Mit wahrer freudenvoller Theilnahme vernimmt man, daß der Herzog von Reichstadt noch am Leben, und sein Krankheitszustand gebessert scheint; er wird nun Homeopatisch behandelt. Seine kais. Mutter reiset zu seinem Besuche nach Wien; hat gestern zu Adelsberg übernachtet, wird heute Mittwochs hier zu Laibach das Nachtlager halten, morgen von hier bis Windisch Feistritz, und am 22 ten bis Gratz u. so weiter bis Wien reisen. Ihre Majestät die Frauen Herzoginn reisen Ingognito [!], und wünschen keinen Empfang. Das Gefolge füllet 7 Wagen; einen zu 6 Pferden, einen zu 4 Pferden, und 5 mit 2 Pferden bespannt. Zwei Aerzte sind in dieser Begleitung.
Ihre Majestäten der Kaiser und Kaiserinn sind Montags den 18 ten d. in erwünschten Wohlseyn von Triest abgereiset, und nehmen die bekannte Route über Tyrol. Man erzählt, allerhöchstdieselben hätten über 800 Personen zu Triest Audienzen ertheilt, und ungeachtet aufgehabten Zahnschmerz, welcher das Ausreis[s]en nöthig gemacht, die Audienzen nicht unterbrochen – sondern allen den Schmerz, und des Zahnreißen ungeachtet, die Audienzen-Ertheilung fortgesetzt – so, daß nach dem Zahnreißen das Bluten sich nicht stillen wollte, und S r Majestät das Blut aus dem Munde rann, dennoch aber die Gesuchssteller fort vorgenommen wurden. Es ist dieses ein neuer Beweis der unübertrefflichen Starkmuth unsers allergnädigsten Kaisers, und Seiner Rastlosigkeit für das Wohl seiner treuen Völker! –
In Folge der angeordneten Truppenmärsche, sind auch die zwey Banal Gränz Regtr. in Marsch gesetzt worden, und
für die bereits in Italien stehenden Grenz Truppen sind mehrere Ergänzungen im Marsch begriffen.
Das Gradiscaner Gränz Regmt. glaubt nächstens nach Görz abzurücken, wofür wohl ein anderes Grenz Regmt. nach Krain dislocirt werden dürfte. Dagegen dürfte das Husaren Regmt. E. H. Joseph nicht nach Krain verlegt werden. Das Lager bei Chiavari oder Monte Leone in Italien, ist bereits bezogen worden. –
Agenten Nachrichten bringen folgendes Avancement:
Die General Majors: Graf Leiningen
''Salis
'' Rothkirch
Bar. Scheibler
Freyh. Hammerstein
'' Schneider
Ritter v. Trautmann
von Ertmann – S. 8
sind zu Feldmarschall Lieutenants im Activen Dienst ernannt,
und die Gen. Majors v. Mesmacre
v. Kurz
v. Papp –; sind mit FeldMarschall Lieut s -Character ad honores mit 2000 fr Pensionirt.
Dann zu General Majors im Activen Dienst :
die Obersten Graf Sikingen von Kaiser Jäger
'' Piret Bihain '' Wimpfen Inf.
'' v. August von Esterhasy Inf.
'' Accurti der Kriegsmarine
'' v. Nemeth von König von Sardinien Husaren
'' D'Aspre von Esterhasy Inf.
'' Dahlen von Geppert Inf.
'' v. Ottilienfeld von Auersperg Curassier
'' Taborovich von Radessevich Inf., dann
Oberst Koch von Heinrich Hardegg Cürassier. – S. 10 ernannt.
Dagegen sind die Obersten v. Wuesthof von Orelly Chev. legers
'' v. Chaudolot von Nassau Inf.
'' Graf Stürgkh von Schneller Chevlegers
und Dobler von Lichtenstein Inf. – mit
Generalmajors Characteur ad honores und 1200 fr Pensionirt worden .
Der bisherige Local Director der Wiener Neustaedter Milit. Academie, nun ernannte FeldmarschallLt. v. Trautmann wurde dieses Dienstpostens enthoben, und statt selben der bisherige Gratzer Platz Oberst v. Rheinisch, mit Beförderung zum Generaln, zum Local Director bey der Academie ernannt.
Feldmarschall Lieutenant von Soeldenhofen ist in Folge der Agenten Nachrichten – zum Festungs Comdten. in Temeswar bestimmt.
Privat Nachrichten aus Bologna bestättigen, daß der Schweitzerische Oberst Graf Salis – Bruder des H. FeldmarschallLieuts und Kammerhern bei S r Majest. dem jüngern König von Ungarn –, sich zu Ferara befinde, allwo derselbe die für den päbstlichen Dienst bestimmten Schweitzer Truppen montiren und armiren, und organisiren wird. Der Oberste Vocher von Hohenlohe soll angewiesen seyn, dem Schweitzer. Obersten in Allem und Jedem an die Hand zu gehen.
Bitte – dieses Blatt nur zu behalten; es bedarf der Rücksendung nicht.
Wollen meinen innigsten Wunsch hochgeneigt genehmigen, dem gemäß Hochdieselben von den aufgehabten Kartar schon völlig befreyt seyn möchten. – Zugleich habe ich die Ehre zu berichten, daß laut Wiener Nachrichten, der Herr FeldmarschallLieut. Graf v. Mensdorf – welcher eine Prinzessin Coburg zur Gemahlin hat, und bisher vice Gouverneur in Mainz gewesen, zum Commandirenden in Siebenbürgen, und der Herr FeldMarschallLieut. Prinz Hohenlohe Langenburg – Innhaber des hierländigen Regiments, zum vice Gouverneur in Mainz – der bisheri-
ge Commandirende in Siebenbürgen, Graf Leopold von Rothkirch zum UnterLieutenant bei der Arcieren Leibgarde ernannt, dagegen der Herr General Franz Graf Kinsky, bisher UnterLt. bei der Arcier-LeibGarde, pensionirt worden ist. Man hört auch, daß mehrere der Commandirenden Herrn Generals aus den Provinzen nach Wien beruffen seyn sollen. –
Ferner überreiche einen Lotterie-Plan, welcher allerdings bedeutende Gewinnste enthält; und eine Beschreibung eines lebenden männlichen Skeletts, welches sich gegenwärtig in Italien um Geld sehen
läßt, und endlich eine – aus einer Zeitung extrahirte sonderbare Geschichte vom König Ludwig Philipp, gegenwärtigen König der Franzosen, mit der ergebenen Bitte, die zwei leztern Stücke seiner Zeit wieder mir rückzusenden, die Güte haben zu wollen. Mit aller Verehrung geharre:
Privatbriefe bringen die traurige Nachricht aus Wien, daß S. Erlaucht Graf von Wurmbrand – Obersthofmeister Ihrer Majest. der Kaiserinn – zwei mal vom Schlage getroffen, – bei Ankunft der Briefe in Laibach, wohl schon gestorben seyn dürfte.
Auch verbreitete sich gestern hier in Laibach das Gerücht, daß Fürst Tayllerand zu London mit Tode abgegangen seyn solle; welches Privatbriefe gebracht haben sollen.
S. Excellenz der H. Gouverneur sind gestern in Begleitung des Fräuleins Lisette – wie man hört, auf 10 Tage nach Fellach ins Baad gereiset.
Eben gestern ist auch Frau Baroninn v. Codelli – mit Fräuleins Victoire und Therese, ins nach Tyffern gereiset.
Gestern hat Frau Gubernial Räthin v. Ziegler mittelst Licitation alle ihre Meubles und andere
Effecten veräußert, und wird in wenig Tagen von hier nach Wien zu Ihrem Gemahl reisen. –
Schon seit mehreren Tagen hat man hier in Laibach die Sage verbreitet, daß der hier in vielen Orten beliebte –, schöne –, sch[l]anke katholische Regiments Pater vom Gradiscaner Gränz Regt. –, zu Villach gestorben wäre; – ohne Zweifel hat sich ein böser Vogel es zum Spaß gemacht, dieses Gerücht zu verbreiten, um mehrere schöne Herzen, in Angst und Leid zu versetzen! – Nun haben aber verläßliche Briefe zur Uiberzeugung gebracht, daß der geistliche Herr zwar krank gewesen, allein es keinen Anschein, noch er selbst Lust gehabt habe, zu sterben.
Die bekannte Landräthinn Kuntschitz ist Donnerstags den 13 dieses gestorben, und am 15 ten beerdigt worden; sie hinterließ 5 Kinder.
Der bekannte Graf Marguerre ist heute Mor-
gens an der Auszehrung gestorben; hinterläßt vier Kinder.
Die Patienten, nämlich:
Herr General v. Schivkovich befindet sich seit 2 Tagen auf dem Wege der Besserung.
Herr Baron Elsner ganz ungebessert!
S. fürstlichen Gnaden der H. Bischof ist Samstags den 15 ten d. zur Kirchenbereisung nach Innerkrain abgefahren. – H. Graf v. Hohenwarth, welcher den Fürsten am 21–22–23 ten d. zu Raunach zu bewirthen gedenkt, ist gestern nach dieser Besitzung von hier abgereiset; – versteht sich mit der Frau Gräfinn.
Meinem Bericht von gestern muß ich heute einen abermal traurigen folgen lassen:
Herr Graf Weichard von Auersperg ist gestern Mittwochs den 19 ten d. – zu Sonegg Abends gestorben. Dr Kogel wurde Nachmittags eilig dahin gehollt, fand aber den Patienten schon ganz steif und unvermögend, sich verständlich auszusprechen. Ein Nervenschlag endete sein Leben. –
Vermög Agenten Nachrichten aus Wien wurde Ihre Majestaet die Königinn von Bayern Mut-
ter Ihrer kais. Hoheit der EH Sophie wegen bevorstehender Entbündung der Leztern –, in Kürze in dem Lustschlosse zu Schönbrunn erwartet.
Herr General läßt seinen Respect melden, ich aber zeichne mich mit aller Verehrung.
Gestern ist Alphonso Battalia – für welchem schon lange auf dem hiesigen Kastellberge Unterkunft bereitet wurde, als Staatsgefangener anher gebracht, und gleich an den Verwahrungs Ort abgegeben worden. Er war von einem Polizei Beamten, und von zwei Gens d'armes begleitet, soll ein sehr junger Mensch und einer guten Familie angehörig seyn. Man brachte ihn von Mailand.
Der H. Baron Franz von Lazzarini (v. Flödnigg) ist gestern mit Eilwagen nach Wien verreiset.
Noch muß berichtet werden, daß, da der verstorbene Graf Weichard von Auersperg an Erbrechen und zugleich an Abweichen, so wie an Starrsucht gelitten, nach dem Ableben aber der Leichman ganz schwarz
geworden, man diese Symtome für Cholera zu halten glaubt, obgleich die allgemeine Lähmung aller Lebenswerkzeuge, die Versetzung der Gicht auf das Gehirn, somit eine Hirnentzündung, verbunden mit einer Rückenmarkentzung, alle diese Symtome gleichfalls hervorbringen könnte. –
Man hört, daß ein Testament vorhanden, der älteste H. Sohn zum Fidei Commisse und zum Universal Erben beruffen; jeder der Comtessen 12000 fr CMbestimmt, und ohne Zweifel, so lange selbe nicht versorgt sind, jeder derselben jährlich 500 fr CM bestimmt seyn sollen. Abbé Closson soll lebenslänglich 300 fr, der Kammerdiener 200 fr jährlich erhalten. –
Uiber das, angeblich
durch Privatbriefe nach Laibach gekommene Gerücht, wegen Ableben des bekannten französischen Staatsmannes Fürsten Taillerand –, manglet noch die Bestättigung.
Solle ich von dem Herrn Generaln v. Sivkovich ergebensten Dank sagen für die gütige Theilnahme an seinem Besserbefinden, und zugleich Eure Excellenz bitten, seine Verehrung genehmigen zu wollen. Er läßt der verehrten Familie die Hand küssen, welches auch ich thue, und wird ermanglen, vor seiner im nächsten Monat beabsichtigten Baadereise – nach Töpplitz nächst Warasdin –, Eure Excellenz seine Verehrung persönlich zu bezeugen.
Zugleich muß ich Eure Excellenz abermal unangenehme Nachrichten erstatten:
Der 1 te Kreis Commissair Herr von Frankenfeld ist endlich seinem Gichtleiden, unterlegen. Er starb heute Mor-
gens gegen 8 Uhr. –
Auch gibt die heutige Zeitung, nämlich der Österr. Beobachter Nachricht über eine zu Neapel entdeckte Verschwörung gegen das Leben des jungen Königs –, wozu 2 neapolitanische Offes. (vermuthlich aus der Carbonari-Secte) bestimmt waren; 2 Tage vor dem Ausbruch soll es ein Staabs Offe. entdeckt haben. Diese 2 Mörder sollen sich dahin verstanden und 2 Pistolen stets bei Handen gehabt haben, damit im Fall ihrer möglichen Arretirung einer dem andern erschiesse. Wirklich ist dieses ausgeführt, allein nur das bessere Ziel des einen hat richtig, und vollkommen getroffen, der andere wurde jedoch nur schwer verwundet. Was wird man noch all für Böses erleben! –
Die Familie des H. Präsenten v. Buzzi gehet
morgen nach Schrottenthurn bei Krainburg aufs Land.
Mit aller Verehrung zeichne mich:
Die im Monate December vorigen Jahrs durch Laibach nach Griechenland passirten k. bayerschen Chevaux legers –, werden als dort nicht anwendbar, wieder nach Bayern rückmarschiren, worüber officielle Mittheilungen bereits eingelangt sind.
Der junge Recher – dermalen Practicant bei der hiesigen Polizei Direction hat das auf der Pollana Vorstadt gelegene Graf Marguerresche Haus sammt Garten um 12500 fr CM erkauft.
Man erzählte heute, daß H. Vougou, bisher Graf Coroninischer Wirtschafts Inspector, zu Görz gestorben seye.
Frau Gräfin v. Saurau ist Dienstags den 9 ten d. M. hier angekommen.
Der Herr General v. Sivkovich ist heute früh ins Baad nach Töpplitz nächst Warasdin in Kroatien
abgereiset –, und läßt seinen Respect melden.
Graf v. Welsersheimb wird dieser Tage seiner Frau Gemahlinn, der Gräfinn bis Mahrburg entgegen reisen, und dort einige Zeit – zur Erholung – verweilen.
Agenten Nachrichten aus Wien vom 6 ten d. M. bringen folgende Milit. Veränderungen:
Latterman Feldzeugmeister erhielt die Feldmarschals Würde.
Waquant FeldmarschallLieut. wurde Präsident des Milit. Appellations Gerichts.
Foith General Major und Milit. Commandant zu Semlin erhielt den FeldmarschallLieuts Characteur.
Souvent OberstLieut. von Geramb. Husaren wurde zum überzähligen Obersten und zum Rgts. Commandanten dieses Regmts. ernannt.
Rueber OberstLieut. von Hessen Homburg Infant.
wurde Oberster und Regmts. Commandant bei Hohenegg Infant. Regmt.
Wieder ein Vetter aus Mexico! Doch dießmal ein Vetter aus Nordamerika! Am 10 ten d. M. kam von Triest eine Familie mit der Post in einen (!) sehr gemächlichen Partart hier an. Diese Familie bestand aus dem etwa 30 jährigen Herrn, einer Frau, einem kleinen Kinde, weshalb förmliche Wiege in den Wagen angebracht war, einer Kindsmagd, einen Bedienten, einen sogenannten Kourier oder Dollmetsch. Im Gasthof bei Malitsch zur Stadt Wien abgestiegen, erkundigte sich der angekommene Herr nach einer Familie Luzenberger, nach einer Familie eines Fouriers und der Familie eines Feldarztes von den (!) ehemaligen Regte. Thurn, welche leztere beyde auch mit Namen genannt wurden.
Nach mühsamen Fragen konnte der Gastwirth einzig erheben, daß ein Pensionirter OberLieutenant Luzenberger zu Heidenschaft wohne, daher der Fremde unverweilt die Post nahm, und noch denselben Tag, den
10 ten , mit der Post dahin fuhr, dort den pensionirten OberLieut. Luzenberger in kränklichen Umständen antraf, und über dieses große Freude empfand, seinem Onkel lebend zu treffen, denn es ergab sich, daß der Fremde ein Sohn, des ehemals bei dem Regt. Thurn gewesenen Rechnungsführers Luzenberger ist, und dieser Letztere ein Bruder von den pens., bei 60jährigen OberLieut. Luzenberger seye. Der Neffe mochte ohne Zweifel, Namens seines Vaters, seinen gefundenen Onkel gut beschenkt haben, doch konnte der OberLieut. Luzenberger seinen Neffen, wegen Kränklichkeit nicht nach Laibach begleiten, wohin der junge amerikanische Luzenberger, gestern den 12 ten d. M. wieder rückgekehrt –, hier ankam, die Laibacher Zeitung vom Monat Januar bis Ende Juny 1833 für das erste Halbe Jahr –, und selbst einige krainersche Bücher, für seinen Vater ankaufte, und heute
mit seinem Gefolge von hier über Gratz nach Wien abgereist ist, um dann von Wien über London wieder nach Americka und zwar nach Philadelphia abzureisen, allwo der Reisende bis Monat Jenner 1834 einzutreffen wünscht. Das beihabende ganz kleine Kind muß auf dem Meere während der Reise geboren worden seyn; und es ist von der amerikanischen Frau ein heroischer Entschluß, sich der gefahrvollen Entbindung auf einem Schiffe, von aller Hilfe entblößt, ausgesezt zu haben! –
Das beyhabende Kindesweib ist eine Französin, welche die Familie erst in Frankreich aufgenommen, daher selbe auch Frankreich bereiset hat. – Die Familie kommt izt von Neapel und Rom etz. Triest nach Laibach, so hat sie auch Italien besucht, und der Bediente, so wie der Kourier – sind beyde Italiener; Lezterer spricht mehrere Sprachen. Es läßt sich beurtheilen, in welch bedeutenden Vermögensumständen der gegenwärtig 70 jährige americkanische Bürger Luzenberger –, ehemali-
ger Rechnungsführer des Laibacher Graf Thurnischen Regmts. – sich befinden müsse, wenn er seinem Sohn eine so kostspielige Reise mit Familie und Dienerschaft, auf eine so weite Ferne, und in den ersten europäischen Staaten, machen läßt! –
Die reisende Familie lebt sehr pompös! Mittags z. B. werden 10 Speisen, die alle auf einmal aufgetragen und vorgesezt werden müssen, – damit man sich nach Belieben von dieser oder jener Schüssel serviren kann, und alle übrigen Genüsse werden vom Besten, so zu haben ist, genommen, indem man alles bestens und sehr gut bezahlet!
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Frau Baronin v. Codelli ist mit den Fräuleins Victoire und Therese gestern Abends aus dem Baade hier angekommen.
Der hier Landes Commandirende General Feldzeugmeister Prinz Hessen Homburg hat seinen für 2 Monate nach Deutschland bewilligten Urlaub angetretten, und der Herr FeldmarschallLieut. Graf Leiningen führt indessen die Geschäfte des General Commando, weil Herr FeldmarschLieut. von Rougieri auch mit Urlaub abwesend ist.
Man hört, daß der lezt beschriebene Neffe aus Americka seinen Onkel den pens. – OberLieut. Luzenberger mit 2000 fr beschenkt haben soll, und demselben über dieß die Zusage gegeben, daß der Vater respt. Bruder wegen einer künftigen jährlichen Unterstützung sich noch aussprechen werde.
Gestern am 14 July wurde der 16 jährige noch
studirende Sohn des Gubern. Rathes Vessel begraben. Er soll an der Skrophelsucht gestorben seyn.
Auch der Cameral Cassa Official Ultscher wurde gestern nach einem kurzen Krankenlager begraben, welcher an – auf das Gehirn sich gesezten Scharlach gestorben ist.
Heute Montags früh führte ein Knecht des hiesigen Stadt Lohnkutschers, genannt Aspin – ein an eine Kolesche gespanntes Pferd in die Laibach, um Pferd und Wagen im Wasser abzuschwemmen, welch beyde von einer FahrtTour zurück gebracht waren. Die Laibach ist von den starken Regen ziemlich hoch und reissend, daher der Knecht, Pferd und Wagen bald in Gefahr kamen. Der Wagen stürzte sich um, dadurch der Knecht ins Wasser fiel, und das
angespante Pferd gleichfalls nach der Tiefe gerissen wurde. Glücklicher weise konnte man dem Knechte Stangen vom Ufer reichen, und sonach ihme an’s Ufer ziehen, das Pferd sammt Wagen schwamm fort, und ersteres ertrank.
Für den kleinen Armand Steinach ist der Erziehungs Beytrag mit jährlichen 50 fr CM bewilligt, und seit dem Ableben des Vaters nachträglich angewiesen worden.
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Das Gradiscaner Gränz Regmt. wird im Monate September, die Exercier Uibungen nicht wie es geheißen, bei Pettau, sondern bei Klagenfurth halten.
Meinen unterthänigsten Dank für die gütigst überschickte Melone erstattend, lege hier ein Laibacher Tagsblatt bey, und geharre mit aller Verehrung:
S e Excellenz der H. Gouverneur sind lezten Mittwoch am 17 ten d. aus Vellacher Baade anher gekommen, haben gestern der Gubern. Sitzung beigewohnt, und werden morgen den 20 ten d. mit Fräulein Antoinette nach Vellach wieder rückreisen.
Die Herrn Gubern. Sekretäre Bar. Spieglfeld und v. Kreutzberg sind von ihrer nach Wien unternommenen Reise dieser Tagen wieder zurück gekommen.
Gestern hat sich ein italienischer Arbeiter der Zuckerraffineri über Vertruß mit seinen Eltern, erhenkt; er wurde zwar möglichst bald abgeschnitten, auch mögliche Hilfe angewandt, allein, er konnte nicht mehr zum Leben ge-
bracht werden.
Nachrichten, welche Referent über das Befinden der Gräfinn v. Blagai zu Weisenstein erhalten, versichern, daß sich Selbe – obgleich noch sehr schwach, dennoch hoffnungsvoll sich besser in der Gesundheit befinde.
Gräfin Cöcile v. Lichtenberg ist für einige Zeit wieder von Billichgratz nach der Stadt zurück gekommen, auch sind beyde Comtessen mitgekommen; werden jedoch in einiger Zeit alle wieder für einen Zeitraum nach Billichgratz gehen.
Man hört erzählen, daß die in gesegneten Umständen befindliche Frau des Landrechts Ascultanten Azula, geborne Commenisch von Wassersucht befallen, von diesem Uibel s. v. die Füsse aufgebrochen seyn, und die Unreinigkeit da den Abfluß genommen habe; daß
Die Frau des Handelsmann Fabriotti durch erlittenen Schrecken eines Hundes durch zu frühe Berstung der Blase in der Entbindung verünglückt – das Kind von ihr in 8 Stücken genommen worden, und sie sehr elend krank seye.
Die Frau des Kataster Inspecters (!) Rautner ist mit Zwillingen (zwei Mädchen) glücklich entbunden worden.
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Ihrer Excellence der hochgebornen Fr. Fr. Bar. v. Erberg gebornen Gräfinn v. Attems.
Ihrer Excellence
der hochgebornen Fr. Fr. Bar. v. Erberg gebornen Gräfinn v. Attems.
Sontags den 28 ten d. M. schlug der Blitz bei einem mäßigen Gewitter, etwas nach 4 Uhr N. M. in eine Getreide Harfe hinter der Zuckerfabrick unweit St. Christoph ein; ein Knabe soll unter der Harfe gelegen haben, welcher jedoch nicht beschädigt worden ist –, obschon der Blitz gezündet hat –; der dadurch veranlaßte Feuerlärm störte die Kirchenandacht der Deutschen- und der Klosterfrauenkirche, der Regen fiel in Strömen, und der Allarm wurde bald beschwichtigt.
Doch hätte am Montag den 29 ten d. M. ein anderer Feuer Allarm auf den Rann, wo gegenwärtig viele Waaren aller Art, besonders viel Baumwolle erlieget, ausbrechen können, dem glücklich vorgebeugt worden ist. Ob zufällig oder absichtlich von Jemanden gelegt, oder ganz unbedacht, war ein ungebrannter Kalchstein unter den dort aufgehäuften Ballen der Baumwolle, durch den Son-
tägigen heftigen Gußregen entzünden, und der auf selben nächst gelegene Ballen Baumwolle ergriffen worden; davon weder die aufgestellten Waaren Wächter, noch sonst Jemand etwas wahrnahm, bis zufällig einer der Fakins darauf gestossen, sonach dadurch allen fernern Schaden vorgebeugt war; wornach nur einzig und allein der ergriffene Ballen Baumwolle, da der Brand desselben nicht anders, als durch sehr starke Wasserbegüßung gedämpft werden konnte, zu Grund gegangen.
Die Frau Baronin von Zois ist mit Frau Gubern. Räthin v. Sicard gestern nach Wien abgereiset. Erstere wird ihre beyden im Theresiano befindlichen Söhne auf die Vacanzen nach Baaden nehmen, u. dort durch die Vacanz-Zeit verweilen; Letztere macht bloß eine Lustreise.
Man hört auch, daß B r Anton v. Codelli in den ersten Tagen des Augusts, – nach Wien zu reisen beabsichtige. – Von Frau Gräfin v. Steinach
brieflich eingegangenen Nachrichten gemäß –, ist dieselbe mit Ihrem kleinen Armand und Ihrer Frau Schwester, Baronin v. Rehbach, glücklich zu Babolnain Ungarn angekommen.
Man spricht von einer ausgezeichneten Neigung des jungen Grafen v. Coronini (von Tollmein) zu Frlein. von Neugebauer –; der H. Graf ist seit einigen Tagen von Görz anher gekommen, und den größten Theil des Tages bei der Familie der jungen Baronesse.
Auch hört man, Frau Gräfin Clementine v. Thurn habe eine neue Heurath mit einem sehr reich sein sollenden Griechen vor, – welcher Ihren Angaben nach demnächst dießfälls nach Laibach kommen soll.
Frau Gräfin Weichard v. Auersperg ist mit Comtesse Pauline am 30 ten July nach Wien, mit extra Post, und Frau Gräfinn mit Herrn Grafen v. Welsersheim an diesem Tage etwa für 3 Wochen nach Mahrburg verreiset. Baron Anton v. Codelli ist am 3 ten August über Fellach und Klagenfurth nach Wien.
S e fürstlichen Gnaden der Bischof werden morgen Montags – dem Vernehmen gemäß – aufs Land nach Görtschach sich begeben, daher man heute einen verstärkten Besuch wahrnahm.
Man spricht S e Excellenz der Herr Gouverneur sollen in Absicht haben, mit Hochihrer Familie nach Mailand etz. zu reisen. Wann aber diese Reise erfolgen solle, verlautet nicht; – doch wollte heute Jemand wissen, sie werde Anfangs 7ber erfolgen.
Mit Bestimmtheit kann versichert werden, daß am 26 ten v. M. das Urtheil des Generals Zuchi in Gratz publicirt, dem gemäß derselbe seiner Charge, seiner Orden, seiner Pension verlustigt erklärt, und zu einem 20 jährigen Festungs Arreste zu Munkatsch in Ungarn verurtheilt worden seye.
Oeffent-
liche Blätter, namentlich die allgemeine Zeitung, gibt die Reise Route S r Majestaet des Kaisers über Budweis, Strackonitz – Pilsen, Sanz, und die Ankunft der allerhöchsten Herrschaften am 6 ten August zu Theresienstadt an.
Hier hört man, S. Durchlaucht der Fürst Metternich wäre aus Böhmen, nach Dresden verreiset.
Die Frau Gräfin Mimi v. Blagai zu Weisenstein befindet sich sehr geschwächt, und kann sich wenig aus dem Bette halten!
Referent war am 31 July zu Weisensten; am 1 ten u. 2 ten Augustzu Weichselbach, und ist gestern den 3 ten d. hier rück eingetroffen.
Herr Graf und Frau Gräfinn v. Hohenwarth sind gestern hier angekommen. Haben den Besuch in Lustall gemacht, und werden nach Unterkrain reisen. –
Zu Triest soll eine bedeutende Malversation bey dem dortigen Civil Spital durch Denuntiation entdeckt, auch auf der CameralHerrschaft Veldes in Krain der Betrug an’s TagesLicht gebracht worden seyn, daß die dortigen Beamten die für die Unterthanen, für geleistete Kriegsdarlehen oder Natural Lieferungen älterer Zeit, von der Regierung ausbezahlten Gelder unter sich vertheilt, und sonach an die Unterthanen gar nichts bezahlt haben sollen.
Graf v. Welsperg ist am 31 ten July nach Salzburg, Graf v. Stubenberg mit der Gräfinn seiner Gemahlinn den 3 ten d. nach Klagenfurth – etz. verreiset. Domprobst Burger wird am 6 ten d. nach Oberkrain für längere Zeit aufs Land gehen.
S e Excellenz der Herr Gouv. sind Mittwochs den 31 ten July aus dem Bade von Fellach hier eingetroffen, und mit Hochdemselben Fräulein Fanny. Am 1 ten war Gubern. Sitzung, und morgen werden S. Excellenz mit Frl. Mathilde nach Vellach reisen, Frlein. Fanny und Dari mit Frl. Theres Buffa hier bleiben. S. Excellenz haben heute N. M. zur bekannten Stunde Vi-
sitte angenommen.
Gubern. Rath Wilcher ist bedenklich krank. Als Homöopathischer Patient ließ er sich den Arzt von Klagenfurth holen, weil er mit der Ordination des hiesigen homeopathischen Arztes Mayerhofer, nicht ganz zufrieden seyn wollte, oder zu frieden seyn zu können – glaubte.
Herr FeldMarschall Lieut. Rogieri ist am 1 ten d. von Urlaub aus Italien hier angekommen, und den 3 ten nach Gratz weiter gereiset.
Herr Graf v. Woyna Gesandter am Schwedischen Hof bisher OberstLieut. bei Coburg Uhlanen N. 1 – wurde supernumerairer Oberst bei Coburg Husaren Regt. N. 8, und bleibt auf seinen Gesandschaftsposten.
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Man hört, daß S e Heiligkeit der Pabst die 2 Regmtr. Hohenlohe und Luxem der kais. österr. Armee in Ihren Dienst und Sold für einige Jahre zu übernehmen, in Antrag zu bringen, beabsichtigen, weil die Schweitzer Truppen nicht nur nicht vollkommen entsprechen sollen, sondern auch das Volk sich an diese zu gewöhnen, nicht hoffen lasse.
Hatten abermals die Gnade sich meiner Wohlwollend zu erinnern. Gewohnt, nie undankbar zu scheinen, am wenigsten aber es gegen meine gnädigsten Gönner seyn zu können, kann ich nicht unterlassen, Eure Excellenz für diesen neuen Beweis der mir zu theil gewordenen Gnade, meinem
unterthänigsten Dank zu erstatten, und mit aller Ehrfurcht mich zu zeichnen:
Schon am Sontage den 4 ten war der gute Baron Elsner sehr unwohl, und ein starker Paroxism schien im Anzuge, weil sich der Patient sehr unruhig zeigte. Nachts stellte sich ein heftiger Schmerz in/am rechten Hüfte/Oberschenkel Gelenke ein, welcher seiner Heftigkeit wegen, völlige Geistesabwesenheit erzeugte, deshalb die Vermuthung nicht ungegründet seyn dürfte, daß der Schmerz wohl von der Leber entsprungen sein konte, welche Lage des Patienten den ganzen Montag fortdauerte, und in der Nacht vom Montag auf den Dienstag sich ein so heftiges Erbrechen einstellte, daß es die gute Familie in die größte Besorgniß versetzte, die s. v. Entleerung war größtentheils
Gallstoff; In dieser außerordentlichen Lage wurde nach den Geistlichen, und nach dem Dr geschickt. Der erstere konnte wegen noch andauernden Geistesabwesenheit nichts leisten, allein Dr Nagy, nachdem er den Patienten genau beobachtet, äußerte, daß die Krankheit in der Leber sitzen müsse, ordinirte – das Erbrechen stillte sich, die Geistesgegenwart des Patienten stellte sich ein, er konnte demnach gestern Dienstags mit den Sterbsakramenten versehen worden. Nachdem aber das Erbrechen aufgehört, zeigte sich ein heftiges Nervenreißen an Händen und Füssen, welches den Patienten bis izt noch nicht verlassen hat, und so heftig ist, als
wenn z. B. ein schlafender Mensch durch Schrecken erwacht. Der Patient scheint auch immer zu Schlumern, und liegt in diesen Zustande, des in kurzen Zeiträumen sich wiederholenden Nervenreißens, sonst ruhig im Bette. –
Heute ist durch den ganzen Tag auf dem Marktplatze unfern der Hauptwache ein Zulauf von Menschen. Es ist eine auf vier Rädern gebaute Bäcker Küche, in welcher in einem Model mitfolgen des Gepäck über offenen Feuer gebacken wird – zu sehen. Diese Küche hat eine auf eisernen Stangen ruhende eiserne Platte, auf welcher von Spanholze Feuer brennt, über welchen der eiserne Model, welcher in Form wie die Oblatten formen – ist, gehalten, dann gewendet, das
fertige Gebäck heraus genommen, und mit der neuen Teigeinlage fortgefahren, das warme Gebäcke denen Gästen gleich praesentirt, und gleich genossen wird. Uiber dem Feuer ist mit ein blecherner Kamin respt. Rauchfang angebracht, welcher während der Reise der Familie abgenommen, und die Oeffnung mit einem, der übrigens hölzernen Hütte gleich angestrichenen Brette verdeckt wird. Diese Küche wird von einem Pferde gezogen, ist zugleich Reisewagen und Wohnzimmer der Familie, die einen Man, eine Frau, ein 5 monathl. Kind, und ein junges schwaches Dienstmädchen zählt, deren Beschäftigung ist, das aus dem Model heiß kom
heiß kommende Gebäcke mit Zucker und Zimmt zu bestreuen, indessen die Frau das kleine Kind wartet, und sich nächst der mobilen Wohnung mit denen Neugierigen unterhält. Auf der Reise sind Koffer die Sitztrugen, die Betten die Pölster, der Man kutschirt zum Zimmer Challu hinaus, und das Kind liegt in der Wiege; so ziehet diese Familie mit den beweglichen Haus respt. Zimmer, oder Küche von Ort zu Ort, und erregt überall Aufsehen und viel Neugierde. – Der Man ist ex Militair, hat leztlich bei Haugwitz Inf. gedient, war zu Gratz in Garnison; ist verabschiedet worden, und hat eine Steyerinn geheurathet, ist
aus dem Reich bei Hanau gebürtig. –
Herr B r Franz Lazzarini (v. Flödnig) ist am 6 ten d. M. von seiner nach Wien etz. unternommenen Reise hier eingetroffen.
Fähnrich Berghofer von Hohenloheist von seiner Urlaubsreise aus Rzesow in Gallizien heute ebenfalls hier angekommen, und wird nun hier beym 3 ten Bat. Hohenlohe bleiben.
Am 8 ten . Der Französische Marschall Marmont ist gestern hier angekommen; bei Malitsch im Gasthofe zur Stadt Wien abgestiegen, und kommt von Mailand. Reiset morgen nach Fellach zu S r Exc. dem Herrn Gouverneur, von wo derselbe wieder anher rückkehren, und dann nach Wien die Reise fortsetzen wird.
Am 9 ten . Der Marschall ist nicht nach Fellach, sondern direckt von hier über Gratz nach Wien abgereiset.
Eine Kunstbereiter Gesellschaft Kottey ist angelangt, und der Circus Gymnasticus wird auf den bekannten Orte in der Congress Allee mit Brettern eingeblankt. Sontags den 10 ten d. wird die Erste Vorstellung gegeben werden.
Man hört durch Privatnachrichten, daß das Urtheil Generals Zuchi auf die Strafe der Hinrichtigung durch den Strang lautete, welches aber von S r Majestaet in – der Todtesstrafe ähnlichen Kerker gemildert wurde.
Bei B r Elsner haben die bedeutenden Zuckungen nachgelassen, allein es hat sich ein Fieber (Zehrfieber?) eingestellt.
Der Innhaber der beschriebenen mobillen Küche, welche seit 8 ten auf dem Congresse Platz unweit dem Theater, nächst dem Eingange in die Allee sich befindet, hat an diesem Tage für seine Bäckerey 40 f CM eingenomen; wie viel gestern die Total Einnahme gewesen, weiß man nicht, doch hatte derselbe von Früh bis Mittags 10 f CM eingenommen. Diese Küche war Abend ½ 9 Uhr noch in Activitaet.
Die anliegende Anonce zeiget, daß der Lezte dem Referenten von Jemanden genannte Namen der Kunstreiter Gesellschaft sehr
unrichtig angegeben worden, indem diese Gesellschaft H. Gautier, und keineswegs den Kottey zum Chefhabe.
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Der bekannte Musicker Maschack richtet ununterbrochen Choristen ab, und indem er Erstere zu verstärkern sich bemüht, hat er nun auch Choristinen gefunden. Seine Frau, die Theater Unternehmerinn soll von Wien nach Prag gereiset seyn, um für eine gute Oper Individuen zu erhalten.
Wie schon jüngst mündlich gemeldet, ist Gubern. Rath und Polizei Directer Sicard Sontags mit dem Eilwagen nach Wien abgereiset.
Herr Graf und Gräfinn v. Welsersheim sind gestern von Mahrburg hier wieder rück eingetroffen; die Luftveränderungen hat H. Grafen sehr gut angeschlagen, und Er – siehet sehr gut aus.
Der Gubernial Rath Wilcher ist gestern Mittwochs – Nachmittags mit den Sterbsakramenten versehen worden.
B r Elsner gehet es wieder besser; er kann schon wieder außer dem Bette seyn.
Fräulein Therese v. Buffa ist wegen der verschlimmerten Affection im Hause, bettlegerig und es musten Blutegel applicirt werden.
Bekanntlich sind vor einiger Zeit in Triest zwei Nordamerikanische armirte Schiffe –, jedes mit einer Equipage von 450 Mann mit 40 bis 50 Kanonen versehen, angekommen. Diese sind nach etwa 6 wochentlichen Aufenthalt bereits
wieder abgesegelt, nachdem der inzwischen in Wien gewesene Admiral von da rückgelangt war. Ein milit. Augenzeuge erzählte in Laibach, daß das Militair der Schiffe außerordentlich viel Geld gehabt, und in Triest ausgegeben, nachdem diese Menschen alles viel theuerer, als gewöhnlich bezahlt, dennoch alles gegen die Preiße Nordamericka’s, sehr wohlfeil gefunden haben. Das Geld aber sollen größtentheils österr. Thaler mit dem Muttergottes Bild und Zwanziger gewesen seyn, welches von diesen Fremden ausgegeben wurde! –
Die americkanischen Officiere sollen sehr zuvorkommend sich bezeugt, und 2 Unterhaltungen gegeben haben. Die Erstere minder glänzende – denen österr. Offes. der Triester Garnis. –, die andere mehr glänzende, der Triester Kaufmannschaft, welche in einem Baale auf den größern Fahrzeuge bestanden haben, und dabei eine solch prachtvolle Illumination des Schiffes statt gefunden haben soll –, als die Triester noch nicht gesehen. –
Auch erzählt der Augenzeuge, daß von der Besatzung der Schiffe, 4 Mann, geborne Würtenberger, desertirt, und bei der Triester Regierung reclamirt worden wären; wozu sich
diese gegen deme verstehen wollte, daß dagegen der vor etwa 2 Jahren mit einer aus der Triester Stadtkasse entwendeten großen Geld Summa aus Triest entwichene und in Nordamerika sich ansäßig gemachte Stadtkassier, ausgeliefert würde; indessen gelang es den Amerikanern, welche keine Summen sparten, diese Leute heimlich auszukundschaften, und auch heimlich wieder auf die Schiffe zu bringen, da sich diese Unglücklichen in gewissen verruffenen Häusern, deren Bedürfniß in jeder Seestadt eine Nothwendigkeit zu seyn scheint, sich verborgenen gehalten haben, allein, der in diesen Häusern für Geld alles feil, folglich auch des Mitmenschen Wohl und Wehr, – ganz gleichgültig ist; – verrathen worden seyn.
Dagegen hätten die Amerikaner einen sehr geschickten Musicker, welcher bei dem Regt. Leopold v. Sicilien ausgedient, u. den Abschied genommen hatte, gegen ein zugesagtes sehr hohes Solar engagirt, welcher, ein geborner Italiener, mit selben abgereiset ist.
Der heute Donnerstags angekommene österr. Beobachter gibt als unverbürgtes, durch Correspondence aus Portugall über Frankreich gekommenes Gerücht, daß der neue Pedristische Admiral Naphir in Verfolg seines, bereits durch Zeitungen bekannt gewordenen Sieges über die Miguli-
stische Flotte zu Wasser – nun auch Lissabon genommen, und dieses für die Königinn Dona Gloria sich erklärt haben soll. – Einem andern Artickel dieses Zeitungsblattes (des österr. Beobachters) gemäß, hätte die Miguelistische Armee die Stadt Oporto längst der ganzen Linie angegriffen, wäre aber auf allen Punkten geschlagen worden. Der bekannte franz. Marschall Bourmont habe zwar bei dieser Operation, die Miguelistische Armeé nicht commandirt, die Zeitung, der österr. Beobachter enthält jedoch, er, der Marschall Bourmont habe sich in Folge dieses mißlungenen Versuches, nach Spanien geflüchtet. –
Hier ist man über Pedristischen Seemann Naphier sehr enthusiastisch –, und wagt ihn einen kleinen Napoleon zu Wasser, zu nennen –.
Verwichene Nacht sind mehrere auf den Rathhause allhier eingesperrt gewesene Verbrecher, etwa 8 an der Zahl, mittelst Durchbrechung des Tippelbodens und des Daches – entflohen! –
Die Familie Gautier gibt ihre Gymnastischen Vorstellungen täglich fort, und die gewisse mobille Küche ist bereits von hier weiter gezohen.
Geruhen meinen unterthänigen Dank zu genehmigen, dessen ich für die neuerliche gnädige Erinnerung an mich schuldig bin, und mein Bestreben gnädigst aufzunehmen, durch recht viele meiner schwachen Leistungen, mich der Gnade Eure Excellenz würdig zu betragen, der ich mit gränzenloser Verehrung niemals aufhören werde zu seyn:
Baron Richard Lazzarini ist aus dem Theresianum auf Vakanzen, am 12 ten d. –, Frau Gräfinn Weichard von Auersperg mit Comtesse Tochter und ihren beyden H. Söhnen Pepi und Richard den 14 ten d. aus Wien – endlich der Herr General v. Sivkovich den 15 ten d. aus dem Baade – hier angekommen.
Die Frau Fr. Herzoginn von Lucca k. Hoheit ist mit einem zahlreichen Gefolge v. 19 Personen Nachts 10 Uhr den 12 ten d. M. hier angekommen, hat bei Malitsch zur Stadt Wien Wohnung genommen und ist am 13 ten d. Morgens ½ 7 Uhr weiter nach Ihren Staaten, nach Italien gereiset. Es ist kein Aviso von Ihrer Ankunft gegeben worden; der Kuchelwagen kommt bloß, wie es immer geschiehet, um 3 Stunden früher. Es waren 22 Postpferde erforderlich, um die 5 Reisewägen zu bespannen.
Der Sohn Max des Gubern. Rathes Flug wird heute von hier nach Belluno – an seine künftige Bestimmung als Ascultant –, abreisen.
Es verlautet, Ihre Excellenzen der Herr Guverneur und Frau Gemahlin sollen Montags den 19 ten d. aus dem Vellacher Baade hier ankommen, um die Vorbereitungen zu
der bekannten Reise nach Italien zu treffen, welche gegen Ende dieses Monats, wie es heißt –, erfolgen soll.
Comtesse Mathilde v. W. befindet sich gebessert, das Fieber ist ausgeblieben, und sie kann sich schon etwas außer dem Bette halten. –
Die Frau Baroninn v. Codelli ist mit den 3 Fräuleins Töchtern lezten Montag den 12 ten d. M. nach Unterthurn an der Laibach – übersiedelt. –
Man erzählt hier zu Laibach, der franz. Marschall Marmont, Duc de Dalmatien, seye zu Triest auf öffentlicher Strasse vom Pöbel ausgezischt, und ausgepfiffen worden; welches man als eine Repressalie für –, der Stadt Triest in der, noch im Angedenken schwebenden frühern mächtigen Zeit dieses Marschalls –, zugefügten harten Behandlung, benennen will; wornach sich auch der Herr Marschall nicht ferners mehr auf der öffentlichen Strasse zu Triest habe sehen lassen. Bekanntlich war derselbe leztlich von Triest über Laibach nach Wien gereiset.
Hier zu Laibach soll eine junge, schöne, ledige Schnellläuferinn angekommen seyn, welche sich mit der Schnelligkeit ihres Fußwerkes, und auch mit einem
Ballon produciren will, welch Leztern sie – jedoch ohne selben zu besteigen, in die höhern Regionen aufsteigen zu lassen beabsichtigen soll. Da aber das Wetter so unstete ist, so läßt sich nicht absehen, wann die Production dieser Künstlerinn seyn werde.
In wenig Tagen hoft man die Ankunft der bekannten Frau Mascheck mit der ersten Sängerinn und dem ersten Sänger; zwei Individuen des Theater Personals sollen bereits hier seyn, doch, einschlüßig dieser und der Ankommenden – wären dieses erst vier Personen, und doch hört man, daß im September das Theater eröffnet werden soll! –
Die Frau v. Azula, geborne Comenisch (Innhaberinn des Schweitzer Kaffehauses) ist ungeachtet ihres wassersüchtigen Zustandes, heute von einem Mädchen glücklich entbunden worden! –
Der Bericht vom 15 ten d. hinsichtlich der aus dem Arreste des hiesigen Rathhauses entwichenen Schwärzern und andern Innhaftirten, muß dahin berichtigt werden, daß diese Leute die starken eisernen Fenstergitter in der Höhe und Breite durchgefeilt haben, als nöthig gewesen, daß ein Mensch durchkrichen konnte, auf die Art sie nach Rückwerts den Kastellberg zu, leichtlich entwischen konnten.
Wollen gnädigst meinen unterthänigen Dank für die mir gestern geschenkte gnädige Erinnerung – genehmigen, und meiner unterthänigen Versicherung geneigt aufnehmen, daß ich für das mir zu theil werdende gnädige Wohlwollen mit aller Verehrung und Ehrfurcht geharre;
S e Excellenz der Herr Gouverneur sammt Familie sollen morgen Montags sicher aus dem Fellacher Baade hier eintreffen, und in den lezten Tagen dieses Monats die bewußte Reise nach Italien anzutretten, in Absicht haben.
Fräule Therese v. Buffa ist zwar noch im Bette, jedoch schon gebessert.
Morgen Montags Abends 6 Uhr wird die Schnellläuferinn sich produciren, wenn es nämlich die Witterung gestattet. Die Rennbahn wird von der steinernen Brücke auf der Karlstädter Strasse am Gruberschen Kanal – nach Baharza genommen. Diese Person gibt sich für eine Russin aus.
Man hört, daß nun schon 5 bis 6 Individuen, darunter 1 weiblich –, vom Theater Personale vorhanden sind, und vor Ende des Monats noch etwa 10 Personen dieses Faches, hier eintreffen sollen.
Vermög gestern Samstags Estaffetaliter eingelangter
Officiellen Nachricht werden jene Pohlen, welche in Folge der pohlnischen Revolution in österr. Gallizien und später nach Schlesien und Mähren gekommen, und bis nun sich allda aufgehalten haben, von der, von S r Majest. dem Kaiser Nickolaus ertheilten Amnestie keinen Gebrauch machen wollen, in 3 Collonen über Laibach den 21 ten , 22 ten und 23 ten d. M. nach Triest escortirt und dort nach Anmericka eingeschifft werden. Für jeden Transport werden 10–12 Wägen mit 2 Pferden bespannt, erforderlich, auf jeden Wagen wird ein österr. Soldat beigegeben, und zu jeder Collone ein österr. Offe., welcher für etwaige Entweichung der Pohlen zu haften hat, commandirt; für jeden Man wird täglich 12 xr Aetzungs gebühr bewilligt, und die täglichen Reise Touren so bemessen, daß die am 21 ten d. hier eintreffende erste Collone den 22 ten bis Adelsberg, den 23 ten bis Triest gelangen, und so die Lezte Collone am 25 ten in Triest eintreffen muß. Mehrere dieser Pohlen, welche vermöglich und
die Reise Auslagen aus eigenen bestreiten können, werden besonders diese Reise Tour nehmen, selbe werden und müssen ebenfalls stazionatim durch Militär begleitet werden. Aus diesen nun eintrettenden Vorgang erklärt sich die Ankunft der 2 Anmerikanischen [!] Kriegsschiffe in Triest – und die zu Wien gepflogenen Unterhandlungen des americkanischen Admirals, welcher vermuthlich diese Pohlen auf seine beyden Kriegsschiffe wird haben aufnehmen wollen, welches jedoch nicht gestattet, sondern deren Uiberführung durch andere Mieth-Schiffe, vielleicht selbst nur bis zu einer, von unsern, und von den, mit dem österr. Staat befreundeten Staaten fern gelegenen Gegend des Meeres, zugestanden worden zu seyn scheinet – weil bekanntlich die beyden americkanischen Kriegsschiffe – Triest bereits verlassen haben. Uiberhaupt läßt das Ganze vermuthen, daß man die Entfernung dieser Unruhigen, und unter ihre Regierung nicht rückkehren wollenden Menschen, mit Schnelle und mit Beseitigung allen Aufsehens beabsichtiget, daher auch alle mögliche Vorsicht rück-
sichtlich möglicher Entweichung zu beobachten empfohlen, und um die Reise Tour weitläufiger Verlautbarung zu entziehen, dießfälliges Aviso so spät eingelangt zu seyn scheint. Man beabsichtigt, die Leute hier in die Cassern zu bequartieren, um deren Unterkunft ohne Schwierigkeit, und mit aller zusagenden Sicherheit zu wissen! –
Graf Richard Blagay mit der Gräfinn seiner Gemahlinn wird morgen Montags von Billichgratz –, und Gräfinn Cöcile v. Lichtenberg mit Comtessen Töchtern von hier –, beyde Fräulein in OberLaibach zusammen treffend, eine Reise vereint über Görz, Udine, Venedig und Triest machen.
Der Kunstreiter Gautier, obgleich durch Regen mehrmals unterbrochen, gibt täglich Vorstellungen.
Der nach Carlstadt bestimmte General Zsitvay hat die Bestimmung nach Petrinia erhalten, und General Rukavina ist von Petrinia nach Carlstadt übersezt worden.
Wegen den gestern Montags fürgewesenen starken Gewitterregen konnte die Schnellläuferinn sich nicht produciren. Sie beabsichtigt das Experiment morgen Mittwochs statt finden zu lassen, auch soll im Antrag seyn, den Ballon steigen zu lassen, doch ist noch unbewußt, wo lezteres ins Werk gesezt werden soll. Die Laufbahn hat der gestern ausgegebene Zettel bereits angezeigt.
Heute gibt eine Madem. Sartori – ein Concert als Sängerinn von Bologna.
Die bekannte Frau Mascheck soll mit 12 Individuen des Theater Personals bereits angekommen seyn.
So eben fährt die Schnellläuferinn in einem offenen Pirutsch, welcher 2 Trompeter vorreiten, durch die Stadt, um ihre für 6 Uhr heute Abend angekündigte RennTour – für Sicher allgemein bekannt zu geben! – Sie hat die gesteckte Tour hin und zurück in 39 Minuten, also noch etwas früher als angegeben war, zurück gelegt. – So eben vernimmt man,
daß die erste Collone der Pohlen erst am 22 ten komen wird, weil ein neues Aviso gekommen seyn soll.
Mittwochs den 21 ten oder Donnerstag den 22 ten soll der Ballon, wie lezt vorläufig gesagt worden, steigen gelassen werden; das Experiment soll von der Schüßstatt aus geschehen.
Herr Graf v. Hohenwarth soll Samstag den 24 ten d. M. früh hier ankommen.
S e Excellenz der H. Gouverneur sind gestern Montags, zwar im Gewitterregen, jedoch sammt Familie – wohl –, Abends aus Fellach hier angekommen.
Donnerstags war der gewöhnliche Besuch bei S r Excellenz dem H. Gouverneur – und hinsichtlich der Reise nach Italien hört man, daß solche zwischen den 2–3 ten k. M. erfolgen soll.
Die gestern angekommene 2 te Collone der Pohlen war 30 Mann stark; meist Offes., junge, frische Leute, ziemlich gut gekleidet; nur 3–4 Unter Offes. und Gemeine waren erstern angeschlossen. Heute haben sie die Tour nach Adelsberg angetretten.
Die verstorbene Frau v. Kappus wird heute N. M. 4 Uhr beerdigt, und am 31 ten d. M. wird um 10 Uhr in der Domkirche das Seelenamt statt haben.
Das Landwehr Bataillon von Hohenlohe kommt nächsten Monat September in die Garnison nach Mantua. Man hoft, daß diese Bestimmung der Mannschaft zuträglicher seyn wird, als wann sie hätte wieder in die Garnison nach Ferrara rückkehren sollen, da im Monat September die Hitze nicht mehr so bedeutend, und Mantua bei diesen
verbesserten Atmosphaer. Zustand minder Nachtheilig ist. Das Regmt. Hohenlohe selbst bleibt fortan im Romanischen.
Graf und Gräfinn v. Hohenwarth sind heute angekommen; – Eduard v. Grimschitz ist heute nach Wien abgereiset.
Diesen Morgen hat sich ein Soldat von Kaiser Landwehr erschüssen wollen, traf sich schlecht, und lebt noch, indessen scheint die Verwundung doch tödtlich.
Morgen sollen 4 bis 5 Wagen mit der Post von der vermöglichen Klasse Pohlen, darunter ein Erzbischof hier passiren, welche gleichfalls nach Americka auswandern.
Haben die Gnade gehabt, sich meiner zu erinnern. Ich lege meinen schuldigen unterthänigen Dank zu Füssen, und geharre mit aller Verehrung:
Gubernial Rath Wilcher ist heute Montags Vormittag bald nach 11 Uhr gestorben.
Herr Appellations Rath v. Gandinn ist mit 2 Fräuleins Töchtern Samstags den 24 ten d. M. aus Klagenfurth hier angekommen.
Man hört, daß die Eröffnung des hiesigen Theaters im nächsten Monat mit großen Pompe vor sich gehen, und die Oper Zampa als erste Piece gegeben werden soll.
Die am 24 ten d. M. angekommene dritte Collone der Pohlen bestand abermal aus 30, recht jungen artigen Offes., die
faßt alle der polnischen wie der franz. Sprache kundig waren.
Heute Montags erwartet man eine vierte solche Collone.
Geruhen gnädigst die hohe Verehrung zu genehmigen, welche ich aus Anlaß Hochderoselben hohen Namensfestes darzubringen, so frey bin, und mit der innigsten Aeußerung zu begleiten mir erlaube, damit die Vorsehung Eure Excellenz wohlthätiges Leben, zum Wohle der Menschheit, zur Freude Hochderoselben verehrten Familie – noch recht viele Jahre bei bester Gesundheit erhalten, dadurch mir zugleich das Glück zu theil werden möchte, noch oftmals die Gelegenheit zu erlangen, zur Feyer
dieses erfreulichen Tages, Eure Excellenz die hohe Verehrung und Ehrfurcht darbringen zu können, mit welcher ich ersterben werde:
Die hier passirten und nach Americka bestimmten Pohlen sind zu Triest in der Citadelle unterbracht; nachdem aber keine Schiffs Gelegenheit dermalen zu deren Einschiffung vorhanden, noch eine bestimmte Zeit, wann Lezteres geschehen könnte, bekannt ist, in dem Triester Kastell nicht so viel Raum sich vorfindet, um die annoch anzukommen habenden 3 Collonen dieser pohlnischen Auswanderer zu unterbringen, ist von Triest die Nachricht anher gegeben worden, diese noch zu kommen habenden Pohlen, hier in Laibach einstweilen zu unterbringen; da aber hier zu Laibach sich auch kein schickliches Locale ermitteln läßt, soll die Verfügung getroffen worden seyn, diese Pohlen für die Zeit, bis deren Einschiffung oder andere Unterbringung in Triest möglich –, zu Cylli in der Milit. Cassern zu unterbringen.
Gubernialrath Wilcher wird heute beerdigt werden.
Ohne Zweifel wegen zu spät eingelangten Aviso ist gestern ein Transport der nach Americka bestimmten Pohlen von 30 Mann meistens junge, hübsche Leute – Offes. und Cadeten hier eingetroffen, und heute den 29 ten d. abermal der 2 te Transport, gleichfalls von 30 Mann hier angekommen, wieder junge Leute und Officiers; man zweifelt nun nicht mehr, daß die 2 andern Transporte auch noch hieher kommen, und der ganze Stand von 120 Mann hier so lange in der Milit. Cassern unterbracht bleiben wird, bis die Einschiffung zu Triest statt wird finden können.
Sontags den 1 ten d. k. M. wird die erste Vorstellung im Theater gegeben, und an diesem Tage – Die Königinn von 16 Jahren, aufgeführt werden; ein Stück, welches bisher auf allen Bühnen vielen Beifall geerndtet hat.
An Personal sind gegenwärtig 3 weibliche u. 11
männliche Individuen hier; die Prima Donna soll den 27 ten d. M. von Wien abgereiset, eine 17jährige –, in dem Wiener-Musick-Conservatorio gebildete, eine sehr umfangreiche Stimme besitzende Person seyn. Den mit derselben abgeschlossenen Contract hat Referent selbst gelesen, daher er ihren Namen hier anführen, und sie Perichon – nennen kann.
Der Tenorist soll excellent und ein eben so guter Baridonist, der selbst im Fall den Baßisten, so wie den Tenoristen ersetzen kann; sollen für das hiesige Theater engagirt –, für den Baßisten der bekannte Bartholemy angenommen, überhaupt soll nun für eine gute Oper besonders fürgesorgt, und das hiezu ermittelte Personale ohne den Choristen und Choristinen, aus 26 Personen bestehen; – das wäre etwas, so in Laibach bis izt nicht bestanden! – Nach-
dem einige Theateralische Vorstellungen gegeben seyn werden, – als dann wird die Theater Entreprise erst zur Vermiethung der zu ihren Vortheil erübrigten Logen, dann Sperrsitzen Licitanto-schreiten, um nach Uiberzeugung der werthwollen Leistungen, die Bequemlichkeit der Logen und Sperrsitze, im Preiße zu erwerthen.
Referent wird nächstens den ganzen Personal-Stand der Theatermitglieder, namentlich, mit Character-Rollen, seinen verehrten Lesern mitzutheilen, die Ehre haben.
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Wegen Ableben des H. Baron Hennet zu Prag –, Schwager S r Excellenz des H. Gouverneurs, ist die Familie des Leztern in Trauer, und hat die Trauerkleider angelegt. Man hört, daß die Abreise nach Italien zwischen 5 u. 7 ten statt finden soll.
Nachdem Samstags den 31 ten August die 4 te Collone der Pohlen hier eingetroffen, sind nun deren 120 in der hiesigen Milit. Cassern unterbracht; die leztern 30 sind wieder junge Leute und Officiers.
Man hört, daß noch 3 Abtheilungen der Pohlen kommen sollen, welche jedoch wohl nicht hier bis zur weitern Abschikung bleiben, sondern anderwärts unterbracht werden dürften.
Das gestern gegebene Theaterstück hat man mit Beifall aufgenommen. Von sämmtl. im Stück vorkommenden 12 Personen, sind bloß die 5 erst genannten redende und handelnde, die andern 7, bloß stumme Personen gewesen. Unter den 5 handelnden Personen ist Madame u. Herr Rosenschön unstreitig die routinirtesten – und die Glanzpunkte der Gesellschaft. Herr Treumann Gustav als erster Liebhaber, scheint noch nicht genug gewandt.
Der bisher bestehende Personal-Stand des Theater-Personals, ist hier beigeschlossen.
Sontags den 1 ten d. war die Theater-Einnahme 140 fr CM.
Theater Personale pro 1833/34
Männer
Herr Rosenschön – Väter-gesetzte Helden; Regisseur der Oper u. Schauspiels
'' Bussmaier 1 ter Tenor
'' Bartholemy 1 ter Bassist und Väterrollen im Schauspiel
'' Bürger – Bassist – auch im Schauspiel verwendbar
'' Baumann }
'' Bartha } fürs Chor u. kleine Parthien
'' Chrgonz rect. Chrgouz }
'' Gleeser Komiker, auch für Tenor Parthien
'' Holzel 1 ter Baritonist und auch fürs Schauspeil verwendbar
'' Hüttel 2 ter Tenor
'' Julius – 2 ter Liebhaber – auch für Narturpurschen etz. und Garderobe-Inspecter
'' Miller 1 ter Komicker und 2 ter Tenor
'' North – für Intrigants-, Chevaliere etz.
'' Ritter – zum Chor
'' Schwarz – gesetzter Held- und Liebhaber-Rollen
'' Treumann Gustav; 1 ter jugendlicher Liebhaber u. Held
'' Treumann der jüngere, Aushilfsrollen
Orchester
Wolf – 1 ter Klarinetist und Künstler der Pedalharfe
1 Orchester Director und Solo Violin Spieler
6 Mitglieder des Orchesters
25.
Damen
Mademoiselle Perichon erste Sopran Sängerinn
Madame Ney – Alt-Sängerinn
Madame Busmaier Sängerinn
Delle Sedlack MezzoSopran und Aushilfsrollen
Madame Rosenschön erste sentimentale u. naive Liebhaberinn
Delle Elsner tragische Liebhaberinn u. Heldinn
'' Klein Liebhaberin u. Tänzerinn
Madame Berunedi Komische Mütter u. LocalRollen
Delle Wranizky 2 te Liebhaberinn, 2 u. 3 Sopran Parthien
Madame Schwarz Chor u. kleine Rollen
10
Gestern ist des Credits-Cassa-Officialen Novak, – Bevollmächtigten des H. Grafen v. Gallenbergs – jüngere Tochter Pepi – an der Ruhr gestorben; sie war 10. Jahr alt. Das Kind soll anderweit gebrechlich gewesen seyn.
Die Gräfinn Cöcile von Lichtenberg ist gestern von der unternommenen Reise nach Görz – sammt Comtessen Töchtern hier angekommen.
Man hört, daß Gräfinn Mimi v. Blagai zu Weißenstein wieder unwohl geworden, und der Arzt vom Freytag auf dem Samstag in der Nacht dahin gehollt worden. Es soll die Klage der Patientin über Schmerzen im Unterleib gewesen seyn. –
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Die Prima Donna für die Oper: Demois. Perichon hat man gestern mit Gewießheit erwartet. Die Oper Zampa soll die erste Production seyn.
Geruheten sich meiner gnädigst zu erinnern, wofür ich Hochdenenselben meinen unterthänigsten Dank zu Füssen lege, und um ferner gnädiges Wohlwollen bitte, indem ich stets mit aller Verehrung geharre:
Die für gestern Dienstag bestimmt gewesenen 2 Piecen wurden wegen Erkrankung des ersten Liebhabers Gustav Treumann um die Mittagsstunde abgesagt, und war gestern kein Theater.
Der Gubernial Rath Wagner ist für einige Wochen mit Urlaub aufs Land, wo seine Familie sich schon befindet. Herr v. Kappus ist mit 2 Frl. Töchtern Clementine und Wilhelmine, nach Triest.
Der Kunstbereiter Gautier macht zu seiner Abreise Anstalten.
Heute Mittwochs werden die übrigen Logen und Sperrsitze im Theater licitando hindan gegeben, und sonach in auch heute kein Theater.
Gestern Mittags langte die Frau Frau Fürstin von Dittrichstein mit Ihrem Beichtvater und Docter, dann mit Dienerschaft in 2 Wagen hier an, und nach eingenommenen Mittagmahl in Gasthofe zur Stadt Wien beym Malitsch – sezte Hochdieselbe Ihre Reise nach Italien fort.
Obgleich man schon gestern S e fürstl. Gnaden dem H. Bischof hier angekommen wissen wollte, so kann über besonders eingezogene Nachricht versichert werden, daß Hochderselbe Morgen Freytags gegen Mittag hier ankommen, hier speisen, und Nachmittags nach Görtschach sich aufs Land begeben wird.
Sichern Vernehmen zu Folge werden die zeither für den König von Griechenland in Bayern angeworbenen Ergänzungs Truppen, über 200 Mann mit 10 Frauen und 10 Kindern, am 29 ten 7ber in Laibach eintreffen, und in Ihrer Bestimmung von da, nach Triest etz. weiter marschiren.
Die – Donnerstags den 5 ten gegebenen zwei Piecen sind befriedigend ausgefallen, besonders hat das Theater Stück „Die Gunst der Kleinen“ gut angesprochen.
In Folge – in der Gegend des sogenannten Heil. Grabes zeither verübten mehreren Einbruchsdiebstählen hatte man zur Vernahme einer Streifung, zur Habhaftwerdung derlei Gesindls, eine Milit. Assistenz nachgesucht, und als Resultat sind gestern 2 Kerln hier eingebracht worden, bei welchen man mehrere der gestohlenen Gegenstände, und auch auffallenden Geldvorrath gefunden hat.
In den Namensverzeichniß des Theater Personals wolle statt Madame Berunedi –, Madame Bernardi geneigt berichtigt werden. Auch muß ergebenst beigesezt werden, daß der beym Orchester vorkommende Künstler auf der Pedalharfe – Wolf sich schreibe –, falls derselbe auf den Ver-
zeichniß anders geschrieben seyn sollte.
Zu den in Antrag stehenden noble Cassino – sind die Praenumerations Bögen im Umlauf; man hört, es wird in Lepuschitzischen Hause im 2 ten Stock, wo bisher die Familie v. Kappus gewohnt, die Etablirung dieses Casino’s erfolgen.
Uiber die Abreise S r Excellenz des H. Gouverneurs, welche man Montags den 9 ten d. als beschlossen wissen wollte, verlautet heute, daß solche dann erfolgen solle, wann die Witterung sich einigermassen – bessern werde.
Heute als am Tage Maria’s Geburt daher Normatag, ist das Theater geschlossen. Das gestern gegebene Stück im Theater, ist gleichfalls befriedigend ausgefallen.
Die Prima Donna Perichon ist vorgestern hier angekommen, und wird sich morgen Montags in Zwischen Acten mit 2 Arien vorläufig hören lassen. Nämlich die schöne Arie der Agatha aus dem Freyschützen, und jener mit Recitativ aus Donna di Lago „O Helena“ etz. von Rossiny. –
Referent hat das Versprechen erhalten, in Zukunft das Repertoir für 8 Tage vorhin ein, zu erhalten, womit zu dienen – sein Bestreben seyn wird.
Man hörte gestern, daß die bewußte Reise S r Excellenz des H. Gouverneurs sehr ungewieß, und daß Hochderselbe gestern wieder
unwohl gewesen, daher von einem Gliede der Familie geäußert worden seyn soll, daß die Reise wohl bis nächsten Frühjahr verschoben bleiben dürfte.
Gestern Sontags ist Comtesse Pauline von Auersperg mit dem Fiumaner Gubernial Assessor v. Gerliczi –, in der Dompfarrkirche – zum erstenmal verkündet worden, wegen der vorhabenden, bekannten Vermählung.
Es sind schon wieder Transporte der – nach Americka wandernden Pohlen im Anzuge, welche zu 30 in einem Transporte seyn, und die ersten am 10 ten d. hier ankommen, und so alle Tage folgen werden. Diesmals sind Frauen und Kinder dabei, unter andern soll ein Oberster mit Familie bei diesen Kömmlingen kommen, welchen man in einem Privathause, und nicht in der Cassern bequartieren wird.
Letztlich – nämlich vor paar Tagen sollen in einer Nacht allein, 6 Estaffetten von Triest nach Wien, durch Laibach passirt seyn. Man glaubt, daß es bloß Handelsangelegenheiten, vielleicht Fallimente etz. veranläßt haben dürfen.
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Herr Concipist Eduard von Grimschitz, welcher nach Wien gereiset – hat seine Tour verlängert, und ist von Wien nach Prag.
Dienstags den 10 ten 7ber wird im ständischen Theater gegeben: „Der Eckensteher Nante“, – dann der „Freund in der Noth“ – vor dem Beginn der Stücke wird Madame Ney „Scene“ aus Tancret und eine Arie singen, – inzwischen der 2 Piecen werden von Delle Perichon Variationen von Karaffa, und zum Schluß ein Terzette von Madame Ney, Delle Perichon und Sedlack aus Crociato gesungen werden.
Mittwoch bleibt das Haus geschlossen.
Donnerstags den 12 ten soll das Singspiel „Praeciosa“ gegeben werden.
Der Kunstreiter Gautier will noch einige Vorstellungen geben.
Das gestern gegebene Theater Stück: „Präziosa“ ist sehr gut ausgefallen und Mademoiselle Klein hat die Tittelrolle trefflich gegeben, weshalb sie mit vielen Beifall einigemal, und am Schlusse des Stückes geruffen worden ist.
Die Unpäßlichkeit S r Excellenz des H. Gouverneurs ist nicht nur – noch nicht gehoben, sondern es soll die Nacht vom 11 auf den 12 ten d. sehr übel gewesen seyn. – Heute soll das Befinden etwas besser stehen.
Heute langte auch der Befehl ein, daß die hier befindlichen Pohlen, wieder in kleinen Transporten zu 30 Mann nach Triest abgeschickt werden, wo sie bis zu ihrer, im nächsten Monat erfolgen sollenden Abfahrt an ihre Bestimmung nach Americka – verbleiben werden.
Auch sind heute drei Reitpferde, Araber, welche der Pascha von Aegypten S. Durchl. dem Fürsten von Metternich verehrt, hier angekommen. Diese Thiere sind von 2 Wärtern (Arabern), dann von einem bewaffneten Sergenten der Aegypti-
schen Armee begleitet; Letzterer soll zu Alesandria dem kais. österr. Consul beigegeben, und von diesem zu der Sendung fürgewählt worden seyn. Eigentlich ist der – unlängst mit einer letteromatischen Sendung bei dem Pascha von Aegypten gewesene kais. österr. OberstLieut. v. Prokesch der Uiberbringer dieses Geschenkes, ist jedoch bereits nach Wien voran gereiset.
Diese Thiere sind dem Ansehen nach ganz unbedeutend, etwa 14 bis 15 ½, einer bis 15 Faust hoch; allein das Fußwerk ist von schönen zarten Baue, und alle 3 sind Väter; die Thiere werden Sontags den 15 ten d. an ihre Bestimmung weiter ziehen.
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Das Landwehr Bataillon Kaiser soll übermorgen den 15 ten d. von hier in die Cantonirung bei Pettau, zu denen Exercier Uibungen – abmarschiren.
Theater Austheilung
Vom 15 ten bis 28 ten 7ber 1833
Sontag | 15 ten | Waise und Mörder |
Montag | 16 | Königin von 16 Jahren |
Dienstag | 17 | Traum. Das war ich. |
Mittwoch | 18 | -0- |
Donnerstag | 19 | Ahnfrau |
Freytag | 20 | -0- |
Samstag | 21 | Onkel Adam, Nichte Eva. Tableau |
Sonntag | 22 | Lumpazius Vagabundus |
Montag | 23 | d o d o |
Dienstag | 24 | Erbvertrag |
Mittwoch | 25 | -0- |
Donnerstag | 26 | Leichtsinn aus Liebe |
Freytag | 27 | -0- |
Samstag | 28 | Zampa |
So wurde der Entwurf gemacht, wenn keine Hinternisse eintretten, zur Ausführung zu bringen, daher nicht definitiv anzuerkennen seyn wird.
Das Landwehr Bat. Kaiser ist heute zu den großen Exercier-Uibungen nach Pettau abmarschirt.
Der für die hiesige Bühne erwartete erste Tenor – Bussmeyer und dessen Frau kommen nicht, daher von dem hiesigen Personal Stand zu löschen; dagegen H. Klein als erster Tenorist, und H. Ritzeg für kleinere Rollen, zum hiesigen Personalstand zuzuschreiben wären.
Der Bassist Barthelemy, Madame Schwarz und Demoiselle Elsner werden noch immer erwartet.
Man sagt, daß die Oper Zampa am nächsten Samstag gegeben werden soll, indem es den Antrag der Entreprenerin gemäß bis zum 28 ten dieses, viel zu lange für das Publicum gewesen wäre, eine Oper zu hören.
Es wird erzählt, daß die bosnischen Räuber we-
gen des nach Krain beabsichtigten Raubzugs sich richtig auf den Weg gemacht haben; – nachdem man jedoch auf ihre Ankunft vorbereitet gewesen, so wurden sie gleich beim Uibertritt im Bezirk des Oguliner Gränz Regts. attaquirt, in die Flucht gejagt, und einer erschossen.
Zu Thurn am Hart soll im Schlosse des H. Grafen Anton Auersperg aus Anlaß eines Streites, ein italienischer Mauerer, von zwei Handwerks Kameraden während der Arbeit erschlagen worden seyn; und die Heftigkeit des Zornes des einen so groß gewesen seyn, daß ungeachtet der Unglückliche über den, mit dem eisernen Hammer erhaltenen Schlag auf den Kopf rücklings gestürzt, derselbe noch auf des Gefällenen Leib getretten, und auf dessen
Bauch so heftig herum getrampelt, bis der Arme gar kein Lebenszeichen von sich gegeben habe, von welcher Handlung der erzürnte Thäter nicht abzuhalten, und nur mit vieler Mühe von seinem Opfer wegzubringen war. Beyde der That schuldigen sind gleich in Thurn am Hart arretirt worden.
Die Pohlnischen Flüchtlinge werden nun, wie bereits berichtet, von hier alle nach Triest geschaft, und täglich ein Transport von 30-Köpfen von hier abgehen.
Frau Gräfinn Seraphine v. Thurn wird, wie man hört, Donnerstags den 19 ten d. M. mit Ihrer Frau Schwester Gräfinn v. Lodron über Gratz nach Wien reisen.
Die Frau Baronin von Codelli soll, wie man sagt, nächsten Samstag den 21 ten d. von
Thurn an der Laibach wieder in die Stadt kommen.
Der Verpflegs Adjunct Schmid, Schwager des H. Grafen v. Stubenberg wird von hier wieder nach Verona übersezt, wohin derselbe nächstens wieder abgehen wird.
Nachdem ich Ihrer Excellenz meinen schuldigen Dank für den Logenschlüssel mündlich erstattet, fühle ich mich gleichermassen verpflichtet –, auch Eure Excellenz für diese Gnade meinen unterthänigen Dank zu Füssen zu legen, und hier beizufügen, daß, wie es nun S r Exc. dem H. Gouverneur izt besser ergehet, der Paroxism in der Nacht vom 11 auf den 12 ten d. – äußerst Gefahrvoll gewesen, indem die Gicht auf die Urinblase sich setzen zu wollen, schien. Die bewußte Reise ist vor der Hand, gleich einer
englischen – zur Verwerfung in Antrag kommenden Bill, welche man gewöhnlich für 6 Monate bestimmt –, von der Familie S r Excellenz des H. Gouvern. auf 9 Monate – hinausgesezt.
Mit aller Verehrung habe die Gnade mich zu zeichnen:
Das hiesige Theater blieb gestern, bleibt heute u. morgen – verschlossen, um die Oper Zampa gehörig einzustudiren, und Samstags den 21 ten mit Effect geben zu können; man fragt zwar, wie Oper geben ohne einen Bassisten? es wird jedoch den Fragenden geantwortet, daß der Bassist Barthelemy bis dahin kommen werde, welcher diese Oper schon mehrmalen auf der hiesigen Bühne mit ausführte! –
Der H. General v. Sivkovich ist gestern wegen den im Neustadtler Kreise abzuhaltenden Truppen-Musterungen von hier abgereiset, und wird am 24 ten d. M. wieder anher rückkommen.
Die Frauen Gräfinnen Seraphina v. Thurn und Lodron sind heute morgens über Gratz nach Wien abgereiset.
Für die Kinder der Frau Majorinn v. Michelly gebor. Comtesse Ernestine Lichtenberg ist eine jährliche Pen-
sion von 300 f, also für jedes derselben 100 f CM jährl. von hohen Orten bewilligt worden.
Die schon vor einiger Zeit in der Wiener Zeitung und letztlich in der allgemeinen Zeitung kundgemachte, bevorstehende Vermählung des Grafen Anton v. Mittrowsky, k. k. böhmischen Landraths, mit der jüngsten Comtesse Tochter Adelheit von Clam Gallas etz. zu Prag am 19 ten 7ber 1833 vollzogen, wird hier durch Parthe-Zettel verlautbaret.
Die Familie B r Elsners ist ins Graf Joseph Thurnische Haus in der Herrngasse – ersten Stock rückwärts bereits überzogen.
Die Subscription zu den bekannten noble Cassino schreitet rasch vorwärts, und ist Referent der Meynung, vernommen zu haben, daß man sich – um die Mittel für die Unkosten zu erschwüngen – ziemlich sehr exponiren – muß.
Da laut Privatnachricht – die in Bayern geworbenen griechischen Truppen Gratz bereits passirt sind: so ist kein Zweifel, daß selbe am 29 ten d. M. hier in Laibach ankommen werden.
Die pohlnischen Flüchtlingen gehen täglich 30 nach Triest, und obgleich noch deren 2 Transporte aus Mähren kommen, so werden bis zum 24 ten d. M. alle von hier abgegangen seyn.
Frau Gräfinn v. Stubenberg ist wegen Abreise der Frau Schwester Vgs. Adjunctin Schmid nach Verona – und über Ansuchen der Letztern hier angekommen; der H. Graf kam gleichfalls an, doch glaubt man, Sie werden noch für einige Wochen nach Kärnthen rückkehren.
Die gestern gegebene Oper ist noch ziemlich beifällig aufgenommen worden. Camilla (Delle Perechon) und Zampa (H. Hölzel) erhielten jedoch insbesondere ungetheilten, großen Beifall, und wurden am Schlusse stürmisch geruffen. Der arme Alphonso (Herr Hüttel) ist aber mit seiner Rolle gänzlich verunglückt. Schon das erste Auftretten war äußerst verzagt, und entweder Heiserkeit, oder Beklommenheit machte, daß er gleich mit der ersten Arie verunglückte, daß während ein Theil des Publicums –, vielleicht der besser unterrichtete, seiner Beklommenheit abhelfen, und zu seiner Aufmunterung applaudirte – der andere Theil zischte. Doch scheint beym 2 ten Auftretten einige Ermannung sich eingefunden zu haben, und glücklich gerieth die erste Arie, besonders glücklich gerieth den guten Alphonso eine Rollate, welcher man auch erkennend Beifall klaschte; in übrigen blieben alle seine Leistungen unbeachtet. Allein
Zampa (H. Hölzel) ist ein trefflicher Zampa, besizt eine starke ausgiebige Stimme, die nach der Höhe, so wie nach der Tiefe ohne Anstrengung, ohne Zwang – natürlich steigt und fällt; – die Camilla singt sicher, mit Bravour, und Ritta (Madame Ney) steht in ihrer Rolle, derselben würdig zur Seite; Daniel (H. Bürger) blieb wenig beachtet, doch sein Duette mit der erkannten Frau, und das Terzette, mit den hinzu kommenden, mit Ritta verlobten Dandolo (H. Glaeser) wurde applaudirt. Die Chöre giengen gut; mit der Marmorbraut waren gegen die vorjährige Aufführung –, Veränderungen, am Ende die Schluß-Scene ganz verändert, und mit grün und rothen griechischen Feuer erleuchtet, gegeben. – Das Orchester scheint etwas minder einstudirt gewesen zu seyn; es gab einige merkbare Verstoße. Referent glaubt noch über die Garderobe der Camilla bemerken zu müssen, daß
derselben Galla – so wie neglige Anzug, ihrer kleinen Person ein sehr widriges Ansehen – (Gestalt) gab. Die unendlich lange Schleppe, und die sonderbar an den Spitzen geformten griechischen, sehr großen Kleid-Aermel oder Flügel entstellten außerordentlich, wodurch die Braut recht widriges Aussehen bekam, und wäre sie im Gesange nicht so brav, unmöglich hätte, sie Beifall erndten können. Das Theater war voll! – –
Der arme Gautier hat zwar beym Ausreiten immer schönes Wetter, nur immer Regen, wenn sein Circus Gymnasticus eröffnet werden soll, so, daß er nun schon hier verschuldet seyn solle, wodurch seine Abreise unmöglich, und sein Aufenthalt hier verlängert wird.
Morgen Montags findet sicher die Vermählung der Comtesse Pauline v. Auersperg zu Görtschach statt, und die Familie wird bei S r fürstlichen Gnaden, dem H. Bischof das Mittagmahl einnehmen.
Der Bräutigam Gubern. Assessor v. Gerliczi ist schon am Freytage den 20 ten d. angekommen.
Für heute Sontag ist wieder Zampa angekündigt. Die Garderobe ist gut, und darüber im Allgemeinen nichts zu bemerken.
Die am Sontag den 22 ten d. statt gefundene Wiederholung des Zampa soll rücksichtlich des Orchesters besser als Samstags – ausgefallen seyn, sonst keine andere Besserung sich haben bemerken lassen.
Die Familie Auersperg, dann Lazzarini und die 2 Brüder Richard und Ig. Blagay sind gestern früh nach 9 Uhr nach Görtschach gefahren, und Abends vor 7 Uhr erst rückgekehrt.
Abends ist Gräfinn Blagai von Billichgratz mit Frau Schwester Gräfinn Cöcile von Lichtenberg – und der letztern Comtessen Töchtern – hier angekommen.
Graf und Gräfinn v. Stubenberg werden dieser Tagen, vielleicht schon Morgen von hier nach Kärnthen rückkehren.
Herr Gen. v. Sivkovich wird heute hier rückerwartet.
Gestern war bei Gräfinn Weichard Auersperg – Familientafel, an welcher alle Familienglieder der Auerspergischen und Lazzarinischen Familie –, welche vorgestern der Vermählung zu Görtschach beiwohnten, theil nahmen. Die Neuvermählten sind heute nach Weißenstein, und werden von da gleich nach Fiume morgen reisen, dort nur kurze Zeit verweilen, und dann zum Besuch der Gerliczischen Familie nach Ungarn reisen, endlich über Wien nach einigen Wochen anher rückkehren, und die, bei den alten H. Baron v. Lazzarini befindlichen 2 Knaben mit sich nach Fiume mitnehmen.
S e Excellenz der H. Gouverneur zu Mailand Graf von Hartig, sind gestern von Wien kommend, hier durch nach Italien passirt.
Auch sind gestern 2 pohlnische, vermögliche Grafen, welche gleichfalls nach Americka sich begeben, mit Post hier durch, sie erhielten einem Unter Off. zur Escorte, und setzten die Reise nach Triest unaufgehalten fort.
Gestern kam auch der 2 te , schon vorgestern erwartete Transport der pohlnischen Flüchtlinge hier an, welcher heute nach Triest weiter gegangen ist; derselbe hätte schon am 23 ten
kommen sollen, da der erste bereits am 22 ten hier angekommen, und den 23 ten d. nach Triest abgegangen ist: sonach sind nun keine Pohlen mehr hier; außer ein, zwey Kranken im Spital.
Man hört, daß für den Tenoristen Bussmeyer, welcher das hiesige Engagement nicht angenommen hat, ein neuer Tenorist vorgestern angekommen seye.
Der H. General v. Sivkovich ist gestern Abend, hier angekommen.
Wegen – durch großes Wasser der Drau in Steyermarkt beschädigten Brücken, ist der Eilwagen statt lezten Samstag – erst am Sontag –, und die Post von Wien, Montags statt früh – erst gegen Abend hier angekommen.
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Heute bleibt die Bühne verschlossen.
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Frau Gräfinn und Herr Graf von Stubenberg sind gestern von hier wieder nach Kärnthen abgereiset – u. haben Fräulein Daria v. Schmidburg mit dahin genommen.
Frau v. Kreuzberg ist vor einigen Tagen mit Ihrem Sohn, welchen Sie ins Theresianum als Kostzögling gibt – nach Wien abgereiset.
Gestern Nachmittag war die Versammlung der zu den – zu errichtenden noble Cassino subscribirten Mitglieder, wegen der Wahl eines Ausschusses, dem die Entwerfung der Statuten, und die weitern Verfügungen wegen Etablirung der nöthigen Localitaeten obliegen solle. – Denen Anwesenden wurden nebenliegend, in Druck gelegte Fragepunkte zur eigenhändigen Beantwortung übergeben, um hiernach die Bestimmungen treffen zu können. Das Resultat der Wahl-Zettel war folgendes:
Zum Casino Director: H. Graf v. Welsperg
Zu dessen Stellvertretter : H. Gubern. Rath Sicard.
Von Seiten des Adels für Ausschuss-Glieder :
Herr Graf v. Welsersheim
'' '' v. Saurau
'' '' Jos. v. Thurn
'' '' v. Hohenwarth
Von Seiten der Beamten
und Honoratiores:
Herr Gubern. Rath Wagner
'' Landrath Tschopp
'' Gubern. Expedts. Directer Bradatsch
'' Cameral Rath Pavesch
Von Seiten der bürgerlichen
Stadt Bewohner :
'' Bürgermeister Hradetzky
'' Galle
'' Dr Burger
'' Dr Zhuber
Vom Geistlichen- dann vom Militairstand – wird sich ein Mitglied von jeden, für den Ausschus erbethen.
An subscribirten Mitgliedern werden bis heute 281 und mit derselben Familien 361 Personen, für die Gesellschaft gezählt. Das subscribirte Einkommen krönt nahe jährlicher 4000 fr. CM. – Demnach ist man in Unterhandlung getretten, im Lepuschitzischen Hause die nöthigen Localitaeten zu erhalten; nebst den ganzen 2 ten Stock, welcher 12 Zimmer und Kabinetten zählt, wünscht man im ersten Stock in 3 Zimmern die Lese-Kabinette zu etab-
liren; im 2 ten Stock müssen 2 Zimmer zu einem Tanzsaal umgestaltet, und ein Kabinett zu einer Küche umwandelt werden. Im dritten Stock wünscht man einige Piecen für die Dienerschaft des Cassino’s. Daß die nöthige Etablirung auf Unkosten der Gesellschaft geschehen, und seiner Zeit der Hausbesitzerinn, in dem gegenwärtigen Zustand wieder rückgestellt werden, also izt und dann auf Kosten der Gesellschaft gebauet werden muß, ist begreiflich. Die Meublirung der Localitaeten besorgt der Traiteur, gegen angemessene Meublesentschädigung, es ist noch unentschieden, ob es Wieland (Schwiegersohn des Colloredo) oder Gilly – oder, wie man mehrseits wünscht –, beyde mitsamen, in Compagnie erhalten werden. Für einseitige Uibernahme, hat Gilly mehr Stimmen, als Wieland. –
Frau Gräfinn Weichard von Auersperg reiset übermorgen mit ihrem jüngern Sohne Richard nach Wien, und führt zugleich die jüngste Comtesse Tochter – nach Pressburg in die Erziehung.
Schon vor einiger Zeit sprach man hier von Privatnachrichten, die aus Smyrna nach Triest gekommen wären, daß neuerlich in Konstantinopel eine Revolte ausgebrochen wäre, in Folge dieser, ein großes masacre gewesen, und bei 16.000 Menschen umgekommen seyn sollen. Der Sultan habe sich ins fränkische Quartier
nach Pera geflüchtet. – Die allgemeine Zeitung vom Montag gab etwas davon, jedoch als unverbürgtes Gerücht an; die übrigen Zeitungen schwiegen. Vielleicht bringt die morgen ankommende allgemeine Zeitung etwas bestimmteres.
Der Kunstreiter Gautier ist mit seiner Gesellschaft am 23 ten d. von hier nach Klagenfurth abgereist.
Herr v. Gerliczi ist mit seiner jungen Frau nicht nach Fiume, sondern von Weißenstein über Agram nach Ungarn gereiset.
Frau Gräfin Weichard Auersperg ist schon gestern Freytags N. M. mit Ihrem Sohn Reichard und kl. Comtesse Tochter nach Wien abgereiset. Comtesse Cöcile ist mit der Mama als Begleiterinn mit.
Frau Hauptmann v. Taubenberg – geborne v. Odelga, ist verwichene Nacht von Wien hier angekommen, ist im Begriffe, Ihren Gemahl nach Bologna zu folgen. Man hört, sie gedenke Ihre – bis izt hier deponirte Meubles mittelst Licitation zu veräußern, deshalb sich einige Tage hier aufzuhalten.
Herr Verpflegs Adjunct Schmid – Schwager H. Grafen v. Stubenberg – ist mit seiner Frau nach Verona heute morgens abgereist.
(zadnja stran osnutek nekega Erbergovega pisma)
Gestern hat sich das Gerücht in der Stadt verbreitet, und gehet so zu sagen von Mund zu Mund, daß Fräulein Cölestine von Paunovich, welche seit einigen Wochen in Unterkrain zu Wörl und Turnau gewesen, und sich noch in Wörl befindet, den verwittweten Grafen v. Strasoldo in Görz (Bruder der Frau Baronin v. Rehbach) heurathen werde.
Diese Gerücht läßt sich faßt verbürgen, indem es nach allen Umständen ganz außer Zweifel zu stehen scheint.
Um möglichst zeitig von der Ankunft S r Excellenz des Staats und Conferenz Ministers des Innern H. H. Grafen v. Kolovrath Liebsteinsky, Nachricht zu erhalten, sind bei dem hiesigen Postamte dringende Ansuchen gestellt worden; weil zu hoffen ist, daß die nöthigen Postpferde vielleicht 24 Stunden früher bestellt werden dürften. Auch im Gasthofe bei Malitsch ist Vorkehrung getroffen worden, bei etwaiger
Ankunft, schleunige Nachricht zu erhalten; welches schleunigst nach Lustthal zu berichten, nicht unterlassen werden wird.
Die gestern angekommenen, in Bayern – für Griechenland angeworbenen Schützen 240 bis 250 Mann stark, halten heute hier Rastag. Es werden noch 2 Collonen oder 4 Compagnien diesen nachfolgen, nämlich
1 Comp. Uhlanen
1 '' Grenadiere
1 '' Pioniera
1 '' Schützen; doch die Zeit, wann diese Leztern Laibach passiren sollen, wird später bekannt gegeben werden. Bei der heutigen Truppe sind mehrere Weiber und Kinder.
Der Gubernial Concipist Herr Eduard v. Grimschitz, welcher dießseitiger früherer Anzeige zu Folge von Wien nach Prag gereiset war, ist nun mit H. v. Mladota von Prag nach Benatek–, einer Herrschaft, welche dem Stiefgeschwister H. v. Mladota’s gehört, und 2 Posten von Prag, dann 2 Posten von Münchengratz gelegen ist, sonach auch nach Münchengratz gereiset, allwo der H. v. Grimschitz mit H. v. Mladota die ganze Zeit während des Aufenthaltes der Monarchen dortselbst –, zugebracht haben, und folglich alles sehen konnten.
Brieflichen Nachricht H. Grimschitz zufolge, hat S e Majestaet Kaiser Nicolaus das Regmt. Wieland Husaren erhalten, ist nämlich zu dessen Regiments Innhaber ernannt worden, wornach das Regt. von nun an „Husaren Regmt. Kaiser Nicolaus“ heißen wird.
In einem der lezten Berichte hat Referent angezeigt, daß das Regmt. Kaiser Cürassier und ein Husaren Rgt. nebst andern Truppen, vor Ihren Majestaeten bei Jungbunzlau maneuvrirt haben; dieses Husaren Regmt. war Wieland, früher Frimont Husaren Nr. 9, wobei Gr. v. Wrbna Oberster ist. S e Majestaet Kaiser Nicolaus sollen über die Schnelligkeit der von diesem Regt. vollführten raschen Bewegungen außerordentlich vergnügt gewesen seyn, und obwohl S e Majestaet Kaiser Franz in Absicht gehabt haben sollen, S e Majestaet zum Innhaber des Infant. Regmts. Trapp zu ernennen, so änderte das außerordentliche Vergnügen S r Majestaet Kaisers Nicolaus über die Husaren, die Sache, und als das Offes. Corps dieses Regmts. S r Majestaet Kaiser Nicolaus vorgestellt zu werden, die Ehre hatte, geruheten S e Majestaet Kaiser Franz, dem Offes. Corps des Husaren Regmts. – Sr Majestaet dem Kaiser Nicolaus als den künftn. Herrn Rgts. Innhaber vorzustellen, worüber S e Maj. Kaiser Nicolaus außerordentlich entzückt gewesen, und dem Regte. sogleich 4000 fr. CM, und mehreren Offes. kais. russische Orden vertheilen ließen, und in 24 Stunden mußte ein Husaren Uniform verfertigt werden, welchem S e Majestaet gleich anlegten.
Da bis izt die Zeitungen über die Revolte von Constantinopel nichts bestimmtes geben, so scheint es, daß die dieß-
fälligen Triester Nachrichten unbegründet waren, welches zum Wohle der Menschheit wünschenswerth ist.
Man erzählt sich, es seye die Rede von Herstellung der Würde eines Deutschen Kaisers. Das ganze Reich solle diesen Erzählungen gemäs, in 5 gleiche Theile, gleiche Königreichen groß, getheilt, und unter die Oberherrschaft des Deutschen Kaisers gelangen. Das ganze trägt jedoch das Gepräge vieler Unwahrscheinlichkeit dadurch, weil man hinzu sezt, daß die bisherigen Deutschen Souverainen Herrn, in ihren Rechten nicht geschmälert, und die volle Souverainitaet über ihre gegenwärtigen Unterthanen fortan behalten sollen etz. etz. –
Man hört S e Majestaet der Kaiser Nicolaus sollen in Begleitung des Herzogs von Nassau von Münchengratz über Breslau auf die k. preus. Domaine in Schlesien, S e Majestaet Kaiser Franz über Königgratz nach Mähren, in der Rückreise nach Wien, die Tour genommen haben. Der kais. russische vice Staatskanzler Graf v. Nesselrode solle direckte nach St. Petersburg, und S e Durchl. der Fürst Metternich direckte nach Wien, von Münchengratz abgereiset seyn.
Die Frau Baronin v. Zois wird um 12 ten –13 ten d. M. von Wien hier rückerwartet. – Die Frau Hauptmannin von Taubenberg ist nicht vorgestern, sondern erst gestern
Sontags Nachmittags hier angekommen.
Das gestern Sontags gegebene Theater Stück ist gut aufgenommen worden; das Publicum zeigte viel Beifall, und rufte am Schlusse H. Gläser, Madame Ney und Delle Perechon vor. Die Theater Kassa machte gestern gutes Geschäft, das Haus war gedrängt voll.
Gestern war an allen Orten nur die gräfliche Braut Cölestine v. Paunovich –, der Gegenstand des Gesprächs; auch war Nachmittags Visitte bei Ihren Excellenzen; – S e Excellenz der H. Gouverneur sind aber von sehr leidenden Aussehen. –
Nächsten Freytag den 4 ten 8ber als am Tage des allerhöchsten Geburtsfestes S r Majestaet des Kaisers Franz wird in der Domkirche um 10 Uhr ein Hochamt gehalten werden, wozu die Einladung erfolget ist.
Man ist der Hoffnung, im nächsten Winter doch etwas Musick – und wenn kein unvorgesehenes Ereigniß ergibt –, nächsten Fasching auch Tänzer nach Laibach zu bekommen. Es soll nämlich das Landwehr Bataillon v. Graf Lilienberg Inf. nach Laibach, das Landwehr Bat. Kaiser nach Görz und Istrien, und Jäger im Neustaedtler Kreis verlegt werden.
Am 3 ten 8ber nämlich nächsten Donnerstag wird im hiesigen, zur Feyer des allerhöchsten Namensfestes S r Majestaet des Kaisers – erleuchteten Theater, nach einem vorgetragenen Prolog und Absingung des Volks Liedes: „Gott erhalte Franz dem Kaiser“ Tancred gegeben werden.
Am Freytag dürfte die Philharmonische Gesellschaft zur Feyer dieses Tages ein Concert geben, am Samstag im Theater die beyden Foster und
Sonntag den 6 ten 8ber , das heute zum 3 ten mal gegeben werdende Stück, zum 4 ten mal zur Ausführung kommen.
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Das Theater war gestern minder als Sonntag, jedoch noch ziemlich zahlreich besucht.
Habe die Ehre anzuzeigen, daß dem Vernehmen gemäß, wir nächstens S e Majestaet Carl X., nebst Madame der Herzoginn von Angolem königl. Hoheit, dann dem Herzog von Bordeaux oder Carl V – und des Leztern Prinzessinn Schwester, hier in Laibach sehen, und für einige Zeit behalten werden; versteht sich, daß auch die Herzoginn v. Berry hieher kommen wird. Ich bitte jedoch unterthänigst, keinen Gebrauch davon zu machen, da mann es als ein Geheimniß be-
handelt, und wenn man es Eure Excellenz anderweit mittheilen sollte, nichts merken zu lassen, daß Hochdieselben schon praevenirt seyn! –
Mich Eure Excellenz fernern Gnade anempfehlend, muß ich nur noch mein Bedauern ausdrücken, daß ich gestern nicht bey Hause, daher nicht so glücklich war, Hochdenenselben meine Ehrfurcht darbringen zu können mit welcher geharre:
Die Frau Hauptman Taubenberg ist bereits heute früh mit ihrer Familie nach Bologna von hier abgereist, und hat die Licitation ihrer hier deponirten Effecten noch ausgesezt.
Morgen Freytags Abends gibt die Philharmonische Gesellschaft im Deutschen Ordenssale zur Feyer des höchsten Namensfestes Sr Majestät des Kaisers, eine musickalische Academie.
Die Oper Tancred ist gestern gut gegeben worden. Der vom Regisseur (Herrn Rosenschön) vor dem Bildnisse S r Majestaet –, welches von mehreren, in Gruppen placirten Genien umgeben gewesen, welche grünne Girlanden darzureichen, die Hände nach dem Bildnisse hielten –, gesprochene Prolog, welchem das Volkslied: „Gott erhalte Franz dem Kaiser“ folgte, erregte Enthusiasmus! –
Amenaide (Delle Perechon) und Tankred – (Madame Ney) wurden gleich beym ersten Erscheinen auf der Bühne, mit vielen Beifall empfangen, nach jeder gesungenen Piece applaudirt, in Zwischen Acten und am Ende des Stückes – stürmisch geruffen.
Morgen Samstags werden die beyden Foster
(2 Brüder und Engländer) ein Stück von 5 Acten gegeben. – Sontag soll, wie schon berichtet, das Specktakl Stück Lumpaci-Vagabundus gegeben werden. Der neue Tenorist wird Samstags erwartet.
Heute Abend ist im Philharmonischen Gesellschafts Saale – musikalische Academie.
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Für Bar. Montbelle – zur Umgebung der in Laibach anzukommen habenden Fremdengehörig, ist beym Handlungshause Heiman bereits Credit eröffnet worden! –
Heute Vormittags gegen 11 Uhr schlug die Gloke des Kastellberges, und nach derselben alle Thurmglocke Feuer Allarm; bald fielen 2 Kanonenschüsse und man vernahm, daß es in der Vorstadt Krackau brenne, wohin auch alles lief. Ein Haus brannte da in der engen Gasse, welche von der Kapelle des Heil. Johannes links in die Krakauer Vorstatd nach dem Laibachfluße führt, und zwar gleich das 4 te Haus links vom Eingang in die Gasse. Augenblicklich geleistete Hilfe, die herbei geeilten Feuerspritzen, machten dem Brande baldiges
Ende, und um Halb 12 Uhr war von der – etwa ¾ Stund früher in der Stadt geherrschten Aufregung – nicht eine Spur, alles gieng seinen ruhigen Gang fort.
Das Haus verlor seinen ganzen innern Bau, und den Dachstuhl; bloß die Grundgemäuer sind geblieben.
Es ist nun entschieden, daß das Landwehr Bataillon Kaiser die Sicherheits-Postierungen von Lilienberg Landwehr übernimmt, daher im Adelsberger und Neustadtler Kreis verlegt, und Lilienberg Landwehr diesen Winter hier in Laibach bequartirt, – dennoch derselben Trompeter Musick hier seyn wird.
Der Major Baron Neugebauer wird ein Grenadier Bataillon erhalten, und deshalb nach Brünn übersezt werden.
Man zweifelt keineswegs, daß das am Samstag hier in der Krackauer Vorstadt ausgebrochene Feuer angelegt gewesen; – da es schon am Freytag an derselben Stelle gebrannt haben soll, wo Samstags das Feuer abermal zu erst ausgebrochen war, allein am erstern Tage zeitlich genug entdeckt, und gelöscht worden seye! –
Gestern Sonntags hat sich ein Schnellläufer – angeblich von München gebürtig, in der Congress- oder Stern Allee mit und ohne Stelzen producirt;
er kommt von Nauplia aus Griechenland, und reiset nach Haus. Man hat in der Gesellschafts-Visitte bei S r Excellenz dem H. Gouverneur für diesen eine Collecte gemacht.
Heute Montags wird H. Graf v. Strassoldo aus Görz und Frau Baroninn v. Rehbach als Schwester des Erstern, von Neustadtl – hier in Laibach erwartet, wo hinsichtlich der Vereheligung des H. Grafen mit Frl. Cölestine v. Paunovich die Verabredung geschehen, und der definitive Beschluß statt finden soll.
Die in Klagenfurth unter dem Militair u. zwar in dem dort schon längere Zeit dislocirten Peterwardeiner Grenz Regmt. ausgebrochene Seuche der Augenkrankheit, ist wieder so häufig u. heftig, daß man besorgt wird. Man ist vielseitig der Meinung, ob dieses Uibel, welches wiederhollt in ein und derselben Militair Cassern ausgebrochen, wie es der Fall vor mehreren Jahren
eben unter dem Milit., welches dort bequartirt gewesen, den Anfang genommen, nicht vom Brunnenwasser seine Entstehung haben möchte, da das Civile und die in der Mltr. Cassern nicht wohnenden Mltr. Offes. an diesen Uibel nicht leiden, folglich es schwer in der Atmosphaere zu suchen wäre! –
Der Samstags hier eingelangte österr. Beobachter Nro 275 vom 2 ten 8ber enthält die aus Brünn nach Wien gekommene Nachricht, daß S e Majestaet dem Kaiser am 30 ten 7ber bei den Truppenübungen im Lager von Turas in Mähren der Unfall begegnet, daß Allerhöchstdieselben in eine, durch den häufigen Regen durchweichte Stelle geriethen, wobei das Pferd dergestalt einsank, daß es im Bestreben, sich heraus zu winden, mit S r Majestaet zur Seite fiel, wodurch zwar die Kleider des Kaisers durchnäßt wurden, der höchsten Person des Monarchen aber, äußer einigen unbedeutenden Contusionen am Fuß
und Schenkel, so wenig Leid widerfahren ist –, daß Allerhöchstdieselben, nachdem Sie die Kleider gewechselt hatten, wieder zu Pferde stiegen und dem Manövre noch 3 Stunden lang beiwohnten.
Nachdem S e Majestaet König Carl X zu Leoben erkranket, und die Reise bis hieher fortzusetzen, gehindert sind, wird die Herzoginn von Berry nach Leoben reisen, und in dieser Tour zu Laibach übernachten.
So erzählte man auch heute, daß die Herzoginn von Angoleme zu Gratz angekommen seyn soll, welche – wenn Vorstehendes sich bestättiget, gleichfalls nach Leoben reisen dürfte; – es scheint, daß zur Beseitigung allen Aufsehens, – absichtlich zweyerlei Reise Routen für den König und die Prinzessin in Antrag gekommen seyn.
Aus sicherer Quelle kann Referent versichern, daß S e Excellenz der H. Staats und Conferenz Minister des Innern Graf v. Kollowrath
nächsten Freytag den 11 ten d. M. hier ankommen werden.
Das gestern gegebene Theater oder die gestern gegebenen Theater Vorstellungen, waren Schwach besucht.
Der neue Tenorist wird täglich erwartet. Madame Schwarz und Demoiselle Elsner sind gestern hier angekommen, Letztere wird heute zum erstemal Debütiren.
H. Majetti Vater und Sohn sind bei der hiesigen Bühne engagirt.
Theater Repertoir vom 7 ten bis 13 ten 8bris 1833
Montags den 7 ten : Die Braut und Gunst der Kleinen
Concerte der 3 Tyroler Knaben.
Dienstags den 8 ten : Die Unvermählte.
Mittwoch den 9 ten : Tankred
Donnerstag den 10 ten : Der Diener zweyer Herrn.
Ein Benefice Stück H. Gläsers.
Samstags den 12 ten : Der Erbvertrag.
Sontags den 13 ten : Lumpaci Vagabundus.
Die Piece: „Die Unvermählte“ ist gestern im Theater mit vielen Beifall gegeben worden. Delle Elsner gab die Tittelrolle gut, und Madame Rosenschön die Ziehtochter Leopoldine trefflich mit vielen Beifall; beyde wurden mehrmal rauschend geruffen. Das Theater war jedoch schwach besucht.
Gestern erzählte Jemand, der von Klagenfurth gekommen, daß man dort davon spreche, die bekannte Zusammenkunft der franz. Familie seye von S r Majestaet dem Kaiser Franz zu Triest bestimmt worden, allwo sich mit Sicherheit für Hochselbe Unterkunft finden lasse.
Herr Graf Strassoldo hat gestern Vermählung mit Fräulein Cölestine v. Paunovich unwiderrufflich beschlossen, welche noch vor eintrettenden Advent – statt finden wird. –
Fräulein Marie
Flug ist von Ihrer Land-Excursion recht gesund und wohl hier angekommen.
Man erfährt durch Privatbriefe aus Linz, daß noch in diesem Herbst S e Majestaet der Kaiser wegen einer Zusammenkunft mit Ihren Majestaeten dem Königen von Bayern und Würtenberg – dahin kommen werden. Die dortländigen H. H. Stände sollen nahmhafte Summen zu veranstaltenden Volksfesten bewilligt haben, und zu diesen hohen Empfang allerlei Vorbereitungen mit vieler Thätigkeit statt finden.
Die in diesem Blatte schon früher angeregte abermalige Ankunft – grichischer, in Bayern angeworbenen Truppen –, in Laibach, ist nun ämtlich auf den 30 ten d. M. October, und auf den 2 ten 9ber bestimmt angesezt.
Statt den hier verstorbenen ersten Kreis Commissair ist der zu Villach befindliche zweyte Creis Comiss: Brandstaedter zum ersten Commissair ernannt, dadurch, wie man erzählt, der ältere 2 te Kreis Commissair v. Karzarolli praeterirt worden. Ob
Kreis Commissair Brandstaedter nach Laibach übersezt, oder beym Villacher Kreisamt belassen wird, hängt von der Bestimmung des hiesigen Landes Guberniums ab. Bekanntlich hat KC Brandstaedter zur Zeit des Laibacher Congresses das Kammermädchen der Hofdame v. Veveld geeheligt.
Das Landwehr Bat. Kaiser wird morgen den 11 ten d. M: hier wieder einrücken, allein erst gegen Ende dieses Monats mit dem Landwehr Bat. Lilienberg die Ablösung der Landessicherheitsposten zu Adelsberg – Neustadtl etz. etz. wechseln, daher dann erst das Landwehr Bat. Lilienberg nach Laibach kommen wird.
Das 1 te Bataillon mit dem Rgts.staab des Gradiscaner Regmts. ist zu Klagenfurth dislocirt, indem das Peterwardeiner Gränz Regt. wegen der Augenkrankheit nach Judenburg verlegt worden ist.
Der hiesige KreisHptm. Flug soll noch in diesem Monat
eine Reise nach Wien antretten.
Gestern Abends ist die Herzoginn v. Berry kurz vor 7 Uhr hier eingelangt, und hat im Gasthofe zur Stadt Wien, bei Malitsch übernachtet, heute am 10 ten um 7 Uhr früh die Reise nach Leoben über Krainburg fortgesezt. Das ganze Gefolge besteht in 21 Personen, in 5 Wagen, wozu 15 Postpferde erforderlich sind. Mit der Herzoginn soll ihr Gemahl Graf Luchesi Palli reisen, und derselbe, nebst einem Marchese und dessen Gemahlin, also nur 4 Couverts, die Soupée Gesellschaft der Herzoginn gezählt haben. –
Die Oper Tankret ist gestern besser, als das erstemal, gegeben, das Theater aber schwach besucht worden. Tankret (Mad. Ney) und Amenaide (Delle Perechon) sind sehr applaudirt, am Ende stürmisch geruffen worden.
Mit Delle Elsner ist nach der Letzten Anzeige irrig Madame Schwarz als angekommen, be-
zeichnet worden; es sollte Delle Fischer heißen, welche neu engagirtes Mitglied der hiesigen Bühne ist.
Die Gebrüder Joseph und Ant: Micheletti sind mit ihrer Kunstreiter und Sailtänzer Gesellschaft angekommen, und werden Samstags den 12 ten d. M: den Circus Gymnasticus – in der Congress Allée eröffnen.
Laufzettel
von Triest über Laibach bis Gratz
auf 7 Pferde
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Am kommenden Samstag den 12 ten d. M. October werden S e Excellenz der Herr Minister des Innern Graf v. Kollowrath um 7 Uhr früh von hier (Triest) nach Adelsberg abgehen, daselbst übernachten, – am Sontag den 13 ten d. um 7 Uhr früh Ihre Reise bis Laibach fortsetzen, – am Montag den 14 ten 8ber daselbst verweilen, und am Dienstag den 15 ten 8ber um 6 Uhr früh weiter reisen, an diesen Tag bis Gonowitz oder Winidisch Feistritz gehen, in einem oder den andern dieser 2 Orte, nach Umständen und Möglichkeit Nachtlager halten, dann am fol[genden]
Tag als Mittwoch den 16 ten d. M. um 6 Uhr früh Ihre Route bis Gratz machen; zu dieser Reise werden für 2 Wägen, Sieben Pferde benöthigt, woran die Oberpost-Verwaltung verständigt wird.
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Eure Excellenz!
Habe die Ehre anliegend in Abschrift das Aviso mitzutheilen, welches das hiesige Postamt heute Morgens – über die Reise S r Excellenz des H. Staats und Conferenz Ministers des Innern Grafen v. Kollowrath – erhalten, und sogleich S r Excellenz dem H. Landes Gouverneur angezeigt hat, wornach die Ankunft des Herrn Grafen v. Kollowrath Excellenz, nächsten Sontag den 13 ten d. M: hier zu Laibach statt finden, am Montag S e Excellenz der H. Minister hier verweilen, und Dienstags den 15 ten d. M: von hier weiter reisen wird.
Ich beeile mich daher – Eure Excellenz zur
Berichtigung meines frühern Berichtes – diese vollständige Anzeige zu unterbreiten u. ehrfurchtsvoll mich zu zeichnen:
Gestern sprach man hier, daß S e Majestaet der Kaiser bereits in Linz sich befinden sollen. –
Man erzählt, daß die Herrschaft Brunsee in Steyermark für König Carl X erkauft worden seyn soll, wornach zu schlüssen, daß die Familie Hochdesselben, in der Folge in Steyermarkt zu wohnen gedenke.
Da nächst künftigen Dienstag als den 15 ten d. M. der hierländige Landtag abgehalten werden wird: so wird an diesem Tage bei Wachs Beleuchtung des äußern Schauplatzes im Theater „Die Königinn von 16 Jahren“, gegeben werden; – am Montag den 14 ten d. aber die Bühne geschlossen bleiben.
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Referent war nicht so glücklich, die Fr. Fr. Herzoginn v. Berry noch Ihre nächste Umgebung zu sehen. Die eingehollte Beschreibung von derselben lautet: „Sie seye klein, mager, schwarz, habe einen falschen Blick, und vorne im Munde 3 hervor ragenden Zähne“; – Der Gemahl Graf Luchesi Pally aber soll ein schöner junger Mann seyn.
Ungeachtet – als nach den entworfenen Repertoir – für heute das Stück: „Der Erbvertrag“ bestimmt gewesen, und letztlich am Donnerstag den 10 ten d. selbst im Theater dieses Stück für heute zur Ausführung anuncirt worden ist, – wird laut anliegenden Theater-Zettel für heute dieses Stück nicht –, sondern Lumpaci Vagabundus gegeben.
Diese Aenderung soll auf höheres Verlangen geschehen, – und Letzteres durch die Ankunft S r Excellenz des H. Staats und Conferenz-Ministers und Ministers des Innern Grafen v. Kollowrath veranlaßt worden seyn; – indessen Folge morgen Sontags, als am Tage der Ankunft S r Excellenz –, im hiesigen Theater „Zampa“ – und Montags als am Tage des Aufenthalts S r Exc. allhier, „Leichtsinn aus Liebe“ – zur Ausführung kommen soll. Dienstags werden S. Excellenz der H. Minister die Reise nach Gratz fortfahren.
Nachträglich des Berichts vom 10 ten d. M. wird angezeigt, daß nebst den Gemahl Grafen Luchesi Pally – der Fr. Fr. Herzoginn von Berry –, welche unter den Namen einer Gräfinn von Saganna reiset –, der Marquis und die Frau Marquisin von Padenas in der nächsten Umgebung der Prinzessinn, und die Letztern, die zwey
in den besagten Bericht ungenannten 2 Personen sind, welche mit der Prinzessinn soupirten.
Herr Graf Joseph von Auersperg (Majoratsherr) ist von der Obervormundschafts-Behörde (dem k. k. Stadt und Landrecht) majorén erklärt worden.
Verwichene Nacht vom 11 ten auf den 12 ten hat wieder eine Harfe bei Stephansdorf (heiligen Grab) gebrannt, welches sicher angelegt worden ist. Die hiesigen Thurm-Glocken gaben Anzeichen davon, nachdem aber der Brand außer dem Burgfrieden Laibachs gewesen, und daher nur ein Allarmschuß geschehen ist, wurde wenig davon allarmirt, da der Vorfall auch um Mitternacht, also im ersten Schlaf erfolgte.
Vor einiger Zeit erfolgte auch hier in den Morgensstunden gegen Mittag zu, eine Erderschütterung, welche jedoch sehr schwach war, daher nur von Wenigen wahrgenommen worden ist.
Die Kunstreiter Gebrüder Joseph und Anton Micheletti werden heute den Circus Gymnasticus am Congressplatz eröffnen; sie scheinen gut beritten, und im Besitze einer guten Garderobe zu seyn.
Das entworfene Repertoir für die hiesige Bühne auf die nächsten 14 Tage lautet: wie folgt:
Vom 13 ten bis 26 ten 8 ber 1833
Sontag den 13 ten … Zampa
Montag den 14 ten … Leichtsinn aus Liebe
Dienstag den 15 ten … Die Königinn von 16 Jahren
Mittwoch den 16 ten … /
Donnerstag den 17 ten … Die Corsen. Erstes Debut der Dem: Fischer.
Freytag den 18 ten …0
Samstag den 19 ten … Erbvertrag
Sontag den 20 ten … Lumpaci Vagabundus
Monatg den 21 ten … /
Dienstag den 22 ten … Die Stumme von Portici. Herr Harm (Tenorist) gibt den Massaniello.
Mittwoch den 23 ten … Onkel Adam: Fragt nur mich um Rath.
Donnerstag den 24 ten … Die Stumme von Portici.
Freytag den 25 ten … /
Samstag den 26 ten … Pauline
S e fürstlichen Gnaden der H. Bischof sind gestern vom Lande zur Stadt gekommen, und Frau Baronin von Zois ist von Wien rückgelangt.
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Dienstag den 15 ten wird der hierländige Landtag statt finden.
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Der erste Tenorist Harm ist zwar bereits hier eingetroffen, wird jedoch heute im Zampa nicht auftretten.
Der Herr Graf v. Strassoldo – Bräutigam Fräuleins Cölestine von Paunovich, ist heute mit seinem 17jährigen Sohn von hier nach Görz abgereiset, und dürfte in den ersten Tagen des nächsten Monats November wieder kommen, wo dann die Vermählung statt finden wird. Die kirchliche Verkündigung wird nächsten Sontag den 20 ten d. M. zum erstenmal, und die letzte respt. dritte Verkündigung, am 1 ten 9ber statt finden.
Zu der – nächsten Donnerstag den 17 ten d. M. in Wörl erfolgenden Trauung Fräuleins Florei v. Schweiger mit Moritz Baron Tauferer, werden S e fürstlichen Gnaden der H. Bischof – Mittwochs den 16 ten von hier – dahin reisen.
Die Arbeiten zu Etablirung des neuen Casino’s im Lepuschitzischen Hause beginnen heute. Man wird diese Arbeiten mit Eifer fortsetzen, um der allgemeinen Erwartung, der baldigen Eröffnung des Casinos zu entsprechen.
Durch den im Landhause, und zwar im Saale der H. H. Stände nöthig gewordenen Bau des Tippelbodens ist der ständische Saal neu gemahlt, und auch
neu meublirt worden, weshalb man heute, um dieses neue Arangement zu sehen, den Saal besucht.
Es sind heute die Trompeter des Graf Lilienberg Landwehr Bataillons hier angekommen; diese werden sich heute vor dem Beginn des Theaters, vor der Wohnung S r Excellenz des H. Ministers Grafen von Kollovrath (bei Malitsch) und auch vor der Wohnung S r Excellenz des H. Gouverneurs produciren, und dann wird auch beym Zapfenstreich von selben geblasen werden.
Das bisherige variable Wetter, welches mehr kalt, als warm gewesen, gab vielseitigen Besorgnissen Raum, daß der dießjährige Wein hinsichtlich der Qualitaet gar nicht entsprechen würde. Referent hatte gestern Gelegenheit mit mehreren Realitaeten Besitzern Unterkrain zu sprechen, welche ganz in Abrede stellen, daß die Qualitaet des Weines schlecht seyn möchte; vielmehr sind Sie der Hoffnung, wenn keine vorzügliche, doch gewöhnliche – gute Qualitaet zu erndten; welches als wünschenswerthe Nachricht erscheint.
Es ist nun officiel bestimmt, daß das Landwehr Bataillon Lilienberg nach Laibach und das Landwehr Bataillon Kaiser zur Sicherheit des Landes nach Adelsberg und Neustadtl dislocirt wird, welche Verwechslung demnächst vor sich zu gehen hat.
Die Familie des H. Präsidenten von Buzzi ist gestern vom Land wieder in die Stadt rückgekommen.
Gubern: Sekretär B r Spiegelfeld ist wegen Erkrankung seiner Mama –, nach Gratz mit Urlaub.
Gestern war der Ehrentag des Fräuleins Flori von Schweiger.
Heute Nachmittags wird Herr Graf v. Hohenwarth wieder aufs Land verreisen.
Nächsten Montag den 21 ten d. M. wird das 3 te Bataillon des Inf. Rgts. St. Julien auf seinen Marsche aus Italien nach Ungarn über Laibach marschiren.
S e Excellenz der Herr Gouverneur und der Herr Gubern: Präsidial Sekretär B r Anton Codelli sind heute wegen des Kärthnerschen Landtags, nach Klagenfurth abgereiset.
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S e fürstlichen Gnaden der Herr Bischof sind gestern Samstags von Wörl – hier angekommen. –
Herr Baron Moritz von Tauferer wird seine junge Frau heute Sontags anher bringen.
Weil im nächst künftigen Jahre 1834 das allerhöchste Geburtsfest S r Majestaet des Kaisers auf den Ascher-Mittwoch fällt, ist die Feyer dieses Tages – allerhöchsten Befehls zu folge – auf den 9 ten Febr. 1834 – verlegt worden.
Der bekannte Hauptmann Rakittievics vom Gradiscaner Grenz Regiment ist zum Major beym Oguliner Grenz Regiment avancirt.
Ein Schauspieler Namens Karl August Lehmann ist hier angekommen, um Gastrollen zu geben.
Herr Eduard von Grimschitz Gubernial Concipist ist von seiner nach Wien und Böhmen unternommenen Reise, vor einigen Tagen schon – zurück gekommen.
Nachdem die Familie Baron Mladota’s die besessene Herrschaft Maschau im Sanzer Kreise Böhmens – an den Herrn Fürsten v. Dittrichstein für 600.000 fr. verkauft hat, wornach –, wie man hört, auf jedes der Kinder 100.000 fr kömmt, hört man, daß der Gubern: Concepts Practicant B r Mladota
fortdienen, und wieder hieher kommen wird.
Die Oper „Die Stumme von Portici“ wird erst Morgen Mittwochs zur Ausführung kommen, weshalb gestern und heute das Theater geschlossen. Delle Klein wird die Tittelrolle geben.
Muß ich unterthänigen Dank sagen für die gnädige Erinnerung an mich, und damit meinem innigsten Wunsch aussprechen, daß mir das Glück zu theil werden möchte, mich Eure Excellenz bester Gesundheit erfreuen, und Hochderoselben gnädigsten Wohlwollens fortan theilhaft bleiben zu können, dessen mich würdig zu erhalten, mein innigstes Bestreben seyn wird. – Um Eure Excellenz fernere Gnad bittend –, zeichne mich Verehrungsvoll:
Vorgestern am Montage, hat Baron Moritz Tauferer seine junge Frau in die Stadt gebracht. Das junge Ehepaar wohnt in derselben Wohnung, wo leztlich die Familie des B r Elsner gewohnt hatte.
Des Baron Elsners Krankheitszustand ist seit 10–12 Tagen, wieder verschlimert.
Morgen Donnerstags reiset Frau Wittwe v. Michelly nach Wien.
Frau Gräfinn v. Hohenwarth ist mit dem Herrn Grafen nicht auf das Land verreiset, sondern befindet sich hier.
Gestern Mittwochs wurde „Die Stumme von Portici“ im hiesigen Theater gegeben. Die Stumme ließ noch viel zu wünschen übrig. Mesaniello, H. Harm, scheint etwas Bühnen Gewandheit zu besitzen, – allein seine Stimme ist zu schwach, zu matt. Im Forte übertäubt das Orchester die Stimme, und man hört nichts vom Gesang. – Herr Hüttel, abermal Alfonso – singt und memorirt noch immer so schlecht und befangen, als sonst, und Madame Ney – zerrte den Mund gestern gräßlich – denn es scheint, daß der Parth der Elvire für Sie zu hoch geschrieben ist, daher es Anstrengung bedurfte und Sie sich sonach mit den gewissen Streck- oder Gurgelrollaten behalf. Einige Chöre gingen gut, auch waren die Aufzüge und Gruppierungen, so wie die Garderobe befriedigend, in Summa aber das ganze Spiel matt, obgleich man in der bekannten Scene den Mesaniello mit einem Schimmel abhollt, und im Triumphzug davon
reiten läßt, an dessen Seite die stumme Fenella sehr ungeschickt zu Fuß mitgehet.
Man applaudirte den Mesaniello und der Elvire einigemal, und Sie wurden am Ende mit Fenella geruffen! – Das Schlummerlied des Mesaniello, wo es keiner starken Stimme bedarf, und das Orchester im Piano spielt –, wurde besonders applaudirt, daher die Urtheile über den neuen Tenoristen noch verschieden, jedoch darinn bereits übereinstimmend sind, daß er eine schwache Stimme besitzt. – Pietro sein Freund (H. Hölzel) sang mit mehr Sicherheit, welches wahrnehmen läßt, daß er mehr, als H. Harm, musickalisch ist. –
Frau Gräfinn Cöcile v. Lichtenberg mit beyden Comtessen Töchtern ist Montags aus Unterkrain –, Herr Graf und Frau Gräfin v. Stubenberg am Dienstag aus Kärnthen hier angekommen. – Frau
Majorin v. Michelly und Frau von Lehmann sind heute Donnerstags über Gratz nach Wien abgereiset. Man hört, Gräfinn Marie v. Steinach seye bereits in Gratz angekommen, wornach der Aufenthalt in Gratz angenehmer, als jener in Oesterreich zu seyn scheint, wo Frau Gräfinn Seraphine v. Thurn annoch bei Ihrer Frau Schwester, der Gräfinn Lodron verweilt.
Man erzählt sich hier einen lächerlichen Vorfall. Die Frau Schneidermeisterinn Mally allhier – soll über die fatale Rolle, welche der Schneider Zwirn in dem Stücke Lumpaci-Vagabundus spielt, und wodurch die leichte – mobille – löbliche Schneiderzunft –, Ihrer hohen Einsicht gemäß –, sehr entehrt wird: so entrüstet seyn, daß Sie ihren Herrn Gemahl dahin vermacht haben soll, aufs hiesige Rathhaus zu gehen, und dort von der Behörde zu verlangen, daß dieses Stück nicht mehr gegeben werden solle, weil dadurch die löbl. Schneiderzunft beleidigt wurde! – ! –
Ohne Zweifel mag es vorzüglich die Scene seyn, welche die Frau Schneidermeisterinn Mally – so alterirt, wo dem
Vornehmen und reichen H. Zwirn, in der bei ihn veranstalteten Gesellschaft mit der Explication über die Gasbeleuchtung und über die Füllung des Luftballons mit Gas – einer der Gäste so höchlich beleidigt, daß H. Zwirn diesen davon gehen heißt. etz.
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Heute wird das Stück Die Stumme von Portici wiederhollt.
Herr Gubern: Secretair Bar. Spiegelfeld ist von Gratz wieder rückgelangt, da die Krankheit seiner Mama gebessert ist.
Es wird erzählt, daß König Carl X von Leoben wieder nach Prag zurück, die Fr. Fr. Herzoginn von Angoleme nach Wien gereiset seyn solle. Die Fr. Fr. Herzoginn von Berry würde vor der Hand zu Vicenza wohnen. – Am 15 ten 8ber als am Theresientage soll aus Anlaß des Namensfestes der Fr. Fr. Herzoginn von Angoleme die Stadt Leoben illuminirt worden, und darüber König Carl X unendlich erfreut gewesen seyn, weshalb der Bürgermeister von Leoben zu S r Majsetaet geruffen, und für diese Aufmerksamkeit demselben und der ganzen Bürgerschaft sehr gedankt, von S r Majestaet dem Könige hinzu gefügt wurde, daß Sie in Ihren Staaten, selbst zur Zeit Ihrer glücklichen Regierung, eine solch zarte Aufmerksamkeit nicht gefunden, welche die Einwohner Leobens
bei dieser Gelegenheit – Höchstdemselben als Freunden – und in seinem Unglücke – bewiesen hatten; weshalb S e Majestaet weiter äußerten, wie beneidenswerth der Kaiser von Oesterreich seye, so gute – loyale Unterthanen zu besitzen, welche im Glück und Unglücke –, stets gleiche Gesinnungen zu Ihrem Monarchen bewahren.
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Bei der Familie des Herrn Grafen v. Welsperg ist ein junger, sehr junger Hauptmann, welcher sich Friedrich Sunstenau v. Schützenthal nennt, dessen Vater General – er selbst vom Regmt. EH. Rainer ist, und früher beym Ingenieur Corps gewesen, – mit Urlaub angekommen. Es möchte sich die Vermuthung aufdringen, daß dieser Besuch durch Comtesse Helene veranlaßt seyn dürfte.
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S e Excellenz der Herr Gouverneur waren gestern
Donnerstag von Klagenfurth zurück erwartet worden, sind aber heute noch nicht angekommen.
S e Excellenz der Herr Gouverneur ist gestern Abend, und der Gubern: Sekretär Anton Bar. Codelli zugleich angekommen, und hatten über den Loibel eine sehr schlechte Reise.
Der junge Hauptmann von Sunstenau von E. H. Raineur Inf. Regt., dessen gestern erwähnt wurde, ist von hier nach St. Pölten in Niederösterreich –, wo dessen H. Vater als Brigadier angestellt ist – abgereiset.
Heute findet die Ziehung der großen Realitaeten und Silberlotterie in Wien statt –; nämlich jene, wo das Graf Aichelburgische Haus zu Baaden – zu gewinnen ist.
Vermög Wiener Nachrichten hoffte man heute Sontags die Rückkunft Ihrer Majestaeten des Kaisers und Kaiserinn daselbst. Es wären viele Vorbereitungen geschehen, um Ihre Majestaeten mit Festlichkeit zu empfangen. Unter andern wolle man auch mit drey türkischen Musickbanden Ihren Majestaeten eine Nachtmusick bringen.
Auch wird von Wien geschrieben, daß der Gen: der Cavallerie Graf Radetzky Hofkriegsraths-Präsident werden, der bisherige Hofkriegsraths-Vice Praesident Graf Hardegg nebstbei die Würde des Oberstlandjägermeisters erhalten solle. Der in Mähren Commandirende General Graf Klebelsberg solle pensionirt werden.
Für den Fall, als der H. GdC Graf Radetzky zum Hofkriegsraths Präsidenten ernannt würde,
zweifelt man nicht, daß Gen. der Cavallerie B r Lederer aus Ungarn nach Italien –, Feldzeugmeister Prinz zu Hessen von Gratz zum Ungarischen General Commando übersezt werden dürfte.
FeldMarschall Lieut. Graf Nugent seye zu S r Majestaet nach Linz schon früher gereiset, um sich wegen Erhalt eines der erledigt werdenden Posten der Comandirenden Generals – zu verwenden.
FeldMarschallLieut. Graf Wallmoden dürffte ohne Zweifel auch bei diesen Veränderungen, Commandirender General werden; man hatte demselben schon früher nach Gratz bestimmt –, wissen wollen.
Morgen wird die erste Collone der für Griechenland in Bayern angeworbenen Truppen hier einlangen. Bei denen morgen, und am künftigen 2 ten 9ber ankommenden griechischen Truppen sollen sehr viele Weiber und Kinder sich befinden.
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Repertoir für das Laibacher Theater:
Dienstag den 29 ten 8ber: Pantomimische Vorstellungen der Kunstreiter Gesellschaft Herrn Sibertus.
Mittwoch den 30 ten 8ber: Ebenfalls.
Donnerstag den 31 ten 8ber: Oper: Joseph und seine Brüder
Freytag den 1 ten 9ber: Das Testament einer armen Frau
Samstag den 2 ten – '' : Zampa.
Sonntag den 3 ten – '' : Quodlibet.
Man erzählt, daß S e Excellenz Herr Graf von Inzaghi Gouverneur von Mähren, als Obersthofmeister zu Ihrer Majestaet der Königinn von Ungarn kommen sollen. – An diese Erzählung wird gereihet: nach einigen, daß H. KHptm. B r Löhr von Klagenfurth – als Hofrath nach Mähren, und Graf v. Brandis von Adelsberg nach Klagenfurth übersezt –, nach andern aber, daß Letzterer selbst, als Hofrath nach Mähren kommen soll.
S r Excellenz etz etz etz Herrn Herrn Baron von Erberg1
Eure Excellenz!
Wage ich um gnädigste Durchsicht anliegender Papiere unterthänigst und zugleich zu bitten: diese Bitte für keine Zudringlichkeit halten, sondern vielmehr mit gnädigster Berücksichtigung meines unbegränzten Vertrauens, welches ich zu Hochdero Person, welche ich hoch verhere –, in mir bewahre, geneigt würdigen zu wollen, zu geruhen – daß ich mit diesen Acten Eure Excellenz von meinen zwar geringen, allein mit vieler Anstrengung erworbenen Verdiensten, meinen glühenden Eifer für den allerhöchsten Dienst unsers allerhöchsten und allerdurchlauchtigsten Kaisers und Herrn und Seines allerdurchlauchtigsten, gesammten Kaiserhauses –, und meinem unabwendbaren Bestreben, allerhöchstdemselben meine eifrige Dienste recht lange weihen zu können, – in Kenntniß zu setzen, mir die Freyheit nehme.
Ich
unterbreite in A die Beschreibung meiner zurückgelegten Dienstzeit – um aus derselben hochgeneigt die Uiberzeugung zu schöpfen, mit welch regen Eifer ich stets gedient habe, welche die sub B dieser Beschreibung zugehörigen Beilagen von A bis N in 13 Stück –, dann die weitern 6 Beilagen von S bis X – über verschiedene und besonders geleistete Dienste, vermeheren, und meine große Thätigkeit und den besten Willen für den allerhöchsten Dienst des anbethungs würdigen Monarchen, noch näher bezeichnen, welche Documente zwar sämtlich nur simple Abschriften sind, davon jedoch alle Originale in meinen Händen sich befinden. –
Nebst diesen unterbreite zur gnädigen Durchsicht:
1 tens Ein Gesuch um die Laibacher Post-Controllorsstelle – mit 2 Begleitungs Schreiben – zusammen 3 Stück.
2 tens Ein Bittgesuch um Erhalt einer – der – beim Obersten-Hof-Post-Amt in Wien erledigten Post-Officialsstellen, im Concepte, und ohne Beilagen, da diese eben dieselben sind, welche früher von a bis n und von s bis x erwähnt seyn, – nebst den Einbegleitungsschreiben zusammen 2 Stücke.
3 tens Ein Bittgesuch an S. Majestaet dem Kaiser in derselben ad 2dum angeführten Angelegenheit, welches mit abweisenden Bescheid des Obersten-Hof-Postamts – versehen ist, u. mit 2 Beilagen, 3 Stücke zählt.
4 tens Ein anderes Bittgesuch an S e Majestaet dem Kaiser, um eine Anstellung im Civile oder im Militair – nebst einer Einbegleitungsschrift und einer Qualifications-Tabelle – zusammen 3 Stücke.
5 tens Zwei Privatbriefe, welche Uiberzeugung gewähren möchten, daß meine Vorgesetzten eben so, wie meine Kameraden meinen
Eifer und meine Brauchbarkeit im Allerhöchsten Dienste anerkennen, von welch Gattung Briefe ich von sehr vielen Seiten her – besitze.
Eure Excellenz bitte unterthänigst, wegen diesen vielen Schriften auf mich nicht ungnädig zu werden, allein – ich glaube eben nur dadurch vor Eure Excellenz mich ganz aufzuschlüssen, und von Hochdenenselben erkannt zu werden, so glücklich seyn zu können; – auch zur hohen Uiberzeugung bringen zu dürfen, daß alle meine Vorgesetzten, meine Kameraden, meine Freunde, so wie meine Feinde, meine rastlose Thätigkeit im allerhöchsten Dienst, so wie in Hilfeleistung für Menschenwohl, mein gutes Betragen anzuerkennen, stets veranlaßt worden sind.
Zu-
gleich bitte ich unterthänigst – hieraus nicht schlüssen zu wollen, daß mein erstes Verlangen oder mein Wunsch izt dahin gerichtet ist, eine Adelstands-Erhöhung dermalen anzusuchen, nein! mein einziger Wunsch ist nur, meinem gnädigsten Kaiser meine kindliche Liebe, meine gränzenlose Anhängigkeit an die allerhöchste Person und an allerhöchstdesselben gesammtes – allerdurchlauchtigstes Kaiserhaus, recht werkthätig darthun zu können; mein Bestreben ist auch einzig dahin gerichtet, und jede Gelegenheit mir heißt erwünscht, davon Beweise ablegen zu können.
In dieser Hinsicht, und und [!] im Vertrauen zu Eure Excellenz geneigten Wohlwollen für mich erlaube mir unter
6 tens ein weiteres Gesuch vorzulegen und
Eure Excellenz zur hohen Kenntniß zu geben, welches ich zur Zeit der Krankheit des Herzogs von Reichstadt Hoheit, im Jahre 1833 an S e Majestaet dem Kaiser nach Gratz sandte, und um nicht anmassend zu scheinen, dasselbe anonyme verfaßte. – Das unter
7 tens angebogene Concept ist die Wiederholung der Bitte um Anwendung der empfohlenen Heilmittel für die Erhaltung dieses Prinzen Leben, – an seine Durchlauchtigste Mama, die Erzherzoginn Marie Louise Kaiserl: Hoheit –, welches jedoch, wegen inzwischen erfolgten Ableben des Prinzens, nicht mehr die Bestimmung erreicht hat.
Eure Excellenz wage ich demnach mit allen diesen Acten meine Gesinnungen für unsern angestammten Herrscher, und
die Beglaubigung über meine vielseitig geleistete Dienste, u. über meine Fähigkeiten, darzulegen, und mich der schmeichelhaften Hoffnung zu überlassen, daß auch Hochdieselben zu erkennen geruhen werden, daß ich noch viele Jahre dem durchlauchtigsten Kaiserhause bei schreibenden Geschäften dienen könne, und indem durch meine Placirung der Staatsschatz meine Pension gewinnt, meine Bitte um Anstellung billig und rücksichtswürdig erscheint –, daher ich mich gekränkt fühlen muß, nach, durch 12 Jahren von Zeit zu Zeit fortgesetzten Bitten, noch keine Anstellung erlangt zu haben, – welches doch schon mehrmalen füglich möglich war.
Eure Excellenz würde ich bei nächster Gelegenheit
unterthänigst bitten, mir gnädige Unterstützung zu verleihen, worüber einen besondern Vortrag mir erlauben werde, und mich zu hohen Gnaden empfehlend, mit aller Verehrung zeichne:
Es scheint, daß in den letzten Bericht, wo von der Pensionirung des H. Grafen v. Klebelsperg Excellenz – die Rede gewesen, ein Irrthum unterlaufen, und es nicht auf den in Mähren Comandirenden Gen: der Cavallerie, sondern auf den Hofkammer Präsidenten Bezug haben sollte, weil das gestrige Stadtgespräch die Neuigkeit gibt, daß S e Excellenz der H. Graf v. Ugarte, Gouverneur von Linz – Hofkammer Präsident werden, und der Herr Hofrath Graf Welsperg als Gubernial Präsident nach Linz kommen solle, welches jedoch, ob Mangel sicherer Quellen,
als bloßes Stadtgespräch einberichtet – und gebethen wird, als unverbürgtes Gericht dieses aufnehmen zu wollen.
An der Herstellung des Cassino wird thätigst gearbeitet, und die schöne Witterung kommt dem Baue wohl zu statten.
Die am 30 ten v. M. hier angekommenen k. griechischen Truppen – Pioniere –, welche gestern und heute hier rasten, werden morgen ihren Marsch nach Triest fortsetzen, und ihnen die andere Collone folgend, morgen hier ankommen.
Der Gubern: Rath und KreisHptm. Flug wird Montag den 4 ten d. nach Wien abreisen.
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Von der am 26 ten October in Wien vorgenommenen Lotterie Ziehung haben folgende Numern die Haupttreffer gewonnen:
N ro 16163 – Das Palais in Baaden
'' 79714 – Das Haus in Ried
'' 4381 – Das Silber Tafel-Service
'' 138735 – Den Silber Kaffee-Service
'' 53545 – Die Silber-Toilette.
Größere Gewinnste:
'' 86811 – 2500 fr in W. W.
'' 127058 – 2000 fr in W. W.
'' 15159 – 1500 fr in W. W.
Nach Maasgab, als das Landwehr Bataillon von Graf Lilienberg auf dem Lande abgelößt wird, rückt es hier in Garnison ein. Eine Division dieses Bataillons nämlich 2 Compagnien dürften nach Krainburg und Concurrenz verlegt werden.
Die gestern hier eingetroffenen, in Bayern geworbenen griechischen Truppen bestehen aus Uhlanen, Grenadiers und Schützen. Sie werden in 2 Collonen von hier nach Triest abrücken, und zwar soll eine Collone morgen den 4 ten und die 2 te am 6 ten dieses von hier weiter marschiren. Die Uhlanen ist ein schöner Schlag von Menschen.
Man hört – daß Graf Anton v. Auersperg
in Thurn am Hart, sehr gefahrvoll erkrankt seyn solle, worüber aber Bestättigung mangelt.
Heute gibt der H. Fürst Bischof zu Feyer des hohen Namensfestes Ihrer Majestaet der Kaiserinn – Mittagstafel.
Die Tafel gestern bei S r fürstlichen Gnaden dem Herrn Bischof – war von 32 Gedecken.
Das Dorf Maunitz – Bezirk Hasberg – Adelsberger Kreises ist abgebrannt; es sind bei 200 Menschen dadurch ohne Obdach und eine erwachsene weibliche Person, dann ein weiblich Kind, sollen verbrannt seyn.
Der H. Graf Welsperg ist noch immer unpäßlich.
Die Resultate der großen Lotterie, deren Ziehung am 26 ten v. M. statt gefunden haben sich rücksichtlich der großen Treffer dergestalt vertheilt, daß der erste oder Haupttreffer in Wien – geblieben, die 2 nächst besten nach Böhmen, und der lezte derselben, nach Pesth gekommen seyn solle.
Der
Herr Gubern. Rath und KreisHptm. Flug – ist mit seinen zwei Fräulein Töchtern, erst heute nach Wien abgereiset.
Der H. Graf von Strasoldo, Bräutigam des Fräuleins Cölestine v. Paunovich ist gestern hier angekommen; die Vermählung wird Donnerstags den 7 ten d. statt finden, nach derselben ein Frühstück genommen, und noch demselben Tag bis Planina gereiset – am andern Tag die Tour bis Görz fortgesezt werden.
Morgen Donnerstags wird früh 10 Uhr die priesterliche Einsegnung des H. Grafen Anton von Strassoldo mit Fräulein Cölestine v. Paunovich erfolgen. Der H. Domprobst Burger wird die Geistliche Function verrichten. Als Beystände sind der Herr General; Graf Benedict v. Auersperg; Graf v. Aichelburg und Br. v. Rehbach ergebethen; Letzterer ist gestern mit Frau Gemahlin der Gräfinn, des H. Bräutigams Schwester – hier angekommen. Nach der
Trauung wird ein Dejeûner genommen, und dann reiset nach demselben H. Bräutigam mit Braut bis OberLaibach.
Morgen Donnerstags marschirt die Collone der k. griechischen Truppen, die Grenadier in ihrer Bestimmung gegen Triest von hier ab.
Graf Welsersheimbs Abwesenheit in Wien, ist bekannt! –
Erstatte unterthänigsten Dank für die gnädige Erinnerung an mich, und wünsche nur inniglichst, damit ich nur bald so glücklich seyn möchte, mich der Nachricht erfreuen zu können, daß Hochdieselben von den bösen Kartar befreyet seyn; – ich habe zwar auch volle 12 Tage mit diesem Uibel gekämpft, habe es jedoch glücklich wieder überwunden, so daß ich nun schon wieder ausgehen kann, allein
gerne würde ich noch eine solche Tour übernehmen, wenn ich damit vermöchte, Eure Excellenz dieses lästigen Uibels zu befreuen; geruhen Hochdieselben die Gesinnungen meiner Dankbarkeit zu genehmigen, und meiner Bitte gnädigst zu willfahren, nach Eure Excellenz Zulässigkeit, mitfolgende Papiere hochgeneigt durchsehen zu wollen, worüber mündlich zu referiren, die Gnade mir er-
bitten werde. Mich zu fernern Gnaden empfehlend – wiederhole ich meine herzlichsten Wünsche für baldige völlige Genesung, und geharre mit aller Ehrfurcht,
Heute ist der Ehrentag Fräuleins Cölestine v. Paunovich; auch wird heute D r Juris Traun mit der Tochter des hiesigen Spediteurs Pessiack getrauet werden.
An den Aenderungen des Casino’s wird thätigst gearbeitet, und man schmeichelt sich der Eröffnung desselben – noch in diesem Monate – vielleicht noch vor Catharina, wo die erste Versammlung mit einem Bale beginnen könnte.
Die mehr erwähnte Vermählung des H. Grafen v. Strasoldo mit Fräulein Cölestine von Paunovich fand gestern statt. Als Beystände waren von Seiten der Braut, der H. General v. Sivkovich und H. Graf Benedict v. Auersperg – von Seiten des H. Bräutigams H. Graf Ferd. v. Aichelburg und H. Bar. v. Rechbach. Die Frau Gräfin von Rechbach und die Frau Schwester der Braut, OberstLtin Schwarzbach begleiteten das Brautpaar sammt den genannten Beiständen – zum Altare.
Aus den gemeldeten Dejeuner wurde ein Dinér – und das Brautpaar konnte nach einigen hiezu gekommenen Aufenthalt, erst Abends 6 Uhr von hier nach Oberlaibach
abreisen. – Das andere gestern getraute Brautpaar, näml. D r Juris Traun mit der Tochter des Spediteurs Pessiack wurde schon am 8 Uhr verbunden.
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Das gestern im Theater gegebene Local Stück hat nur in einigen der Gesang-Piecen angesprochen, z.B. Die komische Arie N. 2 gesungen vom Baumann, der übrigens rücksichtlich des Spiels auch unterhalten hat. Die Piece N. 5 gesungen von Mad. Ney und Delle Perechon war recht gut vorgetragen, und hatte Beifall. – N ro 9 Duette, gesungen von Delle Elsner und H. Glaeser, hatte den meisten Beifall, und mußte repetirt wer-
den. Das Pas de Deux sprach nicht sehr an. Delle Wranitzsky hatte bald Unannehmlichkeit gehabt; sie hatte eine Scene in der 7 ten N ro als franz: Dame, daher eine sehr lange, deutsch mit französisch – gemengte Declamation – eine sehr undankbare Rolle, die Sie mit einem österr: Wirth – der hie u. da einzelne Worte hinspricht, redet – während diesem Vortrage Delles Wranitzsky war das Geschwätz – im Parterre immer lauter geworden, man stampfte mit Füssen und fing mit den Stücken schon zu stossen an, – indessen wurde doch das Malheur verhüttet, Delle Wranitzsky eilte mit ihrem Vortrage, und kam noch zu guter Zeit von der Bühne, ehe es zum Ausbruch kommen konnte. Morgen Samstags wird die Stumme von Portici gegeben.
Diesen Morgen sind alle Dächer der Stadt mit Schnee bedeckt – also heute der erste Schnee. – Gestern gab die philharmonische Gesellschaft ein gewöhnliches Concert. – Graf Ant. v. Thurn ist von Gratz anher angekommen; die Familie des H. Grafen soll erst im nächsten Monat kommen. Der Gubern: Sekretair v. Premerstein ist von seiner nach Gratz unternommenen Reise, gesund wieder hier zurück gekommen. Der pensionirte Bau Directer Münzl ist am 7 ten d. Abends hier gestorben.
Der pens: Oberlieut: B r Gall liegt schon einige Tag krank; wie man hört, ist demselben bereits zur Ader gelassen, und auch Egel applicirt worden.
Frau Gräfinn v. Stubenberg soll an einer heftigen Halsentzündung leiden, und bei derselben auch Egel zu appliciren nothwendig geworden seyn.
Schon vorgestern Samstags hörte man vom Tode Otto’s – Königs von Griechenland sprechen. Gestern kam dieser zwar unverbürgte Vorfall abermals an mehreren Orten zur Sprache, und zwar erzählte man von allgemein – in Griechenland ausgebrochenen Aufstande, in Folge dessen König Otto sich auf englische Schiffe zu retten beabsichtigt, und den Tod gefunden haben soll, ohne, daß man, wenn und wie? angibt. –
Theater Repertoire
Sontags den 10 ten 9ber – Die Räuber auf dem Kulmer Berge.
Montag den 11 ten 9ber – - / / -
Dienstag den 12 ten – '' Die beyden Klingsberge
Mittwoch den 13 ten – '' - / / -
Donnerstags den 14 ten 9ber – Der Zweikampf; neueste Oper von Herold.
Freytag den 15 ten 9ber 1833 – Der Kamerdiener fragt mich um Rath.
Samstag den 16 ten 9ber – Der Zweikampf; neue Oper von Herold.
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Zwei Wachsfiguren Cabinette sind auf einmal hier; ein Schauplatz im Redutten Gebäude, und der andere im Gasthofe beym Stern; dießfälligen Anoncen liegen bey.
H. Baron Bussette ist auch wieder schwächlich –; einer seiner Doctoren bemerkte an einem Orte ehegestern, daß in diesem Monate – die Jahresfrist des vorigen Jahrs erfolgten Schlages – eintrette; aus welcher Aeußerung Referent die besorgte Vermuthung schöpft, als wenn die Wiederholung von Seiten des H. Doctors möglich gedacht würde! –
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Uiber eine, in Wien bei Hamer und Karis ganz neue eröffnete Realitaeten Lotterie werden 2 Spielpläne hier beigeschlossen.
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B r Gall ist gestern Montags mit den Sterbsakramenten, versehen worden.
Lege meinem unterthänigen Dank zu Füssen für die Gnade, welche sich Hochdieselben mit Durchlesung meiner Papiere zu nehmen, geruhet haben. Mit unermüdeter Rastlosigkeit im Dienste des allergnädigsten Monarchen zu wirken, – war stets mein eifrigstes Bemühen, war stets mein Ziel! – Leider aber, meine zu früh eingetrettene Unfähigkeit zum Felddienste, kürzte dieses Ziel, gegen meine heisesten Wünsche, viel zu sehr und viel zu früh ab; – allein durchglü-
het von dankbaresten Gesinnungen für das allerdurchlauchtigste Kaiserhaus und fürs Vaterland, sehne ich mich außerordentlich nach Thätigkeit, mit der ich mich schmeichle, vielseitig und langjährige Dienste zu leisten, und mich um die allerhöchste Gnade S er Majestaet des Kaisers und allerhöchstdessen allerdurchlauchtigsten Kaiserhauses verdient zu machen, weshalb Eure Excellenz gnädiges Wohlwollen zu erbitten wage, vor Allem aber von ganzen Herzen wünsche, damit Eure Excellenz
nur recht bald von den lästigen und schmerzlichen Kartar befreyt seyn möchten, und Gott Eure Excellenz zum Wohle der Menschheit noch recht lange erhalten möge. O! möchten die Bitten so Vieler – um diese göttliche Gnade, Erhörung theilhaft werden! – Genehmigen Eure Excellenz die tiefe Ehrfurcht mit welcher ich erstrebe:
Gestern ist H. Baron Lichtenberg zu seiner Mama nach Schwarzenbach gereiset, wo derselbe 14 Tage zu verbleiben gedenket.
Ein Stadtgericht läßt den hiesigen H. Fürst Bischof – als Erzbischof nach Lemberg kommen.
Frau Gräfin Weichart von Auersperg, dann H. Gubernial Asessor von Gerliczi mit seiner jungen Frau Gemahlinn – sind gestern aus Wien hier angekommen.
Auch der Graf Eugen v. Welsperg OberLieut. von E. H. Carl Uhlanen, ist gestern auf Urlaub bei seinen Eltern eingelangt.
Mit der Gesundheit der Frau Gräfin v. Stubenberg gehet es besser, allein bei OberLieut. B r Gall scheint man noch nicht einnig zu seyn, ob eine Lungenlähmung oder Lun-
genentzündung vorhanden ist. Gestern Dienstags Nachmittags wurde ein Consilium bei den Patienten gehalten! –
Man hört, daß die nach Americka bestimmten, noch immer in Triest befindlichen Pohlen sehr stark desertiren. Thatsache ist, daß vier derlei Ausreißer schon von hier, wieder nach Triest zurück escortirt worden sind.
S e Durchlaucht der Fürst Alois von Lichtenstein k. k. Feldzeugmeister und in Böhmen Commandirender General, ist gestorben, daher auch das Infanterie Regiment N. 12 – dermalen ohne Innhaber ist. –
Der ObLieut: B r Gall soll an einem complicirten Uibel, an Lungen und Darmentzündung leiden; heute soll das Befinden des Patienten gebessert seyn.
Der Besitzer des Automaten Theaters Herr Tschuckmann soll gestern hier angekommen seyn. Es ist vor einiger Zeit durch die Laibacher Zeitung, das Publicum auf diese Kunstpuppen aufmerksam gemacht, und auch in der Wiener Theater Zeitung, darüber sehr empfehlend relationirt worden. – Herr Graf von
Welsersheimb ist von Wien zurück gekommen. H. Graf v. Hohenwarth soll heute vom Lande in Laibach ankommen.
Major Rakittievics dermalen von Oguliner Gränz Regmt., welcher Sontags den 10 ten d. M. hier angekommen, reiset morgen an seine Bestimmung nach Croatien weiter. –
Nachdem – bis gestern der lezt gefallene Schnee ganz verschwunden, und es zeither ziemlich trocken gewesen, sind heute morgens die Dächer wieder mit Schnee bedeckt. Schon gestern Abend beym Nachhause Gehen aus dem Theater fiel – Schnee, und noch fällt – aber sehr schwach und aufgelößt – solcher.
Wegen des heutigen Leopold Tages, Landespatrons in Oesterreich, und dort Feyertag – hier Namensfest des H. Polizei-Directors Sicard, wird die gestern gegebene Oper: „Der Zweikampf“ heute wiederhollt. – Es läßt sich jedoch nicht erwarten, daß heute an einem Freytage ein starker Theater Besuch möglich wird, – da die gestrige Aufführung so ziemlich kalt aufgenommen, und keinem der Individuen es gelungen ist, mit Exequirung seines Partes
das Publicum zu enthusiasimiren. Im Allgemeinen muß man über die gestrige Aufführung bemerken, daß Garderobe und Decorationen mit Sorgfalt besorgt, und – schön waren, allein die Ausführung sehr matt, und vielmals ohne Zusammenhang –, ob Mangel fester Einstudirung, mit wahrzunehmen gewesenen Lücken, geschach; besonders schön ist die Decorirung des Schloßsaales für den Maskenbaal im 2 ten Act; der dritte Act hat einige schöne Terzetten, allein die gestrige Producirung erweckte keinen Beyfall, obwohl die Musick der Oper sehr schöne – herrliche Melodien hat.
Morgen Samstags wird der „Zweikampf“ abermal gegeben!
Gestern nach dem Theater brachten einige Diletanten dem H. Gubern: Rath – Polizei Direckter Sicard, eini-
ge Gesänge – selbst im Schneegestöber! –
Da gestern H. Graf von Hohenwarth nicht angekommen, erwartet man demselben heute.
Die von Wien angekommenen Laibacher welche bei der Audienz gewesen, erzählen, daß S e Majestaet der Kaiser wegen der noch nicht beseitigten, durch den Sturz mit dem Pferde in Mähren erhaltenen Beschädigung am Fuße –, die Audienzen sitzend gegeben haben. Auch wurde erzählt, als wenn Frau Gräfinn Seraphine von Thurn mit der Frau Tochter – Gräfinn von Steinach Neigung hegten, künftig in Wien zu domiciliren. –
Das hiesige Cassino kann und wird unmöglich früher, als im künftigen Monant fertig werden; daher dessen Eröffnung wohl erst im Jenner statt finden dürfte.
Der Besitzer der Automaten ist im lezten Bericht irrig Tschuckmann genannt worden; er heißt nach anliegender Anonze: Tschuggmall, hat sein Theater in der Redutte aufgestellt.
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Am 19 ten d. M. fallen die Namensfeste: der Frau B r von Codelly und der Frleins Elise v. Schmidburg.
Theater Repertoir vom 17 ten bis 23 ten 9 ber 1833
Sontag den 17 ten Die Räuber – Schauspiel
Montag den 18 ten Pauline
Dienstag den 19 ten Zampa
Mittwoch den 20 ten Fragt mich um Rath Kamerdiener
Donnerstag den 21 ten Der Zweikampf
Freytag den 22 ten - / / -
Samstag den 23 ten Dominik, Lustspiel
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Abermal sind drey Collonen der in Bayern angeworbenen Truppen für Griechenland im Anmarsche, welche über Laibach passiren werden.
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Die Handlung der Oper „Der Zweikampf“ ist beyläufig – folgende:
Der Gesandte des Königs von Navara ist in die Gräfinn Isabella verliebt, indessen diese der König Heinrich von Frankreich selbst gern zu sehen und an seinem Hofe behalten zu wollen scheint, daher ihre Verbindung mit Comminge, Obersten eines Chev: legers Regts. wünschet, und diesen Wunsch dadurch ausdruckt, daß Er bei einem Cercle die Hand Isabellens, in jene des Obersten Comminge legt. Isabella liebt gleichfalls den Gesandten, und die Königinn Margaretha begünstigt diese beyden, daher Letztere den Cantarelli ins Geheimniß ziehet, und mit allem beauftragt, was zur Flucht dieser Liebenden zu veranlaßen nöthig wird. Dieser geschwätzige Cantarelli verräth
das ganze Geheimniß an seinen Freund Comminge – dieser trift alle nöthigen Anstalten, dieses zu hindern, entfernt sich vom Maskenbal, um den Gesandten aufzulauern, wann derselbe ins Kabinet der Königinn, wohin derselbe bestellt, zu gehen Willens ist. Wirklich erscheint der Gesandte, es entspinnt sich ein Wortwechsel, welcher eine Ausforderung zur Folge hat; die Gräfinn Isabella, ohne Zweifel verabredetermassen, um sich der Zudringlichkeit des Königs zu entziehen, und indem derselbe ihr Unwohlseyn glauben soll, damit die verabredete Flucht minder Aufmerksamkeit verursache – wird, während Sie mit dem Könige tanzt – ohnmächtig, muß auf ihr Zimmer gebracht werden. – Die Wirthin Nicette, deren Taufbathe die Königinn ist, war eben zu Hofe gekommen, Ihre Majestaet zu bitten, bei
ihrer Vermählung mit dem Gastwirth Girot, beizuwohnen, welche andern Tags in aller Früh in der Capelle unfern des Wohnortes der Nicette – statt finden soll. Die Königinn genehmigt dieß, weihet die Braut in das Geheimniß der Flucht der Liebenden Isabella und Mergy – und so wird Nicette und ihr Bräutigam bei Hofe auf den Maskenbaal behalten. Am andern Morgen erfolgt die Trauung, und da man aus diesem Anlasse sich mit Isabellen vom Hofe entfernen kann, wird als die Zeit zur Flucht herannahet, der Gesandte vermißt, indem man schon zu lange seiner Ankunft harret, – der sich indessen mit Comminge duellirt, – diesen tödet, und da der Secundant des Letztgenannten, der Italiener Cantarelli sich beeilet, auf den bestimmten Platz wegen der Beförderung der sich zu flüchten habenden – zu kommen, dort schon die Königinn trift, erschreckt er, indem er zugleich meldet, daß
Comminge todt seye, wo gleich auch der Gesandte Mergy erscheint, Isabellen umarmet, die Hochzeitsgäste einen Rondó zu tanzen beginnen, und der Vorhang fällt.
Hieraus wird entnommen, daß das Sujet wenig Interesantes hat, und auf eine Art endet, daß man veranlaßt wird, zu fragen: was soll das Ganze seyn?
Einige hier übergangene Zwischenscenen, die sehr stark mit dem Schicklichen – Verstossen, dann paar Terzetten des dritten Actes, wo die Duellanten mit gezogenen Säbeln, und Cantarelli als Secundant des Comminge, zwischen beyden sich gestellt, mitsingt, wirken eben nicht dazu sich etwas natürliches der Art – je zu denken.
Das Automaten Theater des H. Tschuggmall hat sehr viel Zulauf und großen Beifall.
Heute hat die hierländige Ackerbau Gesellschaft die dießjährige 2 te Sitzung.
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Man hört, daß Gräfin Seraphine von Thurn mit Frau Tochter, der Gräfinn Steinach zu Ende dieses Monats von Wien abzureisen gedenken.
Künftigen Montag heißt es, wird H. Gubernial Assessor von Gerliczi mit seiner jungen Frau nach Fiume abreisen, und seine 2 Söhnchen mit sich dahin nehmen.
Uiber die, bei der gestern statt gehabten Sitzung der hierländigen Ackerbau Gesellschaft abgehaltenen Vorträge – liegt die schon früher an die H. Mitglieder ausgegebene Einladung, als dießfälliges Program hier bei.
Es war abermals ein Laibacher Stadtgeschwätze, welches dem Triester H. Gouverneur Fürsten von Porzia sterben ließ. Autentische Triester Briefe bringen die Nachricht, daß, wenn die Enthebung des Fürsten von seinen bisherigen Functionen, Hochdemselben nicht wünschenswerth seyn kann, die allergnädigste Verleihung des Großkreutzes des St. Leopolds Ordens, dem Fürsten allerdings Freude und Beruhigung gemacht haben solle. –
Heute gibt die Philharmonische Gesellschaft
zum Besten ihres Schul-Musick-Fonds – eine Academie.
Das Automaten Theater des H. Tschuggmall wird außerordentlich besucht; der Andrang ist ungewöhnlich stark.
Muß ich für die gnädige Erinnerung an mich unterthänigsten Dank zu Füssen legen, und um Hochdero Huld und gnädiges Wohlwollen bitten; schon bin ich wieder über 8 Tage mit einen bedeutenden Kartar im Zimmer gehalten, und erlaube mir Eure Excellenz zu versichern, wie sehr ich Eure Excellenz gedacht habe, daß Hochdieselben ja von diesen Leiden schon befreyt möchten; auch bei mir ist es auf den Wege der Besserung und ich hoffe in paar Tagen auszugehen. – Gott erhalte Eure Excellenz viele Jahre, und mir das
Glück, mich Hochdero Gnade erfreuen zu dürfen. Mit aller Verehrung und Ehrfurcht geharre:
Künftigen Montag den 25 ten d. M. wird H. v. Gerliczi mit seiner jungen Frau, und mit seinen, bisher bei H. Baron Ludwig von Lazzarini seinem Schwiegervater in der Erziehung gewesenen 2 Knaben – von hier nach Fiume abreisen.
Es gehört zu denen derzeitigen Ereignissen, daß ein Schauspieler es wagt, und daß eine Theater-Direction sich getrauet, einen en Canaille betruckenen Acteur auf der Bühne zu erscheinen, respt: auftretten zu lassen, wie gestern auf der hiesigen Bühne sich der Fall mit Gustav Treumann ereignet hat, welchem man von der Bühne weg, hat im Kartzer stecken müssen. –
Wie man hört, wird nächsten Dienstag die Oper: Marie von Herold gegeben, und Donnerstags dieselbe wiederhollt werden.
Die gestern erwarteten Pohlen 22 an der Zahl, sind sehr spät angekommen, und heute auch schon wieder nach Triest weiter escortirt worden; – von denen aus Triest Entwichenen, werden 3 zu Inspruck angehaltene über Klagenfurth – anher zur weitern Transportirung nach Triest geschaft.
Die für Griechenland in Bayern geworbenen Truppen, werden in 2 Transporten den 20 ten und 23 ten xbris
im Wege ihrer Bestimmung in Laibach ankommen, jedoch in 3 Transporten von hier nach Triest abgehen; dießmal sind über 100 Weiber und Kinder des Militairs dabei; es scheint, daß man der Art zugleich eine Ansiedlung für Griechenland beabsichtiget.
Das Theater war gestern im Parterre sehr besucht; – die Piece soll recht gut gegeben worden seyn. Gustav Treumann soll mit vorzüglichen Eifer gespielt, viel Beyfall geerntet haben, und einigemal geruffen worden seyn. –
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Theater Repertoir
vom 24ten bis 29ten 9ber 1833
Sontag den 24 ten … Die beyden Foster
Montag den 25 ten … - / / -
Dienstag den 26 ten … Marie – Oper
Mittwoch den 27 ten … Die Ahnfrau
Donnerstag 28 ten … Marie – Oper
Freytag den 29 ten … - / / -
Samstag den 30 ten … Die räthselhaften Brunnen-Gäste – neues Lustspiel
Die Oper Marie ist bei sehr gefüllten Hause und Logen, ziemlich gut gegeben worden.
Emilie (Delle Sedlack) hat mit wenigen von Furcht entstandenen Mängeln, sonst leidentlich gespielt.
Die Frau Millerin und der Miller sprechen heuer minder an, als im vorigen Jahre, denn Mad: Neufeld gab diese Rolle wohl recht hübsch! –
H. Tschuggmall giebt heute die lezte Vorstellung für die Armen.
Gestern Die Ahnfrau zu schauen – hat das Publicum nicht gelüstet, daher war das Theater schwach besucht, obschon das Stück gut gegeben ward.
Graf und Gräfin v. Brandis sind von Adelsberg angekommen, und reisen nach Gratz.
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Gestern Mittwochs Nachmittags, ist zur Berathung der Statuten für die Casino Gesellschaft, von der Direction mit Zuziehung des Ausschusses, eine Sitzung gehalten worden. Die vollständige Eröffnung des Casino Locales dürfte
wohl erst in den ersten Tagen des Monats Jenner statt finden.
Herr Graf von Hohenwarth ist gestern aufs Land gereiset. Frau Gräfin ist jedoch hier geblieben.
Die Oper: Marie ist gestern bei leeren Hause gegeben worden. Referent hat der Vorstellung beigewohnt, und muß bemerken, daß außer der Marie (Delle Perechon) keine der übrigen Rollen so gut besezt ist, als es der Fall im vorigen Jahre gewesen.
Wie Referenten von der Theaterunternehmerinn selbst bekannt gegeben wurde, wird auf Wunsch des Gustav Treumann Samstags den 30 ten Dominik oder Der besessene gegeben werden. Treuman scheint zu beabsichtigen – zur Octave des Specktakels – des verunglückten Dominiks, – das Stück zur Ausführung zu bringen, um das Publicum wegen des Beyfalls für sich – zu haran-
guriren. Die Brunnengäste werden künftig gegeben.
Gestern war bei Frau Gräfin v. Welsersheim –, wegen Anwesenheit Frau Gräfin v. Brandis und deren H. Gemahl –, Abendgesellschaft. –
Ihre Excellenz die Frau Gouverneurinn haben gestern schon wieder das Theater besucht.
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Baron Leopold v. Lichtenberg ist Mittwoch Abends von Schwarzenbach wieder in Laibach angekommen.
So wie am Donnerstag bei Gräfinn v. Welsersheim, so war gestern Freytags Abends Spiel-Gesellschaft bei Gubern: Rath und Polizey-Director Sicard.
S e Excellenz der Herr Gouverneur waren gestern wieder Bettlegerig. – S e fürstlichen Gnaden, der H. Bischof schreiten in der Besserung vorwärts.
Graf Brandis ist wieder nach Adelsberg zurück gereiset.
Die gestern im Theater gegebene Piece war nur mittelmäßig besucht. – Dominik (Gust. Treumann) mehrmals applaudirt worden. Die Handlung ist beiläufig folgende: Graf Heaumerie war durch Intriguen und falsche Beschuldigungen des Verwandten, Obersten Laubardemont, in einer Festung in schweren Kerker, allwo Heaumerie in Folge eines Briefes des Laubardemont an den Festungs Commandanten, durch einen entschlossenen Soldaten heimlich ermordet, der Soldat aber dann wegen sicherer Bewahrung des Geheimnisses, auch umgebracht werden sollte. Zu dieser That wurde Dominik als bekannt entschlossener Soldat erwählt; doch wußte sich dieser die Ordre zu verschaffen, – und fand Mittel, den Grafen Heaumerie nicht nur aus der Haft zu
befreyen, sondern demselben auch zur Flucht nach England zu helfen; Dominic selbst aber desertirte, und hielt sich verborgen bei seiner sehr armen Mutter in Paris auf, wo er vom Taglohne sich zu erhalten suchte, allein sehr wenig Arbeit fand, daher sammt seiner Mutter sehr darben mußte. – In dieser Zeit hatte sich der Friedensrichter Des Arcis mit Blanche de la Heaumerie, Schwester des nach England geflüchteten Grafen, heimlich vermählt, da der Oberst Laubardemont sie mit aller Gewalt in ein Kloster geben wollte, um die Güter dieser Familie an sich zu ziehen, wozu ihm Morvilliers, Sekretär des Grand Prévot von Paris gerathen, und die Einschläge gegeben hatte. – Zur Ausführung dessen hatte er die Wohnung der Gräfin Blanche genau beobachten lassen, und als er von der Anwesenheit des Friedensrichter bei der Gräfinn Nachricht erhielt, das Haus umzingeln lassen, um H. Des Arcis bei ihr zu
ertappen, und auf diesen Grund Ihre Einsperrung im Kloster zu erwirken. Des Arcis entkommt jedoch glücklich, indem er von der Terrasse des Hauses über das Dach des daran stossenden kleinern Hauses steigt, in dasselbe einsteigt, und in seinem Versteck das Gespräch des Dominick mit seiner Mutter, wo sie einander die schreckliche Noth, der sie ausgesezt sind, klagen, und da die Mutter den Dominic verläßt, und er sich allein in der elenden Stube befindet, nach schon 2 Tägigen Hunger leiden, in eine Art Verzweiflung geräth – in welcher er des Teufels Hilfe anruft, fällt auf einmal der Friedensrichter Arcis in einem rothen Mantel, Hut und rothen Buschen auf den Kopf, mit blanken Schwert in die Stube. – Dominic sieht in ihm den Teufel kommen, dessen Hilfe er angeruffen, in dieser Verwirrung, und bei der belauschten Verzweiflung des Dominic, biethet der Erschienene demselben eine volle Geldbörse, un-
ter dem Bedinge, ihn zum Unterpfand seine Kappe und seinen zerrissenen Rock zu geben, wozu sich Dominic bereitwillig findet, Arcis dagegen seinen rothen Mantel und Hut bei Dominic läßt, und sich schnell entfernt, um noch vor Anbruch des Tages in seine Wohnung unerkannt zu kommen. Kaum von dem vermeintlichen Teufel verlassen, berauscht von dem vielen Golde der gefüllten Börse, tritt mit einemmale Graf Heaumerie aus England rückgekehrt, aller Mittel entblößt, in die Stube bei Dominic ein, beyde Erkennen sich sogleich, und da Lezterer die Noth des Grafen hört, theilt er mit diesem seine Börse, und biethet ihn geheimen Aufenthalt bei seiner armen Mutter an; und Dominic, nachdem der Tag angebrochen, eilt, der Gräfin Heaumerie, heimlich vermählten Des Arcis, von der Ankunft ihres Bruders Nachricht zu geben, um auch dort seine Denise, Kammermädchen bei der Gräfinn
und Dominiks Geliebte zu besuchen, zu welchen Ausgange Dominic versucht, des vermeintlichen Teufels Mantel und Hut anzulegen, um minder erkannt zu werden, da er als ein braver tapferer Soldat sehr gekannt, und izt ein Deserteur war. Des Friedensrichters Diener Georges, welcher mit seinem Herrn bis zum Hause der jungen Gräfinn gegangen, und vor demselben, theils der Sicherheit – wegen den Nachstellungen des Obersten Laubardemont, und wegen Retour Begleitung des Des Arcis, vor dem Hause zu wachen und zu warten hatte, vor der Umzinglung des Hauses durch einen Gauer davon geführt, und bis izt wieder, in der Hoffnung, seinen Herrn zu erwarten dahin rückgekehrt, ohne aller Kenntniß war, was in seiner Abwesenheit dort vorgegangen, sieht Dominic in den Mantel und Hute seines Herrn kommen, und nachdem er sich überzeigte, daß es eine andere Person seye, macht Lärm, laßt Dominic als Strassenräuber ergreifen, da er auch die Börse seines
Herrn bei Dominic findet, wird der Raub um so wahrscheinlicher von Georges geglaubt, daher Dominic zum Friedensrichter abgeführt, und dort in Fesseln gelegt; indessen war der Friedensrichter bei Hause angekommen, hatte sich überkleidet, und von seinem Diener George Meldung von dem Vorfall erhalten, doch mit der Sache näher bekannt, befahl er, den Dominic, näml. den Arrestanten, mit aller Schonung zu behandlen, und die Mutter des Dominiks erscheint, indem sie sich nicht abhalten läßt, mit einem Brief des Grafen Heaumerie beym Friedensrichter, und in der Meynung Dominic seye deshalb verhaftet, weil er sich dem Teufel verschrieben hatte, bath sie um Nachricht und Gnade für ihren Sohn. Die Scene dieser Mutter mit dem Friedensrichter ist wegen der beyderseitigen Mißverständnisse, recht amüsant. Indessen, als der Friedensrichter die Mutter mit dem Auftrage entläßt, der Herr möge nur kommen, näml. jener, welcher sie mit dem Briefe zu ihm gesendet, und sie, die Mutter tröstet, daß Ihrem Sohn kein Leid widerfahren werde,
kommt das Kammermädchen Denise mit einem Billiet der Gräfinn Blanche, welche der Friedensrichter in ein Seitenzimmer weiset, dort die Antwort zu erwarten. Nun wird ihm Dominik in Fesseln vorgestellt, der beym Eintritt beim Anblick des Friedensrichter heftig erschrickt, indem er in selben dem Teufel sieht –, den er verblümt – seinen guten Freund nennt, und außer Fassung kommt; der Friedensrichter entfernt sich, um ihm Zeit zur Erholung zu lassen, und da die Diener angewiesen waren, Dominik mit Schonung und Aufmerksamkeit zu behandeln, und er dann in Abwesenheit des Friedensrichters wieder in die Fantasie sich dem Teufel verschrieben zu haben verfällt, daher in diesen gereizten Zustande auf eine Menge Wünsche deren Willfahrung er vom Teufel hoft, kommt, unter andern, indem er ein Glas guten Weines wünscht, und bei diesem Wunsch sich umwendet, der Diener ihm ein Glas mit Wein praesentirt, wird seine Meynung von der Macht des Teufels immer gesteigert; als nun aber der Friedensrichter wieder erscheint, und Dominik, nach mehrtägigen Fasten geschwächt, und
von den genossenen Wein deshalb ziemlich stark berauscht, von den vermeintlichen Teufel verlangt, dem Grafen la Heaumerie erscheinen zu lassen, indem Dominik nicht wußte, das er Friedensrichter von seiner Anwesenheit in Paris Kenntniß habe, dieser Letztere aber keinen Anstand nahm, ihn dieß zu gewähren, indem er nur das verabredete Zeichen beym Fenster gab, worauf dieser alsobald ins Zimmer tritt, steigert sich die Fantasie Dominiks immer mehr, von den unübermenschlichen Kräften des vermeintlichen Teufels, welche Meynung bei Dominik um so mehr gesteigert wird, und seine Sinnen sich noch mehr verwirren, als die Gräfin Blanche de la Heaumerie ihr Stubenmädchen nicht länger abwartend, selbst auch zum Friedensrichter kommt, dort mit ihrem Bruder sich wieder findet, und indem beyde in einem Nebenzimmer verweilen, der Friedensrichter sich indeß mit Dominik beschäftiget, Letzterer von den vermeintlichen Teufel verlangt, seine Denise kommen zu lassen, und auch diese aus den Seitenzimmer tritt, bleibt es Dominik
um so unbezweifelter, daß es der Teufel – sein guter Freund seye, dem allein die schnelle Erfüllung seiner Wünsche möglich ist. Izt tritt eine unterhaltende Scene zwischen Dominik und Denise ein, da sich der Friedensrichter zu seiner Gemahlin, der Gräfin und zu ihrem Bruder begeben hatte, folglich die 2 Verliebten allein sind. Endlich entschloßt sich Dominik, auf die Macht seines Freundes, des Teufels vertrauend, den Uniform anzulegen, und sich auf der Gassen zu zeigen, indem er sicher glaubt, von Niemanden erkannt zu werden, wofür ihn seine Geliebte warnt, er jedoch die Warnung nicht annimt. – Inzwischen, als Dominik sich entfernt, hatte der Oberst Laubardemont den Aufenthalt der Gräfin ausgekundschaftet, und erscheint mit Wache. Die Gräfin entschließt sich mit ihm allein zu reden, er kommt vom Morvilliers, dem Sekretär des Grand Prévot – begleitet, und als die Gräfinn dem Obersten hart zusezt, dieser den Muth zu verlieren scheint, wird er von Morvilliers harangurirt, sich
von einem Weibe nicht einschüchtern zu lassen, – daher der Oberst Muth fasset, in Drohungen ausbricht, wegen deren Heftigkeit der Bruder der Gräfinn aus dem Nebenzimmer hervorbricht, und den Obersten zur Rede stellt, dieser indessen ruft um die Wache, um selben zu arretiren, und nach dessen Entfernung, beharrt der Oberst, daß die Gräfinn ins Kloster muß, indem er den Brief ihres Bruders, welcher ihre Heurath mit Des Arcis billigt, und aus England gekommen, styllisirt ist, zerreißt, folglich auch die Heurath ennullirt. Inzwischen ist Denis, da sie Erfahrung gebracht, daß Dominic mit dem Uniform ausgegangen, mit seiner zerrissenen Jacke, welche sie gekannt, und welche im Zimmer des Friedensrichters auf dem Stuhle liegen geblieben, auf welchen sie derselbe am Morgen beym nach Hause kommen gelegt hatte, – dem Dominik nachgeeilt, doch schon zu spät gekommen, den er war von seinen Kameraden, die mit ihn in der Feste, von wo er nach Befreyung des
Heaumerie desertirt – gedient hatten, erkennt, arretirt und in Eisen gelegt, daher Denise mit der Jake zum Friedensrichter rückgekehrte, und das Papier, welches sie in der Jacke gefunden, dem Friedensrichter übergab; dieses war die Instruction, welche Oberst Laubardemont zur Ermordung des Grafen Heaumerie, dann aber auch zur Beseitigung des Soldaten, welcher den Mord verüben würde –, gegeben hatte; zugleich wird die Sterbeglocke geläutet, und das Gericht verbreitet, daß der Minister todt, näml. eben gestorben seye. Hier scheint es, daß unter dessen Prodection, Laubardemont die Verfolgung der Familie la Heaumerie möglich wurde, daher, und da der Friedensrichter dem Obersten die Ordre wegen Ermordung des Grafen Heaumerie vorgelesen, folglich wider ihm aufzutretten droht, macht sich der Oberst aus dem Staube, der arretirte Dominik wird wieder frey, der Graf Heaumerie kommt wieder zum Vorschein, der Friedensrich-
ter umarmet seine Gemahlin, Dominik seine Denise und der Vorhang fällt! –
Das Stück hat wirklich sehr unterhaltende Scenen, und ist wirklich zur Unterhaltung auch schön eingekleidet; – allein da Dominik seine Rolle mit großer Uibertreibung gegeben, im übrigen theils die Rollen zu wenig studirt, noch richtig aufgefaßt waren, so erscheint die ganze Durchführung matt – und man glaubt, das Stück ohne Zusammenhang gesehen zu haben. –
Gestern war großer Besuch bei S r fürstlichen Gnaden dem H. Bischof, nach den nun überstandenen Uibel des Halswehe.
Herr v. Copini, Landrechts Ascultant, ist vor einigen Tagen nach Wien gereiset.
Frau Gräfinn v. Welsersheim führte gestern die älteste Comtesse Tochter Pepi, als Gesellschaftsfähig, in mehreren Häusern auf.
H. Tschuggmall ist mit seinen Automaten von hier nach Neustadtl gezogen.
Der alte 80jährige Bischof von der Insel Lessina Brazza etz. in Dalmatien, ein Franziskaner Mönch, war gestern von Wien kommend, im hiesigen Franziskaner Kloster abgestiegen, und reiset nach Dalmatien zurück.
Die nach Americka bestimmten, in Triest befindlichen Polen werden successive eingeschift –,
etwa zu 60 Mann auf Privatschiffe, welche Letztern dann von armirten Schiffen den k. k. Marine escortirt werden.
Man erzählt, daß das Husaren Regiment E. H. Joseph, bisher in Kärnthen dislocirt, nach Italien kommen, dagegen das Husaren Regiment Fürst Lichtenstein aus Italien heraus – marschieren solle.
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Theater Repertoir vom 2ten bis 7ten Dber 1833
Sontag den 1 ten –, Der Mahler und sein Farbenreiber
Montag den 2 ten , - // - - // - - // -
Dienstag den 3 ten , Der 2 te Act von Joseph und seine Brüder
2 ter Act von Tancred
3 ter Act von Zampa
Mittwoch den 4 ten , Fürst und Minnesaenger
Donnerstag den 5 ten , Die Postwagens-Abentheuer
Freytag den 6 ten , - // - - // - - // -
Samstag den 7 ten –, Die räthselhaften Brunnengäste, neues Lustspiel.
Der angesuchte Adelstand des hiesigen Kreishauptmanns Flug, mit dem Ehrenworte: „Edler von –“ soll nach der bereits eingelangten Taxnote, allerhöchsten Orts bewilligt worden seyn.
Man erwartet dem H. Kreishauptmann Flug heute oder morgen von der nach Wien unternommenen Reise, hier zurück.
Herr Graf von Szapari, Schwiegervater H. Grafen Welsersheim, hat die Geheimen Raths-Würde erhalten.
Nächsten Montag den 9 ten d. M. soll das Erste Soire bei S r Excellenz dem H. Gouverneur seyn.
Man erwartet hier den k. wurtenbergischen Hof-Opern Sänger – Jäger zu einem Cyclus Gastrollen von Gratz hier.
Morgen Donnerstags wird im Theater: „Das Testament einer armen Frau“ gegeben, dadurch das entworfene Repertoir einer Aenderung unterligt.
Gestern war das Theater zahlreich besucht; das Stück, obschon von einigen nicht vollkomen einstudirt, dennoch im Ganzen zur Zufriedenheit ausgefallen. H. Rosenschön und Treuman wurden einigemal, und am Ende – geruffen. Herr Rosenschön hatte eine gute Einnahme.
Seine Durchlaucht Fürst Nicolaus v. Esterhacy, Capitaine der k. ungarischen Garde – General der Cavallerie und Innhaber des Infant. Regmts. N ro 32 ist zu Mailand gestorben, allwo das feyerliche Leichenbegängniß statt hatte, und die Leiche von dort auf die Familien Herrschaft nach Ungarn bereits abgeführt worden ist, welche Laibach passiren wird.
Morgen erwartet man die Sieben in Tyrol angehaltenen, aus Triest entwichenen pohlnischen Flüchtlinge hier in Laibach.
Der Kreishauptman v. Flug ist mit seinen 2 Frl. Töchtern aus Wien angekommen.
Montag ist das 1 te Soiré bei S r Excellenz dem Herrn Gouverneur.
Die gestern aus Tyrol anher gebrachten Sieben pohlnischen Flüchtlinge, sind heute wieder, weiter nach Triest escortirt worden.
Morgen Montags ist gewöhnliches Soire bey S r Excellenz dem H. Gouverneur.
Theater Repertoir
Vom 8ten bis 14ten xber1833
Sontag den 8 ten – Turnier von Kronstein
Montag den 9 ten – - // - - // -
Dienstag den 10 ten – Elisa und Claudio – Oper
Mittwoch den 11 ten – - // - - // -
Donnerstag den 12 ten Postwagens Abentheuer
Freytag den 13 ten – - // - - // -
Samstag den 14 ten – Robert der Tiger – Benefice des G. Treumann
Gestern soll das Resultat der Untersuchung des Gubern: Rathes Ziegler hier eingetroffen seyn. Es ist eine erhebliche Geld-Summe, um welche es sich handelt, und welche dem Genannten, in Solidum des bereits verstorbenen, mit Namen unbekannten, Kreis-Cassiers zur Last fällt, und dem Aerar zu ersetzen komt. Man spricht von 81.000 fr W. W. Einlösungsscheinen und andern Beträgen in Conv: Münz.
Wiener Nachrichten geben, daß S e Excellenz der k. k. wirkliche Geheime Rath, Gen: der Cavallerie – 2 ter Innhaber des 2 ten Husaren Regmts., und ad Latus des in Ungarn Commandirenden Generaln, Freyherr Ignatz Splény von Mihaldy – statt des verstorbenen Fürsten von Esterhacy – Capitaine der königl. ungarischen-adelichen Leib-Garde werden solle.
Vermög der eingelangten ministerial-Mittheilung soll der Gubern: Rath Ziegler die ihn zur Last fallenden 82.000 fr. W.W. Einlösungsscheine bis Ende Monats Februar 1834 zu bezahlen, verurtheilt seyn, doch soll die ganze Process-Sache in der Art geleitet seyn, daß der – der Schuldtragung angeklagte Gubern: Rath Ziegler – keineswegs als gewesener Rechnungsleger dieser Summen, also auch nicht als Defraudator bezeichnet, wornach die Sache
für demselben sehr mildernd erscheint, und da nach unsern Gesetzen für Schuldner kein personal Arrest statt findet: So dürfte der Genannte allerdings noch gut davon kommen.
Herr Tschuggmal, Innhaber des Automaten Theaters hatte eine Einladung nach Agram erhalten, wohin derselbe leztlich über Neustadtl gereiset ist.
Die Oper Elise und Claudio ist gestern bey vollen Hause, und mit vielen Beyfall gegeben worden. Madame Ney, H. Kunz, Delle Perechon mit H. Lehman, dann H. Hölzel sind mehrmalen geruffen worden, am Ende mußten alle wieder auf der Bühne erscheinen. Diese zur Zufriedenheit ausgefallene Pièce – hat die Theater Direction ermuthigt, deren Wiederholung für heute zu veranlassen, obgleich nach
dem Theater Repertoir, heute das Theater verschlossen bleiben sollte. –
Wohl hat Madame Rosenschön, H. G. Treumann, H. Bürger und H. Hüttel nicht gesungen, sondern nur gesprochen, allein die früher genannten fünf Sänger und Sängerinnen – recht brav gesungen, es fand sich gar keine Störung, das Orchester war gleichfalls brav, und so war gestern das Theater allgemein mit Zufriedenheit verlassen. Decorationen waren ebenfalls gut errangirt. Die Chöre sind ebenfalls gut ausgefallen.
Vorgestern wäre während des Soiré bey S r Excellenz dem H. Gouverneur bald Feuer Allarme entstanden. Der Ruß eines Kamins im Milit-Sammelhause hat sich entzunden; es wurde jedoch alles glücklich und schnell gelöscht.
Der vermehrte Besuch des Theaters aus Anlaß der fleißigen Durchführung der Oper: Elise und Claudio, – ist Ursache, daß die Piece heute zum drittenmal gegeben wird.
Graf Anton v. Thurn ist bettlegerig, jedoch schon gebessert, und im Stande, sich durch einige Zeit auch außer dem Bette zu halten.
Man spricht von einem Minister Congresse, welcher in Bezug auf die Angelegenheiten Deutschlands – in Wien statt finden soll.
Auch gestern war das Theater gut besucht, und die Oper gut gegeben worden.
Morgen ist die Benefice Vorstellung: Robert der Tiger –, Gustavs Treumans festgesezt.
Die vergangene Nacht hat es zum erstemal dieses Jahr gefroren; die Fenstern, selbst jene nach der Südseite gelegenen, sind mit einer – zwar schwachen Eishaut überzogen.
Die Wittwe v. Lehmann, geborne v. Zois –, ist von Ihrer nach Wien unternommenen Reise vor einigen Tagen hier angekommen.
Letzten Freytag ist die Gemahlin des zum 20-jährigen Festungs Arreste in Munkatsch verurtheilten Generals Zucci – hier durch – nach Italien gereiset.
Heute Morgens sind alle Dächer abermal mit Schnee bedeckt; – Gestern Samstags war das Theater stark besucht, G. Treumann hatte eine gute Einnahme.
Gestern Sontags ist die Frau Gräfinn von Aichelburg von hier nach Wien gereiset.
Die Oper Elise und Claudio wird noch immer zahlreich besucht.
Theater Austheilung
vom 15ten bis 21 xber 1833
Montags den 16 ten – - // - - // -
Dienstags den 17 ten – Brautkrone – Trauerspiel
Mittwoch den 18 ten – Elise und Claudio – Oper
Donnerstag den 19 ten – Postwagens Abentheuer – Lustspiel
Freytag den 20 ten – - // - - // -
Samstag den 21 ten – Sargines – Oper. Benefice der Madame Ney.
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Privat-Nachrichten gemäs, soll der Herr FeldmarschallLieut: und Dienstkämerer bei S r Majestaet dem jüngern Könige von Ungarn, sich so krank und schwach befinden, daß bei ihn, dem kranken Herrn Grafen von Salis, Niemand mehr vorgelassen werde.
Ein junger Graf Deym aus Böhmen, ist als Concepts Practicant zum hiesigen Landes Gubernium bestimmt, hier angekommen.
Baron Eduard Grimschitz Concipist beym hiesigen Landes Gubernium, wird zur hiesigen Cameral-Gefällen Verwaltung übertretten.
Frau v. Hermansthal – geborne Oblack ist vor einigen Tagen mit einem Mädchen glücklich entbunden worden.
Herr Graf Anton Thurn ist noch immer krank.
Man hat statt den für heute disponirten Lustspiel: „Die Postwagens-Abentheuer“ lieber das mehr für die Cassa geeignete Stück: „Lumpaci Vagabundus“ gewählt.
Lege meinen unterthänigsten Dank zu Füssen für den Heil. Christ, womit sich Hochdieselben meiner zu erinnern, die Gnade hatten, und indem ich mich zu fernern Gnaden anempfehle, zeichne mich mit aller Ehrfurcht:
Die heut angekommenen k. griechischen Truppen sind sehr gut equipirt, und voll zierlicher Embellage. Es ist Artillerie, ein ziemlich kernichter Schlag von Menschen. Sehr abstechend ist, daß während ihre Uniform und Beinkleider dunkelblau seyn, ihre Mantel hellgrau sind, man möchte es fast Perlfarbe nennen, welches jedoch auf den Tornister gepackt, ein gutes Ansehen gibt.
Morgen Sontags wird Herr Graf von Hohenwarth auf dem hiesigen Rathhause an das, aus allen Ständen eingeladenes Publicum, um 11 Uhr eine Anrede – in Bezug auf das vaterländische Museum – halten.
Man hört, daß einige Zwanzig griechische Jünglinge, aus den ersten Familien Griechenlands, in der nächsten Woche durch Laibach passiren werden, welche bereits in Triest angekommen seyn, und nach München zur Erziehung gesendet werden sollen.
Das Theater bleibt bis zum 2 ten Feyertag verschlossen.
Der würdige Pfarrer Pochlin von St. Jacob allhier, ist abermal sehr bedenklich erkrankt, und gestern in der Mittagsstunde mit den Sterbsakramenten versehen worden; er soll am Nervenfieber leiden.
Die königl. baierschen Chevauxlegers, von deren Rückkehr aus Griechenland schon lange berichtet worden ist – sind wirklich nun schon in Triest angelangt, allwo sie in der Quarantaine sich befinden, und mit welchen die gestern erwähnten griechischen Jünglinge angekommen seyn dürften. – Ein Lieut. Königsbrunn von Lattermann Inf. – aus Italien nach Klagenfurth beurlaubt, ist von leztern Ort zum Besuch bei der B r Codelli’schen Familie – hier angekommen.
Dem Herrn Pfarer Pochlin gieng es diesen Morgen besser.
Die gestern angekommenen 2 Comp. Grenadiers und 2 Compagnien Schützen, der in Bayern angeworbenen k. griechischen Truppen, sind Leute eines schönen Menschenschlages, gut equipirt, und halten gute Ordnung und Manszucht. Es sollte mit den Grenadiers ein 7 Schuh hoher Man kommen, allein dieser ist als Kranker diesmal noch zurück geblieben.
Das gestrige Soiré bei S r Excellenz dem H. Gouverneur war minder zahlreich besucht; – das nächste Soire wird am Neujahrstage den 1 ten Jenner seyn, welches bereits gestern, beim Abgehen aus der Gesellschaft – durch den Kammerdiener avisirt worden ist.
Dem Pfarer von St. Jacob geht es etwas besser.
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Berichterstatter hat die Ehre recht glückliche Feyertage anzuwünschen.
Ein Hptm. von Lilienberg Landwehr Namens Gyrkovich ist hier gestorben, und wird morgen begraben werden.
Der Herr Graf v. Hohenwarth beabsichtigt, zum Besten des hierländigen Museums, wieder eine Rundreise vom Bezirk zu Bezirk vorzunehmen, und zu Beyträgen aller Art –, aufzumuntern, daher der am lezten Sontag auf den hiesigen Rathhause gehaltener Vortrag, der Anfang dieser Tour bei der Stadt Laibach – als eigener Bezirk, gewesen ist.
Die merkwürdige Witterung zu Laibach zu Weihnachten muß Berichterstatter in Erwähnung bringen. Am Dienstag, nämlich am heil: Abend, war es früh heiter –, nachmittags etwas trüb geworden, doch ohne Regen. Am Mittwoch nämlich am heil: Tag hat es in aller Früh und fast bis Mittag geregnet, es war aber dabei sehr lau, also gar nicht kalt –; nachmittags wurde es etwas helle[r], und blieb sehr milde Witterung. Heute am Stephenstage ist ein schöner heiterer morgen, und sonst angenehm, allein nach 10 Uhr zeigten sich finstere Wolken am Horizont, gegen 11 Uhr erhob sich ein ziemlich bedeutender Wind, der noch izt anhält, ohne daß die dunklen Wolken ganz zerstreut sind; doch abwechselnd zeigt sind die Sonne. –
Der Pfarrer von St. Jacob befindet sich gebessert.
Theater Austheilung für diese Woche
Donnerstag den 26 ten xber – Lumpaci Vagabundus
Freytag den 27 ten – '' Elise und Claudio
Samstag den 28 ten – '' Pfefferrösel – Benefice der Delle Klein.
Der gestern eingetrettene Wind – Bora – hat die Strassen getroknet –, und die vergangene Nacht ist ein mäßiger Frost eingetretten. Heute ist ein recht heiterer Tag.
Frau Gräfin Seraphine v. Thurn ist schon vor einigen Tagen von Wien zurück, hier angekommen.
Wiener Nachrichten zu folge, ist der regierende Fürst von Schwarzenberg – Bruder des verstorbenen FeldMarschalls – gestorben.
Zu Erlau in Ungarn soll ein Volksauflauf gegen den dortigen, ehemaligen Patriarchen von Venedig, Erzbischof von Pürker statt gefunden haben. Ein junger Graf Keglovich soll an der Spitze dieses Tumelts gestanden haben. Berichterstatter sind jedoch die nähern Umstände nicht bekannt.
Der H. Pfarrer von St. Jacob befindet sich nun schon so weit gebessert, daß er Besuche erhalten kann. Es war kein nerven- sondern nur ein gastrisches
Fieber, an dem er erkrankte, allein Besorgniß, daß, da erst unlängst einer seiner Caplaene am Nervenfieber gestorben war, machte, daß der H. Pfarrer die eingetrettene Fieber Affection zu hart fühlte, und sich gleich mit den Sterbsakramenten versehen ließ.
Zeitungsnachrichten zu Folge soll der bekannte Nürnberger Findling Kasper Hauser, welcher von einem reichen englischen Lord als Adoptiv Sohn aufgenommen, und mit demselben nach England in das neue Vaterland gekommen war, von einem wohl gekleideten Manne, welcher nach der That entsprungen, ermordet worden seyn.
Auch soll zu Mailand sich der sonderbar tragische Fall ereignet haben, daß ein berüchtigter großer Verbrecher, welcher mit einigen seiner Spiesgesellen vor einiger Zeit nach Piemont aus Mailand entkommen, nun aber im stillen mit einem Kameraden wieder nach Mailand rückgekehrt, von der Gendarmerie erkannt, und sein Kamerad schon festgenommen, er aber zu entsprungen im Begriffe von der Gendarmerie verfolgt, beim Zusammenlauf des Volks fest
genommen zu werden, in Besorgniß war, derselbe mit einem Do[l]che in der Hand, alles nahen seiner Person abwehrend davon lief, in dieser Flucht rechts und links um sich stach, so, daß mehrere Personen getödtet und verwundet wurden, und als er endlich von einem Handwerker auf den Kopf von rückwerts geschlagen, wozu auch einige Stockhiebe von hiezu gekommenen Milit. Unter-Offes. auf den Kopf beitrugen, zu Boden stürzte, soll sich derselbe mit dem Dolche im Hals geschnitten, und viele Stiche ins Herz u. Brust versezt haben.
Berichterstatter hat die Ehre, den verehrten Lesern ein glückseliges neues Jahr anzuwünschen.
Theater Austheilung
vom 29 ten xber bis 4 ten Jenner 1834
Sontag den 29 ten xber – Lumpaci Vagabundus
Montag den 30 ten – '' Postwagens Abentheuer
Dienstag den 31 ten – '' Sargines
Mittwoch '' 1 ten Jenner 1834 Garrick in Bristoll
Donnerstag den '' – '' wegen der Proben für
Freytag den 3 ten '' – '' Wilh. Tell – verschlossen
Samstags den 4 ten '' – '' Willhelm Tell
Die Theilnehmer des Casino’s – sind für den 3 ten Jenner 1834 als Freytags Nachmittags 3 Uhr zu einer General Versamlung im Deutschen Ordens Saale eingelanden, bey welcher Gelegenheit die im Ausschusse bereits berathenen und beschlossenen Statuten der Gesellschaft vorlesen, und die Anwesenden Mitglieder dann aufgefordert werden dürften,
die Befolgung und Zuhaltung derselben, mit Ihrer Unterschrift zu bestättigen, wodurch den der völlige Beitritt zur Gesellschaft – erklärt seyn wird.
Die Eröffnung des Casino’s wird Dienstags den 7 ten Jenner 1834 statt finden, und es soll das Arrangement getroffen seyn, daß hinkünftig die Casino Bäle jeden Montag – die 14 tägigen Soirés bei S r Exc. dem Herrn Gouverneur jedesmal am Dienstag statt finden sollen, am Mittwoche würde dann die gewöhnliche Redute seyn. –
Die Schießstatt Bäle bleiben wie sonst, an jeden Montage.
Sollte es sich ergeben, welches dem Berichterstatter vor der Hand noch unbekannt ist, daß bey H. Präsidenten Buzzi die Unterhaltungen jeden Sontag in 14 Tagen, und bey H. Grafen v. Welsperg,
welches dem Berichterstatter gleichfalls noch unbekannt ist –, jeden Donnerstag statt finden, so wären die Faschinswochen vom Sontag bis einschlüssig Donnerstags zu Unterhaltungen gewidmet, und nur der Freytag mit dem Samstag zum Ausruhen erübrigt seyn. Die Dienstage, wo bei S r Excellenz dem H. Gouverneur und die Sontage, wo bei H. Präsidenten Buzzi keine Gesellschaft wäre, bleiben zu Unterhaltungen, welche andere Familien besonders geben würden. –
Heute am Sontage hat der Canonicus Crisoni eine Abendgesellschaft zu sich geladen, an welcher die Familien: vom H. Gouverneur –, B r Codelli –, Gräfin Cöcile Lichtenberg –, der Fürstbischof etz. theil nehmen werden.
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Mittwoch den ersten Jenner ist Abends große Gesellschaft bei S r Excellenz dem H. Gouvern:
Gestern wurde in der Stadt erzählt, daß der König von Sachsen gestorben, der Kaiser Nicolaus ermordet worden seyn solle. Wie und wann Leztere That möglich geworden wäre, ist vor der Hand unbekannt.
Auch sprach man gestern, daß der Herr Hofrath Fürst Kinsky – Gouverneur in Triest werden solle.
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Herr v. Coppini Landrechts Ascultant ist von seiner nach Wien unternommenen Reise schon vor mehreren Tagen rückgelangt.
Geruhen gnädigst die hohe Verehrung zu genehmigen, welche ich Hochdenenselben aus Anlas des eintrettenden Jahreswechsels darzubringen, und meine stets innigen Wünsche zu wiederhohlen wage, damit der weise Schöpfer Eure Excellenz zum Wohle der Mensch-
heit noch viele Jahre erhalten, Hochdenenselben und der ganzen verehrten Familie stets die erwünscheste Gesundheit verleihen, und mir so gestalten noch lange das Glück zu theil werden möge, mich Eure Excellenz Gnade, und der verehrten Familie Wohlwollens erfreuen zu dürfen. Vergeben Eure
Excellenz auch gnädigst, daß ich hier noch mein unendliches Bedauern ausdrücken muß, bei Hochderoselben lezten Anwesenheit in Laibach nicht unterrichtet gewesen zu seyn, da ich sonst mit größter Freude diese Gelegenheit benuzt hätte, Eure Excellenz persönlich die ehrfurchtsvolle Verehrung zu bezeigen, mit
welcher ich bis zum Grabe geharren werde:
Da S. Majestaet der Kaiser anzuordnen geruhet haben, daß der Herr FeldMarschallLieut: Graf von Auersperg – Innhaber des Cürassier Rgts. N. 5 – bis zu einer anderweiten Anordnung, das General Commando in Böhmen zu führen haben, – geruheten allerhöchstdieselben dem Herrn General Major Demuth zum FeldMarschallLieut: und dem Herrn Obersten Ritter von Thalherr von E. H. Jos. Husaren, zum General Major zu ernennen. Letzterer hat – wie bekannt – für diesen Avancements-Fall die Vermählung mit der Comtesse von Platz zu Klagenfurth – beschlossen, wornach nun diese Verbindung bald statt finden wird.
1. To pismo je drugačno od ostalih, saj ni poročilo ali zahvala, temveč Franzova prošnja za Erbergovo posredovanje na dvoru. Pismo je bilo sicer shranjeno med ostalimi pismi, a v posebnem ovoju, in ni bilo uvrščeno kronološko. To uvrstitev smo za potrebe objave celotne korespondence naredili naknadno.
2. (na istem listu kot 3. november)
3. Franz se je zmotil v dataciji – pravilno je 21ten.