dalmatien vereinigt werden solle unter der Benennung: Dalmatinisch-Küstenlandisch-Illyrische Kameral-Gefällen-Verwaltung.
Lieut. Brigade Adjnt. Bar. Egkh ist von Gratz rückgelangt.
55.
Heute wird Nachmittag in Unterthurn (Tivolli) türkische Musick seyn, und dieser Unterhaltungsort für diesen Sommer eröffnet. Es werden heute mehrere Gesellschaften allda speisen.
Gestern um 4 Uhr Nachmittags ist H. Bar. Eduard v. Schweiger (Major) mit Frau Gemahlinn in der Wohnung im Gr. Vinzenz Thurnischen Hause ersten Stock angekommen. Comtesse Lori Thurn ist mit – eingetroffen.
Um halb 8 Uhr Abends kam Bar. Ant. Codelli mit Frau Gemahlinn von Triest.
Mit der heutigen Vorstellung wird die dießjährige Theater Saiçon geschlossen.
Vernommene glückliche Ankunft in Wien konnte Niemanden so angenehm seyn, als mir, da meines Herzens innigste und besten Wünsche – Hochdieselben auf der Reise begleitet hatten. Hier ist die Witterung nun auch günstiger geworden, wie es den Wiener Nachrichten gemäs dort der Fall ist; doch regnet es faßt täglich, jedoch nur wenig, und wenn nicht am Tage, doch gewies des Nachts, welches allerdings gut seyn mag, da der warme Wind und die Sonne alles schnell drücknen. Hier nichts besonders Neues. H. v. Schloissnig bisher unbesoldeter Kreis Commissair in Klagenfurth – zum unbesoldeten Gub. Secretair ernannt, ist mit Frauen Gemahlin anher übersiedelt. Herr Graf von Hohenwarth hat seine Wohnung im Gr. Auerspergischen Hause bezogen, und dessen verlassene, besezt H. Major Eduard Br Schweiger, welcher gestern aus Unterkrain mit Frau Gemahlin, hier angekommen ist. Auch Bar. Anton Codelli ist gestern mit Frau Gemahlinn aus Triest hier eingetroffen. Endlich ist der neue Cameral Gefällen Administrator, Hofrath Kraus eingelangt, welcher eine junge Pohlin, Tochter eines Kreishaupt.
mitbrachte. Gr. Ferdin. Aichelburg war am 23 ten d. M. von seiner Wiener Reise hier zurück gekommen.
S r Excellenz dem Herrn Gouverneur gehet es schon ziemlich gut; dießmal war Hochderselbe sehr leidend. Am a. h. Geburtsfeste S r Majestaet gab der Herr Fürst Bischof Tafel von 50 Gedecken, Abends der H. Gouverneur Ball, welcher sehr stark besucht war, und ein Soupée servirt wurde. –
Eure Excellenz werden sich auch recht wohl unterhalten, und wie ich sehr hoffe, wird die Reise bezüglich der Gesundheit für Hochdieselben vom wohlthätigsten Erfolg seyn. Mir fängt es auch nun an besser zu werden, und die Frauen Gräfin Hyacinthe macht ihre Reconvalescenz recht gut. Schon kan Sie zum Mittagstisch sich begeben, wenn gleich nicht alles mit genüssen. Der Schlaf ist nun gut und anhaltend.
Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen gegen mich ermuthiget mich, eine große Bitte zu wagen, und vertrauungsvoll anzuhoffen, daß Eure Excellenz mir nicht ungnädig halten werden, Hochdenenselben damit lästig zu werden. Meine 2 Töchter plagen mich schon immer um Regenschirme –
(Paraplüe’s) welche mich meiner Uiberzeugung in Wien in W. W. faßt um jenen Preis zu haben sind, welchen die hiesigen Handelsleute in CM dafür fodern. – Es sind nur sogenannte einfache Paraplues für Damen, und keineswegs doppelte nöthig, und wenn Eure Excellenz diese ohne Beschwerung erkaufen lassen, und durch Hochdero Gnade mitbringen zu können nicht belästig würden, müßte ich unendlich dankbar seyn; doch muß ich meine Bitte, meine unterthänige Bitte, um gnädige Nachricht wiederholen, daß ich diese Bitte wagte, weil mir solche mein unbegränztes Vertrauen zu Eure Excellenz großer Gnade einflößte, welche so viele, viele Güte für Mitmenschen hat.
Geruhen Eure Excellenz meine hohe Verehrung genehmigen, und mir Hochdero gnädiges Wohlwollen noch ferners zu verleihen geruhen, dessen würdig zu betragen, meine einziges Bestreben bleibt, und ich mit aller Verehrung bis zum Grabe geharre:
Eure Excellenz
Laibach am 30 April 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
Morgen Montags wird Ihre Excellenz die gnädigste Frauen Gräfinn mit der gnädigen Comtesse zur Stadt kommen.
Heute Sonntags macht H. General v. Pirquet mit Frauen Gemahlinn Besuch in Lustall, wohin schon in der Früh gefahren wurde.
56.
Wiener Agenten Bericht zu folge – erzähle man sich dort als eine Neuigkeit, daß Ihre Majestaet die Kaiserinn in Folge des allzugroßen Wechsels der April Witterung, seit einigen Tagen von einer Unpäßlichkeit befallen seye, welche jedoch von keiner Dauer seyn dürfte.
S e kais. Hoheit der EH Carl wird Anfangs Mai aus Ofen zu Wien zurück erwartet.
Graf Daun hat mit mehreren der Wiener Cavaliers eine Wette gemacht, künftigen Sontag den lezten April im Wettritt die Strecke zwischen Preßburg und Wien innerhalb des Zeitraums von 3 Stunden mit einem einzigen Reit-Pferde zurück zu legen. Der Preis ist auf 500 Stk. Dukaten in Gold angesezt, nebstdem aber auch von der verlierenden Parthei ein Dinér pr. 50 Duckaten für die bei dieser Wette betheiligten zu bezahlen. Schlag 9 Uhr Morgens muß der Graf von Preßburg, welches Er um 6 Uhr verläßt, in Wien eintreffen.
Die vielen – in öffentl. Blättern enthaltenen Gerüchte vom Räuber Sobri und seiner Bande veranlassen folgende, aus sicherer Quelle geschöpfte Mittheilung: Ein Bauer aus dem Dorfe Praga – unweit Sümég im Szalader Comitate kam mit der geheimen Anzeige an den leztern Ort, daß sich bei ihn zwei Räuber aufhielten, welche die Ankunft noch mehrerer ankündigten. Ohne Zeitverlust setzte man ein Commando des dort, theilweise liegenden
Cavallerie Regts. zur Hälfte beritten zusammen, zog in der Stille aus, umringte das Dorf und besetzte sogleich das bezeichnete Haus, welches am Ausgange des Dorfes gegen Sümeg liegt. – Die beyden Räuber, die Annäherung gewahrend, flüchteten sich schleunigst in eine freystehende Scheuer, aus welcher sie beständig Gewehrfeuer unterhielten, um das Annähern zu verhindern. Auf mehrmaliges fruchtloses Auffodern, sich zu ergeben, wurde die Scheuer in Brand gesteckt, um sie auf diese Weise aus ihrem Verstecke zu treiben. Allein, kaum hatte die Flamme die Scheuer ergriffen, so hörte man innerhalb derselben 2 Schüsse, und dann von Zeit zu Zeit das Loosgehen von Gewehren und Patronen. Ihre Leichname zog man mit Mistkrampen halb gebraten, zum Theil verkohlt, aus dem Schutte. Von den Waffen fand man nichts, als Läufe und Schlösser. Man vermuthet mit großer Wahrscheinlichkeit, die täglich mehr zur Gewießheit wird, daß unter diesen beyden, der berüchtigte Sobri selbst war.
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Gestern Nachmittags war das Wetter sehr unangenehm stark windig, allerdings ziemlich viel Volk in Tivolli, aber keine Musick.
Achtzehn junge Herrn hatten sich dort zu einem Mittagessen vereinigt.
Herr Graf Joseph
von Auersperg ist Samstags mit Frl. Copini aus Unterkrain hier zurück angekommen. Man hört, Er wolle unverzüglich nach Wien reisen, um den mehrmal erwähnten Postzug zu kaufen.
Man erwartet H. Obersten B r Rath nächst künftigen Samstag oder Sonntag aus Wien hier zurück.
Heute am ersten Mai war ein herrlicher Morgen und der Tag ist ziemlich angenehm, obgleich Nachmittags wieder windig.
57.
Wiener Agenten Bericht vom 1 ten d. bestättiget, daß Ihre Majestaet die Kaiserinn sich nun ganz wohl befindet.
Der Leibarzt S r kais. Hoheit des EH Palatinus habe vom EH Carl eine kostbare Tabatiere, vom EH Ludwig einen prächtigen Brillantenring – aus Rücksicht seiner Verwendung in der lezten Krankheit S r kais. Hoheit des EH Palatinus – zum Geschenke erhalten.
Der Minister H. Gr. v. Kollowrath befinde sich seit einigen Tagen leidend, und man besorgt ein längeres Unwohlseyn für diesen würdigen und wichtigen Chef der Staatsverwaltung.
Von dem Schullehrer Jos. Lallich aus Verbosko im Agramer Comitat, wurde ein Arcanum gegen die Wuth bei Menschen und Thieren, so wie auch gegen den Biß giftiger Schlangen, der Wiener Medicinischen Facultaet vorgelegt; auch hatte derselbe bei S r Majest. eine Audienz. – Seine Angaben und vorgelegten Gewächse beschäftigen nebst der medizinischen Facultaet auch den Staatsrath. – Die Beweise dieses Mannes sollen sich auf mehr als 20jährige Erfahrung gründen; über selbst erlittenen Biß von einem Wolfshunde habe er diese Mittel an sich selbst erprobt.
Die Actien der Nordbahn wären fortwährend im Steigen
und im Laufe letzter Woche mit 10 pC Agio notirt worden; auch die Actien der Mailänder Eisenbahn hätten sich auf 108 erhoben.
In Bosnien, namentl. in Taslizza und dessen Umgegend an der Dalmatiner Gränze seye die Cholera ausgebrochen, welche anfänglich für die orientalische Pest gehalten worden wäre. Im Jahre 1831 und auch 1836 seye diese Gegend von den Uibel verschont geblieben. Gegenwärtig seye das Uibel sehr heftig, und nehme zahlreiche Menschen Opfer. Der Kranke werde von unausgesetzt heftigen Erbrechen befallen und stirbe binnen 24 Stunden. Die Türken wären darüber äußerst bestürzt, und nennen das Uibel Krattetta, d. h. schneller Tod.
Das Regiment Kaiser Chevauxlegers seye am 1 Mai zur Aufwartung in Wien eingerückt.
Das Concert vom Samstag im deutschen Hause war ziemlich besucht; die Sessi hat etwa 66–67 fl CM erhalten. Baronesse Fani Schmidburg, Lori Codelli, Comtesse Mathilde v. Welsperg, Delle Lugstein und die Beneficiantin haben gesungen. – Comtesse Pepi Welsersheim spielte auf den Piano Forte ein Pot pouri von Czerni, welches Frau Gub. Räthin Wagner mit Baronesse Mathilde v. Schmidburg
auf einem zweiten Forte Piano accompagnirte.
Am Samstag Nachmittag wurde der berüchtigte Arrestant Koschier hier eingebracht, welcher von Kletsche vertrieben, jenseits der Sau in einer Scheuer unter Stroh versteckt, aufgefunden wurde. – Bis izt sind erst zwei der Entwichenen eingebracht. –
Gestern Sontags ist H. Bar. Abfaltern mit Eilwagen nach Gratz und Wien abgereist.
Auch war gestern in Tivoli türkische Musick und dort starker Zulauf.
Der H. Oberste B r Rath ist Samstags von Wien und Gratz hier zurück angekommen.
Herr Graf v. Welsperg ist bereits nach Kärnthen, Salzburg und Tyrol, auf 6 Wochen abgereist.
H. Gr. Aichelburg ist an Fieber krank.
Die Gr. Richard Blagaische Familie wird Mittwochs am 10 ten d. M. nach Billichgratz aufs Land übersiedeln.
58.
Wiener Agenten Bericht vom 5 ten d. enthält: daß S e kais. Hoheit der EH vice König von Italien, sammt Familie von Mailand zu Wien eingetroffen seye, und in der k. k. Burg abstieg.
Gleichzeitig seye auch am 4 ten d. S e königl. Hoheit der Herzog von Luca in Wien eingetroffen, und im Fürst Kinskischen Palais abgestiegen. Der Aufenthalt S r kais. Hoheit soll über 6 Wochen, jener des regierenden Herzogs über 4 Monate währen.
Am 3 ten Mai hätte der franz. Gesandte zu Ehren des Namensfestes seines Monarchen, dem diplomatischen Corps ein glänzendes Dinér und Abends einen Ball gegeben.
Das zur Aufwartung in Wien eingerückte Kaiser Ferdinand Chevaux legers Regiment, so wie das abgerückte Fürst Windisch-Graetz Chevaux legers Regmt. hätten sich am 1 ten d. an Front auf den Glacis aufgestellt. S e Majestaet der Kaiser in der Generals Uniform wurden an der Spitze der Fronte des erstgenannten Regts. von S r Excellenz den 2 ten Regts. Innhaber Feldmarschall Gr. Bellegarde vorschriftmäßig empfangen.
Nie hätte man die Suite S r Majestaet so glänzend, als an diesem Tage gesehen, und aus allen Waffengattungen in der neuen Adjustirung zusammen gesetzt. Die H. Herzoge waren ebenfalls zu Pferde bei der Revüe erschienen, und Ihre Majestäten die Kaiserinn und Kaiserinn Mutter, dann die Herzoginn Sophie
wären die Fronten der Cavallerie Regtr. entlang, im Wagen gefahren. Das eingerückte Regiment wäre seiner schönen Leute als der schönen Pferde wegen, dagegen das abrückende wegen der besondern Praecision seiner Evolutionen, bewundert worden.
Am 1 ten Mai Nachmittags habe die große Praterfahrt statt gehabt, bei welcher Gelegenheit eine Unzahl von den geschmackvollesten Equipagen nach diesem Lieblingsorte des Wiener Publicums gefahren sind. Unter denselben seye die EH Sophie mit der G. H. v. Baaden in einem Hofwagen und die Söhne des E. H. Carls zu Pferde gewesen. Es sollen auf diesem Zuge wenigstens 60.000 Menschen in ihrer frohesten Laune gewesen seyn.
Am 2 ten Mai soll S e kais. Hoheit der EH Franz der in Wien anwesenden Familie des EH Raineur ein glänzendes Dinér im Prater gegeben haben, welchem auch die G. H. von Baaden beiwohnte. Im Laufe derselben und der künftigen Woche würde der Fürst Metternich den erst genannten hohen Gästen ein großes Soirés, so auch der türkische und englische Gesandte am Wiener Hofe geben, wozu bereits die Anstalten getroffen wären.
Der als Reiter nähmlichst bekannte Graf Sandor wolle im Kurzen eine Wettfahrt nach Presburg im Wagen
machen, welche Strecke ebenfalls derselbe, so wie Graf Traun 6∗ zu Pferde –, zu Wagen innerhalb 3 Stunden zurück legen will. – Man zweifelt sehr an der Ausführung dieser Idee, vorzüglich des vielen Ausweichens wegen.
Der k. k. Studien HofCommission liege gewärtig ein Vorschlag in Hinsicht eines neuen Studienplanes zur Begutachtung vor, dem zu folge das Gymnasium von 6 – auf 5 Jahre reducirt werden soll. Die ersten 2 Jahre sollen mit naturhistorischen und technischen Kenntnissen ausgefüllt, die lezten drey Jahre mit lateinischer Sprache, Literatur, Poesie und Logic etz. benuzt werden. Die philosophischen Studien sollen auf 3 Jahre ausgedehnt werden, die übrigen Fakultäts Studien keine Änderung erleiden.
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Herr Gr. Ant. Auersperg ist am Sonntag in einem Pirutsch aus Wien zurück gelangt.
Frau Gräfin Weichard von Auersperg mit Comtesse Marie nach Fiume – H. Gr. Xaver Auersperg mit Frau Gemahlin heute nach Grossdorf abgereist.
Frau Gräfin Ant. Schweiger wird morgen Mittwochs mit Familie nach Rupertshof abreisen.
Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist gestern Montags früh zum erstenmal ausgefahren.
Baron Franz Lazarini mit Frau Gemahlin gestern Montags nach Flödnig übersiedelt.
Frau Baronin Sali v. Lazarini mit Familie gestern von Zobelsberg zur Stadt gekommen, um die lezt geborne Tochter Resi impfen zu lassen.
Man erzählt, die Frau Gemahlinn Bar. Richards Lazarini seye in Gefahr gewesen, in Wien überfahren zu werden, nach einigen wäre Sie sogar überfahren worden, lezteres hat nicht Wahrscheinlichkeit, weil die Reise nach Laibach nur für einige Tage verspätet wird. Man sagt auch, die Frau Baronin befinde sich in gesegneten Umständen.
59.
Ein Gerücht in der Stadt läßt Ihre Majestät die Herzoginn Marie Louise von Parma diesen Sommer das Baad zu Töpplitz in Unterkrain gebrauchen, welches in Folge ärztlicher Ordination geschehen solle.
Frau Baronin Rastern ist gestern zu ihrer Familie in die Stadt gekommen.
Frau Gräfin Weichard v. Auersperg wird erst morgen Donnerstag mit Comtesse Marie nach Fiume reisen. Herr Gr. Jos. v. Auersperg hat zu seinem Stellvertretter bei der Taufe des Neugebornen seiner Frau Schwester – den H. Grafen Max v. Lichtenberg bestellt.
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Der berüchtigte Arrestant Koschier, welcher letzten
Samstag hier wieder eingebracht wurde, war diesmal nicht bis Kletsche gekommen. Er war im Arrest mit doppelten Eisen geschlossen, und seine Gehilfen konnten ihn nur eines losgeschlagen, daher er mit einem Eisen auf die Flucht gieng, dessen los zu werden, er in der Gegend des Pulverthurms nächst Laibach Anstrengung machte, und vollführte; allein die große Finsterniß derselben Nacht machte, daß er dort beym Pulverthurm, wo das Salniter Depot gebaut, dessen er unbewußt gewesen ist, in ein Loch stürzte und sich einen Fuß so heftig auslenkte, daß er seiner Aussage gemäs, so zu sagen, auf allen vieren kriechend, mit schwerer Mühe bis Jeschza nächst der Save kommen, und dort in einer Scheuer unter dem Stroh sich verstecken konnte, wo er jedoch
bald wahrgenommen, angezeigt und ergriffen wurde.
Geruhen zu der glücklichen Rückkehr meine innigste Theilnahme und Verehrung zu genehmigen. Wie ich herzlichst wünsche, soll kein Unfall eingetretten und Eure Excellenz glückliche Rückkehr zu Hochderoselben, und der hochverehrten Angehörigen vollkommener Freude erfolget seyn.
Frau Gräfinn Hyacinthe von Lichtenberg gehet es täglich besser, und Sie hat schon gestern einigemal nach Eure Excellenz Rückkehr sich erkundiget.
Mich zu fernern Gnaden empfehlend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn die Hand, so auch der gnädigen Comtesse, und geharre mit aller Verehrung.
Eure Excellenz
Laibach den 10 Mai
1837
unterthänigst dankbarster
Franz
60.
Während H. Gr. Joseph v. Auersperg eben nach Wien gereiset ist – um sich mit den wünschenden Pferde-Postzug zu versehen, ist gestern jener durch den genannten H. Grafen, beym H. Grafen Bathiani bestellter Postzug brauner Pferde, hier unvermuthet angekommen. –
Die Familie H. Gr. Richards von Blagai hat heute Laibach verlassen, um nun in Billichgratz zu wohnen.
Auch Frauen Gräfin Weichard v. Auersperg mit Comtesse Marie sind heute nach Fiume abgereist.
Herr Graf und Herrschafts Besitzer in Radkersburg v. Wurmbrandt ist hier angekommen.
H. General v. Pirquet von der Dienstreise in Unterkrain, ist gestern zurück gelangt.
Bekanntlich ist H. General Willens, mit Frauen Gemahlinn einen Besuch bei seinen Fräulein Töchtern in Parma zu machen, diese Tour aber in höchstens 14 Tagen zurück zu legen, und dann mit Familie nach Lukowitz aufs […] sich zu begeben.
61.
Wiener Agenten Bericht:
Von der beabsichtigten Reise Ihrer Majestäten nach Ungarn und der Militair Grenze soll es seyn Abkommen erhalten haben, und der allerhöchste Hof soll im Laufe des Sommers die Patromonial Güter, dann Ischel und endlich das Salzkammergut besuchen. Gleichzeitig wird versichert, daß im Monate Juni ein Familien Congress unsers hochverehrten Kaiserhauses statt haben werde. S e kais. Hoheit der Herr EH Raineur – vice König von Italien wird samt der durchlauchtigen Familie eine 3 wöchentliche BadeKur in Baaden gebrauchen. Zum Sommeraufenthalte des a. h. Hofes ist für dieses Jahr Laxenburg gewählt worden.
Der EH Friedrich dritter Sohn S r k. Hoheit des EH Carl würde im Monate July die erste Seefahrt nach Maroco auf einer kais. Fregatte antretten. Auf der Rückreise in Algier landen, später der erlauchten Frauen Schwester, Königinn von Neapel einen Besuch machen.
Man erwarte des ehestens den Herrn Feldmarschal und in Italien Commandirenden General Grafen Radetzky in Wien.
Wie verlautet – habe der Banquier Sina in Wien, durch des von einem Bukarester Handelsmann gemachten Falliment – einen Verlust von hunderttausend Gulden
in Conv. Münz erlitten.
Der – durch den Theater Direcktor Marinelli im Prater veranlaßte Bau eines Volks Theaters, wird auch bei anderen ein Speculations Unternehmen, denn auch in den sogenannten kleinen Augarten soll ein solches errichtet werden.
Vor einigen Tagen wurde die Gattin des israelitischen Kaufmanns Pollack wegen Todtschlag ihres stets kränklich gewesenen Kindes, zur 12jährigen Zuchthausstrafe und 3tägigen Ausstellung auf den Pranger verurtheilt.
Für den Herzog von Orleans würden zu Wien für vier Milionen Franks Juwelen, kostbare orientalische Edelsteine angekauft, jedoch würden selbe in Paris von dortigen Bijoutiers gefaßt werden.
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Nach eingegangener Anzeige ist einer der am 3 ten d. m. Abends aus der hiesigen Cassern Entwichenen – Namens Boschenu – gebürtig im Bezirk Wippach, Adelsberger Kreises – wieder ertappt worden, und wird morgen den 13 ten d. M. hieher eingeliefert werden.
Man hörte gestern, zwar noch unbestimmt davon sprechen, daß Bericht eingelaufen, als wenn im Neustadtler
Kreise, die Brechruhr wieder ausgebrochen wäre! –
Die sich täglich steigernde kühle Witterung hat veranlaßt, daß in mehreren Wohnungen wieder die Zimmer gehitzt werden, indem bekanntlich in dieser Zeit das Mauerwerk, und folglich die Zimmerluft kühl ist, und durch die kalt feuchte Witterung die Zimmer förmlich winterlich werden.
62.
Gestern wollte man wieder wissen, es wären dienstliche Berichte hier, daß die Brechruhr in Klagenfurth sich zeige. Es muß sich bald aufklären, ob die Sage wegen diesen Uibel sowohl in Unterkrain, als in Kärnthen begründet ist.
Wegen der Nachricht, daß Ihre Majestaet Marie Louise das Töpplitzer Bad in Unterkrain gebrauchen solle, läßt sich die Quelle nicht finden, woher dieses Gerücht komme, und es scheint auf einen Irrthum zu beruhen.
Herr Gr. Ant. Auersperg ist gestern nach Unterkrain abgereist.
H. Gr. Wurmbrand Onkel der beyden Officiere Bar. Egkh – würde Sonntags auf seine Herrschaft Ratkersburg rückkehren.
63.
Der berühmte D r Jeunicker – Proto Medicus in Triest ist am 10 ten d. M. dortselbst gestorben.
Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg ist gestern Nachmittags zum zweytenmale ausgefahren.
Frau Gräfin v. Welsersheim soll heute nach Gratz und W. Neustadt gereiset seyn, in welch letztem Orte Ihr Sohn erkranket seyn solle.
64.
Wiener Agenten Bericht vom 11 ten Mai
S e kais. Hoheit der EH Palatin werde sammt Familie in Wien erwartet, und würde einige Zeit allda zubringen, sodann aber, wie es heiße, in Begleitung S r kais. Hoheit des EH Rainer nach Italien eine Gesundheitsreise machen.
Montags den 8 ten seye eine große Truppen Revue am Glacis gewesen, welcher die Söhne des EH Carl mit ihren Oheime dem vice Könige von Italien beiwohnten. Nachmittags geruhte dieser die Zuchtviehausstellung im k. k. Augarten in Augenschein zu nehmen.
Donnerstags den 11 ten sollte Prinz Wasa dem EH Rainer zu Ehren, ein großes Soirés geben.
Im Laufe der Woche vom 7 ten d. seyen Sechs persische Jünglinge, Söhne der Großen des Reichs – über Triest in Wien angekommen, und dort auf Kosten des persischen Schachs in den Kriegs- und Staatswissenschaften durch einige Jahre Unterricht zu erhalten. Selbe wären in einem Alter von 14 bis 19 Jahren, in persischer Tracht äußerst kostbar gekleidet, und zögen durch ihr Aeußeres die Aufmerksamkeit Aller auf sich. Der jüngste, lebhafteste von allen, seye von schwarzer, 2 von gelber, und 3 von brunetter Hautfarbe. Sie würden im Laufe der Woche vom 14 ten zum 20 ten Mai S r Majest. und dem Fürsten Metternich durch den türkischen Bothschafter vorgestellt werden. –
Man wolle wissen, daß höchsten Orts
der Antrag gemacht worden seye, künfthin von allen landesfürstlichen Beamten Heuraths Cautionen zu fodern, welche in nichts andern, als baaren Gelde oder Staatspapieren erlegt werden sollen.
Graf Rechberg vormals in bairischen Diensten und derzeit in Wien ansäßig, soll zum kais. öster. Geschäftstrager in Brüssel ernannt werden.
Das bereits vor einem Monate im Feuer aufgegangene große Magazins Depot in Triest, solle bis izt noch nicht gänzlich gelöscht, obwohl seit 4 Wochen eine Menge von Arbeitern mit Rettung der etwa gebliebenen Waaren aus dem Schutte, beschäftigt seyn. Den Brand soll ein Commissionair, der sich auf einem Schiffe nach Nordamericka kurz vor dem Ausbruche des Feuers eingeschift, angelegt haben. (Triester Nachrichten indessen, die wir in Laibach haben, versichern, der Leichnam dieses unglücklichen Mannes seye 1 ½ Stund von Triest in einer Felsenschlucht, schon größtentheils verwest, mit durchgeschnittenen Halse gefunden worden.)
Die letztlich erwähnte Wettfahrt des H. Grafen Szandor zu Wagen von Preßburg nach Wien in Zeit von drey Stunden, würde Donnerstags den 18 ten Mai statt finden. Der Preis der gegenwärtigen Wetten betrüge bereits 200 Dukaten.
Im Laufe der verflossenen Woche sollen bedeutende Sumen von Berlin nach Genua bestimmt, durch Wien passirt seyn; – man zweifle nicht, daß dieses Geld für das Hauptquartier des
Don Carlos bestimmt seye. Das gesamte würde auf 6 Millionen Gulden gerechnet.
Bei der Studien HofCommission liege ein Vorschlag zur Berathung vor, welchem zu Folge neue Zweige der Wissenschaften, bei dem nun seiner Vollendung nahe stehenden polytechnischen Institute eingeführt werden sollen. S e Majestaet hätten bereits Sechs neue Lehrkanzeln zu bewilligen geruhet, u. man glaube, die nähere Einrichtung würde nach den Muster des Pariser polytechnischen Instituts getroffen, und sonach den Wiener eine größere Ausdehnung, als es bis izt der Fall war, gegeben werden.
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Gestern den 14 ten ist H. Gr. Wurmbrand mit Eilwagen zurück gereist. – Bar. Karl Codelli, Bar. Königsbrun und Bar. Sternek sind aus Triest gestern hier angekommen.
Heute am 15 ten früh 6 Uhr ist beym Casino Gebäude wieder ein Gewölb eingestürzt, und zwar auf der entgegen gesetzten Seite, des vorigen Einsturzes.
Heute wollte die Gr. Welspergische Familie mit einer Suite junger Herrn, Besuch in Lustall machen. Ob es das unstäte Wetter nicht gehindert – ist Referenten nicht bekannt.
65.
Die Ankömmlinge von Triest sind Bar. Karl Codelli, Bar. Königsbrunn, Bar. Forgatsch und ein Herr Bonflur – der geweser Officier, izt Particulier, sehr reich und im Begriffe – auf Reisen zu gehen ist. Letzterer befindet sich seit einiger Zeit in Triest um mit den erwartenden Dampfschiffe Marianna nach Griechenland zu reisen, soll ein staatlicher, großer und starker Mann, sehr eleganter Manieren und eben sehr elegant gekleidet seyn; nur seine Sprache oder besser gesagt, der Ton seiner Sprache soll sehr fein und daher sehr auffallend gegen den robusten Körperbau abstechen. – Diesen Ankömmlingen gab gestern am Pfinstmontage Frau Sicard ein Soirés, woran die Familie H. Grafen Welspergs – theilnahm.
Damit wird der Bericht von gestern ausgeglichen, und bemerkt, daß es gestern kalt, regnerisch, windig und sehr unfreundlich Wetter war.
Denen Triester Forestieres gab gestern die Frauen Gouverneurinn ein kleines Soirés.
Man erzählt von zwei Fällen, wo Verdächtige Menschen, Passanten auf der Strasse bei Tersein und gegen Egg ob Potpetsch zu mißhandeln versuchten oder zu mißhandeln Gelegenheit fanden. Die Verschiedenheit der Erzählungen darüber, läßt das Wahre noch nicht wissen.
Die anliegenden Quittungen über 8 fr CM zu unterbreiten –, hat mich der Casino Custos gebethen, welchen Ansuchen gemäs, u. den Verlangen andurch entspreche, und um Hochderoselben gnädiges Wohlwollen bitte, indem ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und mit aller Verehrung geharre:
Eure Excellenz
Laibach den
17 ten Mai 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
67.
Wie zu hören, ist Herr Graf Jos. v. Auersperg mit den zu Wien eingekauften 16 ½ Fäustigen Meklenburger Pferden vorgestern am Dienstag den 16 ten d. M. von Wien abgereist, wird 4 Tage bis Gratz zubringen, dort einen Tag rasten, und dann in 4 Tagen bis Laibach reisen, folglich künftigen Mittwoch den 24 ten d. M. hier eintreffen.
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Der mir von Wien gütigst bestimmte Brief ist mir heute zugekommen; derselbe war inzwischen von Wien nach Leipzig – zurück nach Wien, und nun am 15 ten d. von Wien nach Laibach gelaufen.
68.
Agenten Bericht Wien den 15 Mai
Am 14 ten d. seye bei Hofe große Familientafel gewesen, welcher die in Wien anwesenden hohen Anverwandten, dann die beyden ersten Staatsminister beigewohnt hätten. Am 15 ten sollte bei S r kais. Hoheit den EH Franz gleichfalls Familientafel seyn, welche für den Fall einer schönen Witterung im Prater zu geben, bestimmt war, wo Stuwer Abends ein Feuerwerk abzubrennen, angezeigt habe. Am 16 ten wäre eine Lustfahrt von S r kais. Hoheit des EH Raineur in Gesellschaft der hohen Anverwandten nach Laxenburg beschlossen, und am 17 ten sollte das Soirés beim türkischen Gesandten statt finden. Für den 20 ten wäre, für den Fall einer günstigen Witterung, eine Hofjagd angesagt. –
In Ofen würde Ihre königl. Hoheit die Herzoginn Henriette v. Würtenberg, Mutter der Frauen Erzherzogin Palatin – zum Besuch erwartet.
Am 11 ten Mai habe S e Majestät der Kaiser seinen in Wien anwesenden hohen Anverwandten und Hofgästen im sogenannten Kaisergarten nächst der Burg, ein glänzendes Dejeuneur a la Fourschette unter den Titel „Rosenfest“ gegeben, welches bis 2 Uhr Nachmittags dauerte; in den wahrhaft kais. decorirten Säälen habe Strauss mit seinem Orchester die hohen Gesellschaften, unterhalten.
Am 12 ten Mai seye ein außerordentlicher Courier aus Paris in Wien angelangt, und hätte, wie man vermuthet, in Privatangelegenheiten des Königs sehr wichtige Depeschen überbracht; am 13 ten wäre ein Wiener Courier mit der Antwort nach Paris abgegangen.
Am 9 ten Mai sollen die – das italienische Anlehen betreffenden
Conferenzen zwischen EH Raineur und Fürsten Metternich fortgesetzt, und beendigt, und die darauf bezüglichen Aufträge, den 12 ten nach Mailand abgefertigt worden seyn. Das Nähere über diesen Gegenstand seye noch Geheimniß.
Fürst Strudza Hospodar der Moldau im Einverständniß mit seinen Collegen, dem wallachischen Fürsten Ghika und den servischen Fürsten Millosch, hätten in Wien kostbare Geschenke anfertigen lassen, mit welchen sie gemeinschaftlich den Kaiser von Russland bei seiner Ankunft in den südlichen Provinzen seines Reichs, wahrscheinlich in Odessa, ihre Aufwartung zu machen gedächten.
Haulick Bischof und Hofrath – Referent in kirchlichen Angelegenheiten, wird Bischof in Agram.
Bischof Stainkovich Statthaltereyrath wird Hofrath an dessen Stelle.
Hofrath Kiss Protokollsführer im Staatsrathe, wird Gouverneur in Fiume.
Gr. Almássý 1 ter Assessor des Fiumaner Gouvernemts wird Statthaltereyrath.
Hofrath B r Medniausky wird vice Praesident der ungarischen Hofkammer, und seye beauftragt mit der Regulirung des königl. Thesaurariats in Siebenbürgen.
Hofsekretär Duscheck wird Regierungsrath und Protocollsführer im Staatsrathe.
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Aus Laibach
Gestern Donnerstags war ein Piquenique in Lahorza verabredet, woran die Triester Forestiers theilnahmen, und wohin man, begleitet von mehreren Reitern, in 5–6 Chaisen fuhr; obgleich es regnete.
Die Frau Assessorin v. Gerliczi in Fiume, geborne Comtesse Weichard Auersperg (Pauline) ist Tags nach der Ankunft ihrer Frauen Mama aus Laibach, von einem Töchterchen entbunden worden.
Heute sollten die Triester Gäste wieder dahin rückkehren, einer derselben, welcher inzwischen eine kleine Tour nach Unterkrain gemacht hatte, sollte gestern Abend hier zurück eintreffen. Die Fräule Königsbrunn, Stiftsfräulein in Görz, wollte mit ihrem Bruder in dieser Gesellschaft nach Görz reisen, allwo sie den Eid abzulegen hat, und wie man sagt, wo sie vorläufig wenigst Halbjahr wohnen sollte.
Künftigen Montag soll Frau Gräfin Saurau nach Gratz reisen, wohin der Herr Gemahl, sobald seine Urlaubsbewilligung ankommen wird, derselben folgen will.
Den mittlerweile für H. Gr. Jos. v. Auersperg aus Ungarn hier angekommenen Postzug, soll H. Gr. Anton Auersperg zu kaufen Willens seyn.
Comtesse
Josephine v. Thurn (Gr. Ant.) ist gestern mit Frau Gräfin Zois nach Oberkrain gereiset.
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Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg gehet es immer besser; sie sehnet sich nach der Ankunft der Gr. Attemsischen Familie recht sehr; zum Theil, um vielleicht bald nach Schwarzenbach rückkehren zu können! –
69.
Heute wird Frau Bar. Sali v. Lazarini mit ihrer Familie nach Zobelsberg und ihre Frau Mutter die Bar. v. Rastern nach Scherenbüchel nach Hause sich begeben.
Morgen Sonntags wird H. Baron Richard v. Lazarini mit seiner jungen Frau hier ankommen.
Die neu geborne Tochter des H. Assessors von Gerliczi in Fiume wurde Marie – getauft. Die Comtesse Marie von Auersperg ist bei Ankunft in Fiume etwas unwohl gewesen, jedoch schon wieder wohl.
Die Casino Direction läßt von Gratz und Klagenfurth Baumeisters kommen, um den Bau des neuen Casino’s zu untersuchen und zu beurtheilen.
Gnädige Zeilen sammt den 8 fr CM für die Casino Einzahlung habe richtig erhalten, und danke für die gegen mich geäußerten gütigen Gesinnungen. Das Schreiben, welches freylich aus Unwissenheit des alten Valentins, was ein innländischer Brief kostet, wohl aber großen Theils aus Nachlässigkeit des Postbeamten als Ausländisch franquirt und nach Leipzig gelaufen, deshalb erst am 18 ten d. M. mir zugekommen ist, ist mir ein neuer Beweis Eure Excellenz gnädigen Wohlwollens für mich, wofür ich nicht genug danken kann, und ergebenst bitte die hohe Verehrung Eure Excellenz zu genehmigen, mit der ich meine innigste Anhänglichkeit an Hochderoselben bis zum Grabe bewahren werde. –
Die gnädigen Damen werden gestern glücklich angekommen seyn, ich wollte noch glückliche Reise wünschen, bin aber in April geführt worden,
daß ich, obgleich vis a vis des Hauses, doch das Einspannen nicht sahe, und der Wagen fuhr mir ab, während ich aufs Einspannen harrte. –
Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin, so wie der gnädigen Comtesse Hand, bitte um ferners geneigtes Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laybach den
20 ten Mai 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
70.
Der berüchtigte Zheßnick, dessen Vater vor vielen Jahren zu Laibach gehenkt wurde, und an dessen Bruder H. Graf Hohenwarth viele Gnaden spendete, soll dieser Tage bei denen vorgenommenen Streifungen im Bezirk Minkendorf eingefangen worden, bei dessen Ergreifung aber einer der Soldaten durch demselben stark verwundet worden seyn. Der Ergriffene ist in Bezirks Arrest abgeführt worden.
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Herr Gr. Ferdinand von Aichelburg ist genesen.
71.
Wiener Agenten Bericht vom 18 ten Mai
Am 13 ten d. M. wären die jüngern Herrn Söhne S r kaiserl. Hoheit des EH Carl in der Hofpfarrkirche in der Burg von S r Eminenz dem Herrn Nuntius Fürsten von Altieri feyerlich gefirmt worden, wobei S e Majestaet der Kaiser die Pathenstelle vertraten.
Am 10 ten dieses habe sich ein Bataillon des Inf. Regts. Don Miguel in der Brigitten Au aufgestellt, um vor S r kais. Hoheit dem Herrn Feldmarschall EH Carldurch Höchstdero Herrn Söhne Albrecht und Ferdinand exercirt zu werden. Der Oberst des genannten Rgts. hatte das aufgestellte Bataillon dem Herrn EH Carl Ferdinand vor der Fronte übergeben, als plötzlich die Ankunft S r kais. Hoheit des EH Carl erfolgte, Höchstwelcher nun von den Prinzen Bataillons Commandanten vorschriftmäßig empfangen wurde. Nun ertheilten S e kais. Hoheit zur Ausführung verschiedener Maneuvres die Befehle und überzeigten sich mit sichtlicher Genauigkeit und Strenge von jeder ausgeführten Bewegung, so wie von den richtigen Commando des Bataillons Commandanten. Nach Beendigung der bestimmten Maneuvres übernahm E. H. Albrecht ganz dienstmäßig das Commando von den jüngern H. Brüder, und erhielt von Höchstdero Herrn Vater ebenfalls den Befehl zu maneuvriren. Beyde kais. Hoheiten entzückten das Herz des Vaters und erwarben sich die Be-
wunderung der Suite durch den wahrhaft militärischen Eifer und bewiesene Sachkenntniß, als auch rücksichtlich der subordinirten Haltung gegen die Vorgesetzten. Die Truppen in Gegenwart des hochgefeyerten Feldherrn, von kais. Prinzen befehligt, übertraf sich in der Haltung, Aufmerksamkeit und Präcision der Evolutionen, welche nachstehende von Seite S r kais. Hoheit den Feldmarschall an den Obersten gerichten Worte beurkunden: „Ich würde mich glücklich fühlen, nach dereinst bei einem unvorhergesehenen Kriege eine – so wohl dressirte und zum vollkommensten Soldaten ausgebildete Truppe in das Feuer vorzuführen, weil man eines Sieges nur gewieß seyn könnte.“ Diese Production bezeichnet den Schluß der Exercitien der beyden Prinzen, daß selbe im Beginn des kommenden Monats zu ihren betreffenden Regimentern einrücken werden.
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Aus Laibach
Gestern gab Frau Sicard denen hiesigen Fräuleins eine Jausen, woran die Comtessen Welsersheim, Lori Thurn, B r Schimdburg und Comtessen Welsperg theilnahmen.
Herr General v. Pirquet reiset morgen Dienstags mit Frauen Gemahlinn nach Parma ab. Das kleine Kind mit der Lockerinn und den Stubenmädchen wird während der Abwesenheit
in Kroisenbach bei Frau Gräfin v. Barbo seyn, wohin es heute abgeführt wurde.
Frau Baronin Mallowez hat sich aus der hiesigen Gradischa Vorstadt nach Peperlsfeld in der Zischka für den Sommer übersiedelt.
H. Baron Richard v. Lazarini ist gestern mit Frau Gemahlin hier angekommen, wird nachmittag nach Weißenstein sich begeben.
Frau Gräfin v. Saurau ist heute nach Gratz abgereist.
72.
S e Excellenz der H. Gouverneur sind Samstags Nachmittags über Flödnig nach Vellach ins Baad, und werden am 26 ten d. wieder zurück erwartet.
Baron Vicktor v. Schmidburg war Sonntags früh aus Unterkrain rückgekehrt, und ist Nachmittag an diesen Tage über Flödnig seinen Papa nach Vellach gefolgt. Er soll bei dieser Gelegenheit seine Frau Schwester in Villach besuchen.
Der Bericht vom 22 ten muß nachgetragen werden, daß Frau Sickard am Sonntag keine Jausen gegeben, sondern nur Comtesse Pepi Welsersheim und dieser zur Gesellschaft Comtesse Lori Thurn – zum Dinér geladen hatte.
73.
Gestern in der Mittagsstund hatten wir Gewitter und Regen mit etwas Schauer.
Von Kreutberg Privatbriefe klagen und lamentiren über die in dortiger Gegend vorfallenden Räubereyen, die selbst am hellen Tage man sich erlaubet. Die Thäter wären mit Gewehren und Pistolen bewaffnet.
Vor einigen Tagen hätten sich derselben mehrere eine viertel Stunde von Kreutberg, bei einem gewesenen Gerichts Bothen die ganze Nacht aufgehalten, und haben dessen Tochter mit sich genommen, die aber (ohne Zweifel eine lüderliche Person) ihnen willig und gern folgte.
Gestern Dienstags ist wieder einer der 12 aus den hiesigen Cassern Stockhaus Entlaufenen, also der vierte hier eingebracht worden. Er wurde in der Gegend von Tyffern in Steyermark ertappt.
Der H. General v. Pirquet wird erst morgen Donnerstags seine Reise nach Italien antretten, und die kleine Helene nach Kroisenbach zur Gräfin Barbo abgeführt werden.
Frau Gräfin Hyacinthe frägt täglich um Nachrichten von der Familie des H. Grafen Attems.
Wiener Zeitung vom 24 Mai 1837 N ro 117
Berichtet aus Ofen, daß nach officiellen Angaben von den Vielen, welche am 15 ten d. M. bei der ungeheuren Wasserfluth in Todesgefahr schwebten, so viel bis izt bekannt ist, acht Personen das Leben einbüßten. Außerdem sind mehrere Pferde umgekommen, Equipagen zerbrochen, Strassen ruinirt, Gärten und Wiesen überschwemt und mehrere Gebäude stark beschädigt worden. Die Johannis Brücke in der Christinastadt ist zerstört und die Wölbung in den unterirrdischen Wasserläufen geborsten. Ein Stock hohes Haus ist gänzlich eingestürzt, seine Bewohner haben jedoch bis auf ein 5jähriges Kind, welches unter dem Schutte begraben ward, ihr Leben gerettet, und auch den größtentheil der Hausgeräthe in Sicherheit gebracht. Die Stadtbehörde ist eifrig bemüht, den verursachten Schaden zu ermitteln und das Uibel so viel als möglich zu lindern.
Am 19 ten Mai Früh 4 Uhr ist die Donau Schiffbrücke
zwischen Ofen und Pesth durch ein mit Brandwein beladenes, beschädigtes Schiff, welches in dieselbe hinein schwamen, so sehr beschädigt worden, daß die Passage sogleich gesperrt werden mußte. Der thätigen Brückenpachtung gelang es jedoch, die Brücke bis halb 12 Uhr Mittags wieder in gehörigen Stand zu setzen. Die Uiberfahrt bis zu dieser Zeit mußte mittelst Kähnen geschehen.
(extrahirt durch die Wiener und der Ofner und Pesther Zeitung).
74.
Der Herr General v. Pirquet reiset auch heute nicht nach Italien; wegen – an einigen Orten ausgetrettenen Wässern wird die Reise erst am Samstag den 27 Mai angetretten, und an diesem Tage auch die kleine Helene nach Kroisenbach abgeschickt werden.
75.
Die Wiener Zeitung und der österr. Beobachter vom 22 Mai geben Nachricht von großen Unglücksfällen, welche am Pfingstmontage in Ofen sich ereignet haben.
Die Wiener Theaterzeitung von diesen Tage N o 101 gibt aber diese Nachricht erschöpfender und mit folgenden:
„Der Pfingstmontag war für die Prominirenden in den Ofner Weingebirgen, vorzüglich aber für jene, die – wie es jährlich gewöhnlich, das beliebte Auwinkel besuchten, ein wahrer Schreckenstag. Gegen vier Uhr concentrirte ein – den ältesten Bewohnern Ofens, undenklicher Wolkenbruch die meisten Spazierenden in den vordern Mayerhof des Auwinkels. Die Restaurazionszimmer – Schuppen und Keller konnten nicht einmal den sechzehnten Theil der Versamelten fassen. Man nahm Zuflucht zu den Fiackern; doch kaum erlangten diese die Hälfte Wegs zum nächst gelegenen Gasthause Laslovsky, als ein Orkan furchtbar die überflutheten Waldgräben in die Hauptstrasse zusammen peitschte. Die Pferde erblindeten, Fiacker sanken ohnmächtig vom Bocke und ganze Familien waren Opfer dieses ungeheueren Wolkenbruchs. Zum größten Glücke befand sich unter den Geängstig-
ten, der in Ofen anwesende, weltberühmte Athlet Rappo, der allein wie ein Theseus, Fassung und Geistesgegenwart behielt, und die Unglücklichen, wie ein rettender Engel mit starken Armen zu Dutzenden aus den Fluthen in die Weingärten schleuderte und somit das Leben Vieler rettete. Gott lohne es diesem wackern, braven Mann und erhalte ihn noch lange ungeschwächt die wundervolle Muskelkraft. Der Verlust an Menschen und Pferden ist bis izt noch unermittelt.
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Aus Laibach
Letzten Dienstag am 23 ten d. ist H. Gr. Jos. v. Auersperg mit seinen Wiener Postzug hier angekommen; da die Thiere dermalen erst ins 3 te Jahr gehen, so stark und groß sind, so werden es in der Folge sehr schwere Pferde werden. Es sind braune von Farbe.
Gestern Donnerstag war am Morgen Nebel, durch den die Sonne blickte; allein der Nebel stieg. Wie gewöhnlich zog die Prozession aus der Domkirche aus, um den Umzug bei den vier Altären bei der Franziskaner, bei der Deutschen, bei der St. Jacobs Kirche, und dem letzten
Altare beim Rathause zu halten. Der Zug kam aber nur bis zum Franziskanern, allwo der erste Seegen ordentlich vollzogen werden konnte, nach diesen aber fiel Regen, und man mußte in die Franziskaner Kirche, wo die Funktionen der 3 andern Altäre vollzogen wurden, und da es bis dahin das Wetter gestattete, in die Domkirche zurückgegangen, allwo der letzte Seegen gegeben worden ist. Bald nach 12 Uhr kam die Sonne in Vorschein und es blieb gut Wetter, zwar etwas windig, bis Abend. – Heute Freytag ist ein schöner, obschon etwas kühler Tag.
Das Unglück von Ofen beschäftigt die hiesigen Stadt Bewohner seit gestern viel.
76.
Wiener Zeitung vom 23 Mai gibt keinen weitern Bericht über die am Pfinstmontage zu Ofen statt gefundenen Unglücksfälle.
Heute morgens halb 6 Uhr ist Herr General v. Pirquet mit Frauen Gemahlinn nach Italien, und gleichzeitig die kleine Tochter Helene mit ihren Begleiterinnen nach Kroisenbach in Unterkrain – abgereist.
Gestern Abend war Spiel bei H. FML Grafen von Leiningen, wobei sich Frau Gräfin v. Welsperg einfand, indessen die beyden Comtessen Töchter sich bei Frau von Flug engagirt hatten.
77.
Wiener Agenten Bericht vom 22 ten Mai
Das Regmt. Don Miguel ist, durch das Inf. Rgt. EH Carl in Wien zur Aufwartung abgelößt, am 17 ten Mai von Wien abmarschirt, um die Garnison zu Raab in Ungarn zu beziehen.
Am 19 ten Mai stellte sich das Inf. Regt. EH Carl auf den Glacis in Wien auf, und defilirte vor S r kais. Hoheit den EH Carl mit solcher Präcision, daß Hochderselbe mit dessen Haltung ganz zufrieden sich erklärt hatte.
Es verlautet, daß der Wiener Banquier B r Sina im Grafenstand erhoben werden soll.
Man glaubt mit Bestimmtheit, daß die Prinzessin S r Durchlaucht des Staatskanzlers Fürsten Metternich sich mit einem ungarischen Grafen ehestens vermählen werde.
Der kürzlich erwähnte Familien-Congress des kaiserlichen Hauses dürfte auch die Erfüllung des Testaments Weiland S r Majestät Kaiser Franz ein Gegenstand der Berathung seyn.
Man spricht in Wien von einem Handelstractate zwischen Oesterreich, Bayern und Würtenberg mit besonderer Rücksicht auf die einstige Vollendung der Eisenbahnen.
Der bekannte Walzer Componist Lanner hat vom Herzog von Würtenberg kais. russischen Generaladjutanten während letztern Anwesenheit in Wien, aus Anlaß einiger Producktionen einen kostbaren Brillantring zum Geschenke erhalten. Zugleich hat der Herzog den Kapellmeister den Vorschlag gemacht, ob er den nicht
Willens wäre, auf einige Jahre nach Rußland zu reisen, um daselbst militärische Musickbanden nach seinem Geschmacke zu organisiren, wozu dieser bei S r russischen Majestät demselben anempfehlen wollte. Die Antwort Lanners ist noch nicht bekannt, doch ist zu vermuthen, daß nur außerordentliche Vortheile denselben dazu bewegen könnten, Wien auf mehrere Jahre zu verlassen.
Die allgemeine Aufmerksamkeit ziehet eine von dem bürgerlichen Sattlermeister Weixler in der Jägerzeile für den türkischen Bothschafter verfertigte Equipage auf sich, welcher nach den neuesten Geschmacke gearbeitet, und wegen der besondern Façon und Vergoldung der Außenseiten allgemeinen Beyfall erhält. Besonders schön ist der aber den Sitze angebrachte Sonnenschirm mit 2 ⅓ Zoll breiten Goldfranzen; die Winden der Achsen sind ebenfalls stark vergoldet. Wie man erfährt, soll diese Equipage 10.000 f kosten.
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Aus Laibach
Die Wiener Zeitung vom 24 ten Mai enthält die Ernennung H. Grafen v. Wilczeck, Gouverneur in Tyrol – zum 2 ten Hofkammer Präsidenten. (Also wieder ein Gouverneur-Platz erledigt! – )
Herr Gr. Ant. von Auersperg, welcher Absicht hat, den aus Croatien für H. Gr. Jos. Auersperg angekommenen Postzug Pferde zu kaufen, ist gestern hier angelangt. Die, wegen der, seit
einiger Zeit im Publicum beredten Heurath dieses Herrn Grafen mit einer jungen Baronesse – Neugierigen, hatten schon vor mehreren Tagen dessen Anherkunft ausgewittert, und diese auf diesen Gegenstand bezüglich gehalten! –
78.
Wiener Agenten Bericht vom 25 Mai
Die Ankunft S r kais. Hoheit des EH Palatins in Wien ist auf den 12 ten Juni angesagt, wo auch die ganze Familie Hochdesselben, und um diese Zeit auch der EH Johann in Wien eintreffen wird. Die Frauen Großherzoginn von Baden hat Wien bereits verlassen.
Am 15 Mai gab Ihre kais. Hoheit die EH Sophie in ihrer Kammer ein Concert, wobei Lepinsky seine unerreichbare Kunst beurkundete und den Beyfall des allerhöchsten Hofes erndtete. Derselbe hat aus Anlas seines Spieles von Ihrer Majestaet einen kostbaren Brillantring, und eine mit Edelsteinen reich besetzte Busennadel zum Geschenke erhalten; das letzte Concert desselben im Redutten Saale, hatte die Einnahme von 3000 f CM erreicht.
S e Excellenz Graf Choteck wird nächstens in Wien erwartet, um mit dem Fürsten Staatskanzler zu conferiren.
Vergangenen Dienstag den 22 ten dieses gab EH Franz ein glänzendes Dinér im Lusthaus im Prater, welchem Ihre Majest., dann die Familie des EH Rainer, die übrigen Mitglieder der kais. Familie, und die Herzoginn von Anhalt Cöthen – beiwohnten.
Das für das Andenken Weiland S r Majestät Kaiser Franz zu Prag zu errichtende Denkmal von Bronce, soll in Wien angefertigt werden, ein Modell liegt bereits einer höhern Genehmigung vor.
Beym Hofjuwelier Roset
wird nächstens eine Medaille auf die neuerliche Wiedergenesung des EH Palatins erscheinen, welche sehr sinnig und elegant, wie man es bei diesem geschickten Verfertiger – gewöhnt ist, ausgearbeitet werden soll.
Vor einigen Tagen hat das Großhandlungshaus Schweigert et Comp. zur Subscription der nunmehr in Wirksamkeit zu trettenden Errichtung einer Dampfmühle innerhalb der Linien Wiens, veröffentlicht. Es soll behufs dessen ein Capital von 250.000 f aufgetrieben werden, in 1000 Aktien. Der Termin der Subscription ist auf Ende xbris l. J. festgesetzt. An der Spitze der Leitung stehet ein Herr Mallowitz.
S e königl. Hoheit der Herzog von Lucca wird nach einigen Tagen sich nach Italien in die Bäder begeben. Der Erbprinz von Lucca gehet mit Ihren Majestaeten nach Schönbrunn und Laxenburg. Dieser Prinz macht in seinen Studien überraschende Fortschritte, und Ihre Majestät die Kaiserinn vertritt bei demselben wahrhaft Mutterstelle, und wohnt öfters den Vorlesungen seiner Lehrer bei.
Das in Wien nun in Garnison liegende Kaiser Chev. legers Regmt. erhielt eine große Anzahl Carabiner nach der Lieutenant Zang’schen Percussions Methode, um selbe im Dienste zu gebrauchen, und nach Verlauf mehrerer Monate über deren Anwendbarkeit zu relationiren. Schon vor 2 Jahren wurden bei den Palatinal
Husaren Regt. mit solchen Percussions Carabinem die ersten Versuche gemacht, und sollen sich nach der Berichterstattung vollkommen zweckmäßig bewährt haben. Nunmehr soll annoch ein letzter Probeversuch vorgenommen werden, und im Falle der bestättigenden Vortheile, diese neu construirte Waffe allmählig bei der gesammten Armee eingeführt werden.
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Aus Laibach
Herr Gr. v. Hohenwarth ist Samstag Abends in der 10 ten Stunde aus Unterkrain hier angekommen.
Muß ich ergebenst bitten, wenn ich in den heut überschickten Agenten Bericht aus Wien vom 25 Mai den Schreibfehler begangen, daß ich Graf Wilczeck statt Graf Choteck geschrieben, diese Berichtigung geneigt zu treffen, daß Letzterer in Wien erwartet und mit den Fürsten Staatskanzler conferiren wird.
Indem ich um ferneres Wohlwollen bitte, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, und der gnädigen
Comtesse Hand, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 29 Mai
1837
unterthänigst dankschuldigster
Franz
79.
Heute früh 10 Uhr wird in der Domkirche zur Feyer des allerhöchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers durch den H. Fürst Bischof – ein Hochamt colebrirt werden.
Heute wird die Vermählung des Prinzen v. Orleans, – nachdem die Prinzessinn Braut gestern zu Fontainebleau angekommen, daselbst erfolgen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur Bar. v. Schmidburg hat den Croatischen Postzug vom H. Grafen Joseph von Auersperg um 1200 f CM gekauft.
Am 5 ten Juni wird im Alborghettischen Hause auf den Platz vis á vis dem Gasthause von wilden Man die Licitation nach der verstorbenen Frau Präsidentens Wittwe Blasits – beginnen, und wenn selbe diesen Tag nicht endet, am 6 ten fortgesetzt werden.
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Frau v. Mordax ist noch hier, wohnt beym wilden Mann.
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Herr Graf Anton von Auersperg hat Sonntags
die Einlage beym Gubernium eingerichtet, womit derselbe den Bezirk anheim sagt, und denselben bald abgenommen zu haben wünscht.
80.
Herr Graf Ant. von Auersperg ist gestern Abend nach Thurn am Hart zurück gereist.
Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gedenkt nächsten Samstag nach Schwarzenbach zu reisen, und dann wieder auf einige Tage herauf zu kommen.
81.
Frau von Mordax ist gestern über Cilli nach Haus gereist.
Die Frau Gemahlin H. Grafen Andreas von Hohenwarth ist zu Gerlachstein angekommen. Herr Graf Franz Hohenwarth ist mit Frau Gräfin und Hausangehörigen in zwey Wagen heute dahin gefahren.
82.
Wiener Agenten Bericht vom 29 Mai 1837
Am 24 ten Mai ist in der Hofburgkapelle die feyerliche Vermählung des Grafen Hunyady mit der Gräfin Esterhazy durch den Hofburgpfarrer vollzogen worden. S e Durchlaucht Fürst Metternich vertrat dabei die Stelle des Fürsten Paul v. Esterhazy als Beystand. Die H. Generals waren dabei in Uniform.
An eben denselben Tage wurde Rittmeister Graf Cavriani – von Sachsen Coburg Uhlanen Rgt. – Herr der Herrschaften: Unterwaltersdorf und Schöngraben, dann Seibersdorf und Reisenberg in Niederösterreich –, mit der Fürstinn Therese v. Esterhazy, Tochter S r Durchlaucht des H. H. Bothschafters in London, durch S e Eminenz den Herrn Nuntius Fürsten Altieri in der Nuntiatur Capelle feyerlich getraut. Der Neuvermählte begibt sich am 30 ten – zu seinem Regt.
Am 23 ten Mai gab S e Durchlaucht der regierende Fürst Alois Lichtenstein im Lusthause des Praters dem höchsten Adel Wiens ein prachtvolles Dinér. Die Zu- und Abfahrt geschah in Galla Equipagen.
Im Anfange des künftigen Monats (Juni) wird der türkische Bothschafter eine große Galla Auffahrt bei Hofe halten.
Sichern Vernehmen nach, wird S e kais. Hoheit der EH Franz in Gesellschaft des EH Rainer im Monat August eine Reise nach Oberitalien machen.
Vor einigen Tagen ist
der für die Kaiser Ferdinands Nordbahn bestimmte Musterdampfwagen von London hier eingetroffen, und im Magazins Gebäude der Eisenbahn Comitaet deponirt worden. Sachkenner bewundern die Mechanick dieses vollendeten Meisterstücks. Die Transportskosten dieses Wagens belaufen sich auf 1500 f, und jene der Baukosten auf 800 f CM.
Vom Handlungs Hause Preisach in Pesth soll der Haupttreffer von Ehrenhausen ausgegeben worden seyn. Der Eigenthümer des Looses ist noch unbekannt.
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Aus Laibach
Herr Baron Ant. von Codelli wird morgen Samstags von Wien hier zurück erwartet.
Diesen Morgen war in der 5 ten Stunde ein heftiges Gewitter mit sehr großen Regenguß und Schauer. Der Donner war sehr heftig und dauerte nach 7 Uhr. Das Wetter ist sehr kühl.
Heute sollte H. Bar. Louis Lazarini (Papa) mit seinem Sohne Richard und dessen Frau Gemahlin zur Stadt kommen.
Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg gedenkt morgen Samstags nach Schwarzenbach zu reisen.
Frau Bar. Eduard v. Schweiger mit H. Gemahl u. H. Baron Vinzenz sind heute des schlechten Wetters wegen, nicht gereist.
83.
Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist heute früh ganz wohl von hier nach Schwarzenbach abgefahren.
Bar. Ant. Codelli ist gestern Abend mit den Eilwagen von Wien hier zurück angekommen.
Herr Baron Eduard v. Schweiger welcher die Frauen Gemahlin abzuholen hieher gekommen, ist heute ebenfalls nach Unterkrain mit derselben abgereist.
Heute ist Concert im deutschen Ordenssaale.
Hauptman Taubenberg von Hohenlohe, vereheligt mit einer Wiener v. Odelga, deren Papa Bevollmächtigter des Großherzogs von Toskana am Wiener Hofe ist – wurde Major bei Richter Infant. welches zu Linz in Garnison ist.
Sind so gnädig, daß ich der Worte nicht finden kann, Hochdenenselben meine gränzenlosen Gefühle der innigsten Dankbarkeit auszudrücken, welche ich so großen Maaßes empfinde, und welche nur mit meinem Lebensende hier nieden endigen werden. Gott erhalte Eure Excellenz! Ich werde demnach so frey seyn, Montags Eure Excellenz meine Verehrung persönlich darzubringen, da Hochdieselben so gnädig sind, über mein gewagtes Befragen, mir die gewogene Nachricht zu schenken, daß Hochdieselben Montags bei Hause seyn werden.
Ich küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand und geharre mit wiederhollter Bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen,
Eure Excellenz
Laibach den 3 Juni 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
84.
Erst heute Sonntags ist die Baron Eduard v. Schweigersche Familie nach Unterkrain abgereist.
Herr Gr. Jos. von Auersperg wurde wegen der vorhabenden Vermählung heute zum erstenmal kirchlich verkündiget.
85.
Agentenbericht Wien den 1 Juni
Das Namensfest S r Majestät des Kaisers ist dieses Jahr mit aller der Feyerlichkeit begangen worden, wie wir bei dergleichen Gelegenheiten gewohnt sind, von den treuen Unterthanen den angebetheten Monarchen gespendet zu sehen. Das gesammte Kaiser Chevauxlegers Regmt., so wie das Bürger Militär und der Clerus wetteiferten unter einander, dieses Fest recht glänzend zu machen.
Der Fürst Schönburg k. k. Gesandter beym Stuttgarder Hofe hat sich dieser Tage von Wien dahin begeben, um von dort aus, direckte nach London sich zu begeben, und an der Stelle des Fürsten v. Esterhazy ad interim die Geschäfte zu leiten.
Am 31 Mai war ein glänzendes Soirée beym k. franz. Both-
schafter, welchen Graf Apponi beiwohnte.
Am 31 Mai hat auch der öffentl. Einzug des päpstlichen Nuntius Fürsten Altieri aus den Fürst Schwarzenbergischen Palais am Rennweg, in das Gebäude der Nuntiatur statt gefunden.
Heute am 1 Juni überreicht derselbe sein Beglaubigungs Schreiben in einer feyerlichen Audienz S r Majestaet. Bekanntlich ist dieses Hofceremoniel äußerst glänzend, da der Monarch den Nuntius auf dem Throne von den Großwürdenträgern und den beyden Garden umgeben, äußerst feyerlich empfängt. Der gegenwärtige Nuntius dürfte kaum 30 Jahre alt seyn.
Bevor die neue Adjustirungs Norm als künftige Vorschrift für den Druck bestimmt wird, soll von höchsten Orten noch eine Revision vorgenommen werden.
Die Herzoginn von Angolem mit der Gräfin Rossny sind bereits in Schönbrunn zum Besuch angekommen, und werden hier einige Tage verweilen.
Bei der öffentl. Auction der Van Ackenschen Menagerie sind der Eisbär und ein schwarzer Bär, dann die zwey Tiger für die kais. Menagerie in Schönbrunn, dann einzelne Parthien von Papagayen und andern Vögeln der heißen Zoonen von Privaten angekauft worden, die anderen reißenden Thiere aber fanden bisher trotz
der fortgesetzten Licitation, keine Käufer.
Aus mehreren Gegenden Oberösterreichs, Böhmens und Mährens sind Berichte hier eingegangen, welche über das durch die kalte Mai Witterung herbeigeführte Ersterben der Obstfruchtbäume Klage führen.
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Oberst Graf Bellegarde von Savoyen Dragoner, wurde General Major und Brigadier zu Güns.
Geruhen meinen ergebensten Dank für die mir geschenkten zwey fröhlichen Tage zu genehmigen, und mir Hochdero ferneres gütiges Wohlwollen zu schenken! warum ich bitte.
Die erwarteten Gäste kommen nun mit Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin, welchen ich hier aufgewartet habe, und nun inniglich wünsche, daß allen der Aufenthalt in Lustall, recht wohl anschlagen möge.
Geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 7 Juni 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
86.
Baron Ignatz von Lazarini mit Frau Gemahlin aus Gratz gestern hier angekommen.
Herr FML Gr. v. Leiningen ist gestern früh nach Klagenfurth gereiset, da S e Durchlaucht der Commandirende Feldzeugmeister Prinz zu Hessen in dieser Route nach Inspruck passiren wird.
87.
Wiener Agenten Bericht vom 5 Juni 1837
Für den Lauf des gegenwärtigen Sommers ist jeder Donnerstag zur größern Audienz in der Hofburg, und alle Dienstage zu Privat Audienzen in Schönbrunn bestimmt. Am 1 Juni ist bereits seit der ersten Uibersiedlung nach Schönbrunn, mit der Erstern begonnen worden. Für die Abwesenheit S r Majestaet, wird wie sonst S e kais. Hoheit der E. H. Ludwig, des Kaisers Stelle vertretten.
Die erst im Bureau des General-Quartiermeister Staabs erschienene Kriegstrassen-Karte von Rußland, ist prachtvoll lithographirt, und auf Baston Velin Papier abgedrückt. Eine aus 16 Blättern bestehende Karte vereint in einem Blatte auf Seide gespannt, wird dieser Tage beendet und sogleich S r Majestaet dem Kaiser von Rußland überschickt werden.
Seit einigen Tagen erregt die Erkrankung von 40 Zöglingen der Theresianischen Ritter-Academie ein allgemeines Tagsgespräch. Man erschöpfte sich in Vermuthungen, und kam endlich überein, eine Commission – bestehend aus den drey ersten Aerzten Wiens – Herrn D r Baron v. Türkheim, H. D r Wirrer –und H. D r Pranz zur Untersuchung dieses Unfalls zu beruffen. Man untersuchte alles Kochgeschier, und alle Speisvorräthe,
fand aber nicht das Geringste, woraus man hätte Verdacht schöpfen können, und nur ein Zufall entdeckte die Quelle des Uibels. Einer der Anwesenden ließ sich während der Commission ein Glas Wasser bringen, trank, und wurde gleich darauf sehr unwohl. Man brach sogleich die Brunnen auf und fand, daß die Wasserröhren beschädigt seyn, und aus den Kanälen sich aller Unrath in die Brunnen ergossen habe. Bis zur Stunde ist jedoch noch kein Zögling gestorben, allein es sind mehrere erkrankt, und bei einigen artet das Uibel in Nervenfieber aus.
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Aus Laibach
Letzten Mittwoch war allerdings türkische Zapfenstreich, der aber, unbewußt über wessen Direction von Grafen Leiningen über die Schusterbrücke durch den Judenstieg in die Herrngasse zog und vor der Burg einige Stücke producirte, dann aber die weitere Tour nach der Polana nahm.
Gestern Donnerstag war durch eine Stunde in Tivolli türkische Musick.
Die letzt erledigte Fräuleins Stiftung soll eine Fräule Peteneck in Klagenfurth verliehen worden seyn.
Frau Gräfin von Welsersheim ist gestern von Wien zurück gekommen, und soll Comtesse Toni v. Aichelburg mitgebracht haben.
H. Bar. v. Mladota ist gestern auch – aus Böhmen
hier eingetroffen, und in seiner bisherigen Wohnung abgestiegen.
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Die Graf Hohenwarthischen, Bar. Richard Lazarini und Gr. Ig. Blagai machen heute eine Tour nach Billichgrätz. Bar. Ig. Lazarini ist in Weißenstein. Letzterer hat drei Kinder mitgebracht.
88.
S e Erlaucht Herr Graf von Leiningen sollen morgen von Klagenfurth rückkommen.
Man hört, daß um 17 ten d. M. Ihre Exc. die Frauen Gouverneurinn sich ins Baad zu begeben, abreisen dürfte: so erzählt man, daß, da der Herr Hofrath Gr. v. Welsperg bis dahin hier zurück erwartet werde, S e Excellenz der Herr Gouverneur dann auch die vorhabende Reise nach Siebenbürgen anzutretten, beabsichtige.
Uiber das unglückliche Ereigniß der Theresianischen Ritter Akademie, erzählt man heute Menge Umstände, man läßt über 100 Personen krank seyn, davon viele bereits mit den Sterbsakramenten versehen worden seyn sollen.
Frau Gräfin Hyacinthe ist glücklich in Schwarzenbach angekommen, klagt jedoch noch über die
Schwäche des Körpers und der Füsse.
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H. Graf v. Stubenberg mit Frauen Gemahlin und Frau Gräfin Seraphine v. Thurn fahren Morgen Sonntags nach Billichgratz.
89.
S e Erlaucht der Herr FML Gr. Leiningen sind schon gestern Abend von Klagenfurth – hier zurück eingetroffen.
Der Commandirende General H. Feldzeugmeister Prinz zu Hessen Durchlaucht, begibt sich aus Tyrol nach Deutschland, und mit Urlaub zu seiner durchl. Familie nach Haus. – Deshalb spricht man hier, daß S e Erlaucht der H. FML Gr. Leiningen in Hochdessen Abwesenheit die Gen. Commando Geschäfte ad interim als Commandirender besorgen, und sich dießfalls nach Gratz begeben dürfte! –
Stiftsfräulein Königsbrunn ist gestern Samstag mit den Eilwagen aus Görz hier zurück angekommen. Ihr Stiftskreutz ist ziemlich groß, in Form jenes des Maria Theresienordens, weiß Email in Gold, wird auf einen weiß und rothen Bande getragen.
90.
Man erzählt, daß S e kais. Hoheit der EH Albrecht, zweyter Oberst von Wimpfen Inf. – in Folge Tags vorher Abends genossenen Omurken, beym Commandiren der Truppe von solch heftigen Uiblichkeiten befallen worden wäre, daß man Hochdemselben vom Pferde herab heben, und in die nächst gelegenen Wohnung des Commandirenden Prinzen von Hessen und zwar in dessen Bett bringen mußte, nach weitern Beysätzen soll der Prinz Albrecht Flecken bekommen haben.
Gestern Sonntags war türkische Musick in Tivoli; die Bande hatte das erste Stück geendet, als ein heftiger Regen einfiel, der über eine Stunde dauerte, daher die sich dort gesamelte Volksmenge in ziemlich große Unordnung und Gedränge gerieth, und alles ins trockene zu kommen trachtete. – In der Stadt aber entstand ein Rennen und Laufen mit Paraplues. Die Mägde eilten ihren Dienstgebern mit 2 – 3 ja 4
Paraplues nach, und einige Lohnkutscher benützten die Gelegenheit, zu einem Verdienst zu kommen, indem sie nach Tivoli fuhren, um Passagieri aufzunehmen.
Frau Gräfin von Leiningen vom letzten Mittwoch den 7 ten d. M. noch discustirt, weil der türkische Zapfenstreich an jenem Tage nicht vor der Wohnung des abwesenden Herrn Gemahls anhielt, dürfte gestern mit Ihrem erlauchten Gemahl und dessen Adjutanten nach Lahorza, statt Tivoli, sich begeben haben, da man Sie sämentl. zur Zeit der Musick in Tivoli – gegen St. Jacob spaziren fahren sah, den Bedienten neben den Kutscher auf den Bank sitzend.
Bei den Dinér Donnerstags den 8 ten zu Tivoli, soll auch Frau Gräfin Leiningen gewesen seyn, – als aber an diesem Tage die türkische Musick ebenfalls nach Tivoli kam, ließ die Frau Gräfin ihren Wagen
vorfahren, und kehrte in die Stadt zurück! –
Gestern Abends, nämlich Sonntag den 11 ten , ist Herr General v. Pirquet mit Frauen Gemahlinn von der italienischen Reise hier zurück angekommen.
Wollen geneigte Nachricht mir schenken, daß ich so frey bin, unterthänigst zu bitten, aus Anlaß des werthen Namensfestes der gnädigen Comtesse Antoinette, der Dollmetsch meiner besten Wünsche für alles Gute, so Hochderselben im reichsten Maaße zu theil werden möchte, seyn zu wollen. Alle meine Wüsche sind erfüllt, wenn ich so glücklich bin, Eure Excellenz und die verehrten Angehörigen stets wohl zu wissen. –
Da es mir nun bestimmt bekannt ist, so füge ich hier die Nachricht ergebenst bei, daß Ihre Exc. die Frau Gouverneurinn mit Frau Tochter der Baronin Ant. Codelli am 19 ten d. M. ins Baad abreisen werden. S e Excellenz der Herr Gouv. aber dürfte nur das bekannte Fellacher Baad besuchen. –
Ich ergreife zugleich die Gelegenheit um ferneres Wohlwollen
zu bitten, und indem ich den Hochverehrten Damen sämentlich die Hand küsse, zeichne mich mit aller Verehrung.
Eure Excellenz
Laibach den 12 Juni 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
91.
Frau Baronin von Pirquet ist gestern Mittags um Ihre kleine Tochter Helene nach Kroisenbach abgefahren, hat Comtesse Pepi Welsersheim mit sich genommen.
Wie zu hören, werden künftigen Samstag Frau Gräfin Wenzel Lichtenberg, dann Frau Sicard, begleitet von Ihren Gemahl ins Bad nach Tyfern von hier abreisen.
S e Excellenz der H. Gouverneur wird Samstags in Flödnig übernachten, und Sonntags nach Vellach sich begeben, später die Reise nach Siebenbürgen doch antretten.
Ihre Excellenz die Frau Gouverneurin wird mit Frau Tochter, der Baron Codelli, Montags nach Tyfern ins Baad reisen, und da Relées bestellt werden, die Tour in einem Tag zurück legen.
S e Erlaucht der Herr FML Gr. Leiningen mit Frau Gräfin waren zwar Sonntags nicht in Tivoli, allein in der Gesellschaft bei Frau Gräfin Welsberg doch –, wo gespielt und etwas getanzt wurde.
92.
Wiener Agenten Bericht vom 8 Juni
S e Majestaet haben auf die Nachricht von den am Pfingstmontag in Ofen und Pesth sich ereigneten Wolkenbruche zur nothwendigsten Deckung des dadurch veranlaßten Schadens, eine Summe von 10.000 f CM aus a. h. seiner Privatkasse genehmigt; die Beyträge Ihrer Majestaet der Kaiserinn und der EH betrugen eben so viel.
Es ist bereits entschieden, daß S e königl. Hoheit der EH Ferdinand von Este binnen kurzen sich von Clausenburg nach Ofen begeben wird, um während der Abwesenheit des EH Palatin im Baade, die Regierungsgeschäfte Ungarns und zugleich mittelbar die Berathungen des siebenbürgischen Landtags zu leiten. Man zweifelt daran, daß S e kais. Hoheit der EH Palatin früher, als vor Ende künftigen Herbstes, sich nach Ofen zurück begeben werde.
Sichern Vernehmen nach wurde a. h. Orts beschlossen, daß S e Majes. der Kaiser sich am 3 Juli auf die Familiengüter nach Oberösterreich begibt, und dann nach einem kurzen Aufenthalte die Kaiserinn nach Ischel begleitet, allwo EH Sophie ebenfalls verbleibt, während der Kaiser vom Staatsminister Grafen Kollowrath begleitet, eine Reise durch das Salzkammergut und vielleicht durch Tyrol macht; S e Majestaet der Kaiser u. Graf Kollowrath kehren sodann über Gastein nach Ischel und hohlen die Kaiserinn ab, um sich wieder nach Schönbrunn und Laxenburg zu begeben.
Fürst Metternich wird Schönbrunn im Laufe dieses Monats nicht beziehen; gegen Mitte July begibt Er sich auf seine schöne Herrschaft Königswart in Böhmen, um zugleich von dort einen Ausflug nach Karlsbaad zu machen. Später begibt sich S e Durchlaucht
zu I. I. M. M. ins Baad nach Ischel, wo derselbe kürzere Zeit verweilen soll.
Der päbstliche Nuntius Fürst Altieri wird aus Anlaß seiner, vor Kurzen statt gehabten Installation, kommenden Sonntag (11 ten Juni) ein prachtvolles Panquet dem Diplomatischen Corps – nach italienischen Geschmacke geben, zu welchem auch Ferik Pascha geladen ist.
Der regierende Fürst von Lichtenstein hat seine Reise in sein Fürstenthum Lichtenstein – behuf der Entgegennehmung der Huldigung seiner Unterthanen, auf künftiges Frühjahr, bei Gelegenheit der Königskrönung in Mailand, verschoben.
Die Herrn Nowack und Schottauer sind vorige Woche als Werkmeister mit einer Anzahl Bergwerkskündigen Individuen von hier nach Triest abgegangen, um sich von dort auf einem Dampschiffe nach Aegypten zu begeben, und die erste Expedition, die zur Ausbeute der Erze am Taurus bestimmt ist, abzulösen, da von derselben keine entsprechenden Resultate zu gewärtigen waren.
Wie man hört, soll das im Theresiano ausgebrochene Nervenfieber bei vielen Zöglingen in Typhus übergegangen, und bereits 2 derselben gestorben seyn. S e Majestaet sollen befohlen haben, daß die von dieser Krankheit verschonten und Reconvalescenten Zöglinge, sogleich in das Kaiserhaus nach Baaden gebracht werden, wo selbe so lange zu verweilen haben, bis die Krankheit vollkommen verschwunden, und das ganze Gebäude gereinigt seyn wird. –
Der Obergespann
des Marmarosses Comitats Tsárg – hat die geheimen Rathswürde erhalten.
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Aus Laibach
Die Frau des Professors Repitsch ist gestern begraben worden.
Gestern gab Frau Gräfin v. Welsperg allen Antonien und Antons, wobei wohl auch Nicht-Antonien, und Nicht-Antons theilgenommen haben mögen, eine Jausen in Rosenbach.
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Die beschlossene Tour für Donnerstag den 15 Juni der hochverehrten Bewohner Lustalls und Hochderselben Gäste – nach Weißenstein, ist dahin pünktlich berichtet worden.
93.
Frau Gräfin Weichard von Auersperg ist letzten Dienstag von Fiume hier zurück angekommen.
Herr Gr. Jos. v. Auersperg wird Sontag den 18 ten d. M. wegen der vorhabenden Vermählung zum letztenmal kirchlich verkündiget; Montag wird, wie es heißt – die Familie nach Mokritz reisen, am 21 ten d. wird die Trauung erfolgen, und schon am 22 ten will der H. Bräutigam mit der jungen Frau hier eintreffen.
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Frau Generalin von Pirquet ist gestern mit ihrer kleinen Tochter aus Unterkrain hier eingetroffen.
Sind so gütig – so gnädig gegen mich, daß ich zu unendlicher Dankbarkeit Hochdenenselben verbunden bin. Da ich eine Einladung auf heute Mittag zu einem Kameraden schon vor 8 Tagen zugesagt, und über gestern gemachte Erinnerung, abermal vollkommen zusagte: so kann ich von Eure Excellenz gütiger Einladung nur der Art profitiren, daß ich, vertrauend auf Excellenz Gnade – den Kutscher bis Abend hier behalten, und heute Donnerstags Abends bey Hochdenenselben in Lustall einzutreffen, das Vergnügen haben werde. – Nur muß ich Eure Excellenz unterthänigst bitten, mir nicht ungnädig zu halten, daß ich mit Baron Rechbach bereits verabredet, Montags nach Kreutberg auf 3–4 Tage zu reisen, respt. Frau Gräfin Seraphine
v. Thurn dahin zu begleiten, weshalb ich Samstags Abend wieder in Laibach eintreffen müßte, um mein Arrangement in der Familie wieder zu treffen. Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen wird mir Nachricht schenken, wenn ich durch diese früher beschlossene Umstände zu meinen Leidwesen freylich, das Vergnügen nicht haben kann, auch Sonntag von Eure Excellenz geehrten Gesellschaft nicht mehr profitiren zu können. – Mich zu fernern Wohlwollen empfehlend, freue mich des Vergnügens, Eure Excellenz noch heute persönlich zu verehren, und geharre mit aller Ehrfurcht.
Eure Excellenz
Laibach den 15 Juni 1837
unterthänigst dankbarer
Franz Hptm.
94.
Sontags ist Herr Graf Saurau nach Gratz –, Herr Gub. Rath Sicard mit Frau Gemahlin ins Baad –, Frau Gräfin Weichard Auersperg mit 3 Comtessen nach Mokritz abgereist.
Gestern Montags reiste Ihre Excellenz Frau Gouv. mit Tochter Mathilde und Frau Tochter Bar. Anton Codelli ebenfalls ins Baad.
Herr Gr. Jos. von Auersperg mit H. Onkel Benedict sind gestern Abend mit Post nach Mokritz abgefahren, auch Frau Gräfin Mimi Blagai reiste gestern ins Baad nach Neuhaus.
Herr Gub. Secretair v. Schloissnig ist schon vor mehreren Tagen aus Klagenfurth sammt Frauen Gemahlinn hier angekommen; logirt in Frau Lepuschitzischen Haus – 2 ter Stock.
Der junge Kreutzberg, Zögling der Theresianischen Ritter Academie ist bereits hier angekommen, und werden die übrigen Krainerschen Zöglinge
ebenfalls bei ihren hierländigen Verwandten demnächst eintreffen, da von selben glücklicher Weise keiner erkrankt ist. Laut Privatnachrichten sollen 11 Zöglinge schon gestorben, und das Uibel doch durch Vergiftung, nämlich von einem, im einem unverzienten kupfernen Geschirr in Essig aufbewahrt gewesenen, und zum verspeisen gegebenen Fisch – entstanden seyn.
Frau Generalin v. Pirquet soll Willens seyn –, nächsten Donnerstag nach Lucowitz zu überziehen.
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Man erzählt, daß Herr Gub. Rath Polizei Director Sicard von Laibach nach Brünn übersetzt werden soll.
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S e Exc. Herr Gouv. solle künftigen Freytag aus
Vellach nach Laibach rückkommen.
Herr Gr. v. Welsperg soll dieser Tage ankommen.
95.
Wiener Agenten Bericht vom 15 Juni 1837
Der EH Palatin kommt heute oder morgen hier an.
Aus Gratz und Brünn sind erfreuliche Nachrichten über das Befinden des Obersten EH Albrecht und Carl Ferdinand angelangt, welche mit besondern Enthusiasmus aufgenommen wurden, da diese Prinzen die Liebe der untergebenen Mannschaft unbedingt genüssen. Die beyden Prinzen Campiren nach Zulaß der Witterung fleißig, und gefallen sich in diesen veränderten Verhältnissen sehr wohl.
EH Raineur macht diese Woche einen Ausflug von Schönbrun nach Baaden, um in der herrlichen Residenz Weilburg seinen erlauchten Bruder einen Besuch abzustatten.
Ihre kais. Hoheiten die Herrn EH Raineur, Johann und Franz haben bereits mehrere Gemälde der diesjährigen Kunstausstellung käuflich an sich gebracht.
Aus Carlsbaad wird die Ankunft des Herzogs Karl v. Meklenburg und des Generaln Tippelsbirth – Stadt Kommandanten und Chef der Gens Darmerie zu Berlin, – in den dortigen Bädern gemeldet.
In diesem Augenblicke befinden sich mehrere in letzter Zeit bekannt gewordenen Chefs der Bojarischen Opposition aus der Moldau in unserer Stadt. Ungeachtet man ihr Erscheinen dahier, politischen Gründen zu zuschreiben bemüht ist, so sind sie, wie wir es aus guter Quelle wissen, nur auf einer Lustreise nach Deutschland begriffen.
Der berühmte Aerostat Mariann Senepa –, welchem bereits von Rom und Neapel aus, ein ausgezeichneter Ruf im Genre vorausgieng, gibt dieser Woche ärostatische Vorstellungen im Prater.
Der türkische Stadthalter Vezier Mechmed Wadschichi Pascha, hat den Osman
Pascha von Livno nach Travnik einberuffen, wo Letzterer bereits eingetroffen seyn soll. Der Bimpascha Ramadagana von Bonjalucca ist mit 400 türkischen Reitern zu Cridon eingerückt, allwo er die unerschwünglichsten Gelderpressungen ausübt. Viele Türken müssen sogar ihre Grundstücke verkaufen, um die willkührlichen Forderungen leisten zu können, und um nicht gebunden an Vezier abgesendet zu werden. Diese zu leistenden Zahlungen von Armen und vom Mittelstande sind von 10 bis 50 Zwanziger, die reichen Türken in Bego müssen 20 bis 60 türkische Beutel zahlen. Die sich der Zahlung weigern oder ihre Unvermögenheit vorschützen, werden unter militärischer Aufsicht zum Vezier nach Travnik escortirt und in Verhaft gesetzt. Diese Gelderpressungen lassen für Bosnien die übelsten Folgen gewärtigen.
S e Majestaet haben sich von Ihrer Unpäßlichkeit bereits vollkommen erhollt, und erscheinen wieder, wie sonst, im Freyen promenirend.
Schmid OberLieutenant von Hohenlohe wird qua talis zum Gen. Quart. Meister Staab übersetzt. – (Stiefsohn des Obersten Ruff von Wimpfen Inf.)
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Wiener Agenten Bericht vom 19 Juni 1837
Die 18 weiß gekleideten Cavallerie Regimenter erhalten nun definitiv statt kornblumenblau, melirten –, lichtblaue Pantalons wie die deutsche Infanterie.
Den Vernehmen nach soll die Reise S r Majestaet des Kaisers auf weitere Anordnung suspendirt werden, weil man der Ankunft des russischen Monarchen, und jener des Kronprinzen von Preußen mit Bestimmtheit entgegen sieht. – S e Majestaet der Kaiser von Rußland wird im Monate
Juli hier eintreffen, und mehrere Tage allhier verweilen. Bis zu dieser Zeit wird S e kais. Hoheit der EH Johann aus den böhmischen Bädern in Wien ankommen, und sich mit den Kaiser Nicolaus zur Besichtigung zweyer Lustlager in das mittlere und südliche Rußland verfügen. Unmittelbar darauf tritt S e kais. Hoheit der EH Johann die Reise nach Konstantinopel und Athen an, von welch letzterer Stadt der hohe Reisende auf einem österr. Dampfschiffe sich an die Küsten Dalmatiens begibt, um daselbst als Chef des Geniewesens die neu geschaffenen Befestigungen auf den Inseln Lessina und Lissa zu besehen; gegen Ende September wird S e kais. Hoheit in Triest landen;
(Die Beschreibung der erwähnten Lustlager, wird im nächsten Agentenblatte mitgetheilt werden.)
Ihre Majestät die Kaiserinn Mutter geruheten verflossenen Sonntag bei Gelegenheit der Primizmesse eines jungen Ligurianners dahier –, vom Oratorium herab die Stelle einer Brautmutter zu übernehmen. – Derselbe erhielt aus diesem Anlasse 2 mit Perlen und Edelsteine besetzten Kränze, zu dieser ersten heiligen Function. Uiberdieß wurde von der hohen Wohlthäterin dem Kloster ein nahmhaftes Geldgeschenk gemacht.
Am verflossenen Samstag (17. Juni) ist der EH Palatin sammt Familie im erwünschten Wohlseyn hier eingetroffen. – Sonntags den 18 ten d. haben sich die sämentl. Mitglieder der durchlauchtigen Kaiser Familie von ihren Sommerwohnungen, in die hiesige Burg begeben, um mit diesem Tage die Conferenzen der großen Zusammenkunft zu eröffnen. Mittags begaben Sie sich wieder nach Schönbrunn zurück, wo eine große kaiserl. Familientafel servirt wurde; den Nachmittag brachte die erlauchte Gesellschaft im Lustschlosse zu.
Verflossenen Samstag empfing auch S e
kais. Hoheit der EH Palatin in Schönbrunn die Aufwartung des hiesigen Diplomatischen Corps, bei welcher Gelegenheit Höchstdemselben, wegen der glücklichen Wiedergenesung, von den Repraesentanten der fremden Mächte, die herzlichsten Glückwünsche dargebracht wurden, welche der um den Staat hochverdiente Prinz mit besonderer Rührung huldreichst aufnahm, und samentl. Gesandtschaftspersonale seiner ungetheilten Gewogenheit versicherte. Uibrigens wetteifert alles, den EH seinen hiesigen Aufenthalt recht angenehm zu machen; auch im Hôtel des türkischen Bothschaftes wird – wie es heißt, ein glänzendes Fest auf Befehl des Sultans zur Bewillkommung des EH Palatins gegeben werden, welches alles in sich vereinigen soll, was orientalische Pracht aufzubiethen im Stande ist.
Künftigen Donnerstag (22. Juni) ist eine große Revue am Glacis angesagt, welcher EH Palatin – Raineur, etz. beizuwohnen gedenken.
S e Excellenz der Landes Commandirende Herr Gen. Feldzeugmeister Bar. Wimpfen reiste am 18 ten d. M. von Wien ab, um die größern Garnisonen seines General Commandos, zu respiciren.
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Aus Laibach
Zur Vervollständigung der Berichte, wird hier die bekannte Nachricht beigesetzt, daß S e Erlaucht der Herr FML Gr. Leiningen letzten Mittwoch den 21 ten d. M. ins Baad nach Töpplitz in Unterkrain abgereiset ist.
Herr Gr. Jos. v. Auersperg ist Donnerstag den 22 ten d. N. M. 5 Uhr mit seiner jungen Frau aus Mokritz – hier angekommen. Frau Gräfin Weichard – die Mama des H. Grafen, ist noch nicht rückgekommen.
Frau Baron von Pirquet ist gestern Abend nach 6 Uhr nach Luco-
witz übersiedelt. H. Gen. v. Pirquet ist diesen Morgen 9 Uhr wieder in die Stadt gekommen.
Frau Baronin MacNeven ist die verwichene Nacht von einem Töchterchen – glücklich entbunden worden.
Frau Gräfin Hyacinthe ist heute Freytags nach Schwarzenbach abgereist.
Frau Gräfin Welsersheim hat diesen Vormittag die Frau v. Schloissnig bei mehreren Damen aufgeführt.
96.
S e Excellenz der Herr Gouv. sind gestern Abend aus Vellach zurück angekommen.
Von der großen Reise S r Excellenz ist noch nichts bekannt, – und selbe dürfte erst erfolgen, wenn H. Graf v. Welsperg rückgelangt seyn wird, welches in den letzten Tagen dieses Monats – etwa den 28 ten statt finden dürfte.
97.
Wiener Agenten Bericht vom 22 ten Juni 1837
Samstag den 18 ten d. ist das Namensfest des EH Raineur in Schönbrun im Kreise des durchlauchtigsten Kaiserfamilie mit aller Einfachheit gefeyert worden. Das an jenem Tage zur Begrüssung des EH Palatin eben in Schönbrunn anwesende diplomatische Corps hat bei dieser Gelegenheit zugleich den EH Raineur seine Glückwünsche dargebracht, dasselbe geschah auch von den hohen Staatsbeamten und den hohen Adel. Der würdige EH sprach an die Glückwünschenden verbindliche Worte, welche seine Erkenntlichkeit für diese Aufmerksamkeit ausdrückten.
Die gesammte Kaiserfamilie erfreut sich der besten Gesundheit.
Mittwoch den 21 ten hat die ganze Familie des EH Palatins gemeinschaftlich mit der Prinzessin Tochter des EH Raineur einen Ausflug von Schönbrunn nach der Brül gemacht, und bei dieser Gelegenheit im dortigen neuen Schlösse des Fürsten Lichtenstein Erfrischungen eingenommen.
Der Herzog von Lucca hat im Laufe dieses Monats die – zwei Meilen von Dresden entfernte, romantisch gelegene Herrschaft Weistrup um einen Preis von 140.000 Reichthaler für seine Schwester Louise, Gemahlinn des Prinzen Maximilian, welcher eben mit seiner Tochter in Florenz verweilet, angekauft, um seinen Herrn Schwager damit zu überraschen.
Nachrichten aus Buckarest zu Folge, erhielt der Großherr von den wallachischen Fürsten Ghyka und von den Moldauischen Fürsten Struza, vom ersten 15.000, vom zweyten 20.000 Stück Duckaten zum Geschenke. Uiberall, wo der Sultan seine Nachtstazionen hielt, wurden ganz neue Gebäude aufgeführt, und mit orientalischen Luxus ausgestattet.
In Bezug auf unsere letzthin mit-
getheilten Agenten Berichte, bemerken wir, daß S e Majestaet der Kaiser Nicolaus anfangs August nach Wien kömmt, und sich von da nach kurzen Aufenthalt nach Wosnosenk, der ehemaligen Hauptstadt der Zoporogen begeben wird, wo ein großes Feldlager von 60.000 Man Inf. und 300 Escadronen Cavallerie, dann 130 Cavallerie Geschütze sich concentrirt. Zur Unterbringung der fremden Gäste werden 120 Häuser von Stein aufgebaut. – Von da begibt sich der Kaiser nach Odessa, wo Er die Ganze Flotte des schwarzen Meeres in Augenschein nehmen, und dann bei Tscherkask in Don das zweite große Lager besichtigen wird, wo sich 50 Regimenter Kosacken versammeln, und wo der Großfürst Thronfolger als Attmann vorgestellt werden wird. Auch bei Sevastopel sollen sich bei 40.000 Mann concentriren.
In unsern diplomatischen Salons – herrscht zu Gunsten Don Carlos eine bisher ungewöhnliche Thätigkeit. Obschon sich sein Agent Gr. Alcudia,dessen Anhänglichkeit an den Prätendenten, ihn große Opfer kostete nur im Stillen, aber desto energischer für ihn sich verwendet, so sind dennoch schon ziemlich die Hauptquellen vertrocknet, aus denen von hier aus durch die ganze Zeit, frische Labung geschöpft, und es ist zu wünschen, daß dessen Angelegenheiten auf den Kriegsschauplatze bald eine günstige Wendung für ihn nehmen.
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Aus Laibach
Der im letzten Winter beim hiesigen Theater im Engagement gewesene Passist Leither – gibt heute im deutschen Ordenshause ein Concert.
Unterbreite unterthänigsten Dank für die gütigst überschickte Schachtel, und wünsche, daß Hochdieselben sich recht wohl befinden mögen. Mein Schmerz in der Seiten war gestern Nachmittags und besonders des Abends recht heftig; heute früh morgens gehet es mir etwas besser, und hoffe, daß ich das Uibel wohl heute von mir bringen werde.
Neues ist nichts. Herr Graf Welsperg war gestern ganz sicher erwartet worden. Seine Familie fuhr bis Krainburg entgegen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur war gestern früh 4 Uhr schon nach Klagenfurth abgereist, und zwar wegen der Commissions Reise, welche wegen der Eisenbahn bis Udine gemacht, und dießfalls in Görz commissionirt werden soll.
Bitte Eure Eure Excellenz um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 28 Juni 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
99.
Herr Hofrath Gr. von Welsperg und Frau Gräfin Weichard von Auersperg – ersterer aus Tyrol, letztere aus Unterkrain gestern hier angekommen.
Heute ist der Namenstag des Herrn Generals von Pirquet –; derselbe fuhr gegen Mittag mit Frau Gräfin Ant. Thurn u. derselben Comtesse Tochter Pepi – die von Jauerburg bereits zurück gekommen, dann mit seinen Adjutanten nach Lucowitz. –
Man erzählt, 2 Zöglinge der Theresianischen Ritter Ackademie, welche zwar nicht gestorben, wären in Folge der überstandenen Krankheit blödsinnig geworden, dieses soll ein Harnoncourt und ein Stainach (von Gratz) seyn. Gestorben wären bis izt 14 Zöglinge.
Graf Ant. Auersperg ist von Thurm am Hart – gestern hier eingetroffen.
100.
Gestern war in Tivoli Abends Musick, welche eine außerordentliche Volksmenge dahin lockte. Gegen 8 Uhr zeigte sich der Horizont sehr trüb, und man eilte allgemein nach Hause.
Gubernialrath Stelzich ist bereits nach Böhmen abgereist, seinen Urlaub benützend.
Baron Mladota ist gestern in Gesellschaft Oblieuts Graf Fries und Lieuts Gold – mit eigener Gelegenheit nach Neuhaus bei Cilly gereist, um den dort befindlichen Damen Laibachs – Besuch abzustatten.
N ro 101.
Wiener Agenten Bericht vom 26 Juni 1837
Vor kurzen ist von S r Majestaet dem Kaiser die Creirung eines permanenten österr. (Diplomatischen) Bothschafters, und zugleich die – eines Geschäftsträgers für die vereinigten nordamerickanischen Staaten zu Washington Behufs der festen Begründung und Beschützung des Handelsverkehrs mit genannten Staaten genehmigt worden. Es ist noch unbekannt, wer zu diesen ohne Zweifel mit Schwierigkeiten verbundenen Posten ernannt werden dürfte. Bisher hatte die österr. Regierung in Washington nur ein Consulat.
Vorgestern verbreitete sich auf unserer Börse das Gerücht von dem Tode des Königs von England, welcher Umstand eine große Bewegung zur Folge hatte.
Obschon die officielle Anzeige mit einer so betrübenden Nachricht in unserer Stadt bis heute nicht angelangt ist: so ist nichts destoweniger im englischen Bothschaftshotel alles sehr niedergeschlagen, und den ausdrücklichen Worten des Bothschafters zufolge, auf das Schlimste gefaßt.
Der Verfasser einer neuen Uibersetzung der Gedichte König Ludwigs von Bayern, ins Englische, hat von Ihrer Majestät unserer Kaiserinn Mutter, einen werthvollen Brillantenring mit der Versicherung höchst ihrer Huld –, vom Kronprinzen von Preußen eine goldene Medaille mit höchst seinem Bildniß, zum Geschenk erhalten.
S e Majestät haben den, durch seine Verdienste allgemein geachteten, nunmehrigen preusischen Minister des Auswärtigen von Werther –, das Großkreutz des ungarischen St. Stephans Ordens a. h. zu verleihen, geruht.
Soeben erfahren wir, daß S e Majestät unser Kaiser vom Könige Ludwig von Bayern, bei Gelegenheit seines Aufenthaltes in Salzburg, einen Besuch erwarten, auch soll S e Majestät zugleich mit dem Könige von Bayern einen kleinen Ausflug ins bayersche Gebieth zu machen, gesonnen seyn.
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Aus Laibach
Man erzählte gestern, daß Herr Graf Joseph v. Auersperg den bekannten Processe betreffend der Appenage seiner Comtessen Schwestern, in letzter Instanz verloren hat.
102.
Der König von England ist gestorben, wie es bereits Zeitungs Nachrichten geben. Die Königinn Vicktoria hat Ihren Regierungs Antritt, wie es Zeitungen geben, durch ein Edict bereits proclamirt.
Gestern Samstags hatten die Militair-Schwimmer in der Laibach ein Probeschwimmen. Ein Unter-Officier gerieth in eine Vertiefung, deren die Laibach viele hat, und ertrank.
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Graf Anton von Auersperg ist gestern nach Unterkrain zurück.
103.
Gestern war eine Tour auf der Laibach um 10 Uhr von Graf Welspergischen- dann Welsersheimischen Familie, dem H. Obersten und mehreren Herrn – etwa eine Stunde hinauf gemacht und ein Dinér bei einem Wirthe Barga eingenommen, wo man sich bis Abend unterhielt, da die Milit. Hautboisten mitgenommen waren. Also eine Wasserfahrt! –
Frau Gräfin Ant. Thurn mit Comtesse Lori – war auch bei dieser Gesellschaft.
Ein Reisender, man sagt ein Ungar, ist mit einem Doctor und einem Jäger als Bedienten bei Malitsch eingekehrt, besuchte gestern Nachmittag die Domkirche, als derselbe aus der Kirche getretten, fiel er um, und Blut rann aus Mund und Nasen – er war todt! Ein Blutschlag! Man trug den
Leichnam ins Civil Spital, und will selben heute secirn! – Der Verstorbene muß ein Man von Vermögen seyn; in seiner BrustRocktasche fand man 800 fr in Banknoten.
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Außer den letztlich in Lustall eingefangenen – sogenannten Andresek – ist auch einer der 12 aus dem hiesigen Stockhause Entwichenen letztlich in Cilly habhaft geworden, und einer hat sich in Wien, selbst als Deserteur gemeldet, daher nun schon 7 von den entwichenen 12 Arrestanten eingebracht seyn.
104.
Frau Baronin von Pirquet befinde sich unwohl; es sollen sich Simtome gezeigt haben, welche Ihren gesegneten Leibeszustand benachtheiligen. –
Frauen Gräfin von Leiningen ist gestern Vormittags von Jauerburg hier zurück angekommen.
Wie zu hören, wird der Herr Fürst Bischof in künftiger Woche Laibach verlassen, um die Kirchenbereisung seiner Diöces – zu beginnen.
Gestern gab Frau Gräfin Weichard ein Familien Dinér.
Es heißt, Herr Graf v. Stubenberg mit Frauen Gemahlinn werde künftigen Montag nach Müllern in Kärnthen sich begeben.
Frau Gräfin Welsersheim und Frau Gräfin Ant. Thurn machten gestern einen Besuch in Lucowitz.
105.
Wiener Agenten Bericht vom 29 Juni 1837
Gestern Mittags traf hier durch einen außerordentlichen Courier die officielle Nachricht von den Tode des Königs von England ein.
S e Majestät und die EH Palatinund Raineur haben im Laufe der vorigen Woche die Arbeiten an der Bochnier-Eisenbahn in Augenschein genommen, und sich über den Fortgang der Sache mit Befriedigung gegen den anwesenden Direcktor dieser Unternehmung Baron Geymiller ausgesprochen. Auch EH Franz sammt Frauen Gemahlinn hat dieses National Unternehmen in Augenschein genommen und mehrere Vorsteher des Baues, über die Arbeiten befragt.
Die Abreise Ihrer I. M. M. und des Hofes sammt EH Palatin und Raineur ist auf künftigen Samstag den 1 Juli definitiv angesagt, aus welchem Anlasse I. I. M. M. am 27 ten dieses sich von Schönbrunn in die Stadt begaben, um eine letzte große Abschieds Audienz – zu geben, an welcher zugleich das hiesige diplomatische Corps Antheil nahm. Beyde Majestäten sahen bei dieser Gelegenheit sehr gesund und kräftig aus; und waren überaus wohlwollend und heiter.
Vergangenen Samstag gieng ein Transport von 70 Pferden nach Oberösterreich, – und nächstens wird ein zweyter folgen.
Fürst Metternich begleitet I. I. M. M.
Dem berühmten orientalischen Dollmetsch Hofrath v. Hammer allhier, ist von belgischen Ministerium der Antrag gemacht worden, für dasselbe orientalische Manuscripte und zweckmäßige derlei Bücher, an welchen es letztern mangelt, zu procuriren.
Die Actien der Ferdinands Nordbahn steigen immer höher und
können sich, wenn es so fortgeht, im Laufe dieses Jahrs auf 140–150 f heben. Diese Woche sind viele mit 120 f gekauft worden.
Das Potrait des Sultans vom Schlessinger gemahlt, ist nunmehr vollendet, und wird dieser Tage nach Constantinopel abgeschickt. Der Künstler erhielt durch den türkischen Bothschafter ein Honorar von 2000 f CM. Gleichzeitig soll Schlessinger in die türkische Hauptstadt beruffen worden seyn, um daselbst mehrere Prinzessinen und Großwürden träger zu mahlen.
Die Einwohner der Provinz Dalmatiens haben, um das Andenken an S e Majestaet Wailand Kaiser Franz den 1. –, unter Hochdessen glorreichen Regierung der riesenhafte Bau der Strasse über den Wellibit, welches Gebirge Dalmatien von Croatien scheidet, angefangen und vollendet wurde, zu verewigen, durch freywillige Beyträge eine Schöne Capelle am Gipfel des Berges herstellen lassen, in welcher das Altarbild des heil. Franz von Asissi vorstellend, und eine passende Lapidar Inschrift die fromme und dankbare Absicht der Dalmatiner, der Nachwelt überliefert.
Die de Bachische Kunstreiter Gesellschaft hat sich vor den Sultan in Silistria producirt, Kunstleistungen haben den Sultan sehr erfreut, und derselbe bezeigte ihre seine Zufriedenheit durch werthvolle Geschenke. Der Director der Gesellschaft Sollier, erhielt eine goldene mit brillanten besetzte Tabackdose und andere Mitglieder zusammen 10.000 f CM. Zugleich ließ der Sultan dieselben einen Ferman ausstellen, welcher der Gesellschaft auf der Reise nach Constantinopel Geleite und Verpflegung auf kais. Kosten zusicherte.
Der FML und 2 ter Inhaber von Kaiser Jäger Freyherr von Pflüger ist zu Gratz gestorben.
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Aus Laibach
Gestern fuhr Frau Gräfin Weichard mit der jungen Gräfin Gräfin Jos. v. Auersperg in der Stadt – Visitten zu machen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur sind Sonntag von der Reise über Görz und Idria – Abends hier angekommen, waren Montags in Flödnig –, und sollen, wie es heißt, Freytags nach Neuhaus zum Besuch Ihrer Familie reisen.
106.
Ihre Majestät die Königinn Mutter von Neapel war gestern schon um 11 Uhr Vormittags erwartet worden, traf jedoch erst Abends halb 8 Uhr hier ein, übernachtete bei Malitsch – hörte heute früh halb 7 Uhr heilige Messe bei den Ursulinern, und trat nachher die Reise nach Wien über Gratz an. Das Reise Personale hat 4–5 Wagen besetzt.
107.
Das Gefolge Ihrer Majestaet der Königinn Mutter von Neapel bestand aus 23 Personen und fuhr in sieben Wägen.
Frau v. Sicard ist bereits aus den Bade hier zurück angelangt; auch kam heute Frau Gräfin Mimi von Blagai aus den Baade hier an.
S e Excellenz der Herr Gouverneur ist gestern früh zum Besuch seiner Familie abgereist, nämlich nach Neuhaus –, von wo aus gleich die Tour zur Bereisung des Neustadtler Kreises über Rann geschieht.
Ein Herr Weiss – welcher sich Mechanicker von Paris nennt, denn sein Namen klingt recht französisch – ! anoncirt für Morgen Sonntags magische Vorstellungen im Theater, und ladet zum zahlreichen Zuspruch ein.
Der letzten Sontag hier gäh verstorbene Croatische Edelman heißt Sipovich, ist Asessor in Agram.
108.
Es heißt, die Familie S r Excellenz des H. Gouverneurs soll bis nächsten Mittwoch aus den Baade zurück kommen.
Der Herr Fürst Bischof wird morgen, wie man hört nach Inner Krain die kirchliche Bereisung antretten; und dann zu Anfang August nach Wien reisen.
109.
Agentenbericht Wien den 6 July 1837
S e Durchlaucht Fürst Metternich hat am 5 ten d. Wien verlassen, um sich über Oberösterreich nach Böhmen zu begeben; bekanntlich ist der Herr Staatrath von Ottenfels sein Stellvertretter in Büreau der auswärtigen Angelegenheiten.
Aus Topplitz wird berichtet, daß daselbst S e Majestaet der König von Preußen in Begleitung der Frau Fürstinn Lieven angekommen seye. Allerhöchst derselbe gedenkt 4–5 Wochen dort zu verweilen.
Der General Gouverneur Fürst v. Warschau ist bereits mit einem großen Gefolge eben daselbst angekommen.
Aus Florenz wird gemeldet, daß daselbst Prinz Maximilian von Sachsen, Vater des Königs von Sachsen und Schwager des Großherzogs von Toscana sehr krank darnieder liege, so, daß man an seinen Aufkommen zweifelt.
Die bereits erwähnte Medaille, welche wegen der glücklichen Wiedergenesung des EH Palatins geprägt werden soll, wird in Gold 6 Ducaten, in Silber 2 Loth schwer seyn.
Der päbstliche Nuntius Fürst Altieri reiset binnen 14 Tagen nach Ischel, um daselbst den römischen Staatssekretär Cappacini zu erwarten, welcher mit einer politischen Sendung vom Heiligen Vater nach Deutschland beauftragt seyn soll. Die hiesigen Diplomaten vermuthen, daß die jetzigen Angelegenheiten Spaniens bei gegenwärtiger Thronveränderung Englands – im Hintergrunde sind.
Aus mehreren Gegenden Italiens erfahren wir, daß in der Gegend Velestri und Puzzola im verflossenen Monathe ein Erdbeben vielen Schaden anrichtete.
Aus Pesth wird berichtet, daß das Project zwischen genannter Stadt und Ofen eine eiserne Brücke unter der Leitung des Baron Sina und des Grafen Stephan Seczenyi zu erbauen, von Seiten der Comitats Deputirten und einigen
Adelichen starken Widerspruch finde. Als Hauptgrund haben die Letzteren die Hemmung der Durchfahrt durch diese Brücke auf.
Herr Oberste Stregen und Hauptmann Hofinger vom Genie Corps sollen laut hohen Auftrag dieser Tage von hier nach Triest abgehen, um die Local Verhältnisse für die bereits erwähnte Eisenbahn strenge zu ermitteln. Man hält sich überzeigt, daß unter der Einsichtsvollen Oberleitung S r kais. Hoheit die Triester (künftige Kaiser Ferdinands Südbahn) weit rascher, als die Nordbahn zur Ausführung kommen werde.
Am 6 Juni d. J. wurde in Zara die von S r Majestaet auf eine Strecke von 2800 Klaftern bewilligte höchst wohlthätige Wasserleitung in Gegenwarth S r Excellenz des Herrn Gouverneurs feyerlich eingeweihet, und die ersten Röhren gelegt. Zara war an diesem beglückten Tage Abends prachtvoll beleuchtet! –
Die Hinrichtung des Lionaer Kapitains, des Kapitains von Magla und mehrere anderer Häuptlinge unterliegt keinem Zweifel, und diese Maaßregel des bosnischen Statthalters soll die Kapitaine von Ostroczacz, Bihack, Kruppa und Weider veranlaßt haben, sich gegen den Vezier zu erklären, seinen hohen, öfter wiederhollten Befehl, rücksichtlich des Erscheinens zu Travnik nicht Folge leisten zu wollen. Diese Capitaine sollen auch Osman Pascha die Botschaft übersendet haben, nicht mit seiner Militär Mannschaft in ihr Gebieth einzurücken, weil sie ihn sonst feindlich begegnen würden. Das gemeine türkische Volk ist in der bangsten Erwartung, was geschehen wird.
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Aus Laibach
Herr Baron Abfalter ist von der Wiener Reise hier zurück eingelangt.
Es heißt, der Herr Fürst Bischof gedenke Anfangs August nach Wien zu reisen.
Heute ist Herr Graf v. Stubenberg mit Frau Gemahlin nach Mühlern in Kärnthen abgereist, von wo die Tour ins Baad nach Gastein gemacht wird.
Der Mechanicker Weiss hatte Sonntags ziemlichen Zuspruch.
110.
Wiener Agenten Bericht vom 10 July 1837
S e Majestaet haben den Milit-Appellationsrath v. Bergmayer beauftragen lassen, ein Zeitgemäßes neues Militär Strafgesetzbuch zu verfassen, da der gegenwärtige Milit. Codex schon seit Zeiten Marien Theresiens bei der Armee in Anwendung ist. S e Majestät der Kaiser bewilligte zur Verbesserung der Umstände, welche aus Anlaß zu den letzt unglücklichen Ereignissen im Theresianum herbeigeführt worden sind, eine sogleiche Geldunterstützung von 5000 f und in einiger Zeit eine weitere Flüßigmachung von ebenfalls 5000 f CM.
Dem Vernehmen nach solle kommenden Monats in der Gegend von Brünn und Turas im Lager von 13 Bat. Inf. und der in Mähren liegenden Cavallerie gebildet werden. Die Dauer des Lagers wird auf 14 Tage festgesetzt und die Oberleitung desselben dem Commandirenden Generaln überlassen. Die Cavallerie soll jedoch Regimenterweis exerciren. Der Artillerie Brigadier und Gen. Major von Berwaldo Verbesserer der Feuergewehre Construction erhielt für seine sehr gelungene Uibersetzung des Milit. Reglements aus der Deutschen in die italienische Sprache eine Renumeration von 500 f CM.
Vor kurzen sind bereits wieder mehrere hiesige Aerzte
nach Neapel abgereist, um bei der dort herschenden Cholera, Hilfe zu leisten. Die Sizilianische Regierung hat um sie angesucht, und ihre Reisekosten dahin, bestritten.
Der FeldamarschallLieut. Prinz Wasa wird sich binnen kürzer Zeit mit EH Rainer nach Italien begeben, um in Viareggio die Bäder zu gebrauchen, und zugleich später den Manövres von Verona beizuwohnen.
Der franz. Exminister Polignac ist vor einigen Tagen hier angekommen, und besucht mit seinen Söhnen und Neffen die öffentlichen Vergnügungsorte, darunter besonders jenen der goldenen Birn.
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Aus Laibach
Die Familie des Herrn Gouverneurs ist schon Dienstags aus den Baade zurück gekommen. Heute soll der Herr Gouverneur von der Bereisung aus Unterkrain rückkehren.
Frau Gräfin Leiningen ist nach Unterkrain, um Herrn Gemahl aus den Baade abzuholen, und dann
in einigen Schlössern Besuch zu machen.
Noch heute zu sehen und meine Verehrung darzubringen, war mein sehnlichster Wunsch. Eben schrieb ich den Agenten Bericht ab, um selben Hochdenenselben zu überbringen, da höre ich einen Wagen rollen, ich eile in Besorgniß an’s Fenster, es war Eure Excellenz Equipage, meine Hoffnung unerfüllt! – Meine Wünsche folgten für eine glückliche Ankunft in Lustall–, und mit minder frohen Muth setzte ich mich zur Fortsetzung der Agenten Nachricht.
Ich vertraue auf Eure Excellenz Gnade, daß Hochdieselben mir Versäumniß nicht ungütig halten werden, und bitte um ferneres Wohlwollen. Gestern hieß es, daß S e Excellenz der Herr Gouverneur nun nicht nach Siebenbürgen reisen werde, und da Hochderselbe heute hier ankommen
soll: so hoffe ich Eure Excellenz morgen zu berichten, ob die Reise statt findet, und wann angetretten wird, oder ob selbe nun ganz unterbleibt.
Bitte um fernere Gnade, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
14 July 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
111.
Die Frauen Gouverneurinn ist gestern Abends von Flödnig und Rutzing hier zurück angekommen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur kömmt erst heute aus Unterkrain und bringt die Baronesse Fani mit von dorther – zu Haus.
Wegen der Siebenbürger Reise, die – wie allgemein zu hören unterbleiben soll – wird der nähere Bericht folgen.
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Die Familie des H. Grafen Dita Thurn ist gestern aus Wien zurück gelangt, und auch noch gestern Abend weiter gereist.
112.
Bericht vom Agenten aus Wien den 13 July 1837
S e kais. Hoheit der EH Johann nimmt wenig Suite in das russische Feldlager. In Gefolge des EH wird sich bloß der äußerst kenntnißvolle Ingenieur Oberst v. Vacani, dann der Dienstkämmerer Ingen. Hptman. Gr. Morzin befinden.
Auf allerhöchsten Befehl findet in den Gegenden zwischen Udine und Portenone ein Lager der in Oberitalien liegenden Truppen statt. Es sollen hiezu über 25.000 Mann zusammen gezogen werden.
S e kais. Hoheiten der EH Franz Carl begibt sich am 19 ten d. M. von Ischel nach Brixen, um die dortigen Befestigungsarbeiten zu besichtigen, und wird sodann den Lager bei Portenone beiwohnen.
Privatberichte aus Siebenbirgen theilen nicht zu verbürgende Nachrichten mit, daß S e königlen. Hoheit der EH Ferdinand d’Este eine Einladung vom Kaiser Nicolaus erhalten, um sich in das russische Lager bei Wosnosensk zu den dortigen Manöveres zu begeben. S e königl. Hoheit soll die Einladung angenommen haben, und gedenkt demnach in den ersten Tagen des Monats August
die Reise nach Odessa in Gesellschaft des EH Johann anzutretten.
Man glaubt zuversichtlich, daß der Gen. Major Baron Marschall, welcher früher in Brasilien als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister residirte, in gleicher Eigenschaft nach Washington in den nordamerikanischen Staaten ernannt werden wird.
In unserer Stadt verbreitet sich die Sage, daß der schwedische Kronprinz in Begleitung des Baierschen incognito einen Ausflug nach Salzburg zu machen gedenken, um daselbst mit S r Majestaet unserm allergnädigsten Kaiser zusammen zu kommen.
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Aus Laibach
Der Herr FeldmarschallLieut. Gr. v. Leiningen ist mit Frauen Gemahlinn Samstag Abends aus Unterkrain angekommen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur ist mit Baro-
nesse Tochter Fanny gestern Sonntags Nachmittags aus Unterkrain hier eingelangt.
Die Frau Baronin Ant. Codellli wird erst in nächstkünftiger Woche nach Triest rückkehren, und auch die Familie Herrn Gouverneurs erst in künftiger Woche nach Rutzing überziehen.
S e Excellenz der H. Gouverneur wird dann auch aus Baad nach Gastein sich begeben, da es von der Reise nach Siebenbürgen ganz abkömmt.
Gestern Montags war Abends 8 Uhr Musick vor dem Haus des Herrn FML Grafen von Leiningen, wobei sich eine ziemlich bedeutende Menge Volks versamelte.
Unterbreite ich vor allen unterthänigen Dank für die zwey schönen Cypressen, und berichte Hochdenenselben, daß nach – in allen Geheim angestellter Erkundigung, S e Excellenz der Herr Gouverneur morgen Vormittags in Laibach seyn, allein Nachmittags nach Rutzing fahren werden.
Ich glaube, daß Eure Excellenz demnach wohl etwas früher zur Stadt kommen möchten, um die Absicht zu erreichen, weil bei spätern Eintreffen wegen der Nachmittags beabsichtigten Excursion – Hindernisse eintretten könnten; doch bitte ich zugleich –, meinen Vortrag geneigt aufzunehmen.
Der Herr Graf von Welsperg führt jedoch alle Gubernial und Präsidial Geschäfte, weil Se Excellenz der Herr Gouvern. bereits – wie im Urlaub sich befinden, und keine Geschäfte annehmen. –
Ich bitte zugleich um ferneres Wohl-
wollen, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, so wie ich die Hand der gnädigen Comtesse küsse –, und mit aller Verehrung mich zeichne:
Eure Excellenz
Laibach den 18 July
1837
unterthänigst dankbarster
Franz
P.S.
Am Schlüsse dieser Zeilen erfahre ich, daß morgen Frau Baron Ant. Codelli und die Frau Gräfin Ant. Thurn nach Lustall fahren wollen, ob aber die Gouverneurische Familie auch die Tour zu machen gedenkt, ist mir unbekannt.
114.
Der ehemals als Oberste bei den hierländigen Regmt. gestandene, später als General und Milit. Commandant hier gewesene – nun letzt als Festungs Commandant zu Temeswar angestellte Herr FeldmarschallLieut. v. Soeldenhofen ist in letztern Orte gestorben; hatte viele Blessuren, war 80 Jahre alt geworden, und war Rgts Innhaber! –
Die Frau des hiesigen Schneidermeisters – izt Schnittwaaren Handelsman Maly ist heute morgens gestorben, und ist diesen Nachmittag in der Capelle bei St. Xtoph beigesetzt worden.
Ihre Tochter – ein Mädchen von 8–10 Jahren war an Scharlach erkrankt, und die Mutter von derselben angesteckt worden, und der Krankheit unterlegen. Die Fama
erzählt, diese Frau habe alles aufgebothen, ihren Gatten zu bewegen, die Schneider Profession aufzugeben, und die Schnittwaaren Handlung zu betreiben, damit sie als Frau eines Handelsmannes zum Cassino zutritt bekomme, von welchem bisher diese Professionisten ausgeschlossen sind; nun hat der Tod ihren Wünschen ein Ziel gesetzt! –
Habe die Ehre zu berichten, daß die Gouvern. Familie erst Nachmittags nach Lustall zu kommen, entschlossen ist. In aller Eille mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Am 19 July 1837
unterthänigst dankbarer
Franz Hptm.
115.
Herr Graf von Hohenwarth sammt Frauen Gräfin sind heute morgens aufs Land abgereist. Heute ist fast den ganzen Tag ein Regenwetter und Nachmittags erfolgte ein heftiger Schlag – der so stark war, als wenn drey Schläge auf einmal geschehen wären; vermuthlich wo auf den Morast eingeschlagen.
Würden gestern Ihr Geschäft recht gut gerichtet haben – und ich bedauere selbst, daß es nicht möglich geworden. Major Sühnl hatte mich engagirt, mit ihn gestern nach Lustall zu fahren, weil Er Eure Excellenz seine Aufwartung machen wollte; da ich aber vorgestern Hochderoselben Schreiben erhielt: so wurde diese Tour für ein anderesmal aufgeschoben, und den doch statt gefundenen Besuch erfuhr ich später, als meine Parthie schon abgesagt gewesen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur dürfte wohl noch vor August verreisen, und ich muß im Vertrauen
zu Eure Excellenz Güte, meine Besorgniß äußern, daß vielleicht der Herr Gouverneur der Anregung der bewußten Angelegenheit enthoben zu seyn, wünschte, und da eine Parthie nach Rützing, Flödnig oder Vellach – Eure Excellenz Zusammenkunft mit Hochdemselben, dann in den letzten Tagen oder Stunden, unmöglich machen dürfte, darum würde ich unmaßgeblich rathen, je eher, je lieber, diesen Gegenstand abthun zu wollen; doch bitte ich ganz ergebenst, meine gewieß wahrhaft gute Meinung nicht ungütig zu halten, und auf meine weitere Bitte geneigt Rück-
sicht nehmen zu wollen, gelegenheitlich des Antwortsschreiben an die gnädige Frau Gräfin von Attems meinen Respect und Handküsse beifügen.
Um ferneres Wohlwollen bittend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und gnädiger Comtesse die Hand und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
20 July 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
116.
Agenten Bericht Wien den 16 July 1837
Wie wir erfahren, gewärtiget man demnächst die a. h. Resolution, daß die Officiere der ungarischen Infanterie, Schnurbärte tragen dürfen.
Die deutsche Arcieren Garde soll um 13 Individuen vermehrt werden, da der vermehrte GardenFond größere Aufnahmszahl zu läßt.
Zufolge höhern Auftrags soll für 25 – 40 und 50 jährige Milit. Dienstleistung eine Ordensauszeichnung beabsichtigt werden, welche Decoration in einer eisernen mit einer goldenen Lorberkranze umgebenen Medaille, worinn die Dienstzeit ersichtlich gemacht ist, bestehen soll. Dieses Dienstzeichen soll an einem kaisergelb und rosenrothen Bande getragen werden.
Gleichzeitig soll man beabsichtigen, einen a. h. Vortrag zu machen, wornach künftighin die General-Commandos-Adjutanten förmlich dem General Quartier-Staab einverleibt werden sollen.
Ein neuer großartiger Bau, der zur Zierde der Residenz aufgebaut werden soll, besteht in der Anordnung des Johanitterordens: die Nebengebäude der gleichnahmigen Ordenskirche in der Kärnthnerstrasse abzubrechen, und daselbst ein prachtvolles Ordens-Palais aufzuführen. Die Kirche soll in der Mitte des Gebäudes fortbestehen, jedoch der Architektur des Palais gemäs, renovirt, und umgestaltet werden. Sämentl. Johanitter Ordensmitglieder würden darinn wohnen, und der Bau noch im heurigen Herbste unter beson-
derer Aufsicht des Ordens Comthurs G. M. Grafen Khevenhiller Metsch beginnen. Die Baukosten sind auf 200.000 f CM angeschlagen.
Einem neuesten Dekret zu folge, sind die in unseren Staaten verweilenden russisch-pohlnischen-Flüchtlinge angewiesen worden, unsere Staaten zu verlassen; nebst vielen andern ist dieser Befehl zugleich den bekannten Grafen Ostrovsky, dann den Generaln Skrynezky in Gratz und zwar den Letztern eine Reise-Unterstützung von 400 f CM zugesendet worden. Letztere beyde haben Frankreich zu ihren Aufenthalt gewählt.
In Folge der letzten Verhältnisse Englands, mangelt es nicht an Stimmen, welche so gerne den zweyt gebornen Prinzen unsers FMLTs Coburg – mit der nunmehrigen Königinn von England baldigst vermählt zu sehen, vorgeben. Ein anderes Gerücht bezeichnet den Herzog von Nemours – als den glücklich betheilgten dieser Verbündung; wohlunterrichtete aber, die des besondern Vertrauens der Herzoginn von Kent gewürdiget waren, widersprechen diesem Gerüchte ganz und gar. So viel ist gewieß, daß Prinz Coburg binnen Kurzen mit seinem Sohne über Karlsbaad und Hanover sich nach London begeben werden.
Aus Laibach
Wie zu hören, werde die Familie S r Excellenz des
Herrn Gouverneurs morgen nach Flödnig sich begeben, um dort das Namensfest Ihrer Excellenz der Frauen Gouverneurinn und dann das Jahresfest der Vermählung der Frau Baronin Lazarini – zu feyern, und werden dann Rutzing beziehen.
117.
Am letzten Mittwoch ist Herr Gr. Jos. von Auersperg mit Frauen Gemahlin nach Soneg aufs Land überzogen.
Heute ist Herr FeldmarschallLieut. Gr. v. Leiningen mit Frauen Gemahlinn nach Nassenfuß zum Besuch bei H. Bar. Mandl, abgereist.
118.
Frau Bar. Mac Neven ist gestern sehr leidend gewesen; Sie litt an Krämpfen Samstags und klagte auch über einen besondern Schmerz in der linken Seite. Gegen Abend gestern gieng es etwas besser.
Der Herr Gouverneur lag gestern auch noch zu Bett, die Frauen Gemahlinn mit Frl. Mathilde sind hier in der Stadt.
Es wird – wie das gemeine Sprichwort sagt – hier gemunkelt, oder sich leise zugesprochen, daß Herr v. Jacomini hier als Gubernialrath angestellt werden soll; daher Referent auch ganz in der Stille davon spricht!
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Den Bericht wegen dem bekannten Gegenstand habe ich noch nicht erlangen können.
119.
Wiener Agenten Bericht vom 20 July 1837
S e Majestät haben anzuordnen geruhet, daß die Pässe für die mit Urlaub in das Ausland reisenden Milit. Individuen und derlei Wittwen, nicht mehr mit den Stempel nach der begleitenden Militär Charge, sondern nach der persönlichen Eigenschaft der Paßwerber, versehen werden sollen.
Die Herzoginn von Berry hat durch einen berühmten franz. Künstler das vom König Carl dem X dem Herzoge von Bordeaux testirte schöne Kirchberg sammt der franziskaner Kirche, in welcher der genannte Client bethet, aufnehmen lassen. Dieses Gemählde ist wegen des reinen Stichs und der herrlichen Durchführung als eines der besten u. schönsten unserer Zeit – anerkannt.
Der hier anwesende russische General Adjutant Prinz Adam v. Würtenberg macht Anstalten zu seiner Abreise nach St. Petersburg, welche er im Laufe der künftigen Woche über Krakau und Warschau anzutretten gedenkt. Nach seiner Ankunft in gedachter Stadt, wird derselbe S e Majestät in die südlichen Provinzen begleiten.
Heute den 20 July soll das türkische Gesandtschafts Hôtel dahier, aus Anlaß der Geburtsfeyer des Großherrn glänzend beleuchtet werden. Es sind bereits Anordnungen getroffen, dem hinterlichen Einfluße der Witterung auf die Beleuchtung, wenn es auch regnen sollte, vorzubeugen.
In den ersten Tagen d. M. haben die hier anwesenden Inf. Regtr. auf den Glacis unter Beyseyn der Generalitaet Versuche mit den, nach der Consolischen Erfindung eingerichteten Gewehren ausgeführt, welche zur allgemeinen Zufriedenheit ausfielen.
Gegenwärtig Campiren in der Gegend von Neu Lerchenfeld bei Wien
einige Bataillons Inf.
FeldmarschallLieut. Fürst Windischgrätz reiset nun gewieß ins russische Lager; in seiner Suite sind Bar. Wuesthoff Rittmstr. u. Bar. Langenau ObLt., von seinem Regt.
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Die Beylage N. 198 zur allgemeinen Zeitung vom 17 Juli 1837 pagina 1581 enthält unter der Rubrique Italien Folgendes:
„ ∗ Wir erhalten so eben Briefe aus Neapel vom 6 July wornach in Palermo die furchtbar um sich greifende Cholera das Volk zu der Maaßregel veranläßt hätte, den Vice König alle Papiere abzunehmen, mit der Erklärung, alles selbst verwalten, und während der Dauer der Krankheit keine Geldsendungen nach Neapel mehr machen zu wollen.“
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Aus Laibach
König von Sachsen auf der Rückreise aus Italien, wird seit gestern hier erwartet. – Man sagt, Höchstderselbe besuche alle Merkwürdigkeiten, soll die Adelsberger Grotte besehen, und sich von da nach Idria begeben haben.
Der pens. Major Eschermann ist gestern mit den Sterbsakramenten versehen worden.
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Zeitungs Nachricht
Die Beylage zue allgemeinen Zeitung N ro 201 vom 20 ten July 1837 pagina 1606 gibt unter der Rubrique Italien – weiters:
∗ Neapel 8 July. Es liegen drei Kriegsschiffe auf unserer Rhede, zwey Brigantinen und eine Fregatte, welch letztere heute oder morgen mit etwa 2000 Mann nach Palermo abgehen sollen, und zwar mit den ausdrücklichen Befehle S r Majestaet dort zu landen, sey es im Gutem oder mit Gewalt.
∗ Ein Bericht aus Palermo vom 4 July gibt in der Zeitungsnachricht an, daß in wenigen Tagen dortselbst an 1500 Menschen gestorben, welches, wenn man bedenkt, daß ein Viertel der 190.000 Seelen zählenden Bevölkerung sich vorher aus der Stadt geflüchtet hat, eine enorme Zahl ist.
120.
Vermög Zeitungs Nachrichten vom 6 Juli waren in Neapel gestorben
vom 26 zum 27 Juni… 383
'' 27 '' 28 '' … 403
'' 28 '' 29 '' … 425
'' 29 '' 30 '' … 416
'' 30 Junizum 1 July… 428
'' 1 July '' 2 '' … 379
'' 2 '' 3 '' … 361
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2795
Frau Bar. Ant. Codelli ist gestern früh nach Triest abgereist. S e Exc. Herr Gouverneur waren gestern nach Flödnig gefahren. Ihre Exc. die Frauen Gouv. mit Frl. Mathilde sind noch in der Stadt.
Der König von Sachsen ist gestern Mittags angekommen, bei Malitsch abgestiegen. In der Begleitung ist blos ein Adjutant und zwei Diener, alles in einem Wagen, welcher mit 4 Pferden bespannt ist. Der König ist etwas Unwohl angekommen, deshalb D r Zhuber gehollt wurde, und etwas verschrieb. S e Majestät sind heute noch hier und befinden sich im Bette.
121.
Heute Nachmittags 6 Uhr wird das Publicum mit türkischer Musick in Tivolli unterhalten.
S e Majestaet der König von Sachsen ist noch hier und noch immer im Bette; es wird öfter die Wäsche gewechselt, heute hat der Arzt noch ein Fieber erkannt. Die Rückreise geht über Kärnthen, Salzburg nach Sachsen.
Der pens. Major Eschermann ist heute Nachmittags nach 3 Uhr gestorben.
S e Excellenz der Herr Gouverneur mit Familie sind in Rutzing, – werden für Ihre Person, wie es heißt – am Samstag Abend zur Stadt kommen, und Montag nach Gastein ins Baad abreisen.
122.
Herr Graf von Leiningen mit Frauen Gemahlin sind letzten Mittwoch Abends aus Unterkrain zurück – hier angekommen.
Gestern traf Baron Moritz Egkh – Jurist – bei seinen Brüdern hier auf Vakanzen ein.
Heute morgens ist H. Rittmeister Bar. Rechbach mit Frauen Gemahlin von hier nach Unterkrain abgereist, nachdem sie gestern Abend von Kreutberg hier angekommen waren, und Frl. Caroline Elsner mitbrachten.
Heute Nachmittags wird Majors Eschermann Leichenbegängniß begangen, die Leiche bei St. Christoph in der Capelle beigesetzt.
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König von Sachsen noch hier.
123.
Baron Vicktor wird seinen Papa ins Baad nach Gastein begleiten.
Frau Baron Rastner mit Frau Tochter der Baron Alois Lazarini – werden in nächster Woche aus den Baade rückkehren.
Die Frauen Gräfin Seraphine v. Thurn erwartet die Frauen Schwester Gräfin Lodron, welche von Gmünd kommen soll, und mit dieser nach Steyermark und Oesterreich abzureisen.
Bei H. Grafen von Saurau zu Premstaedten in Steyern sollen die Mayergebäude vom Blitz entzünden und abgebrannt seyn. Das Vieh wäre glücklich gerettet.
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Comtesse Ida v. Lichtenberg ist in Klagenfurth bei der Familie H. Präsidentens v. Buzzi glücklich angekommen.
124.
Wiener Agenten Bericht vom 24 July 1837
Man gewärtiget demnächst die Ernennung der FMLTs Nugent-Wallmoden und Lilienberg zu Feldzeugmstrs. und jene des Obersten Gyulai von Hessen Homburg Inf. zum General Major.
S e Excellenz Graf Taaffe Curator der Theresianischen Ritter Academie hat dieser Tage sein Amt niedergelegt, und an seine Stelle kommt Gr. Andreas Hohenwarth und seine Frau Gemahlinn wird Oberstküchenmeisterinn im Theresianum. Zugleich wird die Oberleitung der Academie und alle Professorenstellen mit Ausnahme der des Religionslehrers, mit weltlichen besetzt.
In den gesammten militarischen Erziehungs und Bildungs-Anstalten wird die Ferienzeit, eben so wie dieses in unserer Zeit in allen Civillehr Anstalten der Monarchie eingeführt worden ist, – vom Monat October auf den Septemberverlegt werden, und künftig mit October der neue Curs beginnen. Dem zufolge wird auch die Ausmusterung der austrettenden Zöglinge statt im October, im September vor sich gehen. Diese allerhöchste Anordnung tritt erst im nächsten Jahre in Wirksamkeit.
Briefe aus Töpplitz melden, daß S e Durchl. der Fürst Metternich im Laufe letzter Woche daselbst – von München angekommen
seye. Bald nach der Ankunft hatte der Fürst eine mehrstündige Conferenz mit S r Majestät dem Könige von Preußen, welcher Ihn sehr huldvoll empfing.
Am 23 ten d. soll eine Zusamenkunft des sich in den umliegenden Bädern befindlichen Diplomatischen Corps, und der auswärtigen Minister statt gefunden haben.
Man ist gegenwärtig mit den Arrangement beschäftigt, dem zu folge das bisher in den Räumen des Hofburggebäudes aufgestellte Naturalien Cabinet – nach dem Lustschlosse Belvedere am Rennwege, und zwar im Erdgeschoße aufgestellt werden soll.
Man vermuthet, daß dem Herzoge von Coburg Cohary – k. k. FML der interims Gesandschaftsposten in England aus Anlaß seiner Verwandschaft mit der nun regierenden Königinn übertragen werden dürfte; wenigstens scheint es gewieß, daß derselbe von S r Majestät zur Beglückwünschung der Königinn wegen der Thronbesteigung derselben, erkohren seye. Es fehlt zugleich nicht an Stimmen, welche die Erledigung dieser Sendung durch den FML Grafen Mensdorf Bouilly – Commandirenden Generalen in Böhmen, und Schwestermann der Herzoginn v. Kent vollzogen wissen wollen.
Aus Neapel lauten die Nachrichten wegen der Heftigkeit der Cholera sehr beunruhigend. Auch hat
dieser Umstand auf das neue Aufleben des Komerzes in Triest sehr ungünstig gewirkt.
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Aus Laibach
Frau Gräfin Weichard von Auersperg ist mit Comtesse Marie heute früh mit den Eilwagen von hier über Wien nach Presburg, um dort die jüngste Comtesse abzuholen, welche von der Bleichsucht so heftig befallen seyn solle, daß die Aerzte die Luftänderung dringend nöthig finden.
Der König von Sachsen ist noch immer hier und liegt im Bette.
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Herr Oberst Bar. Rath ist gestern von der nach Neustadtl gemachten Dienstreise zurück gekommen.
125.
S e Majestät König von Sachsen hatten – wie zu hören – vom Samstag zum Sonntag eine unruhige Nacht, und stärkern Schweiß, daher die Abreise für heute nicht erfolgt.
S e Excellenz der H. Gouverneur ist gestern noch nicht in der Stadt gewesen, und da die gestrige Salzburger Post erst die Antwort vom H. Grafen v. Stubenberg, hinsichtlich der Badewohnung – bringen sollte: so heißt es, wäre die Abreise S r Exc. auf den 2 ten August bestimmt.
Gestern veranstalteten einige Bürgerfamilien die sonst so beliebt gewesene Annen Wasserfahrt, rückkehrten spät Abends – und ließen einige Raketen steigen, und Feuerkugel spielen.
Habe ich die Ehre hinsichtlich des bekannten Gegenstandes zu berichten, – wie ich mit Gründlichkeit erfahren, daß von Seiten des Guberniums der Bericht bezüglich der Mauth an die hohe Hofkanzlei abgelaufen, von Seiten dieser Behörde ferner der buchhalterisch adjustirte Kostenüberschlag wegen der Brücken Herstellung an das Laibacher Kreisamt mit den Auftrag zugesendet worden seye, im Licitationswege die Brückenherstellung etz. sogleich bewirken zu lassen. Dieses ist jedoch schon alles früher verfügt worden, ehe der H. Gr. Saurau nach Gratz abgereist, da von demselben der dießfällige Rathsvortrag selbst erstattet worden ist. Es wird sonach unbegreiflich, wie der gewisse Herr letzthin versichern konnte, daß die Sache beym Gubernium seye, und daß selbe andern Tags zum Vortrag kommen werde? – Bei diesen Sachverhalt erklärt sich nun natürlich –, warum bei keiner der zeitherigen Sitzungen
dieser Gegenstand mehr vorkommen konnte. H. Graf Saurau ist am 18 ten v. M. nach Gratz abgereist.
Was nun das Laibacher Kreisamt gethan oder nicht gethan, habe ich nicht erheben können! –
Die Geschwister Bar. Gall sind vor paar Tagen nach Heil. Kreutz für einige Zeit abgereist.
H. Gub. Secretair Brandstädter wird mit seiner Frau am 2 ten August ins Baad nach Gastein reisen.
Ich mache heute Montags eine Tour nach Weißenstein, und werde Mittwochs den 2 ten Aug. von dort rückkehren.
Die Frau Gräfin Seraphin v. Thurn hat die Frau Schwester Gräfin Lodron gestern mit den Salzburger Wagen gehoft, ist jedoch nicht gekommen, daher die Ankunft für Donnerstag um so sicherer gehoft wird.
Um ferneres allseitiges Wohlwollen bittend, küsse Ihrer
Excellenz der gnädigsten Gräfin, so wie der gnädigen Comtesse Hand, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
31 July 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
Anzeige
126.
Das Portiunculafest war heute ziemlich besucht.
Gestern Dienstag war aus Attention für die Nickolaus Gr. von Auerspergische Familie – in Tivoli türkische Musick, wozu viel Volk gekommen.
Graf Ant. Auersperg ist Sontags hier angekommen, und heute wieder nach Unterkrain verreißt. Er soll gestern in Tivolli bei der Musick Asemblée, ein gewisses Fräulein gar nicht angesehen haben!! – Man war aber auch – wie zu hören – in dem gewissen Hause so artig gegen ihn –, an ihn die Frage zu stellen, zu welchem Zwecke die Besuche bei der Familie geschehen. – Natürlich – muß Jederman erkennen, daß hier der Rathgeber, die Familienvorsteherinn in eine fatale Lage geklemmt hat. – Herr Graf soll geantwortet haben: Er glaube, daß durch seine Besuche dem Hause keine Unehre zugehen würde, und so natürlich – obig erwähntes Betragen! – Die Familie H. Grafen Nicolaus Auersperg ist heute ebenfalls nach Hause zurück.
Der Herr Fürst Bischof ist gestern Montag Mittags
von seiner Kirchenbereisung hier zurück eingetroffen.
Herr General v. Pirquet mit seinen Adjutanten – reiset morgen zu den Truppen Musterungen nach Neustadtl – Möttling – Tschernempl, Gotscheé, Reifnitz – Zirknitz – Adelsberg. Der Jurist Bar. Moritz Egkh erhält zugleich Gelegenheit, diese Reise mitzumachen.
Fräulein Marie Elsner reiset morgen früh 5 Uhr – nach Schwarzenbach aufs Land.
Gräfin Wenzel v. Lichtenberg ist gestern nach Weißenstein aufs Land.
S e Majestaet König von Sachsen befindet sich gebessert – schon außer den Bette, und gedenkt morgen eine kleine Spazierfahrt zu versuchen.
127.
S e Excellenz der Herr Gouverneur ist Dienstags mit H. Sohn Vicktor nach Gastein abgereist.
Frau Gräfin von Lodron ist heute Nachmittags von Gmünd, die Baron Rechbachischen heute früh von Unterkrain hier angekommen.
Ein Johann Kummer aus Gratz mit Marionetten ist hier, gib seine kleinen Vorstellungen auf den Congress-Platze; der Wagen ist so eingerichtet, daß selber gleich die Bühne gibt, es ist alles sehr mingnon, und arm.
Die Familie des H. Gouverneurs ist in Rutzing, im Burggebäude werden Reparaturen vorgenommen.
128.
S e Majestaet der König von Sachsen ist auf den Wege der Besserung; bereits vorgestern und gestern spazieren gefahren, welches heute wieder erfolgen wird. Der Doctor Zhuber muß jedesmal mit S r Majestaet fahren.
Zeitungs Nachrichten geben, daß Ihre Majestaet unsere Kaiserinn Königinn zu Ischel von den Maasern befallen worden seye.
Der H. Fürst Bischof gibt die Equipage zu den Spazierfahrten S r Majestaet, hat aber, noch sonst Jemand, die Aufwartung machen können.
129.
Endlich – wird heute die Fräule Braut Jacobine von Flug wegen der beschlossenen Vermählung mit den OberLieut. Schwarzenberg in der Kirche ein für dreymal verkündet, und am nächsten Mittwoch wird die Trauung zu Egg stattfinden.
S e Majestaet der König von Sachsen schreitet in der Reconvalescenz glücklich vor, der Appetit stellt sich ein; gestern wurde wieder eine Spazierfahrt gemacht.
N. 130.
Agenten Bericht Wien den 30 ten July 1837
S e k. Hoheit EH Ludwig hat gestern Wien verlassen, um sich zu Ihren Majestäten nach Ischel zu begeben. Man sagt, Höchstderselbe habe zugleich an S e Majestaet sehr wichtige Nachrichten wegen einer gelungenen Finanz Operation überbracht.
Den neuesten Bestimmungen gemäß wird das Lager in Ober Italien zwischen Chiesa und Etsah aus 28 Bataillonen und 18 Escadrons, dann 9 Batterien bestehen.
Die k. k. Hofkanzlei hat es für nöthig erachtet, daß der Oberste Myrbach seine Reise nach Böhmen antrette, um die Katastral Operationen zu revidiren.
Marschall Marmont hat sich von dem Töpplitzer Minister Congresse nach den Fürst Metternichischen Schlosse Königswarth begeben.
Man spricht hier mehreres von einem Anlehen, welches die hiesige Regierung im Laufe dieser Woche mit den Häusern Rothschild, Sina, Eskeles, und Geymiller abgeschlossen haben soll. Der Betrag soll 20 Millionen CM seyn, und die erste Rata schon im Monate Aug. von den genannten Banquier Häusern einbezahlt werden. Näheres ist noch unbekannt.
Aus Töpplitz wird gemeldet, daß der anwesende preußische Minister des Auswärtigen mit S r Durchl. dem Fürsten Metternich viel Conversire, und vom Letztern mit einer besondern Auszeichnung behandelt werde, woraus man für die gegenseitige Nachbarschaft Preußens und Oesterreichs nur Vortheilhaftes folgern kann.
Vergangenen Samstag um 10 ½ Uhr Abends gewahrte man längst der Brüner und Prager Strasse ein seltenes und sehr intensives Nordlicht. Anfangs war der Glaube an ein irgendwo entstan-
denes Feuer, da der ganze Horizont faßt übergluthet war, bis man sich endlich mit Freude, von der Wirklichkeit dieser Naturerscheinung überzeigte.
Die hiesigen Don Carlisten geben sich alle Mühe für das Ideal ihrer politischen Wünsche Mittel (Geld) aufzutreiben, damit der Prätendent dießfalls ungehindert wäre, der endlichen Ausführung seines Plans die gehörige Energie zu geben, und zeigen in ihrer Verwendung eine bewunderungswerthe Ausdauer.
Vorgestern sind aus Venedig für die Venedig-Mailänder Eisenbahn – Actien im Betrage von 100.000 f CM angekommen, von welchen die hiesigen BanquierHäuser Sina, Arnstein u. Werthheimstein die größten Antheile haben.
Am verflossenen Samstag wurde die Kanzleikasse der Hofopertheater-Direction erbrochen und bestohlen.
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Aus Laibach
S e Erlaucht der Herr FML Gr. Leiningen ist schon Freytags auf eine Hirschjagd nach Reifnitz abgereist, und war gestern noch nicht zurück gekommen. Der königl. Patient schreitet in der Besserung vor.
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Gestern Sonntags war Abends 6 Uhr Musick in Tivoli, und dort wieder ein Menschen Zusammenlauf.
Eine Dame klagte außerordentlich darüber, daß kein Gefrornes dort zu bekommen war, mit den Worten: „daß es ein Specktakel hier in Laibach seye, daß man bei so einer Gelegenheit kein Gefrornes bekommen könnte“! –
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Herr Graf von Hohenwarth ist hier angekommen, und soll morgen die schon früher beschlossene Tour in die Wochain antretten.
131.
Der Leibarzt S r Majestät Königs von Sachsen ist Sonntags hier angekommen, und Ihre Majestät die Königinn wird heute hier erwartet, um mit Ihren königlichen Gemahl zurück zu reisen, welches, wie man hört, am Freytag geschehen und die Reise angetretten werden soll.
Frau Gräfin Seraphine v. Thurn ist mit Frau Schwester Gräfin Lodron heute nach Gleichenberg in Steyermark abgereist.
Graf und Gräfin Richard von Blagai sind gestern hier angekommen, und heute mit H. Grafen Hohenwarth nach Veldes und in die Wochain abgereist. Schon um 5 Uhr früh ist die Reise angetretten worden.
Heute Abend wird Frau Gräfin Anton Thurn mit ihren Comtessen Töchtern nach Wörl in Unterkrain abreisen.
132.
Ihre Majestaet die Königinn von Sachsen ist gestern Nachmittags in Begleitung des H. Obersthofmeisters und sächsischen Geheimen Raths Bar. Minkwitz, der Frau Obersthofmeisterinn, einer Kammerfrau, 2 Kammermädchen, einen Wagenmeister und 4 Bedienten, in drey-sechsspännigen Wagen hier angekommen. Höchstdieselben verließen Dresden am 3 ten August, und resiten über Töpplitz – Prag – Linz – Ischel – Gmünd, Villach und Klagenfurth hieher. In Ischel haben sich Ihre Majestaet bei der kais. österr. Familie faßt einen Tag aufgehalten, und da bey Ankunft am Gmündnersee wegen eigetrettenen Donnerwetter die Uiberfahrt über die stürmische See unmöglich gewesen, mußte die Nacht dort verweilet, und konnte erst am Morgen beym ruhigen See, die Reise fortgesetzt werden.
Im Gefolge S r Majestaet des Königs befindet sich der H. OberstLieut. und Gen. Adjutant Bar. Mandelse, der H. Hof- und Medicinal-Rath D r Carus und 2 Bediente.
Herr Gr. v. Saurau ist gestern Abend hier glücklich angekommen.
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Frau Baronin Alois von Lazarini (Zobelsperg) ist gestern aus den Baade in Laibach angekommen.
Muß ich im Augenblick meiner Ankunft berichten, daß der junge Malitsch diesen Abend schon um halb 10 Uhr bei mir mit der Nachricht gewesen ist, daß morgen Donnerstags um 1 Uhr Mittags S e Majestaet der König empfangen wird, und daß heute schon der Fürst Bischof, der Herr FeldmarschallLieut. Leiningen und Graf Welsperg – Ihren sächsischen Majestäten aufgewartet haben, demnach der Malitsch sich bemühte, mir dieses zur Kenntniß zu geben, um solches gleich Eure Excellenz zu berichten, welches ich auch nicht unterlasse, und den Brief so in Bereitschaft setze, daß Uiberbringen dessen, schon um 5 Uhr früh am Donnerstag mit gegenwärthigen
nach Lustall abgehen kann.
Wir sind um halb 11 Uhr ohne mindesten Unfall recht glücklich hier angekommen. Frau Gräfin Elsner ersuchte mich, Ihre widerhollte Danksagung nach Lustall zu berichten, wozu ich die Meinigen ergebenst beyfüge; und indem ich hoffe, Eure Excellenz ganz gewies morgen Donnerstags hier zu verehren, bitte ich der gnädigen Comtesse zur Kenntniß zu geben, geruhen zu wollen, daß ich vom Wagen abgestiegen, mich direckte zur Köchin Marianna begeben, derselben die Commission wohl erklärt, ans Herz gelegt, und nachgefragt habe, ob Jemand schon darnach Anfrage gemacht, welches sie jedoch verneinend beantwortete.
Ich werde morgen Donnerstag bei Zeiten zu Malitsch gehen, und bei Eure Excellenz Ankunft allhier, das Weitere mündlich berichten.
Küsse Ihrer Excellenzder gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse Hand, bitte um allseitige Wohlgewogenheit, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach am 9 ten Aug.
1837 Mittwoch Abends
Halb 12 Uhr
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
133.
Mit Ihrer Majestaet der Königinn von Sachsen ist die Frau Obersthofmeisterinn von Dimpking.
So wie erst heute selbst erhoben: hatte gestern der Herr Fürst Bischof – der Herr FML Gr. v. Leiningen und Herr Hofrath v. Welsperg – Ihrer Majestaet der Königinn aufgewartet. – Die Frau Obersthofmeisterinn hatte gestern ein Billiet an Frau Gräfin von Welsperg geschrieben, in Folge dessen heute die Frau Gräfinn von Welsperg – um 12 Uhr ihre Aufwartung machte, sonst ist nichts geschehen. –
S e Majestaet der König haben noch Niemanden gesehen. Die Abreise ist noch nicht bestimmt.
134.
Gestern Donnerstag fand die Trauung des bekannten jungen Mannes v. Schosulan mit der Wittwe nach den Gastwirthen Schwetz in der Franziskaner Kirche statt. Es sollen 4–5 Kinder von erster Ehe vorhanden seyn. Herr Schosulan, in der Anstellung bei der Kameral-Gefällen-Verwaltung, wird nach Klagenfurth übersetzt.
Die Familie der Frau Baron Codelli Wittwe – mit Frau Baron Mac-Neven und der Letztern kleinen Kinde, sind gestern früh nach Unterthurn übersiedelt, um der Landluft zu genüssen.
135.
Gestern sind S e Majestaet der König von Sachsen mit Ihrer Maj. der Königinn, früh und Nachmittag ausgefahren, am Nachmittag sind beyde Majestaeten in der Lattermanns Allee ausgestiegen, und haben eine Strecke zu Fuß gemacht.
Es ist nun außer Zweifel, daß die Abreise nächsten Montag erfolgen, jedoch vorläufig nach ärztlichen Anrathen bis Klagenfurth in kleinen Touren, so, daß z. B. in Krainburg am Mittag und bis etwa 5 Uhr, wo die Luft schon etwas abgekühlt, gehalten, dann in Neumarkel übernachtet, und am Dienstage wieder in 2 Touren bis Klagenfurth gefahren würde.
136.
Ihre Majestaeten sind – nachdem Ihre Majestaet die Königinn mit der Frau Obersthofmeisterinn um 7 Uhr einer heiligen Messe bei den Ursulinern beigewohnt hatten, – heute 8 Uhr abgereist. Ihre Majestaeten in einem 4spänigen offenen Wagen, dann Frau Obersthofmeisterin mit Herrn Obersthofmeister in einen 6spänigen, die Kammerfrau mit 2 Garderrobies in einem 4spänigen, und endlich der Hofrath und Leibmedikus in einem 2spänigen Wagen. Der Herr OberstLieut. Gral. Adjutant war schon gestern nach Krainburg vorausgereiset, und wird heute bis Neumarkel gehen, um auch dort alles für die höchsten Herrschaften vorzubereiten.
Soviel bis izt bekannt, wurde für die sämentl. Dienerschaft des Malitschischen Gasthauses 150 f CM gestern gegeben, heute aber noch 50 f CM nach erfolgt, um alle im Hause befindlichen, so auch nicht unmittelbar an der Bedienung der hohen Herrschaften theil hatten, auch zu beschenken.
Herr Graf v. Welsersheim mit Frauen Gräfin sind etwas früher mit einem separat Eilwagen nach Gratz, und Herr von Znaimwerth mit Frau, Kindern und Schwiegervater nach Brünn ebenfalls mit einem Separat Wagen abgeresit. Der gewöhnliche Eilwagen hatte nur 7 Passagieri abgefahren; die Post hatte zu allen diesen 24 Pferde nöthig.
Der geistliche Gubernialrath Stelzich ist vorgestern, am
Freytag von seiner Badkurreise hier zurück angekommen.
Die höchsten Herrschaften haben mit der Bedienung und Unterkunft in den Malitsch-ischen Gasthause sich sehr zufrieden bezeigt.
137.
Wie zu hören, hat D r Zhuber nebst sehr gnädiger mündlicher Danksagung von beyden Sächischen Majestaeten, eine goldene Dose mit 120 Stück Gold Duckaten zum Geschenk erhalten. – Die Dose dürfte 20–24 Dukaten Werth seyn, hat in Email am Deckel die Dresdner König-Residenz und zwar den von Ihren Majestaeten bewohnten Theil derselben, und die Ansicht der Allee nach den großen Platze und nach der berühmten Dresdner Brücke, gemahlt.
Herr Graf von Aichelburg mit Frau Gräfin sind gestern von Mahrburg rückgelangt; die Comtesse Toni ist dort geblieben, um im Monat September das Baad nachmahls zu gebrauchen.
Auch H. v. Gerliczi Gubernial Assessor in Fiume ist mit Frauen Gemahlin, seinen zwei hübschen Söhnen, und der letzt gebornen Tochter gestern hier angekommen.
Der bei dem Jäger Regmt. Kaiser als
OberLieutenant dienende Sohn Ludwig Baron Lazarini ist vor einigen Tagen unvermuthet mit Urlaub aus Insspruck – zu Weißenstein eingetroffen.
Unterbreite ich ganz ergebenen Dank für die gewogene Erinnerung an mich bei Vertheilung der Erdmantel, welche eben mit Kaffe vermischt – zu gebrauchen weiß, und den Wohlgeschmack der Erdmantel kenne.
Unsere gestern abgereisten königl. Gäste werden Dresden in 11 Reisetagen erreichen. Die Tour gehet über St: Steyer – Linz – Tabor – Prag – Töpplitz nach Dresden.
Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand küssend, bitte um ferneres, allseitiges Wohwollen, und mich besonderes der Gnade Eure Excellenz empfehlend, geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 14 Aug.
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
139.
Herr Gr. von Hohenwarth mit H. Grafen Richard von Blagai und letztern Frauen Gräfin sind von der in die Wochain unternommenen Reise gestern Donnerstags früh rückgelangt.
Herr Gub. Assessor v. Gerliczi ist in der Nacht vom Donnerstag zum Freytag mit den Eilwagen für seine Person allein, wieder nach Fiume rückgekehrt.
Von den königl. Sächsischen Majestaeten sind die Stadtarmen nicht vergessen worden; man sagt – es seye eine Summe – nach einigen von 200 f CM zu diesem Zwecke dem H. Fürst Bischof zugestellt worden.
Der Herr Graf von Hohenwarth ist heute früh nach Adelsberg etz. abgereist.
Die Graf Richard Blagaischen sind diesen Morgen
nach Weißenstein zum Besuch gefahren.
140.
Neues ist hier – da auch so viele Familien sich abwesend befinden – gar nichts zu vernehmen. An mehreren Orten grabt und reparirt man an den Pflaster in den Gassen der Stadt, der Casino Bau schreitet vorwärts, und allgemein klagt man über Hitze.
141.
Man erzählt, daß vorgestern Montags ein ganzer Bienenschwarm im Dorfe Uthmat nächst der Vorstadt St. Peter sich auf 2 Pferde gesetzt, und diese so gepeinigt habe, daß beyde Pferde todt blieben; der bei den Pferden gewesene Knecht ist noch nicht außer Lebensgefahr erklärt, welcher von den Bienen eben so gräßlich mißhandelt worden ist.
Der hiesige Provincial Zahlmeister Schrey ist, wie man hört, um Pensionirung eingeschritten.
142.
Der Herr Polizei Directer Gub. Rath Sicard ist letzten Sonntag mit Frauen Gemahlinn nach Klagenfurth abgereist, wo das Zusammen kommen mit den Papa der Letztern statt finden, und in dessen Begleitung die Reise bis Brixen etz. fortgesetzt werden wird.
143.
Baron Mladota – welcher eine Tour nach Unterkrain und Agram, in welch letztern Orte Markt gewesen – gemacht, ist gestern hier zurück angekommen.
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Erstatte für den mir gestern gütigst überschickten Melonen ergebensten Dank.
unterthänigster
Franz
Geruhen hochgeneigt meine gränzenlose Verehrung zu genehmigen, welche aus Anlaß des hohen Namensfestes – Hochdenenselben darzubringen, mich verpflichtet fühle, indem Eure Excellenz von meinen dankbaresten Gesinungen überzeugt, mir nicht ungnädig halten wollen, daß ich meine innigsten Gefühle Hochdenenselben mittelst diesen Zeilen unterbreite: daß der Himmel Eure Excellenz noch viele Jahre bei erwünschester Gesundheit erhalten, und aller Seegen des Himmels Hochdenenselben zu theil werden, Eure Excellenz noch recht viele Freuden-
volle Tage kommen, und mich in der glücklichen Lage erhalten möchten, Eure Excellenz hochgeneigten Wohlwollens – mich erfreuen zu dürfen. Ich hoffe, wenn auch später, Eure Excellenz aus diesem glücklichen Anlasse meine innigsten Wünsche mündlich wiederholen zu können, und bitte Gott, daß Er Eure Excellenz noch recht viele Jahre erhalten möge.
Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin küsse ich so wie der gnädigen Comtesse die Hand, bitte um ferneres allseitiges Wohlwollen, meine heißen Wünsche sind erfüllt, wenn Gott Sie alle wohl erhält, der
ich mit aller Verehrung geharre:
Eure Excellenz
Laibach den
25 ten Aug. 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Brez
Brez
144.
Herr Bar. Leopold von Lichtenberg war letzten Mittwoch nach Schwarzenbach gereiset, von wo derselbe gestern Samstag rückgekehrt ist.
Am letzten Mittwoch ist auch Bar. Vicktor Schmidburg mit Schwester Mathilde nach Unterkrain, heute am Sonntag die Familie S r Exc. Herrn Gouverneurs sammt demselben nach Vellach gereist.
Bar. Cajetan Lazarini ist heute Sonntags nach Wien abgereist; es ist der Theresianist.
Die neue Bestimmung H. FMLts Grafen von Leiningen als Milit. Commandanten nach Inspruck dürfte bekannt seyn. Herr FML Freyh. v. Berger kömmt von Inspruck als Festungs Commandant nach Temesvar. – Nach Laibach kömmt der Herr FML und Rgts. Innhaber Freyh. Koudelka, welcher mit einer Baron. Wetzlar vereheligt ist,
die jedoch Wien nie verläßt, daher der Letztere ohne Familie in Laibach seyn wird.
Nach Tyrol soll Gr. Montecuculli, dermalen in Salzburg als Kreishauptmann, als Gubern. Präses (Hofrath) kommen.
Seit gestern Samstag verlautet, daß höchsten Orts der Laibacher Gubern. Rath nun ernannt, und der Glückliche – der Gub. Secretair Baron von Mac-Neven seyn soll.
Das Theater Personale für die hiesige Bühne trift hier ein, und Dienstags den 5 ten 7bris wird die erste Vorstellung gegeben.
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Theater Austheilung vom 5 ten bis 10 ten 7bris 1837
Dienstags den 5 ten 7bris: Bürgerlich und romantisch vorher Prolog.
Mittwoch '' 6 ten – '' : / /
Donnerstag '' 7 ten – '' : Das Turnier zu Kronstein
Freytag '' 8 ten – '' : / /
Samstag '' 9 ten – '' : Braut aus der Residenz. Der Leinweber.
Sonntag '' 10 ten – '' : Herr Joseph und Frau Baberl
Heute am Sonntage um 11 Uhr Vormittags wieder bei Hause aus Unterkrain angekommen, kann ich nicht umhin meine Hoffnung auszudrücken, daß Eure Excellenz und die verehrte Familie sich recht wohl befinden werden; – und sende für Ihre Excellenz die gnädigste Gräfinn zugleich Vier Pfunde des gewünschenen Gratzer Zwiback, küsse Hochderselben und der gnädigen Comtesse die Hand, bitte um ferners allseitiges Wohlwollen, und indem ich von der Frauen Gräfin Hyacinthe von Schwarzenbach allseits recht viele Empfehlungen zu melden, bei welcher ich 3 Tage zugebracht
habe, zeichne mich mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
3 7bris 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
145.
Die Abreise des H. Fürst Bischofs über die Wurzen nach Villach – Inspruck – Salzburg – Gastein – Ischel – Linz nach Wien – erfolgte schon Freytags den 25 ten Aug. –
Der Herr General von Pirquet ist in Folge eines am Arme entstandenen Geschwürs – bettlegerig – da es ein förmliches Wundfieber verursacht.
Gestern wurden aus Kärnthen mehrere Wagen mit abgeurtheilten Criminal Arrestanten aufs hiesige Kastell ins Strafhaus gebracht.
Wie man über eingetroffene Schreiben aus Wien vom H. FML v. Koudelka entnommen, würde derselbe doch mit ganzer Familie nach Laibach kommen.
Der H. Oberst Gr. Gyulai von Hessen Homburg Inf. ist zum Gen. Major und Brigadier befördert.
Samstags den 9 ten d. reiset ObLieut. Schwarz nach Inspruck, um wegen der dortigen Unterkunft für H. FML Gr. von Leiningen – das Nöthige vorzukehren.
Am 13 ten d. M. soll die Oper: Norma hier zur Ausführung kommen, und vor den Ausmarsch des Regiments Hohenlohe – 4 mal gegeben werden.
Die hier garnisonirenden 2 Bataillone Hohenlohe werden am 20 ten d. von hier ins Laager nach Pettau abmarschieren, und am 14 ten 8bris hier wieder einrücken.
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Gestern Sonntags gleich nach 10 Uhr Abends fiel ein Kanonschuß vom Kastellberge, und von dort her stürmte die Glocke; auf den Gassen der Stadt erhob sich ein verstimmtes Geschrei – fürchterlich klingend – Feuer! Feuer! – ! ja so gar ein Tambour allarmirte; man hätte einen sehr heftigen Brand besorgen müssen, es zeigte sich aber, daß in der Zischka nur eine Getreide-Harfe – vermuthlich durch einen Tabackraucher oder sonst in böser Absicht angezündet –, gebrannt, sonst keinen Schaden verursacht hat.
146.
Man erwartet die Rückkunft der Frauen Gräfin Welsersheim Morgen Mittwoch.
Nach der eingesendeten Theater Austheilung und laut anliegenden Theater-Zettel, beginnt das Theater heute, respt. beginnen die Vorstellungen im Theater.
147.
Eröffnung der Laibacher Bühne am 5 ten 7 bris 1837
Die Curtine rollte sich unter Trompetten und Pauckenschall in die Höhe –; Herr Funk in Schuhen und seidenen Strümpfen, ihn zur rechten alle Actrissinen weis –, alle Acteurs gleich H. Funk ganz schwarz gekleidet– ihn links alles in weißen Handschuhen, trat vor an’s Souffleurs Versteck, und trug mit Wärme den Prolog vor, dessen Innhalt Dankes-Wiederholung fürs vergangene und Bitte um dieselbe Unterstützung fürs gegenwärtige Jahr – war. Nach dessen Ende, so wie es bei Aufzug der Curtine geschehen, unter tiefer Verbeugung vom sämtl. Personale –, die Curtine unter Trompeten und Paukenschall, unter großen Applaus des Publickums fiel. Man schrie ungestümm Fora – ! Fora! – der Vorhang gieng in die Höhe, alles Personale mit H. Vorstand – verbeugte sich tief –; der Vorhang fiel unter vielen Zurufe von Bravo! –
Die Ouvertüre erfolgte – der Vorhang lichtete sich: Madame Ziegler, Delle Amasberger d. j., Herr Sauermann u. Herr Felber eröffneten das Stück mit gutem Erfolg. Madame Ziegler erhielt bald Beifall. Bald trat Delle Reger auf, wurde mit Beifall
empfangen, und während dem Stücke mehrmal applaudirt.
Nach dieser erschien H. Hensel, welchem mehrmalen Beifall zu theil wurde, der eine gute wohlklingende Stimme, angenehme Declamation, sonst gutes Spiel hat; auch dem Komicker Scholz wurde Beifall, und beyde Letztern wurden nach einer Scene geruffen; das Stück gieng recht gut zusammen, am Ende wurden alle Spielenden geruffen.
Das Parterre war ziemlich voll, auch die Logen, so weit die Anwesenheit der Besitzer in Laibach reicht. Die Gallerie hätte stärker besetzt seyn können! – Uiber an Ort und Stelle eingezogene Erkundigung waren 362 Personen anwesend, der Entre Betrag 83 f 20 xr CM. – Letzteres genug, wenn es die Woche fortan paarmalen so seyn könnte! –
Alles verließ das Theater mit voller Zufriedenheit. Das Spiel der Delle Amasberger und Herrn Sauermann ist minder vorzüglich – daher sie keines besondern Beifalls, so wie H. Herrmann – sich erfreuen, indessen an der allgemeinen Zufriedenheit ihren Antheil nehmen konnten.
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Herr Gr. von Aichelburg ist über die getäuschte Hoffnung – etwas merkbar bestürzt. Minder Herr von
Kreuzberg – welcher als der Zweite, und H. Bar. v. Spiegelfeld, welcher als der dritte im Vorschlage zum Gub. Rathe war.
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Personal Stand des Laibacher Theaters im Curse 1837/38
Die Herrn:
1. Hensel – erster Conversations Liebhaber im Schauspiele auch Intrignants. – Regisseur!
2. Eichwald – Helden, zweyter Liebhaber
3. Felber – jugendlicher Liebhaber, zweyter Tenor
4. Thalheim – erster Tenor
5. Barth – zweyter Komicker, Tenor buffo
6. Scholz – erster Komicker
7. Sauermann – erste Väter, komische Alte
8. Leithner – erster Bass und Bariton
9. Herrmann – zweyter Bass und zweyter Väter
10. Dobritz – Tenor-Chorführer; Nebenrollen
11. Hlauschek – Baß-Chorführer; Nebenrollen
12. Hahn –
13. Eichler –
14. Knobloch – Choristen
15. Müller – Decorateur
16. Beer – Souffleur
17. Funk zur Aushilfe –; Theater Director
18. Dworczaczeck; Kapellmeister
19. Till – Orchester Director
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Damen
20 Delle Ehnes – erste Sängerinn
21 – '' Fuchs – zweyte Sängerinn
22 Madame Raimund dritte Sängerin; Local Sängerinn
23 Delle Reger –; Anstands-gesetzte Liebhaberin, dann Heldin
24 – '' Amasberger d. ä. jugendliche Liebhaberinn
25 – '' Amasberger d. j. Nebenrollen; Chor
26 Madame Ziegler –; erste Mütter, komische Alte
27 – '' Garzani –; zweyte Localrollen, kleinere Gesang-Parthien – zweyte Alte
28 – '' Sauermann –
29 – '' Beer –
30 – '' Miller –
31 Delle Kirchner –
32 – '' Denker – Chor-Sängerinnen
Wollen geneigt meinen ergebensten Dank für die gewogene Erinnerung an mich – genehmigen, und mir Hochdero gütiges Wohlwollen ferners zu bewahren, die Gnade haben, warum ich zugleich ergebenst bitte, und Ihrer Excellenz der gnädigen Gräfin so wie der gnädigen Comtesse die Hand küssend, sende die erhaltene Schachtel zurück, und habe noch für Ihre Excellenz die gnädige Gräfin zu berichten, daß die Tochter des Logenmeisters mich versicherte, die Loge Ihrer Excellenz gewaschen u. alles ausgeklopft zu haben; da ich aber gestern den Spiegel noch
sehr dunkel fand, werde bemüht seyn, selben mehr Helle zu schaffen. –
Da mir so eben die Türkin das gütige Schreiben Eure Excellenz bringt, erstatte auch hiefür meinen wärmsten Dank; es ist mir Eure Excellenz geneigte Theilnahme an meiner Erhohlung ein wiederhollter Beweis des vortrefflichen Herzens, welchem ähnlich – wenige sind, und welches meine große Dankbarkeit zu Eure Excellenz um so mehr erwärmt. Gott erhalte Eure Excellenz und Ihre verehrte Familie bei stets guter Gesundheit noch recht lange, damit mir auch immer das Gluck bleibe, mich des geneigten
Wohlwollens erfreuen zu dürfen!
Niemals werde aufhören mit aller Verehrung mich zu nennen:
Eure Excellenz
Laibach den 6 7bris
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
148.
Herr General von Pirquet befindet sich gebessert, und gehet schon aus.
Die Oper wird erst am 15 ten d., als am Tage des abgehalten werdenden Landtags – hier zum erstenmal gegeben werden.
149.
Frau Baronin von Pirquet ist zur Stadt gekommen, soll aber, wenn der Herr Gemahl ins Lager nach Pettau sich begeben wird, sich auch wieder nach Lucowitz übersiedeln.
150.
Die Familie S r Excellenz des H. Gouverneurs ist wieder in Rutzing – der Herr Gouverneur selbst, ist seit gestern Abend in der Stadt, wird aber heute Nachmittag wieder nach Rutzing rückkehren.
Am 15 ten d. M. wird zwar eine ständische Vorsitzung, der Landtag selbst aber am 18 ten d. M. erst abgehalten werden.
151.
S e kais. Hoheit EH Franz Carl werden, den Vernehmen nach am 2 ten 8bris mit einer größern Suite hier eintreffen, bei Malitsch absteigen, am 3 ten 8bris hier verweilen, und dann zum Lager nach Italien weiter reisen. Nebst den Obersthofmeister Herrn FML Gr. Salis soll noch ein 2 ter Herr General in der Suite seyn.
Ihre Excellenz die Frau Gouverneurin ist gestern auch hier angekommen, heute Nachmittag wird aber die ganze Familie wieder nach Rutzing rückkehren; am künftigen Freytag den 14 ten d. M. jedoch, ganz nach Laibach zurück übersiedeln.
Was wegen der Reise S r Majestaet des Kaisers im künftigen Jahre zur Huldigung in Tyrol und zur Krönung in Mailand – vorläufig von allerhöchsten und hohen Orten herab gelangt, ist jenseits in Ex tenso zu lesen.
Theater Austheilung vom 11 ten bis 18 ten 7bris 1837
Montag den 11 ten … Das goldene Kreutz. Der Lügner und sein Sohn
Dienstag '' 12 ten … / / /
Mittwoch '' 13 ten … Norma
Donnerstag '' 14 ten … Norma
Freytag '' 15 ten … / / /
Samstag '' 16 ten … Norma
Sonntag '' 17 ten … Werthers Leiden
Montag '' 18 ten … Norma
Copia – Copiae
20488
Verordnung des Illyrischen Landes Guberniums an die k. k. Kreisämter
Es ist bekannt, daß S e k. k. Majestaet a. g. beschlossen haben, im nächsten Jahre die Reise zur Huldigung in Tirol und zur Krönung in Mailand vorzunehmen.
Von den beyden Prasidien der Gubernien von Mailand und Venedig wurde sich um die Richtung der Reise angefragt, um den ehrerbiethigen, würdigen Empfang in den Gemeinden veranstalten, und auf die Auslagen vordenken zu können.
Uiber den dießfalls erstatteten allerunterthänigsten Vortrag haben Seine k. k. Majestaet nach einer dem hierländigen Landes-Präsidium von der hohen Hofkanzlei gemachten Mittheilung vom 2 ten l. M. Z 19266 mit allerhöchster Entschlüssung vom 27 ten Juli d. J. folgendes festgesetzt.
„Meine Reise zur Huldigung in Tirol, und zur Krönung in Mailand gedenke Ich in der Mitte des Monats August 1838 anzutretten.
Die Reise dahin, so wie die Rückreise habe Ich, wie folgt, bestimmt:
Von Wien über Salzburg – St. Johann in Tyrol, nach Innsbruck; von da über Botzen, Meran, auf der Strasse von Stelvio über Sondrio, Monza nach Mailand; von da über Bergamo, Brescia, Verona, Vicenza, und Padua nach Venedig, und von Venedig über Treviso, Udine, Görz, Triest, Laibach und Gratz zurück in Meine Residenzstadt. Die Zeit Meines Aufenthaltes in den betreffenden Provinzial-Hauptstädten werde ich seiner Zeit bekannt geben.
Uibrigens ist es Mein Wille, was den bezüglichen Länderchefs ausdrücklich auf Meinen Befehl bekannt zu geben seyn wird, daß auf dieser Meiner Reise jede – das Decorum und die Würde überschreitende Auslage auf Empfangs und sonstige Feyerlichkeiten vermeiden, und daß es Meinen Landesväterlichen Gesinnungen entsprechen werde, wenn bei dieser Gelegenheit statt überflüssigen Auslagen, dauernde Erinnerungen für das Gemeindewohl gestiftet werden.“
Wovon das k. k. Kreisamt zur genauesten Benehmungs Wissenschaft hiemit in erforderliche Kentniß gesetzt wird.
Laibach den 31 August 1837.
etz.
152.
S e Excellenz der Herr Gouverneur übernimmt mit heutigen Tage die Gubernial Geschäfte.
Man erzählt von einen schrecklichen Unthier, welches ein Wildschütz unlängst in einer Wald Schluchten der Herrschaft Lack entdeckt, auf selbes geschossen, über dessen erfolgtes Gebrülle aber einen solchen Schrecken bekommen, daß er sich retirirt hat; worauf das Thier, welches einen Stierkopf haben, und einer Schlange ähnlich seyn soll, sich aus der Schluchten begeben, und in einen nächst liegenden Abgrund sich gestürzt, dort ein neuerliches fürchterliches Gebrüll erhoben hat. Der Wildschütz hat von diesen Vorfall Anzeige gemacht, und es soll sich Jemand angebothen haben, 50 f CM demjenigen zu geben, welcher sich in den Abgrund wagt, und das Thier habhaft zu werden, Hand biethet. Indessen glaubt man, daß es ein Bär oder Wolf seyn dürfte, und die Einbildungskraft des unbefugten Jägers nur etwas gesehen oder gedacht hat, so nicht so ist, um so gewisser, als einige Tage früher dort Gegend einige Schafe in Verlust gekommen sein sollen.
[Ponovi se gledališki list iz prejšnjega dne.]
153.
Gestern ist Herr Graf von Welsersheim mit Frauen Gemahlin von Gratz hier zurück gelangt, und haben ihren Sohn Otto, Zögling der Neustaedter Milit. Academie wegen Kränklichkeit zum Luftändern, anher gebracht. Die Comtessen Töchter waren gestern früh aus Unterkrain hier angekommen.
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Frau Gräfin Weichard von Auersperg wird noch unter einem Monate nicht anher rückkehren.
Gestern versäumt zu haben, ist mir unendlich leid, und nur auf Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen vertrauend, muß ich die Ursache damit anzeigen, daß der alte Herr Baron Lazarini mich schon Sontags invitirt hatte, gestern bei Ihn zu speisen, da es der Tag der Abreise seines Sohnes Ludwig – OberLieut. von Kaiser Jäger Regmt. – meines Freundes war: giengen wir schon um halb 12 Uhr zu Tische – die Trennung des guten alten Papa, die derselbe immer als die Letzte fürchtet – hat demselben, so wie den Sohn tief erschüttert! – Als Freund der Familie habe ich als Tröster handeln, und durch meine verlängerte Anwesenheit den Schmerz zu lindern und einige Zerstreuung bereiten müssen, welches auch gelungen, allein mir andererseits das Vergnügen entgangen ist, Eure Excellenz meine hohe Verehrung persönlich bezeugen zu können, daher wohl gestern Abend selbst traurig wurde, und nur das unbegränzte Vertrauen zu Eure Excellenz großer Herzensgüte mich tröstete, daß Hochdieselben meine Verehrung und Anhänglichkeit an Hochdero Person niemals bezweifeln, und die
große Ehrfurcht genehmigen werden, mit welcher ich bis zum Grabe verharre:
Eure Excellenz
Laibach den
13 7bris 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
154.
Gestern war die Oper wieder sehr stark besucht. Um 4 Uhr drängten sich schon Menge Menschen ins Theater. – Delle Ehnes und Delle Fux so wie H. Thalheim wurden beym ersten Auftretten mit Applaus empfangen, beym Abtretten der Art begleitet. – Delle Ehnes 2mal – Delle Fux einmal –, am Ende alle 3 genannten nebst Leithner geruffen. Das Ganze gieng gut zusammen.
Die Familie des H. Gouverneurs ist in die Stadt gekommen.
Gestern Abend war Spiel bei H. Grafen von Leiningen, und die Harmonie-Musick vom Regiment führte Stücke unter den Fenstern auf, welches eine Menge Menschen auf die Gasse lockte.
Für morgen Sonntag liegt der Theater Zettel bey. Montags wird wegen des Landtags der äußere Schauplatz des Theaters erleuchtet und die Oper Norma gegeben werden.
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Herr Graf und Frau Gräfinn von Hohenwarth sind heute Samstags früh hier angekommen.
Außerordentliche Beylage zur allgemeinen Zeitung N ro 446–447 vom 11 ten 7bris 1837, pag: 1785 – art: 3058 . 14
Erklärung
Der – „Oesterreichische Museen-Almanach, herausgegeben vom Ritter Braun von Braunthal“ enthält fünf Gedichte von A. Grün. Ich versichere hiemit auf das Bestimmteste, daß jene Gedichte nicht von mir herrühren, und erkläre die Auf- und Annahme dieser, der meinigen so ähnlichen Namens-Unterschrift, wenn sie beabsichtigte, das Publikum glauben zu machen ich sey der Verfasser der erwähnten Gedichte und demnach Mitarbeiter an den Musenalmanache eines Braunthal, hiemit öffentlich für einen literarischen Gaunerstreich , der um so perfider erscheint, als dessen Urheber vermuthlich unter dem Schutze gewisser hinlänglich bekannter Localverhältnisse auf mein Stillschweigen zu diesem seinem Unfuge gerechnet haben mochte.
Wien, am 4 ten September 1837
Anastasius Grün
Außerordentliche Beilage zur Allgemeinen Zeitung N ro 468–469 vom 23 ten 7bris 1837, pag: 1873. art: 3177.
Erklärung gegen Anastasius Grün
In N ro 447 der außerordentlichen Beylage zur Allgemeinen Zeitung erklärt Anastasius Grün, daß er nicht der Verfasser der, in meinen österreichischen Musenalmanach enthaltenen mit A. Grün überschriebenen, fünf Gedichte sey, und nennt die Aufnahme derselben, wenn ich damit beabsichtigt, das Publikum an seinen Beytritt glauben zu machen, eine literarische Gaunerey . Wie dummfrech und widerrechtlich diese Erklärung schon an und für sich, springt in die Augen; da dann wirklich ein Autor Namens A. Grün existiren, und zu dem jeder Schriftsteller diesen Pseudo-Namen wählen kann, wie weiland Hauff den Namen Clauren angenommen; übrigens kamen mir diese Gedichte wirklich, mit A. Grün gezeichnet, durch eine Stadtgelegenheit zu, und ich stehe nicht einen Augenblick an, diese Affaire für eine böshafte prämiditirte Mystifickation durch ihn selbst zu halten.
Was Anastasius Grün mit dem „eines Braunthal“ sagen will, verstehe ich nicht. Meint er damit den Verfasser von Graf Julian, Faust u. s. w. Werke, die man noch mit Achtung nennen wird, wenn längst kein Auge mehr sich in seinem Schutte ergehen mag? Oder
meint er den Mann, der nie gegen die Gesetze seines Vaterlandes gefrevelt? Fürwahr, Anastasius Grün hätte in der Gesellschaft der mir beigetretenen vaterländischen Dichter nur allenfalls einen Theil seiner, durch das Verneinen (auf sein Ehrenwort hin) der Indentität mit Graf Auersperg verloren, literarischen oder vielmehr persönlichen Ehre wieder gewinnen können. Da ich aber die Indentität des Anastasius Grün mit den Grafen Auersperg beweisen kann, so leite ich eine Injurienklage gegen diesen Poltron ein, deren Resultat ich zur Zeit kund machen werde.
Wien, am 15 ten 7bris 1837
Ritter Braun von Braunthal
155.
Wie zu hören soll Herr Graf Hohenwarth Willens seyn, schon am nächsten Mittwoch wieder nach Unterkrain abzureisen.
Theater Austheilung vom 17 ten bis 24 ten 7 ber 1837
Sonntag den 17 ten … Werthers Leiden
Montag '' 18 ten … Norma
Dienstag '' 19 ten … Albrecht Dürer. Schlime Liesel
Mittwoch '' 20 ten … / / /
Donnerstag '' 21 ten … Der Schleichhändler
Freytag '' 22 ten … / / /
Samstag '' 23 ten … Die Nachtwandlerinn
Sonntag '' 24 ten … Peter Szanor
156.
Es sollen Privatbriefe aus Italien angekommen seyn, worinn der Nachricht erwähnt wird, daß wegen Besorgniß der Cholera das Militärlager dort Landes nicht stattfinden würde.
Frau Gräfinn von Zois ist mit einer Fräule Tochter aus Wien angekommen, wohin selbe aber wieder rückkehren wird.
Gestern Nachmittags war in der Stern Allee türkische Musick, wozu sich aus allen Ständen viele Menschen einfanden.
157.
Gestern wurde der ständische Landtag – wie alle Jahr gefeyert –; Hochamt, Auffahrt zur Kundmachung des Postulats – dann ständische Berathungen bis 2 Uhr Nachmittags –, nach diesen das Dinér bei S r Excellenz dem H. Gouverneur als kais. Commissair und ständischen Praeses – Toaste mit Begleitung von Kanonenschüssen, und diese Salven auch während den Haupttheilen des Hochamtes, dann vor und nach Publication des Postulats dieselben Salven.
Ein herrlich-schöner, ja warmer Tag begünstigte das Ganze, und Abends schloß die Feyerlichkeit im ständischen Theater, mit der vortrefflichen Oper: Norma – bei Beleuchtung des äußern Schauplatzes! –
158.
Der 3 te Sohn des D r Wurzbach – Namens Constantin, welcher ein Jahr Jus in Gratz absolvirt, ist Cadet bei den pohlnischen Regiment Bentheim geworden.
Die 2 Bataillone Hohenlohe sind heute in aller Frühe 4 Uhr – ganz in der Stille – nach ihrer Bestimmung ins Laager nach Pettau – von hier abmarschirt.
Der Herr General von Pirquet wird am Freytag oder Samstag nach Pettau abreisen.
Unterbreite ganz ergebenen Dank für die gewogene Erinnerung an mich. Eben heute sprach ich mit meinen Kindern von den Lustthalern Paradeisäpfeln, und gerade heute haben Eure Excellenz sich damit meiner erinnert, wofür wiederhollten Dank zolle.
Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen ist ein großer Trost für mich, um dessen Fortdauer um so mehr bitte, als ich gewieß besorgt bleiben werde, dessen würdig mich zu betragen.
Den verehrten H. Grafen von Neuhaus erstatte meinen ergebensten Respect, und schmeichle mir, daß sich Hochderselbe meiner zu erinnern, die Güte haben wird.
Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse küsse ich vielmalen die Hand, bitte um
um allseitige Gewogenheit und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 20 7ber
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
159.
Frau Gräfin von Saurau ist hier angekommen. Morgen reiset Gr. Aichelburg nach Mahrburg ab. Gubern. Rath Vessel ist gestern aus Villach rückeingetroffen.
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Es heißt, Bar. Mladota werde Samstags oder Sonntags seine Reise nach Böhmen antretten.
160.
Der hiesige Doctor Zhuber hat vor Kurzen nach Dresden ein Bild überschickt, welches die von S r Majestaet dem Könige von Sachsen – von dem Gange des Gasthofes der hiesigen Stadt Wien so gern gesehene Aussicht nach Unterthurn, Rosenbach und die Lattermans Allee etz., darstellt. – Dieses Bild, von Maler Langus ausgeführt, soll recht gut gelungen seyn! –
Gestern erhielt D r Zhuber von S r Majestaet dem Könige von Sachsen, den Hausorden der Rautenkrone.
Herr Gubernialrath und Polizei Director Sicard ist gestern Abend mit Frau Gemahlin, Schwiegerältern und einen Schwager von Triest hier angekommen.
Graf Wolf v. Welsperg – Eleve der Wiener Ingenieur Academie, ist gestern mit den Eilwagen eingelangt.
H. General von Pirquet ist mit sienen Adjutanten heute früh nach Pettau abgereist.
Gestern war zahlreicher Besuch – Nachmittags bei S r Excellenz dem H. Gouverneur.
161.
Herr Graf Ferdinand von Aichelburg – ist gestern Nachmittags erst von hier abgereist.
Gubern. Secretair Brandstaetter arbeitet dermalen im Gubern. Präsidial Büreau.
Landrath Snoy von hier, wurde Appelationsrath in Klagenfurth.
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Theater Austheilung vom 24 ten 7 bris bis 1 ten 8 bris 1837
Sonntag den 24 ten … Peter Szapar
Montag '' 25 ten … Die Nachtwandlerinn
Dienstag '' 26 ten … Bube und Dame
Mittwoch '' 27 ten … / / /
Donnerstag '' 28 ten … Die Nachtwandlerinn
Freytag '' 29 ten … / / /
Samstag '' 30 ten 7ber … Montechi und Capuletti
Sonntag '' 1 ten 8bris … Nagerl und Handschuh
162.
Theater Austheilung vom 24 ten 7 bris bis 1 ten 8 bris 1837
Sonntag den 24 ten … Peter Szapar
Montag '' 25 ten … Die Nachtwandlerin
Dienstag '' 26 ten … Bube und Dame
Mittwoch '' 27 ten … / / /
Donnerstag '' 28 ten … Die Nachtwandlerinn
Freytag '' 29 ten … / / /
Samstag '' 30 ten 7bris … Montechi und Capuletti
Sonntag '' 1 ten 8bris … Nagerl und Handschuh
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Die Nachtwandlerinn wurde gestern bei vollen Hause und besetzten Logen gegeben. Man war im Ganzen sehr zufrieden, die Hauptpersonen Delle Ehnes – Fux – Herr Thalheim und Herr Leithner erndteten viel Beyfall –; sehr viel Delle Fux, über viel Delle Ehnes, die wieder mehrmalen geruffen wurde.
Delle Fux sang eine Arie, wo sie sich über ihr Glück freuet, die Liebe des Elwin errungen zu haben, sehr gut, wurde stürmisch applaudirt – welches sie über Verlangen, jedoch mit italienischen Text wiederhollte, und einen sehr stürmischen
Beyfall erndtete. Delle Ehnes und H. Thalheim wurden nach einem Duette, welches sie schon früher wiederholen mußten, geruffen. – Im 2 ten Act gab Delle Ehnes die Versöhnungs Scene äußerst lieb; mußte die Arie mit der Umarmung 2mal singen, und als sie nach gefallenen Vorhang unter entsetzlichen Lärmen geruffen wurde, sang sie die Arie mit der Umarmung, gleichfalls italienisch –, welches einen beispiellosen Applaus erzeugte, da sie da äußerst lieb – Gesang, Mimick und Haltung gab! – Der Vorhang fiel; mußte aber über Vorruffen dieser Sängerinn nochmal gelüftet werden. – Das Costüme, besonders der 2 Damen Ehnes und Fux sehr schön. – Noch muß Madame Raimund erwähnt werden, welche zwar keines separaten Beifalls sich erfreuete, allein ihre Parthie im Gesang und Recitativ gut durchführte. Das Chor war brav! –
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Im 8bris erster Woche wird Helene gegeben, dann die Nachtwandlerin und Montechi und Capuletti wiederhollt.
Wollen geneigtest meine innigste Theilnahme genehmigen, welche ich aus Anlaß des so unvorgesehenen, schnellen Ablebens des verehrten Herrn Grafen von Neuhaus – Hochdenenselben zu bezeigen die Ehre habe. Ich bin wahrhaft recht betrübt darüber, da nebst den Verlust dieses vortrefflichen Herrn, auch Eure Excellenz Leid – sehr bedauere, indem ich von Hochdenenselben alles Uibel entfernt – und Eure Excellenz nur angenehme Zufälle wünsche, welche Hochderoselben edles – vortreffliches Herz verdient. – Doch der Herr, der über alle herrscht, und unsere Schicksale lenket, weiß allein, warum seiner weißen Absicht gemäß die Dinge – oft so sehr, und gegen unsern Willen statt finden, und diesen unerforschlichen Absichten sich ergeben, ist christliche Pflicht; – daher vertraue ich auch in Eure
Excellenz Ergebung! Mit der Bitte um ferneres Wohlwollen geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
24 ten 7bris 1837
Unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
163.
Docktor Zhuber hat nicht den Orden der Rautenkrone – sondern den k. sächsischen Civil-Verdienst Orden in Folge der geschickt u. glücklich bewirkten Herstellung S r Majestaet des Königs von Sachsen erhalten. – Das letzt erwähnte Tableau, welches D r Zhuber nach Dresden abgesendet, konnte damalen noch nicht in Dresden eingetroffen seyn, denn das Ministerialschreiben bezüglich des besagten Ordens, ist aus Dresden den 2 ten 7ber datirt, und das Tableau ist etwa den 6 ten 7bris erst von hier abgeschickt worden.
Die Suite, welche mit S r kaiserl. Hoheit dem EH Franz Carl im künftigen Monat nach Italien reisen, und mit den durchlauchtigsten Prinzen hier am 2 ten 8ber ankommen, am 3 ten hier verweilen soll, ist folgend verzeichnet:
Obersthofmeister – Herr FML Gr. v. Salis mit einem Bedienten
Dienstkämmerer – '' '' '' Gr. v. Coudenhoven – 1 Bedienten
'' '' '' – '' GM Gr. v. Falkenhayn – 1 Bedienten
Gral. Adjutant – '' OberstLt.Gr. v. Meerveld – 1 Bedienten
Hofsekretär – D r Erb
Leibwundarzt – D r Kammerlachner
Hofkoch – Baldai
1 Kammerdiener –, 2 Leiblackayen –, 1 Hausknecht, 1 Hofburgwache,
1 Sättler und 1 Kammerheitzer.
164.
Herr Baron Eduard Schweiger mit Frau Gemahlinn ist am Sonntag Abend zur Stadt gekommen.
Gestern Montags gieng die Oper: Die Nachtwandlerin ziemlich gut über die Bretter. Das Parterre und Logen waren noch leidentlich besetzt. Die Favorits wurden gut empfangen, und applaudirt. Am Ende Delle Ehnes geruffen! –
166.
Wie die neuern Nachrichten geben, werden S e kais. Hoheit der EH Franz Carl wegen längern Verweilen bei Pettau erst am 3 ten 8bris Abend hier ankommen, bloß übernachten, und am 4 ten 8ber von hier die Reise nach Italien fortsetzen.
Theater Austheilung vom 1 ten bis 8 ten 1837
Sonntag den 1 ten 8ber … Nagerl und Handschuh
Montag '' 2 ten '' … Das Alpenröslein
Dienstag '' 3 ten '' … Die Nachtwandlerin
Mittwoch '' 4 ten '' … / / /
Donnerstag '' 5 ten '' … Der verbannte Amor
Freytag '' 6 ten '' … / / /
Samstag '' 7 ten '' … Montechi et Capuletti
Sonntag '' 8 ten '' … Der verwunschene Prinz
167.
Heute ist Baron Mladota, seinen Bagage Wagen mit den Postzug, dann ein Steyerwagerl mit den dritten Paar bespannt – nach Böhmen abgereist.
168.
S e Excellenz der Herr Gouverneur sind von der nach Klagenfurth wegen des Landtags, dann mit der Familie in Villach bei der Frau Tochter gemachten Besuch – bereits rückgekehrt, und befinden sich in Laibach.
Bringe meinen unterthänigen Dank für die gütige Erinnerung an mich – und hoffe mit Zuversicht, daß es Hochdenenselben mit den wehen Fuß besser ergehe, und das Befinden sich befestige, denn Eure Excellenz und die verehrten Angehörigen wohl zu wissen, ist mein größtes Glück. Ihrer Excellenz der gnädigsten Frau Gräfin und der gnädigen Comtesse küsse ich vielmalen die Hand, bitte um ferneres geneigtes Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
1 ten 8ber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
169.
Am Samstag soll das Theater nicht so stark, als es der Fall bei der Oper Norma war –, besucht gewesen, jedoch die Oper: Montechi et Capuletti recht gut gegeben worden seyn. – Die 2 weiblichen, so wie die 2 männlichen 1 ten Sänger sollen sehr gut – vorzüglich Thalheim sehr brav, als es von ihn noch nicht geschehen, – gesungen, daher großen Beyfall geerndtet haben.
Graf Mittrovsky vice Praesident des Mailänder Criminal-Tribunals – war mit der Bar. Schmidburgischen Familie in der Hof-Loge –, soll gestern weiter gereist seyn.
Etwas angenehmes zu berichten muß ich mich beeilen, wann ich auch bis zu diesem Augenblick den vollen Innhalt meiner Nachricht nicht kenne. Herr Baron Leopold v. Lichtenberg sprach gestern zufällig den Kreishauptman, und dieser hat ihn bekannt gegeben, daß wegen der Lustaller Brücke eine sehr günstige Erledigung aus Wien eingelangt seye. Was aber der Innhalt, scheint der Kreishptm. selbst vielleicht noch nicht gewußt zu haben, daher Er auch H. Bar. Leopold nichts weiters sagte. Mich freuet es indessen immer recht sehr, wenn nur etwas Gutes in der so lange dauernden verdrießlichen Sache
erfolgt, und beeile mich davon Kenntniß zu geben, indem ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand küsse, wie auch der gnädigen Comtesse, um fernere Gewogenheit bitte, und mit aller Verehrung mich zeichne:
Eure Excellenz
Laibach den 2 ten 8ber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
170.
Frau Baron von Pirquet ist gestern Nachmittags nach Lucawitz aufs Land übersiedelt.
Gemäs gestern Abend eingelangten Estaffetten sollen S e kais. Hoheit der EH Franz Carl erst morgen den 4 ten d. hier Abends ankommen. Die Autoritaeten sind in der vierten Nachmittagsstunde bestellt um S r kais. Hoheit Ankunft zu erwarten, und Höchstdemselben aufzuwarten.
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Wegen der auf Morgen ausgesetzter Ankunft S r kais. Hoheit ist die Oper: Die Nachtwandlerin morgen, und heute bleibt das Theater verschlossen.
177.
Ganz unvermuthet bringt ein ziemlich glaubwürdiges Stadtgerücht eine Braut zur Kenntnis. Das Fräulein Marie Flug will der junge Zois von Gratz heurathen. Er hat an den Papa schriftliches Ansuchen um die Braut gemacht, und die Gewährung ist außer Zweifel, da Bräutigam ein Fidei Comiss von 80.000 f und Allodial vom 20.000 f besitzt. Er verlangt die Braut ohne aller Ausstattung – wie sie ist – nur sie und ihr Forte Piano. Man erzählt, er habe ein Fräulein Lattermann in Gratz heurathen sollen, welche er aber hinsichtlich ihres Temperaments für sich nicht geeignet hält! –
Fähnrich Graf Strasoldo, welchem ein anderes Stadtgerücht an Nervenfieber sterben ließ –, ist heute mit seinem Papa zur Erholung nach Görz abgereist. Referent sprach Letztern gestern selbst.
Nächsten Montag rückt das Regiment Hohenlohe von Pettau ab, und trift Samstags den 14 ten d. in Laibach ein. – Der Herr Oberste wird schon am Donnerstag den 12 ten hier erwartet.
Die Familie S r Excellenz des H. Gouverneurs nämlich die Frauen Gemahlinn mit Baronesse Tochter Fanny sind heute nach Triest abgereist.
178.
Der Herr Fürst Bischof soll um 13 ten , 14 ten 8ber von der Wiener Reise hier wieder ankommen.
Herrn FMLts Grafen Leiningen Befinden ist besser.
Theater Austheilung vom 8 ten bis 15 ten 8 bris
Sonntag den 8 ten … Der verwunschene Prinz
Montag '' 9 ten … Die Günstlinge
Dienstag '' 10 ten … Nachtwandlerin
Mittwoch '' 11 ten … / / /
Donnerstag '' 12 ten … Verlegenheit und List
Freytag '' 13 ten … / / /
Samstag '' 14 ten … Graf Ory
Sonntag '' 15 ten … Grafen Valmore
179.
Das Concert war am Freytag sehr gering besucht –, und Delle Fux verdarb sich bei demselben dermassen, daß sie gestern nicht singen – deshalb die Oper: Montechi et Capuletti nicht gegeben werden konnte. Das Aviso, daß keine Oper ist – wurde etwas spät – und ohne Geräusch an den Strassenecken angeheftet; es erhilten wenige Notitz davon, daher Vieles in die Oper eilte – allein bei erhaltener Nachricht umkehrte, oder wer schon in‘s Theater gieng, sich ein und anderer wieder entfernte, so – daß Parterre und Logen sehr schwach occupirt waren, da man die Local-Posse: „Frau Baberl und Herr Joseph“ gab.
Theater Austheilung vom 8 ten bis 15 ten 8 bris 1837
Sonntag den 8 ten … Der verwunschene Prinz. Parodie
Montag '' 9 ten … Die Günstlinge. Schauspiel
Dienstag '' 10 ten … Die Nachtwandlerin. Oper
Mittwoch '' 11 ten … / / /
Donnerstag '' 12 ten … Verlegenheit und List. Lustspiel
Freytag '' 13 ten … / / /
Samstag '' 14 ten … Graf Ory. Oper
Sonntag '' 15 ten … Die Grafen Valmore. Drama
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Bar. Eduard Schweiger ist gestern allein nach Unterkrain abgefahren.
180.
Heute eingelangter
Allgemeine Zeitung N= 276 vom 3 ten d. M. zufolge, ist die Königin von Portugall in der Nacht vom 16 ten zum 17 ten 7bris 11 ½ Uhr von einen Prinzen und Thronerben glücklich entbunden worden, welches Ereigniß sogleich durch 101 Kanonenschuß kund gemacht, Glocken geläutet, und so spät es in der Nacht gewesen, Lichter an die Fenster gestellt worden, so, daß Lissabon in einem Augenblicke theilweise beleuchtet war. Obschon die Königin eine schwere Niederkunft hatte, befindet Sie sich – so wie der neu geborne Prinz wohl. – Der Prinz Infant wurde durch den Cardinal Patriarchen, sogleich getauft, und erhielt den Namen Don Petro Ferdinando, Herzog von Oporto. Diesen Nachmittag am 17 ten 7bris nämlich, begab sich Prinz Ferdinand, izt König Don Ferdinando, mit großem Gefolge in die Katedhrale, wo die Geburt des Infanten registrirt wurde. Abends war die ganze Stadt Illuminirt. etz.
Der Kaiser von Brasilien und die ex Kaiserinn, Letztere dermal in Portugall, sollen Pathen, der Kaiser durch den Herzog von Terceira vertretten seyn; indessen wird wegen Letztern eine Schwierigkeit, da er mit den Cartisten – von Lissabon abwesend, denen Constitutionellen entgegen steht.
Herr v. Copini ist zum Criminal Actuar ernannt, und man hört sprechen, daß Hoffnung vorhanden, daß er bald Landrath werden wird.
Frau Gräfinn
Weichard von Auersperg ist mit der ältesten und jüngsten Comtessen Töchtern – gestern Vormittags nach 11 Uhr aus Wien hier zurück eingetroffen.
Der Herr General von Pirquet wird – wie zu hören, von Pettau aus – nach Wiener Neustadt reisen, seinen Sohn zu besuchen.
181.
Gestern gab man im Theater, wie es der Theaterzettel zeigt, statt der Oper: Die Nachtwandlerin –, die Oper: Montechi und Kapuleti.
Der Herr Fürst Bischof wird von der nach Wien etz. unternommenen Reise – heute hier zurück erwartet.
Letzten Sonntag den 8 ten d. M. Nachts ist in der Untern Pollana im Hause N. 23 beym Schidan ein Diebstahl verübt worden, welcher auf 2000 f CM geschäzt wird. Der Thäter muß im Hause sehr bekannt seyn, da eine ziemlich starke Truchen aus dem Hause getragen, in welcher Präziosen aufbewahrt gewesen sind; näml. 1 Brillantring 200 f in Werth – mehrere silberne Frauen Gürtel, darunter einer von 3 ℔ Silber schwer und dergleichen Sachen von Werth.
Auch erzählt man in der Stadt eine Geschichte von einer Kellnerinn aus den Wirthshause zu Susana nächst Triest, welche des Dienends müde, ihren Liebhaber engagirte, an ihre Verbindung zu denken; auf dessen Vorstellung, daß er – so wie sie ohne Vermögen sind, und ihr Verbindung unmöglich seye, betheuerte sie demselben, daß sie schon paar Gulden habe, und brachte ihn eine Banknote, um sich für die 10 f in Triest bischen zu equipi-
ren, welches er auch bewerkstelligte, in Triest sich etwas einkaufte und den Rest auf 10 f CM von den Zettel heraus verlangte. Hiedurch aufmerksam, daß der Mensch den Zettel nicht kenne, daher nicht rechtmäßig in dessen Besitz gelangt seyn möge – da die Banknote per 1000 f war, zeigte man es der Polizei an, und der Mann wurde arretirt. Er gab aber die Umstände an, unter welchen er die Banknote erhalten; es ward eine Commission nach Susana abgeschickt, die Kellnerin beruffen, und über die Umstände der Banknote befragt, welche sie übereinstimmend mit des Mannes Aussage –, angab, und versicherte, daß sie noch 11 derlei Zettel habe –, die sie nun herbei bringen mußte, es waren alle á 1000 f, auch gab sie einen Brief dazu, welcher diese Zetteln enthielt. Es war das Schreiben an ein Triester Handlungshaus, welcher vorigen Jahrs 12000 f CM geschickt worden, allein bei Beraubung des Prankartwagens in Verlust gerathen seyn. Die Kellnerinn gab an, daß einmal Fremde da gewesen wären, welche diesen Brief nebst den Zetteln im Zimmer gelassen hätten, welche sie nach ihren Abgang gefunden und bewahrt hätte. Es ist bekannt, daß bei der Beraubung des Prankartwagens im vorigen Jahre, ein Triester Handlungshaus mit diesen
Betrage beschädigt wurde, auf die vorbesagte Weise aber nun zu seinen Verlust gekommen ist. – Sonderbare Fügung! – Der Man 17∗ soll ein Milit. Urlauber seyn.
183.
Der Herr Oberste Baron Rath ist gestern aus den Pettauer Lager hier angekommen. Morgen Samstags früh wird die Truppe hier einrücken.
Frau Gräfin Hyacinthe gedenkt Montags nach Schwarzenbach zurück zu reisen.
In Weißenstein sind die 2 Knaben Gerliczi – alle 3 Kinder des Herrn Grafen von Blagai und endlich die Frau Gräfin Mimi ebenfalls an Masern erkrankt.
184.
Man hört, daß FeldmarschallLieut. v. Koudelka – zum Milit. Commandanten in Laibach bestimmt, in Pension gehe.
Es wird erzählt, derselbe habe gewunschen, das Militair Commando nach Klagenfurth zu übersetzen, welches nicht bewilligt worden, und sonach die Anstellung in Laibach aufgegeben worden seyn solle.
Es ist erst im vorigen Jahre das Klagenfurther mit den Laibacher Milit. Comdo. vereinigt, und dießfällige Schriften vom erstern Ort – anher überführt worden! –
Wie zu hören, wird die Licitation bei H. FML Grafen von Leiningen am 23 ten d. M. stattfinden.
185.
Herr Graf von Hohenwarth ist gestern Samstag Nachmittags in drey Wagen hier angekommen.
Man erzählt, daß sich der Sohn Pepi des H. Grafen Barbo geschossen habe – und verwundet worden, nun von Schrecken etz. schwer krank seye.
Fräule Marie Flug ist heute – wegen der bevorstehenden Vermählung ein für allemal kirchlich verkündigt worden.
Auf der, in der vergangenen Woche zu Egg bei Baron Zois abgehaltenen, von vielen Gästen besuchten Jagd – sind: 99 Hasen –, 1 Fuchs –, 1 Wilddaube –, und 2 Kaninchen geschossen worden.
Theater Austheilung vom 15 ten bis 22 ten 8 bris 1837 rectificirt
Sonntag den 15 ten … Die Grafen Valmore
Montag '' 16 ten … Der verbannte Amor
Dienstag '' 17 ten … / / /
Mittwoch '' 18 ten … Gr. Ory. Oper
Donnerstag '' 19 ten … Unterbrochene Whist-Parthie – N 777
Freytag '' 20 ten … / / /
Samstag '' 21 ten … Graf Ory. Oper
Sonntag '' 22 ten … Entführung vom Maskenball
186.
Gestern war sehr zahlreicher Besuch beym Herrn Fürst Bischof; Hochderselbe ist sehr wohl angekommen.
Frau Gräfin Hyacinth ist heute früh nach Schwarzenbach abgereist.
Theater Austheilung vom 15 ten bis 22 ten 8 bris 1837
Sontag den 15 ten … Die Grafen Valmore
Montag '' 16 ten … Der verbannte Amor
Dienstag '' 17 ten … Die unterbrochene Whistparthie und N ro 777
Mittwoch '' 18 ten … / / /
Donnerstag '' 19 ten … Vormund und Mündl
Freytag '' 20 ten … / / /
Samstag '' 21 ten … Graf Ory. Oper
Sonntag '' 22 ten … Entführung vom Maskenball
Soll ich von Frauen Gräfin Hyacinthe recht viel Schönes melden, Sie ist heute morgens nach Schwarzenbach abgereist, und wünschte zu wissen, ob Hochdieselben heuer wieder etwas von den Birod-Tampfeln wünschen, weil es izt in der Zeit wäre, deren zu besorgen. Die Frau Gräfin ersuchte mich, Eure Excellenz Wunsch nächsten Mittwoch nach Schwarzenbach zu berichten.
Indem ich die Ehre habe, diesen Auftrag zu vollziehen, küsse ich Eure Excellenz die Hand und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
16 ten 8bris 1837
unterthänigster
Franz
187.
Gratzer Nachrichten zu folge, werde sich der Commandirende General in Innerösterreich Herr Feldzeugmeister Prinz zu Hessen-Homburg mit der mehrseits gekannten schönen Wittwee Schimmelpfening – vermählen.
In der gestern eingeschickten Theater Austheilung scheinen einige Schreib fehler unterloffen zu seyn, welches hiermit verbessert wird:
Sonntag den 15 ten … Die Grafen Valmore
Montag '' 16 ten … Der verbannte Amor
Dienstag '' 17 ten … / / /
Mittwoch '' 18 ten … Gr. Ory. Oper
Donnerstag '' 19 ten … Unterbrochene Whistparthie – N r 777
Freytag '' 20 ten … / / /
Samstag '' 21 ten … Gr. Ory ... Oper
Sonntag '' 22 ten … Entführung von Maskenball
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Wie zu hören, soll der Umstand wegen H. Grafen Barbo’s Sohn – als ein Criminal Fall der vorsetzlichen Verletzung, den Stadt und Landrecht angezeigt worden seyn.
Herr Graf von Hohenwarth soll morgen wieder nach Raunach verreisen –, Frau Gräfin jedoch hier verbleiben.
188.
Es hieß gestern – die Geschichte wegen jungen Barbo beruhe auf einen Irrthum.
Der Herr Oberste Bar. Rath ist heute nach Görz abgereist.
189.
Heute früh ist Frau von Gerliczi geborne Gräfin von Auersperg nach Fiume abgereist.
OberLieut. Graf Fries ist gestern auf Urlaub nach Slavonien abgegangen.
Am nächsten Sonntag den 22 ten d. wird die Copulation der Fräule Marie Flug stattfinden, und nach dieser wird der Herr Bräutigam mit der Braut nach Gratz abreisen.
Heute wird Herr General von Pirquet von Wien erwartet, bringt sienen Sohn aus Wiener. Neustadt auf Urlaub mit.
190.
Die Familie S r Excellenz des Herrn Gouverneurs ist Samstag von Triest rückgekommen. Der H. Baron Anton Codelli mit Frau Gemahlin ist aus Triest mit angelangt, der Herr General v. Vocher ist noch hier.
Geruhen meinen ergebensten Dank zu genehmigen, zu welchem mich für die mir geschenkten so angenehmen 3 Tage verpflichtet fühle, und wo mir die Gelegenheit wurde, mich nach meinen Herzen unterhalten zu können! Meinen ergebenst wiederhollten Dank für diese mir geschenkte Güte, und zugleich die Bitte, um Eure Excellenz ferneres Wohlwollen. Die gnädige Frau Gräfin Hohenwarth war gestern Abend im Theater; ich werde diesen Morgen Hochderselben das Schreiben übergeben.
Geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 23 ten 8bris
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
191.
Es heißt – daß Herr FeldmarschallLieut. Bar. v. Mengen – gegenwärtig Divisionair in Gallizien –, als Milit. Commandant nach Laibach kommen solle.
Gestern Abend 9 Uhr war in der Domkirche allhier durch Herrn Domprobsten Burger die Trauung des Fräuleins Marie v. Flug mit Bar. Zois aus Gratz vollzogen worden. Der Bräutigam war Abends 8 Uhr aus Gratz in Laibach angekommen, und nach den Soupé Nachts Ein Uhr mit der Braut nach Gratz zurück gereist.
192.
Der litterarische Streit – zwischen H. Grafen Anton Auersperg und den Schriftsteller H. Ritter Braun von Braunthal ist laut anruhender Beilage geschlichtet.
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Das Officiers Corps von Hohenlohe beabsichtigt dem Herrn Generaln Vocher eine Tafel zu geben, welches aber derselbe abzulehnen sucht.
Außerordentliche Beylage zur allgemeinen Zeitung N ro 512 und 513 vom 19 ten 8bris 1837, pag. 2048. art 3517.
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Nachricht
Wir Unterfertigten bezeugen hiemit, daß der Ritter Braun von Braunthal in unserer Gegenwart dem Grafen Anton von Auersperg volle Ehrenerklärung geleistet habe, und zwar des Inhalts:
Wien, am 11 ten 8bris 1837
Carl Stieber, k. k. Oblt.
F. Ritter von Staudenheim, k.k. Lieut.
Zu gleicher Zeit lief von Seite des Herrn Braun von Braunthal eine Abschrift obiger Ehrenerklärung, mit folgender von ihm zur Oeffentlichkeit bestimmter Schlußbemerkung ein.
Art. 3521
Ich stand nicht einen Augenblick an, dem Herrn Grafen A. Alexander Auersperg obenstehende Ehrenerklärung
zu unterzeichnen, nachdem er mir, in Gegenwart der beyden ehrenwerthen Zeugen, erklärt, daß er mit dem Ausdruck „eines Braunthal“ nichts als meine, der seinigen entgegengesetzte Richtung bezeichnen wollte, und darauf seinen Handschlag gab, wie die Herrn Zeugen bestättigen können.
Wien, am 12 ten 8ber 1837
Ritter Braun v. Braunthal
Anmerkung. Das gestern in Bezug auf obigen Streit eingelaufene recommandirte Schreiben, mit dem Postzeichen München, kann, da sich der Einsender nich genannt hat, keine Aufnahme finden.
Gütige Zeilen habe ich erhalten, und danke ergebenst dafür, da ich mit selben Eure Excellenz vortreffliches – einzig liebevolles Herz sprechen höre. – Die Gesellschaft vom Montag befindet wohl, es hat allen, auch der Dame mit den Schnupfen, gut angeschlagen.
Bitte Eure Excellenz denen verehrten Damen in Görz, meine Handküsse melden, und mir Hochderoselben geneigtes Wohlwollen zu schenken, dessen würdig zu bleiben, mein stetes Bestreben seyn wird, der ich bis zum Grabe mit aller Verehrung geharre:
Eure Excellenz
Laibach den 25 8ber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz H.
193.
Herr Graf von Aichelburg ist nun von seinen Urlaub wieder zur Dienstleistung in Loco Laibach eingetroffen.
Man nimmt allgemein Theilnahme, daß die Streitigkeit zwischen Grafen von Auersperg und Ritter von Braunthal so gut errangirt worden ist.
Wollen geruhen, aus anliegenden Zeilen des Herrn Grafen von Welsperg zu ersehen, daß derselbe die Bitte stellet, Eure Excellenz wollen die Güte haben, behufs seiner morgen Freytags den 27 ten 8bris abzuhalten beabsichtigten Jagd am Leimberge, die Jagdhunde Eure Excellenz zu leihen, und diese Hunde morgen Freytags Früh halb 8 Uhr nach Podgoritza am Fuße des besagten Leimberges – stellen lassen zu wollen.
Eure Excellenz Herzensgüte, deren Gleichen nicht zu finden, vertraue ich – und wage in diesem Vertrauen, um der Erfüllung des H. Hofrathes Grafen von Welspergs Wunsches willen –, selbst diese Expressen abzusenden, und meine warmen Wünsche für Eure Excellenz bestes Befinden, hier beizufügen, und mit aller Verehrung mich zu zeichnen:
Eure Excellenz
Laibach den 26 ten 8ber 1837
unterthänigst gehorsamster
Franz H.
194.
Frau Baronin Richard von Lazarini’s Gemahlin in Wien –, ist von einem Töchterchen entbunden worden, alles mit besten Erfolg.
Husaren Lieut. Baron Schweiger von der Ruppertshofer Familie –, ist hier auf Urlaub angekommen.
195.
Herr Baron Anton von Codelli mit Frau Gemahlinn sind am Freytag von hier nach Triest zurück gekehrt; an diesem Tage der Herr Fürst Bischof von dort hier zurück eingetroffen.
196.
Herr General Bar. von Pirquet ist gestern nach Görz abgereist.
Gestern gab das Offes. Corps des Regts. dem H. Generaln Vocher in Redutten Gebäude eine Tafel, woran auch der Herr FML Gr. von Leiningen – Theil nahm. Herr Gen. Vocher gedenke Dienstags von hier abzureisen und nach Mailand rückzukehren.
197.
Der Herr Feldmarschall Lieut. Graf von Leiningen ist mit Adjutanten OberLieut. Schwarz heute nach Gratz abgereist, und soll am 4 ten oder 5 ten 9ber wieder rückkehren.
Man hört, daß die Abreise des Herrn FML nach Inspruck – auf den 14 ten 9ber bestimmt seye.
198.
Heute morgens ist der Herr General Vocher von hier – wieder nach Mailand zurück gereist.
Die allgemeine Zeitung gibt wieder ein neues Specktackel – bezüglich der litterarischen Differenz zwischen H. Grafen Ant. Auersperg und H. Ritter Braun v. Braunthal, welches anliegend – abschriftlich unterbreitet wird.
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Außerordentliche Beilage zur Allgemeinen Zeitung N 525 und 526 vom 26 ten 8bris1837, pagina 2101, Art. 3680.
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Letztes Wort gegen den Ritter Braun von Braunthal
Der Ritter Braun von Braunthal hat (wie dieses aus der Vergleichung der Daten erhellt) nicht nur die Redaction der allgemeinen Zeitung dahin vermacht, den schleunigen Abdruck der Nachricht vom 11 ten l. M., welche die beyden Herrn Zeugen von dem Ausgange meiner Differenz mit ihm der Oeffentlichkeit mittheilten, und deren Original sowohl in Braunthals Gegenwart verfaßt, als auch von ihm mitunterfertigt wurde, aufzuschreiben und zu verzögern, 19∗ sondern er hat sogar ohne der beyden Herrn Zeugen und mein Vorwissen und hintern unserm Rücken jener Nachricht eigenmächtig eine Nachricht beigeschmuggelt, deren Absicht es offenbar ist, die öffentliche Meinung über diese Angelegenheit zu täuschen, und bei ihrem Endurtheil irre zu führen. Ich finde mich daher bemüssiget, die Correspondenz zwischen mir und Braunthal, wie sie auf dessen „Erklärung gegen Anastasius Grün“ folgte, hier ganz und wörtlich abdrücken zu lassen:
An den Ritter Braun von Braunthal!
Ich benachrichtige Sie hiemit, daß ich Sie vom 15 ten bis 22 ten l. M. (October) zu Salzburg erwarten werde. Sollte es Ihnen zufällig an Reise Geld fehlen, so wird Ihnen durch *** (Name des Banquier Hauses) der erforderliche Betrag ausgefolgt werden. Ich erwarte Ihre Antwort.
Wien, den 4 ten 8bris 1837
Anton Alex. Graf v. Auersperg
An Graf A. A. von Auersperg!
Ihrer Einladung nachkommend, habe ich Ihnen vorläufig zu sagen, daß ich schon
seit acht Tagen Schritte wegen meines Passes gemacht, und hoffe, diesen innerhalb weniger Tage zu erhalten. Was den Ort, die Zeit und die Art unsers Zweigesprächs betrifft, erwarten Sie gefälligst meine nähere Bestimmung bis Sonntag oder Montag den 9 ten d. M. Rechnen Sie übrigens auf meine Verschwiegenheit. An Reisegelt fehlt es mir nicht.
Ritter Braun von Braunthal
Herr Graf!
Ich darf Sie nicht sprechen. Ihre Zuschrift übrigens, die Sie als Mann von Ehre bethätigt, verpflichtet mich, und Sie dürfen darauf rechnen, daß ich diese meine Schuld abtragen werde, wie es Ihre und meine Ehre erfodert. Ich hoffe Sie im nächsten Frühling zu sehen. – Daß von einer Klage meinerseits gegen Sie, nach Ihrem Briefe, nicht die Rede mehr, versteht sich von selbst. Reisen Sie mit Gott!
7. 10. 37
Braun von Braunthal
An den Ritter Braun v. Braunthal!
Da ich aus Ihnen wohlbekannten Gründen die Sache nicht länger als bis zu dem Ihnen bereits bekannt gegebenen Termin auf sich beruhen lassen kann, erneuere ich Ihnen hiemit auf das bestimmteste meine unterm 4 ten l. M. gemachte Einladung.
Wien, den 7 ten October 1837
A. A. Graf von Auersperg
Herr Graf!
Ihre wiederhollte Einladung läßt mich alle höhern und persönlichen Rücksichten vergessen. Ich treffe bis spätestens 22 ten d. M. in Salzburg ein. Sie sind ein Mann von Ehre und sollen auch mich als solchen kennen lernen. Es wäre mir lieb, durch *** (gegen Hypothek) auf ein Jahr, durch mich oder meine Angehörigen zu zahlen, die Summe von 200 f CM zu erhalten. Schreiben Sie gefälligst hierüber.
Sontag
Braun von Braunthal
Herr Graf!
In Eile folgendes: gestern nannte mir ein Freund, zu meiner nicht gerin-
gen Uiberraschung, Ort und Zeit unserer beabsichtigten Zusammenkunft mit den Bemerken, ich dürfe versichert seyn, daß man sie verhindern wird. Gestern ward inzwischen mein Paß erledigt, und ich kann, wie die Sachen nun stehen, nichts als, unter der heiligen Betheuerung, daß ich keine Schuld an diesem Zwischenfalle habe, Sie ersuchen, die nähere Bestimmung unseres Z[w]eigesprächs mir zu überlassen, und sich mittlerweille mit der Uiberzeugung zu begnügen, daß Sie bereits das Ihrige gethan, und ich nicht säumen werde zu thun, was mir abliegt. Reisegeld erhalte ich durch meinen Schwager. In Einem warne ich Sie vor einer möglichen Haussuchung. Gott mit uns!
Ihre Zuschriften sind vernichtet; schonen Sie auch mich (ich bin Vater), und vernichten Sie meine Billets.
(Ohne Datum und Unterschrift, aber Braun von Braunthals Handschrift)
***
In Folge des Tags darauf (am 11 ten 8ber ) stattgefundenen Einschreitens der beyden Herren Zeugen und der von ihm in meinen Namen dem Ritter von Braunthal gestellten Alternative, leistete dieser mir in meiner Wohnung in Gegenwart der Zeugen alle von ihm geforderten Erklärungen, widerief und nahm zurück seine gegen mich vorgebrachten unwahre Anschuldigung und alle damit verbundenen persönlichen Beleidigungen, und zwar in einem Ton und in Ausdrücken, daß dieser Act von den Zeugen und mir als vollkommen genügend erklärt wurde.
Als bei dieser Gelegenheit Braunthal (der Zeugen und meines Einspruches ungeachtet) den nicht dahin gehörigen litterarischen Theil der Angelegenheit zur Sprache brachte, warf ich die Aeußerung hin, der von Anastasius Grün gebrauchte Ausdruck „eines Braunthal“ sey als Bezeichnung der Richtung Braun von Braunthals anzusehen (– mit welcher sowohl der Dichter Anastasius Grün als der Unterfertigte nichts gemein haben will und kann;) – eine Aeußerung, welche ich weder zurück zu nehmen, noch für den Ritter Braun v. Braunthal eben sehr schmeichelhaft zu finden beabsichtige. Meinen „Handschlag“ aber gab ich demselben auf sein Ansuchen nur darauf, daß ich mich mit der mir seinerseits geleisteten Genugthuung zu finden stelle.
Die Wahrheit aller hier angeführten Thatsachen verbürgen die beyden Herren
Zeugen – Männer, die ihre Officiers portépée mit Ehre tragen.
Die oben abgedruckten Briefe sind der Redaction der allgemeinen Zeitung im Original vorgewiesen worden.
Ich aber erkläre hiemit öffentlich, daß ich es nach diesen Vergnügen von nun an für unvereinbar mit den Gesetzen der Ehre halte, mich weiter mit dem Ritter Braun v. Braunthal zu befassen.
Augsburg, auf meiner Durchreise nach Paris, am 24 October 1837
Ant. Alex. Graf v. Auersperg
199.
Herr General v. Pirquet ist gestern von Görz zurück – hier angekommen.
Samstags ist Carolus Boromäus und Namenstag vom Herrn Grafen Welsperg –, Fräulein Elsner und Stiftsfräulein Königsbrun.
Wollen meine innigste Versicherung genehmigen, daß mir nichts erfreulicher seyn kann, als wenn ich Hochdenenselben mit meinen kleinen Mühen – jeden nur immer denkbaren Wunsche entsprechen, und damit die – leider schwachen Beweise darbringen kann, wie sehr gern, und mit den redlichsten Herzen ich meine schuldige Dankbarkeit für die viele Güte Eure Excellenz, an Tag zu legen bestrebt bin. O! möchte es mir gelingen, Eure Excellenz und Hochderoselben verehrten Angehörigen in volle Uiberzeugung zu bringen, mit welcher Anhänglichkeit und Verehrung ich Hochdenenselben ergeben bin, und daß weder Schmeichelei noch Verstellung mir möglich ist, wie es so manche Familie – aus mehreren Umständen zu meinen Gunsten bezeugen könnte. –
Ich bitte
um ferneres geneigte Wohlwollen und küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin – so wie der gnädigen Comtesse die Hand. Da ich der Versicherung des Mannes gemäs, eine bessere Schlangenhaut und um den Betrag von Einen Gulden erhalten könnte, so wagte ich – diese zu nehmen, und übersende selbe durch gegenwärtige Gelegenheit. Der Menagerie Innhaber reiset morgen nach Gratz. Ich hörte, daß einige Thiere umgestanden sind, doch weiß ich nicht welche. –
Ich bitte auch, daß Eure Excellenz sich wegen des Hustens recht schonen wollen, wünsche eben so innig, als ich es hoffe –, daß dieses Uibel sich bald entfernen wird, und Eure Excellenz eben so wohl, wie die verehrten Angehörigen, sich befinden mögen.
Auch bestättige den richtigen Rückempfang der letzt gemachten Auslage per Zwei Gulden in so schöner kleiner Münze, und wenn, wie es vertraungsvoll mein Herz mir sagt, Eure Excellenz mich von so kleinen Commissionen nicht ausschlüssen, deren Besorgung mir immer wahres Vergnügen ist, und wenn, nach meinen heißen Wünschen, der Allerhöchste Eure Excellenz wohlthätiges Leben noch recht lange frißtet, so sind alle meine Wünsche erfüllt, so bin ich glücklich! Der ich mit gränzenloser Verehrung mich zeichne:
Eure Excellenz
Laibach den
3 ten 9ber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
200.
Frau Gräfin Seraphine Thurn ist Samstags den 4 ten d. von Wien und Gratz hier eingetroffen.
Herr FML Graf von Leiningen mit seinem Adjutanten sind gestern Sontags aus Gratz zurück gelangt.
Man hört Baron Codelli soll Landrath geworden seyn; wo ist nicht beigefügt; derselbe ist von seiner Reise nach Wien, von welcher er über Ungarn rückkehrte, zu Wördl in Unterkrain auf Besuch.
Geruhen meine Verehrung und meinen innigsten Dank zu genehmigen, welchen für die mir letzt wieder geschenkte Güte und mir geopferte Zeit – Hochdenenselben darzubringen, mich verpflichtet fühle, und mir gütigst zu vergeben, daß ich über Ansuchen des Casino Custos, mit anliegenden Quittungen per 8 f CM lästig werde. – Ich schmeichle mir, daß Eure Excellenz gestern recht wohl nach Haus gekommen sind, und sehe dem Mittwoch sehnlich entgegen, um Hochdiesen wieder hier zu verehren. Bitte um ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 6 9ber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
201.
Herr Graf mit Frau Gräfin von Stubenberg sind Samstags den 4 ten d. M. von Muregg hier angekommen.
Der Herr Graf ist unpäßlich.
Vermög erneuerter Verordnung ist denen Officiren in den kleinen Garnisonen in den Provinzen, das Tragen der Civil Kleider verboten worden.
Haben meine innigsten Wünsche für glückliche Zurücklegung Hochderoselben Reise begleitet, und ich hoffe, daß Eure Excellenz recht wohl und bey guter Zeit nach Görz gekommen sind, und dort alle verehrten Angehörigen wohl und glücklich gefunden haben. Es war auch gestern ein ziemlich schöner Tag, welcher die Reise zu meiner Freude begünstigte, die Sonne schien u. erfreute mit ihrem Glanze.
Wiederholend bitte ich, denen sämentlichen verehrten Damen meinen Handkus, und meine unbegränzte Hochachtung zu melden, und mich fernern Wohlwollen anempfehlen, die Gnade haben zu wollen.
Hier ist gestern eine große Menagerie H. J. Polito gehörig, aus London angekommen; der Eigenthümer sagt, die größte gegenwärtig in Europa, zählt 130 Stück, darunter ein Elephant. Selbe ist auf den Congress Platze aufgestellt. –
Baron Mladota seye gleich nach seiner Ankunft in Böhmen heftig an Nervenfieber erkranket, dieß gibt ein Schreiben, welches Bar. Mac-Neven von der Mama des Baron Mladota zugekommen, welches allseits Theilnahme erzeugt; nach den Schreiben, soll die Krankheits Krisis noch nicht überstanden seyn. –
Die Angabe von Beförderung des Carl Baron Codelli scheint ohne allen Grund. –
Endlich
ist vom FeldmarschallLieut. Baron v. Mengen Nachricht angekommen. Derselbe schrieb an H. Grafen von Leiningen, und Pränumerirte sich auf einige Meubles, daher dessen Anherkunft außer Zweifel.
Die Abreise S r Erlaucht H. FML Grafen v. Leiningen ist auf Dienstag den 14 ten d. M. festgesetzt. Im neuen Casino hier, hat Gilli die Caffeterie um jährliche 1000 f CM und ein Klagenfurther, die Traiterie um 800 f CM jährl. gepachtet. Herr Hofrath v. Kremer hat den 2 ten Stock für jährl. 600 f CM gemiethet, welcher zu Georgii 1838 bezogen wird. –
Zu Catharina soll der erste Ball im neuen Casino-Sale stattfinden.
Anliegend ist die letzte Theater Austheilung.
Der Unternehmer Funk gibt bis izt –, für heuer schon einen Verlust von 500 f an, und will für’s künftige Jahr das hiesige Theater nicht mehr. Man will hier nur Opern, außer dem ist der Theaterbesuch sehr schwach; nun hat man wegen Abwesenheit der Militär Musick keine Lieblings Oper geben können, dadurch die Theaterkasse in Verlust gerieth. –
Herr General v. Pirquet gedenkt morgen eine Jagd bei Lucowitz zu geben. –
Mit den besten innigsten Wünschen für Eure Excellenz und verehrten Angehörigen Rückkehr, – ich meyne recht glückliche Rückreise, bitte um ferneres Wohlwollen und geharre mit aller Verehrung.
Eure Excellenz!
Laibach den 9 ten 9ber
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Theater Austheilung vom 5 ten bis 12 ten 9 ber 1837
Sonntag den 5 ten … Der Waldbrand
Montag '' 6 ten … Essighändler dann N ro 777
Dienstag '' 7 ten … /
Mittwoch '' 8 ten … Vormund und Mündl
Donnerstag '' 9 ten … Vetter Benjamin aus Pohlen
Freytag '' 10 ten … /
Samstag '' 11 ten … Norma
Sonntag '' 12 ten … Käthchen von Heilbronn
202–203.
Heute gibt die hiesige Philharmonische Gesellschaft zum Vortheile ihres Fondes eine bezahlte Academie.
Gestern ist bei H. Grafen von Stubenberg der abgerichtete, sehr heimliche Gimpel ertreten, und der Art getödtet worden.
Es ist Stadtgespräch, daß eine Comtesse Engelshaus sich den Wittwer Schneider Maly allhier, zur Frau angebothen hat. Dieser aber wünscht die Tochter des reichen Speculanten Staré von Mansburg zur Ehefrau, allein der reiche Vater scheint die Parthie mit den Schneider für zu gering zu halten, und zeigt sich unwillig.
Eine sonderbare Liebsgeschichte erzählt man in der Stadt ebenfalls; die Neugierde muß genährt werden, und so wird immer etwas zur Tagsgeschichte! Man erzählt nämlich, der Gub. Concipist von Hufnagel promenirte viel in der Zischka; ob zufällig oder absichtlich, oft in der Nähe der Wohnung Comtesse Sophie von Auersperg – eben so – ob zufällig oder absichtlich – bleibt unerhoben –, ließ sich Comtesse Sophie am Fenster sehen, und bei fortgesetzten Promenaden, so erzählt man, soll sich Comtesse den Spaß gemacht haben, einen angekleideten Haubenstock aufs Fenster zu setzen, welchen Hufnagel, der kurzsichtig ist, wohl immer für die Person der Comtesse und alles dieses für eine persönliche Neigung der Comtesse zu ihn ausgelegt, in Folge dessen den Entschluß gefaßt haben, um die Hand der Comtesse zu werben, womit derselbe natürlich abgewiesen, und wie man hinzu setzt, von der Comtesse verlacht worden ist.
Eine andere, aber gewisse Heurath ist die – des Cameral-Casse Dieners und Graf Vinzenz Thurnischen Hausmeisters – Kerschischnig – der
wohl einige 60 Jahre alt, sich die Köchinn der Landes-Bau-Direct. Frast – sich zur Ehehälfte auserkohren hat.
Frau Gräfin Seraphine v. Thurn brachte die Nachricht, daß das hübsche Fräulein von Senus gestorben wäre.
204.
In den gestrigen Bericht scheint der Hofrath Kremer statt Kraus genannt worden zu seyn, welches hiemit berichtigt wird.
Die Frau des Rechnungsrath Luschin ist von einem Sohne glücklich entbunden worden.
Heute früh soll der Barmherzigen Prior, der Wunder Doctor Faust gestorben seyn.
Landrath Riebisel ist vor 2 Tagen mit den Sterbsakramenten versehen worden; befindet sich sehr krank.
Der Catharina Ball wird im Casino Locale nicht stattfinden, weil die Arbeiten noch nicht völlig fertig sind: so ist in einer vorgestern abgehaltenen Commission entschieden worden, die Eröffnung des Casino’s zu verschieben.
Heute gibt S e Excellenz der Herr Gouverneur dem H. FML Grafen von Leiningen ein Soire, wozu ein kleiner Cercle geladen worden ist.
205.
Das Soire oder der Cercle gestern bei S r Excellenz den Gouverneur, zum Abschied den H. FML Grafen Leiningen gegeben, war über besondere Einladung – ziemlich zahlreich. – Es war auch für den Abend türkischer Zapfenstreich, einige Stücke vor der Burg gespielt, und bei Tanzstücken, oben von der Jugend getanzt, welche sich den Abend mit etwas Tanz und kleinen Spielen unterhielt. Die Gesellschaft trennte sich halb 11 Uhr.
Das Officiers Corps der Garnison machte heute Früh die Abschieds Visitte bei S r Erlaucht den H. FML Grafen von Leiningen.
Der bekannte D r Faustus war nur 7 Tage krank, und zwar an einer Lungenentzündung.
Frau Gräfin Richard von Blagai soll erkrankt seyn.
206.
Die Menagerie des Polito soll wirklich sehenswerth seyn, und die Affen, so die Jungen haben, gar viel zu lachen geben, mit den Zärtlichkeiten, wie sie die Jungen an ihren Busen drücken etz. etz.
Wie man hört, gedenkt der Innhaber über den Elisabeth Markt hier zu verbleiben.
Anleigend unterbreite ein Gedicht, dessen Innhalt werthvoll ist.
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Theater Austheilung vom 12 ten bis 19 ten November 1837
Sonntag den 12 ten … Käthchen von Heilbron
Montag '' 13 ten … Strassenräuber aus Kindesliebe
Dienstag '' 14 ten … Norma –; Benefice des Regisseurs Hensel
Mittwoch '' 15 ten … / / /
Donnerstag '' 16 ten … Gebrüder Foster
Freytag '' 17 ten … / / /
Samstag '' 18 ten … Norma
Sontag '' 19 ten … Nagerl und Handschuh
Lehr- und Erziehungsanstalt für Mädchen
207.
Gestern Abend war Harmonie Musick vor der Wohnung des Herrn FeldmarschallLieutenants Grafen v. Leiningen; heute morgens 9 Uhr ist Hochderselbe nach Inspruck abgereist.
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Heute wird im Theater zum Benefice des Regisseurs die Oper Norma gegeben.
208.
Den guten Gubern. Rath D r Kogel wurde es gestern bei Besuch eines Patienten so übel, daß selber nach Haus gefahren werden mußte. Heute ergehe es ihn besser.
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Theater Austheilung vom 12 ten bis 19 ten 9 ber 1837
Sontag den 12 ten … Das Kathchen von Heilbron
Montag '' 13 ten … Der Strassenräuber aus kindlicher Liebe
Dienstag '' 14 ten … Norma … Benefice des Regisseurs Hensel
Mittwoch '' 15 ten … / / /
Donnerstag '' 16 ten … Gebrüder Foster
Freytag '' 17 ten … / / /
Samstag '' 18 ten … Norma
Sonntag '' 19 ten … Nagerl und Handschuh
209.
Die außerordentliche Beilage N o 545 und 546 der allgemeinen Zeitung vom 5 ten 9ber 1837 pag. 2180. art. 0 enthält in Bezug auf die bekannte Differenz Grafen Ant. Alex. Auerspergs und Ritter Braun von Braunthal – folgendes:
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Erklärung.
In Bezug auf den bekannten Streit zwischen dem Grafen A. A. Auersperg und Ritter Braun von Braunthal kam der Redaction der Allgem. Zeitung eine, die Schlußbemerkung des Letztern betreffende Erklärung der beyden Officiere zu, welche in der ersten Erklärung als Zeugen genannt waren. Sie bestättigen vollkommen die in letzten Worte etz. (Allgem. Zeitung vom 26 ten 8bris) vom Grafen Auersperg gemachten Angaben.
Andererseits ersuchte Ritter Braun von Braunthal in einem Schreiben dd Wien 27 ten 8bris die Redaction in seinen Namen zu erklären, daß er über diese streitige Angelegenheit kein Wort mehr veröffentlichen wolle, sondern dieselbe, mit Bezugnahme auf seine Schlußbemerkung, als geendet betrachte.
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In Laibach nichts neues!
Theater Austheilung vom 19 ten bis 26 9 ber 1837
Sontag den 19 ten … Nagerl und Handschuh
Montag '' 20 ten … Norma
Dienstag '' 21 ten … / /
Mittwoch '' 22 ten … Die Ballnacht
Donnerstag '' 23 ten … Der Geitzige
Freytag '' 24 ten … / /
Samstag '' 25 ten … Die Ballnacht (Benefice der Delle Ehnes)
Sonntag '' 26 ten … Bayard
210.
Der gute Gubernialrath Kogel war letzthin bei Herrn Fürst Bischof beym Spiel, als demselben mit einemmale ein so heftiger Brustkrampf befiel, daß es Ihn den Mund ganz verzog und man nichts anders besorgte, als daß es ein Schlag-Anfall seye. Es wurde augenblicklich nach D r Zhuber geschickt, eingespannt, und der Patient nach Hause geführt. Er befindet sich zwar noch im Bette, jedoch gehet es besser.
Heute sind die Dächer etwas mit Schnee belegt, es schneyet auch etwas, jedoch ist der Schnee sehr wässerig und dürfte sich wieder in einen Regen umwandeln.
Theater Austheilung vom 19 ten bis 26 ten 9 ber 1837
Sonntag den 19 ten … Nagerl und Handschuh
Montag '' 20 ten … Norma. Oper
Dienstag '' 21 ten … / /
Mittwoch '' 22 ten … Die Ballnacht
Donnerstag '' 23 ten … Der Geitzige
Freytag '' 24 ten … / /
Samstag '' 25 ten … Die Ballnacht. Benefice D elle Ehnes
Sonntag '' 26 ten … Bayard
211.
Den Gubern. Rath D r Kogel hat letzten Donnerstag eigentlich zweimal der Schlag getroffen! – Er selbst erzählte im Hause des Reinisch – daß ihn im Kaffeehause, von woher er zu Reinisch gekommen war, auf einmal die Zunge steif und schwer geworden, und daß es ihn gar nicht gut wäre, allein Er doch zum Spiel zum Herrn Fürst Bischof gehen wolle, um sich zu zerstreuen; dort der zweite Anfall, und schnell angewandte Aderlas schafte Besserung. Noch hüttet selber das Bette; es gehet besser.
S e Excellenz der Herr Gouverneur ist auch wegen einer heftigen Strauchen einige Tage im Bett, jedoch gestern schon außer dem Bette gewesen; doch hatte derselbe das Zimmer noch nicht verlassen.
212.
Von der am 21 ten d. M. abgehaltenen Versamlung der hierländigen Landwirthschafts-Gesellschaft, liegt das Program hier bei.
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Neues ist sonst nichts.
213.
Herr Graf v. Hohenwarth ist heute aufs Land, und Herr Baron Leopold von Lichtenberg nach Schwarzenbach.
Fiumaner Gubern. Asessor v. Gerliczi hat seine nun genösenen beyden Söhne abgehollt, und ist mit ihnen heute nach Fiume abgereist.
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Die allgemeine Zeitung N. 321 vom 17 ten 9ber pagina 2562 gibt aus London in einem Artickel vom 10 ten 9ber den Küchenzettel von den Festmahl, welches die Stadt London in der Guildhall der Königinn gegeben: 220 Terrinen jede zu 5 Pinten Schildkröten Suppe; 200 Flaschen Punsch; 50 gesottene Indianer mit Austern; 50 Platten mit wilden Geflügel; 40 Schüsseln mit Kapaunen; 45 französische Pastetten; 60 Taubenpastetten; 45 verzierte Schinken; 40 Zungen; ungetheilte Rind-Lendenstücke; 60 Platten mit zerrührten und andern Erdäpfeln; 45 Platten mit Humern und Seegarnelen; 140 Gelées; 50 weiße Gallerten; 30 Platten mit Orangen und andern Früchten; 20 Chantilly Busketts; 60 Platten mit Fischpastetchen; 50 Platten mit Sallat; 60 gebratene Indiane; 10 junge Hasen; 80 Fasanen; 40 Platten mit Rebhühnern; 20 Platten mit wilden Geflügel; 20 gespickte Pfauen; ferner
Desert: 100 Ananas von 2 bis 3 Pfund, keine aber unter 2 Pfund; 200 Platten mit Treibhaustrauben; 200 Eiscremes;50 Platten mit Pippings (ein vorzüglicher Apfel), 80 Platten mit Birnen; 60 Platten mit gezierten savoyischen Kuchen; 80 mit getrockneten Früchten und Eingemachtem; 50 mit eingemachten Ingber; 60 mit Kuchen und Gebackenen; 30 mit Kirschen und Brandwein;20 mit Oliven; dazu alle Arten edlen Weine in Uiberfluß.
Die königliche Tafel wurde mit französischer Küche bedient; der Speisezettel umfaßt 56 Numern, die nicht specificirt sind.
Pagina 2563 rechte Spalte dieses nämlichen Blattes heißt es, daß bei den besagten Gastmahle dessen Pracht Alles, was man sich dergleichen denken kann, übertroffen haben, indem unter andern für 400.00 Pf. St. (gegen fünf Millionen Gulden) Gold und Silbergeschirr auf den Tischen gestanden haben soll; sonst ereignete sich nichts Bemerkenswerthes, als daß die Königinn den Lordmayor seine Ernennung zum Baronett, und den Scheriffs die ihrige zu Rittern bekannt machte. Einer der Letztern, Moses Montefiore, ist bekanntlich ein Israelit, und der Erste dieses Glaubens, welchem eine solche Ehre je in England zu theil wurde.
214.
Herr Graf v. Hohenwarth war gestern nur zum Besuch nach Billichgratz gefahren.
Gestern Nachts wurde gegen 11 Uhr Prinz August von Preußen von Triest erwartet, welcher nur soupiren, und dann weiter reisen sollte; ist nach 10 Uhr angekommen, hat wenig soupirt, sich schlafen gelegt, um 2 Uhr weiter gereist.
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Die allgemeine Zeitung vom 19 ten Nowember Nr 323 gibt noch einige Detaills über das Festmahl in der Guildhall, um die Pracht und den Reichthum zu beschreiben. Die großen Dessertteller für die königl. Tafel waren vom feinsten weißen Porcellan mit einem Goldrande von Weinblättern und einem erhaben gearbeiteten Rande von Eicheln und Eichenlaub in mattem Golde. In der Vertiefung war das Wappen der City in seinen eigenthümlichen Farben und darüber das königl. Wappen und in einem Kranze die Chiffre V. R. (Victoria Regina) vortrefflich ausgeführt. Solche Teller waren 24, jeder zu zehn Guineen geschätzt. Sie kamen aus der Fabrick der H. H. Davenport in Staffordschire, und man betrachtet sie als das Nonplusultra in diesem Manifakturzweige. Die Flaschen, die Claretbecher, Champagner-Rheinweingläser u.s.w. von verschiedenen Farben und den geschmackvollesten Formen, waren alle reich geschnitten, mit dem königl. Wappen und Nebengewinden von Rose-Diestel und Klee durchschlungen. Das für die königl. Tafel gebrauchte Service war ganz von Gold. Die H. Broock lieferten unter andern vier große, reicheingefaßte Kühlgefässe; 62 erhaben gearbeitete zweihenkliche Schalen mit Deckeln; 12 Bocalen mit
glänzender Einfassung; 18 sehr große Präsentierteller; 24 kleinere; 3 reich verzierte Pokale; 7 Salzfässer von anticker Form; 30 große Schalen; 10 prachtvolle Flacons mit erhabener Arbeit; 13 elegante Deckelkrüge; mit Hautrelifs; 26 große Schüsseln zu Rosenwasser, mit Gruppen von Götterbildern u.s.w. in Relief; dazu 14 Handgefäße von antiker Gestalt; 24 große Armleuchter mit königl. Wappen; fünf Plateau u.s.w. Nicht minder war die Lieferung der H. H. Brothers und Comp. kostbar. Teller, Löffel, Messer, Gabeln, kurz alles Geräthe aus massiven Gold. Die Journale bemerken mit Stolz, solche Schätze könne nur die reichste Handelsstadt der Welt aufbiethen. An Gläsern für sämtl. eilf Tafeln: 1600 gewöhnliche Weingläser; 800 Claret; 800 Champagnergläser; 800 Romer, 800 Tummler, 400 Karaffinen, 300 Wasserflaschen, 350 Kühlgefässe etz. An Porcellan, das durchaus vom reinsten Weiß und nur an den Rändern, Henkeln etz. mit Weinlaub in Gold verziert war, 1500 große Teller, 750 Suppenteller, 1500 Dessertteller, 1200 Schüsseln, 100 Suppen- und 200 Sauceterinen, 200 Compotiers etz. Die Gasbeleuchtung in der Halle brachte eine märchenhafte Wirkung hervor. Von der Decke hingen ungeheure Armleuchter, an denen zwischen farbigen Glasflächen mehrere hundert Glasprismen eingefügt waren, so daß die Lichtstrahlen sich in allen Regenbogenfarben ergossen. Diese Lusters hingen hoch genug,
um den Anblick der Westseite des Saals nicht zu stören, wo ein Stern mit dem ringsherum laufenden Motto: „God save the Queen!“ aus 4500 Gaslampen brannte; das geschnittene Glas daran, wog beinahe eine Tonne. Gegen über an dem östlichen Fenster strahlte eine Arabeske mit dem Motto: „Welcome“ und der Chiffre V. R. mittelst 200 Gaslichtern. Die ganze Beleuchtung des Saals war von der Art, daß man sie dem Effeckt von 46.000 brennenden Wachskerzen gleich schätzte. – Abends wurde der Künstler Dighton in die Halle zugelassen, um eine Zeichnung der Scene zu entwerfen. Zu Ehren des Tages wurden Nachts in mehreren Privathäusern der City Bälle gegeben, und bei der Illumination überbot sich John Bull in sinnreichen und patriotischen Transparenten. –
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Der Sohn Otto des H. Grafen von Welsersheim aus der W. Neustaedter Mlt. Academie hier beurlaubt, reist heute zurück, begleitet vom Cameral-Zahlmeister Schrey, welcher nach Wien reiset.
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Der Prinz ist auf den schlechten Wege von Planina nach Laibach gestern umgeworfen worden, und deshalb ist an Wagen etwas gebrochen, welches hier gleich reparirt wurde. Bei Malitsch hat man ein Grand Soupée vorbereitet; der Prinz aber genos sehr wenig, und die ganze Rechnung betrug 6 f – welche bezahlt wurde.
Werden sich meinen innigen Wünschen gemäs – gewieß recht wohl befinden! Herr General von Pirquet hat für die am Montag disponirte Jagd, auch seinen gewöhnlichen Jagd Compagnon engagirt. Dieser ist H. v. Varga – Schwager der Barone v. Schweiger, ehemaliger Besitzer von Wildenegg und von daher vieljähriger Jagdbarkeits-Nachbar von Eure Excellenz –, der aber Besorgniß hegt, bei Eure Excellenz nicht gern gesehen – zu kommen, und daher gegen mich geäußert hat, hat, „dem H. Generaln recht gern Gesellschaft bei der Lustaller Jagd zu leisten, nur möchte Er nicht gern ungelegen kommen!“ und sein Wunsch ist, dießfalls Eure Excellenz Gesinnung einzuholen.
Ich versicherte H. Varga, aus Eure Excellenz Mund selbst vernommen zu haben, daß Hochdieselben dießfalls alles H. General überlassen hätten, allein gleichwohl konnte ich seinen Zweifel nicht zerstreuen,
denn sein Wunsch blieb immer, Eure Excellenz Gesinnung einzuholen; indem ich diesen Wunsch H. Varga’s nachkomme, bitte ich um fernere Wohlgewogenheit, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 25 9ber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
215.
Der Prinz August von Preußen ist gestern früh – erst um 7 Uhr von hier abgereist. Der Prinz von Leuchtenberg war mit Ihn, und Selbe gedachten, gestern bis Graz zu kommen. Die Prinzen reisen in eigenen Wagen mit Postpferden bespannt, für die Dienerschaft ist ein Separat-Eilwagen aufgenommen. Für die Dienerschaft des Wirthes Malitsch wurden acht Gulden als Biergeld geschenckt. Die Zehrrechnung der hohen Herrschaften betrug – 6 f CM.
Die Einnahmen der Sängerinn Ehnes soll 196 f CM betragen haben.
S e kais. Hoheit der EH Johann ist seit den 21 ten d. M. zu Triest in der Contumacz. Die Frau Baronin v. Brandstadt ist im Lazareth bei Höchstdemselben.
216.
Theater Austheilung vom 26 9 ber bis 3 x ber 1837
Sonntag den 26 9ber … Bayard
Montag '' 27 … Herrmann und Dorethea
Dienstag '' 28 ten … Die Ballnacht
Mittwoch '' 29 ten … / /
Donnerstag '' 30 ten … Die Vormundschaft. Wittwe u. Wittwer
Freytag '' 1 ten xber… / /
Samstag '' 2 ten ''… Robert der Teufel
Sonntag ''3 ten ''… Der Waldbrand
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Neues ist nichts.
217.
Oberst Schell Adjutant S r kais. Hoheit des EH Johan ist gestorben.
Heute schon den ganzen Morgen regnet es mit Schneepflocken vermischt.
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Delle Ehnes ist an Fieber erkrankt, darum heute kein Theater.
218.
Die unglückliche Fräule Jeanette von C… ist gestern Dienstags von einen Söhnchen entbunden worden.
S e kais. Hoheit der EH Johann werden morgen Donnerstags zwischen 4 und 5 Uhr Nachmittags aus Triest hier erwartet.
219.
Die gute Fräule Closenau soll mit den Sterbsakramenten versehen worden seyn; es ging sehr hart, der Professor Melzer mußte Operiren, man befürchtet noch den Brand.
220.
S e kais. Hoheit der EH Johann waren gestern um halb 7 Uhr Abends hier angekommen, und klagten über den schlechten Weg von Oberlaibach hieher. Höchstdieselben hatten sich alles Ehrengepränge verbethen, wurden jedoch von S r Excellenz dem Herrn Gouverneur, den H. Fürst Bischof, H. Grafen Welsperg, H. Generalen v. Pirquet als Milit. Commandanten, H. Obersten B r Rath – empfangen.
Das Theater besuchte Frau Baronin Brandhof mit Ihrer Schwester, vom H. Grafen Morzin begleitet, welcher 10 f CM Entre erlegte. Die gestrige Oper hat einen Reinertrag von 113 f CM gegeben.
S e kais. Hoheit waren mit 6 Wagen angekommen, dabei ein Separat-Eil- und ein Prangart-Postwagen. Gespeist wurde an drei Tafeln –; mit S r kais. Hoheit Sechs Personen, das Rechnungspersonale 4 Personen, die Dienerschaft – 8 Personen. Heute früh 6 Uhr war die Abreise von hier nach Gratz angetretten.
Prinz Albert von Preußen besucht Venedig – und ist
nicht mit S r kais. Hoheit angekommen.
Obgleich D r Zhuber und Nagy das Aufkommen des Fräuleins Jeanette Closenau aufgeben, so hegt H. Gub. Rath D r Kogel und der junge D r Laschan noch einige Hoffnung.
221.
Eine fatale Geschichte hat sich bei den Gub. Secretair von Fradenegg ereignet. Seine Magd, welche vor wenig Tagen Post bekommen hatte, dass ihre Mutter auf den todt krank liege, bath sich aus dieser Ursache paar Tage aus, diesen Besuch zu machen. In ihrer Abwesenheit bemerkte man in derselben Zimmer ein bösen Geruch; man sah nach –, kam in ihr Bett, fand die Matrazen vom Blute unrein, diese wurde unters Dach geschaft; – weil aber der Strohsack auch blutig war, die Hausmeisterin ersucht, diesen in Hof zu schaffen, und auszuleeren; – doch kaum war die Frau damit im Hofe, als sie einen Lärm erhob, indem sie ein schon ganz verfaultes, zerdrücktes neu gebornes Kind im Strohe fand; es wurde nun die Anzeige gemacht. Die Magd kam von ihren Besuch wieder ins Haus ihres Dienstes zurück, wurde aber verhaftet, und Donnerstags fand die Voruntersuchung bei H. v. Fradenegg statt.
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Morgen den 3 ten ist der Namenstag Herrn Grafen von
Hohenwarth und am Montag ist der Namenstag Frau Baron Elsner und Frau Bar. Rechbach.
Unterbreite unterthänigen Dank für die gütige Erinnerung an mich; ich habe durch Eure Excellenz Güte heute einen Nicolo erhalten! – Eure Excellenz haben den Jagd Liebhaber eine angenehme Unterhaltung bereitet, da sogar ein größeres Wild geschossen wurde, ich habe es gestern erfahren, und heute erhalte ich durch Hochderoselben große Güte für mich –, davon die Bestättigung! – Eben heute früh brachte mir der Mann die Federn vom Stachelschwein, es sind deren 6 Stück, auch 3 Stück der Arasfedern. Ich fragte nach den Preiße, und da versicherte er mich, sein Herr verkaufe ein Stück für 40 xr, – er lasse mir aber ein Stück für die Hälfte, und die weiße gebe er darein; so gab ich ihn sammt den Arasfedern, dafür 2 f CM. Er sagte mir zugleich, daß er noch etwas Schlangenhaut habe: ich beschied ihn aber, daß ich ihn schon noch sagen werde, wenn ich deren brauche. Wenn nun Eure Excellenz von der
Schlangenhaut noch etwas wünschen, so bitte zu befehlen; ich muß hier nur bemerken, daß die Menagerie Montags abreiset, wie der Man mir beyfügte.
Ich wünsche nur Eure Excellenz und Hochderoselben verehrten Angehörigen, beste Gesundheit und bitte um Hochderoselben allseitige Wohlgewogenheit, indem ich Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin, so wie der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und endlich nur immer mich zu bestreben bemühe, Hochdieselben vollkommen überzeigen zu können, wie inniglich dankbar ich Hochderoselben Güte für mich erkenne, und deshalb bis zum Grabe mit aller Verehrung geharre:
Eure Excellenz
Laibach den
2 ten xbris 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
222.
Gestern Samstags starb an Nervenfieber die Stubenmagd H. Fürst Bischofs und wurde Nachmittags in die Capelle bei St. Christoph beigesetzt.
Verwichene Nacht vom Samstag zum Sonntag starb der kleinste Sohn des Gubern. Concipisten H. Baron v. Tauferer an Scharlach.
223.
General Major Graf v. Clamm Adjutant S r Majestaet des Kaisers wurde in seiner Anstellung zum Feldmarschall Lieutenant befördert.
Gräfin Neipperg – geborne Gräfin Crisoni ist im Würtenbergischen an der Auszehrung gestorben; nun ist blos die alte Mamavon dieser Familie am Leben.
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Theater Austheilung vom 3 ten bis 10 x ber 1837
Sonntag den 3 ten … Der Waldbrand
Montag '' 4 ten … Robertder Teufel
Dienstag '' 5 ten … Die Vormundschaft. Wittwe u. Wittwer
Mittwoch '' 6 ten … / /
Donnerstag '' 7 ten … Der Adept (BeneficeH. Eichwald)
Freytag '' 8 ten … Die Ballnacht (dürfte Irrung seyn)
Samstag '' 9 ten … Die Schachmaschine
Sonntag '' 10 ten … Robertder Teufel
224.
Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern Abend von Schwarzenbach rückgelangt.
Daß Freytags auch Theater gegeben wird, dürfte nur wegen des Feyertags möglich seyn.
Sontags verbreitete sich das Stadtgerücht, daß Baron Mladota in Prag am Scharlach gestorben seye; zu wünschen und zu hoffen wäre, daß es nicht bestättigen möchte.
Unterbreite ergebensten Dank für die gütige Erinnerung an mich. Die Aepfel kommen mir ganz erwünscht, da ich einen Pacienten habe. Meine jüngere Tochter ist an den Masern im Bette, und sie goutirt sich an gedünsteten Aepfeln. Ich bin Eure Excellenz sehr dankbar. Geruhen Hochdieselben diese aufrichtige Versicherung gewogendst zu genehmigen, und mir Hochderoselben Wohl gewogenheit ferners zu schenken. Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse küsse ich die Hand, und mit den Bemerken, daß den Menagerie Innhaber hier der Waldteufel zu Grund gegangen, geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
5 xbris 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Werden meine Correspondence vom Sonntag und gestern sehr verspätet erhalten, weil der Gärtnerjunge, ungeachtet ich demselben recht oft wiederhollte, gestern früh, ehe er nach Lustall rückkehret, gewies noch zu mir zu kommen, dennoch nicht zu mir gekommen ist.
In Besorgnis – daß Eure Excellenz diese Verspätung nicht als eine Gleichgiltigkeit von mir betrachten möchten, muß ich davon Erwähnung machen; zugleich aber neuerdings berichten, daß Banquier Baron Eskelles gestern in der Retour-Reise aus Italien nach Wien, zweimal gestern Morgens in Hochderoselben hiesiges Absteigquartier geschickt, und sich erkundigen ließ, ob Jemand von der verehrten Familie in Laibach seye, da derselbe bei der frühern Durchreise Eure Excellenz ein Schreiben gebracht hätte, und nun wieder zufragen wollte, ob Hochdieselben nicht ein Schreiben nach Wien wieder mitzugeben geneigt wären. Da ich durch die Köchinn Marianna erfahren, daß ein Passagier von Malitsch zweimal ins Haus geschickt, und sich wegen Anwesenheit Eure Excellenz oder verehrter Angehörigen allhier erkundigt hätte, ließ ich bei Malitsch nachfragen, erhielt die beschriebene Antwort, und
den Beisatz, daß der Herr Baron um 2 Uhr Nachmittags die Reise nach Wien fortsetzen werde.
Mich zu fernern Wohlwollen empfehlend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin die Hand, so wie ich auch der gnädigen Comtesse die Hand küsse, und mit aller Verehrung mich zeichne:
Eure Excellence
Laibach den 5 ten xbris
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
225.
Vorgestern am Dienstag den 5 ten d. wurde Frau Baron Franz Lazarini von einem Töchterchen glücklich entbunden. Gestern Vormittags vollzog der H. Fürst Bischof die Taufe. Die neu geborne erhielt den Namen Eva – wird Eveline genannt. Taufzeugen waren Frau Bar. Rastnern und in Vertrettung des alten H. Barons Ludwig von Lazarini, der H. Graf Ig. von Blagai.
In Billichgratz gehet der Frau Gräfin viel besser. Nicht der jüngste, sondern der ältere Sohn Anton – des H. Bar. Tauferer ist gestorben.
226.
Graf Deym ist von seinen Urlaub aus Böhmen angekommen; hat die Wohnung bei der Familie Scheuchenstuhl in der Salendergasse genommen.
227.
Das Stadtgerücht von Baron Mladota’s Ableben ist ein Mährchen. Graf Deym hat demselben in der besten Reconvalescenz besucht und gefunden. Bar. Mac-Neven hat heute vor 8 Tagen von demselben ein eigenhändiges Schreiben erhalten, worinnen er selbst seine Reconvalescenz anzeigt. Dieses über mündlich vom Grafen Deym und B r Mac-Neven eingehollte und erhaltene Auskunft.
Baron Tauferer gehet es mit der Halsentzündung heute noch nicht besser; dagegen erhollt sich Fräulein Jeanette v. Klosenau recht gut.
Die berüchtigte Magd vom Gubern. Sekretär Fradenegg hat ihre Unthat eingestanden. Der nicht bester Seits bekannte junge Obresa soll Vater seyn; – ob oder wie fern derselbe an der bösen That Antheil habe, ist unbekannt. –
Heute ist im neuen Casino Gebäude das obere Caffeehaus, und die Lesezimmer eröffnet worden. – Doch wird heuer weder Tombolla noch Tanz seyn, sondern am Montag den 8 ten Jänner 1838 der Saal mit den Ball eröffnet, und in der Fasten die Tombolla dort eröffnet werden. Der Untere Caffeesieder wird erst diese Woche die Localitaeten beziehen; der Traiteur hat schon sein Etablissement vollkommen eröffnet.
Der Herr Gouverneur ist noch leidend; die verwichene
Nacht soll nicht gut gewesen seyn. Dagegen gehet es Frau Wöchnerinn Bar. Lazarini so wie der Neugebornen recht gut, welches über beym H. Gemahl eingehollte Erkundigung berichte.
Theater Austheilung vom 10 ten bis 17 ten x ber 1837
Sonntag den 10 ten … Robert der Teufel
Montag '' 11 ten … Das geraubte Kind. Demois. Bock
Dienstag '' 12 ten … Die Ballnacht
Mittwoch '' 13 ten … / /
Donnerstag '' 14 ten … Johannes Guttenberg. Beneficeder Delle Reger.
Freytag '' 15 ten … / /
Samstag '' 16 ten … Eine der Opernwiederhollt werden.
Sonntag '' 17 ten … Der Barometermacher
Waren so gütig, mich gestern noch mit einen Hasen erfreuen zu lassen. Ich erstatte unterthänigen Dank dafür, und hoffe, daß Hochdieselben und die gnädige Comtesse glücklich und ohne Unfall nach Hause gekommen, und Ihre Excellenz die gnädigste Gräfin auch so wohl, wie verlassen, gefunden haben. Ich küsse den hochverehrten Damen vielmalen die Hand, bitte um allseitig ferneres Wohlwollen, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 10 ten xber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
228.
Gestern Sonntags Nachmittags war ein großer Besuch im Caffeehaus des Casino’s, so, daß mit einemmale über 200 Personen allda versamlet waren.
Auch das Theater war Abend ziemlich besucht, wo die Oper: Robert der Teufel gegeben wurde.
Man munkelt, daß Comtesse Sophie von Auersperg den jungen Husaren Lieutenant Carl Bar. Schweiger heurathen solle. Man hört von einem Dinér bei OberLieut. Seifried Gr. Lichtenberg sprechen, bei welchem dergleichen wie abgemacht worden seyn solle.
229.
Sonntag war kein Empfang beym H. Gouverneur, und S e Excellenz waren gestern ein wenig in Büreau, gehen aber noch nicht aus.
Von den seiner Zeit aus der hiesigen Cassern entwichenen 12 Arrestanten sind nun schon 11 eingebracht.
230.
Montag den 18 ten d. M. wird bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur das erste Soire seyn.
Herrn Baron Tauferer gehet es seit zwei Tagen besser.
Theater Austheilung vom 10 ten bis 17 ten x bris 1837
Sonntag den 10 ten … Robertder Teufel
Montag '' 11 ten … Das geraubte Kind. Medemoiselle Bock
Dienstag '' 12 ten … Die Ballnacht
Mittwoch '' 13 ten … / /
Donnerstag '' 14 ten … Johannes Guttenberg. Benefice Delle Reger.
Freytag '' 15 ten … / /
Samstag '' 16 ten … Opern Wiederholung Robert oder Die Ballnacht
Sonntag '' 17 ten … Der Barometermacher
Die Opern Robert, dann Die Ballnacht machen immer
volle Häuser und also auch gute Casse.
Recht wohl sich zu befinden, und eben so immer die hochverehrten Angehörigen im erwünschendsten Wohlseyn – wünsche ich unablässig, und erlaube mir, Eure Excellenz eine Eröffnung mit der ergebenen Bitte zu machen, meiner wegen dieser Mittheilung nicht erwähnen zu wollen, indem ich eben so ungern Eure Excellenz ohne Kenntnis von der Sache lassen, als auch meinem Hausherrn damit verdrießlich machen möchte.
Donnerstags am 7 ten d. M. hatte meinen Hausherrn, den H. Baron Leopold, als Er aus den alten Casino aus den Lepuschitzischen Hause sich entfernen wollte, ein so heftiger Schwindl befallen, daß er, selbst mit großer Mühe kaum über die Stiegen aus dem Hause, und in das Eigene gelangen konnte, dabei waren seine Finger und die Hände so steif – wie Er selbst sagt, daß Er den Hut auf den Kopf nicht ergreifen konnte. Diese Anfälle von Schwindel wiederhollten sich, nichts desto weniger besuchte der H. Baron Freytags an Marientage das
Theater, war aber genöthigt, zwar erst am Sonntage, ärztl. Hilfe zu suchen, da der Mund ganz nach einer Seiten gezogen, und die Steifheit der Hände und Finger nicht entfernt war.
Wie die Aerzte mit der Wahrheit nicht heraus wollen, so hat der geruffene D r Melzer nach Muthmaßung des Patienten, die Sache für eine Nerven Affection erklärt, und zur Stärkung der Nerven verschrieben. D r Zhuber, der nur zufällig wegen Casino-Baugeschäften zum H. Baron gekommen war, gleich von Aderlas gesprochen, welches Patient nicht erkennen wollte, und so hatte D r Zhuber am Sonntag Mehreren erklärt, daß er den Zustand des H. Barons für einen gelinden Nervenschlag erkenne, welches jeder, der den Zustand sieht, ebenfalls so nennt. – Doch hat der H. Baron in der Nacht vom Sonntag zum Montag, und vom Montag zum Dienstag gut geschlafen, sich also etwas erhollt, allein gestern Dienstags –, zwar mit Bewilligung des Arztes, schon wieder einen Ausgang ins neue Casino Gebäude gemacht, welches
ich bei den nassen Wetter außerordentlich widerrathen, und um Schonung ersucht habe.
Der Herr Baron konnte zwar am Freytag den 8 ten der Mama über sein Unwohlseyn, und gestern über die Besserung selbst schreiben, jedoch bin ich um weiterer Folgen, aus mehreren Ursachen immer besorgt. –
Bitte zugleich Eure Excellenz und verehrten Angehörigen um ferneres geneigtes Wohlwollen, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfinn und der gnädigen Comtesse die Hand, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 13 xber 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
231.
Graf Morzin Hauptmann von Benczur zum Major bei Prinz Wasa avancirt, bleibt in seiner Anstellung.
Bua Corvetten Capitain, Commandant des Dampfschiffes Marianna, erhält das Ritterkreuz des Leopolds Ordens.
Hofrath Bittner bei der General Genie Direction in Wien, ist gestorben.
232.
Frau Hofräthin von Kraus ist gestern Abend 9 Uhr von einen Knaben entbunden worden. Mama und Sohn sollen wohl seyn, obgleich Letzteren zur Welt zu fördern, D r Laschan mitwirken mußte. Es wird die Mama und der Bruder der Frau Hofräthin erwartet, welche vermuthlich die Pathenstelle vertretten werden, und auf welche mit der Taufe zu gewartet werden solle, wenn den Neugebornen nichts zu stößt.
233.
Der bewußte Patient sagt: es gehe besser! Allein die blaue Farbe des Gesichts macht Referenten Sorgen. Es hat sich zwar am linken untern Fuß ein kleines Uibel neu eingestellt, welches auf Gicht oder einen Rothlauf deutet, doch ist die verzogene Mundmuskel noch nicht ganz gebessert, der Blick starr, und die Sprache noch merklich erschwert! –
Man zwingt sich auszugehen; es scheint aber das Gehen doch beschwerlich zu fallen, da man gestern, um die Bar. Elsnersche Familie zu besuchen, dahin fuhr, und beym Aus- und Einsteigen aus und in den Wagen, Hilfe bedurfte; – welches offenbar auf Steifheit der Extremitaeten deutet.
[Ob strani prilepljen listek]: Frau Gräfin Anton Thurn gab gestern Freytags ein großes Soirée!
234.
Uiber letztlich in Laibach in Rede gekommene Vermuthung wegen Entbindung der Frau Gräfin v. Lichtenberg, gebornen Gräfin von Auersperg – wird berichtet, daß dieser Act in der Nacht vom 19 ten zum 20 ten 8bris d. J. vollzogen worden seye!
Der bekannte Strakino-Käse ist schon über 10 Tage bei den Italiener hier zu haben; das Pfund kostet 28 xr CM.
Frau Baron Elsner sendet mit Dank das Buch Panorama des Universums zurück, und bittet um ein anderes.
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Theater Austheilung vom 17 ten bis 21 ten x bris 1837
Sonntag den 17 ten … Der Barometermacher
Montag '' 18 ten … Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person
Dienstag '' 19 ten … Die Ballnacht
Mittwoch '' 20 ten … /
Donnerstag '' 21 ten … Das Kastell von Ursino. Beneficedes H. Leithners
Vom 22 ten bis 25 ten xbrisbleibt das Theater verschlossen.
235.
Der jüngere Sohn des Baron Moritz Tauferers leidet auch an Scharlach; doch schmeichelt man sich, daß das Uibel minder bösartig, als bei den Verstorbenen seye.
Der Conducteur des Eilwagens soll die traurige Nachricht ausgesagt haben, daß in Mahrburg ein Ochse von einem wüthenden Hund gebissen war, und der Ochse geschachtet und verkauft worden; – in Folge dessen 45 Familien erkrankt, und 5 Personen gestorben sind, welche von den Fleische genossen hätten.
236.
Gestern war das Soiré bei S r Excellenz H. Gouv. ziemlich besucht. Es sollen 11 Spieltische nebst den Tombollaspiel gewesen seyn; mehrere Fräuleins spielten Whist.
Der Herr Fürst Bischof soll nicht in der Gesellschaft gewesen seyn; – wie schon gestern gehört wurde, leidet derselbe etwas an Kartar.
Baron Schloissnig ist heute auf 6 Wochen nach Wien abgereist.
Der junge D r Fradenegg – Sohn des Gub. Secretairs allhier, dermalen Bezirks Arzt zu Völkermarkt in Kärnthen, ist zum Kreisphisikus des Adelsbergers Kreises ernannt worden. – Als die Cholera in Laibach hausete, hatte derselbe erst seine medicinische Studien geendet. –
237.
Herr Bar. Max Rechbach pens. Hauptman und Bruder des Neustadtler Kreishauptmanns, dann Rittmeisters Phil. Rechbachs von Kreutberg, ist Montag Abends hier angekommen, um künftig hier zu ubiciren.
Gestern Dienstags kam H. Graf Barbo ins Winterquartier hier in der Stadt an, und heute soll die Frau Gräfin, seine Gemahlin hier ankommen.
Die Mama der Frau Hofräthin Kraus wird erst am 29 ten d. M. hier erwartet, selbe soll am 17 ten d. von Lemberg abgereist seyn. Man hatte die Entbindung so zeitlich nicht erwartet!
Herr Graf v. Stubenberg leidet an Gichtschmerzen, welche sich an den linken Vorderarm gesetzt haben, und seine Frau Gräfin leidet auch noch immer an Zahnweh.
Morgen Donnerstags ist die Benefice Vorstellung für Herr Leithner. Am künftigen Dienstag den 26 ten d. wird Lumpaci Vagabundus gegeben.
238.
Der kleine Sohn Baron Tauferers soll sich übler befinden.
Die Frau Gräfin Barbo ist gestern nicht angekommen, wird heute hier erwartet.
239.
Frau Gräfin Barbo gestern mit Familie aus Unterkrain hier angekommen.
Graf Eugen v. Welsperg OberLieut. von EH Carl Uhlanen ist gestern auf Urlaub hier angelangt.
Der 2 te Sohn des Bar. Tauferer ist gestern Abend hier gestorben.
Geruhen meinen ergebensten Dank zu genehmigen für die mir gestern gemachte Schenkung. – Ich muß aber zugleich meine Ungeschicklichkeit bekennen, daß mir die Benennung der Sache ganz entfallen ist, obgleich Eure Excellenz mir selbe vor einiger Zeit in Lustall nannten; daher bitte ich ganz ergebenst, mich mit den Namen bekannt zu machen, und wage um gnädige Nachricht meiner Undiskretion ferners zu bitten, aber recht sehr zu bitten, wegen einem Fläschchen Eau de Cologne, wenn es Eure Excellenz gefällig seyn wird, doch wiederhole ich meine Bitte, um gütige Nachricht. Bitte endlich um fernere Gewogenheit, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den 22 ten xbris
1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
Unterbreite recht großen, recht ergebenen Dank für das empfangene Fläschchen, und für die gewogene Erläuterung wegen den Erdbirnen, und bitte recht inniglich meiner Behelligung gütigst zu vergeben. Auch erkenne ich gewieß mit recht dankbaren Herzen die Wohlgewogenheit Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und mein Bestreben ist eben stets, Hochdieselbe, so wie Eure Exc. meine dankbaren Gesinnungen an Tag zu legen. Ich wünsche recht glückliche Feyertage; küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand, Eure Excellenz aber bitte unterthänigst, meine unwandelbare Dankbarkeit und Verehrung zu genehmigen, welche ich bis zum Grabe bewahren werde. Bitte um die Fortdauer des geneigten Wohlwollens –
füge zugleich bei, daß sich nichts hier ereignet habe, und geharre mit aller Verehrung:
Eure Excellenz
Laibach den
24 ten xbris 1837
unterthänigst dankbarster
Franz
240.
In der Nacht vom Sonntag zum Montag war auch Metten in der deutschen Kirche. Ein Kerl lies sich in der Kirche einsperren, als der Gottesdienst vorüber war. Ein Schustergesell bemerkte dieses, gab den Messner davon Nachricht, und ein Polizei Mann wurde gehollt, der Kerl richtig gefunden, der bei den Mutter Gottes Altare, bereits die Goldborten abgerissen hatte. Was weiters hätte geraubt werden können, muß man selbst denken; der schlechte Mensch ist verhaftet.
Morgen wird im Theater: Lumpaci Vagabundus gegeben.
241.
Das Neujahr-Soirée bei S r Excellenz dem H. Gouverneur wird nach allseitiger Versicherung, am Montag, als am Neujahrstage seyn.
Theater Austheilung vom 26 xber 1837 bis 1 ten Jänner 1838
Dienstag den 26 ten … Lumpaci Vagabundus
Mittwoch '' 27 ten … Das Castellvon Ursini
Donnerstag '' 28 ten … Der Bräutigam aus Mexico
Freytag '' 29 ten … /
Samstag '' 30 ten … Der Strassenjunge von Paris. BeneficeH. Sauermanns
Sonntag '' 31 ten … Das Kastell von Ursino
Montag '' 1 Jänner – Norma
242.
Aemtlich soll ein, in oder bei Veldes begangener Raubmord einberichtet worden seyn. Es wird dem zu folge erzählt, daß ein Pursch unter den Vorgeben, ohne Dienst zu seyn, bei einem Bauern und Besitzer angekommen, und um eine Unterkunft über die Feyertage gebethen hätte, welchem der gutmüthige Besitzer gewährt hätte. Als aber die Feyertage der Hauswirth mit dem Sohne in der Kirche, und die Hausfrau mit der Tochter allein zu Hause gewesen, und letztere Rosenkranz gebethet, ersah der Pursch die Gelegenheit, die Mutter mit einer Hacke über den Kopf zu schlagen, die gleich todt zur Erde fiel, den zweiten Hieb versetzte er der Tochter gleichfalls über den Kopf, der aber nicht mehr so sicher geführt worden seyn müsse, die Tochter fiel zur Erde, war aber nicht getödtet, sondern – wohl stark betäubt; worauf der Thäter die Truhen öffnete und 200 f CM raubte, damit entfloh und noch nicht ertappt wurde! –
Letztlich passirte hier Herr Graf v. Harrach mit Familie und Dienerschaft auf der Reise nach Italien und in die
Schweitz – mit 5 Wagen, mit der Post hier durch. Ein eigener Courier reiset voraus, und bestellt die Post. Die Reise soll in Folge des Ablebens eines Sohnes, und für längere Zeit statt finden.
243.
Wahrer Bosheit und großem Muthwillen ist es einzig möglich, solche böswillige Beschädigungen auszuführen, wie vor 3 Tagen in den zur Pollana Vorstadt unter N o 2 gehörigen, jedoch in der Nähe der hiesigen großen Fleischbank gelegenen Hause im ersten und 2 ten Stock verübt worden ist, wo zwei Familien wohnen, denen während sie am heil. Tage in der Kirche dem Amte beiwohnten, alle Kleider, Leib und Bettwäsche ganz zerschnitten wurden, daß davon gar kein Stück zu brauchen ist, darunter ein Wickler, welcher 30 f kostete, und darunter auch Stücke eines Lehrjungens. – Wie man heute erzählt, soll einem Studenten, welcher in der Pollana Vorstadt wohnt, sein Mantel gleichfalls zerschnitten worden seyn; – wenn dieser Frevel sich so wiederhollt, sollte man hoffen, den Thäter und Theilnehmer zu ertappen. Der Schaden soll über 200 f CM betragen.
244.
Heute soll eine General Versamlung der Casino Mitglieder statt finden, wo berathen werden soll, ob und wie die Casino Beyträge für die nun sich gesteigerten Erfordernisse – für die Folge erhöht werden sollen, indem sich ein jährliches Deficit von 600 f CM auf die Erforderniß zeigt, welches gedeckt werden muß.
Geruhen meine Verehrung und dankbaren Gefühle zu genehmigen, welche aus Anlaß des eintrettenden Jahreswechsels mit den inngisten Wünschen darzubringen, mich schuldig halte, daß vor allem der Himmel Eure Excellenz noch viele Jahre recht gesund erhalten, und Hochdenenselben und den verehrten Angehörigen die Erfüllung aller Wünsche willfahren, daß die Vorsehung Hochdenenselben alles Gute verleihen, und recht viele Freuden schenken möchte. Besonders wünsche ich, daß in diesem eintrettenden Jahre, wo Eure Excellenz so manche Freude anhoffen, diese ja zu Hochderoselben Zufriedenheit und Beruhigung gereichen mögen! – Zugleich bitte ich Eure Excellenz meinen innigsten Dank für das mir bisher geschenkte Wohlwollen zugemigen, 24 und meine Bitte um fernere Verleihung Hochderoselben Gewogenheit gütigst zu acceptiren. – Gott schenke Eure Excellenz noch recht langes Daseyn, und mir das Glück, mich
mich dessen und Eure Excellenz gütigen Wohlwollens erfreuen zu können! – Ihrer Excellenz der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse,denen die Hand küsse, werde ich meine Verehrung hier bezeugen, daher ich mit Wiederhollung meiner dankbaren Gesinnungen für alles Wohl Eure Excellenz und der verehrten Angehörigen, mit aller Verehrung bis zum Grabe geharre:
Eure Excellenz
Laibach den
30 ten xbris 1837
unterthänigst dankbarster
Franz Hptm.
245.
Gestern soll es bei der General Versamlung des Casino Vereins trotz den Debatten des englischen Parlaments – zugegangen seyn. Redner wurden durch Zischen und Brumen zum Schweigen gebracht, andere Reden durch applaudirung – besser aufgenommen. Das Resultat wurde nicht erzielt, und der Punkt, die Erhöhung der Casino Beyträge bis zu einer anderweit statt gefundenen Revidirung der Rechnungen –, ausgesetzt. – Es war auch davon die Rede, die Zahl der Bälle allenfalls zu vermindern, um das Auslangen ohne bedeutende Erhöhung zu erzielen. – Nach den Präliminäre wäre bei den gegenwärtigen Erfordernissen, und verminderter Einzahlung, ein Deficit über 600 f CM.
Es wurde schon gestern gesprochen, statt der Projecktirten 9 – nur 4 Bälle diesen Fasching im Casino zu halten! – etz
1. Pravilno 1837
2. Pravilno 3
3. ∗ besonders schöne Arbeit
4. ∗ Herr Bar. Tauferer hat mit Bar. Vicktor v. Schmidburg den Gewinn freywillig getauscht.
5. Na istem listu kot št. 86.
6. ∗ Gr. Daun war letztlich genannt!
7. Na istem listu kot št. 119.
8. Pravilno: Juni.
9. Pravilno: Donnerstag.
10. Na istem listu kot št. 151.
11. Na istem listu kot št. 183.
12. Pravilno: 8ten
13. Na istem listu kot št. 203.
14. Ta dodatek je danes pri datumu 4. september, kar pa ne more držati, saj je v njem prepis pisma iz 15. septembra. Zato je uvrščen takoj za 15. septembrom, čeprav ni povsem jasno, kdaj ga je Franz napisal oz. kateremu pismu ga je priložil.
15. Pravilno 8bris
16. Na istem listu kot št. 227.
17. ∗ der Geliebte der Kellnerin, ein Binder von Profession
18. Na istem listu kot št. 246.
19. ∗ Herr von Braunthal bat die Redaction, mit dem Abdruck der von ihm gleichlautend eingesandten Ehrenerklärung nur 1 bis 2 Tage zu warten, da es sich noch um Ergänznug einer nothwendigen Formalität handle. Der Abdruck wurde also um 2 Tage verschoben, während welcher Zeit Herr v. Braunthal seine Beibemerkung zu jener Erklärung einsandte.
20. Pravilno: 9bris
21. Na istem listu kot št. 258.
22. Pravilno 1837
23. Na istem listu kot št. 286.
24. Pravilno: genehmigen