Leto 1835


1835/1
Ljubljana, 1. januar 1835


N ro 1

Wiener Agenten Bericht bringt etwas veraltet die Nachricht, daß der hohe Deutschen Orden mit allerhöchster Bewilligung zehn Nowizen aufgenommen habe, darunter Fürst Lobkowitz, Fürstenberg, Schönborn, Graf Ulm und Coudenhofen – welche bei erreichten 25 Lebensjahr zu Rittern geschlagen, welches eine Function herbei führen wird, die schon über 25 Jahre bey diesen hohen Orden, nicht statt gefunden.

Hinsichtlich der bekannten zwei Häuser in Wien am Graben, welche die Passage nach den Kohlmarkt hin – verengen, und welche die Stadt Wien bereits abgekauft hat, um den Platz zu planiren, und auf demselben S r Majestaet Franz dem 1 ten , ein Monument zu errichten, enthält der Bericht, daß die Niederreißung im nächsten Frühjahr vor sich gehen werde.

S e Majestaet Kaiser von Russland Nicolaus der Erste, sollen Ihrer Majestaet der Kaiserinn Caroline Auguste, Tische von werthvollen russischen Stein verehrt haben, welche bei der russischen Gesandschaft in Wien, auf russischen Fuhrwerken angekommen wären.

Die Vermählung der Königinn von Portugall Maria da Gloria mit den Prinzen von Leuchtenberg auf den 14 ten xbris 1834 durch Procuration festgesezt, soll aus Besorgnissen, welche der Eintritt des Herzogs von Wellington ins englische Ministerium


erzeugt haben soll –, schon am 1 ten xbris 1834 zu Lissabon vollzogen worden seyn.

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Mager – FeldmarschallLieut. und Innhaber eines Artillerie-Regiments pensionirt zu Gratz, und

Jagoby pens. Oberst, sind gestorben.

Hauptmann Pollatscheck von Nassau Inf. hat den innländischen Adel mit den Praedicate: Edler von Nordwall erhalten.

Börsen- Curs am 23 ten xbris 1834 zu Wien

Metaliques á 5 % … 99 7/8 fr CM

Anlehen von 1820 … 213 fr –''

'' '' 1821 … 137 fr 6/8 –''

'' '' 1834 … 556 1/2 fr –''

Bankacktien … 1288 1/2 fr –''

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Herr Graf Joseph von Auersperg ist völlig genesen. S e Excellence H. Gouverneur befinden sich gebessert, auch Baronesse Daria v. Schmidburg soll es besser gehen, allein bei Baronesse Fanni noch keiner Besserung bemerkbar seyn. Heute ist Soire bei S r Excellence dem H. Gouverneur – wo man in Uniform, jedoch in schwarzen Bantalons und Stiefeln zu erscheinen, gestattet ist.


1835/2
Ljubljana, 2. januar 1835


Die Gesellschaft bei S r Excellence dem H. Gouverneur war gestern sehr zahlreich. Es waren 10 Tische mit Spielparthien besezt; die Jugend unterhielt sich mit Tombolla-Spiel. Nach zehn Uhr trennte sich die Gesellschaft. Die Patienten im Hause S r Excellence sind noch bedenklich, besonders Baronesse Fani.

So wie man davon spricht, daß Gubern. Sekret. Jacomini als Gubern. Rath nach Inspruck übersezt werden solle, eben so redet man von der Uibersetzung des Gubern. Rathes Grafen Gleisbach von Inspruck nach Laibach.

Graf Raimund Thurn ist in Laibach angekommen.


1835/3
Ljubljana, 3. januar 1835


Die musickalische Akademie der Philharmonischen Gesellschaft für ihren Musick Fond war noch leidentlich besucht worden.

Nach Agenten Bericht ist der beym Staatsrathe zugetheilte Oberst Harting zum General Major befördert, und als Brigadier nach Siebenbürgen bestimmt worden. Man hört, daß dieser Herr in Siebenbürgen wegen mehreren, in früherer Zeit zum Nutzen des Landes getroffenen Einrichtungen, sehr beliebt seyn solle.

Die allgemeine Zeitung soll die Nachricht enthalten, daß Fürst Tallirant in Diplomatischer Sendung nach Wien kommen, das englische Oberhaus Mitglied Lord Londonderry aber als englischer Bothschafter nach Petersburg bestimmt worden seyn solle.


1835/4
Ljubljana, 4. januar 1835


N ro 4

Vorgestern am Freytage ward auf einmal von dem Feuerwächter des hiesigen Kastellberges – dem Polizei Director, welcher der musickalischen Academie im Deutschen Hause beiwohnte, die Nachricht überbracht, daß es zu Flödnig – und zwar das Schloß brenne; diese Anzeige versezte den H. Besitzer von Flödnig und seine Freunde – natürlich in Schrecken, man eilte aus der Gesellschaft, und eben so eilend zu Wagen nach Flödnig zu; doch schon zu St. Veit wurde sich überzeigt, daß das Feuer zu weit links von Flödnig, und nur ein Waldbrand seye, wie denn auch es wegen des großen Gallenberges – hinter welchem Flödnig liegt, auch nicht möglich ist, selbst vom Kastellberge aus, ein Feuer von Flödnig zu sehen. Die ausgefahrenen Wagen rückkehrten daher von St. Veit, der H. Baron von Lazzarini mit denselben.

Indessen ist gestern bei H. Grafen Joseph v. Thurn die Nachricht eingetroffen, daß sich vorgestern im Schlosse zu Kreutberg ein Kamin entzünden habe, welcher


jedoch ohne Schaden, gelöscht worden ist.

H. Baron von Lazzarini – Vater – ist gestern mit Frl. Tochter Lori von Weissenstein zur Stadt gekommen.

Frau Gräfin von Welsersheim war beym lezten Soire beym H. Gouverneur, also schon ganz wohl.

Frau Gräfin Seraphine von Thurn ist mit Strauchen, und vorgestern hinzu gekommenen Erbrechen, mehrere Tage unwohl, und muß das Zimmer hüthen.


1835/5
Ljubljana, 5. januar 1835


N ro 5

Herr Graf Raimund v. Thurn ist gestern wieder nach Tuino abgereist.

Man hört, daß in Steyermark, Österreich und Böhmen schon und zum Theil hoher Schnee liegen soll, während hier in Krain es nicht dazu kommen kann, daß es schneyet, und der Wintersaat dadurch die dienliche Decke wird.


Theater Austheilung

Vom 4 ten bis 11 ten Jenner 1835

Sontag den 4 ten … Nagerl und Handschuh

Montag '' 5 ten … / / /

Dienstag '' 6 ten … Johanna v. Montfalcon

Mittwoch '' 7 ten Montechi et Capuletti

Donnerstag '' 8 ten … Die Schleichhändler

Freytag '' 9 ten … / / /

Samstag '' 10 ten … Die Zauberlaterne

Sonntag '' 11 ten … Das Pfeffer Röslein


1835/6
Ljubljana, 6. januar 1835


Das Casino war gestern zahlreich besucht, und von Damen und Herrn das Tombolla-Spiel mit Eifer aufgenommen worden. Das erste Spiel wurde das Blatt á 10 xr abgegeben, und keine weiteren Blättern licitirt.

Das Ambo waren 6pr weißlederne Damen Handschuhe.

H. Stelzich, Geistlicher Gubern. Rath.

Terno … 1 kleiner Leichter, 1 Tazen und Lichtscheere blattirter Arbeit.

H. Leuz – Beamter der Bau Direction.

Qua Terno … Zwei Brasletten, bronzirt, in Form von Schlangen.

H. Peschko.

Cinquin … Zwei blattirte Leichter.

H. Graf von Aichelburg.

Tombolla … Ein Eßbesteck im Etui vom gepreßten Silber für Kinder.

H. D r Legat.

Die 2 te Tombolla war gratis; jedweder konnte


die erkauften Blätter behalten.

Ambo … Kartenpresse, bollirt;

waren 3 Ambo, nach der Losung Bar. Lebzeltern geblieben; von Fräulein Beathe v. Zois besezt.

Terno … eine Messingene kleine Kaffee Maschin mit einer Weingeistlampe;

3 Terno; H. Rath, Beamter beym Bezirk der Umgebung Laibach erhielt selbe.

Qua Terno … 6pr weißlederne Damen Handschuhe.

H. Bar. Leopold v. Lichtenberg.

Cinquin … Spieltrügerln auf einer hölzernen Tazen.

H. Bar. Ant. Codelli.

Tombolla … Ein brillantirt geschliffener, mit einer derlei gearbeiteten Schlange umfangener Flacon, worinn ein Loos zur Lotterie des Theresien Baades zu Meidling bei Wien, Ziehung den 27 April 1835. –

Frau von Sicard behielt selbe – nach der Loosung.

Die


dritte Tombolla wurde wieder das Blatt zu 10 xr bezahlt, und die übrigen Blätter licitirt, welche zu 20, 30, 40 bis 50 xr CM hindan gegeben wurden, weil der heutige Uiberschluß der Tombolla, zur Abfuhr für den Stadt-Armen-Fond bestimmt war; in Folge dessen auch der Betrag von 39 fr 31 xr CM aufgebracht worden ist. Ambo, Terno, Qua Terno und Cinquin waren für jeden der Treffer einfache, kleine Brieftaschen von gepreßten Leder bestimmt, in welch jeder ein Loos zur Lotterie des Theresien Bades zu Meidling bei Wien, Ziehung den 27 April 1835, eingelegt war.

Ambo bekam H. Peschko, nach besonderer Losung, nachdem 2 Ambo’s waren.

Terno machte Frau Platzhptmannin. B r Mallowetz.

Qua Terno – Der Sohn Erasmus des D r Wurzbach.

Cinquin … Frau von Klossenau.


Tombolla … einen brillantirt geschliffener, gelb gläserner Flacon, worin das jeden Falls gewinnen müssende Gratis-Loos zu der vorerwähnten Lotterie – gewesen.

Fräulein Victoire v. Codelli.

Eben nach diesen Gewinn war es zehn Uhr, und man griff nach Hüthen, u. Manteln, und eilte nach Hause. Soupirt wurde nur von wenigen Männern.


1835/7
Ljubljana, 6. januar 1835 II


N ro 6

Agentenbericht aus Wien den 2 ten Jänner 1835 enthält:

S e Majestaet der Kaiser hätten den Wiener Weichbischof Johann Emanuel Leonhard zum wirklichen Bischof von St. Pölten ernannt.

Zu Mautern im Kreise O. W. W. wären 16 Häuser abgebrannt.

S e Majestaet der Kaiser hätten allergnädigst zu entschlüssen geruhet, daß die nach den Finanz Patente vom Jahr 1811 von der Verloßung ausgeschlossenen Domestical Obligationen der verschiedenen Stände in den Ländern der Monarchie, eben so, wie derlei Aerarial Obligationen in die Verlosung gezogen werden sollen; wornach die Juden, in deren Händen größtentheils derlei Domestical Obligationen sich befinden, ein ungeheueres Vermögen, und Gewinn erreichen würden, da diese Obligationen bis izt einen sehr niedrigen Curs hatten.

Der wegen Verdacht des Doppelmordes in der Leopoldstadt zu Wien zu Anfang des Jahrs 1834 vollführt, nebst seinem Fourierschützen verhaftete Bruder des unglücklichen Ermor-


deten, soll den Vernehmen nach, ad Causam der Mordthat, von der Criminal-Behörde dermal ab Instantia losgesprochen worden seyn, und nur noch des Imputats, eines sich zugeeigneten Sparkassa-Büchels des unglücklichen Bruders wegen, innsitzen.

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Feuchtersleben GM und Festungs Commandant zu Brod – wird mit FeldmarschallLieutenants Tittel pens.

Drassenovich – Gen. Major Brigadier zu Herrmanstadt wird Festungs Commandant zu Brod.

Börsen Curs vom 2 ten Jänner 1835

Anlehen vom Jahre 820 … 213 1/2 f CM

'' '' '' '' '' '' '' 1821 …………………

'' '' '' '' '' '' '' 1834 … 560 f CM

Metaliques á 5 % … 99 7/8 f CM

Bankacktien …………………………………


1835/8
Ljubljana, 7. januar 1835


N ro 7

Agenten Bericht von Wien gemäß:

Seye man allgemein der Meynung, daß statt den verstorbenen Hofkammer Präsidenten der Ungarischen Hofkammer, Herrn Grafen Carl v. Zichy – der bei der allgemeinen Hofkammer in Wien als vice Präsident angestellte Herr Graf von Szcesen, zum Präsidenten der ungarischen Hofkammer ernannt werden dürfte.

S e königl. Hoheit der Kronprinz von Bayern sollen eine königl. neapolitanische Prinzessin zur Braut sich zu erwählen, beabsichtigen, und die beschlossene Reise nach Prag, soll zugleich eine diesen Zweck betreffende Verabredung mit der Frauen Frauen Herzogin von Berry – wegen – geschehen.

S e königl. Hoheit dieser Kronprinz sollen vor Kurzen samentl. Hof-Equipagen mit der Glanzvollen Bespannung, darunter auch die Galla Eschabraque –, welche seiner Zeit der Großherr – S r Majestaet unserm allergnädigsten Kaiser verehrt, und welche mit orien-


talischen Schmucke übersäet seyn solle, besehen, und daran hohes Wohlgefallen gefunden haben.

Der bekannte Walzer Componist Straus soll eine der, in den lezten Berichten erwähnten, zu Berlin erhalten zwey Tobatieren, mit 50 ℔ gefüllt gefunden haben. Auch sollen S e Majestaet Kaiser Nicol. diesen Musicker nach Petersburg zu kommen, haben engagiren lassen.

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OberstLieut. Siebert von Felsentreu in Pens. ist gestorben.

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Aus Laibach

So wie gestern im Theater statt Johana v. Montfalcon – D r Kramperl gegeben wurde, so ist heute, ungeachtet es eben gestern im Theater anuncirt wurde, daß heute Montechi


und Capuletti gegeben wird, und über welche Ankündigung das Publicum hoch auflachte, weil man sich die Unmöglichkeit einer nur leidentlichen Exequirung dieser schwirigen Oper, schon woraus dünkt – gar kein Theater.


1835/9
Ljubljana, 8. januar 1835


N ro 8

Agenten Nachricht von Wien enthält: daß das Husaren Regmt. Sachsen Coburg – nach Bruck an der Leitha mit dem Staabe, und in der dortigen Concurenz mit 3 Divisionen –, mit der vierten Division in St. Pölten und Concurrenz dislocirt worden seye.

Daß in der Gegend der hohen Brücke zu Wien, zwei Häuser erkauft und eingerissen, und dort ein neues Börsen-Gebäude erbauet werden solle.

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Nächsten Montag den 12 ten d. M. werden die dießjährigen Tanz-Unterhaltungen im hiesigen Casino, mit einem Balle beginnen.


1835/10
Ljubljana, 9. januar 1835


N ro 9

Gestern wurde die Oper Montechi et Capuletti so zu sagen vor leeren Bänken gegeben; im Parterre waren kaum einige 30 Personen, von den Logen kaum bis 8 besezt, und sogar der Siebner Platz oben, nur von Wenigen inne gehalten.

Die Theater Unternehmerinn ist in der bedrängtesten Lage, und es wird ihr nichts erübrigen, als die Sache aufzugeben.


1835/11
Ljubljana, 10. januar 1835


N ro 10

Man hört noch nichts –, wie man die –, mit morgen Sonntags beginnenden Faschings-Unterhaltungen, in der Abwechslung zu genüssen, beabsichtigt; indessen ist Morgen Sontags schon die Gesellschaft bei der Frauen von Welsperg mit Tanz, und Montag den 12 ten , im Casino –, Ball.

Heute wird die erste Collone eines aus Griechenland wieder rückkehrenden k. bayerschen Bataillons, hier ankommen, am 12 ten d. die 2 te Collone auch hier einquartiren, und am 14 ten das ganze Bataillon dann von hier weiter abrücken, um über Gratz nach Bayern zu marschiren.


1835/12
Ljubljana, 11. januar 1835


N ro 11

Agen[ten]bericht Wien den 6 ten Jänner 1835

Die Wiener Vorstadts Kirche zu Maria Trost seye am 1 ten Jänner 1835 durch den hochwürdigsten Prälaten zu den Schotten, wieder feyerlich eingeweihet worden; aus welchen Anlaße die Erwähnung geschieht, daß im Monate Februar 1836 eine noch größere kirchliche Feyerlichkeit dort statt finden werde, nämlich das 100 jährige Jubilaeum der Grundsteinlegung in der St. Carls Kirche, welche Kirche S e Majestaet Weiland Kaiser Carl der VI zur Erfüllung eines Gelübdes, wegen Abwendung der im Jahr 1713 in Wien grassirten Pest, erbauet, und den Grundstein am 4 ten Februar 1736 dazu feyerlich gelegt hat.

In Pohlen und Tyroll soll eine ungeheuere Menge Schnee gefallen seyn, daß dadurch alle privat- und Comerz-Fuhrwerke, und alle Post Passage unendlich erschwert wird. Ein Conducteur eines k. k. Postwagens habe dieses Elementar Hindernisses wegen, 8 Pferde zuspannen lassen, und 12 Mann zur Ausschaufelung des Schnees aufnehmen müssen, wodurch möglich wurde, eine Strecke Wegs von 2 Stunden


in einem halben Tag, in Tyrol zu rück zu legen.

Statt den dermalen zur Aufwartung in Wien befindlichen Palatinal Husaren Regmt., seye für dieses Jahr 1835 das Chevauxlegers Regmt. Vincent, dahin bestimmt worden.

Graf Chiesa pens. titular FML ist gestorben.


Theater Austheilung

Vom 11 ten bis 18 Jänner 1835

Sontag den 11 ten … Johanna von Montfalcon. Wurde gegeben

Montag den 12 ten … / / /

Dienstag den 13 ten … Sollte der Wirwar gegeben werden, wurde: Dreyßig Jahre aus den Leben eines Spielers gegeben.

Mittwoch den 14 ten … Sollte das Pfeffer Röslein gegeben werden; ist aber als Benefice des H. Karschin, die glühende Sichel oder Fluch der bösen That gegeben.

Donnerstag den 15 ten … dürfte dagegen das Pfeffer Röslein seyn.

Freytag den 16 ten … / / /

Samstag den 17 ten … Alpenkönig und Menschenfeind.

Sonntag den 18 ten … Der böse Grollo; oder Schreckensglocke auf den Gotthardsberge.


1835/13
Ljubljana, 12. januar 1835


N ro 12

Agenten Bericht Wien den 9 ten Jänner 1835

Man glaube im Militair zu Wien, daß S e Majestaet der Kaiser das vacante Chevaux Legers Rgt. Vincent, den in Siebenbürgen commandirenden General Freyherrn von Wernhard Excellenz – verleihen dürfte.

Die Dislocations Veränderung der Regimenter Koudelka N ro 40 – und Rodossevich Nro […] werde allerdings statt finden, und ersteres von Pest nach Agram, lezteres von Agram nach Pest übersezt werden; dagegen werde die besprochene Versetzung des Rgts. Mazzuchelli nach Wien, dafür Hessen Homburg Inf. aus Wien anders wohin verlegt werden sollte, nicht statt finden.

Man spreche, daß, wenn es nicht zu der projectirten Sections Abtheilung der hohen Hofkammer in Finanz und Commerz-Wesen kommen sollte, und diese 2 Zweige unter einem einzigen Präsidenten gestellt werden sollten, der H. Hofkanzler Freyherr von Pillersdorf oder der H. Conferenz Rath v. Kübeck zu diesem Praesidium beruffen werden dürften; andertens aber seye man des Glaubens, die hohe Hofkammer werde in allen Zweigen, wie bisher, unter das Präsidium S r Durchl. des H. Fürsten von Lobkowitz gestellt werden, und bleiben.

Es seye das Gerücht in Wien, daß der Großhändler Sinna


zugleich k. griechischer Consul am kais. österr. Hofe in Wien, den ersten oder Hpttreffer. der am 2 ten d. M. in Wien gezogenen rothschildischen Lotterie, von 80.000 f CM gemacht, oder erhalten haben soll.

Curs der Börse am 9 ten Jänner 1835

Anlehen vom Jahre 1834 … 571 1/2 fr CM

Metaliques á 5 % …………… 100 1/6 fr

Bankacktien ………………… 1293


1835/14
Ljubljana, 13. januar 1835


N ro 13

Die Generale: H. FML Freyherr von Enzenberg – bei S r kais. Hoheit dem EH Ludwig, und H. GMLT v. Kalnássy in Pension; sollen laut Agenten Bericht sehr krank und Rettungs los darnieder liegen.

Morgen den 14 ten d. M. marschieren die hier bequartirten Bayern, wieder weiter, und zwar über Gratz – nach ihrem Vaterlande.

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Herr Graf Richard von Auersperg ist hier angekommen, dessen Herr Sohn Graf Xaver von Auersperg mit Frauen Gemahlin nach Grossdorf abgereist.


1835/15
Ljubljana, 14. januar 1835


N ro 14

Morgen ist bei S r Excellenz Herrn Gouverneur Gesellschaft mit Tanz, und dann soll die Wiederholung dieser Gesellschaft alle 14 Tagen statt finden.

Uibrigens verlautbart noch nichts, ob in diesen Fasching so wie im vergangenen Jahre, die Unterhaltungen bey denen verschiedenen Familien sich abtheilen werden, – auch ist hinsichtlich den Redutten, ungeachtet die Unternehmerinn zur Subscribtion auf deren vier angesucht hat, wenig Hoffnung vorhanden, daß solche zu stande kommen dürften.

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Der heute mit dem k. bayerschen Bataillon von hier nach dem Vaterlande Bayern abgerückte Oberst v. Nikels, soll das Generals Diplom als k. bayerscher General erhalten haben.


1835/16
Ljubljana, 16. januar 1835


N ro 15

Der abgelebte reiche Handelsmann Deschmann, dessen Verlaß man auf 200.000 fr CM schätzet, soll sehr edle Legate gemacht haben.

Als Universalerbe wäre der Laibacher Stadt Armen-Fond bestimmt, auch denen Armen auf den Lande, aller 5 Kreise des Guberniums sollen Betrage legirt worden seyn. Den Handlungs-Gesellschafts-Führer nebst den ganzen Waarenlager, noch 8000 fr –; den Hausknecht: 1000 fl –; dann den Armen eines Ortes in Mähren, von wo der Verstorbene seine Waaren größtentheils bezogen, seye auch ein Legat bestimmt, und denen Landkrämern, welche von den Verstorbenen Waare auf Credit abgenommen, wären Beträge 200 und 300 fr –, je nach der Summe, welche geschuldet wird, erlassen, und für den homaeopathischen Arzt D r Mayer, welchem der Verstorbene einen jährlichen Beytrag von 100 fr zugesichert hatte, 2000 fr baar bestimmt worden. Andere frome Legate für Kirchen


und für Verwandte, die ohne Zweifel nicht übergangen seyn werden, sind noch unbekannt.

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Am nächsten Sonntag dürfte die Diner Gesellschaft bei S r fürstlichen Gnaden Herrn Bischof besonders gewählt seyn; H. B r Leopold von Lichtenberg, B r von Lazzarini etz. sind geladen.


1835/17
Ljubljana, 17. januar 1835


N ro 16

Agenten Bericht vom 13 Jänner 835 aus Wien:

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserinn, und die sämtlichen durchlauchtigsten Familien Glieder, befänden sich wohl; – S e kön. Hoheit der Kronprinz von Bayern seye noch in Wien, und gedenken den ganzen Carnevalle, am kais. Hofe noch zuzubringen.

Am 9 ten Jänner seye Wien durch Stürmung mit der Domglocke aus Anlaß eines Feuers, welches in einem ansehnlichen Hause, in einer Wohnung des dritten Stocks, durch Unvorsichtigkeit der Dienstboten entstanden, sehr erschreckt und allarmirt worden. Der Bewohner, der in Brand gerathenen Wohnung soll in sehr großer Gefahr gewesen, jedoch durch einem andern Hausbewohner, welcher mittelst des Stieles eines Beesens, aus dem 2 ten Stocke, den Unglücklichen, ein Seil durch die Fenster zu reichen, möglich wurde, der Art gerettet worden seyn, indem man ihn beym herablassen an diesem Seile, durch das Fenster des 2 ten Stockes zog.

Der kürzlich nach Mähren versezte Herr Hofrath Freyherr von Skrbensky, früher in dieser Eigenschaft in Triest, soll nach allgemeiner Vermuthung eine erledigte Hof-Referendar-


Stelle bei der hohen Hofkanzlei, erhalten.

Das Gerücht von des Promotion des goldenen Vließes erhalte sich, und Graf von Montperi habe die Stelle eines wirklichen Obersthofmeisters bei S r k. Hoheit den Prinzen von Wasa erhalten.

Der Herr FeldMarschallLieut. von Enzenberg, bei S r kais. Hoheit den durchl. EH Ludwig angestellt, dann der Herr GM Marien Theres. Ordens Ritter v. Chimani, Festungs Commandant in Arad –, sind gestorben.

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Börsen Curs am 13 Jänner 1835 in Wien

Anlehen vom Jahre 1820 … 213 1/8 f CM

'' '' '' 1834 … 573 1/8 f CM

Metaliques á 5 % …............ 100 5/16 f CM

Bankacktien ………………… 1289 3/4 f CM

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Herr Graf Richard von Blagai sammt der Frauen Gräfinn sind gestern ins Winterquartier, in die Stadt angekommen.


1835/18
Ljubljana, 18. januar 1835


N ro 17

Man spricht in der Stadt als von einer entschiedenen Sache, daß der hiesige H. LandrechtsPräsident Ritter von Buzzi nach Klagenfurth, dagegen der Triester-Wechsel-Gerichts Präsident Vogou hieher als Landrechts Präsident kommen soll.


Theater Austheilung

Vom 18 ten bis 25 ten Jänner 1835

Sontag den 18 ten … Der Alpenkönig

Montag – 19 ten … / /

Dienstag – 20 ten … Die Schleichhändler –; ist nach den Zettel vom Dienstag: Das Gasthaus zur goldenen Sonne.

Mittwoch den 21 ten Redutte

Donnerstag '' 22 ten … Die Folgen der Leidenschaft. Benefice.

Freytag '' 23 ten … / /

Samstag '' 24 ten … Die Schweitzer Familie

Sonntag '' 25 ten … Das Pfeffer Röslein


1835/19
Ljubljana, 19. januar 1835


N ro 18

Nächsten Sontag den 25 ten d. M. wird Tanzunterhaltung bei Herrn Landrechts Präsidenten von Buzzi seyn, welche Unterhaltung dann nach 14 Tagen wiederholen, nämlich am 8 ten Februar nochmal statt finden wird.

Herr Baron Franz v. Lazzarini ist heute Nacht mit den Eilwagen nach Gratz abgereist, allwo sein Onkel – S e Eminenz Herr Cardinal Graf von Gaisruck schon gestern eingetroffen ist, u. Letzterer auf der retour Reise von Wien nach Mailand, über Laibach gehen wird.


1835/20
Ljubljana, 20. januar 1835


N ro 19

Wiener Agenten Bericht vom 16 ten Jänner:

Das Gerücht, als wenn S e Majestaet der Kaiser sich krank befände, widerlegt der Agent mit deme, daß S e Majest. fast täglich das Hof-Burg-Theater besuchen, in den Zwischen Acten sich Bewegung machen, und in der lezten Woche, also den 13 ten d. höchst eigends Audienzen zu ertheilen –, geruhet haben.

Die lezt angezeigte Dislocations Veränderung der Regimenter Koudelka und Radossevich wird dahin berichtigt: daß

Bentheim Inf. von Ofen nach Agram

Radossevich – '' '' Agram nach Peterwardein u.

Saeldenhofen – '' '' Peterwardein nach Ofen kömmt.

Ein bemittelter Spediteur seye vor Kurzen am Morgen in seinem Bette ermordet gefunden worden. Es soll der Hals abgeschnitten gewesen, am Halse und am Rücken mehrere Stichwunden gefunden worden, und als verdächtig – der Kleiderputzer verhaftet worden seyn.

Ein anderer, nicht näher beschriebener, aber eben so schändlich benannter Raubmord, soll gleichfalls dieser Zeit in der Rossau


verübt worden seyn.

Man habe zu Wien das Leben Napoleons in 4 bildlichen Darstellungen zum Verkauf, darunter jene, wie der Oesterr. Kaiser dem deutschen Imperator seine Tochter widmet – die lezte, und als die glücklichste Epoche bezeichnet –, seyn solle.

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Börsen Curs den 16 ten Jänner 1835 in Wien

Anlehen vom Jahre 1820 … 212 1/6 fr CM

'' '' '' 1834 … 571 7/8 fr''

Metaliques á 5 % ...........… 100 3/8 fr''

Bankacktien ……………… 1287 7/10 fr''

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Aus Laibach

Gestern war das Casino sehr schwach besucht, so, daß man die Anwesenden aufzählen könnte. Vom Bürgerstande waren blos einige Männer und keine Frauen.

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Von den Balle des Sonntags in der Redoutte, das Entre


á 30 xr CM die Masken die Hälfte, wird berichtet, daß nur 30 Personen gegenwärtig waren, daher die Unterhaltung unbelebt, und kurz gewesen ist.


1835/21
Ljubljana, 21. januar 1835


N ro 20

Herr Baron Ignatz von Lazzarini k. k. Kreis Commisair in Gratz, ist von einer über Inspruck nach Italien unternommenen Reise, lezten Montag den 19 ten d. M. mit den Eilwagen hier angekommen; dessen Platz besezte Herr Baron Franz v. Lazzarini im Eilwagen, und reisete, wie schon berichtet wurde, Montags nach Gratz ab, – wohin H. Baron Ignatz von Lazzarini mit den heutigen Eilwagen, auch nachgefolgt ist.


1835/22
Ljubljana, 22. januar 1835


N ro 21

Der pensionirte Fähnrich Thelen hat sich mit dem Fräulein Klementine von Kappus vermählt; die Vermählung fand in Triest statt, und da das junge Ehepaar anher rückgekehrt ist: so hat die Frau Gräfin von Stubenberg heute begonnen, die Frau von Thelen heute denen hie[si]gen Damen aufzuführen.

Die gestrige noble Redutte wurde, wie es voraus zu sehen war, und da auch das Schneegestöber die Gassen sehr unrein gemacht hatte, welches faßt den ganzen Tag anhielt, sehr schwach besucht.


1835/23
Ljubljana, 23. januar 1835


N ro 22

Mittwoch war eine kleine Abendunterhaltung bei Frau Gräfin von Welsersheim; man tanzte, und trennte sich um 10 Uhr.

Nächsten Sontag den 25 ten d. M. wird bei H. Landrechts-Präsidenten von Buzzi noch keine Unterhaltung gegeben, sondern erst am Sonntag den 1 ten Februar soll dieß statt finden.

Graf Deym reiset auf Urlaub nach Böhmen; er hat sich gestern bei B r Schmidburgischen Familie beurlaubt.

Gestern wurde die Frau Tochter des Gubern. Rathes Kogel abermal versehen. Der gute Gubern. Rath ist darüber sehr betrübt, und hegt nicht die geringste Hoffnung einer möglichen Lebensverlängerung, vielmehr ist die Besorgniß, der baldigen Auflosung – sehr groß.


1835/24
Ljubljana, 23. januar 1835 II


Nächsten Sontag den 25 ten dieses Monats wird bei Herr Landrechts Präsidenten von Buzzi noch keine Unterhaltung statt finden, sondern wie verlautet –, erst am Sonntage den 1 ten Februar.


1835/25
Ljubljana, 24. januar 1835


N ro 23

Agenten Bericht Wien den 19 Jänner:

Am 15 ten d. M. seye für diesen Karnevalle der erste Hofball gewesen. Am 13 ten d. war ein großer Ball beym Fürsten Rosamovsky.

Außer den lezt angezeigten zwei Raubmorden, seye in derselben Woche auch ein Selbstmord durch Stürzen aus der Wohnung, in Wien verübt worden.

Der Raub des ermordeten Spediteurs soll auch einen Wechsel von 12.000 f CM, welchen das Handlungshaus Ritter in Wien, bereits acceptirt hatte, enthalten, so wie einige werthvolle Präziosen, weshalb man hoffe, daß der Thäter durch die Wirksamkeit der Polizei ausfindig gemacht werden würde.

Ein Comiss desselben, der über den Besitz mehreren Geldes sich nicht hinlänglich ausweisen konnte, seye eingezogen worden.

Militair Veränderungen

FML Fürst Windischgratz – bisher 2 ter Innhaber von Kaiser Cürasier –; wurde erster Innhaber von Vincent Chev. legers.

FML v. Bertoletti bisher 2 ter Innhaber von Don Pedro Infant. wurde erster Inhaber dieses Regts.

GM Gr Wratislaw – wurde 2 ter Inhaber von Kaiser Cürasier.

Reiche Major von Gral. Staabe wurde OberstLieut. im Corps.


Börsen Curs den 19 ten Jänner 1835 in Wien

Anlehen vom Jahre 1821 … 138 1/4 f CM

'' '' '' 1834 … 570 fr –

Metaliques á 5 % .........… 100 1/6 fr

Bankacktien ………….… 1279 1/2 fr

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Aus Laibach

Man hört wieder sprechen, daß S e kais. Hoheit der EH Franz Carl als vice König nach Italien kommen sollen, welche Sage sich auf Privat Correspondenz aus Wien gründen soll.


1835/26
Ljubljana, 25. januar 1835


N ro 24

Der bekannte Fähnrich Graf Max von Enzenberg von Lilienberg Landwehr, welcher seit lezten Sommer wegen Gebrauch des Baades zu Tyffer beurlaubt war, wegen einer Liebschaft in Cylly, den Urlaub überschritten hatte, endlich unter Arrest nach Gratz zur gerichtlichen Untersuchung citirt wurde, – in Gratz angelangt, sich krank meldete, daher in das dortige Militair Spital abgegeben wurde: soll sich dort erschossen haben, wie es Gratzer Privatbriefe berichten.

Fähnrich Enzenberg soll sogar zu Heurathen, ernstlichen Willens gewesen seyn; man will aber seiner Wahl von keiner Seiten Beyfall geben, indem die Person faßt 2mal so alt, als er, und überdieß hinsichtlich des sittlichen Lebenswandels – von ihr kein Vortheilhafter Ruff dort Gegend herrscht.

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Heute Sontags ist Abend Gesellschaft bei Frau Gräfinn von Welsperg. Morgen Montags ist Gesellschaft im hiesigen Casino, und Donnerstag ist Gesellschaft bey S r Excellence, dem H. Gouverneur.


Theater Austheilung vom 25 Jänner bis 1 ten Februar 1835

Sonntag den 25 ten Jänner 1835. Pfeffer Rösel

Montag '' 26 – '' Pagenstreiche.

Dienstag '' 27 – '' Der Doppelgänger

Mittwoch '' 28 – '' Silphide das See-Fräulein

Donnerstag '' 29 geschlossen, wegen Vorbereitung zur

Freytag '' 30 ten Oper: Semiramis

Samstag '' 31 ten Semiramis, Oper.

Sonntag '' 1 ten Febr. Die beyden Foster.


1835/27
Ljubljana, 26. januar 1835


N 25

Gestern war die Aufwartung bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur sehr zahlreich. Baronesse Fanny von ihrer lezten Krankheit vollkommen hergestellt, und recht wohl aussehend, war gegenwärtig.

Frau Baronin von Zois hat die Frau OberLieutnantin von Hermansthal vom Brooder Gränz Regmt. gestern Ihrer Excellence der Frau Gouverneurin, und andern Damen gestern aufgeführt.

Gestern Abend war bei H. Generaln v. Sivkovich eine kleine Tanz Unterhaltung, woran einige wenige Frleins. Theil nahmen, und die Gesellschaft bis 11 Uhr dauerte.

Der gestrige Maskenball in der Redutt war äußerst stark besucht.


1835/28
Ljubljana, 27. januar 1835


N ro 26

Agenten Bericht Wien den 21 ten Jänner 1835

Am 8 ten k. Monats Februar soll die priesterliche Einsegnung der Prinzessin Tochter S r Durchlaucht des Fürsten von Metternich, mit den Grafen von Sandor in der Nunciatur-Kappelle – durch den päbstlichen Nuncius statt finden, und theils aus diesem Anlasse der päbstliche Nuncius am 2 ten Februar eine diplomatische Tafel geben. Der Herr Nuncius dürfte Wien auch bald verlassen, indem seine Ernennung zum Cardinal nahe bevor stände.

Am 10 ten Februar würde bei S r Durchlaucht dem Fürsten von Metternich diplomatische Tafel, und an demselben Tagen Abends ein Minister Ball bei Hofe statt finden.

Der neue Hofkanzler Graf von Inzaghi seye in Wien eingetroffen.

Der lezt angezeigte Raubmord des Spediteurs in Wien, soll den Vermuthen nach, wohl in der Meinung von einem Unterrichteten unternommen worden seyn, welchem bekannt gewesen seyn mochte, daß ein Ende December bei dem Handlungshause Ritter acceptirter Wechsel von 12.000 f völlig und zu erheben war, daher der Thäter dieses Geld baar vorzufinden hoffen durfte; allein der Unglückliche soll die Prolongation dieses Wechsels bis Ende Jänner selbst verlangt, und hiernach der Thäter von dieser leztern Verfügung keine Kenntniß gehabt, daher bei dieser schrecklichen That, sich sehr getäuscht haben.

Von einen auf der Wieden bei einem Meer-


schaum-Pfeiffen Fabrikanten neuerlich versuchten Raubmord – wird berichtet, daß ein Man in der Tracht eines pohlnischen Juden dahin gekommen, und die Frau des Fabrikanten allein gefunden, mit derselben einen Handel der Waare bei 400 f CM abgeschlossen, dann aber mit einem Hammer der Frau einen Schlag auf den Kopf versetzt, und als diese zusammen stürzte, sich eilig mit der Waare geflüchtet haben, so, daß er ein – auf seiner Flucht zufällig in den Weg gekommenes Kind, übern Haufen geworfen, und glücklich entkommen.

Börsen Curs den 21 ten Jänner 1835 in Wien

Anlehen vom Jahre 1821 … 183 13/16 f CM

Metaliques á 5 % ………….… 100 8/22 f CM

Bankacktien …………………. 1280 7/8 f CM

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Aus Laibach

Gestern Montag war die Casino Gesellschaft stärker besucht; es wurde bei einem Quardette von Violinen und Violon, bis 12 Uhr getanzt; doch waren von wirklich in Laibach ansässigen, nur vier – fünf Familien anwesend.

Auf den Balle der Schüßstatt war ein sehr zahlreiche Besuch; und die Unterhaltung dauerte bis 4 Uhr früh.

Gestern war kein Theater! –


1835/29
Ljubljana, 28. januar 1835


N ro 27

Vermög Wiener Privatnachrichten soll die 2 te Prinzessinn Tochter S r Durchlaucht des Fürsten von Metternich mit den Grafen von Lichtenstein Podstazsky – sich vermählen.

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Wiener Agenten Bericht vom 25 Jänner 1835

Die Wittwe Van Acken seye Willens, ihre vortreffliche Menagerie, die gegenwärtig in Wien seye, zu verkaufen, und sich nur auf den Besitz jener gegenwärtig in Bremen befindlicher, zu beschränken, so wie ihren permanenten Aufenthalt in Bremen zu nehmen. Sie habe die Hoffnung, daß von ihren auserlesenen Exemplaren der Menagerie, S e Majestaet der König von Preußen, mehrere käuflich an sich bringen werde.

Die Bildnisse: Momente aus den Leben Napoleons, werden vom Agenten nach einander beschrieben; bereits ist es damit bis zum Aufenthalt auf St. Helena gekommen.

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Börsen Curs in Wien den 25 Jänner 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 211 3/4 f CM

'' '' '' 1821 … 138 7/8 f CM

'' '' '' 1834 … 571 1/2 f CM

Metaliques á 5 % …........... 100 1/2 f CM

Bankacktien …………………………………

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Aus Laibach


Ein Baron v. Aichelburg ist aus Klagenfurth in Laibach angekommen.

Man hört, daß der unlängst von Trient nach Lemberg übersezte Fürst Bischof Luschin, von S r Majestaet dem Kaiser zum Erzbischof von Görz ernannt worden seye.

Der Ball, welchen S e Excellence der Herr Gouverneur zur Feyer des allerhöchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers zu geben gedenken, würde Mittwoch den 11 ten statt finden, – da ohne Zweifel S e fürst. Gnaden unser verehrte H. Bischof den Donnerstag, als am 12 ten Februar ein großes Dinér geben werden.

Herr Graf Ignatz von Blagai ist mit Familie in die Stadt gekommen.


1835/30
Ljubljana, 29. januar 1835


N ro 28

Die Frau Tochter des Gubernialrathes D r Kogel – vereheliget an den Kreis Commissair Schonta, ist gestern Nachmittags 5 Uhr gestorben. Sie hinterlies 4 Kinder.

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Polizei Director Sicard ist seit einiger Zeit unwohl, mußte das Bette hütten, ist aber nun in der Besserung.

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Auch Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg, deren Namensfest morgen den 30 ten fällt, gehet es hinsichtlich des Gesundheits-Zustandes besser, so wie der Kamerfrau derselben, es besser gehet.


1835/31
Ljubljana, 1. februar 1835


N ro 31

Privat Briefe aus Mailand enthalten die Nachricht, daß S e Eminenz der Kardinal Graf von Gaisruck von dort nach Ollmütz übersezt werden solle, für welchen Fall der gegenwärtige Erzbischof von Ollmütz Graf v. Chotek wohl nach Lemberg kommen, auf jeden Fall aber einer dieser zwei würdigen Oberhirten die Bestimmung nach Lemberg erhalten dürfte. Bekanntlich ist S e Eminenz der Kardinal und Mailänder Erzbischof Graf v. Gaisruck gegenwärtig in Wien.

Auch enthalten diese Privat Briefe, daß man in Mailand davon spreche, daß S e kais. Hoheit der EH Franz Carl – als vice König nach Italien kommen, S e kais. Hoheit der EH Rainer aber sich nach Wien begeben würde.

Gestern ist die officielle Nachricht eingelangt, daß alle Grenz Truppen nach Haus marschiren sollen, und demnach die hiesigen binnen 3 Wochen zu dieser Bestimmung von hier abrücken würden; noch


ist unbekannt, welcher Ersatz für die zwei in Krain befindlichen Grenz Bataillone kommen werde.


Theater Austheilung

Vom 1 ten bis 8 ten Februar 1835

Sontag den 1 ten … / /

Montag den 2 ten … Schloß Greifenstein

Dienstag '' 3 ten Semiramis oder Taschenbuch

Mittwoch '' 4 ten … / /

Donnerstag '' 5 ten … Irrenhaus von Dijon

Freytag den 6 ten … / /

Samstag '' 7 ten Semiramis oder Taschenbuch

Sonntag '' 8 ten … Teufelsmühle


1835/32
Ljubljana, 4. februar 1835


N 34

Wiener Agenten Bericht vom 30 Jänner 1835

Zeiget die jungen Cavaliere an, welche die Zusicherung zur Aufnahme in den Deutschen Orden erhalten, und sich gröstentheils bereits dem Noviciat unterzogen haben:

Fürst Lobkowitz –; Landgraf von Fürstenberg–; die Grafen Boos Waldeck–; Breda–; Cavriani–; Coudenhoven–; Kollonitz–; Schönborn–; und Stadion–; Freyherr v. Ulm, welche auch meistens dem Militairstande angehören.

Vor kurzen soll der Innhaber einer wohl eingerichteten Specerei Waaren Handlung am Graben seine Zahlungen eingestellt, und wegen einer Wechselverfälschung, welche man ihme zugleich zur Last legte, glaubte man, als dessen Verschwinden vom Wiener Platze wahrgenommen wurde, daß derselbe sich in die Türkey sich geflüchtet haben konnte, weil solcher Fälle bereits einige schon geschehen. Indessen wurde eine Leiche aus der Donau geworfen, und in derselben der vermißte Handelsman erkannt, welcher sich um der Schande zu entgehen, selbst ersäufte.

Ein anderer Material und Specerey Händler in derselben Gegend mit dem Gewölbe situirt – habe gleichfalls seine Zahlungen eingestellt, und sein Gewölbe gesperrt, allein keineswegs in Folge einer schlechten That, sondern blos aus unglücklichen Speculationen.

Man hege in Wien allgemein die Hoffnung, daß die Spanischen, Belgischen Angelegenheiten bei den englischen Ministerium, welches aus Tories gewählt, seine Stättigkeit erlangen dürfte, bald sich ordnen, und da dieses Ministerium die bisherige Friedens-Politick zu ver-


folgen verspricht, es dieser und den andern hohen Regierungen vollkommen gelingen möchte, die Ruhe vollkommen herzustellen, und dann die stehenden Heere aufzulösen.

Am 29 ten Jänner war ein glänzender Hofball, wobei alles in vollkomensten Galla, die Herrn in Fest-, die Damen in Schlepp Kleidern erschienen sind.

Börsen Curs in Wien den 30 Jänner 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 210 f CM

'' '' '' 1821 … 138 13/16 f

'' '' '' 1834 … 573 1/8 f

Metaliques á 5 % ….......... 100 17/32 f

Bank Actien …………………… 1293 f

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Zum Ersatz der aus Krain abrücken zwei Croaten Bataillonen solle eines der 3 Illyrischen Werbbzks. Regimenter von hohen Orten bestimmt, und die Bestimmung dem in Italien Commandirenden Generaln Grafen von Radezky überlassen worden seyn.


1835/33
Ljubljana, 5. februar 1835


N ro 35

Morgen ist Fräuleins Daria von Schmidburg Namens Tag.

Heute Donnerstag Abend ist eine Gesellschaft mit Tanz beim H. General von Sivkovich.

Die gestrige Redutt war so schwach besucht, daß um halb 1 Uhr der Saal geschlossen wurde, und sonach derselbe von Gästen so zeitlich verlassen war.


1835/34
Ljubljana, 6. februar 1835


N r 36

Baronin Born – Schwägerinn Ihrer Excellence der Frau Gouverneurin – izt Wittwe, ist hier zum Besuch angekommen.

Baron Franz v. Lazzarini ist von der nach Gratz unternommenen Reise, gestern hier zurück angekommen.

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In der nächstkünftigen Wochen sollen folgende Unterhaltungen statt finden:

Sonntag Abend – Gesellschaft bei Frau Gräfin v. Welsperg.

Montag Abend – Casino Ball

und Schüßstatt Ball – zur Feyer des Geburtsfestes S r Maj. des Kaisers.

Dienstag Abend die sogenannte Kaiser Redutt.

Mittwoch – '' Gesellschaft und Ball bei S r Excellence dem H. Gouverneur zur Feyer des Gebürtsfestes S r Majestaet des Kaisers.

Donnerstags Mittags dürfte H. Bischof Dinér geben, und Abends ist Theater mit Beleuchtung des Schauplatzes, zur Feyer des Geburtsfestes S r Maj.

Freytag Abend ist aus lezt besagten hohen Anlasse, mu-


sickalische Academie.

Man hört, daß der bereits den Docter Grad besitzende älteste Sohn des Gerichts Advokaten D r Wurzbach, heute morgens am Nervenfieber gestorben ist.

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Die Tanzunterhaltung gestern bei dem H. Generaln dauerte bis 1 Uhr Nachts.


1835/35
Ljubljana, 7. februar 1835


N ro 37

Nebst dem, daß die Rücksendung der Grenz Truppen schon große Hoffnung erregen muß, da sich die Umstände friedlich gestalten, dürfte dieß Letztere noch mehrere Bestättigung dadurch gewinnen, daß gemäs Agenten Nachrichten der Verkauf aller Fuhrwesens- und Artillerie Bespanungspferden, welche keine zweyjährige Dienstleistung hoffen lassen, dann die Disolvirung mehrerer Fuhrwesens-Transports Divisionen, angeordnet worden seyn solle.

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Wegen des hohen Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserinn am 8 ten d. – ist das für den 12 ten zur allerhöchsten Feyer des Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers angetragene Theater mit Beleuchtung des äußern Schauplatzes – auf heute, vereinigend übertragen worden.


1835/36
Ljubljana, 8. februar 1835


N ro 38

Herr Graf v. Saurau ist heute nach Gratz abgereist.

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Der gestrige Bericht hinsichtlich des Theaters muß dahin berichtiget werden, daß, obgleich die äußerere Beleuchtung des Schauplatzes auf den Theater-Zettel nicht bemerkt gewesen, diese doch statt gefunden; allein die im Bericht erwähnte vereinte Feyer der beyden allerhöchsten Geburtsfeste Ihrer beyden Majestaeten nicht – sondern nur jene Ihrer Majestät der Kaiserinn erfolget, daher die Feyer des allerhöchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers, am nächsten Donnerstag im Theater statt finden wird.


1835/37
Ljubljana, 9. februar 1835


N ro 39

Hauptmann Graf von Welsersheim von Lilienberg – Bruder des hiesigen Gubern. Rathes ist aus Italien hier eingetroffen, und reiset nach Wien.

Es ist nun außer Zweifel, daß zum Ersatz der aus Illyrien abrückenden zwei Bataillonen Gradiscanern und einem Bataillon des Broder Grenz Regts. – drey Bataillone des Freyherrn Lattermann 7 ten Inf. Regmts. aus Italien – zum Ersatz nach Illyrien kommen, welche Bataillons weise am 6 ten , 7 ten und 8 ten d. M. aus ihren Standquartiren in Italien, bereits aufgebrochen sind.

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In der Nacht von gestern auf heute – hat es geschneyt, und Dächer so wie die Strassen sind mit Schnee bedeckt.


1835/38
Ljubljana, 10. februar 1835


N ro 40

Agenten Bericht Wien den 3 ten Febr.

Nebst den zur Rückkehr aus Italien bestimmten Illyrischen Regt., ist auch Kaiser Jäger nach Tyrol rückgekehrt, und in die alt bestandenen Quartierstazionen mit restringirten Loco stand – dislocirt worden.

Die Rückkehr dieser und der sämtlichen Grenz Regimenter läßt hoffen, daß, ehe 5 Monate vergehen, große Reducirungen in allen Waffengattungen der k. k. Armee statt haben werden, davon die Landwehr und das Fuhrwesen den Anfang machen dürften.

Diese Meinungen basiren sich auf die sichere Berechnung, daß die fernere Erhaltung so großer stehender Heere, den Staatsschatz aller hohen Staaten nicht nur sehr belasten, sondern ganz erschöpfen müsse; daß aber die in allen hohen Kabinetten wachsende, erwünschte Harmonie, durch das allseits beurkundende, weise Einschreiten gegen jede muthwillige Ruhestörung, und durch Bethätigung der Ideen Annäherung der hohen Regierungen, zur Erhaltung dauerhafter Ruhe, der politische Horizont sich der Art von Tag zu Tag gestaltet, daß man sich der süßen Hoff-


nung einer allseitigen langen Ruhe, trostvoll schmeicheln könne.

Man zweifle auch nicht, daß auch Frankreich von denselben Gesinnungen durchdrungen, zur Erhaltung des eigenen Staatsschatzes, die wohlthätige Entwaffnung und Einberuffung der französischen Armée Corps vielleicht schon decretirt hat, oder es nächstens thun wird.

Der Thäter des lezt angezeigten, versuchten Raubmords bei den Pfeiffen Fabrikanten, welcher die That maskirt vollbrachte, soll auf der Flucht eingehollt und verhaftet, die Schreibtafel sammt werthvollen Stecknadl des ermordeten Spediteurs aber, von einem polizei Soldaten gefunden worden, der Barbier und Kleiderputzer dieses Spediteurs aber, aus der Haft entlassen worden seyn.

Curs der Börse in Wien am 3 ten Febr. 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 209 3/10 f CM

Bankacktien …………………… 1287 1/4 f CM

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Theater Austheilung

Donnerstag den 12 ten Febr.: Habsburgs-Erbe


Samstag den 14 ten Silphide

Sonntag '' 15 ten … Otto von Wittelsbach.


1835/39
Ljubljana, 11. februar 1835


N ro 41

Agenten Bericht vom 6 ten Febr. 1835

Glaubwürdigen Gerüchten gemäß, werde bei der Artillerie und Fuhrwesens Bespannung, die Reduction schon izt, und soll demnächst bei der Inf. die Reduction bis auf 140 Man p r Compagnie erfolgen.

Man hege die volle Hoffnung, daß auch der König der Franzosen zur Entwaffnung schreiten, und das allenfalsige Ansuchen der Spanischen constitutionellen Regierung um Intervenirung in die dortigen Angelegenheiten, abweisen werde; – daher dieses alles auf die zu nehmende, erfreuliche Consolidirung der Ansichten, zur Erhaltung des europäischen Ruhestandes, zeiget.

Wegen der schon mehr erwähnten Ermordung des Spediteurs Wagner, seyn 4 Individuen in gerichtlicher Untersuchung.

Ein Wiener Börsengericht besage, daß Don Carlos0,in Folge eines von Mina veranstalteten Hinterhalts – in des Leztern Gefangenschaft gerathen wäre.

Jaentschke GMajor und Festungs Commandant in Alt Gradisca – ist gestorben.

Börsen Curs Wien den 6 ten Februar 1835


Anlehen vom Jahre 1820 … 212 1/8 f CM

'' '' '' 1834 … 572 1/2 f

Metaliques á 5 % ............… 100 4/5 f –

Bankaktien ………………….… 1300 f

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Aus Laibach

ObLt. v. Herrmannsthal vom Brooder Grenz Regmt. ist gestern gestorben; wird morgen N. M. begraben.

Zur Feyer des allerhöchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers wird heute Abends bei Eröffnung des Balles bei S r Excellence dem H. Gouverneur, vom Kastellberge geschossen, und eine Anzahl Salven gegeben werden, welche morgen Donnerstag den 12 ten früh um 7 Uhr mit 101 Schuß fortgesezt, und bei dem Hochamte, so wie während der Tafel bei S r fürstl. Gnaden dem H. Bischof – die Salven gegeben werden.

Ein Stadtgerücht läßt den türkischen Sultan ermorden, und bei der Minderjährigkeit dessen Sohnes, die Regierung von zwey Großen des Reichs ad interim übernehmen, bis zur Großjährigkeit desselben.

Der Besuch der Redutt von gestern war, obgleich in


einigen Privathäusern Unterhaltungen waren, dennoch ziemlich gut zu nennen. Bis 12 Uhr waren jedoch nur 16 bis 20 Masken vorhanden.


1835/40
Ljubljana, 12. februar 1835


N ro 42

Der verstorbene OberLieut. von Herrmannsthal wird heute Nachmittag halb 6 Uhr begraben.


1835/41
Ljubljana, 13. februar 1835


N ro 43

Mit den heutigen Concert, welches die hiesige Philharmonische Gesellschaft zur Verherrlichung des höchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers gibt, enden die dießfälligen Festlichkeiten.


1835/42
Ljubljana, 14. februar 1835

Eure Excellence!

Wollen gnädigst meine Besorgniß wegen Hochderoselben Unwohlseyn genehmigen, welcher unangenehme, ja für mich sehr betrübte Umstand mir immer gegenwärtig ist, und ich meine warmen, innigsten Wünsche hiemit Eure Excellence mit deme unterbreiten muß, daß Hochdieselben von allen körperlichen Schmerzen befreyet, einer andauernden, von jeden Rechtlichen gewunschen werdenden Gesundheit genüssen, von allen, wie immer gearteten Uibeln stets verschont bleiben mögen; damit Eure Excellence den Mitmenschen so wohlthätiges Daseyn, noch viele Jahre gefristet seyn, und ich so glücklich seyn möchte,


Hochderoselben gnädigen Wohlwollens, mich erfreuen zu dürfen. Mit innigsten Gefühlen der Dankbarkeit wünsche ich, daß Eure Excellence von den Leiden des Zahn- und damit in Verbindung trettenden Kopfreißen, wirklich schon ganz befreyet seyn mögen; wage mich zu fernern Gnaden anzuempfehlen, und mit aller Verehrung zu zeichnen:

Eure Excellence

Laibach den

14 ten Februar

1835

unterthänigst dankbarer

Franz Hptm.


1835/43
Ljubljana, 15. februar 1835


N ro 45

Agenten Bericht Wien den 10 ten Febr. 1835

Am lezten Donnerstag den 5 ten Febr.war Kammer-Hof-Ball.

Bei den vorlezten Hofball überstrahlte bestimmten Vernehmen nach, die nun mehrige Frau Gräfin Santor, geborne Prinzessin von Metternich – durch außerordentlichen, mit lauter Soliteurs besezten Brillandschmuck, die ganze sehr elegante Versamlung. Die Vermählungsfeyer ist am 8 ten d. in der Nuntiatur-Kapelle vollzogen worden.

Aus diesem Anlasse wird am 13 ten d. S e Durchlaucht der Hof- und Staatskanzler Fürst von Metternich, einen großen Ball geben.

Freytag den 6 ten war beym Russischen Botschafter ein glänzendes diplomatisches Soire.

In der Nacht vom 6 ten zum 7 ten d. M. starb zu Wien der FML, Artillerie Divisionair und Innhaber des Inf. Regts. N. 16, H. Graf Xtian v. Kinsky, und in derselben Nacht, auch in demselben Hause, der 20jährige Graf v. Stannberg.

Einen Gerücht zu Folge, sollen die zwei Thäter des im vo-


rigen Jahre in der Leopoldstadt verübten doppelten Mordes entdeckt, verhaftet, und diese aus der Klasse der Schiffleute seyn.

Das Börsen Gericht von der Gefangennehmung Don Carlos, hat sich nicht bestättiget.

Das Inf. Regt. EH Stephan wird von Ollmütz nach Pesth bestimmt.

Börsen Kurs zu Wien am 10 ten Febr. 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 212 11/16 f CM

'' '' '' 1821 ………….. 139 f''

'' '' '' 1834 ……… 578 7/8 f''

Metaliques á 5 % ................… 101 4/32 f''

Bankacktien ………………...… 1308 1/5 f''

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Aus Laibach

Man hört, daß in der nächsten Wochen folgende Unterhaltungen statt finden sollen:

Sonntag bei Frau Gräfin von Welsperg – Gesellschaft und Tanz

Montag – Kasino Gesellschaft mit Tanz


Dienstag bei Frau Baronin Ant. v. Codelli: Tanzunterhaltung.

Mittwoch ist Redutt.

Donnerstag soll der Direckter der Zuckerrafinerie H. Heller, eine Tanzunterhaltung geben.


Theater Austheilung

Vom 15 ten bis 22 ten Februar 1835

Sontag den 15 ten … Die falsche Sonntag. H. Dorach als Gast.

Montag den 16 ten … / / /

Dienstag '' 17 ten … Das Taschenbuch

Mittwoch '' 18 ten … / / /

Donnerstag '' 19 ten Mylady Mann und Lieuten. Frau

Freytag '' 20 ten … / / /

Samstag '' 21 ten Heilmittel und Nach Sonnenuntergang

Sonntag '' 22 ten … Donau weibchen. 1 Theil


1835/44
Ljubljana, 17. februar 1835


N ro 46

Wiener Agenten Bericht vom 13 ten Febr. 1835

Von der feyerlichen Trauungs Ceremonie am 8 ten verdient nachgetragen zu werden, daß nach dem Trauungs Act –, zu welchem der Bräutigam von den erlauchten Fürsten Staatskanzler, die Braut aber, unter andern mit einem kostbaren doppelten Kopf Diadem von Brillanten, von Ihrer erlauchten Stiefmutter eingeführt wurde, eine Soirée bei dem Herrn Nuntius statt hatte.

Ein trauriger Vorfall hat in Wien allgemeine Theilnahme erregt. Ein Adjutant bei einem, in der Nähe von Wien domicillirenden H. General und Rgts. Inhaber hat, wie es heißt zu der Ziehtochter des Leztern eine unauslöschliche Liebe und Neigung gefaßt, welche ihn auch erwiedert, und eine eheliche Verbindung zwischen Beyden verabredet, durch diese Erklärung aber ein Zerwürfniß zwischen H. Generaln und dem Adjutanten herbeigeführt wurde, und dieses das Fräulein veranlaßte, Vitriolöhl zu nehmen und dem Leben ein Ende zu machen. Alle angewendeten Mittel waren vergeblich. Ihre heißen Wünsche der ehelichen Trauung wurden nicht erfüllt, bis zur Stunde des Todes; doch wurde die Einwilligung des H. Generals damit gegeben, daß derselbe die Hände der Beyden in einander legte, allein der Tod erfolgte, und der Adjutant, obgleich ganz mit den H. General ausgesöhnt, habe sich 8 Tage später durch Pulver und Bley, den Tod selbst gegeben.

Ein Stadtgerücht lasse vernehmen, daß ein Handels Individuum, in die Mordgeschichte des Spediteurs Wagner verwickelt, und des Mitwissens des Mordes verdächtig, welches aber am Tage der That von


Wien nach Mailand verreist war, seye in leztern Ort arretirt, und nach Wien gebracht worden.

Der bei S r Durchlaucht dem Fürsten Staats Kanzler statt gehabte große Ball, solle unter den bisherigen, zu den glänzendsten gehören.

Der lezt an demselben Tage und in demselben Hause mit H. FML Grafen Xtian Kinsky verstorbene junge Cavalier, heißt Graf Sternberg, nicht Stannberg.

Börsen Curs in Wien am 13 ten Febr. 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 212 3/4 f CM

'' '' '' 1821 … 139 1/4 f''

'' '' '' 1834 … 582 3/6 f''

Metaliques á 5 % …........... 101 1/2 f''

Bankaktien ………………. 1318 1/3 f''

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Wie man in Laibach spricht soll der H. General Rgts. Innhaber – von Strauch seyn.

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Den innigsten, wärmsten Wunsch – wage ich hier beizufügen, daß Eure Excellence von den leidenden Schmerzen befreyet seyn mögen; un[ter]thänigster

Franz Hptm.


1835/45
Ljubljana, 18. februar 1835


N ro 47

Der gestrige Bericht muß dahin berichtigt werden, daß hier der H. General von Rgts. Innhaber Graf von Hohenegg nicht Strauch, genannt wird, dessen Ziehtochter den unglücklichen Tod sich bereitet hat.


1835/46
Ljubljana, 19. februar 1835


N ro 48

Privat Nachrichten aus Wien sollen bekannt geben, daß die Besetzung der hier Landes erledigten Kreis Commissairs Stellen, hohen Ortes entschieden, und demnach

2 ter Kreis Commissair v. Garzarolli zum ersten

3 ter Kreis Commissair Salomon zum zweyten vorrücken, dann

Gubernial Concipist Langer und

'' '' Sachse zu Commissairen dritter Classe, befördert

worden seyn sollen, wordurch dann im Wirkungskreis des hierländigen hohen Guberniums, statt den zwei Leztern, zwey Concepts Practicanten zu Concipisten zu befördern seyn werden.


1835/47
Ljubljana, 20. februar 1835


N ro 49

Morgen Samstag werden hier auf den Marktplatze bey 40 Stück Zugpferde vom Aerar verkauft werden, davon einige allerdings mit kleinen Defecten behaftet, die meisten aber nur wegen vorgerückten Alter, ausgemustert worden sind, und daher bei Landwirthschaften zu verwenden wären.


1835/48
Ljubljana, 21. februar 1835


N ro 50

Der Herr Oberste von Seidl vom Brooder Grenz Regiment ist heute, begleitet von seiner Frau Gemahlinn, von hier nach Triest abgereist, und gedenkt künftigen Donnerstag den 26 ten der künftigen Woche zurück zu kommen. – Der Herr Oberste hoft, noch vor seinem Abmarsch nach Slavonien, Eure Excellence in Lustthal aufwarten zu dürfen.


1835/49
Ljubljana, 21. februar 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen gnädigst meine innigste Theilnahme zu genehmigen, welche ich wegen der vielen Schmerzen, die Eure Excellence erleiden, gewieß recht inniglich empfinde, und sehnlichst wünsche, daß Hochdieselben von diesem Kopfübel befreyet seyn möchten, da dieses auf den ganzen Körper einwirkt, und so einer Krankheit gleich kommt, von welcher stets befreyet, und Eure Excellence immer in erwünschester Gesundheit zu wissen, mein Glück nennen muß, wozu mich die dankbarsten Gesinnungen für Eure Excellence gnädiges Wohlwollen, verbinden; daher ich ausruffen muß: Gott erhalte Eure Excellence viele Jahre, und schenke Ihnen die beste Gesundheit.

Eure Excellence verehrte Familie befindet sich, wie Hoch-


dieselben sie verlassen haben, war gestern Abend bei der Frau Schwester, der gnädigen Frau Gräfin von Hohenwarth, der H. Graf Hohenwarth war bei Zeiten von der gemachten Tour rückgekehrt.

Wenn Eure Excellence gnädigst erlauben würden, möchte ich Dienstags Nachmittags so frey seyn, in Lustall aufzuwarten, und wenn ich nicht lästig würde, Mittwoch u. so lange Eure Excellence mich zu dulden geruhen, Gesellschaft zu leisten, mich bestreben, und dahin zu gelangen, schon eine Karrette mir besorgen.

So glücklich zu seyn, Eure Excellence schon izt wohl zu wissen, würde für mich eine große Freude werden, und da ich es so sehr inniglich wünsche: so muß ich es


auch recht sehr hoffen, und unterthänigst um die gnädigste Genehmigung bitten, daß ich mit aller Verehrung und Ehrfurcht ersterbe:

Eure Excellence

Laibach den

21 ten Februar 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/50
Ljubljana, 22. februar 1835


N ro 51

Herr Graf von Saurau ist mit Frau Gräfin gestern aus Gratz hier rückerwartet worden, und auch angekommen.

Für die nächste Woche sind folgende Unterhaltungen bestimmt:

Heute am Sonntag beym H. Präsidenten v. Buzzi

Montag ist großer Ball im Casino

Dienstags Tanz Unterhaltung bei Polizei Director Sicard

Mittwoch ist Redutt

Donnerstag – Tanz Soire bei S r Excellence H. Gouverneur.


Theater Austheilung vom 22 ten Febr. bis 1 ten Merz 1835

Sonntag den 22 ten Febr. … Donauweibchen erster Theil

Montag '' 23 ten'' … / /

Dienstag '' 24 ten'' … Die Korsen in Ungarn

Mittwoch '' 25 ten'' … / / (Redutt)

Donnerstag '' 26 ten'' … Das Irrenhaus zu Dijon

Freytag '' 27 ten'' … / /

Samstag '' 28 ten'' … Die Zauber Flöte

Sonntag '' 1 Merz … Donauweibchen 2 ter Theil


1835/51
Ljubljana, 23. februar 1835


N ro 52

Agenten Bericht Wien den 17 ten Febr. 1835

Dem Leichenbegängniß des Herrn FMLts und Rgts Innhabers Grafen Xtian v. Kinsky hatte eine zahlreiche Generalitaet beygewohnt, und die Leiche ist in die Familien Gruft nach Böhmen abgeführt worden.

Das französische Journale des Debatte soll ein rühmliches Zeugniß vom H. General Cubieres – Commandanten der französischen Besatzung von Ancona enthalten, welcher General mit Bewilligung der beyden Regierungen, den lezten großen Maneuvres der italienisch-österr. Armée beigewohnt, und über Letztere ein großes Lob gibt, daß diese Armée rücksichtlich ihrer Vortrefflichkeit, die Erste in Europa wäre; welches Zeugniß in öffentlichen Blättern eines, gegen Oesterreich nicht allerdings wohlgesinnten Landes, und auch dadurch am so beachtenswerther wird, als die königl. französische Armée bisher immer, sich für die Erste in Europa erkannte.

Die zwei Thäter des schon mehr erwähnten, im vorigen Jahr in der Leopoldstadt in Wien verübten doppelten Mordes, aus dem Schifsvolke der Donau, wären von Linz nach Wien zur Criminal Untersuchung eingebracht, allein einem Stadtgerüchte gemäß, wegen ermangelnder Beweise, wieder in Freyheit entlassen worden.

Börsen Curs in Wien am 17 ten Febr. 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 212 7/16 f CM


Anlehen vom Jahre 1821 … 140 1/4 f CM

'' '' '' 1835 ……… 583 f CM

Metaliques á 5 % …........ 101 25/32 f CM

Bankaktien ……………………. 1318 f CM

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Aus Laibach

Gestern war die Unterhaltung bey H. Landrechts Präsidenten von Buzzi sehr elegant, sehr lebhaft und stark besucht; dauerte bis 2 Uhr.

Zu den gestern gemeldeten Unterhaltungen wird nachgetragen, daß heute Montags nebst den Casino Ball, auch Ball auf der Schüßstatt, – und morgen, nebst der Tanz Unterhaltung beym H. Polizei Director Sicard, auch eine Unterhaltung der Art, den Rgts. Erziehungsknaben gegeben wird.

Nachrichten von Gratz melden das Ableben der Stiftsdame Nani von Rastern.

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Man will nun hier nicht mehr bezweifeln, daß H. Landrechts Präsident Ritter von Buzzi nach Kärnthen übersezt werden wird.


1835/52
Ljubljana, 23. februar 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen meine warmen Wünsche für Hochderoselben gänzliche Befreyung von der schmerzhaften Lage, zu genehmigen, und nicht ungnädig zu halten, daß ich zu berichten wage, daß Ihre Excellence die gnädigste Frauen Gemahlinn mir gestern zu bestimmen die Güte hatten, daß ich morgen Dienstags um Halb 3 Uhr Nachmittags von hier abfahren könne, um so glücklich zu seyn, Eure Excellence meine persönliche Verehrung darzubringen, mit welcher ich bis zum Grabe geharre:

Eure Excellence

Laibach den

23 Febr. 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/53
Ljubljana, 24. februar 1835


N ro 53

Agenten Bericht Wien den 20 ten Febr. 1835

Beschreibt die festliche Begehung des allerhöchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers zu Ollmütz, vom Beginn des Tages bis zur Zeit des Gottesdienstes, von Artillerie Salven, Milit. Musicken und Milit. Paraden.

Daß ungeachtet vier Gütter Lotterien unwiderrufflich bereits im Zuge sind, deren nächstens mehrere neue abermal ins Leben tretten, und bekannt gemacht werden sollen.

Frau Fürstin von Esterhacy, deren Herr Gemahl vor 14 Tagen auf seinen Gesandschaftsposten nach London abgereiset, seye bedeutend krank zurück geblieben, jedoch bereits auf den Wege der Besserung.

Rousseau d‘Heriamont pens. GM in Wien gestorben.

Wiener Börsen Curs am 20 ten Febr. 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 212 5/6 f CM

'' '' '' 1821 … 140 1/2 f''

Metaliques á 5 % …......... 101 7/10 f''

Bankaktien ………………. 1327 1/2 f ''

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Aus Laibach

Fräulein Jeanette v. Klosenau ist in Folge in Kopf


getrettener Gicht sehr bedenklich krank; der Kopf soll unendlich angeschwollen seyn.

Hauptmann Graf von Welsersheim ist heute nach Mahrburg und Gratz von hier abgereist.


1835/54
Ljubljana, 25. februar 1835


N ro 54

Im nächsten Monat Merz werden dem Vornehmen nach – mehrere Truppen Laibach passiren:

Am 4 ten wird ein Bataillon Brooder aus Tyrol hier ankomen, den 5 ten Rastag halten, den 6 ten über Neustadtl nach Slavonien weiter marschieren.

Am 6 ten kömmt das Landwehr Bataillon Lattermann, welches die Laibacher Garnison zu verstärken hat – hier an, und 2 Comp. davon werden in Krainburg und Concurrenz –, 4 Comp. in Laibach dislocirt werden.

Am 9 ten treffen 4 Compagnien des ersten Bataillons Lattermann hier ein, halten den 10 ten Rastag, und marschieren den 11 ten nach Neustadtl zur Besetzung des Neustadtler Kreises, von welchen Bataillon 2 Compagnie während den Marsch in Adelsberger Kreis zur Landessicherheit verbleiben.

Am 9 ten kommen auch jene 2 Compagnien in Laibach an, welche zu den in Laibach dermal bequartirten 4 Compag. des Gradiscaner Grenz Rgts. gehören, und in Krainburg lagern.

Am 10 ten – marschirt dann das ganze Bataillon des Gradiscaner Regts. von Laibach ab; nimmt den Weg über Neustadtl nach Slavonien.


Am 12 ten Merz werden die bisher in Adelsberger Kreise zur Landes Sicherheit dislocirten 2 Compagnien des Brooder Regts. in Laibach ankommen.

Am 13 ten Merz kommt der Regtsstaab. des Gradiscaner Rgts. mit den zweiten Bataillon in Laibach an, den 14 ten wird Rastag seyn, und den 15 ten wird der Marsch über Neustadtl nach Slavonien fortgesezt.

Am 14 ten Merz endlich rückt der Regtsstaab. des Brooder Grenz Regts. sammt den aus Adelsberg angekommenen 2 Compagnien über Neustadtl – von Laib. ab.

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Von der am 21 ten d. M. erfolgten Güter Lotterie-Ziehung entfielen auf die Numern

111192 zu Pilsen … das große Loos pr 270.000 f

84936 '' Schrems ………… mit ………… 30.000 f

168228 '' Suczana ………… '' …………. 15.000 f

132107 '' Triest …………… '' …………. 10.000 f

105467 '' Falkenau ……….. '' ………….. 5000 f.

Von den Gratis Loosen kam der Nummer 178650 in Wien der Betrag von 1000 Stück Goldduckaten zu […]3


1835/55
Ljubljana, 27. februar 1835


Im Casino war gestern folgende Anzeige angeschlagen.

Zur Verherrlichung des Balles vom 9 ten Februar, mit welchem das allerhöchste Namensfest S r Majestaet des Kaisers gefeyert wird: werden die P. T. Damen und Herrn des Casino Vereins eingeladen, nach Belieben, diesem Balle in Character Masken (ohne Larven) beyzuwohnen.


1835/56
Ljubljana, 28. februar 1835


N ro 55

Agenten Bericht Wien den 24 ten Febr. 1835

Fortsetzung der Festlichkeiten am allerhöchsten Geburtsfeste S r Majestaet des Kaisers in Ollmütz; – Um 9 Uhr hielt der hochwürdigste Fürst Erzbischof das Hochamt, wobei Militair und Geschütz Salven die Hauptmomente bezeichneten. Hernach Defillirten die Truppen vor den FestgsComdten. Herrn FML Bar. Lauer. Um 12 Uhr wurden im Saale des Theaters 100 Arme der Stadt durch den Magistrat bewirthet und gespeist. Der hochwürdigste Fürst Erzbischof gab eine große Tafel von 66 Gedecken. etz.

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Glaubwürdigen Versicherungen gemäß verweilen S e königl. Hoheit der Kronprinz von Bayern ungemein vergnügt in den höchsten Familien Zirkel, und man ist veranlaßt zu der angenehmen Meynung, daß auch Höchstdieselben an den freudenvollen Betragen der Bewohner der Residenz Stadt behaagen finden, indem Sie an den Unterhaltungen in den öffentlichen Sälen, oft selbst – theilnehmen.

Ein Gerücht vom Ableben S r Majestaet des Königs von Sachsen, seye ohne Bestättigung geblieben, und allerhöchst dieselben sollen sich – obschon im 80 ten Lebensjahre, erwünschten Wohlseyns erfreuen.

Der neue Curator der Theresianischen Ritter Academie in Wien, habe in der Adjustirung der Eleven einige Aenderungen vorgenommen, und zwar: statt der kurzen gelben Beinkleider erhalten sie weiße Stiefelhosen mit hohen Stiefeln; die Epauletts sind ganz abgeschaft, und zur Galla werden vergoldete, zur Campagne aber schwarze Degen getragen.

Aus London würden in Wien Nachrichten über das am 19 ten d. Monat


eröffnette Parlament – von dem Handelspublickum mit großer Sehnsucht erwartet.

Jarossy – Gen. Major – Brigadier in Ungarn, und 2 ter Inhaber des Inf. Regts. N. 32 ist gestorben.

Börsen Curs am 24 ten Febr. 1835 in Wien

Anlehen vom Jahre 1821 … 140 3/4 f CM

'' '' '' 1834 …... 594 3/8 f''

Metaliques á 5 % …............ 102 9/32 f ''

Bankaktien ……………………… 1347 f''


1835/57
Ljubljana, 28. februar 1835 II

Eure Excellence

Geruhen gnädigst meine innigsten Wünsche zu genehmigen, denen gemäß von Hochderoselben verehrten Familie schnell alle Krankheiten und Unpäßlichkeiten weichen mögen, und da ich heute wegen einer Geschwulst in der linken Seiten des Gesichtes, die Gnade nicht haben kann, Hochdieselben persönlich zu verehren, so wage ich – allseits einen vergnügten Abend, und eine erwünscht gute Nacht auszusprechen, und ehrfurchtsvoll zu geharren: Eure Excellenz.

Laibach den

28 ten Febr. 1835

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/58
Ljubljana, 1. marec 1835


N ro 56

S e königl. Hoheit der EH Ferdinand sollen zum Civill und Milit. Gouverneur in Siebenbürgen bestimmt seyn.

Herr Graf von Brandis Kreishauptmann zu Adelsberg, sollen in gleicher Eigenschaft nach St. Pölten in Niederösterreich übersezt werden.

Man spricht auch, der unbesoldete Gubernial Rath Graf von Gleisbach soll aus Innspruck nach Laibach in die vacante Stelle übersezt werden.

Herr Polizei Director v. Sicard sammt Frau Gemahlinn und Comtesse Helene von Welsperg sind gestern von hier nach Triest abgereist. Man sagt, daß auch Hptm. v. Martini nach Triest gereist seye.

Den gestrigen Agenten Bericht wird nachgetragen, daß S e königl. Hoheit der Kronprinz von Bayern bis über Ostern in Wien zu verweilen gedenken.


Theater Austheilung vom 1 ten bis 8 ten März 1835

Sontag den 1 ten Domi der Amerikanische Affe

Montag den 2 ten Redout im Abonoment

Dienstag '' 3 ten … / /

Mittwoch den 4 ten … / /

Donnerstag den 5 ten Don Goutier

Freytag den 6 ten … / /

Samstag den 7 ten Fra Diavolo

Sonntag den 8 ten … Die beyden Foster


1835/59
Ljubljana, 1. marec 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen gnädigst meiner Zudringlichkeit zu vergeben, daß ich so frey bin, mich zu erkundigen und um die Nachricht zu bitten, ob Eure Excellence meinen innigsten Wunsche gemäß, gut geruhet haben, und Hochdieselben und die ganze verehrte Familie, sich durch die Nachtruhe gestärkt fühlen. Ich wage meiner Seits zu melden, daß mein Uibel nach einen cultivirten Schweiß, sich sehr gebessert hat, und ich es werde wagen können, Mittags auszugehen. Mich zu fernern Gnaden anempfehlend, geharre ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence.

Laibach den

1 Marty 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/60
Ljubljana, 2. marec 1835


N ro 57

Der Bericht von gestern muß dahin berichtiget werden, daß der Hptm. v. Martini nicht nach Triest gereiset, sondern auch Theilnehmer an der gestrigen Maskerate gewesen seye.

Auch rücksichtlich des H. Grafen von Gleisbach muß bemerkt werden, daß derselbe dermalen Gubern. Sekretär in Innspruck ist, und folglich mit Beförderung zum Gubern. Rath naher kommen würde.

Heute findet in Wien die Ziehung des Lotterie Anlehens vom Jahre 1821 statt, welches das Handlungshaus Rothschild contrahirt hat.


1835/61
Ljubljana, 3. marec 1835


N ro 58

Die Wiener Zeitung N. 48 vom 28 ten Februar 1835 nämlich vom lezten Samstag enthält über den Krankheits Zustand S r Majestaet: „In der Nacht vom 26 ten zum 27 ten schliefen S e Majestaet viel und ruhig, was eine Verminderung des Fiebers und der übrigen Krankheitszufälle herbeiführte. Dieser beruhigende Zustand bleib andauernd bis Mittag, wornach das Fieber sich wieder steigerte, aber in einen etwas geringen Grade, als gestern und ohne daß die übrigen Krankheitserscheinungen sich verschlimmerten.“

Privat Nachrichten jedoch sollen nicht so beruhigend lauten, und demnach ist in Folge der beyliegenden Gubernial Verlautbarung das Gebeth für den allgeliebten Monarchen allgemein, und ins besondere dahin bestimmt, daß der hochwürdigste Fürst Bischof, jeden Tag um 10 Uhr am Hochaltar der Domkirche eine heilige Messe liest –, nach welcher dann eine 2 te , welcher der Herr Fürst Bischof im Chore des Capitels beiwohnt, gelesen wird, wobei alle Civil und Milit. Audoritaeten gegenwärtig sind. –

Heute sind hier weder Privat noch öffentl. Unterhaltungen.


1835/62
Ljubljana, 4. marec 1835


N ro 59

Gemäß schon früher eingelaufenen Nachrichten aus Klagenfurth und nach Agenten Bericht, ist der pens. General der Cavallerie, Baron Gourup – gestorben.

Der Börsen Curs war in Wien am 28 ten Februar 1835

Anlehen vom Jahre 1820 … 210 f CM

'' '' '' 1834 … 574 f ''

Metaliques á 5 % …....... 98 1/2 f''

Bankaktien ………… 1273 3/10 f ''

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Vermög Privatnachrichten sollen die Aerzte, die bei S r Majestaet dem Kaiser angewandten Aderlässe, als sehr schädlich erklärt haben, und die gestern eingegangenen Nachrichten, waren sehr beunruhigender Art.

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Heute Mittwoch sind die Privat Nachrichten mehr beruhigend; S e Majestaet hätten vom Samstag auf den Sontag eine ruhige Nacht gehabt, welcher Besserung auch in einem Schreiben S r Exc. des Ministers des Innern, H. Grafen v. Kollowrath gestern angekommen, erwähnt seyn soll. Montags soll die Krankheits Crisis eintretten.


1835/63
Ljubljana, 4. marec 1835 II

Eure Excellence!

Muß ich im Anhange meines so eben abgegebenen Berichts von heute berichten, daß laut eines von S r Excellence dem Herrn Grafen von Kollovrath als Minister des Innern, S r Excellence dem H. Gouverneur zugekommenen Schreibens vom Sontag den ersten dieses, sich die Umstände S r Majestaet allerdings verschlimert hätten, und S e Excellence der Herr Minister nicht ermangeln lassen wollen, bei eintrettenden unglücklichen Ereigniß – dem H. Gouverneur schleunigst zu berichten. Gemäß dem H. Grafen von Hohenwarth heute zugekomenen Schreiben soll der Zustand S r Majestaet Sonntags Abend so schlecht, und zum Ersticken gewesen seyn, daher zur 7 ten Aderlas geschritten werden mußte, allein sich gar keine Hoffnung für eine Rettung wahrnehmen läßt. Mich zu Gnaden empfehlend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

4 ten Marty 1835

früh ¾ auf 10 Uhr

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/64
Ljubljana, 5. marec 1835

Eure Excellence!

Haben die allgemein betrübende Nachricht von den Hinscheiden S r Majestaet des Kaisers, durch die hochverehrten Angehörigen, bereits erhalten; diese unglückliche Bothschaft kam gestern Mittags 1 Uhr bei S r Excellence – dem Herrn Gouverneur hier an, und verbreitete sich mit Blitzesschnelle; man war zum Glücke und zur Verminderung des Schreckens, in Folge der am Morgen des gestrigen Tages angekommenen Hoffnungslosen Nachrichten, schon ziemlich auf diese traurigste Nachricht, bereits vorbereitet worden, und daher, obgleich


mit großer Betrübniß diese Bothschaft allgemein aufgenommen wird, doch alles minder betroffen ist.

Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen! muß jedes christliche Herz sich trösten, und in diesen frommen Sinne hoffe ich zu Gott, wird der Allmächtige seinen fernern Schutz unserer Monarchie verleihen, indem unser allgeliebte Thronfolger in seiner Frömigkeit, die Bahn des Friedens und Glückes seiner treuen Unterthanen verfolgen wird! – Der Herr, verleihe Ihn feste Gesundheit! – Eure Excellence


gnädige Zeilen werden gleich einem Kleinod bey mir verwahrt, es ist mir daher unmöglich, daß ich andere davon Einsicht nehmen lassen könnte, da ich weis, wie sehr man gesprochene, um wie viel mehr geschriebene Worte, zu verdrehen wissen möchte. Ich bin froh, mich in ruhigen Herzen zu wissen, und wünsche nur, daß Eure Excellence von allen Leiden befreyt seyn, denn Hochderoselben derlei Schmerzen, gehen mir sehr nahe, denn ich wünsche mit wärmsten Herzen, daß Gott Eure Excellence


lange Jahre erhalten möge, und indem ich um fernere Gnade bitte, mit ehrfurchtsvoller Verehrung mich zeichne:

Eure Excellence!

Laibach den

5 ten Maerz 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


Auszug aus den Testament Wailand S r Majestaet Kaiser Franz des Ersten dt o 1 Maerz 1835

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§ 14 . Meine Liebe vermache Ich Meinen Unterthanen. Ich hoffe, daß Ich für sie bei Gott werde bethen können, und Ich fordere sie auf, zur Treue und Anhänglichkeit gegen Meinen legitimen Nachfolger, so wie sie Mir dieselbe in guten und schlimen Tagen beweisen haben. Ich sage Meiner treuen Armée Meinen herzlichen Dank für die Dienste, welche sie mir erwiesen, und durch welche sie meinen Thron erhalten hat. Ich fordere sie auf, Meinen Nachfolger dieselbe Treue und Anhänglichkeit immer fort zu beweisen.

Allen Staatsdienern, die Mir gut dienten, bezeige Ich hiemit Meinen Dank.


1835/65
Ljubljana, 5. marec 1835 II

Eure Excellence!

Die sehr schönen allerhöchsten Handschreiben S r Majestaet des Kaiser Ferdinands 1ten, welche allerhöchst derselbe

an den Herrn Obersthofmeister Fürsten von Colloredo –

'' '' '' Staats und Hofkanzler Fürsten von Metternich

'' '' '' Minister des Innern Grafen von Kollowrat –

und '' '' '' Hofkriegsraths Präsidenten H. Grafen von Hardeg

zu erlassen geruhet hat, wollte ich in Abschrift einsenden, allein, da dieselben nur als außerordentliche Beylage der Wiener Zeitung beiliegen, kann ich meinen Wunsche erst morgen entsprechen.

Privat Briefe enthalten, daß S e Majestaet der hochselige


Kaiser vor Ihrem Dahinscheiden, die Durchlauchtigsten Prinzen Ferdinand und Franz Carl haben beruffen lassen, und mit Ihrem Seegen zur Eintracht ermahnet haben sollen. Ihre Majestaet die Kaiserinn habe sich vor der Hand nach Schönbrun begeben, und S e Majestaet Kaiser Ferdinand haben vor der Hand alle Staatsdiener in Ihren Stellen bestättigt.

Die Privatbriefe enthalten auch, daß die Curse, welche die Tage gefallen, sich wieder gehoben haben, welches alles gute Vorbedeu-


tungen sind. Mich zu ferneren Gnaden empfehlend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

5 ten Maerz 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/66
Ljubljana, 6. marec 1835


N ro 60

Den gestrigen Bericht wird nachgetragen, daß nach Wiener Briefen es heißt, da S e kais. Hoheit der E. H. Franz Karl nach Mailand, und S e kais. Hoheit der EH Raineur, dagegen, nach Wien kommen sollen.

Herr Polizei Director Sicard von Laibach ist von der nach Triest unternommenen Reise Mittwoch Abends hier zurück angekommen.

Anliegend werden in Abschrift die vier Handschreiben S r Majestaet Kaiser Ferdinands 1 ten bei allerhöchsten Regierungs-Antritt – unterbreitet.

S e Excellence der Herr Gouverneur und S e fürstl. Gnaden der Herr Bischof – sollen unpäßlich seyn.


An den General Major Freyherrn von Appel5

Leiber Freyherr Appel!

Die treuen Dienste, welche Sie in Ihrer Eigenschaft als General Adjutant weiland S r Majestaet des Kaisers –, Meines erlauchten Vaters, geleistet, die Beweise wahrer Anhänglichkeit, welche Sie dem Verklärten gegeben haben, und welche Ihnen das Glück verschafften, Seiner besondern Gnade gewürdigt zu werden, sichern Ihnen den Anspruch auf Meine Huld und Gnade.

Indem Ich mich bewogen fühle, Ihnen als Beweis dieser Meiner Gesinnung das Commandeur Kreuz Meines königl. Ungarischen St. Stephans-Ordens zu verleihen, finde Ich, Sie Behufs der nöthigen Schonung und Herstellung Ihrer leidenden Gesundheit, der Dienstleistung als General Adjutant zu entheben, und gestatte


Ihnen einen unbestimmten Urlaub mit Beybehaltung Ihrer zeitherigen Bezüge.

Ich wünsche, daß Sie durch die Ihnen gegönnte Erholung recht bald Ihre Gesundheit vollkommen hergestellt fühlen mögen, und behalte Mir vor, Ihnen dann eine, Ihre eigenen Wünsche möglichst berücksichtigende Dienstbestimmung zu ertheilen. Wien den 6 Maerz 1835.

Ferdinand mp

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S e k. k. Majestaet haben den Gen. Major Grafen Clam Martinicz zu Allerhöchstihren General Adjutanten zu ernennen geruht.

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Das HandBilliet, womit S r Excellence dem Herrn Grafen


von Hoyos das Großkreuz des Leopolds Orden verliehen, und derselbe als OberstHofmeister entlassen, als Oberstjägermeister aber bestättigt wird, ist vom 3 ten Maerz 1835.


1835/67
Ljubljana, 12. marec 1835

Eure Excellence!

So schnelle Abreise von hier hat mich sehr bestürzt, weil ich nicht mehr das Glück haben konnte, Hochdenenselben meine Verehrung zu bezeugen. Ich war am Morgen unvermögend, auszugehen, und genöthigt, meine Andacht zu Hause zu verrichten, Nacmittags aber ließ mich der Herr Oberste von Seidl ersuchen, wegen seinen Meubles, welche ich demselben besorgt hatte, zu ihn zu kommen, und bei meiner Rückkehr nach Hause ward mir die erfolgte Abreise Eure Excellence kund. Meine


innigsten Wünsche alles Guten begleiten Eure Excellence, und ich freue mich, daß Eure Excellence in den stillen Mauern wieder sich befinden.

Gott erhalte Eure Excellence viele Jahre, und verleihe mir das Glück, mich Hochderoselben Gnade erfreuen zu dürfen; nur muß ich mit gränzenlosen Leidwesen beifügen, wie sehr Neid, Bosheit, Mißgunst und Rachsucht die Menschheit dahin reißt, selbst die unschuldigsten Geschöpfe zu ihren Werkzeugen zu gebrauchen, und auf alle Art Rechtlichkeit, reinen Sinn und die edelsten Gesinnungen, zu verdächtigen,


zu verfolgen, und der Rache zum Opfer zu bringen. Zwar erleichtert das Bewußtseyn rechtlicher, offener Gesinnungen, und Denkungsart, die hinterlistigen Nachstellungen, allein immer schwer muß es einem Menschen fallen, während man sich nicht getrauet, offen aufzutretten, in seinem Rücken wider ihn zu handeln.

Eure Excellence von Güte überfülltes Herz wird meine redlichen, dankbaren Gesinnungen nicht zurück stossen, und mir ferners gnädig bleiben, warum ich unterthänigst bitte, und mit aller Ergebenheit, Ehrfurcht und Verehr-


ung, nebst Anschluß eines Auszugs aus der heutigen Wiener Zeitung –, ersterbe:

Eure Excellence

Laibach den

12 ten Maerz 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/68
Ljubljana, 16. marec 1835


N ro 62

Agenten Bericht vom 10 ten dieses gemäß: wird berichtet, daß man von mehreren Veränderungen unter den Chefs der Hofämter spreche, darunter S e Excellence der Herr Hof-Marschal Graf von Goes eine höhere Bestimmung erhalten dürfte.

So wie durch die Erkrankung S r Majestaet des Kaisers der Curs der Staatspapiere einige Schwankung erlitten, so hat sich derselbe alsobald gehoben, da S r Majestaet der izt regierende Herr erklärt haben, daß das System Wailand S r Majestaet des verstorbenen Herrn Vaters aufrecht erhalten, und fortgeführt werden soll.

S e Majestaet der nun regierende Kaiser und Herr entwickelten eine beyspiellose Thätigkeit, und sollen sogar bis Mitternacht mit Staatsgeschäften zu bringen.

Es soll auch ein Generals und Obersten Avancement im Zuge seyn, welches allerdings den ersten Gnaden Beweis S r Majestaet des izt regierenden Herrn – für die Armée, geben würde.

Der Börsen Kurs war in Wien am 10 ten d. M.

Anlehen vom Jahre 820 … 213 fr CM

Metaliques á 5 % ……. 101 1/16 f''

Bankacktien ……………… 1321 fr''


Nach einem spätern Agenten Bericht soll der Herr Oberste von Adelstein als zweyter General Adjutant S r Majestät des Kaisers ernannt seyn.

Wiener Privat-Briefe enthalten mehrere Versetzungen und Bestimmungen wegen KreisHauptleuten; wornach

Graf v. Brandis von Adelsberg nach Botzen

'' v. Lamberg von Bruck an der Mohr nach St. Pölten

'' v. O’Donell nach Krems bestimmt seyn solle.

Es gieng auch gestern ein Gerücht, als wenn S e Excellence der Herr Gouverneur B r v. Schmidburg nach Linz übersezt, und B r von Krieg, dermalen vice Praesident in Lemberg, als Gouverneur nach Laibach kommen sollten, woran man jedoch zweifeln will.


1835/69
Ljubljana, 16. marec 1835 II

Eure Excellence!

Wollen gnädigst erlauben, daß ich in Besorgniß, ob der Kopfschmerz sich nicht wieder eingefunden, mich nach Hochderoselben Befinden zu erkundigen wage, und die weitere Besorgniß nicht zu unterdrücken vermöge, ob Eure Excellence mein Schreiben vom lezten Freytag den 13 ten d. M. zugekommen seye. Ich befinde mich seit diesem Abend mit einer Kniegeschwulst im Bette, welches Uibel durch ein heftiges Anstossen erzeugt wurde, und hoffentlich in einigen Tagen sich heben dürfte. Ich wage wiederhollt


mich zu fernern Gnade zu empfehlen und um Hochderoselben gnädigen Schutz zu bitten. Geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

16 ten Maerz 1835

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/70
Ljubljana, 21. marec 1835

Eure Excellence

Geruhen meine hohe Verehrung gnädigst zu genehmigen. Herr Baron Leopold von Lichtenberg hat Hochdenenselben von meinen Unwohlseyn Notitz gegeben. Ich wage in dieser Hinsicht Eure Excellence zu berichten, daß, als ich Mittwochs Hochdieselben verlassen, und rücksichtlich meines geschwollenen Knies die Umschläge fortzusetzen, mich bereitet hatte, mit einemmale von einer solch außerordentlichen Bangigkeit, Brustbeklemung befallen wurde, daß nichts anders, als einem Nervenschlag und also baldigen Tod erwartete. Das Gefühl, das mich befallen hatte, war der Art, daß alles um mich her, mir ganz gleich giltig wurde. Der beigeruffene Arzt, dessen Erklärung des Zustandes zur Gemüths Beruhig-


ung sehr viel beitrug, die gebrauchten Medicamenten, linderten meinen Zustand so glücklich schnell, daß ich die folgende Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag, recht gut schlief, und hiedurch die Körperstärkung vermehrt wurde. Obwohl ich am Donnerstag sehr schwach mich noch fühlte, wagte ich dennoch 3mal auszugehen, um mein Gemüth möglichst zu erleichtern, und denen Beängstigungen, welche in meinen einsammen vier Wänden mich leichter befallen konnten, zu entgehen, welches auch wohlthuend wirkte, und die fortgebrauchte Medicin, dann die gefundene Zerstreuung, mir wieder eine gute Nacht vom Donnerstag zum Freytag brachte, daher ich gestern mich ungleich besser mich befand, obschon am Morgen noch ein kleiner Anfall


sich einfand, sonst aber, da ich gestern mich einiger Besuche erfreute, folglich ziemliche Zerstreuung fand, bei fortgesetzten Arzney Gebrauch und großer Diaet, – ich habe von Mittwoch Nachmittag bis Freytag Abends, nur bei 8 Schalen klare Suppen gleich Kaffee genommen, also außer der Suppen, gar nichts genossen, ist mir so weit besser geworden, daß ich die Nacht vom Freytag zum Samstag wieder gut geschlafen habe, und mich heute schon so gestärkt fühle, daß ich mir Muße mich an meinen Schreibtisch sezte, welches mir die Tage unmöglich gewesen, um Eure Excellence, meinen gnädigsten Wohlthäter und Gönner davon Bericht zu erstatten, und Hochdieselben um die


Genehmigung meiner ergebenen Versicherung zu bitten, daß Hochdieselben, und Hochderoselben gränzenlose Herzensgüte, stets in meinen Gedanken gewesen sind und seyn. Ich demnach diese Gelegenheit benütze, meine hohe Verehrung darzubringen, und meinen Wunsch auszudrüken, daß der Allmächtige Eure Excellence viele Jahre und bei stets erwünschter Gesundheit erhalten wolle –, damit ich auch so glücklich seyn möchte, mich Hochderoselben Gnaden erfreuen zu dürfen, der ich der hochverehrten Familie die Hände küsse, und mit aller Ehrfurcht ersterbe:

Eure Excellence

Laibach den

21 ten Maerz 1835

unterthänigst dankbarester

Franz Hptm.


1835/71
Ljubljana, 23. marec 1835

Eure Excellence!

Gnädiges Schreiben ist mir zum großen Troste zugekommen, wofür ich meinen unterthänigsten Dank zu Füssen lege, und ergebenst zu berichten wage, daß ich nun wieder ziemlich wohl, allein nur nicht bei vollen Appetit mich befinde. Die eingetrettene ungünstige Witterung erfordert allerdings einige Wahrnehmung auf sich selbst – und ich werde sicher Eure Excellence gnädigen Rath befolgen, wenn ich nur auch beruhigt seyn könnte, daß Eure Excellence Kopf rheuvmathismus schon gehoben wäre, das ich vom innigsten meines Herzens wünsche. Ich bitte Gott, daß seine Allmacht dieses Uibel von Eure Excellence bald entfernen möchte, und überlasse mich der erfreulichen Hoffnung – vor Hochderoselben Abreise nach Wien, noch meine Verehrung persönlich darbringen zu können.

Mich erfreuet, daß lauter gute und wohlgemeynte Gerüchte von unserm allerhöchsten und allergnädigsten Kaiser und Herrn sich verbreiten; über seine große Energie, das Beiwohnen und Vorsitzen im Staatsrathe; auch sollen S e Majestaet einer Sitzung des Hofkriegsraths


beygewohnt, und sich viel erklärt haben.

Gestern gieng das Gerücht in Laibach, daß S e Majestaet im nächst künftigen Monat Aprilüber Laibach nach Mailand reisen wollen, um sich dort huldigen zu lassen. – Man erzählte auch dieser Tagen, daß die sammentl. Civil Beamten in Hinkunft stets in Uniformen werden gehen müssen, welches wahrhaft viel Gutes erzeugen würde. etz.

Eure Excellence und Hochderoselben verehrten Familie wird es wohl bekannt seyn, daß, so wie Baron Franz v. Lazzarini mit Baronesse Elise v. Schmidburg, auch Kreis Commissair von Rosenthal in Villach, mit Baronesse Daria v. Schmidburg verlobt ist, und die beyden Trauungen im Monat July statt finden sollen; sonst habe ich in meinem Zimmer-Aufenthaltnicht weiter gehört.

Mich zu fernern hohen Gnaden empfehlend, küsse ich der hochverehrten Familie die Hände, und ersterbe mit aller Ehrfurcht und Verehrung.

Eure Excellence

Laibach den

23 Maerz 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/72
Ljubljana, 24. marec 1835


N ro 63

Heute beginnen wieder Theater Vorstellungen; nach den beiliegenden Zettel – N ro 777. wird eine Posse von Lebrün, und eine derlei Piecevom Kotzebue aufgeführt.

Es verlautet, daß der bekannte Major Maurer vom General Quartiermeister-Staab, zum OberstLieutenant avancirt, und wegen seiner vorhabenden Vereheligung zur Infanterie übersetzt, zu dem Regiment Herzog Wellington N r 42 eingetheilt worden seye.


1835/73
Ljubljana, 26. marec 1835


N ro 64

Die alte Frau Baron von Guschitz ist vorgestern am Dienstage hier gestorben, wird heute Nachmittags begraben werden.

Man gedenkt in der gegenwärtigen Woche am Samstag Gabriele und Sontags Quodlibet im Theater zu geben.


1835/74
Ljubljana, 29. marec 1835


N ro 65

Herr Gr. Joseph v. Thurn ist k. k. Kammerherr geworden.


1835/75
Ljubljana, 2. april 1835


N ro 66

Graf Deym ist schon vor einiger Zeit von Urlaub aus Böhmen anher zurück gekommen.

Baron Lebzeltern wird dieser Tage an seine neue Bestimmung nach Brünn abgehen; wohin derselbe zum mährisch, schlesischen Gubernium übersezt wird.

Frau Gräfin Therese von Auersperg vom täglichen kalten Fieber befallen, ist Dienstags hier angekommen, und schon die Luftveränderung hat Besserung herbei geführt.

Die Casino Gesellschaft lezten Montags soll hübsch gewesen seyn, dauerte jedoch nur bis 10 Uhr, mit Tombolla Unterhaltung. Unter den ausgesezten zehn Gewinnsten, fielen 2 Lisette v. Schmidburg, 1 H. Baron Anton Codelli, 1 dessen Frau Gemahlinn, 1 Comtesse Helene, und 1 Comtesse Mathilde v. Welsperg, 1 H. Grafen v. Saurau zu.

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Die Theater Vorstellungen haben geendet.


1835/76
Ljubljana, 5. april 1835


N ro 67

Baron Lebzeltern ist heute mit den Postwagen von hier über Wien an seine Bestimmung nach Brünn abgereist.


1836/77
Ljubljana, 5. april 1835 II

Eure Excellence!6

Geruhen gnädigste Nachricht zu verleihen, daß ich gestern so unglücklich gewesen, Eure Excellence zu verpassen. Ich wartete in der Herrngasse zwischen den Landhause und den Fürstenhofe auf Hochderoselben Rückkehr aus den Graf Weichard Auerspergischen Hause: Eure Excellence dürften aber durch das Landhaus rückgekehrt seyn, und mit einemmale sahe ich den Wagen davon fahren. Mein Herz schlug schneller, ich war sehr betroffen, daß ich nicht gleich selbst zum Hause rückgekehrt bin, und dort


Eure Excellence Rückkehr lieber erwartet habe. Bewußt, daß Eure Excellence noch nach Leopoldsruhe sich begeben wollten, folgte ich auch auf dieser Tour den Wagen, um Eure Excellence noch einmal sehen, und meine ergebensten Wünsche für die bevorstehende Reise, zu Füssen legen zu können; allein mein Fuß ließ mich nicht so schnell gehen, und so mißlang auch diese meine Hoffnung. Indem ich Eure Excellence unterthänigst bitte, diese meine Unachtsamkeit gnädigst zu verge-


ben, bitte ich zugleich unterthänigst, meine innigsten, redlichsten Wünsche für die glücklichste Reise Eure Excellence zu genehmigen, besonders wünsche ich aus den innersten Herzen, daß das Uibel des Reißens Eure Excellence gänzlich verlasse, und auf der Reise nicht mehr befallen möchte, wie ich auch hoffe, daß Eure Excellence durch die Luftänderung, davon befreyet werden sollten.

Mein innerstes Gemüth wird immer Eure Excellence gegenwärtig haben, und mit freudigster


Hoffnung werde ich Hochdero Rückkunft entgegen harren. Schenken Eure Excellence mir Hochdero fernere Gnade, worum ich unterthänigst bitte, und mit aller Verehrung ehrfurchtsvoll ersterbe:

Eure Excellence

Laibach den

5 ten April

1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/78
Ljubljana, 6. april 1835


N ro 68

Gestern war der Besuch des Optischen Theaters sehr groß, und die Vorstellung soll zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen seyn.

Auch die Graf Welspergische Abendgesellschaft muß gestern stark besucht worden seyn, denn es fuhren zu der bestimmten Stunde, sehr viele Wagen dahin.


1835/79
Ljubljana, 7. april 1835


N ro 69

S e kais. Hoheit der E. H. Anton Großmeister des Deutschen Ordens ist am 2 ten d. M. Abends Halb 10 Uhr gestorben.

Hofrath v. Guggenthal ist gestern nach Wien abgereist.

Das Casino war gestern schwach besucht; es waren nur 2 Tombolla Spiele gemacht worden.

Im ersten Spiele war Ambo eine Sparkasse

Terno ein Ridecul

Quaterno Hölzernes Körbchen

Cinquin Silberner Schöpper

Tombolla ein Porzulaine Schale und eine Zuckerbüchse.

Im zweiten Spiele … zum Ambo … ein Männer Kleiderbürste mit Spiegel

'' Terno … ein Arbeits Körbel

'' Quaterno … eine Zündmaschine

'' Cinquin … ein Ringträger

zur Tombolla … eine Argantische Lampe.

Vom ersten Spiele sind die 3 Gewinnste der Familie des H. Grafen Anton Thurn zugefallen, und da im 2 ten Spiele den ersten Treffer


des Ambo Comtesse Pepi Thurn erhielt, tauschte der Besitzer des Terno vom ersten Spiele mit der Comtesse, und indem derselbe die Männer Kleiderbürste übernahm, überließ er den Rüdecul der Comtesse.

Im 2 ten Spiele – gewann eine Comtesse v. Weichard Auersperg, Fräulein Seraphine v. Zois, Peter Pagliarucci – und Frau Präsidentin v. Buzzi, die Tombolla.

H. Graf Joseph v. Auersperg ist besser, und heute bereits ausgefahren.

Comtesse Mathilde von Welsperg machte im ersten Spiele das Quaterno.

Am nächsten Montag den 13 dieses wird noch Casino Gesellschaft seyn.

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Frau Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg ist heute mit H. Baron Leopold nach Habach, wo Sie bis Donnerstag oder Freytag verbleiben. Ich habe das mir gestern an die Frau Gräfin aufgetragene, noch heute vor der Abfahrt ausgerichtet.

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Professor Binder am hiesigen ärztlichen Institut


Professor der Geburtshilfe – ist gestorben.


1835/80
Ljubljana, 12. april 1835


N ro 70

Das lezt angezeigte Ableben des Professors Binder bestättiget sich nicht, vielmehr bessert sich sein gichtischer Zustand.

Die hier befindlichen Besitzer des Optischen Kunstfiguren Theaters, setzen ihre Vorstellungen fort, und haben starken Zulauf.


1835/81
Ljubljana, 17. april 1835


N ro 71

Am Ostermontag den 20 ten d. wird wegen des allerhöchsten Geburtsfestes S r Majestät des izt regierenden Kaisers Ferdinand – nach 10 Uhr, gleich nach der Deutschen Predigt, in der Domkirche ein Hochamt gehalten, wobei durch Militair die Salven gegeben, diese Salven auch mit Kanonenschüssen vermehrt, außer dieser kirchlichen aber, keine Feyerlichkeit veranlaßt, sohin auch in der Früh die 101 Kanonenschüsse – nicht abgefeuert werden.

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Am 5 ten k. M. Mai hält die krainersche Landwirthschafts Gesellschaft – Sitzung.


1835/82
Ljubljana, 20. april 1835


N ro 72

Die allgemeine Zeitung vom lezten Freytag enthält die Nachricht, daß der Herzog von Leuchtenberg, Gemahl der Königinn Donna Maria da Gloria, in Lissabon gestorben seye. Es wird in dieser Zeitung berichtet, daß der Herzog auf der Jagd gewesen, sich sehr erhitzt, und beym nach Hause kommen, die Kleidung abgelegt, sich abgekühlt, und die Nanquina bekommen habe, hieran gestorben seye; nach andern Meinungen heißt es, daß nach dem Ableben, der Leib aufgeschwollen wäre, woraus man auf eine Vergiftung hinzu deuten scheint.

Herr Graf von Welsersheim ist nach Gratz; H. Graf Ferdinand von Aichelburg nach Kärnthen verreist. – Herr KreisCommissair von Rosenthal ist über die Feyertage von Villach nach Laibach gekommen.


1835/83
Ljubljana, 22. april 1835


N ro 73

Es sind von Wien gedruckte Programs angekommen, in Folge deren die Huldigung der N. Oesterr. Herrn Stände und der Stadt Wien, am nächsten Sontag den 26 ten d. M. dort statt finden wird.

Gestern sprach man hier in der Stadt, daß Herr Gub. Sekretär Baron Anton von Codelli zum Gubernium nach Triest übersezt, und in Gehalt – einrücken soll.

Der bei den Landrechten allhier dienende Bruder des vorstehenden, H. B r Carl von Codelli soll zu den Landrechten in Görz übersezt werden, welches derselbe angesucht, und nun dießfällige Bewilligung eingelangt seyn solle.


1835/84
Ljubljana, 25. april 1835


N ro 74

Das große Unglück, welches Radmannsdorf – besonders H. Grafen Vinzenz Thurn getroffen hat, welch Leztern Schloß ganz abgebrannt, so wie überhaupt faßt der ganz Ort sammt Kirche niedergebrant seyn solle, ist sehr Bedauerungs würdig, und heute wird für diese Abbrandler ein Concert gegeben.

Herr Baron Anton v. Codelli welcher in Begleitung des H. Gubernialrathes Stelzich nach Triest gereiset ist, soll morgen Sonntags wieder anher zurück kommen.


1835/85
Ljubljana, 28. april 1835


N ro 76

Der Herr Baron Anton Codelli hat die braunen Wagenpferde nicht verkauft.

Der unglückliche Artillerie Cadet Steiner, welchem im hiesigen Milit. Spital der linke Fuß am Knie ambutirt wurde, hat diesen Fuß, bei den gewagten ersten Ausgang, aus Anlaß des Abrutschens der Kricke, gleich oberhalb dem Knie abermal, durch den Fall gebrochen, und muß nun wegen dieser Heilung wieder zu Bette bleiben; der für ihn bestellte künstliche Fuß, ist noch nicht angekommen. Dieser unglückliche Fall hat sich am Oster Sontage ereignet.


1835/86
Ljubljana, 29. april 1835

Eure Excellence!

Geruhen gnädigst nicht für Undankbarkeit zu halten, daß ich bis izt nicht gewagt, Hochdenenselben meine innigste Theilnahme an der glücklich vollbrachten Reise zu bezeugen. Mein dankbares Herz hat mit den innigst redlichsten Gesinnungen Eure Excellence begleitet, und ist stets mit der dankbarsten Erinnerung bey Hochdenenselben. Seit Excellence Abreise, habe ich mein Zimmer bis heute nicht verlassen, sondern mit meinen geschwollenen Knie, theils im Bette, theils auf den Sofa, die Tage zugebracht; manchmal an’s Fenster getretten, mit einer glühenden Empfindung auch die 3 Fenster Eure Excellence Wohnung vis á vis betrachtet, und so recapitulirend, der belehrenden Unterhaltung nachgedacht, welche mir in lezter Winter Saiçon, bei Eure Excellence zu theil worden ist; der Art sind mir viele Stunden mit aller Beruhigung vorüber gegangen, wobei mir die innigsten,


herzlichsten Wünsche nicht entfielen, daß Eure Excellence Gesundheit nur sich befestigen, und kein widriger Zufall dazwischen tretten möchte. Leider in Lustthal will sich das Leiden der guten Comtesse, wohl nach den allgemeinen Wunsche, nicht bessern, woran gewieß alles die schmerzlichste Theilnahme äußert, und bedauert. – Die gnädige Gräfinn Hyacinthe hat schon zwey Besuche in Lustthal gemacht.

Das Unglück von Radmansdorf, welches sammt Kirche u. Schloß, bis auf zwei Häuser abgebrant ist, hat hier auch viel Theilnahme erzeugt. Man sagt zwar, daß im Schlosse nur der zweite Stock abgebrannt seye, allein, weil die Tippelböden des ersten Stockes durch den Brand gelitten, und theils schon einstürzten, theils dem Einsturze drohen, so wird auch das erste Stockwerk unbewohnbar, und die zahlreiche Familie des H. Grafen, welcher überdieß schon den ganzen lezten Winter und bis izt noch immer krank ist, zur ebenen Erde ein sehr gedrängtes Unterkommen finden können; übrigens soll es auch bei dem Bezirke


wieder unangenehme Verwicklungen geben, wodurch der Herr Graf Vinzenz von Thurn in Zahlungen gerathen könte; es ist wirklich das alles – ein sehr großes Unglück für den H. Grafen.

Lezten Samstag den 25 ten d. wurde eine musikalische Academie für die Radmannsdorfer Abbrandler in der hiesigen Redutt veranstaltet, wobei Comtesse Pepi von Welsersheim sich auf den Piano Forte mit großen Beifall producirte. Es wurde ein Pot-pouri von Czerni – zu 6 Händen, auf 2 Piano Forte gegeben, wobei auf den zweiten Instrument Baronesse Daria und Mathilde von Schmidburg accompanirten. Zwei Baronessen von Zois sangen ein Duetto aus Norma mit rauschenden Beifall, und ein Frauen Chor aus Robert der Teufel (Umsonst mein Hoffen) von 16 Fräuleins vorgetragen, machte gleichfalls Furrore. Uiberhaupt schildert man dieses Concert als sehr brillant, wie es seit langer Zeit nicht gewesen, es war auch sehr besucht, und die Einnahme soll bei 250 fr. CM betragen haben. –

Der unglückliche Artillerie Cadet, welchem hier der Fuß abgenommen wurde, war so unglücklich, beym ersten Ausgang


mit der Kricke an der Stiege abzurutschen, und den bis an’s Knie abgenommenen linken Fuß, oberhalb des Knies, am Oberschenkel abermal zu brechen; der bestellte künstliche Fuß für demselben ist noch nicht angekommen. –

Rheuvmatisches Unwohlbefinden ist in vielen Häusern hier, allein keine erheblichen Krankheiten, ungeachtet wir seit Eure Excellence Abreise paar Schneetage, und kalte Witterung hatten; auch in Unterkrain ist die Zeit, ziemlich Schnee gefallen. –

Seit ein Paar Tagen haben wir etwas milderes Wetter, und es regnet theilweise, doch der sich erhaltende Wind, läßt es zum ausgibigen Regen nicht kommen. – Die Morgen und die Abende sind ziemlich kühl, und werden empfunden. –

Frau Gräfinn Hyacinthe v. Lichtenberg läßt Ihre Empfehlung melden. Herr Baron Leopold v. Lichtenberg dürfte, sobald die Mama in künftiger Woche nach Schwarzenbach abgereist seyn wird, seine Reise nach Wien unternehmen. Ich küsse der gnädigen Comtesse Antoinette die Hand, bitte Eure Excellence um ferneres gnädiges Wohlwollen, und geharre mit den innigsten Wunsche, daß Gott Hochdieselben noch viele Jahre erhalten wolle, mit aller Verehrung:

Eure Excellence!

Laibach den

29 April 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/87
Ljubljana, 1. maj 1835


N ro 77

Herr Graf v. Welsersheim ist von Gratz; H. Graf v. Aichelburg aus Kärnthen rückgekehrt.

Graf und Gräfin v. Strasoldo ist gestern Nachmittags mit den ältesten Sohne, ältesten und jüngsten Tochter hier angekommen.

Heute ist der Sohn, MajoratsHerr, Graf Franz Strasoldo als Cadet zu Hohenlohe Inf. Regt. – assentirt worden.

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In Folge des starken Regenwetters in lezter Nacht ist es heute am 1 ten May sehr unrein, auch war das Wetter am Morgen sehr trüb. Erst izt um Mittag zeigt sich die Sonne ein wenig.


1835/88
Ljubljana, 3. maj 1835


N ro 78

Für die glückliche Rückreise S r Excellence des hochverehrten Herrn Herrn Barons sprechen sich die innigsten Wünsche des ergebensten Berichtserstatters aus; – nicht minder ist seine Theilnahme für die verehrte Patientin groß, und seine Wünsche vereinigen sich mit der sehr großen Anzahl der hiesigen Theilnehmer für glückliche Hilfe der Leiden.

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Nachdem Baron Mordax zum Gubern. Concipisten ernannt, daher vom Klagenfurther Kreisamt zum Gubernium anher kömmt, so ist der Concepts Practicant Graf Deym zum Klagenfurther Kreisamt übersezt und bereits dahin abgereist.

Baron Mladota leidet noch mit den Augenschmerz.

Man hört, daß die bisher in Planina sich aufhaltende Fräule Wilcher mit einem Beamten in Triest


sich vermählen soll.

Auch sagt man, daß der hiesige junge v. Andrioli, welcher bei Kaufmann Flörenteich adoptiv Sohn geworden, oder sein Erbe seyn soll, eine reiche Triestinerinn heurathen würde.

Gestern am 2 ten Mai war es regnerisch, und heute am 3 ten ist eben gleichfalls, solch traurig Wetter.

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Die Schwester des bekannten Fähnrichs – izt Unter-Lieutenants Berghofer ist vorgestern an Nervenfieber gestorben, gestern begraben worden; sie war eine gesunde, starke Person. Ihre alte Mutter ist in großer Dürftigkeit.


1835/89
Ljubljana, 4. maj 1835


N ro 79

Frau Baronin Rechbach, lezten Donnerstag den 30 ten April hier von Neustadtl angekommen, ist Samstags den 2 ten d. mit der ältesten Tochter Caroline, des H. Grafen Strasoldo, wieder nach Neustadtl zurück gereist; die Comtesse Strasoldo wird bei der Frau Baronin in Neustadtl, verbleiben.

Der H. General v. Sivkovich ist für 3–4 Tage in Dienstangelegenheit nach Unterkrain gestern verreiset.

Die Frau Baronin Sali von Lazzarini Zobelsberg, ist für einige Zeit zu ihrer Mama, der Frau Baron Rastnern nach


Scheerenbüchel auf Besuch, über Laibach dahin.

Heute am 4 Mai ist der erste schöne Maitag, zwar der Morgen etwas kühl, allein Sonenschein, welches den Floriani Prozessionen gut zu statten kömmt.

Im Anschlüsse überreicht der Berichtserstatter die neue Volks-Hymne auf Kaiser Ferdinand.


1835/90
Ljubljana, 9. maj 1835

Eure Excellence!

Muß ich in Folge meines gestrigen Berichtes ergebenst die Berichtigung unterbreiten, daß S e Durchlaucht der Fürst Metternich, so wie S e Excellence der Herr Graf von Kollovrath an die Kär[n]thner-Krainersch-Ständische-Deputation – sich erst in der Burg angeschlossen, wie solches Eure Excellence letztlich zu bemerken nöthig fanden.

Man wollte gestern hier Nachrichten haben, daß S e Excellence der Hofkriegsraths vice Präsident v. Radossevich gestorben ist.

Gestern war in den bei Unter-


thurn für das Laibacher Publicum eröffneten Anlagen, ein großer Zulauf, doch war das Musick Chor nur mit Sieben blasenden Instrumenten besezt, welches in der Freye nichts effectuirte.

Die Familie des H. Generals – hielt sich von den adellichen Zirkeln – entfernt.Die meisten Familien blieben bis gegen 9 Uhr, und begaben sich dann nach Haus. Frau Gräfin von Welsperg entfernte sich um halb 8 Uhr. Die Familie H. Baron v. Zois war für paar Tage von Egg anher gekommen, allwo Frau Gräfin von Welsperg gewesen, um


Comtesse Helene abzuholen. Die Familie H. Präsidentens von Buzzi wird am Donnerstag erst, sich nach Steinbüchel begeben.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

9 ten Mai 1835

unterthänigst dankbarer

Franz Hptm.


1835/91
Ljubljana, 12. maj 1835


N ro 82

Herr Graf Xaver Auersperg von Grossdorf – ist mit seinem H. Schwager Pavesch von Radelstein, und Lezterer mit seiner Frau Gemahlinn, hier angekommen. Frau Gräfin Therese von Auersperg ist noch sehr leidend.

Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg ist heute Morgens nach Schwarzenbach abgereist.

Man hört, daß nebst S r Excellence dem Herrn Gouverneur, und S r fürstlichen Gnaden dem H. Bischof, der Herr Graf Benedict von Auersperg, Herr Baron Anton v. Codelli, der hiesige H. Bürgermeister Hradezki und der Herrschaft Innhaber von Freudenthal H. Gallé als ständi-


sche Deputirte nach Wien reisen, und dort Herr Graf Erasmus v. Lichtenberg mit H. Hofrath von Fradenek sich an diese anschlüssen werden, um S r Majestaet dem Kaiser die Huldigung der krainerschen Stände zu Füssen zu legen. Die Zeit der Abreise ist noch nicht festgesezt; auch wird sich H. Gr. Joseph v. Auersperg gleich von hier, an die Deputation anschlüssen.

Graf und Gräfin Strasoldo sind noch immer hier.


1835/92
Ljubljana, 13. maj 1835

Eure Excellence!

Zu der glücklichen Rückkunft meine Theilnahme zu Füssen zu legen, ist mir allerdings erfreulich, allein ich bitte zugleich auch meine schmerzliche Theilnahme zu genehmigen, über den schmerzlichen Tod der verehrten Comtesse Betti. Eure Excellence hohe Erkenntniß, daß wir unsere Schicksale selbst zu leiten unvermögend sind, und daß alles, was mit uns vorgehet, von einem höhern Wesen abhängt, dem zu widerstehen, menschliche Macht nicht vermag, gibt mir die trostvolle Hoffnung, daß auch dieser harte Schlag


Eure Excellence Starkmuth und Seelenstärke ohne bösen Erfolg für die Gesundheit Hochderoselben vernarben, auch der Allmächtige, Eure Excellenz viele Jahre der hochverehrten Familie, und den Dürftigen – erhalten, und Hochdenenselben beste Gesundheit verleihen werde, daher ich wiederhole, daß Gott Eure Excellence noch viele Jahre erhalten wolle.

Um fernere Gnade bittend, geharre Ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence!

Laibach den

13 Mai 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/93
Ljubljana, 14. maj 1835


N ro 83

Man will heute mit Bestimmtheit wissen, daß der Herr Bar. Anton von Codelli doch zum Triester Gubernium übersetzt werden soll.

Auch wird heute erzählt, daß ein H. von Tannenberg – als Landrechts-Präsident hieher, und folglich H. Ritter von Buzzi nach Klagenfurth übersezt werden solle.

Nachdem der H. Landrath Tschopp zum titular Appelationsrath ernannt worden; H. Landrath Baron Stöger um die Pensionirung eingeschritten, der Landrechts-Sekretär Witschitsch gestorben, heute begraben worden, folglich izt Gelegenheit zur Beförderung bei den hiesigen Landrechte, wozu H. Baron Carl Codelli als einer der ältesten Askultanten in Anspruch ist, dürfte es von der gewunschenen Uibersetzung desselben nach Görz–, wohl abkommen.

Gräfin Christine von Thurn – StiftsDame, ist


heute morgens nach Gratz zurückgereiset. Auch ist die Frau Baron Gussich Wittwee (von Slatteneg), deren Sohn Lieutenant beym Regmt. Hohenlohe ist, für einige Zeit nach Gratz übersiedelt, heute dahin abgereist, um einer Kür dort sich zu unterziehen.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg Wittwe, hat die Wohnung bei D r Wurzbach, bereits bezogen.


1835/94
Ljubljana, 16. maj 1835


N ro 84

Man sagt, daß die Krainerisch-ständische-Deputation schon in nächst künftiger Woche nach Wien abreisen werde; da von Wien über dießfällige Anfrage die Antwort gekommen seyn solle, daß dieses alsogleich geschehen möchte.

Frau Baron Anton Schweiger ist mit Familie heute aufs Land gereiset. H. Graf Richard von Blagai und H. Baron von Lazzarini (Vater) gedenken in nächster Woche sich aufs Land zu begeben.

Herr Graf von Strasoldo ist wieder nach Görz zurück gereist, und die Frau Gräfin wird ihr Wochenbett hier abwarten.

Herr Hofrath von Guggenthal ist vorgestern aus Wien hier angekommen.

Graf Xaver von Auersperg ist bereits wieder nach Grossdorf zurück; die Frau Gräfin Therese von Auersperg wird mit H. Grafen Richards von Blagai Fami-


lie nach Billichgratz, und später ins Baad sich begeben.

H. Pavisch von Radelstein, ist mit seiner Frau Gemahlin auch wieder aufs Land zurück.

Es sollen Briefe angekommen seyn, da Frau Gräfin Raimund von Thurn, Obersthofmeisterinn in Gesellschaft der Frau Majors Wittwe Michelli nach Laibach nächstens kommen werden.

Man sagt auch, jedoch nicht mit Bestimmtheit, daß H. Baron Leopold von Lichtenberg auch in künftiger Woche die Reise nach Wien anzutretten, beabsichtige.


1835/95
Ljubljana, 18. maj 1835


N ro 85

Zu den am Pfingst-Montage in der Adelsberger Grotte abzuhaltenden Feste, liegt die gedrückte Einladung bei.

Man sprach Samstags hier davon, daß der junge überzählige Gubern. Rath in Triest, H. Graf v. Salm Reiferscheid als Kreishauptm. nach Adelsberg bestimmt seyn solle, indessen es gestern verlautete, daß H. Graf v. Laźansky, Gubern. Rath in Gratz, diese Bestimmung erhalten solle. Indessen soll vorgestern Samstags bei den hiesigen Gubernium wegen dießfälligen Vorschlag, die Sitzung gehalten worden seyn.

Man hört, daß S e Excellence der H. Gouverneur nächsten Freytag den 22 ten d. M., – S e fürstlichen Gnaden der H. Bischof aber am Samstag den 23 ten d. M. die Reise nach Wien anzutretten gedenken.

Der Herr


Baron Leopold von Lichtenberg begibt sich heute nach Habach, und gedenkt Mittwochs den 20 ten d. M. von dort, die Reise nach Wien anzutretten.

Frau Gräfin Ant. v. Schweiger ist wegen Unpäßlichkeit Fräuleins Ferry noch hier verblieben, gedenkt jedoch morgen Dienstags aufs Land abzureisen.

H. Baron v. Lazzarini Vater ist Willens schon heute Nachmittag nach Weisenstein sich zu begeben.

Frau Baronin v. Rastnern soll auch heute mit der Frau Tochter Sali v. Lazzarini, und Lezterer beyden Kindern, von hier nach Scheerenbüchl zu überziehen.


1835/96
Ljubljana, 19. maj 1835


N ro 86

Gestern ist die verläßlichste Nachricht hier eingetroffen, daß H. Gubern. Secretair Anton Baron v. Codelli in eine besoldete Stelle zu dem Triester Gubernium übersezt, und derselbe den Gehalt dort beziehen wird.

Der H. Baron Carl Codelli wird in nächst künftiger Woche an seine neue Bestimmung nach Görz abgehen.

Gestern ist H. Graf v. Strasoldo aus Görz hier wieder eingetroffen, um seine Frau Gemahlinn abzuholen, mit welcher er Samstags wieder nach Görz rückkehren will. Der älteste Sohn des H. Grafen ist als Cadet bei Hohenlohe eingetretten; die älteste Tochter ist dermalen zu Neustadtl bei Frau Baronin von Rechbach, und die 2 te (Theresine) hier bei der Frau Generalin.

Verwichene Nacht zwischen ein viertel und halb 2 Uhr erfolgte hier ein sehr heftiger, schwingender Erdstoß, welcher mehrere Gerätschaften auf Kästen, ja die Blu-


mentöpfe auf den Fenstern klappernd machte. Die Schwingungen waren mehrmalen, und wiederhollten sich, jedoch immer minder merkbarer, zweimal.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern Nachmittags nach Habach, und gedenkt morgen Mittwochs die Wiener Reise von da anzutretten.

Vorgestern Sonntags war ein kleines Soire bei H. Präsidenten v. Buzzi; kurz vor der Versammlung der Gesellschaft beym Aufstehen von einem Stuhle, klitsche H. Präsident aus, und um sich für den Fall zu schützen, geschahe es im Ausspreitzen der Hand, daß der Fall auf diese geschahe, und dadurch der rechte Daumen luxirt wurde, welches eine bedeutende Geschwulst der Vorderhand verursachte, und einige der Gäste veranlaßte nach Haus zu gehen; indessen, als der ärztl. Verband gemacht war, wurden die Spieltische rangiert, und die Gesellschaft fortgesezt.


1835/97
Ljubljana, 19. maj 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen meine hohe Verehrung zu genehmigen; womit ich die Gelegenheit nehme, ergebenst zu berichten, daß, den Vernehmen nach, S e Excellence der H. Gouverneur, und S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof – schon am Freytage von hier abzureisen gedenken. Letzterer gedenke über das Baad zu Vellach, Völkermarkt durch das Lavantthal zu reisen, und über Knittelfeld, Leoben nach Brück, dann die gewöhnliche Wiener Tour einzuschlagen. –

Eure Excellence gnädiges


Wohlwollen wird mir den ergebenen Beisatz vergeben, da ich seit einigen Tagen, wegen meinen, noch immer geschwollenen Knie, homeopathische Kur gebrauche.

Um fernere Gnade bittend, geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

19 Mai 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/98
Ljubljana, 19. maj 1835 III

Eure Excellence!

Soll ich im Auftrage H. Barons Leopolds von Lichtenberg und in Verfolg seines, gestern an Eure Excellence wegen der Wohnung in seinem Hause –, gerichteten Schreibens noch berichten, daß, da es nun vollkommen sicher, daß H. Baron Anton von Codelli mit Besoldung nach Triest komme, kein Zweifel mehr obwalte, daß die Wohnung sicher zu Michaeli zu beziehen seyn würde: es Eure Excellence belieben wolle, sich zu entscheiden, ehe die Zeit der Aufkündigung (zu Johanni 24 Juni – und längstens 8 Tage später, bis 2 Juli als lezter Aufkündigungs Termin) – verstreichet. Ich glaube, daß der H. Baron Eure Excellence auch eröffnet hat, daß im Falle Eure Excellence


die bisherige Wohnung H. Baron Ant. v. Codelli nicht wünschen, H. Graf von Hohenwarth als zweyter Bewerber solche zu nehmen wünschet.

Küsse ehrfurchtsvoll die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

19 Mai 1835

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/99
Ljubljana, 22. maj 1835

Eure Excellence!

Mich zu Gnaden empfehlend, habe ich die Ehre zu berichten, daß Frauen Gräfinn von Welsperg mich lezten Mittwoch nach Eure Excellence Befinden befragt, und ich Hochderselben geantwortet, daß ich glaube, Frau Gräfin sich überzeigt haben dürfte, daß Eure Excellence zur Freude aller Guten, sich recht sehr wohl befänden, da Hochdieselben als am Dienstag bei der Frauen Gräfinn einen Besuch abgestattet hätten, welches jedoch Frau Gräfinn in Abrede stellte, daher ich nicht ermangle,


Eure Excellence davon Kenntniß zu geben, und beyzufügen, daß S e Exc. H. Gouverneur und H. Fürst Bischof heute Ihre Reise nach Wien angetretten haben, H. Graf von Strasoldo mit Frau Gemahlinn auch diesen Morgen nach Görz abgereiset sind.

Zeichne mich ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence

Laibach den

22 ten Mai 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/100
Ljubljana, 23. maj 1835

Eure Excellence!

Habe die Ehre die allgemeine Zeitung pro 1834 – vom 2 ten Quartale, hiemit zu überreichen, und nebst den ergebenen Beifügen, daß Bar. Anton Codelli mit Frau Gemahlinn und Fräulein Therese von Codelli, heute um 12 Uhr seine Reise nach Wien angetretten, mich ehrfurchtsvoll zu zeichnen:

Eure Excellence

Laibach den

23 ten Mai 1835

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/101
Ljubljana, 24. maj 1835

Eure Excellence

Wollen meiner Behelligung hochgeneigte Nachricht verleihen. Ich fühle mich förmlich wohl, und bey beruhigsten Gemüthe, wenn ich die Gnade haben kann, einige Zeilen an Eure Excellence zu schreiben, wobei sich stets mein innigster Wunsch ausspricht, Hochdieselben von meiner gränzenlosen Verehrung überzeigen zu können, und daß Gott Eure Excellence viele Jahre erhalten möge. Gegen-


wärtig wage ich ganz ergebenst zu bitten, da ich Hochdieselben mit Uiberreichung einiger Schriften zur Zeit meiner bewußten Angelegenheit belästigte, diese Schriften mir gnädigst zu überlassen, indem ich meine Vorbereitungen zu weitern Schritten treffe, allein über mein Vorhaben, zur Zeit und vor der Ausführung, Eure Excellence alles vortragen, und um Hochderoselben gnä-


digen Rath unterthänigst bitten werde, welchem mir zu ertheilen, Eure Excellence mir gnädigst zugesagt haben, und welcher mir zur genauesten Richtschauer dienen wird; ich bitte um fernere Gnade, und ersterbe ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence

Laibach den

24 Mai 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/102
Ljubljana, 26. maj 1835


N ro 86 8

Die nach Wien gereiseten und schon benannten, sind alle bereits dahin; die H. Grafen Benedickt und Joseph von Auersperg sind Sonntags früh 7 Uhr, als die Letzten, dahin – abgereist.

Herr Baron Carl v. Codelli ist Nachts vom Samstag zum Sonntag, an seine neue Bestimmung zum Görzer Landrecht abgefahren.

Sontags Nachmittags war Besuch bei Ihrer Excellence der Frauen Gouverneurin.

Gestern hörte man erzählen, daß H. Hofrath von Guggenthal zur interimistischen Administrirung der Niederösterr. Zoll-Gefällen Verwaltung nach Wien bestimmt seyn solle, weil der dortige Cameral-Gefällen-Administrator am Augenstaar erkrankt wäre.

Morgen Mittwochs soll H. Baron Moritz v. Tauferer


mit Frauen Gemahlinn und der leztern Baronesse Schwester Zerline, dann auch Frau von Frast mit ihrer ganzen Familie nach Wien reisen, Leztere dort bis zum Herbst verbleiben, wo sie dann H. Gemahl abzuholen gedenke.


1835/103
Ljubljana, 27. maj 1835

Eure Excellence

Küsse unterthänigst die Hand für die mir geäußerten gnädigen Gesinnungen, um deren Fortdauer unterthänig bitte, und rastlos bestrebt bleiben werde, deren würdig mich zu bezeigen. Wenn ich einmal so geordnet seyn werde, wie ich es für meine Angelegenheit nothwendig gedenke, werde ich um Eure Excellence gnädigsten Rath und wohlwollende Anleitung bitten, und Hochdieselben bis zum Grabe als meinen einzi-


gen Wohlthäter hoch verehren, mit diesen treuen Gesinnungen ersterben:

Eure Excellence

Laibach den

27 Mai 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/104
Ljubljana, 2. junij 1835


N ro 88

Man hört, daß in der Illyr. Deputation, welche zu Wien S r Majestaet dem Kaiser, die ehrfurchtsvolle Huldigung der Landstände Krains darbringen wird, sich drey Fürst Bischöfe befinden werden, nämlich jener von Laibach, von Gurk und von Lavant. Auch wird erzählt, daß S e Durchlaucht der Fürst Metternich und H. Fürst von Auersperg, dieser Deputation sich anschlüssen wollen; in der gegenwärtigen Woche soll die Vorlassung der Deputation geschehen. Am 14 ten d. M. soll der Huldigungs Act in Wien vor sich gehen, zum Schlusse desselben, ein großes Banquet im großen Redutten-Saale seyn, wo die allerhöchste kais. Familie an einer, und an 13 andern Tafeln öffentlich gespeist werden wird.

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Der hiesige Bürgersohn Zeschko, welcher die Tochter des Rittmeisters Herrman von Sello – des Beschell-Departements – heurathet, ist lezten Sontag zum leztenmal kirchlich verkündiget worden. Mittwoch den 3 ten dieses


wird die Vermählungs-Ceremonie zu Marienfeld bei Kaltenbrunn, und das Banquet im Schlosse zu Kaltenbrun seyn.

Die Tochter Elsbeth des Cameral Rathes Curter, ist lezten Sonntag, zum erstenmal kirchlich verkündigt worden.

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Jemand, der so eben den Referenten besuchte –, erzählt, der Tag der Huldigung seye auf den 17 ten d. M. verschoben.

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Frau Pasqualli, deren Gatte Beamter bey den hiesigen Landrechte ist, war Sonntag mit ihrer Familie zu Rosenbach, wo man Kaffee jausette. Im retour Wege besah die Gesellschaft, das in Errichtung begriffene Etablissement zu Unterthurm, allwo sich die hiesige Casino Gesellschaft im Sommer zur Unterhaltung versammlen will, wo im Freyen, und in den anstossenden Wäldchen, Parthien


angelegt werden; – dort überfiel die Frau Pasquali – eine Uiblichkeit, und sie fiel vom Blutschlag getroffen, rettungslos zur Erde, wurde todt nach Hause getragen.


1835/105
Ljubljana, 8. junij 1835


N ro 89

Die am 5 ten d. M. über Laibach nach Bayern marschirten königlich Bayerschen Soldaten, war das lezte Bataillon, welches aus Griechenland wieder rückkehrt. Es ist nun Griechenland nur noch in so fern mit deutschen Soldaten versehen, welche in Bayern für den k. griechischen Dienst mit Capitulation für mehrere Jahre – engagirt worden seyn.

Heute wird hier das Etablissement bei Untherthurn feyerlich eröffnet; man sagt, daß Musick, und ein kleines Feuerwerk gegeben werde; jedoch will man nach den vorläufig gemachten Versuchen, die Qualitaet der Erfrischungen, noch die Bedienung loben. Nebst Kaffee – soll man auch mit Wein und kalten Speißen bedient werden. Dieses Etablissement wird nicht für die Casino Mitglieder allein, son[dern]


für das ganze Laibacher Publicum gewidmet.

Die Mitglieder der ganzen Deputation, welche in Namen der sämtl. Krainer- und Kärnthner Stände, unter Anführung S r Excell. des H. Gouverneur Bar. v. Schmidburg, S e Majestaet aufwarteten, sind in der Beilage benannt; samentl. sind gleich aus den Hôtel der vereinigten böhm. Hofkanzlei, ohne Ausnahme, im Zuge gefahren; es ist auch ein Program hier, unter welchen Beobachtungen bis zum Saale vor S r Majestaet, die Deputation geführt wurde, z. B. den Zug eröffnete eine Cavallerie Abtheilung, dieser folgte ein Hofeinspänner, HofFouriere etz. wie es bei derlei Gelegenheiten geschieht, die Wachten, bei welchen der Zug vorüber gieng, hatten ins Gewehr zu tretten, und das Gewehr zu praesentiren; man stieg bei der Bothschafter Stiege aus etz. Die Rede, welche S e


Excellence der H. Gouverneur an S e Majestaet hielt, und die Antwort Allerhöchstdessen, dann die Anrede an Ihre Majestaet die regierende Kaiserin, allerhöchst welche die Deputation in den Spiegelsaal empfieng, ist in der Wiener Zeitung vom lezten Donnerstag den 4 ten Juni, abgedruckt.

Baron Ludwig v. Lazzarini, ObLt. von Kaiser Jäger ist heute nach Adelsberg, um das dortige Grottenfest zu sehen, von wo derselbe nach Triest, und von da – direckte nach Inspruck zurück reiset.

Frau Baron von Codelli – Wittwe ist heute nach Scheerenbüchel mit Familie – soll nächsten Donnerstag nach Thurn aufs Land überziehen.

Die Familie des H. Präsidenten von Buzzi soll morgen Dienstag nach Steinbüchel – bei Stein, auch aufs Land sich begeben.

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Die Krainerisch-Kärnthnersche Deputation ist bei Hofe mit folgenden Mitgliedern der Stände erschienen, welche S e Excellence der Herr Gouverneur anführte:

1 tens der Haus-, Hof- und Staatskanzler Fürst v. Metternich

2 tens '' Staats Minister Graf v. Kollowrath

3 tens '' Fürst Alois v. Lichtenstein

4 tens '' –'' Karl v. Paar

5 tens '' –'' Vinzenz v. Auersperg

6 tens '' –'' Bischof v. Laibach

7 tens '' –'' –'' v. Gurck

8 tens '' –'' –'' v. Lavant

9 tens '' Prälat von St. Paul

10 tens '' Obersthofmarschall Graf v. Goes

11 tens '' Oberststallmeister Graf v. Wrbna

12 tens '' FeldMarschall B r Lattermann


13 tens der Hofkanzler Graf v. Inzaghy

14 tens '' Geheime Rath B r v. Fechtig

15 tens '' Internuntius B r v. Ottenfels

16 tens '' vice Präsident Graf v. Lichtenberg

17 tens '' Landes Hptmann. Graf v. Attems

18 tens '' Hofrath Graf v. Aichelburg

19 tens '' Graf Benedict v. Auersperg

20 tens '' '' Andreas von Hohenwarth

21 tens '' Landes Comthur Graf v. Attems

22 tens '' Graf Constantin von Lodron

23 tens '' '' Joseph von Auersperg

24 tens '' '' Alex. v. Christalnig

25 tens '' '' Franz v. Blagai

26 tens '' '' Jos. v. Gaisruck

27 tens '' '' von Sailern

28 tens '' General B r v. Rechbach


29 tens der Baron Ant. v. Codelli

30 tens '' '' von Ankershofen

31 tens '' Hofrath Ritter v. Fradenek

32 tens '' Ritter von Bogner

33 tens '' '' v. Pagliarucci

34 tens '' Ritter v. Dillmann

35 tens '' kais. Rath u. Bürgermeister Hradezki

36 tens '' Bürger Franz Gallee


(tiskana priloga: Nachricht)


1835/106
Ljubljana, 11. junij 1835


N ro 90

Frauen Gräfin von Dittrichstein und Frau Polizei Directerin Sicard sind gestern Morgens 4 Uhr mit den Eilwagen nach Wien abgereist.

Man hört, daß S e Excellence H. Gouverneur auf der Rückreise aus Wien – sich befinden solle.

Der hiesige Cameral Casse-Controllor Broscheck, ist zu Klagenfurth Kameral-Zahlmeister geworden.

H. Gubern. Rath und Kammer-Prokurator v. Scheuchenstuhl leidet an einem nervösen Gallfieber; ist dieser Tage versehen worden, befand sich aber gestern etwas besser.

Frauen Gräfin Cöcile v. Lichtenberg hat lezte Nacht bereits in Peperlsfeld geschlafen. Frau Gräfin Theres von Auersperg ist schon vor einigen Tagen nach Grossdorf zurück gekehrt.

Die Familie des H. Präsidenten Buzzi ist heute nach


nach Steinbüchel aufs Land, und die Familie der Frau Baron Codelli Wittwe, wird noch heute nach Thurn bei Laibach überziehen.

Den Unterhaltungs Ort bei Unterthurn nächst der Lattermanns Allee, hat man nach den beliebten Unterhaltungsort bei Wien – Tivoli benannt.

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Es wird wieder gesprochen, daß H. Landrechts Präsident Ratschich aus dem Küstenland nach Laibach übersezt werden solle, wornach H. Präsident v. Buzzi doch nach Klagenfurth kommen dürfte.


1835/107
Ljubljana, 12. junij 1835


N ro 91

Das gestern in der Mittagsstunde gewesene Wetter war ziemlich stark, und schlug in den, unweit der St. Peters Kirche gelegenen Dorfe Utmath ein, allwo es den Schmid erschlug und einen Zweiten, heftig betäubte. Der Blitz fuhr im Hause hin und her, und verursachte am Hause mehreren Schaden, ohne zu zünden.

Der bekannte alte Priester, Sitticher ex Jesuit –, Pater Zumpe, ist gestorben.


1835/108
Ljubljana, 13. junij 1835


N ro 92

S e Excellence der H. Graf Szapari sind heute Morgens früh 4 Uhr hier angekommen.


1835/109
Ljubljana, 13. junij 1835 II

Eure Excellence

Habe die Ehre zu berichten, daß der Kammer Prokurator Gubern. Rath v. Scheuchenstuhl diesen Morgen nach 10 Uhr an der Gehirnlähmung gestorben ist, und wage zugleich Vertrauungsvoll Eure Excellence Gnade, unterthänigst zu bitten, heute am werthen Namensfeste der gnädigen Comtesse Antoinette der Dollmetsch meiner ergebenen Gesinnungen, seyn zu wollen, gnädigst geruhen: der Allerhöchste möge der gnädigen Comtesse die Erfüllung al-


les dessen verleihen, so Hochdieselbe nur immer Ersprießliches sich wünschen möge! –

Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und gnädigen Comtesse Antoinette die Hand küssend, bitte um fernere Gnade, und geharre Ehrfurchtsvoll

Eure Excellence

Laibach den

13 Juni 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/110
Ljubljana, 16. junij 1835


N ro 93

Die Leiche des gestern beerdigten Kammer-Prokurators-Gubern. Raths Scheuchenstuel war von einer großen Menschen Menge aus allen Ständen, begleitet.

Man hört, daß heute sowohl S e Excellence der Herr Guberneur, als der H. Fürst Bischof und übrigen Deputations Mitglieder und deren Begleiter – von Wien abreisen, und Samstags allhier einzutreffen gedenken. S e fürstlichen Gnaden der H. Bischof wollen im retour Wege, Ihre Herrschaft Oberburg besuchen, allwo Sie Mitwochs eintreffen sollen. Alles reiset von Wien über Maria Zell. –

Morgen Mittwochs sollen der H. General eine Reise nach Triest etz. antretten. Die Frau Gemahlinn


wird begleiten.

Den nächsten Sonntag wird der Ehrentag der Fräule v. Kurter seyn.

Heute macht Frau Gräfin v. Stubenberg in Begleitung H. Gemahls und Frau Gräfin Seraphine v. Thurn, einen Besuch in Billichgratz.

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Graf Joseph Thurn hat sich bereits nach Kreutberg überzogen.


1835/111
Ljubljana, 18. junij 1835


N ro 94

S e Excellence der Herr Gouverneur wollen, wie man gestern hörte, am Freytag Mittags in Laibach speißen; die übrigen Herrn und Damen sollen jedoch am Samstag hier ankommen.

Der Herr General ist gestern mit Frau Gemahlinn nach Adelsberg abgereist etz.

Auch Herr Graf v. Hohenwarth ist gestern aufs Land.

Herr Baron von Bussette, obgleich sich sehr schwach fühlend, hat doch mit guten Appetit gespeist, und war nicht im Bette.


1835/112
Ljubljana, 18. junij 1835 II


N ro 95

Man hört, daß Estaffetaliter Berichte eingelaufen, daß die Bosniaken in einer Masse von etwa 3500 Mann ins Croatien, unter einem eigenen Anführer eingebrochen, und im Oguliner Grenz Rgts. Bezirk mit selben ein förmliches Gefecht statt gefunden – welches diesseits Herr General v. Rukavina comdirt. hat. Man habe zwar mehrere eingefangen, und den Choque zurück getrieben, besorgt aber, daß während des Vorfalls mit dem Haupt-Truppe, andere kleine Räuber Banden sich weiter geschlichen, und nach Krain begeben haben dürften, weshalb die Landes-Sicherheits-Posten in Unter- und Inner Krain allarmirt, und zur strengsten Wachsamkeit angewiesen worden seyn.


1835/113
Ljubljana, 18. junij 1835 III

Eure Excellence!

Gnädige Gewogenheit für mich und Hochderoselben gewogene Nachsicht veranlaßt mich, mein Bestreben der wärmsten Dankbarkeit, bei jeder Gelegenheit an Tag zu legen. Weil man allgemein spricht, daß der Herr Präsident von Buzzi schon mit den Dekrete versehen seyn solle, welches die Uibersetzung nach Klagenfurth – seinen Verlangen gemäß, bewilligt, und da ich weiß, daß Baron Lazzarini, den neuen H. Präsidenten nicht in die Wohnung aufnehmen will: so wollte ich wagen, obschon ich dießfalls Niemanden gesprochen, einen


Vorschlag zu machen, ob Ihre Excellence die gnädigste Frauen Gräfinn – vielleicht die Wohnung im Baron Lazzarinischen Hause zu nehmen geneigt wären, und für diesen Fall den Baron Lazzarini vielleicht zu befragen, oder befragen zu lassen, geneigt wären, ob derselbe für den Fall, als H. Präsident Buzzi die Wohnung verließe, solche Ihrer Excellence überlassen wolle, damit nicht etwa Jemand zu vor käme. Ich werde einen kleinen Plan von der ganzen Wohnung morgen oder übermorgen vorlegen, welche aus folgenden Piecen besteht: Auf die Gassen: drey große Zimmer, jedes zu 3 Fenstern, rückwärts gleich an der Stiege ein großes Zimmer für Bedienten, ein Kabinet und ein


Schlafzimmer rückwärts gegen die Polizei Direkzion zu, gleich am Schlafzimmer ein Zimmer für die Jungfer und Garderobe –, rückwärts nächst der Küche, ein Zimmer für Köchin und Magd. Die Speis ist auch nächst der Küche. – Stallung, Wagenschupfen, Geschirrkammer, Holzlege, Keller, sind gleichfalls vorhanden.

Der Vorsaal mit einem Kamin versehen, ist izt sehr gut hergerichtet. Alle Piecen bis auf das Kabinet, sind heitzbar, und die vordern drey Zimmer parketirt.

Geruhen Eure Excellence mir nicht ungnädig zu halten, daß ich mit dem innigsten Wunsche, Hochdieselben mit der hochverehrten Familie hier besser logiert zu wissen, diesen Vorschlag zu machen mir erlaube, und indem ich Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin,


so wie der gnädigen Comtesse die Hand küsse, Eure Excellence um fernere Gnade bitte, und ehrfurchtsvoll mich zeichne:

Eure Excellence

Laibach den 18 Juni

1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/114
Ljubljana, 20. junij 1835


N ro 96

S e Excellence der Herr Gouverneur sind gestern Mittags um 1 Uhr mit Baronesse Fanny – hier angekommen.

Herr Baron Ant. v. Codelli mit Frau Gemahlin und Fräulein Therese v. Codelli werden heute auf Mittag hier erwartet.

Frau Gräfin Mimi von Blagai mit Fräulein Victoire von Codelli, ist Donnerstags in Scheerenbüchel übernachtet, und beyde sind gestern Freytags in Gesellschaft Frau Baronin Sali v. Lazzarini – ins Bad nach Tyffern abgereist. – Leztere hat auch das kleine Töchterchen mit sich genommen, so wie Frau Gräfin v. Blagai die Comtesse Hyacinthe mit sich nahm.


1835/115
Ljubljana, 21. junij 1835


N ro 97

S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof sind gestern N. M. 4 Uhr hier angekommen; so wie vorgestern S r Excellence dem H. Gouverneur, so sind auch gestern die Gemeinde Aeltesten der Laibacher Stadtgemeinde, S r fürstlichen Gnaden bis Tschernutsch entgegen, und geleiteten an beyden Tagen, die Angekommenen zu Wagen, bis in Ihre Wohnungen; gestern war aber auch das Dom Capitel dem H. Bischof bis Tschernutsch entgegen gefahren, und begleitete Hochdenselben bis hieher.

H. Baron Ant. v. Codelli ist gestern um 2 Uhr hier angekommen.

Heute gedenkt die ständisch verordnete Stelle um 12 Uhr S r Excellence dem H. Gouverneur Ihrem Dank


für die S r Majestaet dargebrachte ehrfurchtsvolle Ergebenheit der H. H. Stände – zu erstatten, und dießfalls feyerlich in die hiesige Burg aufzufahren.

Es heißt auch, man wolle heute Abend die Anlagen bei Unterthurn (Tivolli genannt) beleuchten und Illuminiren, auch ein kleines Feuerwerk abbrennen; zu Ehren S r Excellence des H. Gouverneurs.

Indessen dürfte bei den sehr nassen Wetter, wodurch die Parthien sehr schmutzend werden, dieses heute kaum möglich werden, so wie die sonst sehr imponanten Processionen von St. Jacob und den Franziskanern, dem Umzug in der Stadt nicht halten können, da es izt 8 Uhr früh sehr stark regnet, und die Gassen sehr unrein sind.

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Gestern


war der Ehrentag der Fräule Elsbeth v. Kurter; die Trauung war zwischen 7 und 8 Uhr, und es waren zu den Hochzeitsmahl bei 130 Personen geladen.


1835/116
Ljubljana, 21. junij 1835 II

Eure Excellence

Meine ehrfurchtsvolle Aufwartung zu machen, sollte mir heute in Gesellschaft der Frau Gräfin Anton von Thurn – zu theil werden; allein das gar zu nasse Wetter änderte die Disposition der Frau Gräfin, daher ich – da die Frau Gräfin mich wissen ließ, daß Eure Excellence morgen nach Laibach zu kommen gedenken, auch den kleinen Plan, welchen ich von der Wohnung des H. Präsidenten von Buzzi entworfen, nicht einsenden, sondern die Ehre zu haben hoffe, solchem morgen Eure Excellence selbst vorzulegen. Ihrer


Excellence der gnädigsten Frauen Gräfinn, und gnädigen Comtesse die Hand küssend, bitte ich Eure Excellence um fernere Gnade, und geharre ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence

Laibach den

21 ten Juni 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/117
Ljubljana, 23. junij 1835

Eure Excellence!

Mich zu Gnaden empfehlend, muß ich mein Bedauern ausdrücken, daß ich nicht mehr so glücklich seyn konnte, Hochdenenselben meine Verehrung darbringen zu können. Ich habe gestern Abend nach 8 Uhr mich erkundigen lassen, und die Bothschaft erhalten, daß Hochdieselben bei Frauen Gräfin von Welsperg sich befinden, und dan später hatte ich nicht gewagt lästig zu fallen, eben


so wagte ich nicht, heute morgens zu belästigen, und um 10 Uhr mußte ich meine Tochter zum Dompfarrer zum Examen führen, welcher uns bis 12 Uhr aufgehalten hat, von wo mein Weg direckt in die Wohnung Eure Excellence gieng, allein meine Hoffnung, Hochdenenselben eine glückliche Rückkehr zu wünschen, unerfüllt blieb; daher ich um fernere Gnade bittend, Eure Excellenz bestes Rückkehren


nach Lustall zuversichtlich hoffe, nebstbei die Rückkehr der beyden H. Grafen Auersperg von Wien melde, und ehrfurchtsvoll mich zeichne:

Eure Excellence

Laibach den

23 Juni 1835

unterthänigst dankbarer

Franz Hptm.


1835/118
Ljubljana, 23. junij 1835 II

Eure Excellence9

Habe ich die Gnade anzuzeigen, daß der Auditor Karger in der Zischka wohnt, die Numer hier unbekannt, es jedoch mein Bestreben ist, dieses mit Gewießheit heute noch zu erfragen.

Ehrfurchtsvoll zeichne mich:

Eure Excellence

Laibach den

23 Juni 1835

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/119
Ljubljana, 25. junij 1835


N ro 98

Der unbesoldete Gubernial Sekretär Bar. Mac-Neven ist in Besoldung enrollirt, und zum Präsidial Sekretair von S r Excellence Herrn Gouverneur gewählt worden.

Baron Anton Codelli ist gestern Morgens nach Triest abgereist, von wo derselbe nach etwa 14 Tagen mit Urlaub anher rückzukehren gedenkt.

Der hiesige Bürgermeister, H. Pagliarucci, Gallé und Apotheker Wagner sind auch bereits von Wien rückgekehrt.


1835/120
Ljubljana, 25. junij 1835 II

Eure Excellence

Meinen unterthänigsten Dank wiederholend für die mir gestern geschenkte Gnade, habe ich Hochdieselben zu versichern die Ehre, daß wir glücklich um 10 Uhr hier angekommen sind, nach Versicherung H. Grafen Thurn – der so eben bei mir gewesen, die Frau Gräfin gut geschlafen hat, und sich gut befindet. Zugleich soll ich von H. Grafen und Frau Gräfin Empfehlungen melden, und mit ergebener Bitte um Eure Excellence fernere Gnade, küsse Ihrer Excellenz


der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand, und gleichfalls der gnädigen Comtesse –, ersterbe mit aller Verehrung.

Eure Excellence

Laibach den

25 Juni 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/121
Ljubljana, 29. junij 1835


N ro 99

Der Herr General mit Frauen Gemahlinn ist lezten Freytag –; Herr Baron Anton Codelli lezten Samstag aus Triest hieher zurück gekehrt.

S e Excellence der Herr Gouverneur wollten heute mit Baronesse Lisette nach Vellach, um dort 8 Tage zu verweilen, allein des Regenwetters wegen, ist die Tour heute nicht angetretten worden.

Letzten Donnerstag ist in den Laibacher Tivoli zu Ehren S r Excellence des H. Gouverneurs, ein kleines Feuerwerk abgebrannt worden.

H. Graf Ig. Blagai, Bar. Alois Lazzarini sind zum Besuch Ihrer Frauen Gemahlinnen Samstags nach Neuhaus gereiset, an welche sich H. Baron Franz Lazzarini und B r Spiegelfeld, dessen Fräule Schwester im Neuhauser Baade seyn soll, angeschlossen haben, und morgen


Dienstags alle rückkehren werden.

Frau Baron v. Zois ist für einige Tage bei der Stadt.


1835/122
Ljubljana, 29. junij 1835 II

Eure Excellence!

Soll ich mit ergebenster Empfehlung von Frau Gräfinn Anton Thurn, derselben Bedauern melden, daß Sie und die Comtesse die beyden verehrten schönen Altar Bilder, in Lustthal vergessen haben, und daher darum bitten.

Auch hat die Frau Gräfin 6 Bout. Tokayer für Eure Excellence mir übergeben; wenn Eure Excellence erlauben, werde ich die dafür entfallenden 11 fr CM – die Flasche zu 1 f 50 x CM – entrichten.

Nächsten Donnerstag reiset die Frau Gräfin Thurn mit der Comtesse Pepi nach Khisch Tabor nächst Rohitsch ins Bad.

Mich Eure Excellence zu fernern Gnade empfehlend


küsse Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin die Hand, auch der gnädigen Comtesse Antoinette küsse die Hand, und geharre mit unbegränzter Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

29 Juni 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/123
Ljubljana, 1. julij 1835

Eure Excellence

Habe ich die Gnade, den Empfang der Eilf Gulden CM ergebenst zu bestättigen, womit ich Montags schon der Frauen Gräfinn v. Thurn die Sechs Flaschen Tokayer bezahlt habe. Mich zu fernern Gnaden anempfehlend, zeichne mich ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence!

Laibach den

1 ten Juli 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/124
Ljubljana, 1. julij 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen gnädigst zu vergeben, und es nicht für Zudringlich zu halten, wenn ich mit anliegenden, mit N r 1, 2, 3, 4 bezeichneten Concepten, welche Sechs Stücke zählen, Hochdenenselben einen kleinen Beweis zu unterbreiten wage, wie ich meine Compagnie geleitet, und wie ich bestrebt ware, sie auf den Wege der Moral zu führen, und die mir anvertrauten Krieger, eben so zu guten Soldaten, als zu guten Staatsbürgern zu bilden. Es sind derlei Befehle, welche ich an meine Compagnie


erlassen, wohl mehrere, allein diese habe ich als die dringendsten, selbst verwahrt, und izt unter meinen Schriften vorgefunden. Geruhen auch Eure Excellence gnädigste Nachricht zu schenken, daß die Papiere etwas unrein gehalten sind; ich wagte nicht selbe abzuschreiben, um sie nicht als etwas neueres halten zu lassen, daher ich selbe ganz in den Zustande, wie ich selbe aufgefunden, zu unterbreiten die Ehre habe, und


zugleich unterthänigst bitte, mir diese Behelligung nicht ungnädig zu halten, der ich um ferner gnädiges Wohlwollen bitte, und mit aller Verehrung mich ehrfurchtsvoll zeichne:

Eure Excellence

Laibach den

1 Juli 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/125
Ljubljana, 4. julij 1835


N ro 100

S e Excellence B r von Schmidburg sind mit Baronesse Lisette vorgestern früh nach Vellach abgereist.

Privatnachrichten zu Folge soll S e fürstlichen Gnaden der Erzbischof von Salzburg, wirklicher Geheimer Rath etz. von Gruber gestorben, und gestern beerdigt worden seyn.

Wiener Privatnachrichten bringen, daß das System erwartet werde, daß Jedermann, wes Standes immer, zu keinem Staatsdienste künftig gelangen solle, ehe und bevor er nicht drei Jahre im Milit. Dienst gestanden ist.

Allhier hat sich der auffallende Zufall ereignet, daß der Factor Dainzer der Egerschen Buchdrucker-


rey, sich Freytags gesund zu Bette legte, am morgen aber todt in Bette lag; seine Frau bemühete sich, demselben am Morgen aus den Schlafe zu wecken, fand ihn aber ganz leblos; er war etwas dem Trunke ergeben.

Nachdem der bisherige Milit. Referent des k. k. Hofkriegsrathes Oberste Zaninizum GM befördert, und beym Hofkriegsrathe zugetheilt verblieben ist: so ist der bisherige General Comdo. Adjutant in Gratz, OberstLt. von Petritsch zum Obersten und hofkriegsräthlichen Referenten ernannt worden. Auch wurde der Herr GM Graf v. Hartmann bisher Brigadier in Pilsen, beym Hofkriegstrath


zugetheilt.

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Frau Gräfin Ant. Thurn mit Herrn Gemahl und Comtesse Pepi sind Donnerstags nach Khisch-Tabor unweit Rohitsch abgereist.


1835/126
Ljubljana, 8. julij 1835


N ro 101

Letzten Sonntag ist Baronesse Lisette v. Schmidburg wegen der vorhabenden Vermählung – zum erstenmale kirchlich verkündiget worden.

Der hiesige Bibliothekar, ehemals Professor Tschopp ist in der Nacht vom Montag nach Dienstag in der Save, bei Domaschu ertrunken. Er soll geschwommen seyn, und da soll demselben Uiblichkeit oder Krampf überfallen haben, wodurch das Unglück, da er ohne Mitgesellschaft im Wasser gewesen, möglich wurde. Alle angewandten Rettungsmittel blieben fruchtlos.

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Lezten Sonntag ist der, schon von Wien mit Wahnsinn behaftet rückgelangte Sohn Carl des H. v. Pagliarucci in Folge an diesem Tage sich zugezogenen Son-


nenstichs – gegen Abend in äußerst heftige, ja rasende Confulsionen gerathen, wornach ärztlich eine Hirnentzündung erkannt wurde.

Zur Vergrößerung des Unglücks für den Vater, ist auch seit 2 Tagen an den ältesten Sohn Peter – welcher bereits beym Gubernium mit Adjutum beym Concept – practicirt, eine Sinnverwirrung wahrgenommen worden.


1835/127
Ljubljana, 13. julij 1835


N ro 102

S e Excellence der Herr Gouverneur sind schon am lezten Mittwoch den 8 ten d. mit B r Lisette von Vellach zurück gekommen; speisten Mittags zu Flödnig und langten Abends hier.

Frau Gräfin Mimi v. Blagai, Frau Baronin Sali von Lazzarini mit Frlein. Victoire v. Codelli, sind Samstags aus den Bade rückgelangt.

Sontags nämlich gestern den 12 ten d. wurde Baronesse Lisette von Schmidburg zum 2 ten und Baronesse Daria v. Schmidburg zum 1 ten mal, wegen der vorhabenden Vermählung, kirchlich verkündigt.

Frauen Gräfin von Welsperg mit Comtessen Töchtern sind heute morgens ins Baad Gastein –; Frauen Gräfin Seraphine von Thurn eben heute über Gratz


nach Wien; Frau v. Klosenau mit Frlein. Tochter auch heute ins Baad nach Tyffern abgereist.

Man sagt, Herr Graf mit Frauen Gräfin v. Saurau würden nächstens auch ins Baad nach Gastein verreisen.

Frau Gräfin v. Schallenberg mit Frau Majors-Wittwe von Michelli sollen heute von Wien hier ankommen.

Uibermorgen, am Mittwoch den 15 ten d. M. wird H. B r Ant. Codelli nach Triest abreisen, die Frauen Baronin jedoch bis Michaeli noch hier verbleiben. Der H. Baron würde bei der Vermählung der Baronesse Lisette v. Schmidburg nicht zugegen seyn.


1835/128
Ljubljana, 14. julij 1835


N ro 102 10

Gestern wurde das dem H. Grafen v. Coronini gehörige Güthel Grubenbrunn (leztlich Frohsinn genannt) öffentlich versteigert; es wurde von Frauen Gräfinn Cöcile von Lichtenberg um 5675 f CM erstanden. Herr Graf von Aichelburg, welcher noch als Kaufschilling vom Herrn Grafen von Coronini zu erhalten, 2000 f CM darauf haften hatte, dürfte hieran etwas verlieren.

Der Besuch in den Anlagen bei Unterthurn, welche das Publicum izt Belvetér nennt, ist als noch etwas neues, ziemlich zahlreich und genügend.


1835/129
Ljubljana, 15. julij 1835


N ro 104

Der Herr Graf v. Welsperg begleitet seine ins Baad nach Gastein abgereiste Familie auf eine Strecke Wegs.

B r Moritz v. Tauferer wird mit seiner Frau Gemahlinn dieser Tagen von Wien rückerwartet.

Gräfin Schallenberg ist mit Frau Majorin v. Micheli von Wien hier angekommen.

H. Baron Leopold von Lichtenberg wird Samstags oder Sonntags von Wien rückkommen.

Das Donnerwetter am Morgen 4 Uhr von gestern Dienstags hatt 4mal eingeschlagen. Am


[Ka]stellberg; in einer Harfe nächst Kaltenbrunn; in den Wetter-Ableiter des hiesigen Zweyerschen Hauses in der Gradischa – und in ein Haus zu Waitsch. Zum Glück waren es lauter kalte Schläge, folglich alle Schadenlos.

Lezten Samstag erschlug der Donner einen Knaben, welcher bei Draule oberhalb Zischka weidete; er war zur Stelle todt.


1835/130
Ljubljana, 15. julij 1835 II

Eure Excellence

Lege meinen unterthänigsten Dank – für die gnädige Erinnerung an mich – zu Füssen, und wage die Versicherung auszusprechen, daß ich mich an den gütigst überschickten, sehr delektirt habe. Zugleich nehme mir die Freyheit, Eure Excellence unterthänigst anzuzeigen, daß Auditor Karger bey mir gewesen, und nachgefragt, wann Ihre Excellence die gnädigste Frauen Gräfinn wieder herein kommen dürften, um über den bekannten Gegenstand, die Auskunft zu erstatten. Ich trug ihn an, daß wir an einem Nachmittag eine Tour nach Lustall


machen möchten, um Ihren Excellencen aufzuwarten, und bei dieser Gelegenheit der ObLt. Auditor Karger mit Ihrer Excellencen das Nöthige besprechen könnte. Aus diesem Anlasse erlaube mir die ergebenste Bitte, daß Eure Excellence geruhen wollen mich anzuweisen, wann ich, ohne lästig zu fallen, mit den genannten ObLt. Aud. zu kommen, und demselben aufzuführen, so frey seyn dürfe. Ihrer Excellence der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hände küssend, bitte ich um fernere Gnade, und gehar-


re ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence

Laibach den

15 ten Juli 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/131
Ljubljana, 16. julij 1835


N ro 105

Man will hier von Wiener Briefen wissen, denen zu Folge der H. Graf Andreas v. Hohenwarth hier Gubernialrath, und H. Gubern. Secretair Bar. Flödnig zu Adelsberg Kreishptm. werden solle.

Herr Graf und Frau Gräfin v. Saurau sind heute ins Bad nach Gastein – H. Bar. Ant. v. Codelli gestern Nachmittags nach Triest abgereist.

Herr Graf v. Welsperg begibt sich zu seinen Bergwerken.

Herr v. Klosenau mit Frau und Tochter ist erst gestern Abends nach Rohitsch ins Bad abgereist, und wird später das Bad in Tyffern besuchen.


1835/132
Ljubljana, 18. julij 1835


N ro 105 11

Am 14 ten d. Abends ist Herr Baron Moritz Tauferer mit Frau Gemahlin und Frlein. Schwägerin Zerline – aus Wien hier rückgelangt.

Herr Graf v. Saurau ist mit Frauen Gemahlin am Donnerstag – Nachmittag 5 Uhr ins Bad nach Gastein von hier abgereist.

Heute wird H. Bar. Leopold von Lichtenberg aus Wien rück erwartet.

Mittwoch den 22 ten d. ist das Namensfest Ihrer Excellence der Frauen Gouverneurinn, und am Donnerstag den 23 ten d. wird die Vermählung der Baronesse Lisette mit H. Baron Franz v. Lazzarini statt finden; doch ob der kirchliche Act


am Morgen oder Nachmittags seyn werde, ist noch unbekannt.

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Gestern erzählte man hier über Wiener briefliche Nachrichten, daß H. Hofrath Fürst Kinsky als Gouverneur nach Linz kommen, Herr Graf v. Wickenburg aber zum Gouverneur von Steyermark ernannt werden solle.


1835/133
Ljubljana, 18. julij 1835 II

Eure Excellence

Soll ich von den nunmehrigen Herrn Generaln v. Seidl und dessen Frau Gemahlinn die innigste Theilnahme über das Ableben der Comtesse Betti melden, und von beyden die Bitte hinzu fügen, daß Ihre Excellencen geruhen wollen, ihre hohe Verehrung für die ganze erlauchte Familie, genehmigen zu wollen.

Indem ich diesen Auftrag vollbringe, wage ich Eure Excellence um fernere Gnade zu bitten, und der


gnädigsten Frauen Gräfinn Excellence – dann der gnädigen Comtesse Antoinette die Hand küssend – ehrfurchtsvoll zu geharren:

Eure Excellence

Laibach den

18 Juli 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/134
Ljubljana, 19. julij 1835


N ro 106

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist gestern Abend vor 8 Uhr von Wien zurück gekommen.

Der ältere Sohn Peter des H. von Pagliarucci ist von den besorgten Irrsinn soweit wieder hergestellt, daß derselbe schon wieder ins Büreau gehet. Der unglückliche Jüngere Sohn – Carl ist hinsichtlich der Raserey ruhiger allein, obschon dermalen etwas gebessert, von den ihn gewordenen Blödsinn, nicht zu heilen.


1835/135
Ljubljana, 24. julij 1835


N ro 107

Am Dienstag den 21 ten d. ist Frau Sicard – so auch Bar. Victor v. Schmidburg und Baron Talazko über Gratz aus Wien hier zurück – angekommen. Sie brachte eine ledige Schwester mit.

H. Bar. Ignatz Lazzarini KreisCommiss. in Gratz ist mit seiner jungen Frau aus Tyrol, am Mittwoch hier eingetroffen; sie soll eine Wittwe Gräfin Joanelli seyn, deren Gemahl an der Cholera in Wien starb, – und ist gestern Donnerstags nach der Vermählungs-Feyerlichkeit des H. Baron Franz Lazzarini mit der Post nach Gratz abgereist.

Am Mittwoch Abend war der Fräule Braut, Baronesse Lisette v. Schmidburg, eine Serenade gebracht worden. Zu den Trauungs Act versamelte man sich gestern um 4 Uhr in der Burg, von wo aus man um halb 5 Uhr in 17 eleganten Equipagen im BischofsHof – fuhr, allwo in der Haus Capelle die Trauung erfolgte. Nach ¼ auf


6 Uhr kehrte man in die Burg zurück, wo eine Jausen bereitet war, bei der man bis 7 Uhr verweilt. Nach 7 Uhr trennte sich die Gesellschaft, und der Herr Bräutigam fuhr mit seiner Braut gegen halb 8 Uhr nach Flödnig ab, begleitet von Baron Mladota, Vicktor Schmidburg und Richard von Blagai.

Wie man hört, hat Baron von Mac-Neven das Begehren um Fräulein Victoire v. Codelli bereits gemacht, und die Zusage erhalten, demnach wieder ein Brautpaar in Laibach!

Frau Gräfin und H. Graf v. Stubenberg gedenken in nächster Woche nach Kärnthen abzureisen; – Sonntags wird in Flödnig ein großes Dinér seyn.

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Herr Gr. Anton von Auersperg ist Mittwoch aus Thurn am Hart – hier angekommen.


1835/136
Ljubljana, 25. julij 1835


N ro 108

Den gestrigen Bericht wird nachgetragen, daß am Donnerstag bald nach 9 Uhr früh, der Thürmer des Kastellberges die Feuer Glocke anschlug, und also bald einem Kanonenschuß abfeuerte. Zu Hruschza unterhalb Kaltenbrunn war ein Haus in Brand gerathen, welches auch mit einem Nebengebäude abbrante, und der Feuer Lärm sehr kurz endigte.

Gestern Nachmittags machten Ihre Excellencen Herr Gouv. mit Frauen Gemahlinn, der jungen Frau Tochter, Bar. Lazzarini – in Flödnig einem Besuch.

Die Ignatz Graf Blagai- und B r Lazzarinische Familie ist gestern Nachmittags nach Weißenstein und


Zobelsberg zurück, so auch Frau Baronin von Rastnern gestern nach Scheerenbüchel rückgekehrt.


1835/137
Ljubljana, 28. julij 1835


N ro 108 12

  1. Sontags Frau Gräfin Weichard von Auersperg mit einer Comtesse Tochter nach […]
  2. Montags S e Exc. der Herr Gouv. nach Vellach
  3. Montags H. Gr. Joseph von Auersperg mit H. Onkel Benedickt nach Gratz
  4. Herr Baron Leopold von Lichtenberg Montags nach Habach
  5. Herr Graf Ant. Auersperg Sontags nach Billichgratz, von dort direckte zurück am Montag nach Thurn am Hart
  6. Herr Graf v. Welsperg soll am nächsten Donnerstag aus Kärnthen rückkommen.

1835/138
Ljubljana, 2. avgust 1835


N ro 109

Der Herr FeldmarschallLieut. Graf v. Haugwitz und Comthur des Deutschen Ordens wird morgen allhier im Deutschen Hause erwartet; und soll sich bis drey Tage hier aufhalten.

S e Excellence der Herr Gouverneur soll erst heute Abend von Vellach hier rückein-treffen, soll jedoch künftigen Donnerstag sammt Ihrer Excellence und Fräulein Mathilde wieder dahin rückkehren, da am Mittwoch den 5 ten d. M. die Trauung der Baronesse Daria statt finden, und an diesem Tage noch die Abreise des Brautpaares erfolgen soll.

Frau Gräfin von Stubenberg wird mit den Herrn Grafen, Ihrem Gemahl, am Mittwoch oder Donnerstag nach Kärnthen von hier abreisen.

Wie man hört, wird Baronesse Fanny v. Schmidburg


zur Frauen Baroninn Ant. v. Schweiger nach Ruppertshof, statt nach Vellach gehen, allein Frau Baronin Anton v. Codelli wird mit Ihren Excellencen nach Vellach sich begeben.

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Herr Graf Richard von Blagai ist gestern mit Frau Gräfin zur Stadt gekommen, und heute in Begleitung Grafen Wolfgangs v. Lichtenberg nach Weissenstein gefahren.


1835/139
Ljubljana, 4. avgust 1835


N ro 110

Laut Privatnachrichten aus Wien, sind 6 Obersten zu Generals befördert worden, darunter Herr Oberste von Adelstein der Lezte, und kommt als Brigadier nach Linz.

Der hier anwesende Deutschen Ordens Comthur Herr Graf von Haugwitz, hat noch in Folge allerhöchster Entschlüßung Weiland S r MajestaetKaiser Franz des Ersten, die geheime Raths Würde erhalten, welches jedoch erst Anfangs Juli d. J. publicirt wurde.


1835/140
Ljubljana, 7. avgust 1835


N ro 111

Das Hofdekret, dem gemäß H. B r Flödnig zum Gubern. Rath und KreisHauptm. in Adelsberg ernannt wird, ist bereits vor einigen Tagen, hier eingelangt.

Heute ist die Familie Br. Anton Schweigers – und mit dieser Baronesse Fanny v. Schmidburg nach Ruppertshof von hier abgereist.

Herr Graf Joseph von Auersperg ist gestern mit seinem H. Onkel Benedict aus Gratz hier angekommen.

Gestern gab Frau v. Sicard eine Jausen zu Zischka beym steinernen Tisch.

S e Excellence Herr Gouverneur werden erst in künftiger Woche nach Vellach abgehen.

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S e Excellence


Herr Graf von Haugwitz Deutschen Ordens Comthur, sollen nächsten Sonntag von hier nach Möttling in Unterkrain abreisen.


1835/141
Ljubljana, 7. avgust 1835 II

Eure Excellence

So eben empfangenen gnädigen Schreiben gemäß, habe ich die an drey Orten gemachte Bestellung wegen des Dieners, die ich nicht kund gab – für wem – abgestellt, und indem ich zu der gemachten aquisition gratulire, verbinde ich damit zugleich den herzlichsten Wunsch, daß dieser Mensch seine gute Placirung erkennen, und die schuldige Dankbarkeit gegen seine gnädige Herrschaft nicht vergessen möchte.

Ich meiner Seits fühle mich für das gnädige Wohlwollen Eure Excellence zu so großen Danke verbunden, daß ich zu arm an Worten und die


Gelegenheiten beklage, um Hochdeneselben meine Gefühle, wie es mein innigster Wunsch ist, recht oft darbringen zu können, da ich Eure Excellence und gesammten Angehörigen so hoch verehre, und diese Gesinnungen nur mit meinen Leben erlöschen können, demnach ich bis zum Grabe geharre:

Eure Excellence

Laibach den

7 ten August 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/142
Ljubljana, 8. avgust 1835


N ro 112

Da[s] lezt erwähnte von Frau v. Sicard veranstaltete Gouté, wurde in Kaltenbrunn gehalten.

Gestern gab die Philharmonische Gesellschaft S r Ex. dem H. Grafen v. Haugwitz eine Nachtmusick.

Uiber die am lezten Mittwoch vollzogene Vermählung der Bar. Darie v. Schmidburg wird nachträglich berichtet, daß solche unter Gewitterregen vollzogen, in 10 Equipagen zur Kirche gefahren, die Trauung in der bischöflichen Kapelle erfolgte, dann bei S r Exc. H. Gouverneur ein Dejeneur gewesen, und das junge Ehepaar um halb 1 Uhr Mittags von hier abgereiset ist, welches zu Asling zu übernachten gedachte.


1835/143
Ljubljana, 10. avgust 1835


N ro 113

S e Excellence der Herr Gouverneur ist heute Morgens ins Bad nach Vellach abgereist. Ihre Excellence die Frau Gouverneurin mit Frau Baronin Anton von Codelli werden morgen Dienstags dahin reisen.

S e Excellence Herr Graf von Haugwitz ist gestern Morgens von hier nach Unterkrain, vorerst nach Neustadtl abgereist.

Herr Graf von Welsperg, welcher über Vellach rückreiset, und heute in Laibach eintreffen soll, wird sich mit S r Excellence dem Herrn Gouverneur unter Wegs treffen. S e Excellence der Herr Gouv. sind erst gegen Mittag halb 11 Uhr von hier abgereist, haben noch die Post abgewartet.

Baron Mac-Neven, welcher eine Reise nach Triest


gemacht, ist gestern von da zurück gekommen.

Herr und Frau Sicard werden morgen mit Frl. Schwägerinn respt. Schwester, von hier eine Parthie nach Triest machen.

S e fürstlichen Gnaden Herr Bischof sind seit Donnerstag oder Freytag auf KirchenBereisung auf den Land, von Laibach abwesend.


1835/144
Ljubljana, 17. avgust 1835


N ro 114

Der Herr Erzbischof Luschin von Görz – von Lemberg dahin reisend, ist schon einige Tage hier.

S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof von Laibach reiset wegen Kirchen Visitationen noch auf dem Lande herum.

Der neue Adelsberger Herr Kreishptman., ist noch hier.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg ist heute früh zu seiner Mama nach Schwarzenbach abgereist, wo er 14 Tage bis 3 Wochen zu verbleiben, gedenkt.

Sonst ist Laibach dermal ganz von der höhern Welt entblößt; überall geschlossene Chalusien! Einzig Frau Gräfin Welsersheim, veranlaßt durch Ihre – bekannten Zustände, ist nun hier allein.


1835/145
Ljubljana, 18. avgust 1835


N ro 115

Herr und Frau v. Sicard sind heute früh aus Triest hier zurück, angekommen.

S e Excellence der Herr Gouverneur sollen morgen Mittwoch für 3 Tage aus Vellach hieher kommen.

Fräulein Therese Buffa soll an einen Blasen-Ausschlag krank darnieder liegen.

Der Sohn der Majors Wittwe, Eugen Micheli – soll heuer in die Wiener Neustädter Militair Academie aufgenommen werden, wozu die Bewilligung hier eingelangt ist.


1835/146
Ljubljana, 23. avgust 1835

Eure Excellence

Meine ehrfurchtsvolle Dankbarkeit an Tag zu legen, muß ich die Gelegenheit nehmen, weil ich von hier gar nichts zu berichten weiß, indem, da Laibach keine der höhern Familien in Loco hat, alles wie ausgestorben ist. S e Excellence der Herr Gouver. sind gestern, nachdem Sie noch in der Früh eine Gubernial-Sitzung abgehalten, wieder nach Vellach abge-


reist. Fräulein Mathilde ist hier geblieben, da die Krankheit Fräuleins Therese v. Buffa sich gehoben, oder der vollen Heilung nahe ist.

Mich zu fernern Gnaden empfehlend, küsse Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hände, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den 23 Aug.

1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/147
Ljubljana, 24. avgust 1835


N ro 116

Gestern ist die Frauen Weickard von Auersperg von der Reise nach Wien zurück gekehrt.

Der Baronesse Therese von Buffa gehet es besser, sie litt an einen Blasen Rothlauf im Gesicht, und fahrt bei günstigen Wetter schon spazieren.

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Auditor OberLieutenant Karger ist zu den Regiment Prinz Leopold von Sicilien N ro 22 zu Triest, als Regts. Auditor bestimmt worden; er war bisher supernumerair.


1835/148
Ljubljana, 24. avgust 1835 II

Eure Excellence

Gnädigste Erinnerung an mich, überzeigt mich abermals des gnädigen Wohlwollens, wofür ich meine Dankbarkeit nicht so ausdrücken vermöge, wie inniglich ich solche fühle, daher ich unterthänigst bitte, meine innigst dankbarsten Gesinnungen und diese meine ergebenste Bitte genehmigen zu wollen. Ich fühle mich unendlich beglückt, mich Eure Excellence Gnade erfreuen zu dürfen, und wage wiederhollt mich


dazu anzuempfehlen.

Seit ich das Leztemal die Ehre hatte, Eure Excellence hier aufzuwarten, leide ich mit meinen Knie, und befinde mich deshalb im Haus-Zimmer und großen Theils, im Bett-Arrest; D r Mayerhoffer ordinirt homaeopathisch – und seit paar Tagen ist das Abnehmen der Geschwulst schon merkbar.

Ich wage Eure Excellence zu bitten, Ihrer Excellence


der gnädigsten Frauen Gräfinn und der gnädigen Comtesse meinen Handkus zu melden geruhen zu wollen, und mit aller Verehrung mich zu zeichnen:

Eure Excellence

Laibach den

24 August 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/149
Ljubljana, 25. avgust 1835


N ro 117

Herr Graf Pepi Auersperg hat sich den Knöchel des linken Fusses ausgelenkt, indem er in Besorgniß, daß das unter ihn scheu gewordene Reitpferd mit ihn durchgehen möchte, vom Pferde sprang, und sich das Uibel der Art zuzog, das jedoch in der Besserung begriffen ist.

Der kürzlich zum Hofrath bei der vereinigten Hofkanzlei ernannte Triester geistliche Gubernial Rath Andre. Meschutar ist auf den Wege dahin, gestern hier angekommen.

Gubern. Secretair Baron Spiegelfeld ist seit einiger Zeit wegen Erhebung und Regulirung der Armen Fonds nach Klagenfurth und Kärnthen, verreiset.


1835/150
Ljubljana, 25. avgust 1835 II

Eure Excellence

Zu den hohen Namensfeste meine tief fühlenden, innigsten Wünsche zu Füssen legen zu können, ist für mich die erfreulichste Gelegenheit. O! daß der Schöpfer meine und aller, welche das Gute allein lieben und ehren, Bitte erhören, und Eure Excellence noch recht viele Jahre so gesund und wohl, wie Hochdieselben sich izt fühlen, zu erhalten und uns zu schenken, geruhen möchte; im innigsten Herzen sind diese meine Wünsche


begraben, und ich bin glücklich erfreut, wenn Eure Excellenz wohl zu wissen, mir die beglückende Nachricht wird. Geruhen Eure Excellenz diese meine heißen Gefühle gnädigst zu genehmigen, und mir Hochderoselben Gnade ferners zu schenken, warum ich zugleich unterthänigst bitte, und unter Wiederholung meines Wunsches, daß Gott Eure Excellence noch viele Jahre erhalten möge! mit aller Verehrung ersterbe:

Eure Excellence

Laibach den

25 Aug. 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/151
Ljubljana, 31. avgust 1835


N ro 118

Herr Bar. Flödnig ist lezter Tage der vergangenen Woche nach Adelsberg abgereist.

Herr Hofrath von Guggenthal ist in lezten Tagen vergangener Woche von Wien, wieder anher zurück gekommen.

Frau v. Kreuzberg ist heute mit dem Fräulein Zaremba, Schwester Frauen v. Sicard nach Wien abgereiset.

Mit sehr großen Theilnahme hat Referent schon vor einiger Zeit die erfreuliche Nachricht erhalten, daß S e Majestaet der Kaiser den im hiesigen Spital mit Verlust des linken Fusses befindlichen Artillerie Cadetten, eine jährliche Gabe von 300 fr CM allergnädigst bewilligt, und demselben noch ein besonderes Geschenk von 100 fr CM gemacht hat.

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Die


zeitherige kalte Regen Witterung scheint die Frau Baron von Codelli Wittwe – mit Ihrer Familie wieder in die Stadt zu ziehen, veranlaßt zu haben.


1835/152
Ljubljana, 31. avgust 1835 II

Eure Excellence

Mir gnädigst geschenkten verehrten Zeilen vom 26 ten d. M. haben mich mit großer Freude erfüllet, da sie so großes Wohlwollen für mich ausdrücken, wofür ich meinen unterthänigsten Dank zu Füssen lege, und zugleich den schuldigen Dank für die mir geschickte vortreffliche Melone beizufügen, nicht unterlassen kan.

Eure Excellence um fernere Gnade bittend, küsse Ihrer Excellenz der gnädigsten Frauen Frauen Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand, und geharre


mit aller Ehrfurcht und hoher Verehrung:

Eure Excellence!

Laibach den

31 ten Aug. 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/153
Ljubljana, 2. september 1835


N ro 119

Frau Gräfin Weichard von Auersperg ist mit Comtessen Töchtern, und den H[…] 13 Sohn Reichard – Montags nach Fiume abgereist.

Ihre Excellence Frau Gouverneurin ist mit Frau Bar. Anton Codelli Montags aus den Vellacher Bade zurück gekommen. S e Excellence H. Gouv. erwartet man Donnerstags oder Freytags von dort zurück.

Den Herrn Baron Anton Codelli erwartet seine Frau Gemahlin auch in dieser Woche aus Triest.

Gestern war das Stadtgespräch in Folge eines Briefes, welchen Kaufman Skribe erhalten haben soll –, ohne Angabe, woher der Brief gekommen, daß König Philipp Ludwig – ermordet worden seyn solle; welches etwas gar zu unverläßliche Nachricht ist.

Alle Privat Nachrichten aus den österr. Italien lauten dahin, daß von der Cholera noch nirgend etwas vorgekommen ist.

Gestern Nachmittags fiel bei einen Gewittersturm


ein Schauer, größer als Haselnüsse, welcher, da er bei einer halben Stund anhielt, Schaden angerichtet haben muß; der Schauer lag längere Zeit wie Schnee auf Gassen und in den Höfen der Häuser.

Der Herr Fürst Bischof war seit paar Tagen wieder in der Stadt, ist aber heute morgens zur Kirchen Visitation wieder abgereist.


1835/154
Ljubljana, 3. september 1835


N ro 120

Obschon gestern Mittwochs das Gespräch wegen Ermordung des Königs der Franzosen sich in der Stadt noch mehr verbreitete, so wird es jeden Denkenden dennoch unglaublich, – weil für den Fall der Möglichkeit, mehrere Nachrichten schon eingelangt wären, indessen sich die Nachricht bloß auf einen Brief des hiesigen Kaufmans Skribe beschränkt.

Herr Baron Anton Codelli ist gestern von Triest hier angekommen, um seine Frau Gemahlin abzuholen.

Man will seit gestern Privatbriefe aus Wien wissen, denen gemäß Bar. Elsner auf 10 Jahre mit vollen Gehalt quiescirt werden solle; diese Nachricht wird sich gewieß realisiren, da diese allerhöchste Wohlthat sich auf eine unschätzbare menschenfreundliche Fürsprache gründen möchte.


1835/155
Ljubljana, 5. september 1835


N ro 121

S e Excellence der Herr Gouverneur sind Donnerstag Abends aus den Vellacher Bade hier zurück gelangt.

Herr Graf Barbo, welcher nächsten Winter mit Familie hier zu wohnen gedenkt, und die Wohnung im Hause vis á vis der Deutschen Kirche, wo das Kaufmannsgewölbe ist, im 2 ten Stock gemiethet, den Stall aber bei H. Baron Leopold von Lichtenberg auf ein Jahr gedungen hat, war dieser Tage mit Familie hier.

Gestern gab ein Forte Piano Virtuose aus Böhmen hier ein Concert. Es scheint, daß er gemäß des 5 ten Punktes der 2 ten Concerts Abtheilung – seiner Sache vollkommen gewachsen ist.

Der Herr Fürst Bischof reiset in seinen kirchlichen Functionen, in Innerkrain.


1835/156
Ljubljana, 8. september 1835


N ro 122

Die Frauen Gräfinn Cöcile von Lichtenberg ist zu Ihrer, im Baade zu Töplitz nächst Neustadtl krank befindlichen Frauen Tochter Therese von Auersperg, vorgestern am Sonntag abgefahren.

Frauen Gräfinn von Auersperg (Weichard) ist gestern mit Ihrer Familie aus Fiume anher rückgekommen.

Herr Graf von Hohenwarth ist gestern vom Land herein gekommen; die Frauen Gräfinn ist auf den Lande geblieben.

Uiber die – H. Baron Elsner betreffende – leztlich erwähnte Nachricht, ist noch keine Bestättigung eingelangt. –


1835/157
Ljubljana, 10. september 1835


N ro 123

Herr Graf Anton v. Auersperg ist vorgestern hier angekommen.

Heute wird die Frau Gräfin von Hohenwarth hier erwartet. Morgen Freytags soll die Frau Gräfin Hyacinthe von Lichtenberg für einige Tage nach Laibach kommen.

Der Herr Fürst Bischof ist schon vor einigen Tagen wieder hier angekommen.

Herr Graf und Frau Gräfin von Saurau sind gestern Abends halb 10 Uhr ebenfalls hier angekommen.

Es scheint, daß wegen des vom 15 ten October auf den 15 ten 7bris übertragenen Landtages die Herrn Landstände sich nach und nach anher begeben werden.

Heute sollte ein Militär Maneuvre von St. Marein bis nach Lichtenberg oder Prapertshof ausgeführt, und


dort, wie in einem Lager abgekocht werden, das anhaltende Regenwetter hat alles unmöglich gemacht.


1835/158
Ljubljana, 10. september 1835 II

Eure Excellence

Muß ich noch unterthänigsten Dank zu Füssen zu legen, für die gnädigste Erinnerung an mich; die lezt erhaltene Melone war die köstlichste, so ich heuer genossen. Eure Excellence sind so gnädig gegen mich, daß ich zu arm an Worten bin, und Hochdenenselben damit jene innigst tief fühlende Dankbarkeit auszudrücken, welche ich stets bewahre, und welche nur mit meinen Leben ersterben könnte, wäre unsere Aussicht einer künftig jenseitigen glücklicheren Existenz nicht. Mein Vertrauen ist zu Eure Ex-


cellence edelmüthigsten Gesinnungen gränzenlos, und meine unterthänigste Bitte, um die gnädigste Verleihung derselben und um die Fortdauer Eure Excellence Gnade für mich. Der verehrten gnädigsten Frauen Gräfinn und der gnädigsten Comtesse die Hände küssend, geharre mit aller Verehrung und Ehrfurcht:

Eure Excellence

Laibach den 10 ten 7bris 1835

ganz unterthänigst dankbarster

Franz Hauptmann


1835/159
Ljubljana, 11. september 1835


N ro 124

Frauen Gräfinn Cöcile von Lichtenberg ist von Töpplitz wieder zurück gekommen; Frau Tochter Gräfinn Therese von Auersperg solle sehr leidend seyn.

Man erwartet die Prinzessin von Beira mit den Prinzen Söhnen Don Carlos hier; für welche und derselben Gefolge eine Wohnung von 30 Zimmer erforderlich seyn solle. Man sagt, die Prinzessin gedenke sich hier einige Zeit aufzuhalten.

Für das künftige Theater solle Delle Reger,Herr Bauman und Herr Wallner engagirt, hier angekommen seyn; der Unternehmer Herr Swonitscheck ist noch nicht hier, obgleich es heißt, daß das Theater am 15 ten d. M. wegen des abzuhaltenden Landtages eröffnet werden solle.


1835/160
Ljubljana, 13. september 1835


N ro 125

Herr Graf Anton Thurn mit Frauen Gräfinn und Comtesse Bepi sind gestern hieher rückgekommen.

Die Frauen Gräfinnen v. Hohenwarth und Hyacinthe von Lichtenberg sind auch hier.

Prinzessin von Beira wird mit Gefolge, welches man auf 70 Personen angibt, noch immer erwartet; man hat vorläufig im Gasthof zur Stadt Wien, bey Malitsch das Absteigquartier bereitet.

Herr Baron Ant. v. Codelli soll mit Frauen Gemahlin künftigen Dienstag den 15 ten d. von hier nach Triest abreisen.

Am Dienstag wird hier der Landtag abgehalten.


1835/161
Ljubljana, 15. september 1835


N ro 126

Der heutige Landtag war von heitern Himmel und Sonnenschein begünstigt, nahm seinen Gang wie gewöhnlich. Während der heil. Geist-Messe und bei den Toast’s beym Dineur, wurden Kanonen-Salven gegeben. Nachmittags ist’s trüb.

Der Herr Bar. Ant. Codelli ist mit Frau Gemahlinn heute morgens 6 Uhr nach Triest abgereist.

Heute erwartet man Frau Gräfin von Welsperg mit Familie aus Salzburg zurück.

Morgen soll die Infantin Prinzessin v. Beira hier ankommen. Die Polizei Direction hat deshalb Estaffetaliter Nachricht erhalten.

Obgleich der Prinzessin alle mögliche Aufmerk-


samkeit und Hochachtung bewiesen werden soll, so sollen doch keine militaerischen und sonst für königliche Personen bestimmten Honneurs statt finden.

Der Herr General v. Sivkovich ist zu Truppen-Musterungen nach Inner- und Unterkrain, lezten Sonntag abgereiset.


Theater-Personal-Stand

Für die Saiçon 1835/36

Director Herr K. F. Zwoniczeck

Herr Swoboda –, Tenorist

'' Herrmann –, Bariton, Basso Buffo; Vater Rollen

'' Fischer –, Tiefer Baß; 2 ter Liebhaber!

Delle Rosenfeld erste Sängerin, hoher Sopran; jugendliche Liebhaber

'' Hanal … erste Mezzo Sopran

Mad. Ney … Altistin; Anstands Damen; edle Mütter

Herr Eichwald … 1 ter Held-Liebhaber-Charackter Rollen

'' Goubau … jugendlicher Liebhaber

'' Seligmann Regisseur; Intriguant; komischer Alter

'' Baumann … Komicker

'' Beer … 2 te Väter

'' Wallner … Komicker; Naturpursche

'' Frelich … Chorist; Nebenrollen


Delle Reger – 1 te Heldin; Character Rollen.

'' Klein – naive Rollen; jugendliche Liebhaberinn

'' Kris – Lubretten; singt im Chor; tanzt.

'' Denker! – Choristin; Nebenrollen (z. B. Marmorbraut! Anmerkg. des Referenten)

Madam Beer; Choristin; Nebenrollen.

Herr Eschner; Kapellmeister


1835/162
Ljubljana, 17. september 1835


N ro 127

Die Infantin von Spanien ist gestern um 5 Uhr mit 5 Wagen angekommen. Ihre k. Hoheit sind zwar bey Malitsch abgestiegen, haben sich jedoch nach den Speißen um 7 Uhr mit den Prinzen in die Wohnung zur Capretz, dem Kaffeehause auf der Wiener Linie, begeben. Es ist ein namentliches, über 50 Individuen zählendes Verzeichniß hier, welche Personen in Gefolge der k. Prinzessinn sich befinden.

Man spricht, daß bei der Landtags Versamlung am 15 ten d. – Herr von Kreuzberg zum ständischen Ausschuß aus dem Ritterstande – gewählt worden – und in dieser Versammlung der Vortrag von einem Capital von 40.000 f geschehen seye, welches zur


Disposition der krainerschen Stände, um von den Interessen arme adeliche Familien zu unterstützen, ursprünglich gestiftet worden, welches Capital vorigen Jahrs unter der ältern Staatsschuld begriffen, verloßt, nun die jährlichen Interessen von 2000 f CM abwirft, und obgleich bisher nur zur Hälfte, und im Papiergelde verzinset, da die Interessen viele Jahre nicht behoben wurden, dadurch ein Capital bei 8 – 9000 fr CM erwachsen seyn möge. Das Resultat der Versamlung über die künftige Widmung des Interessen Betrages, und über den Ursprung des Capitals, nämlich von welcher Familie solches Legirt und gestiftet worden ist, hat Referent nicht


vernommen.

Heute erwartet man das weitere Gefolge der Prinzessin von Beira. Die gestern angekommenen Wägen, waren 3 zu 6, und 2 Wagen jeder mit 4 Pferden bespannt.

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Bloß Herr von Pagliarucci und Herr v. Casparini waren Conpetenten für die verordnete Stelle des Ritterstandes.


1835/163
Ljubljana, 17. september 1835 II


N ro 128

Der heute hier anzukommen habende Prinz von Asturien Dom Sebastian Sohn der Herzogin von Beira wird beym wilden Mann absteigen, und seine Frauen Gemahlinn, eine neapolitanische Prinzessin, Schwester der Herzogin von Berry, mitbringen.

Das Capital, wovon heute berichtet worden, ist mit 20.000 fr CM im Jahre 1798 von einer Frau von Düval, deren Herr – Oberster gewesen sein soll, zu den wohlthätigen Zwecken gewidmet, allein die Sache durch die damaligen Kriegsunruhen, spätern Invasionen etz. ohne Erfolg geblieben, demnach nun, nach 37 Jahren sicher auf das Capital von 40.000 fr


durch die unbehoben gebliebenen Interessen angewachsen.

So eben ist die Wohnung des ersten und 2 ten Stocks im B r Leopold v. Lichtenbergs Hause von einigen Personen des Gefolges der Herzoginn v. Beira besehen worden, weil der Prinzessinn die Wohnung bei Capretz zu lärmend, und dort auch nicht hinlängliche Unterkunft für die Hofdamen, – im Hause ist. Herr Baron ist mit seiner Mama in Habach, wohin Jemand fahren wird, um wegen der Wohnung zu unterhandeln.


1835/164
Ljubljana, 18. september 1835


N ro 129

S e Excellence der Herr Gouverneur sind heute mit Fräulein Tochter Fanny – nach Klagenfurth abgereist.

Gestern Nachmittag ist der Prinz von Asturien Don Sebastin mit Frauen Gemahlinn angekommen, und beym wilden Mann abgestiegen.

Der Freyherr v. Grimschitz soll den angekommenen hohen Gästen als Dollmetsch – beigegeben worden seyn. Er ist auch vorgestern der Prinzessinn von Beira entgegen geritten, und hat der Suitte vorgeritten als sie in die Stadt fuhr.

Verwichene Nacht ist der Professor Binter gestorben.

B r Mac-Neven ist als Präsidial Sekretär heute zum Landtag nach Klagenfurth mit der Equipage Barons Mladota und in dessen Begleitung – abgereist.

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Frauen


Gräfin Hyacinthe v. Lichtenberg kommt morgen Samstags von Habach in die Stadt zurück.


1835/165
Ljubljana, 19. september 1835

Eure Excellence

Wage ich unterthänigst zu bitten, meine hohe Verehrung und meine innigste Theilnahme an der glücklichen Ankunft in der Stadt, in diesen Zeilen zu genehmigen, weil ich nicht die Gnade haben kann, wegen meinen Fuß heute persönlich aufzuwarten, allein mit Zuversicht hoffe, morgen Eure Excellence meine Ehrfurcht darzubringen, und von der Ehre der gnädigen Invitirung – zu profitiren; bis dahin empfehle


mich zu Gnaden, küsse der gnädigsten Frauen Gräfin und gnädiger Comtesse die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

19 ten 7bris 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/166
Ljubljana, 21. september 1835


N ro 130

Baron Talazko ist zu den Kameral-Bezirks Amt nach Görz übersezt worden, und dahin abgegangen.

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Man spricht seit gestern hier in der Stadt, und es sollen Briefe an Private hier angekommen seyn, daß die Regimenter Hohenlohe und Kinsky Inf. aus Italien in Ihre Werbbezirke respt. Staabs Stazionen Laibach und Marburg rückkehren sollen, und Hohenlohe schon um Mitte Octobers hier eintreffen solle. Die Gewießheit wird in kleinster Kürze sich ergeben, da wohl heute noch, längstens morgen, darüber bestimmte Nachrichten eintreffen müssen.


1835/167
Ljubljana, 26. september 1835


N ro 131

S e königl. Hoheit der E. H. Ferdinand Este haben auf Ihrer Rückreise aus Italien, diese Nacht hier das Nachtlager genommen, sind beym wilden Mann abgestiegen.

Frauen Gräfin Weichard Auersperg ist mit H. Sohn und einer Comtesse Tochter, gestern nach Wien abgereist.

Herr Graf und Frau Gräfin von Stubenberg; Herr Baron Mac-Neven und H. Baron Mladota sind aus Kär[n]then angekommen; Ersterer näml. H. Graf v. Stubenberg mit Frauen Gemahlin werden nächsten Dienstag nach Steyermark auf Ihre Herrschaft wieder abreisen.

S e fürstlichen Gnaden H. Bischof befinden sich in Görtschach.

Das Theater scheint eben so wenig besucht, als das Personal etwas tüchtiges zu versprechen, da man keine ordentliche Piece zur Ausführung bringt, wie beiliegende Zettel zeigen.


1835/168
Ljubljana, 29. september 1835


N ro 132

S e Excellence der Herr Gouverneur sind Sonntags Vormittags hier angekommen.

Herr Graf und Frau Gräfin von Stubenberg sind heute Morgens nach Steyermark näml. nach Gratz und Muregg abgereist.

Man spricht, Don Miguel, Bruder der Prinzessinn von Beira, werde zu seiner königlichen Schwester auf Besuch hieher kommen.

Die Familie des Landraths Jenko hat die Wohnung im 1 ten Stock bei H. Baron Leopold von Lichtenberg auf 3 Jahre gemiethet, und wird nun selbe beziehen.

Sonntag sprach man an mehreren Orten hier, daß die hier befindlichen Spanischen Hoheiten, eine Parthie nach Lustall gemacht hätten, welches sich aber nicht bestättigt fand.


1835/169
Ljubljana, 1. oktober 1835


N ro 133

Vorgestern Dienstags ist hier Estaffetaliter der Befehl eingelangt, daß sämentlich hier Landes dislocirte Fuhrwesens Bespanungen, unverzüglich disolvirt werden sollen, welches ziemlich deutlich auf eine ausgedehntere Entwaffnung zeiget, und die Hoffnungen für die Erhaltung des Friedens, ungemein steigert.

Die Rückkehr des Regts. Hohenlohe mit 3 Bataillonen

'' Regts Luxem '' 2 ''''

'' '' Kinsky N r 47 '' 1 '''' Landwehr

dann der Gränzer'' 2 ''''

aus Italien, ist begründet, und Hohenlohe trift am 25 ten , 26 ten , 27 ten 8bris schon in Laibach ein.


1835/170
Ljubljana, 1. oktober 1835 II

Eure Excellence

Geruhen meinen unterthänigsten Dank für die gnädige Erinnerung meines kranken Knies wegen, zu genehmigen, und meine ergebene Versicherung geneigt aufzunehmen, daß ich über die Beruhigung, Eure Excellence recht gesund zu wissen, gern eigene Leiden trage und vergesse. Gott erhalte Eure Excellence viele Jahre!

Die 2 fr 49 xr für den Zwieback habe empfangen, welche Hochdieselben zu überschicken die Gnade hatten. Indem ich um ferneres gnä-


dige Wohlwollen bitte, küsse der gnädigsten Frauen Gräfin Excellenz und der gnädigen Comtesse die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

1 ten 8bris 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/171
Ljubljana, 3. oktober 1835


N ro 134

Des bekannten Professor Suppan Process Angelegenheit ist entschieden. Er ist seiner Professur entsezt, mit jährlichen 500 f CM pensionirt, und ihn der Aufenthalt zu Klagenfurth unter Polizei Aufsicht angewiesen, alles Reisen demselben untersagt worden.

Uiber die hiesige vacante Gubernial Rathsstelle ist nun entschieden, und die Hofbestimmung soll in wenig Tagen zur publicitaet kommen. Man spricht Graf Gleisbach vom Tyroler Gubernium werde selbe erhalten.


1835/172
Ljubljana, 4. oktober 1835


N ro 135

Am 12 ten October, nämlich Morgen Montag über 8 Tage wird hier die erste Casino Versamlung statt finden, und diese mit einem Balle eröffnet werden.

Der Herr Fürst Bischof befindet sich noch in Görtschach.

Herr Graf und Frau Gräfin von Hohenwarth sind vorgestern nach Unterkrain verreiset.


1835/173
Ljubljana, 5. oktober 1835

Eure Excellence

Lege meinen unterthänigsten Dank zu Füssen, für die mir als Angebind übersendeten schönen Apfel, und für die mir gnädigst geschenkte Erinnerung an mich, wofür zugleich Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin, und der verehrten Comtesse ergebenst die Hand küsse, dazu über die gnädigste Nachfrage hinsichtlich meines kranken Pedales beizufügen die Ehre habe, daß es mir zwar besser gehe, allein die Geschwulst noch nicht gehoben, obgleich mir schon möglich ohne Beschwerde die Stiege ab und auf zu gehen. Ich wage um fernere Huld Eure Excellence, und um


ferneres gnädiges Wohlwollen Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und Comtesse zu bitten und mit aller Verehrung mich ehrfurchtsvoll zu zeichnen:

Eure Excellence

Laibach den

5 ten 8bris 1835

unterthänigster dankbarster

Franz Hptm.


1835/174
Ljubljana, 7. oktober 1835


N ro 137

Die Eröffnung des Casino’s am nächsten Montag den 12 ten d. geschiehet nicht mit einen großen Ball –, sondern nur mit der Tanzunterhaltung beym Quartette, wie es in lezter Zeit gewöhnlich gewesen ist.

Die nächste Casino Versamlung würde dann Montags den 26 ten wieder mit einer Tanzunterhaltung seyn; weil man aber den einrückenden Regmt. einen Ball zu geben beabsichtigt, welcher dann in der Redutte statt finden müßte, so ist dies noch ungewieß, und wird am nächsten Sonntag durch abzuhaltende Sitzung entschieden werden.

Das einrückende Regt. Hohenlohe soll bis auf 80 Man pr Comp. beurlaubt, davon 1 Bat. nach Adelsberg und Neustadtl dislocirt werden.


1835/175
Ljubljana, 10. oktober 1835


N ro 140

Morgen Sonntags wird wieder ein Baton von Luxem Inf. hier in Laibach ankommen.

Am 20 ten d. kommen 4 Compagnien Lattermann von Neustadtl nach Laibach, welche bis 25 ten in Laibach verbleiben, und allda den Garnisonsdienst versehen werden, weil das Landwehr Baton Lattermann am 22 ten d. von hier nach Klagenfurth abmarschirt. Am 20 ten 8bris kommt auch ein Bat. Croaten – Warasdiner Kreutzer aus Italien kommend, hier an.

Am 22 ten 8ber kommt das 2 te Baton Hohenlohe

'' 23 ten '' '' das Landwehr Baton Hohenlohe

'' 25 ten '' '' das 1 te Baton Hohenlohe mit den Rgtsstaab. und den H. Obersten in Laibach an.

Am 25 ten d. rücken dann die am 20 ten 8ber angekommenen 4 Comp. Lattermann von Laibach nach Görz ab.

Am 27 ten kommt das Landwehr Baton Kinsky, und an diesem Tage soll auch das Gränzer Baton Warasdiner St. Georger im Durchmarsch zu Laibach


ankommen. Es wird also die Stadt Laibach in den gegenwärtigen Monat sehr viel Bequartirung haben!


1835/176
Ljubljana, 10. oktober 1835 II

Eure Excellence

Mehr zu sehen und die schuldige hohe Verehrung zu bezeigen, war ich nicht mehr so glücklich. In der Anhoffung, daß Eure Excellence nach 11 Uhr abreisen dürften, war ich ausgegangen, um mir die disponirten Truppen Märsche, welche in diesen Monat über Laibach gehen, zu holen, und Eure Excellence zu überbringen, als ich jedoch angekommen, waren Hochdieselben bereits abgereist. Mit unendlichen Bedauern muß ich es als ein sehr empfindliches Ereigniß für mich Eure Excellence hiemit bestättigen, und unterthänigst bitten, meine gränzenlose Dankbarkeit und meine hohe Verehrung Eure Excellence und der hochverehrten Familie genehmigen zu wollen. Ich hätte so gern am Donnerstage noch Abends Eure Excellence meine Verehrung dargebracht, allein ich wagte es nicht, weil


Hochdieselben meinen unterthänigen Anerbiethen, nicht vollkommenen Beifall gaben. Mein gewieß dankbares Herz war den ganzen Abend bei Eure Excellence, ehe ich in mein Bette stieg, war noch mein Blick nach den Fenster und die Gegend hin, wo ich Eure Excellence ruhend dachte, und mein dankbares Herz sagte im wärmsten Gefühle den gnädigsten meiner Gönner, eine recht angenehme, eine recht stärkende, gute Nacht! – Beim Erwachen war ich wieder am Fenster, im innigsten Herzen einen glücklichen Morgen zu wünschen; mich erkundigend, erfuhr ich, daß Excellence nicht verreisen, allein, als ich erfuhr, daß Hochdieselben zu Wagen abfuhren, bezweifelte ich keinen Augenblick die Tour nach Görtschach. Das Wetter hat Eure Excellenz begünstigt, und wenn ich gestern Abend wohl vielmal


nach Hochderoselben Zimmer blickte, so war ich doch der Hoffnung, daß Eure Excellence in guter Gesellschaft sich befinden. – Geruhen Excellence meine innigste Verehrung zu genehmigen, mit welcher ich ersterbe:

Eure Excellence

Laibach den

10 ten 8bris 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/177
Ljubljana, 11. oktober 1835


N ro 141

Gestern gab die Frau Generalin eine Abendgesellschaft, wie man sich ausdrückte, eine gemischte Gesellschaft. Aus welchen gemischten Bestandtheilen diese Gesellschaft bestand, ist im Augenblick unbekannt, daß die Staabs Officiere des Rgts. Luxem so gestern hier Rastag hatten dabei gewesen, zeigte sich damit, daß die türkische Musick bei Beginn der Gesellschaft vor der Wohnung des H. Generals mehrere Musickstücke aufführte, welches einen bedeutenden Volkszulauf veranlaßte, und somit, wie nicht zu zweifeln, der Art, der Frau Festgeberinn Absicht erreicht wurde, abermal ein Aufsehen zu erheben. Am Nachmittage spielte die Musick vor der Burg.


1835/178
Ljubljana, 12. oktober 1835


N ro 142

S e Excellence der Herr Feldmarschall Freyherr v. Latterman ist zu Wien gestorben.

Der unbesoldete Kreis Commissair Franz Baron von Lazzarini hat die Kammerherrn Würde erhalten, und hat gestern Sontags 12 Uhr den Eid in die Hände S r Excellence des H. Gouverneurs abgelegt.

Der Herr Baron war Willens gestern früh nach Weißenstein zu fahren und von dort über mehrere Schlösser Unterkrains nach Steyermark auf seine Herrschaft Herberg zu reisen, und zwar in Begleitung seiner jungen Frau Baronin, welches aber erst Nachmittags zur Ausführung gekommen ist.

Heute wird Casino Gesellschaft seyn, allein da nicht einmal ein Quardett mit Streich-Instrumenten zu haben, wird nur bei Forte Piano getanzt werden. Der große Ball ist auf Mon-


tag den 26 ten d. M. disponirt, wird aber den Antrage gemäß, in der Schüßstadt abgehalten werden.


1835/179
Ljubljana, 13. oktober 1835


N ro 143

Noch niemals war eine Versammlung so schwach besucht, als gestern Abend die hiesige erste Casino Gesellschaft. Man könnte die wenigen mit Namen hier aufführen. Von Damen war bloß Frau Baron von Codelli Wittwe, mit Frl. Therese und Lori, welche Baronesse Fanni v. Schmidburg bei sich hatten; dann Frau v. Sicard, und endlich die bekannte Frau Engler mit ihrer Ziehtochter. Von den anwesenden Baton Luxem war der H. Major mit 4 jungen guten Tänzern erschienen, von Lattermann war Graf Colloredo mit einen Kameraden, von Hohenlohe auch nur 2 Offes. anwesend. Von bekannten Tänzern war Richard Br Lazzarini, H. Fischer, Concipist Laschan, junge Casparini, zwey Wurzbach und


noch einige der jungen Practicanten und Ascultanten da. Herr Graf v. Saureau für sich, H. Baron Leopold Lichtenberg, H. v. Sicard – waren, ersterer als dirigirender, leztern als Zuseher anwesend. Eine Quartette Musick war da, scheint aber nicht sehr eingeübt zu seyn; es gab Ohren zerreißende Töne und Mißstimmung der Instrumente. Halb 11 Uhr war das Locole geräumt. Die Einladung in Egg hat natürlich alles der Casino Gesellschaft entzogen; da H. Graf von Welsperg mit Familie auch dahin ist.

Man hört, daß die Reise H. Generals v. Sivcovich nach Wien, am 19 ten d. erfolgen soll, um welche Zeit Frau Gräfin Weichard v. Auersperg von dort


rückerwartet wird.

H. Gubernial Assessor v. Gerlizi ist nur mit seinen zwei Knaben ohne Frau Gemahlin zu Weissenstein, wird Donnerstags nach Laibach kommen, und Freytags nach Fiume rückkehren.

Frau Gräfin Cöcile v. Lichtenberg ist aus Unterkrain noch nicht zurück gekommen.

Das 3 te Baton Hohenlohe ist gestern von hier nach Neustadtl abmarschirt.


1835/180
Ljubljana, 13. oktober 1835 II

Eure Excellence

Unterbreite meinen unterthänigsten Dank für die gnädige Mittheilung, daß ohne nachtheiligen Folgen Ihre Excellence die gnädigste Frauen Gräfin, so wie die gnädige Comtesse den großen Unglück entgangen sind. Ich wiederhole meine innigste Theilnahme, welche vom H. Baron Leopold von Lichtenberg zugleich melden solle, denn wir haben diese un glücklich – glückliche Nachricht, gestern im Casino vom H. Grafen Joseph Thurn gehört, und über die glückliche Abwendung der Gefahr von den verehrten beyden Damen, unsere beyderseitig freudiges Gefühl ausgesprochen.

Ich küsse beyden ganz ergebenst die Hand, erstatte der gnädigsten Frauen Gräfin Excellence für den mir hinterlassenen Logenschlüssel meinen unterthänigsten Dank und wiederhole aus Grund des Herzens, daß Gott Eure


Excellence und alle hochverehrten Angehörigen lange Jahre erhalten wolle. Um fernere Gnade bittend, ersterbe mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

13 ten 8ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/181
Ljubljana, 13. oktober 1835 III

Eure Excellence

Lege ich meine innigste Theilnahme zu Füssen, über die glückliche Entkommung Ihrer Excellence der hochverehrten Frauen Gräfinn und gnädiger Comtesse von den Sie bedrohten Unglücke des Brücken-Einsturzes; des Schutzengel hatte die Verehrten sichtlich in seinen Schutz, und wie erfreuet ich über die glückliche Rettung bin: so geruhen Eure Excellence zu genehmigen, daß ich über diese Nachricht unendlich erschrocken bin, und mir förmlich das Herz erleichtert wurde, als ich das glückliche Entkommen dieser großen Gefahr erfuhr.


Gott schenke Eure Excellence und der ganzen hochverehrten Familie lange und andauernde Gesundheit! – Mich zu fernern Gnaden empfehlend, geharre ehrfurchtsvoll.

Eure Excellence

Laibach den

13 ten 8bris 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/182
Ljubljana, 16. oktober 1835


N ro 144

Frauen Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist zwar noch nicht aus Unterkrain zurück; man vernimmt aber mit Gewißheit, daß Sie die Frau Tochter Gräfin Therese mit sich nach Laibach bringen wird, welche Leztere an Gichtschmerz im Knie so heftig leidet, daß man sie tragen muß.


1835/183
Ljubljana, 17. oktober 1835


N ro 145

Nächsten Montag soll Frau Gräfin Weichard von Auersperg von Wien zurück – hier ankommen. Dagegen gedenkt am Dienstag den 20 ten d. die Frau Majors Wittwe Michelli, mit ihrer Frau Schwester der Gräfin Schallenberg von hier nach Wien abzureisen.

Uibermorgen Montag den 19 ten d. reiset der Herr General von hier nach Wien ab.


1835/184
Ljubljana, 17. oktober 1835 II

Eure Excellence

Geruhen meinen unterthänigsten Dank für die überaus schönen Apfel zu genehmigen, welche von Hochderoselben Güte mir heute zugekommen sind. Ich bitte zugleich um fernere Gnade, küsse Ihrer Exc. der gnädigsten Gräfin und der gnädigen Comtesse die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellenz

Laibach den

17 ten 8ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/185
Ljubljana, 18. oktober 1835


N ro 146

Es ist nun entschieden, daß die spanische königl. Familie diesen Winter hier in Laibach verbleibt. Mann richtet sich bei Capretz in bayden Stücken ein, und damit man im Hause selbst Menagiren könne, wird eine eigene Küche bei Capretz hergerichtet.

Heute ist Fräulein Victoire v. Codelli wegen vorhabender Vermählung mit H. Gub. Sekret. von Mac-Neven zum erstenmal kirchlich verkündiget worden.

Wie man versichert wird S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof bis Ende der künftigen Woche (24 8ber ) von Görtschach in die Stadt übersiedeln.


1835/186
Ljubljana, 20. oktober 1835


N ro 148

Der Herr Oberste Freyherr v. Rath von Hohenlohe ist gestern Abend bereits hier angekommen.

Frau Gräfin Weichard von Auersperg ist gestern Abends aus Wien gleichfalls hier angekommen.

Von den rückkehrenden Regmt. Hohenlohe kommen 2 Bataillone nach Laibach. Das Landwehr Bataillon kommt mit einer Comp. nach Wippach

'' zwei Compagnien nach Adelsberg

'' einer '' – '' Zirknitz

'' '' – '' '' – '' Reifnitz

'' '' – '' '' – '' Gottschee.

Das 2 te Bat. Hohenlohe kommt am Donnerstag den 22 ten d., und das 1 te Baton am Sonntag den 25 ten d. hier an.


1835/187
Ljubljana, 21. oktober 1835


N ro 149

Herr Landrechts Präsident von Buzzi gedenkt nächsten Samstag mit Familie von hier abzureisen.

Gestern sind hier 4 Comp. von Lattermann Infant. aus Neustadtl hier eingerückt, und morgen wird das bisher hier gestandene Landwehr Baton von demselben Regt. von hier nach Klagenfurth abrücken, die 4 Comp. desselben Regts. aber die hiesige Garnison bilden.

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Die Stadt Gemeinde Laibach wird den einrückenden Offes. Corps von Hohenlohe ein Dinér geben.

Der für Montag bestimmte Ball, welchen die Casino Gesellschaft dem Offes. Corps gibt, wird, wie es izt heißt, in der Redutt statt finden.


Theater Austheilung

Donnerstag den 22 8bris 1835. Die Waise aus Genf

Freytag / / /

Samstag den 24 ten 8bris 1835. Die weiße Frau

Sonntags den 25 ten 8bris 1835. 30 Jahre eines Spielers


1835/188
Ljubljana, 23. oktober 1835


N ro 150

Es ist nun definitiv entschieden, daß der Ball, welchen die hiesige Casino Gesellschaft den aus Italien rückkehrenden Werbbezirks Regiment Hohenlohe gibt – Dienstags den 27 ten d. M. im Redutten Saale gegeben wird.

Die hiesige Bürgerschaft gibt dem Officiers Corps Sonntags ein Dinér, wozu mehrere der höhern hiesigen Beamten geladen werden, so, daß das Arrangement bei 160 Gedecke zählen soll.

Das gestern eingerückte Bataillon Hohenlohe hatte schon die Regiments Musick mitgebracht.

Gestern gab man im hiesigen Theater „Die Waise aus Genf“ – Samstags soll die Oper „Die Weiße Frau“ – und Sonntags „30 Jahre eines Spielers“ gegeben werden.

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Apellations Rath Ruprecht ist in der Nacht von gestern auf heute – gestorben.


1835/189
Ljubljana, 25. oktober 1835


N ro 151

Gestern früh ist die Familie des Herrn Präsidenten Buzzi von hier nach Klagenfurth abgereist.

Gestern Morgens ist der Portier in der hiesigen Burg gestorben, und gestern Nachmittags Apellationsrath Ruprecht beerdigt worden.

Heute ist die bekannte Jeanette Strangfeld, welche öfter im Casino gesungen, mit den Bezirksrichter D r Franz Schrey von Redelswerth in Landstraß – Sohn des hiesigen Kameral Zahlmeisters Schrey – wegen vorhabender Vereheligung – zum 1 ten Mal kirchlich verkündiget worden.

Baronesse Victoire v. Codelli wurde heute zum 2 ten mal verkündigt.

Heute rückte das andere Bataillon von Hohenlohe, das erste benannt, hier ein. Major Sühnl commandirte dasselbe.

Die Tafel, welche heute dem Offes. Corps von Hohenlohe gegeben wird, zählt bei 160 Couverts. S e Exc. Herr Gouv. und S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof – wohnen derselben bei; auch sämtl. Herrn Gubern. Räthe und andere


der hiesigen Beamten, sind dazu geladen. Das Arrangement ist vortrefflich, eine Menge Menschen besahen, selbst während den Speißen von der Gallerie aus die Tafel. Auch distinguirte Personen nahmen selbe in Augenschein.

Das Bataillon von Lattermann, welches mit 4 Comp. am 20 ten d. M. aus Neustadtl hier eingerückt war, ist heute Morgens von hier nach Görz abgerückt.

Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg ist aus Unterkrain, und aus der Zischka schon in die Stadt zurück gekommen. Frau Gräfin Therese – erwartet man aus Unterkrain, wann sie transportable seyn wird.

Morgen Montag soll Herr Graf v. Welsersheim aus Wien hieher zurück kommen.

Der Ball am Dienstag den 27 ten in der Redutte wird ziemlich zahlreich seyn; an jene Familien, welche nicht Casino Mitglieder, jedoch Verwandte der eingerückten Offes. oder sonst distinguirt sind, werden Einladungs Karten nach beiliegenden Formulare vertheilt.

Man


hört wieder von einem Excess sprechen, welchen Bosnier in unserer Milit. Gränze verübt, in Folge dessen wieder mehrere Baton nach Bosnien gerückt wären, allein das eigentliche ist Referenten nicht bekannt.

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Die Oper „Weiße Frau“ soll gestern nicht zum besten Producirt worden seyn. Es ist an Chor Personale Mangel, und selbst die einzelnen Parthien sind schlecht besezt, so z. B. ein Bauman, giebt den Pächter. Die Chöre sollen äußerst schlecht, und schwach exequirt worden seyn.

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Morgen Montags wird S e Excellenz der Herr Gouv. eine Tafel geben.

Man glaubt nicht, daß der Herr Fürst Bischof schon izt ganz in der Stadt verbleiben wird, daher Hochdessen Rückkehr nach Görtschach vermuthet werde.


1835/190
Ljubljana, 25. oktober 1835 II

Eure Excellence

Geruhten mir einen Braten zu schicken, wofür ich Hochdenenselben, der gnädigsten Gräfinn und gnädigen Comtesse meinen schuldigsten Dank unterbreite, und in der Anhoffnung, daß die Brücke schon wieder zu passiren seyn dürfte – Hochdenenselben insgesammt meine Verehrung hier an Tag legen zu können, mich zu fernern Gnaden unterthänigst anempfehle, der gnädigsten Gräfinn Excellenz und der verehrten Comtesse die Hand küsse, und ehrfurchtsvoll mich zeichne:

Eure Excellenz

Laibach den

25 ten 8ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


Theater Austheilung

Sontag den 25 ten 8ber … 30 Jahre eines Spielers

Montag '' 26 ten … Walpurgis Nacht

Dienstag '' 27 ten … / /

Mittwoch '' 28 ten … Weiße Frau – Oper

Donnerstag '' 29 ten … Mädchen v. Marienburg

Freytag '' 30 ten … / /

Samstag '' 31 ten 8ber … Barbier v. Sevilla – Oper

Sonntag '' 1 ten 9 ber … Irrenhaus zu Dijon


1835/191
Ljubljana, 26. oktober 1835


N ro 152

Die gestern in der Redutte gegebene Tafel dauerte bis 8 Uhr, allein die Gäste verloren sich erst gegen 10 Uhr; als man sich um 2 Uhr zur Tafel setzte, waren die Lichter bereits angezunden, wodurch der Effectsehr vermehrt, und das Arrangement angenehmer wurde.

Heute ist Tafel bei S r Excellence dem H. Gouverneur.


1835/192
Ljubljana, 27. oktober 1835


N ro 153

Heute ist das Landwehr Bataillon von Kinsky Inf. N. 47 hier im Durchmarsche aus Italien – einquartirt.

In den Hause, wo das Casino Locale sich befindet, ist zur ebenen Erde bei der Familie des Schenkwirthes Jemand an natürlichen Blattern erkrankt, weshalb B r Grimschitz und der junge Buzzi, welche erst kürzlich im Hause eingezogen, wieder sich entfernt, und eine andere Wohnung bezogen haben.

Der Herr Oberste Freyherr v. Rath ist indessen im Absteigquartier im Hoinegischen Hause.

Man sagt, der Gub. Secretair B r Codelli mit Frau Gemahlin, und B r Carl Codelli würden noch in dieser Woche nach Laibach kommen, um der Vermählung B r Mac-Nevens mit B r Victoire v. Codelli beizuwohnen.


1835/193
Ljubljana, 27. oktober 1835 II

Eure Excellence

Gnädige Zeilen, und die mit selben gekommene gefüllte Schachtel verbinden mich zur Darbringung meines innigsten Dankes. Eure Excellence und Hochderoselben verehrten Familie edle Herzen sind es, von welchen ich jede gnädige Erinnerung an mich beurtheile, und verehre, und diesen edlen Gesinnungen stets dankbare Verehrung bewahre. Geruhen Eure Excellence diese meine dankbaren Gesinnungen zu genehmigen, und mein unendliches Bedauern gnädigst aufzunehmen, welches den Unwohlseyn Eure Excellence und der Unpäßlichkeit der gnädigsten Comtesse zolle, und dessen Abwendung ich inniglichst wünsche, denn meine steten Wünsche sind, daß Gott Eure Excellence viele Jahre erhalten, und die beste Gesundheit verleihen wolle! – Ganz sicher glaubte ich, daß die zerstörte Brücke schon hergestellt und es möglich ist, daß Ihre Excellence mit der gnädigen Com-


tesse von den Balle profitiren werden, welchen ich zwar selbst nicht sehen kann, weil das lange stehen, hinsichtlich meines schmerzhaften Fusses, nicht ertragen kann, so wie ich die Ehre der Einladung zum Dinér am Sonntag, als Homaeopath ablehnen mußte, wozu mich der Magistrat einlud.

Recht sehr wünsche ich, mich der Nachricht bald erfreuen zu können, daß Eure Excellence und die gnädigste Comtesse ganz wohl seyn möchten; und empfehle mich nebst Handkus Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin, dann der verehrten Comtesse – zu fernern Gnaden, geharre mit aller Ehrfurcht:

Eure Excellenz

Laibach den

27 ten 8ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/194
Ljubljana, 29. oktober 1835


N ro 154

Wie zu hören, soll die Pensionirung des B r Elsner mit 2/3tel seines Gehalts hier angekommen seyn!

Baron Franz Lazzarini ist mit seiner Frauen Gemahlin Montags hier zurück eingetroffen und hat Dienstag schon den großen Ball verfrequentirt.

Dieser Ball war äußerst elegant, belebt, und dauerte sehr lange. Als B r Leopold um halb 3 Uhr früh nach Haus gieng, war noch alles voll des Lebens, daher es erst früh endete.

Heute giebt der Herr Fürst Bischof dem Offes. Corps Tafel.

Graf Welsersheim ist angekommen.

Gräfin Seraphine von Thurn soll von Wien zurück, bereits auf der Reise seyn.


1835/195
Ljubljana, 31. oktober 1835


N ro 155

Letzten Mittwoch ist die angekündigte Oper „Die weiße Frau“ nicht gegeben worden, sondern das Theater blieb verschlossen.

Das lezte aus Italien rückkehrende Bataillon vom Warasdiner St. Georger Regt. (Staab zu Bellowar) ist vorgestern hier angekommen, hielt gestern Rastag, und rückte heute an seine Bestimmung weiter ab.


1835/196
Ljubljana, 1. november 1835


N ro 156

Der schon einige Jahre durch Altersschwäche kranke Canonicus Schluderbach ist gestern Abends gestorben.

Der Barbier von Sevilla ist gestern viel besser, als die lezte Oper „Die weiße Frau“ ausgefallen; das Theater war auch ziemlich stark besucht.

Heute erwartet man Gub. Secretair Ant. B r v. Codelli mit Frau Gemahlinn, und B r Karl v. Codelli hier.

Heute Nachmittags gibt die hiesige Schützengesellschaft dem Offes. Corps von Hohenlohe ein Best-Schüssen, und will dem H. Obersten eine Fahne verehren, auf deren einer Seite das Wappen des H. Obersten, auf der anderen Seite Milit. Embleme gemahlt sind; auf dem Fahnenband soll ein Gedicht vom D r Preschern ver-


faßt, gemacht seyn. Diese Fahne soll Morgen Montag überreicht werden.

Der hier auf den Kastell innsitzende Graf Pallavicini hat sich auch zur Deportation nach Americka entschlossen, wozu bereits Anstalten getroffen werden.

Die Vermählung Baronesse Victoire v. Codelli mit B r Mac-Neven wird am 4 ten d. M. erfolgen. Die Fräule Braut war jedoch dieser Tage unpäßlich, und sahe heute noch sehr blaß aus.

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Heute war sehr zahlreicher Besuch bei Herrn Fürst Bischof.


1835/197
Ljubljana, 2. november 1835


N ro 157

Es ist leztlich fälschlich der sich hier aufhaltende französische General D’Auchamp genannt worden. Es ist der General Comte Beaumont, welcher in der Vendé zur Zeit des dortigen Berryischen Aufstandes zu Gunsten der Prinzessin diente, erstlich in Rom, dann in Venedig sich aufhielt, und seit dort die Cholera sich zeigte, anher überzog. Derselbe hat im Hause des Handelsmannes Kaus eine eingerichtete Wohnung, mit Beheitzung etz. gegen monatl. 200 fr CM accordirt. Seine Familie besteht nebst Frau aus 2 Söhnen und deren Hofmeister.

Das nun ins Leben trettende Leihhaus von Laibach wird am 4 ten d. M. eröffnet.

Nebst den bereits gemeldeten natürlichen Blattern zeigt sich wieder die Kripp in mehreren Häusern. Gubern. Sekrt. Kreuzberg – dessen Frau von ihrer Wiener Reise bereits vor einiger Zeit rückgekehrt ist, leidet heftig an diesem Uibel.

Der Herr Landrechts Präsident Raicich ist gestern mit


Familie hier angekommen, und vorläufig bei Malitsch abgestiegen, bis die Wohnung in Baron Franz Lazzarinischen Hause eingerichtet seyn wird.

B r Anton von Codelli ist gestern Sonntags mit Frauen Gemahlin hier angekommen.


1835/198
Ljubljana, 3. november 1835


N ro 158

Künftigen Montag wird im Casino Locale wieder Versamlung seyn, und dann diese Gesellschaft alle Montage fortgesezt werden.

B r Carl Codelli ist mit H. Bruder Anton Sonntags angekommen.

Die Priesterliche Einsegnung des H. B r Mac-Neven mit Baronesse Victoire v. Codelli soll, wie man hört, morgen Abends halb 7 Uhr statt finden, und in der bischöflichen Capelle vollzogen werden.

Man hört, daß die lezt zum Vorschlag gebrachten 8 Candidatinen für Kärnthnerische Stiftungen, alle bestättigt worden sind, exclusive Comtesse Lori Thurn, wofür eine Comtesse Gois enrollirt worden seyn solle.

Frau Gräfin Seifried Lichtenberg soll lezten Sonntag, als Sie von Lichtenberg nach St. Marein in die Kirche fuhr, das Unglück gehabt haben, daß die Pferde scheu wurden, in Folge dessen der Wagen


umgeworfen wurde, der auch ganz zertrümert seyn, allein die alte Frauen Gräfin das Schlüsselbein sich gebrochen, und Comtesse Albertine auch beschädigt worden seyn solle. – Professor Nathan wurde gleich nach Lichtenberg gehollt, allein da die Frau Gräfin nicht transportable, folglich deshalb in die Stadt nicht zu bringen ist, fuhr heute Gubern. Rath D r Kogelzu derselben nach Lichtenberg.


1835/199
Ljubljana, 3. november 1835 II

Eure Excellence

So große Gnade gegen mich mit schuldiger Dankbarkeit zu schildern, bin ich zu Wortarm. Mein gränzenloses Vertrauen, daß Hochdieselben so gnädig sind, meine dankbaren Gesinnungen so zu beurtheilen, wie sie bei mir rein inniglich, keineswegs erkünstelt, noch modisch sind, macht mich hoffen, daß Eure Excellence, so wie Ihre Excellence die gnädigste Frauen Gräfinn, und die gnädigste Comtesse, mein unwandelbares dankbares Gemüth zu genehmigen, geruhen, und mir Hochderoselben gnädiges Wohlwollen verleihen werden. – Ich lege Eure Excellence meinen tiefgefühlten Dank, unterthänigst zu Füssen, und bitte unterthänigst zu vergeben, daß ich nicht gewagt, von den Grottensteinen Erwähnung zu machen, da ich der Meinung bloß gewesen, daß selbe die Leute für die sehr kunstvollen Arbeiten Eure Excellence benützen, und zerschlagen werden. Es


hat sich noch ein Stück bei mir vorgefunden, welches bereitet hatte, Eure Excellence auf gleiche weise in der stille einzusenden, und welches in der Schachtel liegt; ich bitte mir nicht ungnädig zu halten.

Indem ich den tief liegenden, innigst heißen Wunsch wiederhole, daß Gott Eure Excellence viele Jahre erhalten wolle: küsse ich Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und gnädiger Comtesse die Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

3 ten 9ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/200
Ljubljana, 4. november 1835


N ro 159

Die lezt im Bericht erwähnte Bosnische Geschichte, respt. der neuerdings von denselben im kais. Croatien gewagte Excess, ist in der gestrigen Laibacher Zeitung beschrieben.

Man erzählt hier, daß H. Graf v. Choteck Oberstburggraf in Böhmen, Finanz Minister werden solle. Hofrath Eichhof soll bereits Präsident der Hofkammer im Comerz-Wesen geworden seyn.

Am 9 ten oder 10 ten d. M. erwartet man Herrn Grafen v. Stubenberg mit Frauen Gemahlin aus Steyermark hier zurück.

Heute ist das Namensfest Herrn Hofraths Grafen von Welsperg. Bekanntlich hat derselbe die bisher vom H. Präsidenten v. Buzzi gepachtete Jagd übernommen, daher schon vorgestern, gestern und heute in den Revieren gejagt wird.


1835/201
Ljubljana, 5. november 1835


N ro 160

Frau Gräfin Therese von Auersperg befindet sich seit 27 ten v. M. hier, und es soll besser gehen.

Frau Gräfin v. Thurn (Anton) ist an einen Fieber krank; der Comtesse Pepi geht es besser.

Morgen erwartet man die Frau Gräfin Seraphine von Thurn von Wien hier zurück.

Die Vermählung Baronesse Victoire v. Codelli mit H. Baron Mac-Neven ist gestern vollzogen worden. Die Gesellschaft soll aus 24 Personen bestanden haben.


1835/202
Ljubljana, 6. november 1835


N ro 161

Künftigen Sonntag den 8 ten d. soll Herr B r Ant. v. Codelli mit Frau Gemahlin und B r Carl von Codelli wieder nach Triest zurück reisen.

Montags den 9 ten d. ist im Casino Locale Gesellschaft.

Der Fähnrich Graf Alexander v. Thurn zu Feistritz an der Fiumaner Strasse dislocirt, ist hier bei seinen Eltern auf Urlaub angekommen.


1835/203
Ljubljana, 7. november 1835


N ro 162

Gestern gab Frau von Sicard Abends Spiel, ohne Zweifel der anwesenden Frau Bar. Ant. Codelli; die Gesellschaft schien zahlreich und der H. Oberste Rath mit Staabs Offes. dazu geladen gewesen zu seyn. Es war türkischer Zapfenstreich und die Bande spielte vor dem Hause der Polizei Direction – einige Musickstücke.

Herr Graf und Frau Gräfin von Stubenberg, dann Frau Gräfin Seraphine von Thurn sind gestern Abend angekommen.

Heute Morgens waren Dächer und Strassen mit Schnee bedeckt, und im Augenblicke – halb 10 Uhr Morgen fällt der Schnee ziemlich stark, jedoch sehr wässerig vom Himmel.


1835/204
Ljubljana, 8. november 1835


N ro 163

Herr B r Anton v. Codelli ist mit Frau Gemahlinn heute früh nach Triest abgereist.

Heute gab es hier gefrorene Fenster, indessen ist der Tag heiter, und Sonnenschein.


1835/205
Ljubljana, 8. november 1835 II

Eure Excellence

Gnädigstes Wohlwollen macht mich wagen, ein sehr schmerzlich und wahrhaft großes Bedrängniß einer sehr unglücklichen Person mit der unterthänigsten Bitte um gnädigste Berücksichtigung, zur hohen Kenntniß zu bringen. Es ist die alte gebrechliche Mutter des Lieuts Berghofer von Hohenlohe, welche hier so zu sagen verpfändet sitzt, und dabei gränzenlosen Entbehrungen ausgesetzt ist, indem sowohl Nahrung, als Kleidung und bei gegenwärtiger Zeit, die Beheitzung ihr gebricht. Das von ihrer verstorbenen unglücklichen Tochter hinterbliebene Kind ist, theils aus Mangel der Nahrung, theils aus Mangel der Bekleidung oder Verwahrung und mangelnder Pflege dem Todte nahe, und die alte unglückliche Frau wünscht in ihrer äußerst unglücklichen Lage, sich den Todt. Einen Schimer der Hoffnung, ihre härteste Lage einigermassen erleichtert zu erhalten, indem sie glaubte, zu ihrem Sohne, der bei einer Landwehr Comp.


stationirt ist, zu kommen, wurde dadurch vereitelt, daß ihre Gläubiger sie nicht von hier lassen, daher der Sohn sie nicht mitnehmen, für sie aber gar nichts thun konnte, da er selbst in Gage Abzug stehet. Die Schulden der alten Frau sollen bei 40 fr CM betragen, welche bei allerlei Professionisten, Bäcker, Fleischer – Hauszins etz. haften, daher, da Niemand mehr Credit gibt, der größte Mangel, die empfindlichste Noth eingetretten ist.

Geruhen Eure Excellence gnädigst zu vergeben, daß ich im Vertrauen Hochderoselben unerreichbaren Herzensgüte, diesen Bericht zu unterbreiten wage, indem ich von der alten Frau äußerst dringend, und in ihrer verzweifelnden Lage, in einem Thränen-Strom um Hilfe angegangen worden bin. Ohne jedoch wissen zu lassen, wo ich eine gnädige Unterstützung zu erbitten wagen werde, habe ich mich zu den gegenwär.


Zeilen entschlossen, in den hoffnungsvollen Vertrauen, Eure Excellence gnädiges Wohlwollen dadurch nicht zu verlieren, und gnädigster Nachricht theilhaft zu werden! – Indem ich meine steten Wünsche wiederhole, daß Gott Eure Excellence viele Jahre erhalten wolle, küsse ich Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigen Comtesse Hand, und zeichne mich in Ehrfurcht:

Eure Excellence

Laibach den

8 ten 9ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/206
Ljubljana, 9. november 1835


N ro 163 14

Der hiesige Domdechant Gerin wird nach Wien zu einer Professur übersezt, wie man wissen will, in Folge der zur halben Verlautbarung gekommenen Geschichte, mit der Weibsperson.

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Theater Austheilung:

Sontag den 8 ten 9ber: Das Fest der Handwerker.

Montag '' 9 ten '' … / / /

Dienstag '' 10 ten '' … Lumpaci Vagabundus (II ter Theil)

Mittwoch '' 11 ten '' … Liebes Protocoll.

Donnerstag '' 12 ten '' … Kabale und Liebe.

Freytag '' 13 ten '' … / / /

Samstag '' 14 ten '' … Der Freyschütz – Oper

Sonntag '' 15 ten ''… Gaugraf Philipp.


1835/207
Ljubljana, 10. november 1835


N ro 165

Gestern war das Casino ziemlich stark besucht, und auch recht elegant; es dauerte auch ziemlich lange, woraus der Schluß, daß es sehr belebt war.

Herr Landrechts Präsident Raicich machte gestern seine Visitten. – Es ist schon einige Zeit ein Russischer OberstLieut. Dahl hier, welcher bei der Stadt Wien (bei Malitsch) wohnt. – Derselbe hat zu Gastein mit der Familie Herrn Grafen von Welsperg Bekanntschaft gemacht.


1835/208
Ljubljana, 11. november 1835


N ro 166

Man hört, daß der hier wohnende Prinz Don Sebastian verreist seye, doch weiß man nicht anzugeben, wohin! – Auch wollen von Triest zurück gelangte Personen, die Cholera dort in einzelnen Fällen – existirend – wissen, worüber jedoch der hiesigen Behörde noch keine officielle Mittheilung geschehen ist, daher solche Privatmeynungen auf schwachen Grund basirt seyn möchten.

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Heute ist der Frost sehr heftig, und am Morgen Sonnenschein.


1835/209
Ljubljana, 11. november 1835 II

Eure Excellence

Lege meinen unterthänigsten Dank – Eure Excellence zu Füssen für dem mir gütigst überschickten Hasen, indem ich mich schon sehr sehne, Hochdenenselben persönlich meine Verehrung darzubringen, bezeuge ich hiedurch im Geiste Eure Excellence – Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin, und der verehrungswürdigen Comtesse meine höchste Verehrung. – Hier ist im Augenblick nichts neues. Der alten Gräfin Seifried Lichtenberg gehet es besser, der Schmerz soll schon verschwunden seyn, allein die Frau Gräfin ist noch auf den Lande, da sie die Aerzte nicht übersiedeln lassen.

Frau Gräfin v. Lichtenberg Cöcile – leidet an Herzklopfen, und ist bettlegerig. Wie ich höre, soll D r Kogel eine


Herz-Verknorpelung, wie bei den seelig. Cher Papa, B r Billichgraetz – besorgen! –

Von den Statuten des hiesigen Versatz Amts, lege anliegend ein Exemplar vor, und indem ich um fernere Gnade bitte, der gnädigsten Frauen Gräfin und gnädigsten Comtesse die Hand küsse, zeichne mich mit aller Ehrfurcht.

Eure Excellence

Laibach den 11 ten 9ber

1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/210
Ljubljana, 11. november 1835 III

Eure Excellence

Gnädige Zeilen mit den gnädigen Geschenke für die unglückliche Berghofer erhielt ich, als ich schon das andere Schreiben abgegeben hatte. Genehmigen Eure Excellence auch dafür meinen tief gefühlten, meinen innigsten Dank, sowohl in meinen Namen für die gnädige Berücksichtigung der gewagten Fürsprache, als auch in Namen der Bedrängten, für die ihr gewordene gnädigste Unterstützung, welche mit mir ausruft: daß Gott Eure Excellence lange Jahre erhalten, und Hochdenenselben die beste Gesundheit verleihen wolle. Mit aller Verehrung geharre:

Eure Excellence

Laibach den

11 ten 9ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/211
Ljubljana, 12. november 1835


N ro 167

Prinz Don Sebastian soll für einem seiner Bedienten einen Paß bei der hiesigen Polizei Direction verlangt, allein, wie man nach der Hand erfuhr, damit sich selbst entfernt haben, wornach dessen unbefugte Entfernung begründet ist. Da aber weder der Prinz noch die sämtlichen Familienglieder, welche hier wohnen, unter eine besondere Aufsicht nicht gestellt, noch einer solchen empfohlen sind: so wird diesßfalls kein besonders Erhebniß gemacht. – Der russische OberstLt. von Dahl ist bereits abgereist. –


1835/212
Ljubljana, 13. november 1835


N ro 168

Als am lezten Dienstag das Schauspiel „Lumpazi Vagabundus“ gegeben und geendet war, soll ein, in einem Mantel stark verhüllter, nicht großer Mann, im vorübergehen bei den Beneficianten – den Schauspieler Wallner, diesem leztern die Bemerkung in die Ohren geflistert haben: „Sie! wenn Sie das Stück nochmals geben, werden Sie ausgepfiffen!“ Ohne Zweifel ist demnach wegen dieses Umstandes, das Stück am Mittwoch wiederhollt worden. Als nun das Stück bis zu einer gewissen Arie, welche Wallner (Zwirn) vorzutragen hat, gekommen war, welche für die Schneider etwas anzüglich ist, – flogen mit einemmale von der Gallerie Erdäpfel, Eyer etz. nach der Bühne in großer Menge, so, daß der Vorhalt fallen, und die Fortsetzung unterbrochen werden mußte, bis der Tumult sich endigte. Indessen, bis


zur Endigung des Stückes traf die Polizei Anstalten, und besetzte die Ausgänge mit Milit. und Polizei, nahm 18 bis 19 Schneidergesellen in Verwahrung, welche zwar ohne weiterer Züchtigung mit dem bis gestern gehabten Arrest, mit Fasten, für diesmal wieder davon entlassen wurden. Gleichwohl soll man gestern Morgens an mehreren Orten die Drohung an den Mauern, namentlich auf den Feuer Requisitten Depot, in der Gradischa, nächst den Garten des H. Polizei Directors gefunden haben: „Rache der Polizei und besonders H. Sicard“, und, wie es heißt, soll dieses heute wiederhollt worden seyn. Es soll eigentlich geheißen haben: „Auf Brüder! Rache der Polizey – besonders dem H. Sicard!“ –

Man erzählt in der Stadt, daß die Schneidergesellen am Mittwoch durch ein förmliches Zirkulare aus allen Werkstätten zum Erscheinen im Theater aufgefordert worden wären, und


so in Massa sich einfanden, indessen ihre Meister sich zu nichts verstehen, noch Kenntniß davon haben wollten.


1835/213
Ljubljana, 14. november 1835


N ro 169

Der Herr Baron Leopold v. Lichtenberg ist heute Morgens zu seiner Mama auf drey Wochen nach Schwarzenbach abgereist.

Freyherr Eduard Grimschitz ist nun bei der Kameral-Gefällen Verwaltung Concipist geworden.


1835/214
Ljubljana, 15. november 1835


N ro 170

Morgen Montag wird Casino Gesellschaft – am Montag den 23 ten d. aber Casino Ball seyn. Für morgen rechnet man auf keinen großen Besuch im Casino.

Es sollen Mercantillische Nachrichten aus Triest eingelaufen seyn, daß die Cholera sich dort mehr und mehr zeigt; indessen fehlt jeder officielle Bericht noch immer. Man läßt auch hier nicht gern etwas Verlautbaren.

Ein unverbürgtes Gericht in der Stadt läßt Fräule Copini – den KreisCommissair Schonta, Schwiegersohn des H. Gub. Rathes D r Kogel – heurathen.

Gestern hatte es faßt den ganzen Tag hier geschneyt, und heute ist seit 12 Uhr Mittags, dasselbe Wetter.


Theater Austheilung vom 15 ten bis 22 ten 9 ber 1835

Sonntag den 15 ten Lumpaci Vagabundus – 2 ter Theil

Montag '' 16 ten – / / /

Dienstag '' 17 ten – Entführung vom Maskenball – ; Lustspiel

Benefice Dem. Klein

Mittwoch '' 18 ten – Der Freyschütz –; Oper

Donnerstag '' 19 ten – Radikalkur –; Lustspiel

Freytag '' 20 ten – / / /

Samstag '' 21 ten Freyschütz –; Oper

Sonntag '' 22 ten – Graf Philipp Hinko –; Schauspiel


1835/215
Ljubljana, 16. november 1835


N ro 171

Der hiesige Feldkriegs Commissair Butterweck wird von hier nach Lemberg übersezt, und statt demselben der Feldkriegs-Commissair von Inspruck hieher bestimmt, dieser jedoch sogleich zu kommen, durch Dienst verhindert ist –, wurde interimistisch Feldkriegs Commissair von Senger, welcher vor einigen Jahren schon hier gewesen, anher beordert, welcher auch hier schon eingetroffen ist.

Theater Vertheilung vom 15 ten bis 22 ten 9 ber 1835

Sonntag den 15 ten Lumpaci Vagabundus – 2 ter Theil

Montag '' 16 ten – / / /

Dienstag '' 17 ten – Entführung vom Maskenball; – Lustspiel

Mittwoch '' 18 ten – Der Freyschütz –; Oper

Donnerstag '' 19 ten – Radikalkur –; Lustspiel


Freytag den 20 ten – / / /

Samstag '' 21 ten – Freyschütz – Oper

Sonntag '' 22 ten – Graf Philipp Hinko – Schauspiel

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Frau v. Thelen geborne v. Kappus ist – um hier das Kindsbett zu halten, hier angekommen.


1835/216
Ljubljana, 16. november 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen meine Zeilen gnädigst aufzunehmen. Als ich gestern Sonntags bei S r Excellence dem Herrn Gouverneur Aufwartung machte, fragte sowohl S e Excellence als auch Ihre Excellence die Frau Gouverneurin nach Eure Excellence und der Hochverehrten Familie, ob den ein unglückliches Ereigniß vorgefallen, weil schon so lange gar kein Aufenthalt in Laibach genommen wurde. Ich versicherte, daß ich vernommen,


daß eben Sonntags Ihre Excellence mit Comtesse zu kommen disponirt gewesen seyn sollen, allein das Wetter abgehalten haben mochte, da es vom Samstag, ja faßt den ganzen Sonntag schneyete; auch gehoft wurde, daß auch Eure Excellence zu kommen Absicht haben dürften, welches beyderseits mit Teilnahme vernommen wurde, daß kein Unwohlseyn die Ursache seye. –

Mich zu fernern Gnaden empfehlend und


darum bittend, küsse Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigsten Comtesse Hand, und geharre mit aller Verehrung:

Eure Excellence

Laibach den

16 ten 9ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/217
Ljubljana, 17. november 1835


N ro 172

Das Casino war gestern mittelmäßig besucht; es wurde getanzt, und die Unterhaltung dauerte bis ½ 1 Uhr. Künftigen Montag den 23 ten d. M. wird großer Ball seyn.


1835/218
Ljubljana, 18. november 1835


N ro 173

Bei dem ziemlich hoch liegenden Schnee fährt man hier in der Stadt mit Schlitten; auch kommt man vom Lande mit Schlitten an.

Heute ist der Vormarkt zu den Morgen beginnenden Elisabethen Markt.


1835/219
Ljubljana, 19. november 1835


N ro 174

Man hört erzählen, daß die Vermählung des Baron Grimschitz mit der bekannten gewählten Braut, erst nach künftigen Ostern erfolgen soll.

Seit den in der Nacht von gestern auf heute eingetrettenen Schiroko geht der Schnee auf, es tropft von Dächern, und die Schlittenfahrt hat geendet.


1835/220
Ljubljana, 20. november 1835


N ro 175

Diese Nacht hat es wieder etwas angezogen, und gefroren. Nichts destoweniger sucht man den Schnee in der Stadt von den Gassen wegzuräumen, und fährt solchen in die Laibach.

In Folge des heutigen Frostes hat man auch wieder von der Schlittenfahrt profitirt.


1835/221
Ljubljana, 20. november 1835 II

Eure Excellence

Gnädiges Schreiben, wofür ich unterthänigst danke, hat mich, wenn nicht ganz, doch zum einigen Theil getröstet, da ich schon gestern die traurige Nachricht vernommen, daß Hochdieselben an Kartar leiden, und ich schon heute mich eigends bey H. Gubern. Rath D r Kogel erkundiget habe, welche Nachricht dießfalls selben zugekommen. Mein einziger Wunsch ist, daß Eure Excellenz bei Empfang dieser Zeilen ganz wohl sich befinden möchten, und ich dadurch so glücklich seyn


möchte, Hochdieselben und die verehrte Familie, hier persönlich verehren zu können, da es hier aller Wunsch ist, in diesen Fall zu seyn, wie erst gestern bei Frau B r Codelli – Wittwe davon gesprochen worden. Gott erhalte Eure Excellence! Ich küsse der gnädigsten Frauen Gräfin Excellence, und der gnädigsten Comtesse die Hand, und bitte um ferneres gnädiges Wohlwollen, der ich mit aller Ehrfurcht geharre:


Eure Excellence

Laibach den

20 ten 9ber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/222
Ljubljana, 21. november 1835


N ro 155 16

Das Frostwetter steigert sich; lezte Nacht hat es sehr stark gefroren. Herr Graf von Hohenwarth verweilt noch immer auf dem Lande.

Gräfin Ant. Thurn ist reconvalescirt; auch Frau Gräfin Cöcile von Lichtenberg, und Frau Gräfin Therese von Auersperg gehet es etwas besser.

Frau Gräfin Seifrid Lichtenberg soll es auch besser gehen, befindet sich aber noch auf dem Lande.

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Das vacante Regt. Lattermann hat Herr FML Hofkriegsraths vice Praesident v. Prohaska – erhalten.


1835/223
Ljubljana, 22. november 1835


N ro 177

Der Frost dauert fort, die Trotoirs sind sehr glatt, es fallen viele Menschen in der Stadt.

Die Oper: Der Freyschütz, ist noch ziemlich gelungen; daher heute die Wiederholung. Das Theater war gestern sehr stark besucht.


Theater Austheilung vom 22 ten bis 29 ten 9 ber 1835

Sontag den 22 ten – Freyschütz – Oper

Montag '' 23 ten – Partheywuth – Schauspiel

Dienstag '' 24 ten – Britgittenau – Lustspiel

Benefice Delle Reger

Mittwoch '' 25 ten – Radikalkur … Lustspiel

Donnerstag '' 26 ten – Brigittenau … Lustspiel

Freytag '' 27 ten – / / /

Samstag '' 28 ten – Barbier von Sevilla; Oper

Sonntag '' 29 ten – Hinko, der Freyknecht –; Schauspiel


1835/224
Ljubljana, 23. november 1835


N ro 178

Laut Privatnachrichten aus Gratz ist die Herzoginn v. Berry mit einem Töchterchen entbunden worden, welches als Gräfin Pally getauft wurde, und wobei Frauen Gräfin von Wickenburg Excellence – Taufbathe gewesen.

Gestern hatte die hiesige spanische königl. Familie – hier in der Klosterfrauen Kirche feyerlichen Danksagungs Gottesdienst gehalten, für die glückliche Ankunft Don Sebastians bei Don Carlos in Spanien, worüber Sie sichere Bestättigung erhalten hat. Nebst einer Art Hochamt, wobei die Klosterfrauen ein Meßlied sangen, hielt der spanische Canonicus eine Predigt. Eine Menge hiesigen Volkes wohnte – wohl nur aus Neugierde, diesem Gottesdienste bei; die Kirche war der Art voll Neugieriger, daß alles bis an‘s Kirchenthor voll Menschen gewesen ist.

Heute wird Casino Ball gehalten werden.


1835/225
Ljubljana, 24. november 1835


N ro 179

Auch der Katharinen Casino Ball ist vorüber gegangen. Man tanzte 8 Walzer, 2 Galoppen und 2 Cotillons. Um halb 3 Uhr war der 8 te Walzer und damit der Ball geendet, welchen Tanz nur wenige Paare noch benüzten. Die Damen hielten, sowohl Mama’s als Fräuleins alle bis zu Ende aus. Bloß Frau Präsidentin Raicich ist gegen 11 Uhr, Frau v. Kreuzberg während der Raststund, und Frau Baron von Lazzarini – die nicht getanzt hatte, gegen 2 Uhr weg. Baronesse Fanny v. Schmidburg war wegen Unpäßlichkeit – zwar schon ganz reconvalescirt, jedoch zur Vermeidung der Recitive, nicht auf den Ball.

Dagegen Frau Gräfin v. Welsperg mit Comtessen

'' Baronin v. Codelli '' 2 Fräuleins

'' Gräfin Ant. Thurn mit Comtessen Pepi v. Welsersheim und v. Thurn

'' Gräfin von Auersperg mit einer Comtesse

'' von Pabesch geborne Gräfin Auersperg mit Frlein. Abfaltern

'' v. Klosenau mit Frlein. Jeanette, und etwa 10 Frauen mit Töchtern vom Bürgerstande anwesend. Die Gesell-


schaft war an Männern zahlreicher, als an Frauen, indessen lustig, und sehr eifrig im Tanz, alles elegant per see! Es wurde viel soupirt – so, daß die Bedienung etwas schwerfällig gewesen, und für die Familie v. Welsperg, borgte man Speisrequisitten bey der Hausfrau – Lepuschitz. H. Oberst Rath hielt auch bis zu Ende aus. Offes. waren jedoch nur etwa 10–12 anwesend, davon B r Egkh, Schmidburg, v. Gold, Hummel, und Vandoni – tanzende waren. Herr Oberst Rath tanzte ein Tour beym ersten Cotillon als gewählt, mit Frau von Pabesch. Frau v. Sicard verlor sich gleich nach den Soupé.

Frau Gräfin von Welsersheim erwartet stündlich die Fahrt nach Rom. –

Frau Gräfin v. Saurau war nicht auf den Ball.

Künftigen Montag beginnen die Tombolla – Casino’s.

Der Bruder H. Baron’s Franz Lazzarini ist aus der W. Neustaedter Milit. Academie ausgetretten, und geht als Cadet zu Schneller Chev. legers; nämlich der Guido B r Lazzarini! –

H. Baron Mladota ist wegen seinen Fußübel unpäßlich, und wie-


der deshalb zum Zimmer Hüthen Condemnirt.


1835/226
Ljubljana, 26. november 1835


181.

Frau von Frast ist mit ihrer Familie aus Wien hier angekommen.

Frau Gräfin von Stubenberg leidet schon einige Zeit an Durchfall, wozu sich Erbrechen eingestellt hat, und vom D r Kogel das ganze Uibel Brechruhr benannt wird. Das Befinden der Frau Gräfin ist jedoch schon gebessert.

Frau Gräfin von Welsersheim ist noch immer in frühern Zustande.


1835/227
Ljubljana, 27. november 1835


182.

Man will neue Nachrichten hier wissen, daß zu Triest doch die Cholera Fuß fasse; man spricht von fünf Todesfällen, in Folge der Cholera dortselbst.

Herr Baron Leopold von Lichtenberg gedenkt künftigen Montag aus Schwarzenbach hieher zurück zu kommen.


1835/228
Ljubljana, 28. november 1835


183.

Der Herr General v. Sivkovich soll von der Wiener Reise, nächsten Montag hier zurück ankommen.

Frau Gräfin v. Welsersheim ist noch nicht entbunden.

Seit gestern Nachmittag ist wieder Thauwetter eingetretten.


1835/229
Ljubljana, 29. november 1835


183. 17

Durch nachläßige Reinigung des Rauchfanges von Seiten des Rauchfangkehrers, wäre gestern Samstags in der Wohnung des H. Grafen Anton Thurn bald Feuer entstanden; der Kamin hatte sich gegen 1 Uhr Mittags, nämlich der Ruß des Rauchfangs entzünden. – Doch hatte dieß keine Folgen, denn es wurde alles schnell beseitigt. Die Frau Gräfin Ant. Thurn ist wieder an Fieber erkrankt; die Comtesse Bepi – ist vor Schrecken über den blinden Feuer Allarm im Hause, unwohl geworden.

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Morgen Montags ist im Casino Tombolla-Spiel.

Theater Austheilung vom 29 ten 9ber bis 6 ten xbris 1835

Sonntag 29 ten 9ber 1835. Hinko, der Freyknecht

Montag 30 ten '' – '' / / /

Dienstag 1 ten xbris – '' Goldkönig, Vogelhändler, Pudelscheerer

Benefice des Comikers Baumann

Mittwoch den 2 ten – '' Die beyden Britten. Pas de Doux

Donnerstag '' 3 ten – '' Goldkönig, Vogelhändler, Pudelscheerer

Freytag '' 4 ten – '' / / /

Samstag '' 5 ten – '' Freyschütz – Oper.

Sonntag '' 6 ten – '' Räuber auf Maria Kulm.


1835/230
Ljubljana, 30. november 1835


185.

Referent las selbst ein Privatschreiben aus Triest, worinnen über mehrere Patienten, welche an der Brechruhr dortselbst gestorben sind, berichtet wird. Es sind jedoch blos Leute niedern Standes: Fakini, Fischer und ein Fleischgesell, welche zu Grund gegangen seyn. Als Vorbereitungen für den Fall einer Ausbreitung dieser Krankheit, ist die Stadt Triest in 9 Theile getheilt und jedem Theile ist ein Arzt, und ein Chirurg beigegeben. Lohnkutscher sind überall aufgestellt, um die Aerzte schnell den Hilfbedürftigen zuzuführen. – Es wird empfohlen, im Genuß grüner Speisen mäßig zu seyn, nach den Speisen einen schwarzen Kaffee zu nehmen, sich vor Nachtluft zu hüthen, allein täglich bei guten Wetter in freye Luft zu gehen, die Füsse warm zu halten, und den Leib mit einem Flanell verwahrt zu halten. Als Hauptsache ist empfohlen, keine Furcht zu haben.


1835/231
Ljubljana, 1. december 1835


186.

Gestern wurden im Casino nur 2 Tombolla’s gespielt, daher es gleich nach 9 Uhr geendet hat; auch wurde wenig soupirt, und man entfernte sich bald. Das Blatt wurde mit 10 x CM bezahlt .

In der ersten Tombolla machte:

Das Ambo – Ein Zigaren Röhrl;

Gräfin Weichard Auersperg und praesentirte es dem H. Sohne.

'' Terno – Einen brillanten Glasbecher mit Deckel;

H. Perthold – Postbeamter.

'' Quaterno – Zwei plattirte gewöhnliche Leichter;

Ein junger Wurzbach.

'' Cinquin – Eine Reise Tasche –;

Frau Baronin Franz Lazzarini

Tombolla – Eine plattirte Zuckervase mit 6 Kaffee-Löffeln;

Frau des Kaufmann Skribe.

Bei der 2 ten Tombolla:

Ambo … Einen Zigaren Becher von Holz geschnitten;

Gr. Vinzenz Welsersheim

Terno … Spielmarken Kastel;

Frau Schütz Beamtens Gattin.


Quaterno … Ein Damen Kästchen vom Poppdeckel mit Chineser Figuren.

Guido Lazzarini. Die Frau Schwägerinn machte dagegen einen Tausch mit ihrem Gewinn aus der ersten Tombolla.

Cinquin … Ein Uhrschnur oder Uhrkettel von silber Faden!

Frau Rechnungsräthinn Luschin.

Tombolla … Ein Damen Allmanach;

Herr Rechnungsrath Luschin.

Es ergab sich, daß mehrere Gewinnste von mehreren gewonnen waren, allein nach den Ziehungen unter den Gewinnenden, haben es immer die bezeichneten erhalten. Das Blatt, worauf Guido Lazzarini gewonnen, hatte ihn Vinzenz v. Welsersheim überlassen.

Die Gesellschaft war übrigens nicht sehr zahlreich, daher auch die Gewinnste nicht besonders waren.

Comtesse Pepi v. Thurn war gestern wieder ganz wohl im Casino.

Herr General v. Sivkovich ist gestern nicht


angekommen, man hört, die Rückkunft soll erst am 3 ten d. M. erfolgen. Derselbe soll über Presburg durch Ungarn und Agram dann Carlstadt retour reisen; über Carlstadt angeblich aus Veranlaßung der Vermählung einer Niece.

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Man hört, daß die Soirées bei S r Excell. dem H. Gouvern. alle Mittwoche gegeben werden sollen; für morgen ist jedoch noch nichts angesagt.


1835/232
Ljubljana, 1. december 1835 II

Eure Excellence

Gnade läßt mich auf geneigte Nachricht hoffen, wenn ich so frey bin, meine ergebenste Wünsche auszudrücken, daß Ihre Excellence die gnädigste Gräfinn schon genesen, und Eure Excellence mit allen hochverehrten Angehörigen der erfreulichsten Gesundheit genüssen möchten. Ich küsse Ihrer Excellence der gnädigsten Frauen Gräfin und der gnädigsten Comtesse Hand, bitte Eure Excellence um fernere Gnade, und geharre ehrfurchtsvoll:

Eure Excellence

Laibach den

1 ten xbris 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/233
Ljubljana, 2. december 1835


187.

Herr Nowack – bisher bei den hiesigen Cameral-Zahl-Amt Credits-Cassier, ist bei diesem Amte Controllor geworden.

Morgen wird der Herr General v. Sivkovich hier rückerwartet.


1835/234
Ljubljana, 3. december 1835


188.

Herr Baron Mladota ist zum unbesoldeten KreisCommissair ernannt worden. Seine Bestimmung bleibt bey den hiesigen Landes Gubernium, doch wird von Letztern das Kreisamt bestimmt werden, bei welchen derselbe den Dienst zu verrichten haben wird.


1835/235
Ljubljana, 5. december 1835


189.

Frau Gräfin von Welsersheim ist am 3 ten d. mit einem Söhnchen entbunden worden. Herr Graf von Saurau war Pathe, daher der Neugeborne Zeno getauft wurde. Der Herr Fürst Bischof verrichtete die Handlung.

Der Herr General von Sivkovich sammt Frauen Gemahlinn ist am 3 ten Abends directe von Wien über Gratz hier angelangt; als man durch die Herrngasse Abends halb 9 Uhr im Schritte fuhr – ließ man den Postillon blaß, der, ohne Zweifel nicht eingeübt, sehr schlecht blies. Der Wagen war mit 3 Pferden bespannt, das Vorderpferd ward von einem Knecht geführt, und so in die Wohnung eingefahren.

Das Officiers Corps des Regts. machte gestern, nur dem Herrn Generalen, die Aufwartung. Man er-


zählte auch schon gestern, die Frau Gemahlinn habe erklärt, sie wolle über die Vergangenheit einen Schleier ziehen, sich nun so, als wenn sie als Fremde angekommen, neu aufführen lassen etz. etz.

Der junge Graf Palavicini, der wegen der angesuchten Transportirung nach Americka schon vom Kastellberge herab, dermalen im Hause der Polizei Direction verwahrt ist, soll sehr niedergeschlagen seyn. Seine Mama soll hier auf Besuch bei demselben sich befinden.

Es werden auch noch immer von Zeit zu Zeit polnische Flüchtlinge zur Transportirung nach Americka hier durch nach Triest zur Einschiffung durchgeführt.


1835/236
Ljubljana, 6. december 1835


190.

Man erzählt, das Uibel der Brechruhr seye schon in Fiume eingewandert. Dort warte sich Frau von Gerliczi im künftigen Monat ins Kindsbett, wohin die Mama, Frau Gräfin Weichard von Auersperg, aus dieser Ursache sich zu begeben, des Vorhabens seyn solle.

Auch sagt man, der Marschall Bourmont, welcher die französische Expedition gegen Algier Commandirte, und zu Prag und Wien gewesen, gegenwärtig aber in Gratz sich befinde, werde auch hieher kommen, und einige Wochen sich hier aufhalten.

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Man hört erzählen, daß vor dem neuen Jahre bei S r Excellence dem Gouverneur keine Gesellschaften seyn werden.

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Gestern Abend um die siebente Stunde entstand ein Allarm in der Stadt, veranlaßt durch den Brand eines Hauses in der Obern Zischka bei St. Rochus; es ward jedoch bald wieder still, da vom Kastelberge nicht geschossen, dadurch Kund wurde, daß das Feuer entfernter seye. Ein bei St. Rochus einzeln stehendes Haus brante ab. Es soll auch etwas Vieh verbrannt seyn.


Theater Austheilung vom 6 ten bis 13 ten xbris 1835

Sonntag den 6 ten … Goldkönig, Vogelhändler, Pudelscheerer

Montag '' 7 ten … / / /

Dienstag '' 8 ten ... Räuber auf Maria Kulm.

Mittwoch '' 9 ten … / / /

Donnerstag '' 10 ten … Nachtwandlerin … Oper

Freytag '' 11 ten … / / /

Samstag '' 12 ten … Nachtwandlerin … Oper

Sonntag '' 13 ten … Faust.


1835/237
Ljubljana, 8. december 1835


191.

Gestern war das Casino etwas mehr, als vor 8 Tagen besucht. Das Blatt war wieder zu 10 xr ausgegeben, und den Gewinnern wurden folgende Gegenstücke zu Theil.

Beym Ersten Spiel:

Ambo … Eine Harmonika … Comtesse Helene v. Welsperg.

Terno … Eine pollirte Kartenpresse … Frau v. Siccard.

Quaterno … Ein kleiner in plattirten Rahm gefaßter runder Spiegel mit plattirten Gestell; recht niedlich auf einen Toilettentisch. Hr B r Ant. Zois.

Cinquin … Eine Tose von Pasta, mit einer Zeichnung vom Kupferstich übertragen … Kaufmann Bachner.

Tombolla … Eine saubere hohe TischLampe mit Oehl zu erleuchten … Fräulein Steinbauer, Ziehtochter der Frau KreisCommissair Brandstädter.

Bei der Zweiten Tombolla:

Ambo … Ein Tischglöckchen von Bronce.

Frau v. Siccard. Es waren drey Theilnehmer, darunter der Referent; das Loos entschied für die Frau v. Siccard.

Terno … Eine hölzerne Laquirte Zuckertose; auf dem Deckel ein niedliches Pouquet unter einem erhobenen Glase.

Kaufmann Suppantschitz.


Quaterno … Drey Kettchen vom Stahl mit einem Haken, an deren einer ein Schlüssel, an der zweiten eine Scheere, und an der dritten eine ovale Kugel zum Oeffnen war, um den Fingerhut, der dabei war, aufzubewahren.

Frau Baronin Franz von Lazzarini.

Cinquin … Einen Stecher in Perlmutter gefaßt.

Comtesse Helene v. Welsperg auf ein Blatt des B r Mladota; also Herr Bar. Mladota.

Tombolla … Ein Teller worauf ein Pokal mit Deckel von dunkel blauen Hialit mit Goldverzierung.

Die Frau des Kaufmann Suppantschitz.

Nach dieser Tombolla wurde ziemlich viel Soupirt, und sich dabei bis nach 11 Uhr hie und da verweilt.

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Man erzählt, daß denen Staatsbeamten Agentien zu besorgen, mit einer eigenen Verordnung erlaubt worden seyn solle. Auch spricht man davon, daß die Staatsbeamten vor ihrer Vereheligung sich über eigenes oder der Brautvermögen, ausweisen müssen.

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Bekanntlich hat H. Baron Mladota bei der Tombolla im vorigen Jahre, gleichfalls einen Stecher und einmal in Theater Perspecktiv gewonnen, welches sich heuer wiederhollt, daher man ihn gestern scherzweise bemerkte, er werde einen Optiker Laden errichten können.

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Nach ämtlichen beym Gubernium eingelaufenen Bericht hat ein wüthender Hund zu Neustadtl 10 Personen verletzt, und ist dann todt gefunden worden.


1835/238
Ljubljana, 8. december 1835 II

Eure Excellence!

Geruhen gnädigst meine unterthänigste Gratulation zu der neu erlangten ErbLands-Würde aufzunehmen, worinn ein Jeder Redliche die allerhöchste Würdigung S r Majestaet unsers allergnädigsten Kaisers und Herrn –, Eure Excellence hoher Verdienste um den Staat und die Menschheit erblicken, und Freudenvoll anerkennen muß. Mich hat diese Nachricht – so wie die glückliche Ankunft des Herrn Barons Joseph, unendlich erfreuet, über welch Leztere meine innigste Theilnahme Eure Excellence zu Füssen zu legen, nicht unterlassen kann, so wie ich einzig wünsche, daß der Eintritt des Frostes auf Hochderoselben Gesundheit keinen nachtheiligen Einfluß nehmen, und mir das Glück werden möge, mich über


Eure Excellence andauernde Gesundheit erfreuen zu können und anhoffen zu dürfen, Eure Excellence gnädigsten Wohlwollens theilhaft zu bleiben, worum ich unterthänigst bitte, und mit aller Ehrfurcht geharre:

Eure Excellence

Laibach den

8 ten xbris 1835

unterthänigster

Franz Hptm.


1835/239
Ljubljana, 10. december 1835


192.

Neues ist hier gar nichts. Von Fiume sind Privatnachrichten, daß erst wenige Krankheits und Todesfälle sich ergeben hätten. Benanntlich ist der dortige Platz-OberstLieut. Haberein an der Brechruhr gestorben. Das hiesige Guberniumhat noch keine officielle Mittheilung von Fiume erhalten.


1835/240
Ljubljana, 13. december 1835


194.

Man hört, daß künftigen Donnerstag den 17 ten d. M. das erste Soirée bei S r Excellence dem H. Gouverneur seyn wird.

Montags nämlich morgen ist Casino Gesellschaft, wo besonders schöne Gegenstände für die Tombolla gewählt worden seyn sollen.


Theater Austheilung vom 13 ten bis 20 ten xbris 1835

Sonntag den 13 ten Faust

Montag '' 14 ten … / /

Dienstags '' 15 ten ... Nachtwandlerinn – Oper

Mittwoch '' 16 ten … Waffenschmied – Tyroler Sänger

Donnerstag '' 17 ten … Nachtwandlerinn … Oper

Freytag '' 18 ten … / /

Samstags '' 19 ten … Nachtwandlerinn … Oper

Sonntags '' 20 ten Abellino


1835/241
Ljubljana, 14. december 1835

Eure Excellence

Soll ich mit vielen Empfehlungen von S r Excellenz dem Herrn Gouverneur berichten, daß nächsten Donnerstag den 17 ten d. M. das erste Soirée bei S r Excellence statt finden werde, wozu Hochdieselben Eure Excellenz und die hochverehrte Familie zu invittiren, mir den angenehmen Auftrag ertheilten. In Vollziehung dessen, und mit der Anhoffnung, daß Eure Excellence, so wie Ihre Excellence die hochverehrte Frauen Gräfinn und gnädigste Comtesse, welch beyden die Hände küsse, sich insgesammt recht wohl befinden, empfehle mich zu fernern Gnaden, und geharre mit aller Ehrfurcht:

Eure Excellence

Laibach den 14 ten xber 1835

unterthänigst dankbarster

Franz Hptm.


1835/242
Ljubljana, 15. december 1835


195.

Gestern war die Casino Gesellschaft sehr zahlreich, und der Zudrang zu der Tombolla so groß, daß man mit der ziemlich bedeutenden Anzahl Blätter nicht auslangen konnte, und deren anderorts borgen mußte. Man bezahlte das Blatt wieder mit 10 xr CM.

In der ersten Tombolla gewann :

Das Ambo – Einen Papier Streicher von Perlmutter;

Comtesse Antoinette von Erberg.

Terno … Ein Allmanach –,

bekam die Frau des Rechnungs-Officialen Schitz vom Gubern. Steuer Bureau.

Quaterno. Ein Nadelbüchsel in Form eines Ankers mit Kettel und Haken.

Graf Jos. von Auersperg.

Cinquin. Ein silbern Schmettenlöffel.

OberLieuten. Vandoni von Hohenlohe.

Tombolla; Ein silbern Becher ein Seitel groß.

Gubern. Secretair Kreuzberg, hatte sein Blatt der Comtesse Fanni v. Auersperg anvertraut.

In der 2 ten


Tombolla –

bekam das Ambo. Ein kleiner Wandkalender mit Rahmen von Gußeisen und Papier Futerall.

Postverwalter Arlet.

Terno. Marquen zum WhistSpiel von Perlmutter sehr niedlich.

Die Frau des Kaufman Suppanchich.

Quaterno. Eine Porzulaine Tabackspfeiffe mit Rohr und Mundstück.

Ihre Excell. die Frau Gouverneurin; gab selbe Ihren Neffen den UnterLieut. Schmidburg v. Hohenlohe.

Cinquin. Ein Glockenzug mit Wolle gestückt und Handhaben.

Die Frau Zoll Amts Controllors Rübler.

Tombolla. Eine kleine Uhr in einem schwarz pollirten Pyramiden artigen Kastel.

Der Zoll Amts Controllor Rübler.

Das Spiel endete um ¼ auf 10 Uhr, der Saal leerte sich


von den Fußgängern, die Wagen wurden bestellt und so die Gesellschaft geendet. Soupirt wurde hie und da.

S e Excellence der Herr Graf von Haugwitz, welchem bei lezter Anwesenheit die hiesige Schützengesellschat ein Bestschüssen gab, schickte derselben einen silbern Pokal 2 schwer, mit sehr schön gravirten Schützen Emblemm auf demselben.

Heute ist Feldkriegs Commissair Senger wieder nach Gratz zurück gereist, nachdem sein Nachfolger alle Geschäfte übernommen hat.


1835/243
Ljubljana, 19. december 1835


196.

Neues hat sich gar nichts gestern noch heute ergeben. Die gedruckten 3 Beylagen zeigen, was an öffentlichen Orten producirt worden ist.



1835/244
Ljubljana, 20. december 1835


197.

Gestern war das Theater wieder sehr zahlreich besucht. Delle Hanal und Me Stolte erhielten viel Beyfall, wurden am Ende beyde geruffen. Delle Hanal brachte ihren Dank bei dieser lezten Vorruffung an das Publicum an. Heute wiederhollt man das Stück.

Morgen erwartet man die Familie H. Grafen Barbos.

Als man gestern um halb 7 Uhr ins Theater gieng, war der Boden noch schwarz und staubig. Als man aus dem Theater retournirte, war der Schnee schon ziemlich hoch gefallen; es scheint die ganze Nacht geschneyet zu haben, da heute Morgens der Schnee schon bedeutend liegt, und seit morgens fällt der Schnee, zwar nicht übermäßig, doch fortan herab.


1835/245
Ljubljana, 21. december 1835


198.

Dadurch, daß der Schnee gestern den ganzen Tag, ja bis diese Nacht nach Mitternacht – fiel, ist sehr viel Schnee in der Stadt.

Das Theater war gestern bei der vierten Vorstellung der Nachtwandlerinn, wieder übervoll, und das Stück wurde mit vielen Beifalle aufgenommen.

Die Frau Baroninn Ant. Schweiger wird heute mit Familie hier erwartet.


1835/246
Ljubljana, 22. december 1835


199.

Das Casino war gestern nicht zahlreich besucht; man hat, um nicht mehr nöthig zu haben, für die Tombolla Blätter zu lehnen, eine Quantitaet derselben ganz neu verfertigt, indessen gestern nur ein mäßiger Absatz gewesen.

Frau Gräfin von Welsperg mit ihren beyden Comtessen, Frau Gräfin Anton Thurn, und Frau Baronin Franz Lazzarini mit 2 Schwestern, dann Frau Gräfin Weichard von Auersperg mit 2 Comtessen, waren von höhern Stande anwesend, endlich Frau v. Klosenau mit Fräulein Jeanette; die übrigen waren Frauen und Mädchen vom Bürgerstande, und in geringer Zahl. Männer waren mehr als Frauen anwesend. Das Blatt wurde zu 10 xr CM, ohne aller Beschränkung der abzunehmenden Zahl, verabfolgt, und bei der ersten Tombolla gewann:

Ambo; Einen kleinen Backenbarth Kampel in Perlmutter.

Der OberLieutenant Vandoni.

Terno; Ein Schwerstein.

Herr Gub. Rath Sicard. Die Frau Gemahlin war gestern nicht in der Gesellschaft.

Quaterno; Ein Kettel für Uhr oder einen Stecher, von Silberdrath und vergoldet.

Baronesse Fani v. Schmidburg für Bar. Franz Lazzarini, der es derselben verehrte.

Cinquin; eine silberne Zuckerzange.

Herr Gub. Rath Sicard.


Tombolla. In einem roth Safian Futerall ein Eßbesteck. Messer, Gabel, Speiß und Kaffeelöffel von gepreßten Silber.

Comtesse Pepi Thurn.

Bei der 2 ten Tombolla gab es folgende Gegenstände:

Ambo. Ein Stöckel vom Stahl, um damit zu siegeln, mit einem beinernen Griff.

ObLt. Vandoni auf ein Blatt H. Grafen Pepi Auersperg, welcher im Theater gewesen, gehöriges Blatt.

Terno. Ein Necäsär von Zehl-Ohr-Stecher etz.

Herr Baron Mladota.

Quaterno. Eine schöne Porzulaine Kaffeetasse mit Vergoldung.

Comtesse Helene von Welsperg – für Baron Mladota.

Cinquin, hatte zwei Gewinnste, davon der erste Treffer die Wahl hatte. Es war ein Damenschreibzeug von brillant geschliffenen Glase mit blättirter Verzierung, auf einer schwarz pollirten Taze. Zum zweyten ein elegantes Stambuch mit einzelnen Blättern in Goldschnitt.

Frau Gräfin Ant. Thurn hatte das erste Cinquin auf ein Blatt H. Präsidentens Raicich, welcher


das Schreibzeug nahm. – Das 2 te erhielt die Frau des Spediteurs Fabriotti.

Tombolla, hatte gleichfalls 2 Treffer.

Eine schöne argantische Lampe mit Oehl zu füllen, erhielt H. Baron Mladota auf ein, durch Comtesse Mathilde von Welsperg besorgtes Blatt. Der H. Baron regalirte die Comtesse damit.

Der 2 te Treffer war ein Theater Perspektiv in einem Etui; dieses gewann ein junger Wurzbach.

Herr Baron Mladota hat gestern eine große Anzahl Blätter abgenommen. –

Nach diesen Spiele produzirten sich Tyroler Sänger; ein Mann und ein Frauenzimmer mit einer Quitarre, welche der Mann spielte. Es machte jedoch wenig Effeckt, da das Zimmer durch die Anwesenheit so viele Personen, die Stimme sehr dämpfte, daher der Sänger sich damit excusirend, in das anstossende, minder besezte Zimmer sich begab, und ein Posthorn mittelst Jodeln recht gut producirte; nachher samelte die weibliche


Sängerin unter den Anwesenden. Für den Schauspieler Julius, der durch die Casino Gesellschaft an der Einnahme im Theater verlor, war auch ein Opfertisch errichtet, der aber nicht sehr viele, folglich keine goldene Früchte einbrachte.

Frau Gräfin Barbo ist gestern mit Familie glücklich angekommen; der Herr Graf war einige Tage früher eingelangt, und war gestern im Casino.

Die Frau des Professor Frank ist gestorben.


1835/247
Ljubljana, 23. december 1835


200.

Herr Graf v. Hohenwarth ist Montag Abends hier angekommen.

Eben so ist Frau Baron Ant. Schweiger mit Familie hier eingelangt.

Heute ist am Morgen sehr gefroren – eine Kälte von 11 Grad.


1835/248
Ljubljana, 26. december 1835


201.

Frau Baronin Ant. v. Schweiger ist noch nicht hier angekommen.

Herr Gubern. Rath Baron v. Flödnig, welchem die Adelsberger Luft unendlich gut anzuschlagen scheint, da demselben Jederman für dort dicker geworden zu seyn hält, gedenkt nächsten Montag wieder nach Adelsberg zurück zu reisen.

Morgen Sonntags wird bei S r Excellence dem H. Gouverneur und bei S r fürstlichen Gnaden H. Bischof – Neujahrs Visitte, und Donnerstags den 31 ten d. das Neujahrs Soiré bei H. Gouverneur seyn.


1835/249
Ljubljana, 27. december 1835


202

Man hört, daß die Vermählung des jüngern v. Pavesch Concepts Practicanten beym Adelsberger Kreisamt, mit der Tochter des dort pensionirten Bezirks Commissairs Smoll richtig statt finden soll, wozu die allseitigen Vorbereitungen geschehen.

Die Frau des bekannten Arztes Gregoritsch ist in Folge eingetrettenen Blutsturzes vor und nach der Geburt von Zwillingen, von denen eines bereits gestorben, auch gestorben.

Die Frau des sich nennenden ständischen Landschafts und Historien Mahlers Langus ist an Nervenfieber sehr gefährlich krank, und man besorgt auch ihr Ableben; auch noch eine junge, immer mit den blühendsten Aussehen begabte Person.


1835/250
Ljubljana, 28. december 1835


203

Gestern war sowohl Mittags beym H. Fürst Bischof – als Nachmittags bei S r Excellence dem H. Gouverneur, aus Anlaß des Neujahrs – großer Besuch.

Wie Referent aus den Munde H. Gubern. Raths und KreisHauptmanns B r Flödnig selbst vernommen, gedenkt derselbe am Neujahrstage selbst, nach Adelsberg rückzukehren.

Donnerstags ist aus Anlaß des Neuen Jahrs bei S r Exc.dem H. Gouverneur – Galla Soirée.

Die noch nicht erfolgte Ankunft der Frau Baron Ant. v. Schweiger, soll wegen Erkrankung der Guvernannte – veranlaßt seyn.


Theater Austheilung vom 27 xbris 1835 bis 3 Jänner 1836

Sonntag den 27 ten … Die Räuber; von Schüller

Montag '' 28 ten … / /

Dienstag '' 29 ten ... / /

Mittwoch '' 30 ten Zampa; Benefice des H. Stolte. H. Wirsing hat die Rolle des Zampa.

Donnerstag '' 31 ten xber … Nachtwandlerinn; Oper

Freytag '' 1 ten Jänner 1836 … Die Einfalt vom Lande; Prolog!

Samstag '' 2 ten … Nachtwandlerin; Oper.

Sonntag '' 3 ten … Kerker und Krone.


1835/251
Ljubljana, 29. december 1835


204.

Die Frau Baronin Anton von Schweiger ist gestern Abend glücklich hier angekommen.

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Gestern war das Casino ziemlich stark besucht, es waren mehrere schon lange in dieser Gesellschaft nicht gesehene Mitglieder und Mitgliederinnen anwesend. Die Blätter wurden das Stück á 10 xr ohne Beschränkung abgegeben.

In der ersten Tombolla gewann:

Ambo … Eine Haarbürste mit platirten Rücken und Stiel …

Frau des D r Zhuber

Terno … Ein Handleichter auf einer Muschel ruhend, oben mit einer ovalen Muschel umgeben mit Stahl Hilfe zum Licht.

Fräulein Königsbrunn für H. v. Kreuzberg.

Quaterno … Ein Schmuckhalter.

Herr v. Sicard und Frau Gräfin v. Barbo, Leztere auf ein Blatt des H. Baron Franz Lazzarini. Wurde durch Loosung entschieden. H. v. Sicard zog, und für H. Baron Franz Lazzarini loßte Frau Gräfin v. Barbo, und diese


zog die höhere Numer für Bar. Franz Lazzarini, daher derselbe den Gewinn erhielt, und diesen der Frau Gräfin verehrte.

Cinquin … Eine Nachtlampe in einer Lattern artigen Einfassung von geschliffenen und gemahlten Beinglaß; darauf oben als Deckel ein Nadelpolster, welcher herab zu nehmen ist.

Mademoiselle Lotti Lepuschitz.

Tombolla … Ein Challü Kleid von zarter Farbe mit Blumen.

Herr Graf Ant. Thurn.

Im 2 ten Tombolla Spiel gewann:

Ambo. Ein Halstuch für Damen von schwarzen Tüll und eingewirkten Blumen.

Machten auf einmal sieben Ambos. Nach der Loosung erhielt es Ascultant Piller.

Terno. Sechs paar weiß Lederne Handschuhe für Damen.

Ascultant Pepi Vessel.


Qua Terno. Ein Nähepolster in Form einer Krone mit rothen Sammet überzogen, oben eine Kreuz von Bronze, das Untergestell von Perlmutter mit kleinen Schüber.

Frau Bouffleur – Stieftochter des Hptm. Franz.

Cinquin … Eine sehr elegante Zündmaschine – rund und von neuerer Façon.

Frau v. Kreuzberg auf ein Blatt ihres Gatten.

Tombolla, waren 2 bestimmt, und wurden zur Wahl für den ersten Gewinner gelassen.

1. Ein modernes Umhängtuch von Kaschimir.

Lieut. Baron Rudolph v. Schmidburg für die nicht anwesende Frauen Tante.

2. Eine Chatulle für Damen ohne innere Einrichtung, allein von außen mit gepreßten mettal Verzierungen versehen.

Der Gubernial Concipist Hudetz.


Diese 2 te Tombolla endete gegen halb 10 Uhr, und nach derselben entfernte man sich größtentheils.

Künftigen Montag den 4 ten Jaenner 1836 wird die Lezte Tombolla seyn; es werden zum Beschluß mehrere werthvolle Gewinnste von Silber – ausgesezt werden.

Bei der gestrigen ersten Tombolla war noch ein 2 tes Cinquin als Gewinn, näml. 2 seidene Männer Gilletsausgesezt, welche als 2 ten Gewinnerinn, der Frau des D r Zhuber zu Theil wurden. Die Frau Zhuber und Lotti Lepuschitz waren an einem und denselben Tisch – allwo demnach 3 Gewinnste gemacht wurden. D r Legat war auch an diesen Tisch, gab beym ersten Spiel Tombolla an, hatte sich jedoch geirrt, welches Anlaß zum großen Gelächter gab, und da sehr viele die Gläser abgeworfen hatten, mußten alle gezogenen Numern wiederhollt geruffen werden.


1835/252
Ljubljana, 30. december 1835


205

Es ist zwar unverbürgte Gratzer Nachrichten, daß S e Durchlaucht der Herr FeldZeugmeister Prinz zu Hessen Homburg als Commandirender in Niederösterr. nach Wien, Feldmarschall Lieutenant Freyherr v. Bertoletti aber als Commandirender in Innerösterr. nach Gratz kommen solle.

Opombe

1. V originalu je napačna letnica 1834.

2. V originalu je napačna letnica 1834.

3. Na tem mestu se pismo konča.

4. V tem pismu so datumi problematični datumi. 27. februar 1835 namreč ni bil torek, poleg tega pismo napoveduje ples za nazaj (9. 2.) in ob cesarjevem godu – pravilno bi moralo biti rojstnem dnevu.

5. Ta priloga nima datuma oziroma je s svinčnikom pripisano 3.3. Prvotno je bila sicer res priložena pismu iz 3. marca, vendar je očitno mlajša, zato je naknadno uvrščena k pismu iz 6. marca, v katerem so omenjeni prepisi Ferdinandovega pisma ob njegovem prevzemu prestola. Priloga je bila objavljena tudi v Wiener Zeitung 9. 3. 1835.

6. To pismo je bilo vloženo v leto 1836, ampak verjetno je prav 1835, kot je napisano na pismu, ker v tem letu sicer manjka pismo, v katerem Franz želi Erbergu srečno pot na Dunaj, v vseh ostalih letih pa takšno pismo je.

7. Pravilno: Freitag.

8. Pravilno: 87.

9. To pismo je datirano s 1835, vendar je bilo vloženo pod 1836; iz vsebine se ne da razbrati, v katero leto dejansko sodi, zato je uvrščeno glede na letnico.

10. Pravilno: 103.

11. Številka 105 se ponovi, nato se nadaljnje številčenje ravna po njej.

12. Številka 108 se ponovi, nato se nadaljnje številčenje ravna po njej.

13. Nečitljiva beseda

14. Pravilno: 164.

15. V originalu je napačna letnica 1815.

16. Pravilna številka bi morala biti 176.

17. Pravilno: 184.